GOMBERT, Bernd (Am Technologiepark 12, Seefeld, 82229, DE)
| Patentansprüche 1 . Verfahren zur Beruhigung eines Riementriebes, welcher mindestens einen Riemen (01 ) sowie zwei Riemenscheiben (02-04) umfasst und dem Antrieb eines Zusatzaggregates (09) eines Energieerzeugers, insbesondere einer Verbrennungskraftmaschine, dient, die folgenden Schritte umfassend: Ermitteln eines elastomechanischen Modells des Riementriebs und/oder Erstellen eines modellbasierten Beobachters (1 1 ), dessen Modellbasis den Riementrieb einschließt; Erfassen von Strom- und/oder Spannungs-Istwerten des Zusatzaggregates (09); - Strom- und/oder Spannungsregelung des Zusatzaggregates (09) unter Verwendung des modellbasierten Beobachters (1 1 ) oder des e- lastomechanischen Modells sowie der Strom- und/oder Spannungs- Istwerte. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass weiterhin mindestens ein Istwert einer mechanischen Größe erfasst wird, die die Leistung des Energieerzeugers beschreibt, und dass dieser Istwert bei der Strom- und/oder Spannungsregelung des Zusatzaggregates (09) berücksichtigt wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass aus dem erfassten Istwert der mechanischen Größe ein Stromsollwert des Zusatzaggregats (09) ermittelt wird. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die mechanische Größe eine Kurbelwellendrehzahl, ein Zündzeitpunkt oder eine Nockenwellenlage des Energieerzeugers ist. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzaggregat als Generator und Motor betreibbar ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als weitere Eingangsdaten zur Stützung des elastomechanischen Modells bzw. zur Adaption des Beobachters, Sensordaten verwendet werden, die den Belastungszustand des Riemens (01 ) beschreiben. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelung mittels des sliding-mode-Verfahrens erfolgt. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Erstellen des modellbasierten Beobachters mittels Fuzzy-Logik oder neuronaler Netze erfolgt. 9. Regeleinrichtung zur Beruhigung eines Riementriebes, umfassend einen Riemen (01 ) zum Antrieb eines Zusatzaggregates (09) eines Energieerzeugers, dadurch gekennzeichnet, dass die Regeleinrichtung einen Regler umfasst, der zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 konfiguriert ist. Regeleinrichtung nach Anspruch 9, umfassend: einen Stromregler (10), der das Zusatzaggregat (09) regelt und dazu dessen Stromistwert empfängt; einen Drehzahlregelkreis mit einem modellbasierten Beobachter (1 1 ), der die Drehzahl des Zusatzaggregats (09) empfängt und dem Stromregler (10) einen Stromsollwert zuführt; einen Kraft-/Momentenregelkreis mit einem Kraft-/Momentenregler (12), der als Istgröße die auf den Riemen (01 ) wirkenden Kräfte/Momente empfängt und dem Beobachter (1 1 ) einen Drehzahlsollwert zuführt. |
Verfahren und Regeleinrichtung zur Beruhigung eines Riementriebes Beschreibung
Gebiet der Erfindung
Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Regeleinrichtung zur Beruhigung eines Riementriebes, insbesondere eines Riementriebes zum Antrieb eines lastabhängig regelbaren Zusatzaggregates (z.B. eine Lichtmaschine) eines Energieerzeugers, vorzugsweise einer Verbrennungskraftmaschine.
Ein Riementrieb umfasst außer dem Riemen noch mindestens zwei Riemen- Scheiben und deren Lagerung sowie zumeist eine oder mehrere Spannrollen oder andere Spannelemente. Der Riementrieb erfordert zur Aufrechterhaltung des Reibschlusses stets eine Mindestvorspannung des Riemens. Die Drehzahlwandlung erfolgt mit einem lastabhängigen Schlupf. Die Übersetzungsverhältnisse solcher Riementriebe sind nicht exakt konstant, weil unterschiedliche Riemendehnungen in Last- und Leertrum stattfinden. Unterschiedliche Riemengeschwindigkeiten werden durch Dehnschlupf auf den Riemenscheiben ausgeglichen. Voraussetzungen für eine hohe Lebensdauer sind ständige Aufrechterhaltung der richtigen Vorspannung, genaue Ausrichtung der Riemenscheiben sowie die Vermeidung einer Gegenbiegung.
Solche Riementriebe benötigen Spannrollen, die im Leertrum angeordnet sind. Diese Spannrollen halten den Riemen auch bei wechselnden Lastbedingungen straff und sorgen für eine ausreichend gute Drehmomentübertragung. Weiterhin sind für die Riemenberuhigung oftmals weitere Rollen im Riementrieb an- geordnet, die ein Flattern und die Entstehung unerwünschter Vibrationen vermeiden sollen. Durch die hohe Vorspannkraft auf den Riemen entsteht eine zusätzliche Lagerbelastung für die Lagerung der Riemenscheiben und Spannrollen. Riementriebe werden insbesondere in Kraftfahrzeugen zur Kopplung zwischen Antriebsaggregat (Verbrennungskraftmaschine) und Lichtmaschine (elektrischer Generator) verwendet, aber auch andere Zusatzaggregate lassen sich durch Riementriebe vorteilhaft antrieben. Durch große Momentschwankungen von Verbrennungskraftmaschine und angetriebenem Zusatzaggregat ist der Riemen sehr starken dynamischen Wechselbeanspruchungen unterzogen. Dies bezeichnet man als wechselndes oder schwellendes Verhältnis von Lasttrum zu Leertrum. Die Designparameter, wie z.B. der Umschlingungswinkel der Triebscheibe, sind signifikante Größen der Kraftübertragung. Gerade unter sehr engen Bauraumbedingungen sind die geforderten Reibungskräfte zwischen Riemenscheibe und Zugmittel nur über eine höhere Vorspannkraft möglich, welche zu einer zusätzlichen Lagerbelastung führt. In letzter Zeit werden häufig so genannte Anlasserlichtmaschinen in Kraftfahrzeugen verwendet, welche zum Starten des Motors als Anlassermotor arbeiten und bei Betrieb des Verbrennungsmotors als Generator/Lichtmaschine. Bei einem solchen Riementrieb findet zwischen den Betriebsarten Motor und Generator ein häufiger Wechsel zwischen Lasttrum und Leertrum zu beiden Seiten der Riemenscheibe zusätzlich zu den Drehmomentschwankungen der Verbrennungskraftmaschine statt. Hier versucht man, den Riemen über entsprechende konstruktive Maßnahmen zu beruhigen, welche entweder passiv über lineare oder degressive Federdämpfungssysteme bewerkstelligt werden oder durch aktive Riemenspannsysteme, die auf die wechselnden Lastschwan- kungen über elektromechanische oder hydraulische Stellglieder reagieren.
Aus der DE 101 18 278 A1 ist eine Spannvorrichtung für einen Riementrieb bekannt, die zwei schwenkbeweglich über ein Koppelglied miteinander verbundene Rollen umfasst. Bei diesem Riementrieb findet entweder der Antrieb von Zusatzaggregaten, wie Generator, Wasserpumpe oder dgl. durch die Brennkraftmaschine statt oder die Brennkraftmaschine wird durch den Generator gestartet. Je nach Betriebsart dient immer eine der Rollen im Leertrum als Spannrolle. Ein Verschwenken der Rollen wird durch eine Trumkraft im jeweiligen Lasttrum ausgelöst.
Aus der DE 103 21 801 A1 ist eine Riemenspannvorrichtung mit einem Torsi- onsfederaggregat für ein- oder zweiarmige Riemenspannvorrichtungen bekannt. Diese ist beispielsweise für den Riementrieb eines Kraftfahrzeuges mit einem Anlasser-Generator beschrieben. Die Spannrolle ist auf einem Spannarm drehbar gelagert, wobei der Spannarm verdrehfest am oberen Ende des Torsionsfederaggregates gehalten ist und das untere Ende drehfest im Motor- block verankert ist.
Aus der DE 10 2009 016 911 A1 ist ein riemengetriebenes Generatoranlassersystem für ein Hybridfahrzeug bekannt, welches einen ersten Riemen zwischen Anlassergenerator und Kurbelwelle umfasst. Über einen zweiten Riemen kann entkoppelbar eine Zubehöreinheit angetrieben werden, wenn der Verbrennungsmotor ausgeschaltet ist.
In der DE 690 09 636 T2 ist eine Echtzeitregelung einer Lichtmaschine als Reaktion auf dynamische Lastbedingungen beschrieben, bei der eine Zeitverzöge- rung in die Regelschleife eingefügt wird, um diese von vorübergehenden elektrischen Belastungen zu trennen. Mit dem Verfahren wird verhindert, dass Veränderungen im Ausgangsleistungsbedarf des Generators als mechanische Drehmomentbelastungen auf die Kurbelwelle übertragen werden. Aus der praktischen Anwendung ist es auch bekannt, dass heutige Lichtmaschinen über CMOS-Technologie ereignisorientiert, also unter Berücksichtigung des jeweils aktuellen Leistungsbedarfes geregelt werden. Beispielsweise wird bei erhöhtem elektrischem Energiebedarf, wie er durch Zuschaltung von Klimakompressor, Sitzheizung, Lüftung usw. ausgelöst wird, die generatorische Ab- gabeleistung der Lichtmaschine erhöht, während sie bei reduziertem Bedarf wieder abgeregelt wird. Ziel solcher Maßnahmen ist eine energieoptimierte Stromerzeugung, die einerseits die Lebensdauer der Bauteile erhöhen und andererseits den Kraftstoffverbrauch reduzieren kann. Problematisch an Riementrieben mit wechselnden Momentbelastungen ist die optimale Ausnutzung der Reibkraft des Riementriebes, die aufgrund der Eigenschaften des Riemens und der Konstruktion ebenfalls Schwankungen unter- liegt. Das Flattern des Riemens sorgt für große Momentbelastungen in den Lagerungen der Riemenscheiben, andererseits ist bei sehr straffem Riemen die Lagerbelastung ebenfalls sehr hoch.
Bei den modernen Start/Stopp-Technologien in Kraftfahrzeugen sind durch das häufige Starten/Stoppen des Verbrennungsmotors der Riemen und die Komponenten des Riementriebes besonders stark beansprucht.
Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren sowie eine Regelereinrichtung zur Beruhigung eines Riementriebes anzugeben, die es ermöglichen, auf konstruktiv teure, aufwendige und wartungsanfällige Maßnahmen im Riementrieb zu verzichten und gleichzeitig eine Minimierung der Lagerbelastung der Lagerung der Riemenscheiben erreichen.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Regeleinrichtung gemäß Anspruch 9 gelöst.
Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die elastomechanischen Eigenschaften des Riementriebes (einschließlich seiner Bestandteile) bei einer Lastregelung eines Zusatzaggregates eines Energieerzeu- gers berücksichtigt werden. Beispielsweise kann damit die Lastregelung eines Anlassergenerators oder einer Lichtmaschine einer Verbrennungskraftmaschine eines Kraftfahrzeuges vorgenommen werden, unter Berücksichtigung des lastabhängigen Verhaltens des zwischen Verbrennungsmotor und Anlassergenerator liegenden Riementriebs. Dies geschieht durch Aufstellen und Berück- sichtigen eines elastomechanischen Modells des Riementriebs und/oder eines modellbasierten Beobachters innerhalb der Regelung des Zusatzaggregats. Sofern das elastomechanische Modell des Riementriebs präzise genug ist, d.h. wenn alle Komponenten des Riementriebs ausreichend genau bezüglich ihrer Auswirkungen auf das elastomechanische System abgebildet sind, kann die Regelung auf einen Beobachter ggf. ganz verzichten. Häufig werden bessere Regelergebnisse aber erzielt werden, wenn ein hinreichend geeignetes Modell ermittelt wurde und die auftretenden Abweichungen durch einen modellbasier- ten Beobachter erfasst und in der weiteren Regelung berücksichtigt werden können.
Die Erfindung ist selbstverständlich auch auf andere Anwendungen mit einem Riementrieb übertragbar, bei welchen eine elektronische Regelung des Lastbe- triebes möglich ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren umfasst in einer bevorzugten Ausführungsform folgende Schritte:
Ermitteln eines elastomechanischen Modells des Riementriebs, einschließ- lieh des Riemens und dessen Lagerung, und Erstellen eines modellbasierten Beobachters;
Erfassen eines Istwertes einer mechanischen Größe, die die Leistung des Energieerzeugers, beispielsweise die Rotation einer Kurbelwelle beschreibt;
- Ermitteln eines Stromsollwertes für einen Stromregler des Zusatzaggregats aus dem Istwert der mechanischen Größe mittels des modellbasierten Beobachters bzw. dem elastomechanischen Modell;
Erfassen von Strom- und/oder Spannungs-Istwerten des Zusatzaggregates; - Strom-/und oder Spannungsregelung des Zusatzaggregates unter Einbe- Ziehung des modellbasierten Beobachters / elastomechanischen Modells und der Strom- und/oder Spannungs-Istwerte.
Mit der heute verfügbaren CMOS-Gleichrichtertechnologie ist man in der Lage, den generatorischen Lastbetrieb einer Lichtmaschine sehr schnell und verlust- arm zu regeln. Die Erfindung nutzt diesen Vorteil, um den Riemen derart zu beruhigen, dass die eingeleiteten Kraft- und Momentsprünge in den Riemen auf der lastabhängigen Seite über die Lichtmaschine derart kompensiert werden, dass der generatorische Widerstand reduziert, wenn nicht sogar aufgehoben wird. Dabei werden die Schleppmomente der Lichtmaschine den Drehmomentschwankungen der lasteinbringenden Antriebsscheibe entgegen gesetzt und letztere damit zumindest teilweise kompensiert. Auftretenden Kraft- /Momentenschwankungen in einem Übertragungssystem, welches einen Rie- mentrieb verwendet, wird damit erstmals nicht allein durch mechanische bzw. konstruktive Anpassung der Komponenten des Riementriebs entgegengewirkt sondern durch die elektrische Lastregelung des Zusatzaggregats (z.B. Lichtmaschine). Die Vorteile der Erfindung sind insbesondere darin zu sehen, dass weniger Reib- und damit Verlustanteile an Riemen und Riemenscheiben und deren Lagerstellen entstehen. Die Riemenberuhigung erfolgt verschleiß- und wartungsfrei. Dadurch wird der Energiebedarf und Wartungsaufwand gesenkt und die Lebensdauer der Komponenten des Riementriebes erhöht.
Das elastomechanische System des Riementriebes unterliegt den physikalischen Beziehungen von Trägheits-, Feder- und Masseneinflüssen, welche bei der Regelung entsprechend berücksichtigt werden müssen. Bei der Ermittlung des elastomechanischen Modells des Riemens und dessen Lagerung kann der Fachmann auf die in der Regelungstechnik üblichen Verfahren zurückgreifen. Eine der klassischen Reglerauslegungen in der Systemtheorie ist die Parameterschätzung. Diese ist so ausgelegt, dass eine konstante Größe aus einem gestörten Signal bestimmt wird. Der klassische Beobachter dagegen ermittelt die Zustandsgröße aus ungestörten Signalen.
Grundsätzlich geht es darum, aus einem modellbasierten Reglerentwurf eine robuste Fehlererkennungsmethode zu entwickeln. Dies wird typischerweise als "Residuengenerierung" bezeichnet. Diese modellbasierte beobachtergestützte Residuengenerierung ermittelt die nur ungenau bekannten Streckenparameter. Die vorliegende Erfindung geht daher davon aus, dass Beobachter und Regler gemeinsam betrachtet und optimiert werden müssen. Dazu wird für die Bewertung des Beobachters (also Residuen oder auch Singularitäten) eine intelligen- te Logik (z.B. Fuzzy o.a. neuronale Netze), also ein optimiertes Expertenwissenssystem angewendet.
Die Erfindung geht davon aus, die Riemenberuhigung über die Lichtmaschine (oder ein anderes lastregelbares Zusatzaggregat) nicht nur über eine vorgegebene Stellgröße, also ereignisorientiert zu regeln, sondern einen adaptiven Regler zu verwenden. Dieser erzeugt seine Stellgröße unter Berücksichtigung der elastomechanischen Eigenschaften des Riementriebs - und damit das gesamte Feder-Masse-System zwischen Verbrennungskraftmaschine (Antriebs- aggregat) und elektromagnetischem Zusatzaggregat (Lichtmaschine) - präventiv. Der Regler beobachtet vorausschauend zur elektrischen Last,„lernt" daraus das Verhalten des Riementriebssystems und regelt daraufhin so, dass eventuelle Trägheiten und reibbehaftete Anteile im System keinen Einfluss mehr haben bzw. dass dieser Einfluss stark reduziert wird.
Aufgabe des Reglers bzw. der Regeleinrichtung, die einen solchen Regler verwendet, ist es also, zuverlässig und in Echtzeit die Last durch Änderung des elektromagnetischen Verhaltens des Generators (Lichtmaschine) so zu regeln, dass der Riemen entsprechend beruhigt ist und mit weniger Vorspannung ar- beiten kann.
Der Fachmann kennt das Konzept des Beobachters und kann bei Kenntnis der Prozessgrößen den Beobachter entwerfen. Der Beobachter kann gerätetechnisch beispielsweise als analoge Elektronikschaltung, als digitaler Signalpro- zessor oder als eine Prozessrechenanlage realisiert sein. Der Beobachter kann als Simulator, offener oder geschlossener Beobachter ausgeführt sein.
In einer verbesserten Ausführungsform stützen weitere Sensordaten das e- lastomechanische Modell. Diese Sensordaten können vorzugsweise am Rie- men erfasst werden, beispielsweise als lastbedingte Längenänderung (Dehnung) durch Auswertung eines am Riemen angebrachten Strichmusters. Ebenso können relevante Daten an Umlenkrollen bzw. den Riementriebscheiben gesammelt und dem modellbasierten Beobachter eingespeist werden. Auch das elektromagnetische Zusatzaggregat und/oder darin integrierte Sensoren können Messdaten liefern, die in der Regelung benutzt werden.
In einer bevorzugten Ausführungsform wird der Regler als Sliding-Mode-Regler ausgeführt. Die Regelparameter bestehen aus dem Modell der Elastomechanik des Riemens und der Riemenscheibenlagerung, der Filterung der Sensorsignale von Kurbelwelle, Zündzeitpunkt und Nockenwellenstellung, sowie der generatorischen Strom-/Spannungsüberwachung. Mit dem Sliding-Mode-Regler wird sichergestellt, dass das System innerhalb einer endlichen Zeit auf vorgegebe- nen Schaltflächen gleitet und diese nicht mehr verlässt.
Es ist aber in anderen Ausführungsformen ebenso möglich Fuzzy-Logik oder neuronale Netzstrukturen über die Parametrisierung bzw. Filterung und/oder das Trainieren sogenannter Eingangsneuronen für alle zur Verfügung stehen- den Stellgrößen zu verwenden.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt mit einer Zusatzeinrichtung eine Messung der Kraft- und Momentschwankungen direkt am Riemen und/oder an der Kurbelwelle, welche in den Regelkreis einbezogen werden.
Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen. Fig. 1 : eine Prinzipskizze eines Riementriebes in einem Kraftfahrzeug;
Fig. 2: ein Blockschaltbild eines Regelkreises für einen Anlassergenerator eines Kraftfahrzeuges
Fig. 3: ein Diagramm eines Drehzahlverlaufes einer Kurbelwelle und eines
Anlassergenerators;
Fig. 4: ein Diagramm eines Lastverlaufes an einem Anlassergenerator. In Fig. 1 ist der prinzipielle Aufbau eines Riementriebes in einem Kraftfahrzeug in einer axialen Schnittansicht dargestellt. Der Riementrieb umfasst einen endlosen Riemen 01 , der ein Keilrippenriemen, Zahnriemen oder dergleichen sein kann. Der Riemen 01 läuft dabei über drei Riemenscheiben 02, 03, 04, wobei die erste Riemenscheibe 02 mit einer Kurbelwelle 06 eines Verbrennungsmotors (nicht gezeigt) drehfest verbunden ist.
Die zweite Riemenscheibe 03 wird vom Riemen 01 angetrieben und dient dem Betrieb beispielsweise eines Klimakompressors (nicht gezeigt) bei laufendem Verbrennungsmotor. Wenn die Klimaanlage des Kraftfahrzeuges nicht in Betrieb ist, kann die zweite Riemenscheibe 03 im Freilauf mitdrehen.
Die dritte Riemenscheibe 04 ist einem Anlassergenerator 09 (Fig. 2) zugeordnet. Der Anlassergenerator fungiert als Motor zum Starten des Verbrennungs- motors. Dabei treibt die Riemenscheibe 04 den Riemen 01 und damit zunächst die Kurbelwelle 06 an, bis der Verbrennungsmotor läuft. Sobald der Verbrennungsmotor in Betrieb ist, treibt dessen Riemenscheibe 02 den Riemen 01 an.
Um einen großen Umschlingungswinkel des Riemens 01 und ein Riemenvor- Spannung einzustellen, sind Spannrollen 07 im Riementrieb vorgesehen. Diese benötigen aufgrund der erfindungsgemäßen Regelung keine Schwenkvorrichtung, sondern können an festen Armen 08 drehbar gelagert sein.
Fig. 2 zeigt ein Blockschaltbild eines Regelkreises zur Durchführung des erfin- dungsgemäßen Verfahrens.
Der Anlassergenerator 09 wird in herkömmlicher Weise mit einem Stromregler 10 geregelt. Dazu wird der Stromistwert \ ls t des Motor- bzw. Generatorstromes erfasst und dem Stromregler 10 zugeführt.
Dem Stromregelkreis ist ein Drehzahlregelkreis überlagert, dessen Regler ein Beobachter 11 ist. Die Drehzahl ω-, Ξΐ des Anlassergenerators 09 wird dem modellbasierten Beobachter 1 zugeführt, welcher mathematisch modelliert ist und das eleastomechanische Modell des Riementriebes darstellt. Aus der Kenntnis der wesentlichen dynamischen Eigenschaften des Riementriebes und der messbaren Istgrößen wird durch den Beobachter 11 eine Schätzung der inneren Größe und des erwarteten Istwertes durchgeführt.
In der dargestellten Ausführungsform ist dem Drehzahlregelkreis ein weiterer Regelkreis überlagert, nämlich ein Kraft- bzw. Momentenregelkreis mit einem Kraft-/Momentenregler 12. Als Istgröße wird die Kraft oder beispielsweise das Reibmoment direkt am Riemen 01 ermittelt.
In jedem Fall erfolgt die Regelung des Anlassergenerators 09 durch das erfindungsgemäße Verfahren derart, dass kein unerwünschtes Flattern am Riemen 01 auftritt bzw. dieses stark reduziert wird. In Fig. 3 ist ein Diagramm eines Drehzahlverlaufes an einer Kurbelwelle und einer Welle des Anlassergenerators 09 dargestellt. Eine Kurbelwellendrehzahl A schwankt im Verlauf eines Arbeitstaktes um einen Mittelwert OM- Das Lastmoment des Anlassergenerators wird derart geregelt, dass die auf den Riemen wirkenden Belastungen möglichst konstant gehalten werden.
Fig. 4 zeigt einen realen Lastverlauf D, welcher einen Sprung aufweist, wie er beispielsweise beim Einschalten eines Verbrauchers, wie Licht, Klimaanlage o.a. entsteht. Durch die Regelung des Anlassergenerators werden die abrupten Lastwechsel ausgeregelt, so dass die Belastungen auf den Riemen auch gerin- ger werden. Die am Generator auftretende Last E, die auf den Riementrieb wirkt, erhöht sich bereits vor dem realen Lastsprung, aufgrund der vorausschauenden Regelung. Bezugszeichenliste
01 Riemen
02 Riemenscheibe
03 Riemenscheibe
04 Riemenscheibe
05 -
06 Kurbelwelle des Verbrennungsmotors
07 Spannrolle
08 Arm
09 Anlassergenerator
10 Stromregler
1 Beobachter
12 Kraft-/Momenten regier
A Kurbelwellendrehzahl
B Generatordrehzahl mit Generatorfreilauf
C Generatordrehzahl mit Generatorfreilauf und Last D Last/Beschleunigung
E Last am Generator
