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Title:
METHOD, CASTING TUBE, AND CONTINUOUS CASTING SYSTEM FOR CASTING A MELT MADE OF LIQUID METAL INTO A CONTINUOUSLY CAST PRODUCT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/117296
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for casting a melt (15) and to a casting tube (3) for a continuous casting system. The aim of the invention is to provide a method and casting tube (3) by means of which a cast product having a homogeneous, fine microstructure having a low proportion of segregation can be obtained. Said aim is achieved by a method comprising the following method steps: feeding the melt (15) from a casting distributor (1) into a chill mold (5), wherein the melt (15) is fed at least partially in the interior of at least one casting tube (3), and wherein the melt (15) is cooled in at least one casting tube (3), such that the melt (15) comprises a solid proportion of 10 to 60 wt % when exiting the casting tube (3); cooling the melt (15) in the chill mold (5), wherein an at least semi-solidified cast product is formed; and drawing the cast product out of the chill mold (5), wherein the cast product is supported, guided, and optionally further cooled by a strand support device downstream of the chill mold (5); wherein the cooling of the melt (15) takes place by means of at least one heat tube (8) or at least one thermosiphon.

Inventors:
CHIMANI, Christian (Frischaufstrasse 6, Pfarrkirchen, A-4540, AT)
DIPOLT, Christian (Weinheberstrasse 21, Wels, A-4600, AT)
HAHN, Susanne (Voltastrasse 22, Linz, A-4040, AT)
SCHADEN, Thomas (Leharstrasse 12/3/97, Linz, A-4020, AT)
SHAN, Guoxin (Am Bindermichl 61, Linz, A-4020, AT)
Application Number:
EP2011/054442
Publication Date:
September 29, 2011
Filing Date:
March 23, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS VAI METALS TECHNOLOGIES GMBH (Turmstraße 44, Linz, A-4031, AT)
CHIMANI, Christian (Frischaufstrasse 6, Pfarrkirchen, A-4540, AT)
DIPOLT, Christian (Weinheberstrasse 21, Wels, A-4600, AT)
HAHN, Susanne (Voltastrasse 22, Linz, A-4040, AT)
SCHADEN, Thomas (Leharstrasse 12/3/97, Linz, A-4020, AT)
SHAN, Guoxin (Am Bindermichl 61, Linz, A-4020, AT)
International Classes:
B22D11/04; B22D11/112; B22D41/60; B22D41/62
Attorney, Agent or Firm:
MAIER, Daniel (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zum Vergießen einer Schmelze (15) aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen Gießprodukt, aufweisend die folgenden Verfahrensschritte:

- Zuführen der Schmelze (15) aus einem Gießverteiler (1) in eine Kokille (5), wobei die Schmelze (15) wenigstens teilweise im Inneren zumindest eines Gießrohrs (3) geführt wird, und wobei die Schmelze (15) beim Zuführen in

zumindest einem Gießrohr (3) abgekühlt wird, sodass die

Schmelze (15) beim Verlassen des Gießrohrs (3) einen

Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % aufweist;

- Abkühlen der Schmelze (15) in der Kokille (5), wobei sich ein zumindest teilerstarrtes Gießprodukt ausbildet; und - Ausziehen des Gießprodukts aus der Kokille (5) , wobei das Gießprodukt von einer der Kokille (5) nachgelagerten

Strangstützeinrichtung gestützt, geführt und

gegebenenfalls weiter abgekühlt wird;

dadurch gekennzeichnet,

dass das Abkühlen der Schmelze (15) mittels zumindest eines Wärmerohrs (8) oder zumindest eines Thermosiphons erfolgt.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze (15) beim Zuführen in allen Gießrohren (3) abgekühlt wird, sodass die Schmelze (15) beim Verlassen je eines Gießrohrs (3) einen Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % aufweist.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze (15) beim Zuführen in zumindest einem Teil der Gesamtlänge des Gießrohrs (3) mittels einer elektromagnetischen Rühreinrichtung (18) gerührt wird. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Feststoffanteil der austretenden Schmelze (15) in Abhängigkeit eines Abstands, vorzugsweise dem minimalen Abstand, zwischen dem Gießrohr (3) und einer Seitenwand der Kokille (5) eingestellt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Feststoffanteil in Abhängigkeit der minimalen Oberflächentemperatur des Gießspiegels (6)

eingestellt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelze (15) bei einem einsetzenden Zufrieren des Gießrohrs (3) entweder weniger stark oder nicht abgekühlt, oder intensiver mittels der elektromagnetischen Rühreinrichtung (18) gerührt wird, sodass das Gießrohr (3) durch die Schmelze (15) durchgespült wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Durchspülen bei einem Absinken des Gießspiegels (6) in der Kokille (5) unter einen Sollwert oder bei einer

Überschreitung einer maximalen Absinkgeschwindigkeit

initiiert wird.

8. Gießrohr (3) für eine Stranggießanlage zum Vergießen einer Schmelze (15) aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen Gießprodukt, wobei das Gießrohr (3) als ein in seiner

Längsrichtung beidseitig offenes Rohr ausgebildet ist und sein oberes Ende mit einem Gießverteiler (1) und sein unteres Ende strömungsmechanisch mit einem Gießspiegel (6) einer Schmelze (15) in einer Kokille (5) verbunden ist, wobei das Gießrohr (3) zumindest eine aktive Kühleinrichtung zum

Abkühlen einer das Rohr durchströmenden Schmelze (15) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Kühleinrichtung (8) mit einem Teil der Mantelfläche des Rohrs in Verbindung steht, wobei die Kühleinrichtung (8) als ein Wärmerohr (8) oder ein Thermosiphon ausgebildet ist.

9. Gießrohr nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektromagnetische Rühreinrichtung (18) mit einem sich in Längsrichtung erstreckenden Teil der Mantelfläche des Rohrs in Verbindung steht.

10. Stranggießanlage zum Vergießen einer Schmelze (15) aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen Gießprodukt, umfassend

- einen Gießverteiler (1) zur Aufnahme der Schmelze (15);

- eine gekühlte Kokille (5) zur Ausbildung eines zumindest teilerstarrten Gießprodukts;

- zumindest ein Gießrohr (3) nach einem der Ansprüche 8 bis 9, wobei sein oberes Ende mit dem Gießverteiler (1) und sein unteres Ende mit der Kokille (5) strömungsmechanisch verbunden ist; und

- eine der Kokille (5) nachgelagerte Strangstützeinrichtung zum Führen, Stützen und gegebenenfalls weiterem Abkühlen des Gießprodukts.

11. Stranggießanlage nach Anspruch 10, dadurch

gekennzeichnet, dass der Gießverteiler (1) mittels wenigstens drei Gießrohren (3) mit der Kokille (5) strömungsmechanisch verbunden ist.

12. Stranggießanlage nach einem der Ansprüche 10 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (5) von einer

Abdeckplatte (4) zur Abdichtung des Gießspiegels (6)

gegenüber der Atmosphäre bedeckt ist, wobei die Abdeckplatte (4) mehrere Öffnungen (7) aufweist und je eine Öffnung (7) von einem Gießrohr (3) durchsetzt ist. 13. Verwendung des Gießrohrs nach einem der Ansprüche 8 bis 9 in einer Stranggießanlage zum Vergießen von flüssigem Stahl zu einem stranggegossenen Gießprodukt mit Knüppel-, Vorblock- oder Brammenquerschnitt.

Description:
Beschreibung

Verfahren, Gießrohr und Stranggießanlage zum Vergießen einer Schmelze aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen

Gießprodukt

Gebiet der Technik

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren, ein

Gießrohr und eine Stranggießanlage zum Vergießen einer

Schmelze aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen

Gießprodukt, sowie die Verwendung des Gießrohrs in einer Stranggießanlage zum Vergießen von flüssigem Stahl. Stand der Technik

Aus den Schriften JP 58218354 A2 und US 3770047 A ist es bekannt, ein Wärmerohr (engl. Heat pipe) im Bereich einer Kokille einer Stranggießanlage anzuordnen, sodass einerseits der Erstarrungsprozess von der Schmelze zum Gießprodukt beschleunigt wird und andererseits die Baulänge der

Stranggießanlage reduziert werden kann.

Aus der JP 1127154 A2 ist es bekannt, in eine Seitenwand einer Gießpfanne ein Wärmerohr zu integrieren, um die

Füllhöhe des Badspiegels zu detektieren.

Aus der JP 2004-314090 A2 ist eine Vorrichtung zum Zwei- Rollen-Dünnbandgießen (auch Zweiwalzengießen genannt)

bekannt, bei der eine metallische Schmelze von einem

Gießverteiler über mehrere Leitungen in den Gießspiegel zwischen den beiden Gießrollen geleitet und dabei abgekühlt wird. Konkrete Aussagen über den Feststoffanteil der Schmelze nach der Abkühlung können der Schrift nicht entnommen werden.

Zusammenfassung der Erfindung Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren, ein Gießrohr und eine Stranggießanlage der eingangs genannten Art zu schaffen, mit der ein Gießprodukt mit einem homogenen, feinen Gefüge mit einem geringen Seigerungsanteil erhalten werden kann. Eine weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, den

Erstarrungsprozess von der Schmelze zum Gießprodukt zu beschleunigen und die Baulänge der Stranggießanlage zu reduzieren .

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, das die folgenden Verfahrensschritte aufweist:

- Zuführen der Schmelze aus einem Gießverteiler in eine

Kokille, wobei die Schmelze wenigstens teilweise im

Inneren zumindest eines Gießrohrs geführt wird, und wobei die Schmelze beim Zuführen in zumindest einem Gießrohr abgekühlt wird, sodass die Schmelze beim Verlassen des Gießrohrs einen Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % aufweist ;

- Abkühlen der Schmelze in der Kokille, wobei sich ein

zumindest teilerstarrtes Gießprodukt ausbildet; und

- Ausziehen des Gießprodukts aus der Kokille, wobei das

Gießprodukt von einer der Kokille nachgelagerten

Strangstützeinrichtung gestützt, geführt und

gegebenenfalls weiter abgekühlt wird;

- wobei das Abkühlen der Schmelze mittels zumindest eines Wärmerohrs oder zumindest eines Thermosiphons erfolgt.

Dabei wird die Schmelze mittels wenigstens eines, bevorzugt mehrerer, Gießrohrs aus dem Gießverteiler in die Kokille zugeführt, wobei die Schmelze wenigstens teilweise im Inneren des Gießrohrs geführt wird. Unter dem Begriff „wenigstens teilweise im Inneren eines Gießrohr geführt" soll sowohl das Führen der Schmelze vom Gießverteiler in die Kokille mittels eines oder mehrerer Tauchrohre (engl, submerged entry nozzle, kurz SEN) , d.h. dass die Schmelze unterhalb des Gießspiegels der Kokille austritt, als auch das sogenannte

„Freistrahlgießen", d.h. dass die Schmelze oberhalb des

Gießspiegels der Kokille austritt, mitumfasst werden. Es hat sich als besonders günstig herausgestellt, die Schmelze bereits in dem zumindest einen Gießrohr abzukühlen, sodass die Schmelze beim Verlassen des Gießrohrs bereits einen

Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts %, bevorzugt 20 bis 60 Gewichts %, aufweist. Durch den hohen Feststoffanteil der

Schmelze bildet sich in der Kokille sehr rasch ein zumindest teilerstarrtes Gießprodukt aus, das in der Folge aus der Kokille ausgezogen und von einer der Kokille nachgelagerten Strangstützeinrichtung gestützt, geführt und gegebenenfalls weiter abgekühlt wird. Das so gebildete Gießprodukt,

beispielsweise mit Brammen-, Knüppel-, Vorblock- oder Balken- Querschnitt, ist durch die rasche Erstarrung qualitativ besonders hochwertig und weist insbesondere ein feines und homogenes Gefüge mit wenig Seigerungen auf. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, dass aufgrund des hohen Feststoffanteils die primären und

sekundären Kühlkreisläufe (der primärer Kühlkreislauf

betrifft die Kokille; der sekundäre Kühlkreislauf betrifft die Strangstützeinrichtung) der Stranggießanlage mit

geringerer Kühlleistung dimensioniert werden können.

Dabei erfolgt das Abkühlen der Schmelze mittels zumindest eines Wärmerohrs oder zumindest eines Thermosiphons . Durch die sehr hohe Wärmeleitfähigkeit (bis zum 1000-fachen von Kupfer bei einem spezifischen Wärmefluss von 100 bis 300

W/cm 2 ) von Heatpipes oder Thermosiphonen ist es möglich, der Schmelze schnell und gefahrlos sehr viel Wärme zu entziehen. Die Gefahr eines direkten Kontakts zwischen dem Arbeitsmedium der Heatpipe bzw. des Thermosiphons und der Schmelze besteht nicht, da der Kühlkreislauf der Heatpipe bzw. des

Thermosiphons räumlich von der Schmelze getrennt ist. Die extrem hohe Wärmeleitfähigkeit basiert auf einem zwei Phasen Umwandlungsprozess (flüssig-gasförmig) des Arbeitsmediums, wobei die Wärme in Form der latenten Wärme entlang der

Heatpipe bzw. des Thermosiphons transportiert wird. Heatpipes oder Thermosiphons bestehen normalerweise aus hermetisch verschlossenen Rohren oder einer anderen geschlossenen

Geometrie. Ein erstes Ende des Rohres steht im Kontakt mit der Wärmequelle, wodurch das Arbeitsmedium verdampft wird. Der Dampf strömt durch das Rohr zum zweiten Ende des Rohres, die als Wärmesenke ausgebildet ist, wo es wieder kondensiert und die transportierte Wärme durch die freiwerdende latente Wärme wieder abgibt. Das flüssige Arbeitsmedium wird dann entweder mit Hilfe der Schwerkraft (im Wesentlichen eine vertikale oder bzgl. der Vertikalen um einen spitzen Winkel geneigte Anordnung des Rohres) oder durch Ausnutzung des Kapillaren-Effekts (Beschichtung der Rohrinnenwand mit

Kapillaren, dadurch beliebige Anordnung des Rohrs möglich) zurück an das mit der Wärmequelle in Kontakt stehende Ende transportiert. Bezüglich der Funktionsweise von Heatpipes oder Thermosiphonen wird z.B. auf

http : //de . ikipedia . org/wiki/Wärmerohr verwiesen.

Nach einer Ausführungsform wird die Schmelze beim Zuführen in allen Gießrohren abgekühlt, sodass die Schmelze beim

Verlassen je eines Gießrohrs einen Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % aufweist.

Nach einer Ausführungsform können Heatpipes oder

Thermosiphone als Thermostaten betrieben werden, wodurch eine hochgenaue Einstellung des Feststoffanteils bzw. der

Temperatur der Schmelze erreicht wird.

Nach einer günstigen Ausführungsform wird die Schmelze über einem Teil der Gesamtlänge des Gießrohrs abgekühlt. Damit ist es möglich, die Kühlung in einem Bereich des Gießrohrs zu konzentrieren; prinzipiell ist es aber natürlich auch

möglich, die Schmelze über der Gesamtlänge des Gießrohrs abzukühlen .

Nach einer Ausführungsform wird die Schmelze beim Zuführen in zumindest einem Teil der Gesamtlänge des Gießrohrs mittels einer elektromagnetischen Rühreinrichtung gerührt. Dadurch werden die sich in der Schmelze ausbildenden Dendriten intensiv durchgemischt, sodass die Ausbildung eines

feinkörnigen, globularen Gefüges begünstigt wird. Nach einer vorteilhaften Ausführungsform wird der Feststoffanteil der austretenden Schmelze in Abhängigkeit, bevorzugt in einer direkt proportionalen Abhängigkeit, eines Abstands, vorzugsweise dem minimalen Abstand, zwischen dem Gießrohr und einer Seitenwand der Kokille eingestellt.

Dadurch tritt die Schmelze aus einem Gießrohr in Abhängigkeit des jeweiligen Abstands zwischen dem Gießrohr und einer benachbarten Seitenwand aus, sodass bevorzugt der

Feststoffanteil einer Schmelze, die durch ein zentral in der Kokille angeordnetes Gießrohr austritt, höher eingestellt wird, als der Feststoffanteil einer Schmelze, die durch ein dezentral angeordnetes, z.B. sich in unmittelbarer Nähe einer Seitenwand befindliches, Gießrohr austritt. Dadurch wird eine gleichmäßigere Temperaturverteilung der Schmelze in der

Kokille erreicht, was sich wiederum günstig auf die

metallurgischen Eigenschaften des Gießprodukts auswirkt.

Eine vorteilhafte, dazu alternative Ausführungsform besteht darin, den Feststoffanteil in Abhängigkeit der minimalen

Oberflächentemperatur des Gießspiegels einzustellen, wodurch eine Unterkühlung von Teilen des Gießspiegels verhindert wird . Nach einer vorteilhaften Ausführungsform wird die Schmelze bei einem einsetzenden Zufrieren des Gießrohrs entweder weniger stark oder nicht abgekühlt, oder intensiver mittels der elektromagnetischen Rühreinrichtung gerührt, sodass das Gießrohr durch die Schmelze durchgespült wird. Alternativ oder auch ergänzend dazu ist es möglich, ein Gießrohr

zyklisch, d.h. nach einer bestimmten Gießzeit, durchzuspülen.

Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform wird das Durchspülen des Gießrohrs bei einem Absinken des Gießspiegels in der Kokille unter einem Sollwert oder bei einer

Überschreitung einer maximalen Absinkgeschwindigkeit

initiiert . Eine unmittelbare Umsetzung des erfindungsgemäßen Verfahrens ist möglich, wenn das Gießrohr als ein in seiner

Längsrichtung beidseitig offenes Rohr ausgebildet ist und sein oberes Ende mit einem Gießverteiler und sein unteres Ende strömungsmechanisch mit einem Gießspiegel einer Schmelze in einer Kokille verbunden ist, wobei das Gießrohr zumindest eine, bevorzugt mehrere, aktive Kühleinrichtung zum Abkühlen einer das Rohr durchströmenden Schmelze aufweist, wobei die Kühleinrichtung mit einem Teil der Mantelfläche des Rohrs in Verbindung steht, und wobei die Kühleinrichtung als ein

Wärmerohr oder ein Thermosiphon ausgebildet ist.

Die Anordnung von mehreren Kühleinrichtungen in einer

Normalebene zur Längsachse des Gießrohrs, wobei die

Kühleinrichtungen vorzugsweise radial um den Schnittpunkt der Normalebene mit der Längsachse angeordnet sind und jeweils einen Winkelversatz zueinander aufweisen, ist vorteilhaft, da der Schmelze beim Abkühlen über den Umfang des Gießrohrs gleichmäßig Wärme entzogen wird.

In einer vorteilhaften Ausführungsform steht eine

elektromagnetische Rühreinrichtung mit einem sich in

Längsrichtung erstreckenden Teil der Mantelfläche des Rohrs in Verbindung.

Nach einer Ausführungsform ist der Durchmesser des Rohrs im Abschnitt der Kühleinrichtung geringer als in einem anderen Abschnitt . Eine erfindungsgemäße Stranggießanlage zum Vergießen einer Schmelze aus flüssigem Metall zu einem stranggegossenen

Gießprodukt umfasst

- einen Gießverteiler zur Aufnahme der Schmelze;

- eine gekühlte Kokille zur Ausbildung eines zumindest

teilerstarrten Gießprodukts;

zumindest ein Gießrohr nach einem der Ansprüche 9 bis 11, wobei sein oberes Ende mit dem Gießverteiler und sein unteres Ende mit der Kokille strömungsmechanisch verbunden ist; und

- eine der Kokille nachgelagerte Strangstützeinrichtung zum Führen, Stützen und gegebenenfalls weiterem Abkühlen des Gießprodukts.

Bezüglich einer möglichst gleichmäßigen Temperaturverteilung in der Kokille ist es vorteilhaft, wenn der Gießverteiler mittels wenigstens drei Gießrohren mit der Kokille

strömungsmechanisch verbunden ist.

Bezüglich der Vermeidung der Oxidation der Schmelze im

Gießspiegel der Kokille ist es vorteilhaft, dass die Kokille von einer Abdeckplatte zur Abdichtung des Gießspiegels gegenüber der Atmosphäre bedeckt ist, wobei die Abdeckplatte mehrere Öffnungen aufweist und je eine Öffnung von einem Gießrohr durchsetzt ist.

Es ist vorteilhaft, das Gießrohrs nach einem der Ansprüche 9 bis 14 in einer Stranggießanlage zum Vergießen von flüssigem Stahl zu einem stranggegossenen Gießprodukt mit Knüppel, Vorblock oder Brammenquerschnitt zu verwenden. Es ist

natürlich auch möglich, das erfindungsgemäße Verfahren für andere Querschnitte, z.B. Beam-Blank, zu verwenden.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht

einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:

Fig. 1 eine perspektivische Darstellung eines Gießverteilers mit drei Gießrohren, einer Abdeckplatte und einer Kokille Fig. 2 eine Explosionsdarstellung zu Fig. 1

Fig. 3 eine perspektivische Darstellung eines Gießrohrs mit drei Wärmerohren

Fig. 4 und 5 je eine geschnittene Darstellung eines Gießrohrs Beschreibung der Ausführungsformen Fig. 1 und 2

Die Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine Übersichtsdarstellung eines Maschinenkopfs einer Stranggießanlage. Dabei wird ein Gießverteiler 1 von einer nicht dargestellten Pfanne mit Stahlschmelze befüllt, wobei sich im Gießverteiler ein

Badspiegel 2 ausbildet. Um die Oxidation der Schmelze zu verhindern, ist der Badspiegel 2 zumindest teilweise mit Verteilerpulver bedeckt. Die Schmelze aus dem Gießverteiler 1 wird über drei Gießrohre 3 einer Kokille 5 zugeführt, wobei die Schmelze in den Gießrohren 3 auf einen Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % abgekühlt wird und anschließend mittels eines Freistrahls in die Kokille 5 eintritt, d.h. dass die Schmelze nur teilweise im Inneren jedes Gießrohrs geführt wird, da jedes Gießrohr einen Abstand in vertikaler Richtung zum Gießspiegel 6 aufweist. Durch diese Maßnahme ist gewährleistet, dass das untere Ende des Gießrohrs 3 nicht dem abrasiven Einfluss der Schmelze unterliegt. Um den

Gießspiegel 6 vor Oxidation zu schützen, ist die Kokille 5 von einer Abdeckplatte 4 bedeckt, deren Öffnungen 7 von

Gießrohren durchsetzt sind. Die Stranggießanlage weist selbstverständlich auch eine Strangstützeinrichtung auf;

diese als auch die dem Gießverteiler zugeordneten

Stopfenantriebe wurden aus Gründen der Übersichtlichkeit nicht dargestellt. Um eine gleichmäßige Temperaturverteilung der Schmelze in der Kokille 5 zu erreichen, wird die durch das zentrale, d.h. mittlere, Gießrohr austretende Schmelze stärker abgekühlt als die durch die beiden dezentralen

Gießrohre austretende Schmelze. Um das sogenannte Zufrieren des Gießrohrs zu verhindern, weist der Gießverteiler 1 eine größere vertikale Höhe aus, sodass der Badspiegel 2 einen größeren ferrostatischen Druck auf die durch das Gießrohr durchströmende Schmelze ausübt.

Fig. 3 Fig. 3 zeigt eine schematische Darstellung eines Gießrohrs 3 zum Vergießen einer Stahlschmelze, wobei das Gießrohr 3 als ein in seiner Längsrichtung beidseitig offenes Rohr

ausgebildet ist. Das Gießrohr 3 weist drei als Heatpipes ausgebildete Wärmerohre 8 auf, die es ermöglichen, die durchströmende Stahlschmelze abzukühlen, sodass die aus dem Gießrohr 3 ausströmende Schmelze einen Feststoffanteil von 10 bis 60 Gewichts % aufweist. Jedes Wärmerohr 8 steht mit einem Teil der Mantelfläche des Gießrohrs 3 in Verbindung und weist gegenüber einem benachbarten Wärmerohr 8 einen Winkelversatz von 120° auf, sodass sich eine gleichmäßig

Temperaturverteilung im Inneren des Gießrohrs 3 einstellt. Der obere Bereich jedes Wärmerohrs 8 steht mit einem

Wärmetauscher 12 in Verbindung, sodass die mittels des

Wärmerohrs der Stahlschmelze entzogene Wärmemenge an ein Kühlsystem abgegeben wird. Jeder Wärmetauscher 12 weist zudem mindestens einen Vorlauf 10 und mindestens einen Rücklauf 11 auf, wobei die den Wärmetauscher 12 durchströmende

Kühlflüssigkeit 9 spiralförmig um das Wärmerohr geführt wird, sodass ein guter Wärmeübergang auf die Kühlflüssigkeit 9 gewährleistet ist. Die in der Kühlflüssigkeit 9 enthaltene Wärmemenge, d.h. Energie, wird vorteilhafterweise einem nicht dargestellten Wärmerückgewinnungssystem zugeführt (siehe z.B. http : //de . wikipedia . org/wiki/Wärmerückgewinnung) .

Fig. 4

Fig. 4 zeigt einen Halbschnitt eines Gießrohrs 3 mit einem als Heatpipe ausgebildeten Wärmerohr 8. Eine Stahlschmelze 15 durchströmt das Gießrohr 3, wobei im Bereich der

Anschlussebene 13 mehrere Wärmerohre 8 eine aktive Kühlzone 17 bilden. Im Wärmerohr wird beim Abkühlen der Schmelze 15 ein Arbeitsmedium verdampft, das im Inneren des Wärmerohrs 8 als Dampf 16 aufsteigt. Der obere Bereich des Wärmerohrs 8 steht mit einem Wärmetauscher 12 in Verbindung, wobei dieser in Richtung des Vorlaufs 10 zum Rücklauf 11 von einer

Kühlflüssigkeit durchströmt wird. Die Kühlflüssigkeit nimmt dabei eine Wärmemenge auf, sodass das Arbeitsmedium kondensiert und als Flüssigkeit 14 wieder dem unteren Bereich des Wärmerohrs 8 zugeführt wird. Fig. 5

Fig. 5 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Gießrohrs 3, wobei diesem auch eine elektromagnetische Rühreinrichtung 18 zugeordnet ist. Die elektromagnetische Rühreinrichtung 18 weist eine oder mehrere Rührspulen zum intensiven Rühren der Schmelze im Gießrohr auf, sodass die Ausbildung eines

feinkörnigen, globularen Gefüges begünstigt wird.

In den Fig. 4 und 5 besteht das Wärmerohr zumindest teilweise aus einer Wolframlegierung (beispielsweise WC20, W5Re, W26Re, WCu, Densimet oder Intermet) , aus Siliziumnitrid

(beispielsweise SN400Z) , Siliziumcarbid (beispielsweise

SC300, SC300L) oder aus Titanborid (beispielsweise TB500F) , sodass eine ausreichende Warmfestigkeit gegeben ist.

Liste der Bezugszeichen

1 Gieß erteiler

2 Badspiegel

3 Gießrohr

4 Abdeckplatte

5 Kokille

6 Gießspiegel

7 Öffnung

8 Wärmerohr

9 Kühlflüssigkeit

10 Vorlauf

11 Rücklauf

12 Wärmetauscher

13 Anschlussebene

14 Flüssigkeit

15 Schmelze

16 Dampf

17 aktive Kühlzone

18 Elektromagnetische Rühreinrichtung

19 Symmetrieachse