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Title:
METHOD FOR BREAKING DOWN A SOLID PARTICLE MIXTURE CONTAINING IRIDIUM METAL AND/OR IRIDIUM OXIDE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2016/169674
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for breaking down fine iridium, having the following steps: (a) breaking down 1 wt.% of fine iridium in an alkalinically oxidizing manner with 3 to 20 wt.% of a combination of 40 to 70 wt.% of sodium hydroxide, 15 to 30 wt.% of sodium nitrate, and 10 to 40 wt.% of sodium peroxide in the melt, the sum of the weight percentages equaling 100 wt.%, (b) cooling down the broken down material formed in step (a) to 20 to 70 °C, (c) dissolving the acid-soluble components of the cooled broken down material in water/hydrohalic acid until an acidic aqueous solution with a pH value ranging from -1 to +1 is obtained, and (d) boiling down the acidic aqueous solution obtained in step (c) until the formation of nitrogen oxide gases has ended, wherein a step (e) of separating insoluble components from the acidic aqueous solution can be carried out prior to or after step (d) if required.

Inventors:
STETTNER, Martin (Bornfelderstr. 14, Altenstadt, 63674, DE)
GÜNTHER, Magdalena (Heinrichstr. 2, Biebergemünd, 63599, DE)
FUCHS ALAMEDA, Stefanie (Biebertalstr. 28, Biebergemünd, 63599, DE)
THIEL, Vasco (Wasserloser Str. 34, Alzenau, 63755, DE)
VOSS, Steffen (Dolmenring 14, Limeshain, 63694, DE)
Application Number:
EP2016/053818
Publication Date:
October 27, 2016
Filing Date:
February 24, 2016
Export Citation:
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Assignee:
HERAEUS DEUTSCHLAND GMBH & CO. KG (Heraeusstr. 12-14, Hanau, 63450, DE)
International Classes:
C22B5/12; C22B7/00; C22B11/00
Foreign References:
US4002470A1977-01-11
US6458183B12002-10-01
EP2090669A22009-08-19
KR20100131238A2010-12-15
JP2009235513A2009-10-15
GB2413323A2005-10-26
Attorney, Agent or Firm:
HERAEUS IP (Heraeus Holding GmbH, Heraeusstr. 12 - 14, Hanau, 63450, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1 . Verfahren zum Aufschluss von Iridiumfeine, umfassend die Schritte:

(a) alkalisch oxidierendes Aufschliessen von 1 Gewichtsteil Iridiumfeine mit 3 bis 20 Gewichtsteilen einer Kombination umfassend 40 bis 70 Gewichtsanteile Natriumhydroxid, 15 bis 30 Gewichtsanteile Natriumnitrat und 10 bis 40 Gewichtsanteile Natriumperoxid in der Schmelze, wobei die Summe der Gewichtsanteile 100 Gewichtsanteile beträgt,

(b) Abkühlen des in Schritt (a) gebildeten Aufschlussmaterials auf 20 bis 70 °C,

(c) Lösen der säurelöslichen Anteile des abgekühlten Aufschlussmaterials in Wasser/Halogenwasserstoffsäure bis zum Erhalt einer sauren wässrigen Lösung mit einem pH-Wert im Bereich von -1 bis +1 , und

(d) Verkochen der in Schritt (c) erhaltenen sauren wässrigen Lösung bis zum Ende der Bildung nitroser Gase,

wobei vor oder nach Schritt (d) bei Bedarf ein Schritt (e) des Abtrennens unlöslicher Bestandteile aus der sauren wässrigen Lösung erfolgen kann.

2. Verfahren nach Anspruch 1 ,

wobei die Kombination 45 bis 60 Gewichtsanteile Natriumhydroxid, 15 bis 25 Gewichtsanteile Natriumnitrat und 15 bis 25 Gewichtsanteile Natriumperoxid umfasst.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

wobei die Kombination neben Natriumhydroxid, Natriumnitrat und Natriumperoxid keine weiteren Substanzen umfasst.

4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei Natriumhydroxid vorgelegt und das Natriumperoxid nach Zugabe der Iridiumfeine zugesetzt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei nach vollständiger Zugabe aller Komponenten die so erhaltene Schmelze auf eine Temperatur im Bereich von 600 bis 660 °C gebracht und dort für 2 bis 5 Stunden gehalten wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei ein während Verfahrensschritt (c) zur Anwendung kommendes

Gewichtsverhältnis von Aufschlussmaterial : Wasser : 8N- bis 12N- Halogenwasserstoffsäure im Bereich von 1 : 2-5 : 3-10 liegt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,

wobei die Iridiumfeine ein Gemisch anorganischer Feststoffpartikel ist, welches metallisches Iridium und/oder Iridiumoxid bei einem Gesamtiridiumanteil von 20 bis 99 Gew.-% im Gemisch enthält.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

wobei die Iridiumfeine ein Gemisch von Feststoffpartikeln ist, das aus

(A) 0 bis 99 Gew.-% metallischen Iridiums,

(B) 0 bis 20 Gew.-% mindestens eines von Iridium verschiedenen, elementar vorliegenden Metalls ausgewählt aus der Gruppe der Metalle der

Ordnungszahlen 13, 21 -30, 39-50, 72-76 und 78-82,

(C) 0 bis 99 Gew.-% Iridiumoxid,

(D) 0 bis 70 Gew.-% mindestens eines von Iridiumoxid verschiedenen

Metalloxids,

(E) 0 bis 30 Gew.-% mindestens einer von (A) bis (D) verschiedenen

anorganischen Substanz, und

(F) 0 bis 1 Gew.-% organischer Substanz

besteht,

wobei die Summe der Gew.-% der Komponenten (A) bis (F) 100 Gew.-% und der Gesamtiridiumgehalt der Iridiumfeine 20 bis 99 Gew.-% beträgt. Verfahren nach Anspruch 8,

wobei das mindestens eine Metalloxid der Komponente (D) ausgewählt ist aus der aus Oxiden der Metalle der Komponente (B), Alkalimetalloxiden und

Erdalkalimetalloxiden bestehenden Gruppe.

0. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9,

wobei die mindestens eine anorganische Substanz der Komponente (E) weder (i) sauer reagierende Substanzen, noch (ii) mittels Natriumperoxid oder Natriumnitrat unter Feuererscheinung oder gar Explosion oxidierbare Substanzen umfasst.

1 . Verfahren nach Anspruch 8, 9 oder 10,

wobei die mindestens eine anorganische Substanz der Komponente (E) aus der aus (i) festen Nichtmetalloxiden, (ii) einfachen oder Komplexsalzen, (iii) von Oxiden, einfachen Salzen und Komplexsalzen der Komponente (ii) verschiedenen Oxo-, Schwefel- und/oder Phosphorverbindungen eines oder mehrerer Metalle der Ordnungszahlen 13, 21 -30, 39-50, 72-82 und (iv) Kohlenstoff bestehenden

Gruppe ausgewählt ist.

2. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 1 1 ,

wobei die absoluten Korngrößen der Feststoffpartikel der Iridiumfeine im Bereich von 50 bis 200 μιτι liegen.

Description:
Verfahren zum Aufschluss eines metallisches Iridium und/oder Iridiumoxid umfassenden Gemischs von Feststoffpartikeln

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufschluss eines metallisches Iridium und/oder Iridiumoxid umfassenden Gemischs von Feststoffpartikeln. Ziel des Verfahrens ist der vollständige Aufschluss des Iridiums und die Gewinnung einer wässrigen Lösung, die eine weitere Aufreinigung und Gewinnung von Iridium oder Iridiumverbindungen erlaubt. Iridiumoxid bedeutet hier und in der weiteren Folge lr2O3 und/oder lrO2.

Schwierig aufzuschliessende Gemische anorganischer Feststoffpartikel, welche metallisches Iridium und/oder Iridiumoxid bei einem Gesamtiridiumanteil von 20 bis 99 Gew.-% (Gewichts-%) im Gemisch enthalten, können verschiedenen Quellen entstammen. Es kann sich bei solchen Gemischen beispielsweise um Erzkonzentrate aus der Erzaufbereitung oder um Iridium enthaltende Rückstände aus

Edelmetallaufbereitungsprozessen handeln. Bei der Anmelderin werden solche Gemische als„Iridiumfeine" bezeichnet, ein Begriff, der in der weiteren Folge für derartige Gemische verwendet wird.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung handelt es sich bei Iridiumfeine insbesondere um solche Gemische von Feststoffpartikeln, die aus

(A) 0 bis 99 Gew.-% metallischen Iridiums,

(B) 0 bis 20 Gew.-% mindestens eines von Iridium verschiedenen, elementar

vorliegenden Metalls ausgewählt aus der Gruppe der Metalle der

Ordnungszahlen 13, 21 -30, 39-50, 72-76 und 78-82,

(C) 0 bis 99 Gew.-% Iridiumoxid,

(D) 0 bis 70 Gew.-% mindestens eines von Iridiumoxid verschiedenen Metalloxids,

(E) 0 bis 30 Gew.-% mindestens einer von (A) bis (D) verschiedenen

anorganischen Substanz, und

(F) 0 bis 1 Gew.-% organischer Substanz bestehen, wobei die Sunnnne der Gew.-% der Komponenten (A) bis (F) 100 Gew.-% und der Gesamtiridiumgehalt der Iridiumfeine 20 bis 99 Gew.-% beträgt.

Bei den Metalloxiden der Komponente (D) handelt es sich um Oxide der Metalle der Komponente (B), Alkalimetalloxide und/oder Erdalkalimetalloxide; um

Missverständnisse auszuschliessen: Peroxide oder Superoxide dieser Metalle sind ausgeschlossen. Die Metalle der Metalloxide der Komponente (D) weisen im

allgemeinen Oxidationsstufen im Bereich von +1 bis +4 auf. Die Metalloxide der

Komponente (D) sind Feststoffe.

Die mindestens eine von (A) bis (D) verschiedene anorganische Substanz der

Komponente (E) umfasst insbesondere weder (i) sauer reagierende Substanzen wie beispielsweise Säuren, saure Salze, Säureanhydride oder dergleichen, noch (ii) mittels Natriumperoxid oder Natriumnitrat unter Feuererscheinung oder gar Explosion oxidierbare Substanzen wie beispielsweise anorganische Reduktionsmittel . Die mindestens eine von (A) bis (D) verschiedene anorganische Substanz der Komponente (E) kann beispielsweise aus der aus (i) festen Nichtmetalloxiden wie beispielsweise Siliziumdioxid, (ii) einfachen oder Komplexsalzen wie beispielsweise Silikaten, Sulfiden, Phosphiden, Sulfiten, Phosphiten, Sulfaten, Phosphaten und Metallaten, (iii) von

Oxiden, einfachen Salzen und Komplexsalzen der Komponente (ii) verschiedenen Oxo-, Schwefel- und/oder Phosphorverbindungen eines oder mehrerer Metalle der

Ordnungszahlen 13, 21 -30, 39-50, 72-82 und (iv) Kohlenstoff, beispielsweise Russ oder Graphit, bestehenden Gruppe ausgewählt sein. Es handelt sich bei den anorganischen Substanzen der Komponente (E) im wesentlichen um Feststoffe, d.h. die Komponente (E) besteht zu 95 bis 100 Gew.-%, bevorzugt zu 99 bis 100 Gew.-%, insbesondere vollständig aus Feststoffen.

Bevorzugt umfasst die Iridiumfeine keine Komponente (F). Es kann jedoch sein, dass sie > 0 bis 1 Gew.-% Komponente (F) enthält, dann jedoch im allgemeinen technisch bedingt und insofern unvermeidbar. Visuell betrachtet sind die Iridiumfeine-Gemische praktisch homogen, nicht zuletzt als Folge der absoluten Korngrößen der sie ausmachenden Feststoffpartikel, die im

Bereich von beispielsweise 50 bis 200 μιτι liegen. Die einzelnen oder einzelne

Feststoffpartikel können dabei eine oder mehrere der Komponenten (A) bis (F) umfassen.

Bekannt ist die Aufarbeitung von Iridiumfeine zwecks Aufschluss des darin enthaltenen Iridiums mittels Trockenchlorierung oder alkalisch oxidativer Schmelze mit KOH. Diese Prozesse sind zeitaufwendig und teuer; außerdem kann Kalium bei der

anschliessenden weiteren Edelmetallscheidung stören.

Ein alkalisch oxidativer Aufschluss von Iridiumfeine mittels einer NaOH-Schmelze gelingt nicht bzw. nur unvollständig. Aus GB2413323A ist der Aufschluss von metallischem Iridium durch Sintern mit Bariumperoxid bei hoher Temperatur bekannt.

Die Anmelderin hat erfolgreich versucht, Iridiumfeine mittels einer NaOH/Na2O2- Schmelze alkalisch oxidativ aufzuschliessen. Jedoch stellen solche NaOH/Na2O2- Schmelzen sehr aggressive, selbst Stähle und mithin übliche Apparaturen angreifende und daher ungünstige Medien dar.

Wie sich herausgestellt hat, können die vorbeschriebenen Nachteile durch das in der weiteren Folge erläuterte Aufschlussverfahren für Iridiumfeine vermieden werden.

Die vorliegende Erfindung besteht in einem Verfahren zum Aufschluss von Iridiumfeine, umfassend die Schritte:

(a) alkalisch oxidierendes Aufschliessen von 1 Gewichtsteil Iridiumfeine mit 3 bis 20 Gewichtsteilen einer Kombination umfassend 40 bis 70 Gewichtsanteile

Natriumhydroxid, 15 bis 30 Gewichtsanteile Natriumnitrat und 10 bis 40

Gewichtsanteile Natriumperoxid in der Schmelze, wobei die Summe der

Gewichtsanteile 100 Gewichtsanteile beträgt, (b) Abkühlen des in Schritt (a) gebildeten Aufschlussmaterials auf 20 bis 70 °C,

(c) Lösen der säurelöslichen Anteile des abgekühlten Aufschlussmaterials in

Wasser/Halogenwasserstoffsäure bis zum Erhalt einer sauren wässrigen Lösung mit einem pH-Wert im Bereich von -1 bis +1 , und

(d) Verkochen der in Schritt (c) erhaltenen sauren wässrigen Lösung bis zum Ende der Bildung nitroser Gase,

wobei vor oder nach Schritt (d) bei Bedarf ein Schritt (e) des Abtrennens unlöslicher Bestandteile aus der sauren wässrigen Lösung erfolgen kann. Die in der Beschreibung und den Ansprüchen verwendeten Begriffe„Halogen",

„Halogenwasserstoffsäure" bzw.„halogenwasserstoffsauer" bedeuten Brom und/oder Chlor, bevorzugt Chlor, Bromwasserstoffsäure und/oder Salzsäure, bevorzugt

Salzsäure bzw. bromwasserstoffsauer und/oder salzsauer, bevorzugt salzsauer. In Schritt (a) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird 1 Gewichtsteil

Iridiumfeine mit 3 bis 20 Gewichtsteilen, bevorzugt 3 bis 10 Gewichtsteilen einer Kombination umfassend 40 bis 70 Gewichtsanteile Natriumhydroxid, 15 bis 30

Gewichtsanteile Natriumnitrat und 10 bis 40 Gewichtsanteile Natriumperoxid in der Schmelze alkalisch oxidierend aufgeschlossen, wobei die Summe der Gewichtsanteile 100 Gewichtsanteile beträgt. Bevorzugt umfasst die Kombination 45 bis 60

Gewichtsanteile Natriumhydroxid, 15 bis 25 Gewichtsanteile Natriumnitrat und 15 bis 25 Gewichtsanteile Natriumperoxid, wobei die Summe der Gewichtsanteile 100

Gewichtsanteile beträgt. Besonders bevorzugt umfasst die Kombination neben

Natriumhydroxid, Natriumnitrat und Natriumperoxid keine weiteren Substanzen.

Grundsätzlich besteht für die Zugabereihenfolge von Iridiumfeine, Natriumhydroxid, Natriumnitrat und Natriumperoxid innerhalb des Verfahrensschritts (a) keine

Beschränkung, außer dass zweckmäßigerweise Natriumhydroxid vorgelegt und das Natriumperoxid zuletzt, also nach Zugabe der Iridiumfeine, zugesetzt wird. Zweckmäßig wird also zunächst eine Natriumhydroxid-Schmelze oder eine Schmelze aus

Natriumhydroxid und einem Anteil des, beispielsweise 20 bis 60 Gew.-% des

Natriumnitrats bereitet. Dabei kann die Iridiumfeine jederzeit zugegeben werden, beispielsweise vor, während und/oder nach vollständigem Aufschmelzen des Natriumhydroxids bzw. des

Natriumhydroxids/Natriumnitrats; mit anderen Worten, die Zugabe der Iridiumfeine kann dabei auf einmal oder in mehreren Teilmengen erfolgen. Die Temperatur in der

Schmelze liegt in bzw. bis zu diesem Stadium des Verfahrensschritts (a) im Bereich von beispielsweise 400 bis 450 °C. Im Anschluss werden das Natriumnitrat oder der noch nicht zugegebene Anteil des Natriumnitrats sowie das Natriumperoxid unter Beachtung der dabei üblicherweise erfolgenden Temperatursteigerung zugegeben; bevorzugt wird dabei eine Temperatur in der Schmelze von 580 °C nicht überschritten. Nach

vollständiger Zugabe aller Komponenten wird die so erhaltene Schmelze auf eine Temperatur im Bereich von beispielsweise 600 bis 660 °C gebracht und dort für beispielsweise 2 bis 5 Stunden gehalten, bevorzugt unter Durchmischen, beispielsweise Rühren. In Verfahrensschritt (b) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das in Schritt (a) gebildete Aufschlussmaterial auf 20 bis 70 °C abgekühlt, wobei es erstarrt. Es kann zweckmäßig sein, das Aufschlussmaterial noch als Schmelze in ein oder mehrere Behältnisse zu verbringen, in dem/denen der Folgeverfahrensschritt (c) stattfindet, und das Abkühlen darin erfolgen zu lassen. Der Abkühlvorgang erfolgt üblicherweise passiv ohne unterstützende Kühlung.

In Verfahrensschritt (c) des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die säurelöslichen Anteile des auf 20 bis 70 °C abgekühlten Aufschlussmaterials in

Wasser/Halogenwasserstoffsäure bis zum Erhalt einer sauren wässrigen Lösung mit einem pH-Wert im Bereich von -1 bis +1 gelöst. Die pH-Wert-Bestimmung stellt keine besonderen Anforderungen und kann mit einem üblichen pH-Meter erfolgen.

Zweckmäßig kann beispielsweise so vorgegangen werden, dass man das

Aufschlussmaterial zunächst in Wasser aufnimmt bzw. Wasser zum Aufschlussmaterial gibt und danach Halogenwasserstoffsäure, insbesondere starke

Halogenwasserstoffsäure, z.B. 8N- bis 12N-Halogenwasserstoffsäure bis zum Erhalt einer sauren wässrigen Lösung mit einem pH-Wert im Bereich von -1 bis +1 zugibt. Beispielsweise kann ein während Verfahrensschritt (c) zur Anwendung kommendes Gewichtsverhältnis von Aufschlussmaterial : Wasser : 8N- bis 12N- Halogenwasserstoffsäure im Bereich von 1 : 2-5 : 3-10 liegen. Zweckmäßigerweise wird das Aufschlussmaterial in der wässrigen Phase suspendiert, beispielsweise durch Rühren.

Die saure wässrige Lösung oder, genauer, die von unlöslichen Bestandteilen an sich freie, schon befreite oder noch zu befreiende saure wässrige Lösung wird in

Verfahrensschritt (d) des erfindungsgemäßen Verfahrens bis zum Ende der Bildung nitroser Gase (NO x ) verkocht, also bei Siedetemperatur. Das Ende der Bildung nitroser Gase kann visuell und, falls gewünscht, ergänzend analytisch verfolgt werden, beispielsweise durch Bestimmung des Nitrit- und Nitrat-Gehaltes in der wässrigen Lösung. Während der Verkochung, die neben der Entfernung von Nitrit bzw. Nitrat als nitrose Gase auch einer Aufkonzentrierung dient, kann Wasser und/oder

Halogenwasserstoffsäure zugesetzt werden, um den pH-Wert im Bereich von -1 bis +1 zu halten. Der Verkochungsvorgang dauert üblicherweise 5 bis 15 Stunden.

Nach Beendigung von Verfahrensschritt (d) erhält man eine saure wässrige Lösung, die das aufgeschlossene Iridium in gelöster Form, vermutlich als Halogenid und/oder Halogenoiridat, enthält.

Wie schon angedeutet, kann das erfindungsgemäße Verfahren bei Bedarf einen

Verfahrensschritt (e) umfassen. Sollte das Aufschlussmaterial also geringe Anteile von in der sauren wässrigen Lösung unlöslichen Bestandteilen enthalten bzw. sollte die in Verfahrensschritt (c) erhaltene saure wässrige Lösung geringe Anteile von unlöslichen Bestandteilen enthalten, beispielsweise in einer auf das in den Verfahrensschritten (a) bzw. (b) erhaltene Aufschlussmaterial bezogenen Größenordnung von bis zu 5 Gew.-%, so können diese Bestandteile in diesem optionalen Verfahrensschritt (e) abgetrennt werden. Dabei können übliche dem Fachmann bekannte Fest-Flüssig-Trennverfahren eingesetzt werden, beispielsweise Dekantieren, Abhebern, Abfiltrieren oder geeignete Kombinationen solcher Trennverfahren. Verfahrensschritt (e) kann vor oder nach Verfahrensschritt (d) erfolgen. Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich aus durch eine hohe Iridium- Wiederfindungsrate in der in Verfahrensschritt (d) erhaltenen sauren wässrigen Lösung. Beispielsweise liegt die Wiederfindungsrate bei 97-100 %, bezogen auf das in der in Verfahrensschritt (a) eingesetzten Iridiumfeine enthaltene Iridium. Mit anderen Worten, das erfindungsgemäße Verfahren erlaubt einen vollständigen oder zumindest nahezu vollständigen Aufschluss von Iridiumfeine im Hinblick auf die Überführung darin enthaltenen Iridiums in eine wässrig gelöste Form. Die in Verfahrensschritt (d) erhaltene saure wässrige Lösung erlaubt eine weitere Aufreinigung und Gewinnung von Iridium oder Iridiumverbindungen mittels dem Fachmann bekannter üblicher Verfahren.

Beispiele Beispiel 1 :

In einem Schmelztiegel wurden 35 kg Natriumnitrat sowie 200 kg Natriumhydroxid vorgelegt und bei 410 °C aufgeschmolzen. Unter Rühren wurden über einen Zeitraum von 1 ,5 Stunden weitere 35 kg Natriumnitrat sowie 70 kg einer Iridiumfeine

(Zusammensetzung gemäß Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), jeweils in Gew.-%: 9 Iridium, 3,4 Aluminium, 7 Silizium, 1 ,8 Calcium, 1 ,8 Chrom, 15 Eisen, 1 1 Kupfer, 9 Zink, 3,2 Rhodium, 1 ,5 Platin) zugegeben. Anschließend wurden 70 kg Natriumperoxid portionsweise zugegeben, wobei die Temperatur der Schmelze anstieg. Nach der Zugabe des Natriumperoxids wurde noch 1 h nachgerührt. Danach wurde die

Temperatur auf 610 °C erhöht und über einen Zeitraum von 5 Stunden gehalten.

Anschliessend wurde die Schmelze in zwei Schmelzwannen ausgegossen. Nach dem Abkühlen auf 20 °C wurde die erstarrte Schmelze mit insgesamt 1000 I Wasser versetzt und 4 Stunden aufsuspendiert. Die so erhaltene stark alkalische Suspension wurde in einem Kessel mit 1400 I 10N-Salzsäure unter Mantelkühlung auf einen pH-Wert von - 0,5 eingestellt. Dabei stieg die Temperatur auf 70 °C an. Die so erhaltene Lösung wurde über einen Zeitraum von 12 Stunden unter Freisetzung nitroser Gase verkocht, wobei zur Einhaltung des pH-Wertes der Lösung von -0,5 insgesamt weitere 900 I 10N- Salzsäure zugesetzt wurden. Danach wurde die Lösung filtriert. Die Wiederfindungsrate für Iridium betrug 97 % (errechnet aus dem mittels induktiv gekoppelter Plasmaemission (ICP) bestimmten Iridiumgehalt der sauren Lösung unter Bezug auf die eingesetzte Iridiumfeine mit 9 Gew.-% Iridiumanteil). Beispiel 2:

In einem Schmelztiegel wurden 35 kg Natriumnitrat sowie 200 kg Natriumhydroxid vorgelegt und bei 410 °C aufgeschmolzen. Unter Rühren wurden über einen Zeitraum von 1 ,5 Stunden weitere 35 kg Natriumnitrat sowie 70 kg einer Iridiumfeine

(Zusammensetzung gemäß Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA), jeweils in Gew.-%: 53 Iridium, 2,8 Aluminium, 6,1 Platin, 2,6 Eisen, 3,3 Silizium, 0,8 Chrom, 0,3 Nickel) zugegeben. Anschließend wurden 80 kg Natriumperoxid portionsweise zugegeben, wobei die Temperatur der Schmelze anstieg. Nach der Zugabe des Natriumperoxids wurde noch 1 h nachgerührt. Danach wurde die Temperatur auf 610 °C erhöht und über einen Zeitraum von 5 Stunden gehalten. Anschliessend wurde die Schmelze in zwei Schmelzwannen ausgegossen. Nach dem Abkühlen auf 20 °C wurde die erstarrte

Schmelze mit insgesamt 1000 I Wasser versetzt und 4 Stunden aufsuspendiert. Die so erhaltene stark alkalische Suspension wurde in einem Kessel mit 1400 I 10N-Salzsäure unter Mantelkühlung auf einen pH-Wert von -0,5 eingestellt. Dabei stieg die Temperatur auf 70 °C an. Die so erhaltene Lösung wurde über einen Zeitraum von 12 Stunden unter Freisetzung nitroser Gase verkocht, wobei zur Einhaltung des pH-Wertes der Lösung von -0,5 insgesamt weitere 900 I 10N-Salzsäure zugesetzt wurden. Danach wurde die Lösung filtriert. Die Wiederfindungsrate für Iridium betrug 99 % (errechnet aus dem mittels induktiv gekoppelter Plasmaemission (ICP) bestimmten Iridiumgehalt der sauren Lösung unter Bezug auf die eingesetzte Iridiumfeine mit 53 Gew.-%

Iridiumanteil).