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Title:
METHOD FOR BLEACHING DYED FABRIC
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/1998/039512
Kind Code:
A1
Abstract:
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur teilweisen Entf�rbung von mit K�penfarbstoff gef�rbtes Gewebe, wobei das Gewebe mit Hydroxyalkansulfins�ure mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen behandelt wird.

Inventors:
Kr�ger, Rudolf (S�dtiroler Ring 5, Weisenheim, D-67273, DE)
S�tsch, Franz (Hauptstrasse 159, R�dersheim-Gronau, D-67127, DE)
Beckmann, Eberhard (Am Oberd�rfer Weg 11, Neustadt, D-67435, DE)
Application Number:
PCT/EP1998/001160
Publication Date:
September 11, 1998
Filing Date:
March 02, 1998
Export Citation:
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Assignee:
BASF AKTIENGESELLSCHAFT (Ludwigshafen, D-67056, DE)
Kr�ger, Rudolf (S�dtiroler Ring 5, Weisenheim, D-67273, DE)
S�tsch, Franz (Hauptstrasse 159, R�dersheim-Gronau, D-67127, DE)
Beckmann, Eberhard (Am Oberd�rfer Weg 11, Neustadt, D-67435, DE)
International Classes:
D06P1/52; D06P1/62; D06P5/15; D06P1/22; (IPC1-7): D06P5/13; D06L3/10; D06P1/62; D06P3/22; D06P5/04
Domestic Patent References:
1997-09-25
Foreign References:
US4227881A1980-10-14
GB1591616A1981-06-24
EP0175272A21986-03-26
EP0654557A11995-05-24
Attorney, Agent or Firm:
Isenbruck, G�nter (Bardehle et al, Theodor-Heuss-Anlage 12, Mannheim, D-68165, DE)
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Claims:
Patentansprüche
1. Verfahren zur teilweisen Entfärbung von mit Küpenfarbstoff gefärbtem Gewebe, dadurch gekennzeichnet, daß das Gewebe mit Hydroxyalkansul finsäure mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB die Hydroxy alkansulfinsäure in einer Mischung mit Hydroxyalkansulfonsäure mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen vorliegt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daB das Verhältnis von Hydroxyalkansulfinsäure mit Hydroxyalkansulfonsäure ca. 3 : 1 bis ca. 1 : 3 ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daB das Gewebe zusätzlich mit einem Abziehmittel behandelt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daB die Behand lung mit Hydroxyalkansulfinsäure und die Behandlung mit einem Ab ziehmittel gleichzeitig erfolgen.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daB das Verhältnis von Hydroxyalkansulfinsäure und Abziehmittel ca. 20 : 1 bis ca. 5 : 1, vorzugsweise ca. 9 : 1 ist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daB das Abziehmittel Polyvinylpyrrolidon ist.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung bei ca. 40 bis 100°C durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daB die Behandlung bei einem pHWert von ca. 10,2 bis 11,3 durch geführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daB die teilweise Entfärbung durch die Alkalimenge gesteuert wird.
11. Verwendung von Hydroxyalkansulfinsäure zur teilweisen Entfärbung von mit Küpenfarbstoff gefärbtem Gewebe.
Description:
Verfahren zum Aufhellen von gefärbtem Gewebe Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufhellen bzw. zur teilweisen Entfärbung von mit Küpenfarbstoff gefärbtem Gewebe, wobei das Gewebe mit Hydroxyalkansulfinsäure mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen behandelt wird.

Unter Küpenfärberei versteht man die Überführung bestimmter, in Wasser unlöslicher Farbstoffe (Küpenfarbstoffe) durch Reduktion (Verküpung) in alkalischer Lösung in eine wasserlösliche Hydro-oder Leukoverbindung, deren Anion eine ausreichende Affinität zur Faser, beispielsweise Baumwoll- faser oder Chemiefaser aus regenerierter Cellulose (Reyon), besitzt. Bei der Reoxidation der Leukoverbindung, beispielsweise durch"Verhängen an der Luft"entsteht der Farbstoff direkt auf der Faser in feinster Verteilung und garantiert somit eine hochgradige Wasch-und Lichtechtheit. AnschlieBend werden auf Webstühlen die Garne verwebt, wobei die im Gewebe in Längs- richtung parallel zur Leiste verlaufenden Fäden Kette bzw. Kettfäden oder Kettgarn genannt werden und die rechtwinklig kreuzenden Fäden SchuBfäden.

Für die Herstellung von strapazierfähiger Arbeitskleidung und heutzutage insbesondere für die Herstellung von Blue Jeans wird im allgemeinen ein grobes Baumwollgewebe (Denim) verwendet, das üblicherweise mit dem Küpenfarbstoff Indigo gefärbt wird. Um das typische Aussehen einer Blue Jeans zu erreichen, werden im allgemeinen vor dem Weben nur die Kett- fäden eingefärbt und der SchuB bleibt farblos. Nach dem Weben und der Konfektionierung wird es gelegentlich gewünscht, daB das Kleidungsstück wieder teilweise entfärbt wird. Hierbei sollen lediglich exponierte Stellen des Kleidungsstückes entfärbt werden und weniger beispielsweise die Nähte.

Die teilweise nachträgliche Entfernung von Farbstoff kann beispielsweise mechanisch durch Auswaschen in Anwesenheit von Bimsstein, enzymatisch durch die teilweise Zerstörung der Cellulose oder chemisch durch Verände- rung oder Zerstörung des Farbstoffes (Abziehen) erfolgen. Die chemische Veränderung des Farbstoffes erfolgt im allgemeinen unter reduktiven und die Zerstörung unter oxidativen Bedingungen. Hierbei können abhängig von der jeweiligen Methode im allgemeinen folgende Probleme auftreten : 1. Ein guter Farbkontrast zwischen hellen und dunklen Bereichen ("wash down") wird im allgemeinen nur erreicht, wenn bereits bei der Garnfär- bung auf eine sehr gute Ringfärbung, d. h. geringe Durchfärbung, geachtet wird.

2. Für die konfektionierten Textilien ist eine möglichst kurze Waschzeit erwünscht, was jedoch im allgemeinen aufgrund der schweren Entfern- barkeit beispielsweise des Indigos schlecht einzuhalten ist.

3. Der von der Kette abgelöste Küpenfarbstoff soll die farblosen SchuBfä- den nicht anbluten, d. h. anfärben, was gerne unter reduktiven Bedin- gungen, beispielsweise in Anwesenheit von alkalischer Glukoselösung, eintritt. Daher gibt man der Waschflotte üblicherweise sogenannte Abziehmittel dazu, die das Anfärben durch den gelösten Farbstoff verhindern bzw. vermeiden sollen, da der gelöste Farbstoff im allgemei- nen zu dem Abziehmittel eine gröBere Affinität hat als zu der Faser.

Des weiteren ist das gewählte Reduktionsmittel für den gewünschten Farbkontrast von Bedeutung.

Im allgemeinen wird als Reduktionsmittel Natriumdithionit verwendet (Hydro- sulfitkiipe). Sehr starke Reduktionsmittel wie Natriumdithionit oder auch Thioharnstoffdioxid verküpen beispielsweise den Küpenfarbstoff Indigo schlag-

artig und vollständig, so daß leicht der gesamte Farbstoff z. B. beim Auswaschen abgezogen, d. h. entfernt wird. Schwache Reduktionsmittel hingegen, wie Glukose oder Hydroxyaceton, verlangen eine relativ hohe Arbeitstemperatur und beispielsweise relativ viel Ätzalkali (Natrium-oder Kaliumhydroxid). Zudem ist die Einwirkungszeit relativ lang. Organische Reduktionsmittel, wie z. B. Glukose, sind wegen ihres hohen chemischen Sauerstoffbedarfs (CSB-Wert) im Abwasser nicht mehr erwünscht und die früher übliche Farbstoffzerstörung mittels Permanganat oder Hypochlorit wird aus Umweltschutzgründen (Schwermetall bzw. hoher Wert an adsorbierbaren organischen Halogenverbindungen, AOX-Wert) nicht mehr angewandt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist daher, ein Verfahren zum teilweisen Entfärben (Aufhellen) von mit Küpenfarbstoffen gefärbtem Gewebe zu finden, bei dem die bezeichneten Nachteile vermieden bzw. verringert werden und bei dem ein optimaler Farbkontrast (wash down) relativ sicher, schnell und umweltverträglich erreicht wird. Unter Färben im Sinne der vorliegenden Erfindung versteht man auch das Pigmentieren. Insbesondere ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren bereitzustellen, bei dem der Farb- stoff zum gröBten Teil in ungleichmäBiger Form von der Textilie abgelöst wird, ohne den SchuB anzufärben.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher ein Verfahren zur teilwei- sen Entfärbung von mit Küpenfarbstoff gefärbtem Gewebe, wobei das Gewe- be mit Hydroxyalkansulfinsäure mit 2 bis 6, vorzugsweise mit 2 bis 3 Kohlenstoffatomen, insbesondere mit Hydroxyethansulfinsäure, behandelt wird.

Hierbei ist es bevorzugt, wenn die Hydroxyalkansulfinsäure in einer Mi- schung mit Hydroxyalkansulfonsäure mit 2 bis 6, vorzugsweise mit 2 bis 3, insbesondere mit Hydroxyethansulfonsäure, vor allem in einem Verhältnis von Hydroxyalkansulfinsäure mit Hydroxyalkansulfonsäure von ca. 3 : 1 bis ca. 1 : 3, insbesondere von ca. 1 : 1 vorliegt. Die Hydroxyalkansulfonsäure

kann jedoch auch von der Hydroxyalkansulfinsäure abgetrennt werden (siehe unten).

Unter Gewebe gemäß der vorliegenden Erfindung versteht man cellulosehalti- ges Gewebe aus natürlichem cellulosehaltigem Material, wie Baumwolle, Leinen oder Hanf, oder aus regeneriertem cellulosehaltigem Material, wie Modalfasern oder Zellwolle (Viskosereyon).

In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird das Gewebe zusätzlich und vorzugsweise gleichzeitig mit einem Abziehmittel, insbesondere mit Polyvinylpyrrolidon, behandelt, da dadurch vor allem verhindert wird, daB der farblose Schuß durch den in Lösung gegangenen Farbstoff gefärbt wird.

Das Verhältnis von Hydroxyalkansulfinsäure und Abziehmittel ist hierbei vor- teilhafterweise ca. 20 : 1 bis ca. 5 : 1, vorzugsweise ca. 9 : 1.

Im allgemeinen ist es auch vorteilhaft, wenn das erfindungsgemäße Ver- fahren bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise ca. 40-100°C, insbesondere ca. 60-100°C, speziell ca. 75-80°C durchgeführt wird. Hierbei ist es bevor- zugt, wenn das Verfahren unter alkalischen Bedingungen, vorzugsweise bei einem pH-Wert von ca. 10,2-11, 3, insbesondere von 10,8-11, 1 durchgeführt wird.

Die Steuerung der teilweisen Entfärbung des Gewebes erfolgt im allgemeinen entweder durch Temperaturerhöhung oder durch die Alkalimenge. Bei dem erstgenannten Verfahren werden im allgemeinen Alkali-und Hydroxyalkansul- finsaure allein oder in den oben näher beschriebenen Ausführungsformen zusammen mit dem teilweise zu entfärbendem Gewebe beispielsweise bei Raumtemperatur vorgelegt und die Entfärbung durch Erhöhung der Tempera- tur in den oben genannten Bereich gesteuert ("All-in-Verfahren"). Bei dem zweiten Verfahren wird lediglich die Hydroxyalkansulfinsäure allein oder in

den oben näher beschriebenen Ausführungsformen zusammen mit dem teilweise zu entfärbendem Gewebe vorgelegt, auf die oben genannten Tempe- raturbereiche erhitzt und die Entfärbung durch Zugabe von Alkalilauge (Natrium-oder Kaliumhydroxidlauge) gesteuert (Laugedosierverfahren).

Die Herstellung der Hydroxyalkansulfinsäure erfolgt nach allgemein bekann- ten Verfahren, beispielsweise durch Umsetzung von Natriumdithionit mit einem Aldehyd, z. B. mit Acetaldehyd zur Herstellung der Hydroxyethansul- finsäure. Hierbei entsteht eine Mischung von Hydroxyalkansulfinsäure und Hydroxyalkansulfonsäure, aus der die Hydroxyalkansulfonsäure abgetrennt werden kann. Die Hydroxyalkansulfinsäure, insbesondere die Hydroxyethan- sulfinsaure, liegt vorzugsweise in flüssiger Form vor, da dadurch eine automatische Prozessteuerung des Verfahrens möglich ist. Beispielsweise ist die flüssige Form der Hydroxyethansulfinsäure auch als Mischung mit Hy- droxyethansulfonsäure lagerstabil, was besonders vorteilhaft ist.

Als Küpenfarbstoffe eignen sich beispielsweise indigoide Farbstoffe, wie z.

B. Indigo, Dibromindigo, Indigocamin, Tetrabromindigo, Tetrachlorindigo oder Thioindigo ; anthrachinoide Farbstoffe, wie z. B. Indanthren Blau BC, Indanthren Braun NG, Indanthren Brillantgrün FFB, Indanthren Brillantorange GK, Indanthren Brillantorange GR, Indanthren Brillantorange RK, Indanthren Brillantrosa R, Indanthren Brillantviolett R extra, Indanthren Dunkelblau BOA, Indanthren Goldorange G, Indanthren Grau M, Indanthren Olivgrün B, Indanthren Rot RK, Indanthren Rot FBB oder Indanthren Rotviolett RH ; oder Schwefel-Farbstoffe, wie z. B. Schwefelschwarz T. Für das erfindungs- gemäBe Verfahren sind vor allem indigoide Farbstoffe, insbesondere Indigo, bevorzugt.

Die Hydroxyalkansulfinsäure und insbesondere die Hydroxyethansulfinsäure allein oder in den oben näher beschriebenen Ausführungsformen eignet sich

für das erfindungsgemäße Verfahren in vorteilhafter Weise, vor allem weil ihre Reaktivität zwischen den schwachen Reduktionsmitteln, wie Glukose oder Hydroxyaceton, und den starken Reduktionsmitteln, wie Hydrogensulfit oder Thioharnstoffdioxid, liegt. Hierdurch wird das gefärbte Gewebe ins- besondere unter den erfindungsgemäßen Bedingungen im allgemeinen bis zu ca. 80-90% ungleichmäßig entfärbt und der farblose Schuß bleibt im wesent- lichen ungefärbt. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann folglich der sogenannte"wash down"-Effekt besonders gut, einfach und wirtschaftlich erreicht werden. Dadurch ist das erfindungsgemäße Verfahren insbesondere für den Einsatz in der Jeans-Wäscherei geeignet.

Das folgende Beispiel soll die Erfindung näher erläutern, ohne sie darauf zu beschränken.

Beispiel In einer Trommelwaschmaschine mit 30 kg Fassungsvermögen werden 5 kg zuvor entschlichtete und mit Enzym und/oder Bimsstein behandelte Blue- Jeans-Hosen aus indigofarbigem Denimgewebe mit 2 % fixiertem Indigo in der Kette in einem wäßrigen Behandlungsbad im Flottenverhältnis 10 : 1 bei 70 bis 90°C behandelt. In das wäBrige Behandlungsbad wird zuerst eine wäßrige Lösung von 3 g pro Liter Hydroxyethansulfinsäure und anschließend eine wäßrige Lösung von 0,5 g pro Liter Polyvinylpyrrolidon als Abzieh- mittel (backstain-inhibitor) gegeben. Durch Zugabe von Natronlauge und Puffer wird der pH-Wert auf 5, 5 bis 8,5 eingestellt und damit die Aus- bildung des reduktiven Milieus ausgelöst. Die in der Trommelwaschmaschine vorhandene Luft (ca. 150 1) verliert ihren Sauerstoffgehalt und die Hosen nehmen die gelbe Farbe des Leukoindigos an. Nach ca. 20 Minuten Ver- küpungszeit wird das Behandlungsbad abgelassen. Die Hosen werden mit kaltem Wasser gespült, wobei zur Entfernung von Resten des Reduktions- mittels 1 mi pro Liter Spülwasser Wasserstoffperoxid (30 Vol.-%) zugesetzt werden. Nach dem Schleudern und Trocknen haben die Hosen den ge- wünschten kontrastreichen wash down-Look.




 
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