BONK, Hans (Nachbarsweg 158, Mühlheim, 45481, DE)
HEUKEN, Franz-Josef (Compesstr.20, Mönchengladbach, 41066, DE)
LOHLE, Willy (Birkenstr. 46, Neuss, 41466, DE)
BONK, Hans (Nachbarsweg 158, Mühlheim, 45481, DE)
HEUKEN, Franz-Josef (Compesstr.20, Mönchengladbach, 41066, DE)
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L 1111
PATENTANSPRüCHE
1. Verfahren zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial, insbesondere von Zementklinker, Schlacke und Zuschlagstoffen, bei welchem die Rohmaterialkomponenten einer Vertikalmühle (2) aufgegeben, vermählen und mit Hilfe von Heißgas ( 4 ) , welches im unteren Mühlenteil ( 3 ) über einen Düsenring zugeführt wird, zeitgleich getrocknet werden und bei welchem mit Hilfe eines Kühlmediums eine vorgebbare Gas- und Produkttemperatur nach einem Sichter (6) eingehalten wird, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Heißgas (4) mit einer Gaseintrittstemperatur zugeführt wird, welche von der Feuchte der Rohmaterialkomponente mit der höchsten Feuchte bestimmt wird, und dass oberhalb des Düsenrings und getrennt vom Heißgas ( 4 ) ein Kühlgas ( 8 ) in die Vertikalmühle ( 2 ) eingeleitet und dem Mahlgut-Gas-Gemisch zugemischt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch g e k e n n z e i c h n e t , dass, bezogen auf die Traggasgesamtmenge in der Vertikalmühle (2) bis zu 30% Kühlgas (8) in einem oberen Mühlenteil (5) der Vertikalmühle (2) zugeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass als Kühlgas (8) Frischluft zugeführt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass zumindest partiell als Kühlgas ( 8 ) gekühlte Luft zugeführt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass als Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter o (6) 95 C vorgegeben und durch eine geregelte
Zuführung des Kühlgases (8) eingehalten werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass Vertikalmühle ( 2 ) , Sichter ( 6 ) und ein Filter (11) mit Unterdruck beaufschlagt werden und Umgebungsluft als Kühlgas (8) angesaugt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass der Unterdruck durch einen Mühlenventilator (12) mit einer erforderlichen Volumenströmung erzeugt wird, welcher dem Filter (11) nachgeschaltet ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Heißgas (4) mit einer Eintrittstemperatur o o
180 C, beispielsweise um 230 C, der Vertikalmühle (2) zugeführt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Heißgaseintrittstemperatur in die Vertikalmühle ( 2 ) in Abhängigkeit von Menge und Feuchte der Gesamt- oder Einzelkomponenten des Rohmaterials geregelt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass bis zu 70% der Volumenströmung in der Vertikalmühle (2) als Heißgas (4) zugeführt werden.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Gesamtgasmenge der Vertikalmühle ( 2 ) durch Messung nach dem Filter (11) und eine Beaufschlagung des Mühlenventilators (12) geregelt wird.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Kühlgas ( 8 ) mit einer dem aufsteigenden Mahlgut-Gas-Gemisch entsprechenden Drallströmung in den Mahlraum (7) eingeleitet wird.
13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass das Kühlgas (8) über Zuführeinrichtungen (18) im Mühlengehäuse (13), welche im Bereich des oberen Mühlenteils (5) und zwischen Mahlwalzen (15) bzw. zwischen Mahlwalzen (15) und Slavewalzen (16) angeordnet sind, in den Mahlraum (7) eingeleitet wird.
14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Heißgaseintrittstemperatur vor der Vertikalmühle ( 2 ) gemessen und durch einen Heißgaserzeuger (17) und/oder durch eine Gaszuführung aus benachbarten Prozessen und/oder Rückführung des Gases nach dem Mühlenventilator (12) geregelt wird.
15. Vorrichtung zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial, insbesondere von Zementklinker, Schlacke und Zuschlagstoffen, mit einer Vertikalmühle ( 2 ) , einem Sichter ( 6 ) und einer Zuleitung (14) für Heißgas (4), welches über einen Düsenring im unteren Mühlenteil (3) in den Mahlraum (7) gelangt, und mit wenigstens einer Zuführeinrichtung (18) für ein Kühlmedium, mit welchem eine vorgebbare Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter (6) regulierbar ist, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Zuführeinrichtungen (18) für ein Kühlgas (8) als Kühlmedium ausgelegt und oberhalb des Düsenrings angeordnet sind.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Zuführeinrichtungen (18) für das Kühlgas (8) im oberen Mühlenteil (5) und zwischen Mahlwalzen (15) oder zwischen Mahlwalzen (15) und Slavewalzen (16) angeordnet sind.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass als Zuführeinrichtungen (18) Drallkästen angeordnet sind, welche zur geregelten Zuführung des Kühlgases (8) verstellbare Drallklappen aufweisen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass eine Regelstrecke für die Zuführung von Frischluft (8) als Kühlgas vorgesehen ist und die Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter (6) eine Regelgröße ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass ein Zusatzgebläse für die Zuführung der Frischluft (8) angeordnet ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 19, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass oberhalb des Mahltellers Zuführeinrichtungen (19) für Kühlwasser angeordnet sind.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 20, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass eine Regelstrecke für die Eintrittstemperatur des Heißgases ( 4 ) in die Vertikalmühle ( 2 ) vorgesehen ist und die höchste Feuchte einer Rohmaterialkomponente eine Regelgröße ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 21, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass eine Temperaturinesseinrichtung (21) für das Heißgas (4) in der Zuleitung (14) vor der Vertikalmühle (2) angeordnet ist und zur Temperaturregelung mit einem Heißgaserzeuger (17) verbunden ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 22, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Zuleitung (14) für das Heißgas (4) mit einer Rückführleitung (20) für das Heißgas aus dem Mahl- Trocknungsprozess und nach dem Mühlenventilator (12) und/oder mit einer Heißgaszuführung aus benachbarten Prozessen, z.B. von einem Klinkerkühler, verbunden ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 17 bis 23, dadurch g e k e n n z e i c h n e t, dass die Drallklappen der Drallkästen für eine tangentiale Zuführung des Kühlgases ( 8 ) verstellbar sind. |
Verfahren und Vorrichtung zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 15.
Die Erfindung ist insbesondere in der Zementindustrie für die Vermahlung und gleichzeitige Trocknung von Rohmaterialien, wie Zementklinker, Schlacke und Zuschlagstoffen vorgesehen.
Es ist bekannt, dass für derartige Mahl-Trocknungsprozesse Vertikalmühlen mit integriertem oder aufgesetztem Sichter, insbesondere Luftstrom-Wälzmühlen des Loesche-Typs, besonders vorteilhaft geeignet sind. Mahlsysteme mit Vertikalmühlen können im Verbund mit Drehrohröfen betrieben werden, und außerdem können die Ofenabgase aus dem Wärmetauscherund Klinkerkühlerprozess zur Mahltrocknung und zum pneumatischen Transport des Mahlgutes genutzt werden.
In der DE 198 36 323 C2 sind Verfahren und Anlagen zur Herstellung von Zement mit einer Vertikalmühle beschrieben.
Aus der DE-AS 23 61 060 ist neben einer Mahltrocknung von Rohmehl in einer Luftstrom-Wälzmühle eine Kühlungsmahlung von Zementklinker in einer einem Drehrohrofen nachgeschalteten Luftstrom-Wälzmühle bekannt.
Für die Vermahlung von Schlacken und Mischzementen werden vorteilhaft modifizierte Wälzmühlen des Loesche-Systems eingesetzt, welche als 2+2-Walzen-Mühlen oder 3+3-Walzen- Mühlen bezeichnet werden. Bei diesen Vertikalmühlen werden Walzenpaare, bestehend jeweils aus einer Vorverdichtwalze, auch S-Walze ( Slave-roller ) genannt, und einer Mahlwalze, auch M-Walze (Master-roller ) genannt, eingesetzt (EP 0 406 644 Bl) .
Bei der Vermahlung von Rohmaterial, wie Zementklinker, Schlacke und Zuschlagstoffen, weisen die Rohmaterialkompo- nenten unterschiedliche Feuchten und/oder unterschiedliche
Temperaturen auf. Heißer Zementklinker, welcher Temperatur- o en von 120 C und mehr aufweisen kann, steht in Zementwerken zur Vermahlung an, wenn die Kapazität der Drehrohröfen gesteigert wurde und die vorhandene Kapazität der Klinkerkühler nicht ausreicht und/oder wenn die Klinkerlagerung in Silos oder eine Außenlagerung keine ausreichende Nachkühlzeit bis zu der Vermahlung vorsieht, was insbesondere bei der On-line-Produktion vorkommen kann.
Bei der Vermahlung von heißem Zementklinker in Vertikalmühlen mit Schlacke und feuchten Zuschlagstoffen beeinträchtigen sich die benötigten Kühl- und Trocknungsgase in ihrer Funktion als Traggase negativ. Trocknungsgas bzw. Heißgas muss mit einer ausreichend hohen Temperatur und einem Volumen zugeführt werden, so dass der Trocknungsprozess kurzfristig und während der Vermahlung erfolgen kann. Das Kühlgas, insbesondere Frischluft, wird bei entsprechenden Aufgabetemperaturen, insbesondere des Zementklinkers oder der Schlacke, dem Heißgas geregelt zugemischt.
Um die gewünschte Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter zu erreichen, ist es vielfach erforderlich, eine Wassereinspritzung in den Mahlraum, beispielsweise in die Grießeumlaufzone, durchzuführen. Die Nachteile sind ein erhöhter Energiebedarf aufgrund der erforderlichen Kühlwasserverdampfung, eine Beeinträchtigung der Zementqualität und ein erhöhter Verschleiß der Mahlteile sowie ein erhöhter Energiebedarf am Mühlenmotor.
Der Erfindung liegt die A u f g a b e zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung für eine zeitgleiche Vermahlung und Trocknung von heißem und feuchtem Rohmaterial in einer Vertikalmühle zu schaffen, welche eine optimale Durchsatzleistung sowie eine Energieeinsparung und gleichzeitig eine Verbesserung der Produktqualität, insbesondere bei Mischzementen, gewährleisten.
In Bezug auf das Verfahren wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 und in Bezug auf die Vorrichtung durch die Merkmale des Anspruchs 15 gelöst. Zweckmäßige und vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen und in der Figurenbeschreibung enthalten.
Eine Grundidee des erfindungsgemäßen Verfahrens kann darin gesehen werden, eine hohe Mahl-/Trocknungseffizienz zu erreichen, indem das Temperaturniveau des Heißgases, welches der Mühle über den Düsenring bzw. Leitschaufelkranz zugeführt wird, so eingestellt wird, dass Mahl- und Trocknungsgeschwindigkeit zeitgleich sind. Dadurch kann eine mahltechnisch höchste Durchsatzleistung bei geringster elektrischer Leistungsaufnahme der Mühlen-, Sichter- und Gebläsemotoren erreicht werden.
Erfindungsgemäß wird Heißgas mit einer Gaseintrittstemperatur zugeführt, welche neben der Berücksichtigung der Rohmaterialtemperatur maßgeblich von der Feuchte der Rohmaterialkomponente mit der höchsten Feuchte bestimmt wird. Gemäß der Erfindung wird zur Regelung der vorgegebenen Sichter- austrittstemperatur des Gas-Produkt-Gemisches als Kühlmedium ein Kühlgas oberhalb des Düsenrings und getrennt vom Heißgas in die Vertikalmühle eingeleitet und dem Mahlgut- Gas-Gemisch zugemischt.
Eine Wassereinspritzung als Kühlmittel wird durch die Zuführung eines Kühlgases, insbesondere von Frischluft aus der Umgebung, ersetzt, zumindest erheblich reduziert. Damit ist der Vorteil verbunden, dass aufgrund der nicht mehr erforderlichen oder reduzierten Kühlwasserverdampfung eine Einsparung von Heizenergie erreicht wird.
Es ist von Vorteil, dass durch die Aufteilung des Mühlen- gasgesamtvolumens bzw. des Traggases in Heißgas, welches im Mühlenunterteil zugeführt wird, und in Kühlgas, welches im Mühlenoberteil zugeführt wird, die zeitgleiche Mahlung und Trocknung von dem hier zugeführten Heißgas bestimmt wird. Aufgrund der möglichen hohen Gaseintrittstemperaturen im unteren Bereich des Mühlenoberteils wird eine zeitgleiche Mahlung und Rohmaterialtrocknung und damit eine optimale Mühlendurchsatzleistung möglich. Gleichzeitig kann aufgrund des Ersatzes von Kühlwasser durch Kühlgas, insbesondere durch Frischluft bzw. zumindest partiell gekühlte Luft, in einer energietechnisch optimalen Weise die erforderliche
Produkt- und Gastemperatur nach der Mühle, welche vorteil- o haft 95 C sein kann, geregelt werden.
Indem auf eine Kühlwassereinspritzung verzichtet werden kann bzw. nur noch erheblich reduzierte Kühlwassermengen eingespritzt werden, wird eine Einsparung von Heizenergie
und gleichzeitig eine Verbesserung der Produktqualität erreicht. Außerdem ergeben sich Prozessvorteile für nachgeschaltete Anlagenausrüstungen, wie Schlauchfilter und Gebläse.
Es ist zweckmäßig, das Mahlsystem mit Vertikalmühle, Sichter und Filter mit einem Mühlenventilator bzw. Mühlengebläse zu betreiben, welches eine erforderliche Volumenströmung erzeugt. In der Regel wird das Mahlsystem mit Unterdruck betrieben, so dass vorteilhaft Umgebungsluft als Kühlgas im oberen Mühlenbereich angesaugt werden kann.
In Abhängigkeit von der Aufgabetemperatur der Rohmaterial- komponenten und der Feuchte kann es zweckmäßig sein, Heiß- o gas mit einer Eintrittstemperatur 180 C, beispiels- o weise mit einer Temperatur um 230 C, der Vertikalmühle zuzuführen.
Es wurde gefunden, dass eine Aufteilung des Mühlengesamtvolumens bzw. des Traggases derart, dass bis zu 70% der Volumenströmung als Heißgas im Mühlenunterteil und bis zu 30% als Kühlgas, insbesondere Frischluft, im Mühlenoberteil zugeführt werden, vorteilhaft für die Optimierung der Mahl- trocknungseffizienz einer Zementklinker- und Schlackevermahlung sowie zugeführter Zuschlagstoffe ist. Dabei wird die Gesamtgasmenge der Vertikalmühle durch eine Beaufschlagung des Mühlenventilators und Messungen nach dem Filter geregelt.
Zweckmäßigerweise wird das Kühlgas im oberen Mühlenteil mit einer dem aufsteigenden Mahlgut-Gas-Gemisch entsprechenden Drallströmung in den Mahlraum eingeleitet. Bezogen auf die auf dem Mahlteller abrollenden Mahlwalzen und gegebenenfalls vorhandener Slavewalzen ist es zweckmäßig, die Zufüh-
rung des Kühlgases jeweils in einem Bereich zwischen den Mahlwalzen bzw. zwischen einer Mahlwalze und einer Slave- walze anzuordnen.
Es ist außerdem von Vorteil, dass die Eintrittstemperatur des Heißgases vor der Vertikalmühle gemessen und durch einen Heißgaserzeuger und/oder durch eine Gaszuführung aus benachbarten Prozessen, beispielsweise aus einem Klinkerkühler, und/oder durch Rückführung der Abgase nach dem Filter und Mühlenventilator geregelt werden kann.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Vermahlung von heißem und feuchtem Rohmaterial, insbesondere von Zementklinker, Schlacke und Zuschlagstoffen, sieht ein Mahlsystem mit einer Vertikalmühle, einem Sichter und einer Zuleitung für Heißgas sowie mit wenigstens einer Zuführeinrichtung für ein Kühlmedium zur Regulierung einer vorgegebenen Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter vor, wobei die Zuführeinrichtungen für ein Kühlgas, vorzugsweise für Frischluft aus der Umgebung, ausgelegt und oberhalb des Düsenrings und insbesondere im oberen Mühlenteil angeordnet sind.
Zweckmäßigerweise sind als Zuführeinrichtungen Drallkästen vorgesehen, welche zur Regelung der Kühlluftmengen in Abhängigkeit vom Temperatur-Sollwert nach dem Sichter verstellbare Drallklappen aufweisen.
Das Mahlsystem weist nach dem Sichter einen Filter, beispielsweise einen Schlauchfilter, und einen nachgeschalteten Mühlenventilator auf, welcher mit einer relativ hohen Saugleistung einen Unterdruck- bzw. Saugbetrieb in Mühle, Sichter und Filter gewährleistet und vorteilhaft eine Ansaugung von Umgebungsluft in das Mühlenoberteil ermöglicht. Gegebe- nenefalls kann auch ein Zusatzgebläse für die Kühlgaszuführung vorgesehen sein.
Zweckmäßigerweise ist eine Regelstrecke für die Zuführung des Kühlgases vorgesehen, in welcher die Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter eine Regelgröße ist.
In Kombination mit dieser Regelstrecke kann eine zweite Regelstrecke vorteilhaft angeordnet sein, welche die Heißgasmenge und -temperatur in der Vertikalmühle regelt. Regelgrößen können die maximale Feuchte einer Rohmaterialkomponente sowie die Heißgastemperatur in der Zuleitung zur Vertikalmühle sein.
Zweckmäßigerweise sind die Drallklappen der Drallkästen für eine tangentiale Zuführung des Kühlgases eingerichtet, um zu gewährleisten, dass das Kühlgas nahezu die gleiche Strömungsrichtung wie die aufsteigende Mahlgut-Gas-Mischung aufweist.
Die Erfindung wird nachstehend anhand einer Zeichnung weiter erläutert. In dieser zeigen in einer stark schematisierten Darstellung:
Fig. 1 ein Anlagenschema zu einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Fig. 2 eine Draufsicht auf den Mahlteller einer erfindungsgemäßen Vertikalmühle und
Fig. 3 eine Draufsicht auf den Mahlteller einer erfindungsgemäßen 2+2-Walzen-Mühle.
Fig. 1 zeigt ein Mahlsystem mit einer erfindungsgemäßen Vertikalmühle 2, welche hier eine Lufstrom-Wälzmühle des Loesche-Typs ist und einen integrierten Sichter 6 aufweist. In stark schematisierter Weise ist eine Zuführung von
Heißgas 4 über eine Heißgaszuleitung 14 im unteren Mühlenteil 3 sowie eine Zuführung von Kühlgas 8 im oberen Mühlenteil 5 gezeigt. Es erfolgt eine getrennte Zuführung, insbesondere von maximal 70 % Heißgas 4 und maximal 30 % Kühlgas 8, in den Mahlraum 7, und Heißgas 4 und das Kühlgas 8 bilden das Traggas für den Mahl-Trocknungsprozeß.
Das Heißgas 4 wird in bekannter Weise über einen einen Mahlteller im unteren Mühlenteil 3 umgebenden Düsenring bzw. Schaufelkranz (nicht dargestellt) zugeführt und dient der Trocknung der über eine Aufgabeeinrichtung ( nicht dargesellt) zugeführten Rohmaterialien, beispielsweise von Zementklinker, Schlacke und feuchten Zuschlagstoffen (nicht dargestellt) sowie anteilig der pneumatischen Förderung des Mahlgut-Gas-Gemisches in den Sichter 6.
Zur Regelung der Heißgaszuführung ist eine Temperaturmesseinrichtung 21 vor der Vertikalmühle 2 in der Heißgaszuleitung 14 angeordnet, und in Abhängigkeit von Menge, Feuchte und Temperatur der aufgegebenen Rohmaterialkomponenten sowie der vorgegebenen Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter 6 werden Temperatur und Volumen des Heißgases 4 geregelt.
Die Heißgasleitung 14 ist mit einer Rückführleitung 20 für das Abgas aus dem Filter 11, welches der Vertikalmühle 2 mit Sichter 6 nachgeschaltet ist, verbunden, so dass ein Teil des Abgases dem Heißgas 4 aus einem Heißgaserzeuger 17 zugemischt werden kann.
Das der Vertikalmühle 2 aufgegebene Heißgas 4 bildet zusammen mit dem im oberen Mühlenteil 5 zugeführten Kühlgas 8, welches insbesondere Frischluft bzw. Umgebungsluft ist, das
Traggas, mit welchem das Mahlgut in der aufsteigenden Mahlgut-Gas-Mischung zum Sichter 6 und über eine Verbindungsleitung 22 zum Filter 11 gefördert wird.
Ein dem Filter 11 nachgeschalteter Mühlenventilator 12 weist die notwendige Saugleistung auf und sorgt für einen Unterdruck in Vertikalmühle 2, Sichter 6 und Filter 11, so dass in vorteilhafter Weise die für eine vorgegebene Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter 6 erforderliche Kühlluft 8 angesaugt werden kann. Die Kühlluft 8 gelangt über Zuführeinrichtungen 18, welche im oder am Mühlengehäuse 13 des oberen Mühlenteils 5 angeordnet sind, in den Mahlraum 7.
Zur Regelung der Kühlgas-bzw. Frischluftzuführung ist eine Regelstrecke mit einer Temperaturmesseinrichtung 23 nach dem Sichter 6 in der Verbindungsleitung 23 angeordnet .
Um auch bei besonders hohen Eintrittstemperaturen des Rohmaterials, beispielsweise des Zementklinkers, die gewünschte Gas- und Produkttemperatur nach dem Sichter 6 zu gewährleisten, ist eine Kühlwasserzuführung 19 in den Mahlraum 7 vorgesehen. Die regelbare Wassereinspritzung ist jedoch stark reduziert und wird im Wesentlichen durch die Frischluftzuführung im oberen Mühlenteil 5 ersetzt.
Fig. 2 zeigt stark schematisiert die Anordnung von Zuführeinrichtungen 18 für das Kühlgas 8 im oberen Mühlenteil.
Die Zuführeinrichtungen 18 sind hier Drallkästen, deren Drallklappen für eine geregelte tangentiale Zuführung bzw. Drallströmung entsprechend der aufsteigenden Mahlgut-Gas- Strömung im Mahlraum 7 (Fig. 1) angestellt werden können.
Auf einem Mahlteller 10 rollen zwei Mahlwalzen 15 ab, und im Bereich zwischen diesen Mahlwalzen 15 sind zwei Drallkästen 18 als Zuführeinrichtungen für Frischluft 8 im oder am Mühlengehäuse 13 (siehe Fig. 1) angeordnet.
Fig. 3 zeigt stark schematisiert einen Ausschnitt einer 2 + 2 Walzen-Mühle, bei welcher zwei Mahlwalzen 15 und zwei Slavewalzen 16 auf einem Mahlteller 10 abrollen. Zwischen jeder Slavewalze 16 und jeder" Mahlwalze 15 sind im oberen Mühltenteil 5 Zuführeinrichtungen 18 für eine geregelte Zuführung des Kühlgases 8 entsprechend der Drallströmung der aufsteigenden Mahlgut-Gas-Mischung angeordnet.
