MÜLLER, Herbert (12400 Tantallon Court, Pineville, North Carolina 88079, 28134, US)
HANNES, Christian (Roggenzell 15, Wangen, 88239, DE)
MÜLLER, Herbert (12400 Tantallon Court, Pineville, North Carolina 88079, 28134, US)
| Patentansprüche Verfahren zur Erzeugung von Datensätzen (20) zur Webmusterbildung eines Gewebes mit Zusatzschusseffekten, das aus Schussfäden (3), Kettfäden (1 ) und mindestens einem Effektfaden (2) besteht, wobei der Effektfaden (2) Bindungspunkte (P) mit den Schussfäden (3) bildet, die auf der Rückseite der Schussfäden (3) im Gewebe (26) liegen, sowie Kreuzungspunkte (K), die auf der Vorderseite der Schussfäden im Gewebe (26) liegen, wobei das Webmuster von der Art ist, dass Bindungspunkte (P) vorhanden sind, zwischen denen mehrere Kettfäden (1 ) liegen, wobei ein Gewebebereich festgelegt wird , der einen Musterrapport (29) darstellt und der sich in einer Schussrichtung (12) und in einer Kettrichtung des Gewebes (26) erstreckt und wobei die Erzeugung der Datensätze (20) dadurch gekennzeichnet ist, dass für jede Position eines Bindungspunkts (P) im Musterrapport (29) ein Datensatz (20) erzeugt wird, der mehrere Datenwerte aufweist, wobei ein erster Datenwert der Schussfolgenummer (30) aus einer Schussfolgenummer des Schussfadens (3) dieses Bindungspunkts (P) im Musterrapport (29) abgeleitet wird, während ein zweiter Datenwert der Zusatzschusseffekte (DS) aus der Position des betreffenden Bindungspunktes (P) in der Schussrichtung (12) des Musterrapports (29) abgeleitet wird und dass die Datensätze (20) durch weitere vom Webmuster abgeleitete Datenwerte (31 ,32,33,34) ergänzt werden, sodass die Datensätze (20) eine Patrone (28) für das Webmuster bilden und dass diese Datensätze (20) in einem Speichermittel (22) einer Steuereinrichtung (8) einer Webmaschine gespeichert werden. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Patrone (28) Datensätze (20) für solche Bewegungszyklen enthält, in denen keine Bindungspunkte (P) im Musterrapport (29) gebildet werden, wobei diese Datensätze (20) solche Datenwerte für Zusatzschusseffekte (DS) enthalten, die von der Position des nächsten im Musterrapport (29) folgenden Bindungspunktes (P) in Schussrichtung (12) abgeleitet sind. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Datenwert der Zusatzschusseffekte (DS) gleich einem geometrischen Abstand des Bindungspunktes (P) in Schussrichtung (12) von einer in Kettrichtung verlaufenden Referenzlinie (A01 ) im Gewebe (26) ist. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Datenwert der Zusatzschusseffekte (DS) aus der Differenz zweier geometrischen Abstände von Bindungspunkten (P) in Schussrichtung (12) berechnet wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass dem Musterrapport (29) ein Rieteinzug der Kettfäden (1 ) des Gewebes (26) in Rietlücken (14) eines Rietes an einer Webblatteinrichtung (7,7.1 ,10) einer Webmaschine zugeordnet wird und dass eine Rietteilung (TR) des Rietes definiert wird und dass für jede Rietlücke (14) im Musterrapport (29) ein Kennzeichen definiert wird und dass der erste Datenwert gleich einer Schussfolgenummer (30) im Musterrapport (29) ist, während der zweite Datenwert der Zusatzschusseffekte (DS) aus dem Kennzeichen einer Rietlücke (14) abgeleitet wird. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kennzeichen der Rietlücken (14) durch eine auf- oder absteigende Nummernfolge gebildet werden. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Datenwert der Zusatzschusseffekte (DS) eines Datensatzes (20) aus der Differenz zweier Nummern von Rietlücken (14) berechnet wird. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Webmuster Effekte mit mehreren Effektfäden (2) aufweist und dass im Musterrapport (29) für unterschiedliche Effektfäden (2) unterschiedliche Positionen der Bindungspunkte (P) mit dem gleichen Schussfaden (3) vorgesehen werden und dass aus diesen Positionen der zweite und weitere Datenwerte der Zusatzschusseffekte (DS) abgeleitet werden, die in dem jeweiligen Datensatz (20) dem ersten Datenwert der Schussfolgenummer (30) zugeordnet werden. 9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch Ermitteln der Lage des oder der Effektfäden (2) an den Bindungspunkten (P) und an den Kreuzungspunkten (K) im Musterrapport (29) und Hinzufügen eines Datenwertes der Effektbindung (33) zu jedem Datensatz (20), wobei durch diesen Datenwert der Effektbindung (33) beschrieben wird, ob der Effektfaden (2) an diesen Punkten auf der Vorder- oder Rückseite im Gewebe (26) liegt. 10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze (20) durch Datenwerte der Auswahl Schussfadenart (31 ) für jeden Schussfaden (3) im Musterrapport (29) ergänzt wird. 1 1. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass für das Webmuster ein Einzug von Gruppen von Kettfäden (1 ) in Fachbildemittel (4) sowie die Lage der im jeweiligen Fachbildemittel (4) eingezogenen Gruppe von Kettfäden (1 ) auf der Vorderseite oder auf der Rückseite des jeweiligen Schussfadens (3) im Musterrapport (29) ermittelt wird und dass Datenwerte der Grundbindung (32) zwischen Kettfäden (1 ) und Schussfäden (3) definiert werden und dass die Datensätze (20) mit den Datenwerten der Grundbindung (32) ergänzt werden. 12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Patronen (28) mit weiteren Datenwerten, die das Gewebe (26) und die zugehörigen Einstellungen der Webmaschine betreffen, zu einem Artikeldatensatz zusammengefasst werden. 13. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze (20) auf einem wechselbaren Speichermedium in einem beliebigen Datenformat gespeichert werden. 14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze (20) mit Hilfe eines Computerprogramms an einem Computerbildschirm graphisch oder tabellarisch dargestellt werden. 15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze (20) mit Hilfe eines Computerprogramms durch interaktive Eingabe von graphischen Symbolen oder alphanumerischen Zeichen in graphisch dargestellte Rasterfelder (25) einer Effektrasterfläche (24) und in graphisch dargestellte Datenfelder oder Rasterfelder einer Patrone (28) an einem Computerbildschirm erzeugt werden. 16. Webmaschine mit einem Führungsmittel (1 1 ) für einen Effektfaden (2), das mit einer Verschiebeeinrichtung (5) und einem Verschiebeantrieb (6) derartig verbunden ist, dass der Effektfaden (2) zusammen mit dem Führungsmittels (1 1 ) in einer Schussrichtung (12) um einen von einem Webmuster vorgegebenen Verschiebeweg (A) verschiebbar ist und mit Einrichtungen zur webmusterabhängigen vertikalen Bewegung des Führungsmittels (1 1 ) sowie mit einer Webblatteinrichtung (10,7,7.1 ) zum Anschlagen des Schussfadens (3) an einen Geweberand (13) mittels einer Anschlagbewegung (15 - 15.1 ), die zwei Endpositionen aufweist, wobei die Webblatteinrichtung (10, 7,7.1 ) Webblattzähne (7) aufweist, die einseitig nach oben offene erste und weitere Rietlücken (14) derartig bilden, dass der Effektfaden (2) in diese Rietlücken (14) ein- und austauchen kann und mit einer Steuereinrichtung (8) mit Eingabemitteln (21 ) und mit Speichermitteln (22), die mit der Steuereinrichtung (8) sowie mit dem Verschiebeantrieb (6) Signal übertragend verbunden sind, wobei im Speichermittel Datensätze (20) gespeichert sind und wobei ein Computerprogramm in der Steuereinrichtung (8) vorhanden ist, mit dem einem jeden Bewegungszyklus der Webmaschine ein im Speichermittel gespeicherter Datensatz (20) zuordenbar ist und wobei mit dem Computerprogramm der in diesem Bewegungszyklus auszuführende Verschiebeweg (A) aus einem Datensatz (20) berechenbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Datensätze (20) mit einem Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 15 erzeugt wurden. 17. Webmaschine nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur vertikalen Bewegung des Führungsmittels (1 1 ) derartig ausgebildet ist, dass die Verschiebeeinrichtung (5) und der Verschiebeantrieb (6) mit einem Fachbildemittel (4) verbunden sind, welches durch eine Fachbildemaschine (23) antreibbar ist, die mit der Steuereinrichtung (8) Signal übertragend verbunden ist und dass das Führungsmittel (1 1 ) über das Fachbildemittel (4) in Abhängigkeit von Datenwerten der Effektbindung (33) des Datensatzes (20) innerhalb eines Bewegungszyklus oberhalb oder unterhalb eines einzutragenden Schussfadens (3) positionierbar ist. 18. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Gruppen von Kettfäden (1 ) und Fachbildemittel (4) zur Bildung eines von den Kettfäden (1 ) begrenzten Webfachs (1.1 , 1.2) gemäß einer Grundbindung vorhanden sind, wobei das Führungsmittel (1 1 ) in einer Ebene verschiebbar und vertikal bewegbar ist, die zwischen den Fachbildemittel (4) und derjenigen Endposition der Anschlagbewegung (15 - 15.1 ) liegt, die diesen Fachbildemitteln (4) näher ist. 19. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Führungsmitteln (1 1 ) vorhanden sind, denen jeweils eine eigene Verschiebeeinrichtung (5) und ein eigener Verschiebeantrieb (6) zugeordnet sind. 20. Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 18 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildemittel (4) zur Bildung eines Webfachs gemäß einer Grundbindung durch eine Fachbildemaschine (23) antreibbar sind, die mit der Steuereinrichtung (8) Signal übertragend verbunden ist und dass die Gruppen von Kettfäden (1 ) über diese Fachbildemittel (4) in Abhängigkeit von den Datenwerten der Grundbindung (32) des Datensatzes (20) im Oberfach (1 .1 ) oder im Unterfach (1 .2) positionierbar sind. 21 . Webmaschine nach einem oder mehreren der Ansprüche 16 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswahleinrichtung für die Schussfadenart (19) vorhanden ist, die mit der Steuereinrichtung (8) Signal übertragend verbunden ist und dass über die Auswahleinrichtung (19) in Abhängigkeit von den Datenwerten der Schussfadenart (31 ) des Datensatzes (20) für jeden Bewegungszyklus eine Schussfadenart auswählbar ist. |
Zusatzschusseffekten
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erzeugung von Datensätzen zur Webmusterbildung bei Geweben mit Zusatzschusseffekten sowie eine Webmaschine mit Mitteln zur Eingabe, Anzeige, Speicherung und Verarbeitung derartiger Datensätze. Bei Webmaschinen ist es im Stand der Technik bekannt, zusätzliche Fäden, die in im Wesentlichen in Kettrichtung verlaufen, derartig an der Gewebebindung zu beteiligen, dass bestimmte Zusatzschusseffekte erzielt werden. Zu diesem Zweck werden diese Effektfäden vor dem Eintrag eines Schussfadens für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine in Schussrichtung in eine andere Position gebracht.
Ein Verfahren und eine Webmaschine zur Herstellung von Geweben mit derartigen Zusatzschusseffekten zeigt zum Beispiel die bislang unveröffentlichte Patentanmeldung DE 10 2010 007 048.3-26. Das Verfahren gemäß DE 10 2010 007 048.3-26. ist dadurch gekennzeichnet, dass ein Effektfaden oberhalb des einzutragenden
Schussfadens positioniert wird und dabei in vertikaler Richtung aus einer von
Webblattzähnen gebildeten einseitig nach oben offenen Rietlücke austaucht. Nach einer Verschiebung des Effektfadens in Schussrichtung wird dieser unterhalb eines nächsten einzutragenden Schussfadens positioniert und taucht dabei in eine andere gleichartig gebildete Rietlücke ein.
Um den Bewegungsablauf gemäß dem beschriebenen Verfahren zu erzeugen, wird ein Führungsmittel des Effektfadens in vertikaler Richtung und in der Schussrichtung in einer Ebene bewegt, die zwischen den Fachbildemitteln und einer Webblatteinrichtung liegt. Durch das Austauchen bzw. Eintauchen der Effektfaden ist es möglich, den Effektfaden in der Position oberhalb des einzutragenden Schussfadens sogar über mehrere Rietlücken - und damit über ein oder mehrere Kettfäden hinweg - in
Schussrichtung zu verschieben.
Die Webmaschine gemäß DE 10 2010 007 048.3-26 enthält einen Verschiebeantrieb, der in Schussrichtung eine Verschiebeeinrichtung antreibt, an der mindestens ein Führungsmittel vorgesehen ist, mit dem ein Effektfaden in der Schussrichtung verschoben und vertikal positioniert werden kann. Dabei sind über den
Verschiebeantrieb verschiedene Verschiebewege des Effektfadens in der
Schussrichtung für verschiedene Bewegungszyklen der Webmaschine vorgebbar. Als ein Bewegungszyklus einer Webmaschine wird im Üblichen der Bewegungsablauf bezeichnet, der von einem Anschlag einer Webblatteinrichtung an einen Geweberand bis zum nächsten derartigen Anschlag ausgeführt wird.
Ein weiterer in der DE 10 2010 007 048.3-26 offenbarter Aspekt besteht darin, dass für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine mittels einer mechanischen oder einer elektronischen Bindungspatrone vorgegeben werden kann, ob sich das Führungsmittel mit dem Effektfaden während des Schusseintrags oberhalb (im Oberfach) oder unterhalb (im Unterfach) des einzutragenden Schussfadens befindet. Die vertikale Positionierung des Führungsmittels mit dem Effektfaden wird dabei von einem
Fachbildemittel abgeleitet, das über Fachbildeantriebe mit einer Fachbildemaschine in Verbindung steht.
Dem Fachmann ist bekannt, wie eine Bindungspatrone für Webmuster in den üblichen Grundbindungen zu entwerfen ist. Dabei wird im einfachsten Fall ein Musterrapport einer Gewebefläche als Bindungsrasterfläche definiert und ggf. graphisch dargestellt. Der Musterrapport wird durch einen Teilbereich des Webmusters bestimmt, der innerhalb des gesamten Gewebes wiederholt vorkommt. Um das Webmuster innerhalb der Bindungsrasterfläche darzustellen, werden stellvertretend für jeden Kreuzungspunkt zwischen Kett- und Schussfäden Bindungsrasterfelder gefüllt oder nicht gefüllt, je nachdem ob der betreffende Kettfaden am Kreuzungspunkt oberhalb oder unterhalb des Schussfadens im Gewebe liegt. Bekannt ist auch, auf Basis einer derartig definierten Bindungspatrone, eine Lochkarte für die Steuerung mechanischer
Fachbildemaschinen zu erstellen. In modernen Webmaschinen arbeiten überwiegend elektronische Fachbildemaschinen, für deren Ansteuerung es üblich ist, die
Bindungspatrone mit Hilfe eines Computerprogramms graphisch an einem
Computerbildschirm zu erzeugen, in eine Sammlung von elektronisch verarbeitbaren Datensätzen umzuwandeln und entweder in einem Speichermittel der Steuereinrichtung an einer Webmaschine oder auf einem externen Speichermedium zu speichern. Diese Datensätze einer Bindungspatrone werden in der Steuereinrichtung einer Webmaschine durch ein weiteres Computerprogramm in Steuerbefehle an die Einrichtungen der Webmaschine zur Webmusterbildung umgewandelt. Üblich ist auch, derartige elektronische Bindungspatronen in Form von Datensätzen um weitere elektronisch verarbeitbare Angaben bzw. Informationen für die Steuerung der Webmaschine zu ergänzen. Dadurch entsteht eine Patrone mit Datensätzen für die Ansteuerung der Webmaschine zur Herstellung eines bestimmten Gewebes.
Die Darstellung der Webmusterbildung an einer Webmaschine mit
Zusatzschusseffekten zeigt das Fachbuch„Die Weberei", E. Gräbner, 13.Auflage, Leipzig 1953. Auf den Seiten 232 - 233 wird die Erzeugung von brochierähnlichen Zusatzschusseffekten mit Hilfe von Nadelstäben beschrieben. Hierbei befinden sich die Führungsmittel (Nadeln) für Effektfäden jedoch zwischen den beiden Endpositionen einer Anschlagbewegung der Webblattzähne und die Webblattzähne bilden auch keine nach oben offenen Rietlücken, in die der Effektfaden ein- bzw. austaucht. Die
Verschiebung der Nadeln in Schussrichtung wird an einer solchen Webmaschine von mechanischen Stiftkarten abgeleitet, die Stifte mit unter-schiedlicher Länge aufweisen. Die angegebene Literaturstelle offenbart eine Arbeitshilfe, die zur Ermittlung der Stiftlängen und Stiftfolgen in einem Musterrapport geeignet sein soll.
Im Stand der Technik ist nicht offenbart, wie eine Patrone für Gewebe mit
Zusatzschusseffekten zu erzeugen ist, die neben den Bindungsdaten auch noch Datensätze zur Ansteuerung von Führungsmitteln für die Effektfäden in Schussrichtung und vertikal enthält.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zur Erzeugung von
Datensätzen für die Webmusterbildung einer Webmaschine mit Zusatzschusseffekten zu schaffen. Weiterhin soll eine Webmaschine mit Einrichtungen zum Umsetzen derartiger Datensätze in ein Webmuster zur Verfügung gestellt werden.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs sowie mit einer Webmaschine mit den Merkmalen der Unteransprüche gelöst.
Die Webmusterbildung an einer Webmaschine mit Zusatzschusseffekten wird mittels Datensätzen gesteuert, die zuvor vom Webmuster eines Gewebes mit
Zusatzschusseffekten abgeleitet werden. Das Gewebe besteht dabei aus Schussfäden, Kettfäden und mindestens einem Effektfaden, der Kreuzungspunkte mit den
Schussfäden bildet, die auf der Rückseite oder auf der Vorderseite der Schussfäden im Gewebe liegen. Die Kreuzungspunkte, die auf der Rückseite der Schussfäden im Gewebe liegen, werden in der vorliegenden Patentanmeldung als Bindungspunkte bezeichnet, während für die Kreuzungspunkte, die auf der Vorderseite liegen, der Begriff Kreuzungspunkte bei behalten wird.
Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung verwendeten Webmuster mit
Zusatzschusseffekten sind hierbei von der Art, dass mehrere derartiger Bindungspunkte vorhanden sind, zwischen denen mehrere Kettfäden im Gewebe liegen. Das bedeutet, dass der Effektfaden diagonal über mehrere Kettfäden hinweg verläuft, bevor er erneut mit einem Schussfaden abgebunden wird. Die Erzeugung der Datensätze erfolgt mit folgenden Verfahrensschritten:
- Festlegen eine Gewebebereichs, der einen Musterrapport darstellt und der sich in einer Schussrichtung und in einer Kettrichtung des Gewebes erstreckt;
- Erzeugung von Datensätzen, indem für jede Position eines Bindungspunkts im Musterrapport ein Datensatz erzeugt wird, der mehrere Datenwerte aufweist. Dabei wird ein erster Datenwert aus einer Schussfolgenummer des Schussfadens dieses Bindungspunkts im Musterrapport abgeleitet, während ein zweiter Datenwert aus der Position des betreffenden Bindungspunktes in der Schussrichtung des Musterrapports abgeleitet wird;
- Ergänzen dieser Datensätze durch weitere vom Webmuster abgeleitete Datenwerte, sodass die Datensätze eine Patrone für das Webmuster bilden
- Speichern dieser Datensätze in einem Speichermittel einer Steuereinrichtung einer Webmaschine.
Die Definition erster und zweiter Datenwert legt hierbei keine zwingende physikalische Reihenfolge von Datenwerten fest. Der erste Datenwert wird im Rahmen dieser Patentanmeldung als Datenwert der Schussfolgenummer bezeichnet, während der zweite Datenwert als Datenwert der Zusatzschusseffekte bezeichnet wird.
Damit für die Ausführung der Verschiebebewegung auch bei schnell laufenden
Webmaschinen genügend Zeit zur Verfügung steht, werden in einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens die Datenwerte der
Zusatzschusseffekte bereits in Datensätzen davor liegender Bewegungszyklen erzeugt und gespeichert, auch wenn in diesen Bewegungszyklen kein Bindungspunkt gebildet wird. Vorteilhaft ist es, wenn der Datenwert der Zusatzschusseffekte gleich einem
geometrischen Abstand des Bindungspunktes in Schussrichtung von einer in
Kettrichtung verlaufenden Referenzlinie im Gewebe ist. Diese Referenzlinie kann der Geweberand oder der Rand des Musterrapports oder eine beliebige vom Bediener festgelegte z.B. an einem Kettfaden entlang laufende Linie sein. Diese Festlegung führt zu einer absoluten Adressierung der Position der Bindungspunkte im Gewebe oder im Musterrapport.
Es ist aber auch eine Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens möglich, bei der die Position der Bindungspunkte jeweils in Bezug auf die Position des im Musterrapport vorhergehenden Bindungspunktes angegeben wird. Der Datenwert der
Zusatzschusseffekte wird hierbei aus der Differenz zweier geometrischen Abstände von Bindungspunkten in Schussrichtung berechnet. Neben der Ableitung des Datenwertes der Zusatzschusseffekte aus geometrischen Abständen wird eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens
vorgeschlagen. Diese basiert darauf, dass dem Musterrapport ein Rieteinzug der Kettfäden des Gewebes in Rietlücken eines Rietes an einer Webblatteinrichtung einer Webmaschine zugeordnet wird. Weiterhin wird eine Rietteilung des Rietes ermittelt. Diese wird durch den geometrischen Abstand zwischen zwei Rietlücken bestimmt. Wenn zum Beispiel die Kettfäden des Musterrapports in 100 Rietlücken eingezogen sind und wenn die Breite des Musterrapports im Riet 100 mm beträgt, so ergibt sich eine Rietteilung von 100 mm / 100 = 1 mm von einer Rietlücke zur nächsten. Der Musterrapport kann nun in Schussrichtung in Spalten eines Rasters unterteilt werden, die im hier angenommen Beispiel 1 mm breit sind. Jede dieser Spalten entspricht der Position einer Rietlücke beim Bilden des Webmusters auf einer Webmaschine. Wird nun jeder Rietlücke ein Kennzeichen zugeordnet, zum Beispiel auf Basis einer auf- oder absteigenden Nummernfolge, kann die Position eines Bindungspunktes im
Musterrapport in Bezug zum Kennzeichen einer Rietlücke gesetzt werden. Der
Datenwert der Zusatzschusseffekte wird aus diesem Kennzeichen einer Rietlücke abgeleitet. Dieses Verfahren hat Vorteile bei der Verwendung von erfindungsgemäß erzeugten Datensätzen an einer Webmaschine, bei der die Effektfäden zum Bilden eines Bindungspunkts mit einem Schussfaden in eine Rietlücke eintauchen. Auch in diesem Fall ist an Stelle einer absoluten Adressierung der Position der
Bindungspunkte eine relative Adressierung bzw. Erzeugung von Datenwerten der Zusatzschusseffekte möglich. Diese ergeben sich dabei aus der Differenz zwischen der Nummer der aktuellen Rietlücke und der Nummer einer zweiten Rietlücke, z.B. der Nummer, die die Position des im Musterrapport davor liegenden Bindungspunkts beschreibt. Es kann für die Differenzbildung jedoch auch die Nummer einer zuvor festgelegten Referenzrietlücke verwendet werden, die für alle Bindungspunkte eines Effektfadens im Musterrapport gleich ist. Wenn mehrere Effektfäden mit unterschiedlichen Bindungspunkten an der
Webmusterbildung innerhalb eines Musterrapports beteiligt sind, wird eine weitere vorteilhafte Abwandlung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagen.
Dabei werden im Musterrapport die unterschiedlichen Positionen der Bindungspunkte für unterschiedliche Effektfäden mit dem gleichen Schussfaden ermittelt. Aus diesen Positionen werden unter Anwendung von zuvor beschriebenen Verfahrensschritten ein zweiter und weitere Datenwerte für Zusatzschusseffekte abgeleitet und im jeweiligen Datensatz dem Datenwert der Schussfolgenummer zugeordnet. Dies ist allerdings nur notwendig, wenn mehrer Effektfäden Zusatzschusseffekte bilden, deren Konturen nicht parallel zueinander verlaufen. Das bedeutet, dass die Führungsmittel der Effektfäden unabhängig voneinander antreibbar sein müssen.
Wenn mehrere Effektfäden an der Webmusterbildung innerhalb eines Musterrapports beteiligt sind, kann für jeden Effektfaden auch eine eigene Referenzlinie oder eine eigene Referenzrietlücke festgelegt werden.
Die Angaben zur Lage der Referenzlinien oder Referenzrietlücken im Musterrapport oder im Gewebe müssen jedoch dann der Summe aller Datensätzen eines
Musterrapports hinzugefügt werden, damit in der Webmaschine aus diesen Angaben die notwendigen Steuerbefehle für die Musterbildung berechnet werden können. Das Webmuster der hier verwendeten Gewebe wird durch die Position der
Bindungspunkte des Effektfadens mit den Schussfäden im Gewebe auf der Rückseite, also unterhalb der Schussfäden bestimmt. Die Lage der Kreuzungspunkte auf der Vorderseite, also oberhalb der Schussfäden ergibt sich durch den Verlauf des
Effektfadens zwischen zwei Bindungspunkten.
Die Verschiebung des Effektfadens in Schussrichtung von einem zum nächsten Bindungspunkt kann im Webprozess bei einer erfindungsgemäßen Webmaschine nur dann erfolgen, wenn der Effektfaden sich dabei oberhalb der Kettfäden befindet. Dies ist dann der Fall, wenn der Effektfaden aus einer Rietlücke ausgetaucht ist. Die
Verschiebeeinrichtung der Webmaschine muss die Rietlücke anfahren, in die der Effektfaden als nächstes eintaucht, um unterhalb des nächsten einzutragenden
Schussfaden zu liegen zu kommen. Das heißt, die Abwärtsbewegung des Effektfadens kann erst einsetzen, wenn dieser in der Position des nächsten Bindungspunktes ist.
Eine vorteilhafte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens erfolgt durch Ermitteln der Lage des oder der Effektfäden an den Bindungspunkten und an den Kreuzungspunkten im Musterrapport. Für jeden Effektfaden wird ein Datenwert der Effektbindung zum Datensatz hinzugefügt, wobei durch diesen Datenwert die Lage des Effektfadens an diesem Bindungs- oder Kreuzungspunktes aus Sicht des Betrachters auf der Vorderseite oder auf der Rückseite des Gewebes, das heißt oberhalb oder unterhalb des jeweiligen Schussfadens beschrieben wird. Dabei ist zu beachten, dass auch für Bewegungszyklen, in denen kein Schussfaden eingetragen werden soll, die Lage des Effektfadens im jeweiligen Bewegungszyklus auf der Vorder- oder auf der
Rückseite des Gewebes festzulegen ist, obwohl hier keine echten Kreuzungspunkte mit einem Schussfaden gebildet werden.
Dieser Datenwert der Effektbindung wird in der Webmaschine verwendet, um die Antriebe für die vertikale Position des Führungsmittels des Effektfadens anzusteuern.
Schließlich sieht eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens vor, dass jeder Datensatz mit weiteren vom Webmuster abgeleiteten Datenwerten derartig ergänzt wird, dass die Datensätze eine Patrone für das
Webmuster bilden.
Derartige zu ergänzende Datenwerte sind von einem fachkundigen Bediener, der die Datensätze für das Webmuster erzeugt, entsprechend den Anforderungen, die das Gewebe und die Webmaschine stellen, festzulegen. Das können zum Beispiel
Datenwerte sein, die durch die Auswahl der Schussfarbe bzw. der Schussfadenart für jeden Schussfaden im Musterrapport bestimmt werden. Diese werden im Folgenden als Datenwerte der Auswahl Schussfadenart bezeichnet.
Im Fall der Verwendung einer elektronisch gesteuerten Fachbildemaschine ist es sinnvoll, die Patrone eines Webmusters mit Zusatzschusseffekten durch die Angaben zur Fachbildung für die Grundbindung zwischen Kett- und Schussfäden des Gewebes, das heißt durch eine Bindungspatrone zu ergänzen. Dabei werden in der im Stand der Technik bekannten Art und Weise Fachbildemittel nummeriert und ein Einzug von Gruppen von Kettfäden in die Fachbildemittel definiert, die Positionen der im jeweiligen Fachbildemittel eingezogenen Gruppen von Kettfäden oberhalb, das heißt auf der
Vorderseite - oder unterhalb, das heißt auf der Rückseite des jeweiligen Schussfadens im Musterrapport ermittelt und in der Bindungspatrone dargestellt. Die zumeist graphisch dargestellte Bindungspatrone wird in elektronisch verarbeitbare
alphanumerische Datenwerte der Grundbindung umgewandelt, die in den Datensätzen einer Patrone ergänzt werden.
Die Datensätze für einen Musterrapport enthalten Angaben für einen kleinen Ausschnitt des Gewebes, dessen Webmuster sich jedoch auf der größeren Gesamtfläche einer Gewebebahn im Allgemeinen vielfach wiederholt. Für diese Wiederholungen des Musterrapports werden ggf. zusätzliche Datenwerte in den Datensätzen ergänzt. Es ist üblich, diese Datenwerte als diejenige Anzahl von Bewegungszyklen der Webmaschine einzugeben, nach der sich das Webmuster des Musterrapports wiederholt. Bei Mustern mit Zusatzschusseffekten, die sich über die Breite des Gewebes in Schussrichtung wiederholen, sind ggf. zusätzliche Angaben vorzusehen. Das kann zum Beispiel die Anzahl von geometrischen Einheiten oder Rietlücken sein, nach der sich in
Schussrichtung ein Zusatzschusseffekt wiederholen soll.
Schließlich ist es vorteilhaft, eine oder mehrere Patronen mit weiteren Datenwerten, die das Gewebe und die zugehörigen Einstellungen der Webmaschine betreffen, zu einem Satz von Artikeldaten zusammen zu fassen. Das können Datenwerte für
Zusatzfunktionen sein wie zum Beispiel Angaben zu den Kettspannungen und zur Drehzahl. Aber auch Angaben zur Einzugsbreite im Riet, zur Rietteilung und zur Lage von ggf. zuvor definierten Referenzlinien oder Referenzrietlücken für die Zusatzschusseffekte in Bezug auf die Position der Verschiebeeinrichtungen für die Führungsmittel in der Webmaschine können in den Artikeldaten angegeben werden. Diese Artikeldaten sind von einem fachkundigen Bediener, der die Datensätze für das Webmuster erzeugt, entsprechend den Anforderungen, die das Gewebe und die Webmaschine stellen, festzulegen.
Im Rahmen des Verfahrens ist es schließlich vorteilhaft, wenn die Patrone graphisch oder tabellarisch dargestellt wird. Diese graphische Darstellung erfolgt zum Beispiel in Anlehnung an die bekannte Darstellung einer Bindungspatrone für ein Webmuster in Reihen und Spalten einer oder mehrerer Rasterflächen, wobei die Rasterfelder dieser Rasterflächen graphisch oder alphanumerisch mit Informationen gefüllt werden, die von den erfindungsgemäß erzeugten Datensätzen abgeleitet werden. Die Darstellung kann vom Bediener zeichnerisch auf einem Blatt Papier erfolgen. In einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird jedoch die Erzeugung und Darstellung der Datensätze mit Hilfe eines Computerprogramms ausgeführt, das an einem Computerbildschirm die interaktive Ein- und Ausgabe von graphischen Symbolen oder alphanumerischen Zeichen in Datenfelder, zum Beispiel in Bindungsrasterfelder einer graphisch dargestellten Bindungspatrone erlaubt. Eine derartige interaktive Ein- und Ausgabe erfolgt in der bei der Bedienung von derartigen Computerprogrammen geläufigen Art und Weise über die Auswahl von Daten- oder Bindungsrasterfeldern am Computerbildschirm mittels eines Cursors und mit Eingabebefehlen per Mausklick oder über die Tastatur in diese Daten- oder Bindungsrasterfelder.
Für die Erzeugung der Datensätze aus den vorgesehenen Positionen der
Bindungspunkte im Musterrapport kann außerdem die Bildung eines graphisch darstellbaren Effektrasters auf der Fläche des Musterrapports hilfreich sein. Diese Effektrasterbildung geht dabei in folgenden Schritten vor sich:
Definition einer Effektrasterfläche, die auf der Fläche des Musterrapports in der Schuss- und in der Kettrichtung mittels schachbrettartig angeordneter Rasterfelder
derartig gestaltet wird, dass
- Rasterreihen entstehen, die in der Kettrichtung aufeinander folgen, wobei die
Rasterreihen mit den Schussfolgenummern im Musterrapport gekennzeichnet werden; - Rasterspalten entstehen, die in der Schussrichtung aufeinander folgen, wobei die Anzahl der Rasterspalten aus einer vorgegeben Rasterteilung in der
Schussrichtung und der Breite des Musterrapports in Schussrichtung errechnet wird;
- Definition eines eindeutigen Kennzeichens für jede Rasterspalte als Vielfaches einer geometrischen Einheit oder als Nummer einer Rietlücke.
Sodann werden für das gewünschte Webmuster mit Zusatzschusseffekt
Bindungspunkte in der Rasterfläche des Musterrapports festgelegt. Aus der Position eines Bindungspunktes im Effektraster lassen sich die ersten und zweiten Datenwerte der zugehörigen Datensätze ableiten. Dies geschieht dadurch, dass das Kennzeichen der Rasterreihe und das Kennzeichen der Rasterspalte ausgewertet werden, in der das Rasterfeld liegt, in dem sich der jeweilige Bindungspunkt befindet.
Die Schussfolgenummern, mit der die Rasterreihen gekennzeichnet sind, entsprechen der Anzahl von Bewegungszyklen, die von der Webmaschine bei der Gewebebildung des Musterrapports ausgeführt werden. Die Schussfolgenummern sind nur dann identisch mit den Nummern von Schussfäden, die im Musterrapport des Gewebes tatsächlich vorhanden sind, wenn bei der Webmusterbildung keine Bewegungszyklen ohne Schusseintrag (Leerschüsse) vorgesehen sind.
Ein erster Datenwert wird nun aus dem Kennzeichen der Rasterreihe des
Bindungspunktes im Effektraster, also aus der betreffenden Schussfolgenummer im Musterrapport abgeleitet, während ein Datenwert der Zusatzschusseffekte aus dem jeweils ermittelten Kennzeichen der Rasterspalte abgeleitet wird.
Für die Darstellung einer solchen Effektrasterfläche und für die Ableitung der
Datensätze aus den Positionen der Bindungspunkte in dieser Effektrasterfläche ist die Verwendung einer erweiterten Ausführung des bereits erwähnten Computerprogramms vorgesehen. Dabei werden die Anzahl von Rasterreihen und Rasterspalten bzw. einer Rasterteilung des Effektrasters durch Eingaben des Bediener festgelegt. An einem Computerbildschirm werden dann über interaktive Ein- und Ausgabe von graphischen Symbolen oder alphanumerischen Zeichen in den Rasterfeldern die Symbole für die Positionen von Bindungspunkten im Effektraster erzeugt und daraus gemäß einer oder mehrerer Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens die Datensätze einer Patrone für das Webmuster erzeugt. Nach Erzeugung der Datensätze erfolgt mit Hilfe eines Computerprogramms auch eine ggf. gewünschte Umwandlung der alphanumerischen Datensätze in ein definiertes Datenformat, das von der Steuereinrichtung einer Webmaschine zur Webmusterbildung verarbeitbar ist. Hier können ggf. auch noch zusätzliche Datensatzkennungen ergänzt werden, die für die elektronische Verarbeitung erforderlich sind.
Die erzeugten Datensätze und ggf. die Artikeldaten werden in einer weiteren
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens auf einem wechselbaren
Speichermedium gespeichert. Das kann zum Beispiel eine Diskette oder ein USB-Stick oder eine CD -Datenträgerscheibe sein.
Bei Erzeugung der Datensätze mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens direkt an der Webmaschine erfolgt die Speicherung in einem Speichermittel einer
Steuereinrichtung der Webmaschine. Eine Webmaschine gemäß der vorliegenden Erfindung enthält mindestens ein
Führungsmittel für einen Effektfaden, das mit einer Verschiebeeinrichtung und einem Verschiebeantrieb verbunden ist. Dadurch ist der Effektfaden zusammen mit dem Führungsmittels in einer Schussrichtung um einen von einem Webmuster
vorgegebenen Verschiebeweg verschiebbar. Dem Fachmann ist geläufig, dass mit Schussrichtung beide einander entgegen gesetzte, parallel zum Schusseintrag verlaufende Richtungen an der Webmaschine gemeint sind.
An der erfindungsgemäßen Webmaschine sind weiterhin Einrichtungen zur
webmusterabhängigen vertikalen Bewegung des Führungsmittels vorhanden sowie eine Webblatteinrichtung zum Anschlagen des Schussfadens an einen Geweberand mittels einer Anschlagbewegung, die zwei Endpositionen aufweist. Die Webblatteinrichtung weist Webblattzähne auf, die einseitig nach oben offene erste und weitere Rietlücken derartig bilden, dass der Effektfaden in diese Rietlücken ein- und austauchen kann. Schließlich ist die Webmaschine mit einer Steuereinrichtung, mit Eingabemitteln und mit Speichermitteln ausgerüstet, die mit der Steuereinrichtung sowie mit dem
Verschiebeantrieb Signal übertragend verbunden sind. Weiterhin ist vorgesehen, dass ein Computerprogramm in der Steuereinrichtung vorhanden ist, mit dem einem jedem Bewegungszyklus der Webmaschine ein im Speichermittel gespeicherter Datensatz zuordenbar ist und mit dem der jeweilige Verschiebeweg aus dem zugeordneten Datensatz berechenbar ist. An der erfindungsgemäßen Webmaschine werden für diesen Vorgang solche Datensätze verwendet, die mit dem weiter oben beschriebenen erfindungsgemäßen Verfahren erzeugt wurden. Die Datensätze können zum Beispiel über die Eingabemittel der Webmaschine mit Hilfe eines Computerprogramms gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugt, an einem Bildschirm dargestellt und im Speichermittel der Steuereinrichtung gespeichert werden. Die Eingabemittel bestehen an modernen Webmaschinen aus Computerbildschirm, Tastatur und ggf. Einlesemitteln für wechselbare Speichermedien, wobei der Computerbildschirm dem Bediener meist erlaubt, Datenfelder direkt mit dem Finger einer Hand auszuwählen. Im Rahmen der Erfindung ist auch möglich, Datensätze auf einem externen Computer mit Hilfe des erfindungsgemäßen Verfahrens zu erzeugen, auf einem wechselbaren
Speichermedium zu speichern und über Einlesemittel in die Speichermittel der Webmaschine einzulesen.
An einer Webmaschine sind Kettfäden und Fachbildemittel zur Bildung eines von den Kettfäden begrenzten Webfachs vorhanden. Die Fachbildemittel werden für die Erzeugung einer Grundbindung zwischen Kett- und Schussfäden von einer
Fachbildemaschine angetrieben
Es ist nun vorteilhaft die Einrichtung zur vertikalen Bewegung des Führungsmittels derartig auszubilden, dass die Verschiebeeinrichtung und der Verschiebeantrieb mit einem Fachbildemittel verbunden sind, welches durch eine Fachbildemaschine antreibbar ist, die mit der Steuereinrichtung Signal übertragend verbunden ist. Das Führungsmittel ist über das Fachbildemittel in Abhängigkeit von den Daten des Datensatzes innerhalb eines Bewegungszyklus oberhalb oder unterhalb eines einzutragenden Schussfadens positionierbar.
Eine Ausgestaltung der Webmaschine gemäß der Erfindung sieht vor, dass das Führungsmittel für den oder die Effektfäden in einer Ebene verschiebbar und vertikal bewegbar ist, die zwischen den Fachbildemitteln und derjenigen Endposition der
Anschlagbewegung liegt, die den Fachbildemitteln näher ist. Das ist die Endposition während des Schusseintrags. Im Folgenden werden vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung mit Hilfe der Figuren im Detail erläutert.
Figur 1 Beispiel eines Gewebes mit Zusatzschusseffekten mit drei Effektfäden,
Figur 2.1 Gewebe mit Zusatzschusseffekt mit einem Effektfaden,
Figur 2.2 Gewebe nach Figur 2.1 . mit Effektrasterfläche, Figur 3.1 Patrone und Beispieldatensatz, die mit einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugt wurden. Beispiel einer
Effektrasterfläche als Ausgangsbasis für die Erzeugung von Datensätzen der Patrone, Figur 3.2 wie Figur 3.1 ., jedoch mit Bildung der Datensätze für die Position der
Bindungspunkte aus Differenzwerten der Rasterspalten,
Figur 4 wie Figur 3.1 , jedoch mit Leerschüssen und je einer Referenzlinie in den
Effektrasterflächen für jeden Effektfaden,
Figur 5 schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Webmaschine mit
Blickrichtung in Schussrichtung,
Figur 6 schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Webmaschine, mit Blickrichtung von oben,
Figur 7 graphische Darstellung wie in Figur 3.1 , jedoch auf Basis eines
Gewebes mit einer Flottierung eines Effektfadens in Kettrichtung oben, Figur 8 graphische Darstellung wie in Figur 3.1 , jedoch auf Basis eines
Gewebes mit einer Flottierung eines Effektfadens in Kettrichtung unten, Figur 9 graphische Darstellung wie in Figur 3.1 , jedoch auf Basis eines
Gewebes mit Flottierung oben in Schuss- und Kettrichtung.
Die Figur 1 zeigt ein Gewebemuster mit Zusatzschusseffekten mit drei verschiedenen Effektfäden 2.
Die Figur 2.1 zeigt ein Gewebe 26 mit einem Effektfaden 2, mit Kettfäden 1 und mit Schussfäden 3. Es ist ein Musterrapport 29 dargestellt, sowie Bindungspunkte P des Effektfadens 2 mit Schussfäden 3. Wobei hier als Bindungspunkte P nur die Punkte bezeichnet sind, an denen der Effektfaden 2 sich mit einem Schussfaden 3 auf dessen Rückseite kreuzt, also unterhalb des Schussfadens 3 liegt. Mit K sind Kreuzungspunkte zwischen Effektfaden 2 und Schussfaden 3 bezeichnet, die auf der Vorderseite also oberhalb des Schussfadens 3 liegen.
Figur 2.2. zeigt die zugehörige Effektrasterfläche 24 des Musterrapports 29 der Figur 2.1 . mit Rasterfeldern 25.
Der Musterrapport 29 in Kettrichtung wird im vorliegenden Fall mit acht Schussfäden 3 angenommen. Bei komplexeren und längeren Zusatzschusseffekten sind natürlich auch Musterrapporte 29 über wesentlich mehr Schussfäden 3 denkbar. Die Kennzeichen der Rasterreihen R ergeben sich aus den Schussfolgenummern 1 - 8 der Schussfäden 3 im Musterrapport 29.
In Schussrichtung 12 ist der Musterrapport 29 durch die Anordnung des
Zusatzschusseffektes eines Effektfadens 2 bestimmt. Die Rasterteilung TS der Effektrasterfläche 24 ist hier beispielhaft so gewählt wie die Ketteilung. Bei einfachem Einzug der Kettfäden 1 dieses Gewebes 26 in die Rietlücken 14 einer
Webblatteinrichtung 7,7.1 ,10 einer Webmaschine ist die für dieses Beispiel gewählte Rasterteilung TS auch gleichbedeutend mit einer Rietteilung TR. Aus der gewählten Rasterteilung TS und der Breite des Musterrapports 29 ergeben sich im vorliegenden Musterrapport 29 sieben Rasterspalten. Bei einfachem Rieteinzug wäre dies gleichbedeutend mit sieben Rietlücken 14 einer Webblatteinrichtung 7,7.1 ,10.
Im Rahmen der Erfindung können jedoch auch andere Rasterteilungen TS gewählt werden. Besonders bei sehr feinen Webmustern mit dichten Ketteinstellungen kann es sinnvoll sein, für die Rasterteilung TS eine geometrische Einheit z.B.„mm" zu verwenden. Die Position der Bindungspunkte P wird dann einfach am Gewebe 26 mit einem Maßstab abgemessen bzw. vom Designer für dieses Webmuster an Hand einer Zeichnung vorgegeben. Diese Positionen P der Bindungspunkte im Gewebe 26 sind in der Effektrasterdarstellung in Figur 2.2 durch das Zeichen X wieder gegeben.
An Stelle der Kennzeichen S mit aufsteigenden Ziffern einer auf- oder auch absteigende Nummernfolge können ohne weiteres auch andere Kennzeichen S verwendet werden, mit denen eine eindeutige Zuordnung der Rasterspalten möglich ist; so zum Beispiel eine Folge von Buchstaben A, B, C, D oder Kombinationen von Buchstaben und Zahlen, z.B. A1 , A2, A3 etc. Die Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens, bei der ein aktueller Datenwert der Zusatzschusseffekte aus der Differenz zu einem vorhergehenden Datenwert berechnet wird, ist allerdings nicht für alle derartigen Kennzeichen S geeignet.
Die linke Hälfte der Figur 3.1 . zeigt die graphische Darstellung einer Patrone 28 mit Datensätzen 20 die gemäß einem Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Verfahrens erzeugt wurden. Die Darstellungsart entspricht dem, was der Fachmann gewohnt ist, stellt jedoch nur ein Beispiel dar.
Die rechte Hälfte der Figur 3.1 zeigt eine Effektrasterfläche 24 des Musterrapports 29, die zur Ableitung der Patrone 28 und der Datenwerte der Datensätze 20 von den Positionen der Bindungspunkte P in Kett- und Schussrichtung 12 des Musterrapports 29 gebildet wurde.
In den Figuren, die Patronen und Effektrasterflächen darstellen, ist der Musterrapport 29 jeweils mit einer dickeren Linie umrandet.
Unterhalb der graphischen Darstellung der Patrone 28 ist das Beispiel eines einzelnen Datensatzes 20 dargestellt, dessen Datenwerte jeweils der graphischen Darstellung der Patrone 28 darüber zugeordnet sind. Im vorliegenden Fall ist der Datensatz 20 dargestellt, der für die Schussfolgenummer 4 im Musterrapport 29 erzeugt wurde.
In der ersten Spalte 30 der Patrone 28 sind die in Kettrichtung aufeinander folgenden Reihen der Patrone 28 gekennzeichnet. Jede Reihe der Patrone 28 repräsentiert einen Bewegungszyklus an der Webmaschine bei einer Webmusterbildung gemäß dieser Patrone 28. Für jeden der Bewegungszyklen wird ein Datensatz 20 erzeugt und gespeichert, wobei im Rahmen der vorliegenden Erfindung ein erster Datenwert 30 dieses Datensatzes 20 aus der jeweiligen Schussfolgenummer des Musterrapports 29 gebildet und in der Spalte 30 abgelegt wird. Die Schussfolgenummern sind hier durch die Nummern 1 - 8 definiert. Die mit 1 - 4 nummerierten Spalten über den Datenwerten der Auswahl Schussfadenart 31 dienen der dem Fachmann vertrauten graphischen Darstellung einer Auswahl der Schussfarbe bzw. der Schussfadenart in der Patrone 28 des Musterrapports 29. Das vorliegende Webmuster enthält demnach 4 verschiedene Schussfadenarten. Ein dunkles Feld in einer Reihe bedeutet, dass die Schussfadenart mit der Nummer der zugehörigen Spalte in diesem Bewegungszyklus für den Schusseintrag ausgewählt wird.
Die mit 1 -2 nummerierten Spalten über den Datenwerten der Effektbindung 33 enthalten die Informationen zur vertikalen Bewegung der Führungsmittel 1 1 mit den
Effektfäden 2 im jeweiligen Bewegungszyklus. Die mit 3-5 nummerierten Spalten über den Datenwerten der Grundbindung 32 enthalten die Informationen zur
Bindungspatrone der Grundbindung, dass heißt zur Lage der Fachbildemittel 4 mit Gruppen von Kettfäden 1 , wobei die Spalte 5 im vorliegenden Bespiel ohne Funktion ist, da die Grundbindung des vorliegenden Gewebes 26 mit nur zwei Fachbildemitteln 4 ausgeführt werden soll.
Die Felder in den Spalten für die Bindungspatrone werden dunkel ausgefüllt, wenn sich das jeweilige Fachbildemittel 4 im Oberfach 1.1 bzw. oberhalb eines einzutragenden Schussfadens 3 befinden soll. Diese Definition ist dem Webereifachmann vertraut.
Für die elektronische Verarbeitung der hellen und dunklen Feldern der graphisch dargestellten Patrone 28 wird im Ausführungsbeispiel an Stelle eines dunklen Feldes der Datenwert 1 angenommen, während an Stelle eines hellen Feldes der Datenwert 0 angenommen wird. Dies ist in der alphanumerischen Darstellung 20 eines Datensatzes 20 unterhalb der Patrone 28 gezeigt.
Von dem erfindungsgemäßen Verfahren ist selbstverständlich auch die Erzeugung von Datensätzen 20 umfasst, bei denen die dunklen und hellen Feldern in der Patrone 28 in elektronisch verarbeitbare andere, eindeutige Zahlen oder Zeichen umgesetzt werden. Bei der Umsetzung der graphischen Darstellung der Patrone 28 in alphanumerische Datensätze 20 werden in der Regel die Nummern der Schussart und die Nummern der Fachbildemittel 4 unterhalb der zugehörigen Spalten der graphisch dargestellten Patrone 28 nicht durch weitere Datenwerte im Datensatz 20 abgebildet, sondern durch die Position des jeweiligen Datenwertes innerhalb der Folge von Datenwerten im Datensatz 20.
Im Übrigen kennt der Fachmann auch Darstellungen von Patronen 28, in denen keine Datenwerte der Schussfolgenummern 30 gezeigt sind, da sich diese aus der
Reihenfolge der aufeinander folgenden Reihen im graphisch dargestellten Raster der Patrone 28 ergibt. Die ersten Datenwerte 30 eines erfindungsgemäßen Datensatzes 20 können somit auch unmittelbar von dieser Reihenfolge abgeleitet werden.
Es ist auch klar, dass für die Speicherung auf einem Speichermedium oder in einem Speichermittel 22 die dargestellten alphanumerischen oder binären Zahlen- oder ggf. Zeichen des Datensatzes 20 in ein anderes Datenformat gebracht werden können - z.B. in ein Hexadezimal-Format. Die Umwandlung in derartige Formate braucht hier nicht gesondert dargestellt zu werden.
Diese und ggf. weitere notwendige Festlegungen zum inneren Aufbau und zum
Datenformat der Datensätze 20 müssen beim Auslesen und Umsetzen der Datensätze 20 an der Webmaschine später mit einem entsprechenden Übersetzungsmodul im
Computerprogramm der Steuereinrichtung 8 der Webmaschine berücksichtigt werden.
Die Darstellung der Patrone 28 in der linken Hälfte der Figur 3.1. enthält zwei Spalten DS, die am unteren Rand mit 1 und 2 nummeriert sind. Dies sind die Spalten der Patrone 28, die die erfindungsgemäßen Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS enthalten, die aus den Positionen der Bindungspunkte P im Musterrapport 29 in Schuss- und Kettrichtung abgeleitet werden und in der Webmaschine zur Ansteuerung eines Verschiebeantriebs 6 um einen Verschiebeweg A dienen.
Ebenso wie in der Spalte 30 sind in den Spalten DS nicht graphische Symbole, sondern alphanumerische Datenwerte DS enthalten.
Die Ableitung der Datenwerte erfolgt im vorliegenden Beispiel mit Hilfe der in der rechten Hälfte von Figur 3.1 dargestellten Effektrasterfläche 24. Diese Effektrasterfläche
24 wird in der bereits beschriebenen Art und Weise aus dem Musterrapport 29 des herzustellenden Gewebes 26 gebildet.
Als Rasterteilung TS in Schussrichtung 12 wird hier eine Rietlückenteilung
angenommen. Die Kennzeichen der Rasterspalten S sind durch Nummern von
Rietlücken 14 definiert. Genauso gut wäre jedoch möglich eine Rasterteilung TS in Vielfachen von
geometrischen Einheiten z.B. mm vorzusehen.
Die Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS in der Patrone 28 werden aus den Kennzeichen S der Rasterspalten abgeleitet, die aus den Positionen der
Bindungspunkte X in der Effektrasterfläche 24 der Figur 3.1. für die am Musterrapport 29 beteiligten Effektfäden Nummer 2.1 und Nummer 2.2 hervorgehen. Die zugehörigen Effektrasterflächen in der Figur 3.1 sind mit 24.1 und 24.2 bezeichnet. Die
Rasterspalten sind von 101 - 1 10 durchnummeriert. Dabei soll das Kennzeichen 101 für die erste Rasterspalte bedeuten, dass hier gelegene Bindungspunkte X an der Stelle im Gewebe 26 gebildet werden, an der sich die Rietlücke 14 mit der Nummer 101 befindet. Im Fall einer Rasterteilung TS in Schussrichtung 12 in Schritten vom 2 mm würde das Kennzeichen der Spalte 101 bedeuten, dass der Bindungspunkt P an einer Stelle im Gewebe 26 gebildet wird, die in Schussrichtung 202 mm von einer
Referenzlinie im Gewebe 26 entfernt ist. Die möglichen Positionen hängen von der Breite des Gewebes 26, von der Rietteilung TR und von den mechanisch möglichen Positionen des Führungsmittels 1 1 für den Effektfaden 2 in der Webmaschine ab.
Die beiden Spalten DS für den Effektfaden Nummer 2.1 und für den Effektfaden Nummer 2.2 sind hier nebeneinander dargestellt. Bei mehr als zwei unabhängig voneinander anzusteuernden Effektfäden 2 sind entsprechend mehrere derartiger Spalten DS in der Patrone 28 nebeneinander vorzusehen.
Wie bereits erwähnt, sind hier auch andere Kennzeichen S für die Position der
Bindungspunkte X in den Rasterspalten möglich. Statt der Durchnummerierung von 101 - 1 10 wäre auch denkbar, die Rasterspalten in der Rasterfläche 24.1 von 1 10 - 105 und in der Rasterfläche 24.2 von 201 - 205 durch zu nummerieren.
Schließlich folgen noch zwei weitere Spalten 34 in der Patronendarstellung der Figur 3.1 . Im vorliegenden Beispiel sind diese leer. Es können hier jedoch bei Bedarf noch Datenwerte für Zusatzfunktionen 34 angegeben werden, die verschiedene andere Funktionen der Webmaschine in jedem Bewegungszyklus ansteuern - z.B. die
Kettspannung oder die Schussdichte, die bei Bedarf für verschiedene
Webmustereffekte innerhalb eines Musterrapports 29 variiert werden können. Die graphische Darstellung der Effektrasterfläche 24 in Figur 3.1 ist nicht Bestandteil der Patrone 28, sondern eine Hilfskonstruktion, die dabei hilft, aus dem Musterrapport 29 eines Gewebes 26 die Patrone 28 und die Datenwerte in erfindungsgemäßer Art und Weise abzuleiten. Diese Effektrasterfläche 24 ist nicht entscheidend für das
erfindungsgemäße Verfahren, sondern lediglich Bestandteil einer vorteilhaften
Ausführungsform.
In Figur 3.2. ist eine Abwandlung der Darstellung nach der Figur 3.1. gezeigt, wobei hier die Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS in einer anderen Variante des
erfindungsgemäßen Verfahrens aus den Positionen der Bindungspunkte P abgeleitet werden. Als Datenwerte in den Spalten DS der Patrone 28 sind hierbei Werte erzeugt worden, die erst durch eine Umrechnung aus den Kennzeichen S der Rasterspalten einer Effektrasterfläche 24 gebildet wurden, nämlich durch Differenzbildung zweier aufeinander folgender Kennzeichen S von Rasterspalten, die jede die Position eines Bindungspunkts X in Schussrichtung 12 enthalten. Mit dieser Differenzbildung entsteht im Datensatz 20 ein Datenwert, der nicht gleich dem Kennzeichen S der Rasterspalte ist, sondern der eine relative Adresse einer Rasterspalte in Bezug auf einen vorher gehenden Datensatz 20 enthält. Die relative Adresse gibt somit die Anzahl der
Rasterspalten bzw. Rasterteilungen TS wieder, die in Schussrichtung 12 zwischen zwei Bindungspunkten X liegen.
Damit kann in der Webmaschine eine Ansteuerung der Verschiebeeinrichtung 5 von Bindungspunkt P zu Bindungspunkt P in relativer Weise über eine vom Datensatz 20 vorgegebene Anzahl von Rasterteilungen TS erfolgen. Es spielt dabei keine Rolle, ob als Rasterteilung TS ein geometrischer Wert oder die Nummer einer Rietlücke 14 verwendet wird. Wenn keine Verschiebung vorgesehen ist, erhält der betreffende Datenwert den Wert 0.
Damit später beim Einlesen und Umsetzen in der Webmaschine diese Informationen richtig in Steuerimpulse für einen Verschiebeantrieb 6 umgesetzt werden können, benötigt das dabei verwendete Computerprogramm noch eine Angabe über die
Rasterteilung TS, die den Datensätzen 20 zu Grunde liegt. Diese Information kann z.B. den Datensätzen 20 einer Patrone 28 für das Webmuster hinzu gefügt oder zuvor im Computerprogramm festgelegt werden. Es ist vorteilhaft, die vertikale Bewegung des Effektfadens 2 in der Webmaschine von der Bewegung eines Fachbildemittels 4 abzuleiten, das von einer elektronischen Fachbildemaschine 23, z.B. einer Schaftmaschine oder einer elektronischen
Jaquardmaschine angetrieben wird. In diesem Fall kann für die Erzeugung der
Grundbindung und für die Erzeugung der vertikalen Bewegung des Zusatzschusseffekts die gleiche Fachbildemaschine 23 verwendet werden.
Im Stand der Technik ist es weit verbreitet, Schaftmaschinen oder Jaquardmaschinen zu verwenden, bei denen in jedem Webzyklus jedes Fachbildemittel 4 entweder nur im Oberfach 1.1 oder nur im Unterfach 1.2 stehen kann. Die Bewegung der Fachbildemittel 4 vom Oberfach 1.1 ins Unterfach 1.2 wird dabei bereits im jeweils vorhergehenden Bewegungszyklus eingeleitet. Beim Einsatz einer solchen Schaftmaschine zur vertikalen Bewegung eines Effektfadens 2 im Rahmen einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist daher zu beachten, dass nach einer Verschiebung des Effektfadens 2 in Schussrichtung 12 der Effektfaden 2 erst im zweiten darauf folgenden Bewegungszyklus der Webmaschine in eine Lage unterhalb des nächsten
einzutragenden Schussfadens 3 gebracht werden kann, um einen Bindungspunkt P mit diesem Schussfaden 3 zu bilden.
Diese Einschränkung bei der Webmusterbildung mit Bindungspunkten P im
Musterrapport 29 entfällt, wenn die vertikale Bewegung des Effektfadens 2 von einem Fachbildeantrieb 9 abgeleitet wird, der es erlaubt, ein Fachbildemittel 4 und das daran befestigte Führungsmittel 1 1 innerhalb von einem Bewegungszyklus der Webmaschine ins Oberfach 1.1 und ins Unterfach 1.2 zu bringen. Solche Fachbildeantriebe 9 mit einzeln programmierbaren elektromotorischen Antrieben für den Antrieb jedes
Fachbildemittels 4 - z.B. Webschäften oder Weblitzen - sind inzwischen im Stand der Technik ebenfalls verfügbar.
Im Musterrapport 29 des Gewebebeispiels in der Figur 3.1. ist ersichtlich, dass die beiden Effektfäden 2.1 und 2.2 nur mit jedem zweiten Schuss der Schussfolge im Musterrapport 29 einen Bindungspunkt X bilden. Das liegt daran, dass für die
Webmusterbildung dieses Gewebes 26 vorgesehen ist, die vertikale Bewegung des Effektfadens 2 in der Webmaschine von der Bewegung eines Fachbildemittels 4 abzuleiten, das von einer bereits zuvor erläuterten elektronischen Fachbildemaschine 23 angetrieben wird, bei der in jedem Webzyklus jedes Fachbildemittel 4 entweder nur im Oberfach 1.1 oder nur im Unterfach 1.2 stehen kann. Die Schussfolge der vorliegenden Patrone 28 des Gewebebeispiels sieht vor, dass in jedem
Bewegungszyklus ein Schussfaden 3 gewählt wird. Jedoch ergeben sich die
Bindungspunkte P in der beschriebenen Weise immer in jedem zweiten
Bewegungszyklus bzw. Schusseintragszyklus.
Wenn ein ähnliches Gewebe 26 hergestellt werden soll, beim dem jeder im Gewebe 26 vorhandene Schussfaden 3 einen Bindungspunkte P mit dem Effektfaden 2 bildet, muss in der Patrone 28 des Musterrapports 29 zwischen den Bindungspunkten P ein
Leerschuss - also ein Bewegungszyklus ohne Eintrag eines Schussfadens 3 - vorgesehen werden, wobei das Fachbildemittel 4 mit dem Effektfaden 2 im Oberfach 1 .1 ist.
Eine derartige Patrone 28 zeigt die Figur 4.
Figur 4 zeigt auch, dass es möglich ist, für beide Effektrasterflächen 24.1 , 24.2 die gleiche Nummerierung der Rasterspalten also z.B. von 102- 105 vorzusehen, obwohl die Bindungspunkte X der beiden Effektfäden 2 im Musterrapport 29 nicht an der gleichen Position liegen. Damit die Zuordnung und Umsetzung der Datenwerte dieser Patrone 28 in der Webmaschine trotzdem eindeutig ausgeführt werden kann, sind zwei Referenzlinien 35.1 , 35.2 definiert worden, die jeweils einem der beiden Effektfäden 2 und den für diesen gültigen Datenwerten der Zusatzschusseffekte DS zugeordnet werden.
Die Patrone 28 des Musterrapports 29 muss in diesem Fall noch um Datenwerte ergänzt werden, die die Positionen der beiden Referenzlinien 35.1 35.2 enthalten. Für die Aufnahme derartiger weiterer Datenwerte erhält die Folge von Datensätzen 20 der Patrone 28 noch einen Datenblock vor- oder nachgeschaltet, in dem ggf. über entsprechende zusätzliche Datenwerte für jede Effektfaden-Nummer 2.1 , 2.2 festgelegt wird, an welcher Position in Bezug auf den Rand des Gewebes 26 die Referenzlinie 35.1 oder 35.2 mit dem Kennzeichen 1 -0 oder 2-0 für den jeweiligen Effektfaden 2.1 oder 2.2 liegt. In diesen Block gehört auch ein Datenwert mit der vom Bediener vorgegebenen Rasterteilung TS.
Die Figuren 5 und 6 zeigen in Teilansichten eine erfindungsgemäße Webmaschine mit Fachbildeantrieben 9 zum Antreiben von Fachbildemittel 4, durch deren vertikale Bewegung ein von Kettfäden 1 begrenztes Webfach 1.1 ,1 .2 gebildet wird. Die dem Fachmann an sich bekannten Fachbildeantriebe 9 können zum Beispiel aus einer Schar von Hebeln und Stangen bestehen, die unterhalb der Fachbildemittel 4 angeordnet sind und die die Antriebsbewegungen einer Fachbildemaschine 23 zu den Fachbildemitteln 4 übertragen.
Die Fachbildemittel 4 bestehen im vorliegenden Beispiel aus bekannten Webschäften mit Litzen, durch deren Litzenaugen die Kettfäden 1 geführt werden.
Weiterhin sind Einrichtungen zum Eintrag eines Schussfadens 3 in das Webfach 1 .1 ,1.2 in einer Schussrichtung 12 vorhanden. Im Beispiel in den Figuren 5 und 6 ist eine Einrichtung mit Greifern dargestellt, die in bekannter Art und Weise über nicht dargestellte Getriebe und zwei Antriebsräder von beiden Seiten der Webmaschine aus in das Webfach 1 .1 ,1.2 geschoben werden. Der Schussfaden 3 wird in diesem
Ausführungsbeispiel von einer Schussspule über einen Vorspuler und einer
Auswahlvorrichtung für die Schussfadenart 19 einem der beiden Greifer zugeführt und in Masch inen mitte an den anderen Greifer übergeben. Natürlich ist auch die
Verwendung verschiedener Schussfadenarten für verschiedene Bewegungszyklen denkbar. Die Auswahl und Vorlage der Schussfäden 3 an einen Greifer erfolgt z.B. mittels einer Auswahlvorrichtung für die Schussfadenart 19. Derartige Ausführungen sind dem Fachmann bekannt.
Die Steuereinrichtung 8 der Webmaschine ist weiterhin mit Eingabemitteln 21 und Speichermitteln 22 ausgestattet.
Die Einrichtungen zum Schusseintrag an einer erfindungsgemäßen Webmaschine können natürlich auch als Webschützen, Projektile oder Einrichtungen zum
pneumatischen Schusseintrag ausgeführt sein. Für den Antrieb zur vertikalen Bewegung von Fachbildemitteln 4 bzw. Führungsmitteln 1 1 sind auch beliebige andere elektromotorische, elektrohydraulische oder
elektropneumatische Einrichtungen als Fachbildeantriebe 9 bzw. Fachbildemaschine 23 verwendbar. Prinzipiell kann auch eine rein mechanische Einrichtung zur vertikalen Bewegung von Fachbildemitteln 4 bzw. Führungsmitteln 1 1 verwendet werden.
Das kann zum Beispiel eine so genannte Exzentermaschine sein, bei der die vertikalen Bewegungen von Kurvenscheiben abgeleitet werden, die zur Webmusterbildung für verschiedene Bindungen verschieden gestaltet und austauschbar sind. Ein Ableiten dieser vertikalen Bewegungen von Datensätzen 20 in der Steuereinrichtung 8 einer Webmaschine ist damit allerdings nicht möglich. An der Webmaschine gemäß den Figuren 5 und 6 ist weiterhin eine
Webblatteinrichtung 7,7.1 ,10 zum Anschlagen des Schussfadens 3 an einen
Geweberand 13 vorhanden, die aus einer Webblattlagerung 10 mit Webblattzähnen 7 und einem Rietbund 7.1 besteht. Diese Webblattzähne 7 bilden zwischen sich einseitig nach oben offene Aufnahmeräume, so genannte Rietlücken 14, sodass Fäden, die in Richtung der Kettfäden 1 von hinten nach vorne durch die Webmaschine laufen, von oben in diese Rietlücken 14 eintauchen und somit von den Webblattzähnen 7 in Schussrichtung 12 geführt werden können.
Die Webblattzähne 7 sind über den Rietbund 7.1 an der Webblattlagerung 10 befestigt und führen zusammen mit dieser bei jedem Bewegungszyklus der Webmaschine eine Anschlagbewegung 15 - 15.1 aus. Schließlich ist im vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 5 und 6 eine Verschiebeeinrichtung 5 mit einer Prismenführung auf dem Rahmen des Webschafts angebracht, an der drei Führungsmittel 1 1 angebracht sind, mit denen drei Effektfäden 2 in der Schussrichtung 12 um den Weg A verschoben werden können. An Stelle der Prismenführung kann natürlich auch jede andere Art von Linearführung verwendet werden, die eine präzise Positionierung der Führungsmittel 1 1 gewährleistet.
Als Führungsmittel 1 1 werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel Nadeln mit Fadenösen 18 verwendet, von denen eine oder mehrere mit einem Ende an einem Nadelbalken befestigt sind. Dieser Nadelbalken bildet zusammen mit einer in
Schussrichtung 12 verlaufenden prismenförmigen Linearführung die
Verschiebeeinrichtung 5, die zusammen mit einem elektromotorischen Antrieb als Verschiebeantrieb 6 an der Vorderseite eines Webschafts befestigt ist. Als
Verschiebeantrieb 6 wird ein Linearantrieb vorgesehen, dessen Stator in den Rahmen des Webschafts oder in die prismenförmige Linearführung integriert ist. Es sind jedoch auch andere Antriebe denkbar; zum Beispiel Antriebe mit Bewegungsspindeln oder hydraulische bzw. pneumatische Antriebe, die von einer Steuereinrichtung 8 der Webmaschine angesteuert werden können. Im Rahmen der Erfindung ist natürlich auch eine Ausführungsform möglich, bei der die Webmaschine mehrere Verschiebeeinrichtungen 5 mit jeweils eigenem
Verschiebeantrieb 6 aufweist. Damit können verschiedene Führungsmittel 1 1 oder verschiedene Gruppen von Führungsmitteln 1 1 für jeden Bewegungszyklus unabhängig voneinander in Schussrichtung 12 verschoben werden.
Durch den Verschiebeantrieb 6, der die Verschiebeeinrichtung 5 antreibt, sind in jedem Bewegungszyklus der Webmaschine Verschiebewege A der Effektfäden 2 vorgebbar. Der jeweilige Verschiebeweg A ist über eine Steuereinrichtung 8 und den
Verschiebeantrieb 6 für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine von einem erfindungsgemäßen Datensatz 20 ableitbar. Ein Computerprogramm, das in der Steuereinrichtung 8 abläuft, berechnet aus den erfindungsgemäß erzeugten
Datensätzen 20 die Verschiebewege A. Aus den gespeicherten Datenwerten der Schussfolgenummer 30 wird dabei der zugehörige Bewegungszyklus des
Musterrapports 29 abgeleitet, während aus den gespeicherten Datenwerten der Zusatzschusseffekte DS der Verschiebeweg A berechnet. Dabei werden ggf.
vorhandene Datenwerte zur Rasterteilung TS einer zu Grunde liegenden
Effektrasterfläche 24 und/oder Datenwerte zu einer Referenzlinie A01 im Gewebe 26 berücksichtigt.
Je nach verwendeter Ausführungsart des erfindungsgemäßen Verfahrens zur
Erzeugung der Datensätze 20 können z.B. folgende Berechnungen zur Ermittlung zweier aufeinander folgender Verschiebewege A1 oder A2 durchgeführt werden:
A1 = DS1
A1 = TS x DS1
A2 = A1 +(TS x DS2)
A1 = A01 +(TS x DS1 ).
Dabei sind DS1 bzw. DS2 die in zwei aufeinander folgenden Datensätzen 20 gespeicherten Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS.
Natürlich kann sich auch ergeben, dass im jeweiligen Bewegungszyklus kein
Verschiebeweg A auszuführen ist.
Selbstverständlich ist es im Rahmen dieser Berechnung in der Steuereinrichtung 8 möglich, die Datenwerte aus den Datensätzen 20 oder die berechneten
Verschiebewege in Datenformate oder Werte umzurechnen, die jeweils für die weitere elektronische Verarbeitung oder für die Ansteuerung des Verschiebeantriebs 6 passend sind.
Um die Effektfäden 2 auch vertikal über oder unter dem einzutragenden Schussfaden 3 positionieren zu können, sind im vorliegenden Ausführungsbeispiel Führungsmittel 1 1 , Verschiebeeinrichtung 5 und Verschiebeantrieb 6 mit einem der Fachbildemittel 4 verbunden und werden gemeinsam mit diesem vertikal bewegt. Das Fachbildemittel 4 ist in diesem Fall durch einen der oben beschriebenen Fachbildeantriebe 9 einer Fachbildemaschine 23 antreibbar. Der vertikale Hub dieses Fachbildemittels 4 muss größer eingestellt werden als der vertikale Hub der Fachbildemittel 4, die die
Grundbindung ausführen, da nur die Effektfäden 2, nicht jedoch die Kettfäden 1 aus den Rietlücken 14 nach oben austauchen sollen.
Aus den Figuren 5 und 6 ist weiterhin ersichtlich, dass das Führungsmittel 1 1 in einer Ebene bewegbar ist, die zwischen den Fachbildemitteln 4 und derjenigen von zwei Endpositionen einer Anschlagbewegung 15 - 15.1 der Webblattzähne 7 verläuft, die näher an den Fachbildemitteln 4 liegt; dies ist die Position der Webblattzähne 7 während des Schusseintrags.
Durch diese Anordnung ergibt sich, dass die Effektfäden 2 in die Rietlücken 14 ein- oder aus diesen austauchen können und für jeden Bewegungszyklus der Webmaschine eine andere in weiten Grenzen vorgebbare Position in Schussrichtung 12 einnehmen können.
Die Effektfäden 2 werden im vorliegenden Ausführungsbeispiel von einem Fadenvorrat 16 an der Rückseite der Webmaschine über eine Fadenumlenkung 17 den Fadenösen 18 der Führungsmittel 1 1 zugeführt.
Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Webmaschine mit mehreren Führungsmitteln 1 1 , Verschiebeeinrichtungen 5 und voneinander unabhängigen Verschiebeantrieben 6 ist es sinnvoll, jedes dieser Systeme aus Führungsmitteln 1 1 , Verschiebeeinrichtung 5 und Verschiebeantrieb 6 an einem eigenen Fachbildemittel 4 anzuordnen. Details einer derartigen Ausführung sind der bereits genannten DE 10 2010 007 048.3-26 zu entnehmen. Da die Verschiebung des Effektfadens 2 nach dem Austauchen aus einer Rietlücke 14 erfolgen muss, bevor die Bewegung des Fachbildemittels 4 für das nächste Eintauchen in eine Rietlücke 14 beginnt, ist es notwendig, diese Verschiebung in einem
Bewegungszyklus auszuführen, der demjenigen voraus geht, in dem ein Bindungspunkt P gebildet wird. Bei der Webmusterbildung auf Basis der Patrone 28 der Figur 3.1 erfolgt an der Webmaschine die Verschiebung der Effektfäden 2 jeweils in einem Bewegungszyklus, in dem zwar ein Schuss eingetragen, aber kein Bindungspunkt P gebildet wird. In den Bewegungszyklen, die einen Bindungspunkt P enthalten, erfolgt keine Verschiebung der Effektfäden 2.
Die Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS müssen bereits in einem
Bewegungszyklus vor der Bildung eines Bindungspunktes P gelesen und in eine Verschiebebewegung A umgesetzt werden. Damit für diesen Vorgang auch bei schnell laufenden Webmaschinen genügend Zeit zur Verfügung steht, werden in allen hier dargestellten Patronen 28 die Datenwerte der Zusatzschusseffekte DS für den
Verschiebeweg A zum nächsten Bindungspunkt P bereits in Datensätzen 20 davor liegender Bewegungszyklen gespeichert, auch wenn in diesen kein Bindungspunkt P gebildet wird.
Alle hier gezeigten Beispiele von Patronen 28 sind für die Ausführung an
Webmaschinen mit elektronischen Fachbildemaschinen 23 der oben beschriebenen Art gedacht. In allen diesen Fällen werden die Grundbindung und die vertikale Bewegung der Effektfäden 2 über Fachbildemittel 4 von der gleichen Fachbildemaschine 23 erzeugt.
Es kann gewünscht sein, dass mehrere Effektfäden 2 synchron verschoben und positioniert werden, um ein Webmuster mit parallel laufenden Zusatzschusseffekten zu erzeugen. Die dazu benötigte Patrone 28 mit Datensätzen 20, die mit einem Verfahren gemäß der vorliegenden Erfindung erzeugt wird, kann genauso aussehen, wie für einen einzigen Effektfaden 2, da nur eine gemeinsame Verschiebeeinrichtung 5 und nur ein gemeinsames Fachbildemittel 4 für die Bildung des Zusatzschusseffektes benötigt werden.
Für bestimmte Webmuster kann es gewünscht sein, dass während mehrerer
Bewegungszyklen der Effektfaden 2 oberhalb des einzutragenden Schussfades positioniert bleibt und keine Verschiebung stattfindet. Es bildet sich eine so genannte Flottierung des Effektfadens 2 in Kettrichtung auf der Vorderseite des Gewebes 26. Ein Beispiel für eine Patrone 28 mit erfindungsgemäßen Datensätzen 20 für ein derartiges Gewebe 26 ist der Figur 7 zu entnehmen Es findet dabei keine Bindung zwischen dem Effektfaden 2 und mehreren eingetragenen Schussfaden 3 statt. Der Effektfaden 2 liegt im fertigen Gewebe 26 über mehreren Schussfäden 3.
Die Figur 8 zeigt eine Patrone 28 mit Datensätzen 20, bei der eine solche Flottierung auf der Rückseite des Gewebes 26 gebildet wird. Die Figur 9 schließlich zeigt eine Patrone 28 für ein Gewebe 26 mit einer schrägen
Flottierung in Kett- und in Schussrichtung über mehrere Schuss- und Kettfäden hinweg.
Bezuqszeichen
I Kettfaden
1 .1 Webfach, Oberfach
1 .2 Webfach, Unterfach
2, 2.1 , 2.2 Effektfaden
3 Schussfaden
4 Fachbildemittel
5 Verschiebeeinrichtung
6 Verschiebeantrieb
7 Webblattzähne
7.1 Rietbund
8 Steuereinrichtung
9 Fachbildeantrieb
10 Webblattlagerung
I I Führungsmittel
12 Schussrichtung
13 Geweberand
14 Rietlücken
15 - 15.1 Anschlagbewegung
16 Fadenvorrat
17 Umlenkeinrichtung
18 Fadenöse
19 Auswahleinrichtung für Schussfadenart 20 Datensatz
21 Eingabemittel
22 Speichermittel
23 Fachbildemaschine
24.1 , 24.2 Effektrasterfläche
25 Rasterfeld
26 Gewebe
28 Patrone
29 Musterrapport 30 Datenwerte der Schussfolgenummer
31 Datenwerte der Auswahl Schussfadenart
32 Datenwerte der Grundbindung
33 Datenwerte der Effektbindung
34 Datenwerte der Zusatzfunktionen
35.1 , 35.2 Referenzlinien
A Verschiebeweg
A01 Position Referenzlinien
DS Daten der Zusatzschusseffekte
K Kreuzungspunkt im Gewebe
P Bindungspunkt im Gewebe
R Kennzeichen Rasterreihe
S Kennzeichen Rasterspalte
TR Rietteilung
TS Rasterteilung in Schussrichtung
X Position Bindungspunkt in Effektrasterfläche
