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Title:
METHOD FOR CASE HARDENING A COMPONENT BY MEANS OF OIL JETS AND DEVICE FOR CARRYING OUT SAID METHOD
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/066717
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for treating a component comprising a metallic or ceramic material with a crystalline, semi-crystalline or amorphous structure. According to said method, to case-harden the component, at least part of the surface of the component is exposed to an oil jet, whilst the temperature of the oil and/or the component is regulated. The invention also relates to a device for carrying out said method.

Inventors:
Nierlich, Wolfgang (Zeppelinstrasse 16, Schweinfurt, 97424, DE)
Gegner, Jürgen (Geschwister-Scholl-Strasse 35, Fürth, 90765, DE)
Application Number:
PCT/EP2005/012962
Publication Date:
June 29, 2006
Filing Date:
December 03, 2005
Export Citation:
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Assignee:
AB SKF (Hornsgatan 1, Göteborg, S-415 59, SE)
Nierlich, Wolfgang (Zeppelinstrasse 16, Schweinfurt, 97424, DE)
Gegner, Jürgen (Geschwister-Scholl-Strasse 35, Fürth, 90765, DE)
International Classes:
C21D7/06; B24C1/10; C04B41/00
Foreign References:
DE3917380A1
US5258082A
EP0960950A1
Other References:
DATABASE WPI Section Ch, Week 199025 Derwent Publications Ltd., London, GB; Class M24, AN 1990-191943 XP002375910 -& SU 1 507 817 A (COMPRESSOR EQUIP) 15. September 1989 (1989-09-15)
Attorney, Agent or Firm:
Kohl, Thomas (SKF GmbH, Patentabteilung Gunnar-Wester-Strasse 12, Schweinfurt, 97421, DE)
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Claims:
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Verfahren und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens Verfahren zum Behandeln eines Bauelements, umfassend ein Material kristalliner, teilkristalliner und/oder amorpher Struktur, bei dem für ein Rand schichtverfestigen wenigstens ein Teil einer Oberfläche des Bauelements mit einem Ölstrahl gestrahlt wird, wobei das Ölstrahlen mit einem temperierten Öl durchgeführt wird und/oder das Bauteil temperiert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Ölstrahlen unter Hochdruck, insbesondere mit einem Druck größer in etwa 150 bar, erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei das Ölstrahlen unter Schutzgasatmosphäre erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei das Bauelement während des Ölstrahlens und/oder dem Ölstrahlen zeitlich nachfolgend temperiert wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei mit Temperaturen zwischen etwa 80 0C und 400 0C temperiert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei für das Bauelement aus einem martensitisch durch oder randschichtgehärteten Wälzlagerstahl mit Temperaturen zwischen 100 0C und 220 0C temperiert wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei für das Bauelement aus einem bainitischen Stahl mit Temperaturen zwischen etwa 100 0C und 300 0C temperiert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, wobei das Ölstrahlen mit einer Temperatur durchgeführt wird, die kleiner einer Anlass oder Umwandlungstemperatur einer zeitlich vorangehenden Wärmebehandlung des Bauelements ist.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei dem Ölstrahlen zeitlich vorausgehend ein Wärmebehandeln und/oder Feinbearbeiten des Bauelements durchgeführt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei das Feinbearbeiten ein Hartdrehen, Schleifen und/oder Honen umfasst.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Material ein Metall ist.
12. Verfahren nach Anspruch 11, wobei das Metall ein Stahl, insbesondere ein Wälzlagerstahl ist.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, wobei das Material eine Keramik ist.
14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, wobei das Bauelement ein Teil eines Wälzlagers, insbesondere ein Laufring und/oder ein Wälzkörper des Wälzlagers ist.
15. Verfahren nach Anspruch 14, wobei die Laufbahnen des Laufrings und/oder des Wälzkörpers gestrahlt werden.
16. Verfahren nach Anspruch 1 bis 15, wobei nach dem Ölstrahlen ein mechani sches Bearbeiten wenigstens des Teils der Oberfläche mit einer Abtragtiefe bis maximal etwa 15 μm erfolgt.
17. Verfahren nach Anspruch 16, wobei gehont wird.
18. Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens nach Anspruch 1.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, wobei die Vorrichtung Haltemittel für ein Halten des Bauelements während des Bestrahlens und Abstrahlmittel zum Ausgeben des Ölstrahls umfasst.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 oder 19, wobei die Haltemittel für ein Verdrehen eines im wesentlichen rotationssymmetrischen Bauelements um seine Hauptachse und/oder ein Bewegen in Richtung der Hauptachse ausgebildet sind.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 20, wobei die Abstrahlmittel bezüglich eines im wesentlichen rotationssymmetrischen Bauelements wenigstens in Richtung der Hauptachse des Bauelements bewegbar ausgebildet sind.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 21, wobei die Abstrahlmittel wenigstens eine Düse, insbesondere in einer Ausbildung als Spaltdüse umfassen.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 22, wobei die Vorrichtung Erwärmungsmittel für ein Temperieren des Öls und/oder des Bauelements um fasst.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 18 bis 23, wobei die Vorrichtung zum Ölstrahlen unter einer Schutzgasatmosphäre ausgebildet ist.
Description:
VERFAHREN ZUM RANDSCHICHTVERFESTIGEN MITTELS ÖLSTRAHLEN UND VORRICHTUNG ZUM DURCHFÜHREN DES VERFAHRENS

B e s c h r e i b u n g

Verfahren und Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Behandeln eines Bauelements und eine Vorrichtung zum Durchführen des Verfahrens.

Wälzlageroberflächen sind unter bestimmten tribologischen Beanspruchungsbedin- gungen anfällig für Rissbildung. Dabei erfolgt die Risseinleitung, ggf. triboche- misch unterstützt, anders als bei klassischer Wälzermüdung an der Laufbahnoberfläche selbst und die Rissausbreitung derart, dass es zum Abblättern der betroffenen Oberflächenschichten kommt. Dieser Mechanismus besitzt bei Lagerungen, die für lange Laufzeiten ausgelegt sind, besondere Bedeutung.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren zum Behandeln eines mechanisch, insbesondere dynamisch, tribologisch und/oder korrosiv beanspruchten Bauelements bereitzustellen, so dass möglichst lange Gebrauchsdauern erzielt werden.

Die Aufgabe wird durch den Gegenstand des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Gemäß Anspruch 1 wird bei einem Verfahren zum Behandeln eines Bauelements, umfassend ein Material kristalliner, teilkristalliner oder amorpher Struktur, also insbesondere metallisch oder keramisch, für ein Randschichtverfestigen, also ein

Veredeln eines oberflächennahen Bereichs, wenigstens ein Teil einer Oberfläche des Bauelements mit einem Ölstrahl gestrahlt, wobei das Ölstrahlen mit einem temperierten Öl durchgeführt wird und/oder das Bauteil temperiert wird.

Die Erfindung beruht dabei auf der Erkenntnis, dass bei zyklischer Beanspruchung eines Bauelements, aus einem Material kristalliner, teilkristalliner oder amorpher Struktur, bei Keramik z.B. zugspannungsgesteuert, Oberflächenrisse mit Grübchenbildung entstehen können, wobei es speziell bei einem von der Oberfläche ausgehenden Versagen eines metallischen Bauelements im Schädigungsverlauf zu einem mechanisch induzierten Abbau der Druckeigenspannungen kommt. Mit dem Verfahren gemäß Anspruch 1 werden Druckeigenspannungen in der hochbeanspruchten Randschicht des behandelten Bauelements aufgebaut, die der Risseinleitung und -ausbreitung entgegenwirken und diese verzögern.

Weiterhin beruht die Erfindung auf der Erkenntnis, dass bei zyklischer Beanspruchung eines metallischen Bauelements, beispielsweise dem eingangs beschriebenen Überrollen des Laufrings durch die Wälzkörper, die im Betrieb zunehmend einsetzende Beweglichkeit von Versetzungen des Materials als wichtiger Mechanismus der Materialermüdung metallischer Werkstoffe wesentlich zur Werkstoffalterung (zunächst auch ohne metallographisch nachweisbare Gefügeumwandlung) und damit letztendlich zum Ausfall des Bauelements beiträgt. Mit dem Verfahren gemäß Anspruch 1 wird dabei über dynamische Reckalterungsvorgänge ein energetisch günstiger Zustand besagter Versetzungen stabilisiert und damit die Lebensdauer erhöht. Zugleich wird ein aufgebauter, risshemmender Druckeigenspannungszu- stand ohne betragsmäßige Abnahme stabilisiert.

Dadurch dass das Ölstrahlen mit einem raumtemperaturwarmen Öl verbunden mit einem zeitlich nachfolgenden Temperieren des Bauteils, mit einem temperierten Öl oder bei entsprechender Temperierung des Bauelements, insbesondere mit Tempe- raturen von etwa 80 0 C bis 400 0 C für das Temperieren durchgeführt wird, werden

mit Vorteil vorgenannte Stabilisierungsvorgänge begünstigt. Bei Keramiken sind auch höhere Temperaturen anwendbar. Zur Vermeidung einer Öloxidation kann unter Schutzgasatmosphäre, insbesondere einem Stickstoffstrom in einem geeigneten Gehäuse, gearbeitet werden.

Im Gegensatz zum Kugel- oder Sandstrahlen bleibt beim Ölstrahlen eine beispielsweise durch ein Honen hergestellte Oberflächenbeschaffenheit sehr geringer Rauhigkeit wesentlich besser erhalten, wohingegen beim Kugel- oder Sandstrahlen zum Erzielen der gleichen Oberflächenbeschaffenheit nach dem Strahlen zu schleifen und/oder honen wäre, wodurch wiederum mit Nachteil ein Teil der strahlbehandelten Bereiche wieder abgetragen wird. Im Gegensatz zum in der Technik bekannten Hochdruck- Wasserstrahlen sind beim Ölstrahlen wegen möglicher Temperatureinwirkung größere Tiefen der Materialverfestigung und/oder eine stärkere Verfestigung erzielbar, was beispielsweise bei einer röntgenographischen Analyse der fertigen Bauelemente durch Messung des Eigenspannungstiefenver- laufs (auch mechanisch möglich, z.B. Bohrlochverfahren) und insbesondere bei metallischen Bauteilen auch durch einen entsprechenden Rückgang der Halbwertsbreite nachweisbar ist. Weiterhin ist ein Wasserstahlen insbesondere bei nicht korrosionsbeständigen Materialen, insbesondere nicht rostfreien Stählen, eben wegen der Gefahr der Korrosionsschädigung nachteilig.

Weitere Vorteile, Merkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich im folgenden anhand der Beschreibung eines Warmölstrahlens eines aus Wälzlagerstahl gefertigten Laufrings eines Wälzlagers als einem Ausführungsbeispiel der Erfindung.

Im einem Gebiet einer (elastisch-)plastischen Schicht, die sich an die Laufbahnoberfläche des Laufrings unmittelbar anschließt und die bei Betrieb des Wälzlagers hochbeansprucht wird, entsteht infolge bleibender Verformung während der vorausgehenden Herstellungsschritte des Laufrings ein versetzungsreiches und

durch Substrukturen stabilisiertes Gefüge. Durch ein Warmölstrahlen besagter Laufbahnoberfläche wird ein günstiger Druckeigenspannungszustand in Oberflä- chennähe aufgebaut. Aufgrund einer mit der dynamischen Reckalterung vergleichbaren Verminderung der Versetzungsbeweglichkeit kommt es in der beeinflussten Randschicht zudem zur Stabilisierung eines gegen Materialermüdung beständigeren Gefüges.

Dabei wird speziell in Stählen der interstitiell gelöste Kohlenstoff im Gitter beweglich und kann unter Bildung sogenannter Cottrell- Wolken an die Versetzungskerne diffundieren, was auch als Segregation bezeichnet wird. Diese Atomanordnung ist energetisch begünstigt und wirkt daher bei Betrieb des Wälzlagers der einsetzenden Versetzungsbewegungen entgegen. Dadurch wird die Lebensdauer des Wälzlagers erhöht.

Mit dem Warmölstrahlen erfolgt gleichzeitig eine Stabilisierung des risshemmenden Druckeigenspannungszustandes, insbesondere in den bei Betrieb des Wälzlagers hochbeanspruchten Randschichten. Dabei werden je nach Einstellung der Strahlparameter (z.B. Geschwindigkeit und Öldichte) die Rissausbreitung hemmende Druckeigenspannungen mit Maximalwerten von mehreren hundert MPa und Tiefenverläufen bis in den Bereich von wenigen 10 bis über 100 μm erzeugt. Damit einhergehend werden mit Vorteil auch in größeren Abständen von der Laufbahnoberfläche bei nur geringem temperatur- und zeitabhängigen Abbau von Druckeigenspannungen mit Abnahme ihres Maximalwerts um typischerweise 10 % bis 20 % dort durch vorangegangene Hartbearbeitung (z.B. Drehen) erzeugte Versetzungs- anordnungen stabilisiert.

Geeignete Temperaturen für das Warmölstrahlen liegen dabei in Abhängigkeit vom

Material des Laufrings und angewandter Wärmebehandlung im Bereich zwischen

80 0 C und 400 0 C. Für einen martensitisch durch- oder randschichtgehärteten (z.B. Einsatzhärten oder Induktionshärten) Wälzlagerstahl liegt der typische Bereich

zwischen 100 0 C und 220 0 C, wohingegen beispielsweise für einen bainitischen Stahl zwischen 100 0 C und 300 0 C günstig sind. Weiterhin ist die Temperatur natürlich auch unter Beachtung der jeweiligen Maßstabilitätsanforderungen des Laufrings gewählt. Falls der Ring induktiv oder im Ofen erwärmt wird, kann kurzzeitig (z.B. über 10 Minuten) auch eine höhere Temperatur gewählt werden. In Abhängigkeit von der Temperatur und der jeweiligen Ausbildung einer Anlage zum Durchführen des Warmölstrahlens wird zwischen ca. 1 bis 30 Minuten gestrahlt. Als Strahlöl wird dabei ein geeignetes, insbesondere ein entsprechend temperaturbeständiges Öl verwendet.

Das Ölstrahlen wird dabei bevorzugt als letzter Bearbeitungsschritt im Anschluss an eine Wärmebehandlung und/oder eine Feinbearbeitung, wie Hartdrehen, Hartfertigdrehen, Schleifen und Honen angewandt, doch kann auch eine mechanische Nachbearbeitung mit nur engbegrenztem Materialabtrag (z.B. Honen) zur Einstel- lung einer gewünschten Oberflächenqualität erfolgen. Da wie vorausgehend beschrieben durch das Warmölstrahlen infolge der Reckalterung auch der Versetzungszustand in größeren Tiefen unter der Laufbahnoberfläche stabilisierbar ist, führt eine Vorbearbeitung des Laufrings, beispielsweise mittels einer geeigneten mechanischen Bearbeitungsmethode (z.B. Hartdrehen), die auch in größeren Tiefen einen geeigneten Eigenspannungszustand einstellt, zu besonders günstigen Prozessresultaten.

Eine Vorrichtung zum Durchführen des Warmölstrahlens umfasst Haltemittel für ein Halten des Wälzlagerrings während des Bestrahlens und Abstrahlmittel zum Ausgeben des Ölstrahls. Die Haltemittel sind dabei beispielsweise für einen inneren Laufring derart ausgebildet, dass sie den Laufring innen halten und für ein vollständiges Strahlen der am Außenmantel des Laufrings angeordneten Laufbahn die Laufbahn an den Abstrahlmitteln vorbeidrehen und auch ein Bewegen in Richtung der Hauptachse des Laufrings ermöglichen. Dabei umfassen die Abstrahlmittel wenigstens eine Düse, insbesondere in einer Ausbildung als Spaltdüse. Weiterhin

umfasst die Vorrichtung Erwärmungsmittel für ein Temperieren des Öls und/oder des Laufrings mittels induktiver Erwärmung oder einem Ofen. In anderen Ausfüh- rungsformen können natürlich auch die Abstrahlmittel wenigstens in einer Raumrichtung bewegbar ausgebildet sein. Die Vorrichtung kann auch, insbesondere durch ein geeignetes Gehäuse, Ölstrahlen unter Schutzgasatmosphäre (z.B. Stickstoffstrom) erlauben.

Wälzlager mit Laufringen und/oder Wälzkörpern, die nach dem vorausgehend beschriebenen Verfahren hergestellten sind, sind dabei mit besonderem Vorteil beispielsweise in Getrieben einsetzbar.