| WO/1992/015848 | PARTICLE WEIGHING SYSTEM |
| JP61162717 | CONVEYOR SCALE APPARATUS |
| JP56027619 | CIRCULAR CONVEYOR TYPE FLOW/WEIGHT MEASURING EQUIPMENT |
KLAUER, Alfred (Unterfeldring 11, Göttingen, 37083, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zur dynamischen Kontrollwägung von Objekten
(18a-c) , die mittels einer Fördereinrichtung (20a-c) mit einer einstellbaren Fördergeschwindigkeit über einen gewichtssensitiven Bereich (14) einer Wägeeinrichtung (12) geführt werden, wobei der gewichtssensitive Bereich (14) in regelmäßigen Abständen Einzel-Gewichtsmesswerte (Ei,...,E n ) liefert, aus denen in einer digitalen Auswerteeinheit (16) durch Mittelwertbildungen Ergebnis- Gewichtswerte abgeleitet werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (16) eine Mehrzahl kaskadierter Mittelwertfilter (24a-e) unterschiedlicher Filterlängen aufweist und die Filterlängen in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit um einen gemeinsamen Skalierungswert variiert werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Skalierungswert in umgekehrt proportionaler Weise von der Fördergeschwindigkeit abhängt.
3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fördergeschwindigkeit in regelmäßigen Abständen von einem Geschwindigkeitssensor gemessen und ein gemessener Fördergeschwindigkeitswert an die Auswerteeinheit (16) zur entsprechenden Einstellung des Skalierungswertes übermittelt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Wahl einer anfänglichen Einstellung der Filterlängen die Einzel-Gewichtsmesswerte (Ei,..., E n ) eines repräsentativen Objektes (186) in einem Ringpuffer gespeichert werden und die Mittelwertbildungen von der Auswerteeinheit (16) wiederholt und mit iterativ variierenden Filterlängen auf den gespeicherten Werten solange durchgeführt werden, bis die resultierenden Ergebnis-Gewichtswerte (G, G', G 1 1 , G' 1 ') mit einem tatsächlichen Gewicht des Objektes (186) übereinstimmen.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass während der iterativen Variation der Filterlängen deren Verhältnis untereinander konstant bleibt.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterlängen in Abhängigkeit von der
Längsausdehnung der Objekte (18a-c) in Förderrichtung um einen gemeinsamen Skalierungswert variiert werden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsausdehnung eines Objektes (18a-c) in Förderrichtung von einem Längensensor erfasst und an die Auswerteeinheit (16) zur entsprechenden Einstellung des Skalierungswertes übermittelt wird.
8. Vorrichtung zur dynamischen Kontrollwägung von Objekten (18a-c) , umfassend eine Wägeeinrichtung (12) mit einem gewichtssensitiven Bereich (14), eine Fördereinrichtung (20a-c) , welche die Objekte (18a-c) mit einer einstellbaren Fördergeschwindigkeit über den gewichtssensitiven Bereich (14) der Wägeeinrichtung (12) führt, wobei der gewichtssensitive Bereich (14) in regelmäßigen Abständen Einzel-Gewichtsmesswerte (Ei,..., E n ) liefert, aus denen eine digitale Auswerteeinheit (16) durch Mittelwertbildungen Ergebnis-Gewichtswerte (G) ableitet, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (16) eine Mehrzahl kaskadierter Mittelwertfilter (24a-e) unterschiedlicher Filterlängen sowie Filterlängenvariationsmittel aufweist, welche die Filterlängen in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit um einen gemeinsamen Skalierungswert variieren.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Skalierungswert in umgekehrt proportionaler Weise von der Fördergeschwindigkeit abhängt.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass ein Geschwindigkeitssensor zur regelmäßigen Erfassung eines Fördergeschwindigkeitswertes und dessen übermittlung an die Auswerteeinheit (16) umfasst ist, wobei die Auswerteeinheit (16) eingerichtet ist, jeweils nach der übermittlung eines aktualisierten Fördergeschwindigkeitswertes den Skalierungswert entsprechend zu verändern.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit (16) einen Ringpuffer umfasst, in dem die Einzel-Gewichtsmesswerte (Ei,...,E n ) eines repräsentativen Objektes (186) speicherbar sind, und die Auswerteeinheit (16) weiter eingerichtet ist, zur Wahl einer anfänglichen Einstellung der Filterlängen die Mittelwertbildungen auf den gespeicherten Werten solange mit iterativ variierenden Filterlängen zu wiederholen, bis die resultierenden Ergebnis-Gewichtswerte (G, G 1 , G 1 ' , G' ' ' ) mit einem tatsächlichen Gewicht des Objektes übereinstimmen.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die iterative Variation der Filterlängen deren Verhältnis untereinander konstant lässt.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Filterlängenvariationsmittel die Filterlängen in Abhängigkeit von einer Längsausdehnung der Objekte (18a- c) in Förderrichtung um einen gemeinsamen Skalierungswert variieren.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass ein Längensensor zur Erfassung eines Längsausdehnungswertes eines Objektes (18a-c) und dessen übermittlung an die Auswerteeinheit (16) umfasst ist, wobei die Auswerteeinheit (16) eingerichtet ist, jeweils nach der übermittlung eines aktualisierten Längsausdehnungswertes den Skalierungswert entsprechend zu verändern. |
Verfahren und Vorrichtung zur dynamischen Kontrollwägung
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur dynamischen Kontrollwägung von Objekten, die mittels einer Fördereinrichtung mit einer einstellbaren
Fördergeschwindigkeit über einen gewichtssensitiven Bereich einer Wägeeinrichtung geführt werden, wobei der gewichtssensitive Bereich in regelmäßigen Abständen Einzel- Gewichtsmesswerte liefert, aus denen in einer digitalen Auswerteeinheit durch Mittelwertbildungen Ergebnis- Gewichtswerte abgeleitet werden.
Die Erfindung bezieht sich weiter auf eine Vorrichtung zur dynamischen Kontrollwägung von Objekten, umfassend eine Wägeeinrichtung mit einem gewichtssensitiven Bereich, eine Fördereinrichtung, welche die Objekte mit einer einstellbaren Fördergeschwindigkeit über den gewichtssensitiven Bereich der Wägeeinrichtung führt, wobei der gewichtssensitive Bereich in regelmäßigen Abständen Einzel-Gewichtsmesswerte liefert, aus denen eine nachgeschaltete digitale Auswerteeinheit durch Mittelwertbildungen einen Ergebnis-Gewichtswert ableitet.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen sind bekannt aus der DE 103 22 504 Al. Diese Druckschrift offenbart eine so genannte Kontrollwaage und ein Verfahren zu deren Einstellung und Betrieb. Unter einer Kontrollwaage versteht man eine Wägeeinrichtung, deren gewichtssensitivem Bereich mittels einer Fördereinrichtung Objekte mehr oder weniger kontinuierlich zugeführt werden, um dort gewogen zu werden. Anschließend werden die gewogenen Objekte von der Fördereinrichtung weiter transportiert und ggf. entsprechend dem Wägeergebnis sortiert. Ein typischer Einsatzbereich solcher Kontrollwaagen ist die Endkontrolle nominell gleichartiger Objekte. Ein Beispiel wäre die abschließende Füllmengenkontrolle von Konservendosen.
Ein grundlegendes Problem solcher Anlagen ist das Finden eines befriedigenden Kompromisses zwischen Wägegenauigkeit einerseits und Wägegeschwindigkeit andererseits. Zudem werden derartige Anlagen typischerweise in industrieller Umgebung mit starken Störeinflüssen betrieben. Ein typischer Aufbau ist etwa die Zuführung der Objekte mittels eines schnell laufenden Förderbandes, welches die Objekte an einen auf dem gewichtssensitiven Bereich der Wägeeinrichtung abgestützten, separaten Förderbandabschnitt übergibt, der die Objekte nach der Wägung an einen weiteren Förderbandabschnitt übergibt. Das Wägesignal wird bei derartigen Anlagen von erheblichen Störeinflüssen durch die Bewegung des Förderbandes, dem eingangs und ausgangs des auf der Wägeeinrichtung abgestützten Förderbandabschnittes nur bereichsweisen Aufliegen des Objektes und anderen Vibrationen der industriellen Umgebung überlagert. Es hat sich daher bewährt, anstelle eines einzelnen Messwertes eine Vielzahl von Einzel-
Gewichtsmesswerten für ein Objekt zu erfassen und durch geeignete Mittelwertbildung einen Ergebnis-Gewichtswert abzuleiten. In der oben genannten Druckschrift erfolgt die Mittelwertbildung über einen bestimmten Abschnitt der Folge von Einzel-Gewichtsmesswerten. Im Rahmen einer Voreinstellungsprozedur, bei der eine Vielzahl von Objekten mit variierender Wahl des Abschnittes gewogen werden, wird die optimale Lage und Länge des Mittelungsabschnitts durch "automatisches" Ausprobieren gefunden. Diese Abschnittswahl wird dann für den nachfolgenden Kontrollbetrieb der Anlage beibehalten.
Nachteilig bei dem bekannten Verfahren ist seine mangelnde Flexibilität gegenüber änderungen der Bandgeschwindigkeit. Variationen der Bandgeschwindigkeit kommen beim praktischen industriellen Betrieb häufig vor. Sie können sowohl auf technisch wie personell bedingten Variationen der Fördergeschwindigkeit bei der Zuführung der Objekte beruhen. Die Fördergeschwindigkeit über dem gewichtssensitiven Bereich der Wägeeinrichtung muss sich zur Aufrechterhaltung des Betriebs exakt an die Fördergeschwindigkeit der Zuführung anpassen. Bei der bekannten Vorrichtung ist es erforderlich, für jede änderung der Fördergeschwindigkeit eine erneute Voreinstellungsprozedur ablaufen zu lassen, was mit erheblichen Zeit- und damit Kostennachteilen verbunden ist.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung eine gattungsgemäße Kontrollwaage und ein gattungsgemäßes Kontrollwägeverfahren derart weiterzubilden, dass eine bessere Anpassbarkeit an variierende Fördergeschwindigkeiten gewährleistet ist.
Diese Aufgabe wird in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 1 dadurch gelöst, dass die Auswerteeinheit eine Mehrzahl kaskadierter Mittelwertfilter unterschiedlicher Filterlängen aufweist und die Filterlängen in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit um einen gemeinsamen Skalierungswert variiert werden.
Die Aufgabe wird weiter in Verbindung mit den Merkmalen des Oberbegriffs von Anspruch 8 dadurch gelöst, dass die Auswerteeinheit eine Mehrzahl kaskadierter Mittelwertfilter unterschiedlicher Filterlängen sowie Filterlängenvariationsmittel aufweist, welche die Filterlängen in Abhängigkeit von der Fördergeschwindigkeit um einen gemeinsamen Skalierungswert variieren.
Besonders vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Nachfolgend sollen die Merkmale, Wirkungen und Vorteile des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung gemeinsam diskutiert werden.
Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis wesentlicher Eigenschaften so genannter Mittelwert-Filterkaskaden. Unter einer Mittelwert-Filterkaskade versteht man eine Abfolge von Mittelwertfiltern, die jeweils eine durch die so genannte Filterlänge vorgegebene Anzahl aufeinanderfolgender Eingabewerte in einen Mittelwert umrechnet und diesen als einen Eingabewert des nachfolgenden Filters ausgibt. Dabei sind im Wesentlichen zwei Varianten günstig: Bei der ersten Variante wird die Folge von Einzel-Messwerten in
Unterabschnitte der Filterlänge unterteilt und für. jeden Abschnitt ein Mittelwert errechnet und ausgegeben. Dabei wird die Anzahl der in den nächstfolgenden Filter eingegebenen Werte gegenüber der Anzahl der in den vorangehenden Filter eingegebenen Werte um einen der Filterlänge entsprechenden Faktor dezimiert. Bei der zweiten Variante werden die Mittelwerte jeweils in einem durchlaufenden Fenster der Filterlänge berechnet. Dies bedeutet, dass die Anzahl der berechneten Mittelwerte in etwa der Anzahl der in den Filter eingegebenen Einzelwerte entspricht . Durch geeignete Wahl der Filterlängen in der Kaskade können dominante Störfrequenzen sehr zuverlässig ausgefiltert werden. Die spezielle Wahl der Filterlängen ist dabei ein kompliziertes, auf den Einzelfall abzustellendes Unterfangen, dass dem Fachmann jedoch grundsätzlich bekannt ist.
Es wurde als wesentliche Eigenschaft einer solchen Filterkaskade erkannt, dass die grundlegende Form der Impulsantwort, d.h. der übertragungsfunktion der Filterkaskade im Wesentlichen nur von dem Verhältnis der Filterlängen der einzelnen Filter zueinander abhängig ist. Eine Variation der Filterlängen ohne Veränderung ihrer relativen Verhältnisse zueinander kann die Lage und Breite der übertragungsfunktion auf der Frequenzachse, nicht jedoch ihre grundlegende Form verändern. Diese besondere Eigenschaft macht sich die vorliegende Erfindung zu nutze.
Die Erfindung geht davon aus, dass sich mit einer änderung der Fördergeschwindigkeit die hauptsächlichen, durch die Förderbewegung eingebrachten Störfrequenzen entsprechend verändern. Wird die Fördergeschwindigkeit beispielsweise
gesteigert, verschieben sich die Störfrequenzen hin zu. höheren Frequenzen. Umgekehrtes gilt für eine Verringerung der Fördergeschwindigkeit. Die Erfindung schlägt nun vor, anstelle einer völligen Neueinrichtung der Filterkaskade bei einer änderung der Fördergeschwindigkeit die Filterlängen der Kaskade anzupassen, ohne ihr relatives Verhältnis zueinander zu verändern. Mit anderen Worten werden die Filterlängen der Kaskade mit einem gemeinsamen Skalierungswert skaliert. Insbesondere hat sich eine umgekehrt proportionale Abhängigkeit des Skalierungswertes von der Fördergeschwindigkeit als geeignete Form der Abhängigkeit erwiesen.
Ein wesentlicher Vorteil dieses Verfahrens ist die schnelle und flexible Anpassung an Fördergeschwindigkeitsvariationen, selbst wenn diese nur kurzfristig auftreten sollten.
Diese flexible Anpassbarkeit erlaubt eine Automatisierung der Geschwindigkeitsanpassung. Hierzu wird die Fördergeschwindigkeit in regelmäßigen Abständen von einem Geschwindigkeitssensor gemessen und ein gemessener Geschwindigkeitswert wird an die Auswerteeinheit zur entsprechenden Einstellung des Skalierungswertes übermittelt. Geschwindigkeitssensoren, die zu diesem Zwecke von der Kontrollwaage umfasst sein können, sind dem Fachmann ebenso bekannt, wie die erforderlichen Techniken zur entsprechenden Einrichtung der Auswerteeinheit, die beispielsweise durch automatisierte Programmierung digitaler Filter in einer Datenverarbeitungsanlage erfolgen kann.
Ein wichtiger Schritt- zur Vorbereitung des erfindungsgemäßen . Verfahrensablaufs ist die anfängliche Wahl der Filterlängen für eine gegebene Normal-Fördergeschwindigkeit. Diese wird in der Regel empirisch vorzunehmen sein, da die jeweils auszufilternden Störfrequenzen stark von der individuellen Umgebung, der Normal-Fördergeschwindigkeit, den Objektgrößen und -gewichten etc. abhängt. Zur Vereinfachung dieses empirischen Einrichtungsverfahrens wird vorgeschlagen, dass zur Wahl der anfänglichen Einstellung der Filterlängen die Einzel-Gewichtsmesswerte eines repräsentativen Objektes in einem Ringpuffer gespeichert werden und die Mittelwertbildungen von der Auswerteeinheit wiederholt und mit iterativ variierenden Filterlängen auf den gespeicherten Werten solange durchgeführt werden, bis der resultierende Ergebnis-Gewichtswert mit einem tatsächlichen Gewichtswert des Objektes übereinstimmt. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass das Wiegen einer Vielzahl von Objekten mit unterschiedlichen Filtereinstellungen virtuell durchgeführt wird, indem die Neuaufnahme von Einzel-Gewichtswerten vieler Objekte durch die häufige Wiederholung der im Ringpuffer gespeicherten Einzel-Gewichtsmesswerte eines einzelnen Objektes simuliert wird. Diese Simulation mit variierenden Filtereinstellungen wird solange wiederholt, bis der resultierende Ergebnis-Gewichtswert mit dem (bekannten) tatsächlichen Gewicht des Objektes übereinstimmt. Der Begriff der "übereinstimmung" ist hier selbstverständlich als "übereinstimmung innerhalb vorgegebener Toleranzregeln" zu verstehen, wobei die Toleranzregeln den jeweiligen Anforderungen des Einzelfalls anzupassen sind.
In vielen Fällen kann es ausreichend sein, ausgehend von einer bereits erprobten oder standardmäßig vorgegebenen Filterlängen-Konstellation während der iterativen Variation der Filterlängen im Rahmen des Einstellungsprozesses deren Verhältnis untereinander konstant zu lassen. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass sich in solchen Fällen die Einstellprozedur auf das Auffinden des Anfangs- Skalierungswertes, insbesondere Eins, beschränkt, von dem aus dann die fördergeschwindigkeitsabhängigen Variationen während des Betriebes abgeleitet werden.
Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist vorgesehen, das gleiche grundlegende Prinzip auch für die Anpassung der Filterkonstellation an unterschiedliche Objektgrößen, insbesondere deren Ausdehnung in Förderrichtung, anzuwenden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Filterlängen in Abhängigkeit von der Längsausdehnung der Objekte in Förderrichtung um einen gemeinsamen Skalierungswert variiert werden. Dabei ist es zur Automatisierung günstig, wenn die Längsausdehnung eines Objektes in Förderrichtung von einem Längensensor erfasst und an die Auswerteeinheit zur entsprechenden Einstellung des Skalierungswertes übermittelt wird. Dies erlaubt den Einsatz einer erfindungsgemäßen Kontrollwaage nicht nur für reine Kontrollaufgaben bezogen auf nominell gleichartige Objekte, sondern auch für die gewichtsabhängige Sortierung von Objekten unterschiedlicher Größe.
Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden, speziellen Beschreibung sowie den Zeichnungen.
Es zeigen:
Figur 1 : eine schematische Darstellung einer Kontrollwaage .
Figur 2: eine schematische Darstellung des erfindungsgemäßen Skalierungsprinzips .
Figur 3 : eine schematische Darstellung einer bevorzugten Filtereinstellungsprozedur .
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer Kontrollwaage 10. Die Kontrollwaage 10 umfasst eine Wägeeinrichtung 12 mit einem gewichtssensitiven Bereich 14 und einer angeschlossenen Auswerteeinheit 16. Die Auswerteeinheit 16 kann insbesondere auf Basis eines Mikroprozessors aufgebaut sein. Typischerweise umfasst eine derartige Kontrollwaage auch eine Anzeige- und Bedieneinheit, die in Fig. 1 jedoch nicht dargestellt ist.
Objekte 18a-c, an denen Kontrollwägungen durchgeführt werden sollen, werden der Wägeeinrichtung 12 über ein Förderband 20, umfassend mehrere Abschnitte 20a-20c zugeführt und abgeführt. Der in Figur 1 mittlere Förderbandabschnitt 20b ist auf dem gewichtssensitiven Bereich 14 der Wägeeinrichtung 16 abgestützt. Hieraus folgt, dass ein Objekt (18b in Figur 1), welches sich im Förderbandabschnitt 20b befindet, von der Wägeeinrichtung 12 gewogen werden kann. Wie durch die Bewegungspfeile 22 angedeutet, bewegt sich das Objekt 18b während der Wägung mit der Fördergeschwindigkeit in Förderrichtung. Während des Zeitraums, in dem sich das Objekt
18b auf dem Förderbandabschnitt 20b befindet, liefert der . gewichtsensitive Bereich 14 der Wägeeinrichtung 12, der insbesondere einen A/D-Wandler enthalten kann, in regelmäßigen Abständen, d.h. insbesondere mit der Wandlerfrequenz, eine Folge von n Einzel-Gewichtsmesswerten El, E2,... En. Diese Folge von Einzel-Gewichtsmesswerten repräsentiert ein zeitlich schwankendes Messsignal, in dem der von dem Gewicht des Objektes 18b bedingte Messwert von Signalen überlagert ist, die den vorgenannten Störgrößen zuzuschreiben sind.
Um das Signal von diesen Störsignalen zu reinigen, wird es, wie im oberen Teil von Figur 2 schematisch dargestellt, durch eine Kaskade von Mittelwertfiltern geschickt. Die Filterkaskade enthält bei der dargestellten Ausführungsform eine Folge von fünf hintereinander geschalteten Mittelwertbildnern unterschiedlicher Filterlänge. Jeder Mittelwertbildner umfasst ein Schieberegister, das eine der Filterlänge entsprechende Anzahl von Eingangswerten zu speichern vermag. Sobald das Register gefüllt ist, wird aus den gespeicherten Einzelwerten ein Mittelwert erzeugt und als ein erster Ausgabewert ausgegeben. Jeder neue Eingangswert in das Schieberegister verdrängt den jeweils ältesten Speicherwert und stößt die Berechnung eines neuen Mittelwertes der aktuell im Speicher enthaltenen Einzelwerte an und gibt diesen als nächsten Ausgabewert aus. Die resultierende Folge von Ausgabe-Mittelwerten des ersten Mittelwertbildners wird in den zweiten Mittelwertbildner eingelesen, der nach demselben Prinzip arbeitet, aber eine andere Filterlänge aufweisen kann. Auf diese Weise durchlaufen die Werte die gesamte Filterkaskade, sodass an
deren Ende eine mit G bezeichnete, gefilterte Folge von Ergebnis-Gewichtswerten entsteht. Alternativ hierzu ist es auch möglich, die Filterkaskade so einzurichten, dass ein einzelner Ergebnis-Gewichtswert resultiert. Dies kann beispielsweise erreicht werden, indem eine den letzten Filter verlassende Wertefolge geeignet zusammengefasst , z.B. gemittelt wird, indem ein einzelner Wert aus der Ausgabefolge des letzten Filters ausgewählt wird oder indem die Filterkaskade nicht nach dem oben beschriebenen Prinzip des "rollenden Fensters" sondern chargenweise arbeitet, was die Anzahl der weitergegebenen Werte in jeder Filterstufe reduziert .
Die einzelnen Filterstufen, die in Figur 2 mit den Bezugszeichen 24a-e bezeichnet sind, sind schematisch als Blöcke unterschiedlicher Länge dargestellt, was ihre unterschiedlichen Filterlängen symbolisieren soll. Insbesondere ist im Beispiel von Figur 2 angenommen, dass die Filterlängen der einzelnen Filterstufen 24a-e zueinander in einem Verhältnis von 3:2:4:5:1 stehen, was in Figur 2 durch die Symbole σ3, ∑2, σ4, σ5, ∑l angedeutet ist. In absoluten Zahlen ausgedrückt können z.B. Filterlängenabstufungen von 12:8:16:20:4 jeweils zu mittelnden Werten in der Praxis eine günstige Wahl darstellen. Typischerweise verfolgt man das Ziel einer möglichst gleichmäßigen Verteilung der Nullstellen im Frequenzgang.
Die konkrete Weiterverwendung des bzw. der Ergebnis- Gewichtswerte G ist den Anforderungen des Einzelfalls anzupassen. Beispielsweise kann ein Sollgewicht des Objektes 18b als erreicht gelten, wenn ein vorgegebener
Gewichtsschwellenwert von einer Folge von Ergebnis- Gewichtswerten G eine bestimmte Anzahl von Malen über- und unterschritten wird. In Fällen, in denen ein einzelner Ergebnis-Gewichtswert G berechnet wird, kann dieser mit einem oder mehreren vorgegebenen Gewichtsschwellenwerten verglichen werden und eine nachfolgende, in den Figuren nicht dargestellte Sortieranlage entsprechend schalten. Die spezielle Verwendung des oder der Ergebnis-Gewichtswerte G ist nicht Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Im unteren Teil von Figur 2 ist schematisch ein Anpassungsmechanismus an änderungen der Fördergeschwindigkeit dargestellt. Im gezeigten Beispiel sei angenommen, dass sich die Fördergeschwindigkeit v von einer
Anfangsfördergeschwindigkeit vθ um einen Faktor 1,25 auf v=l,25*vθ beschleunigt. Diese Geschwindigkeitsänderung wird vorzugsweise von in den Figuren nicht dargestellten Geschwindigkeitssensoren erfasst und an die Auswerteeinheit 16 übermittelt. Diese verändert daraufhin die Filterlängen der Filterstufen 24a-e. Die änderung erfolgt für alle Filterstufen 24a-e im gleichen Maße, d.h. mit derselben vorzugsweise linearen Abhängigkeit, wobei jedoch auch nichtlineare Abhängigkeiten realisiert sein können. Im gezeigten Beispiel von Figur 2 ist eine besonders vorteilhafte Abhängigkeit des Skalierungswertes von dem Beschleunigungsfaktor der Fördergeschwindigkeit, nämlich eine umgekehrt proportionale Abhängigkeit realisiert. Im Ergebnis werden, wie im untersten Bereich von Figur 2 dargestellt, die Filterlängen der einzelnen Filterstufen 24a-e jeweils absolut verkürzt, wobei jedoch ihr relatives Verhältnis zueinander erhalten bleibt. Dies bedeutet, dass die Filterlängen
zueinander nach wie vor im Verhältnis 3:2:4:5:1 stehen, was bei identischen Objekten 18a-c im Wesentlichen zu demselben Wägeergebnis, symbolisiert durch den Ergebnis-Gewichtswert G, führt. Dies ist die Folge der Tatsache, dass eine lineare Skalierung der Filterlängen einer Kaskade die grundlegende Form der übertragungsfunktion der Filterkaskade nicht wesentlich verändert, sondern lediglich ihre Lage und Breite beeinflusst .
Figur 3 stellt schematisch ein bevorzugtes Verfahren zum Einstellen einer Anfangskonstellation von Filterlängen der Kaskade dar. Hierzu werden zunächst die Einzel- Gewichtsmesswerte El, E2 , ... En eines Objektes 18b in der oben beschriebenen Weise erzeugt und in einen Ringpuffer mit n Speicherplätzen gespeichert. Alsdann wird die gespeicherte Wertefolge wiederholt in die Filterkaskade eingespeist, wobei bei jedem Wiederholungsschritt die Filterlängen der einzelnen Filterstufen 24a-e variiert werden, was zu unterschiedlichen Ergebnis-Gewichtswerten bzw. Wertefolgen G, G' , G' ' , G' ' '... führt. Mit anderen Worten wird die tatsächliche Wägung von mehreren Objekten 18a, 18b, 18c,... ersetzt durch die wiederholte Filterung der einmal gemessenen Wertefolge für das Objekt 18b. Sobald der oder die Ergebnis-Gewichtswerte die für das (bekannte) Objekt 18b erwarteten und gewünschten Eigenschaften aufweisen, kann der Einstellungsprozess abgeschlossen und die gefundene Filterkonstellation für den nachfolgenden Betrieb in der oben erläuterten Weise übernommen werden.
Natürlich stellen die in der speziellen Beschreibung diskutierten und in den Figuren gezeigten Ausführungsformen nur illustrative Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung dar. Dem Fachmann ist im Lichte der hiesigen Offenbarung ein breites Spektrum an Variationsmöglichkeiten anhand gegeben. Insbesondere kann die Anzahl und Ausgestaltung der Filterstufen der Kaskade auf den Einzelfall angepasst werden. Auch ist es möglich, Kaskaden mit unterschiedlichen Abschnitten zu verwenden, von denen nur ein oder wenige Abschnitte dem oben erläuterten Variationsprinzip folgen und ein oder mehrere andere Abschnitte unabhängig von der Fördergeschwindigkeit oder der Objektgröße konstant bleiben. Letzteres ist insbesondere sinnvoll, wenn bekannt ist, dass Geschwindigkeits- bzw. größenunabhängige Störeinflüsse die Messung überlagern.
