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Title:
METHOD FOR CONTROLLING AN ELECTRIC MOTOR
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/082851
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for controlling an electric motor (1) for driving a motor vehicle by means of a drive train, having the following steps: measuring the angle of rotation of a rotor (2) of the electric motor (1) multiple times, ascertaining the angular velocity and/or the angular acceleration of the rotor (2) dependent on the detected angle of rotation, controlling and/or regulating the supply of current to electromagnets (4) of a stator (3) of the electric motor (1). The physical behavior of the electric motor (1) and/or the drive train and/or the motor vehicle is detected in a physical model, and the angle of rotation and/or the angular velocity and/or the angular acceleration is ascertained from the measured values of the angle of rotation of the rotor (2) using the physical model. The supply of current to the electromagnets (4) of the stator (3) of the electric motor (1) is carried out dependent on the angle of rotation and/or angular velocity and/or angular acceleration that is ascertained using the physical model.

Inventors:
MERKEL, Tino (Bahnhofstr. 72, Schwieberdingen, 71701, DE)
KRETSCHMER, Markus (Mittleres Gaessle 1, Murr, 71711, DE)
GOETTING, Gunther (Heimbergstr. 41, Stuttgart, 70469, DE)
Application Number:
EP2010/065849
Publication Date:
July 14, 2011
Filing Date:
October 21, 2010
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
MERKEL, Tino (Bahnhofstr. 72, Schwieberdingen, 71701, DE)
KRETSCHMER, Markus (Mittleres Gaessle 1, Murr, 71711, DE)
GOETTING, Gunther (Heimbergstr. 41, Stuttgart, 70469, DE)
International Classes:
B60L11/18; B60L15/20; G05B19/416; H02P23/00; H02P23/14
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
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Claims:
Ansprüche

Verfahren zur Steuerung eines Elektromotors (1 ) zum Antrieb eines Kraftfahrzeuges (1 1 ) mittels eines Antriebsstranges (12) mit den Schritten:

- mehrfaches Messen des Drehwinkels eines Rotors (2) des

Elektromotors (1 ),

- Ermitteln der Winkelgeschwindigkeit und/oder der

Winkelbeschleunigung des Rotors (2) in Abhängigkeit von dem erfassten Drehwinkel,

- Steuern und/oder Regeln der Bestromung von Elektromagneten (4) eines Stators (3) des Elektromotors (1 ), dadurch gekennzeichnet, dass

- das physikalische Verhalten des Elektromotors (1 ) und/oder des Antriebsstranges (12) und/oder des Kraftfahrzeuges (1 1 ) in einem physikalischen Modell erfasst werden und

- aus den gemessenen Werten des Drehwinkels des Rotors (2) mit dem physikalischen Modell der Drehwinkel und/oder die Winkelgeschwindigkeit und/oder die Winkelbeschleunigung ermittelt wird und

- die Bestromung von Elektromagneten (4) des Stators (3) des

Elektromotors (1 ) in Abhängigkeit von dem mit dem physikalischen Modell ermittelten Drehwinkel und/oder Winkelgeschwindigkeit und/oder Winkelbeschleunigung ausgeführt wird.

Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass das physikalische Modell ein Zweimassenschwinger (5) ist mit ersten Masse (6) als Elektromotor (1 ), einer zweiten Masse (7) als Kraftfahrzeug (1 1 ) und einer Drehstabfeder (8) als Antriebsstrang (12) zwischen der ersten Masse (6) und der zweiten Masse (7)

und/oder

die Winkelgeschwindigkeit eines Antriebsrades (20) erfasst wird und die erfasste Winkelgeschwindigkeit des Antriebsrades (20) in dem physikalischen Modell berücksichtigt wird.

Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass für das physikalische Modell ein Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse (6), ein Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse (7) sowie eine Ersatzfedersteifigkeit und/oder eine

Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder (8) bestimmt wird.

Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in dem physikalischen Modell der zusätzliche Fahrwiderstand des Kraftfahrzeuges (1 1 ) berücksichtigt wird.

Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Drehmoment des Elektromotors (1 ) berücksichtigt wird. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Fahrwiderstand und/oder die Ersatzfedersteifigkeit mittelbar oder unmittelbar iterativ aus den gemessenen oder ermittelten Werten des Drehwinkels des Rotors (2) ermittelt werden.

7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung oder Berechnung des zusätzlichen Fahrwiderstandes das Drehmoment des Elektromotors (1 ) verwendet wird.

8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung oder Berechnung des zusätzlichen Fahrwiderstandes das Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse (1 ) und/oder das Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse (7) und/oder die Ersatzfedersteifigkeit und/oder die Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder (8) verwendet wird.

9. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Fahrwiderstand aus einer Beladung des Kraftfahrzeuges (1 1 ) und/oder aus einer Bergfahrt oder Talfahrt des Kraftfahrzeuges (1 1 ) resultiert.

10. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung des Drehwinkels und/oder der Winkelgeschwindigkeit und/oder der Winkelbeschleunigung des Rotors (2) aus den gemessenen Werten des Drehwinkels für die Bestromung von Elektromagneten (4) des Stators (3) der zusätzliche Fahrwiderstand berücksichtigt wird.

1 1 . Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Bestromung von Elektromagneten (4) des Stators (3) in Abhängigkeit von dem zusätzlichen Fahrwiderstand ausgeführt wird.

12. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 4 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der zusätzliche Fahrwiderstand mit einem nichtlinearen

Gleichungssystem iterativ berechnet wird.

13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass in dem nichtlinearen Gleichungssystem das Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse (6) und/oder das Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse (7) und/oder die Ersatzfedersteifigkeit und/oder die Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder (8) enthalten sind.

14. Antriebseinrichtung (9), insbesondere Hybridantriebseinrichtung (10), für ein Kraftfahrzeug (1 1 ), umfassend:

einen Elektromotor (1 ) mit einem Sensor (27) zur Erfassung des Drehwinkels eines Rotors (2) des Elektromotors (1 ),

vorzugsweise einen Verbrennungsmotor (13),

einen Antriebsstrang (12), dadurch gekennzeichnet, dass ein Verfahren gemäß einem oder mehrerer der vorhergehenden

Ansprüche ausführbar ist.

15. Antriebseinrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (27) ein Resolver (27) oder ein Digitalsensor (27) ist.

Description:
Beschreibung Titel

Verfahren zur Steuerung eines Elektromotors

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steuerung eines

Elektromotors zum Antrieb eines Kraftfahrzeuges gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1 und einen Antriebsstrang für ein Kraftfahrzeug gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 14.

Stand der Technik

Elektromotoren werden für verschiedene technische Anwendungen eingesetzt. Beispielsweise in Elektro- oder Hybridfahrzeugen werden Elektromotoren zum Antrieb des Kraftfahrzeuges eingesetzt. Zur Bestromung der Elektromotoren ist es erforderlich, die Drehzahl bzw. den Drehwinkel eines Rotors des

Elektromotors zu erfassen. Hierzu ist der Elektromotor mit einem

entsprechenden Sensor zur Erfassung des Drehwinkels ausgestattet. Aus dem erfassten Drehwinkel kann die Winkelgeschwindigkeit und/oder die

Winkelbeschleunigung des Rotors berechnet werden. Als Sensoren zur

Erfassung des Drehwinkels werden Resolver oder Digitalsensoren eingesetzt. Resolver sind analoge Messgeräte, die eine dem Drehwinkel des Rotors bzw. des Elektromotors proportionale Spannung induzieren. Dadurch kann der Drehwinkel und die Winkelgeschwindigkeit, insbesondere bei geringen

Drehzahlen, beispielsweise weniger als 1000 U/min sehr genau erfasst werden. Allerdings sind Resolver bei hohen Drehzahlen fehleranfällig, da die Auswertung der durch die Drehbewegung induzierten Analogspannung ungenau werden kann. Im Gegensatz dazu geben Digitalsensoren, auch als Inkrementalgeber bezeichnet, ein digitales Signal aus, welches zusammen mit einer Zeitfunktion in ein Drehzahlsignal umgerechnet werden kann. Digitalsensoren zeichnen sich durch eine hohe Robustheit aus und sind damit insbesondere für einen Einsatz in Elektro- oder Hybridfahrzeugen gut geeignet. Allerdings haben Digitalsensoren den Nachteil, dass bei niedrigen Drehzahlen die Zahl der gemessenen

Inkremente pro Zeiteinheit gering sein kann und dadurch bei geringen

Drehzahlen nur eine sehr geringe Genauigkeit des erfassten Drehwinkels vorliegt. Eine hohe Genauigkeit des von dem Digitalsensor gemessenen

Drehwinkels ist jedoch erforderlich, um das Drehmoment einstellen zu können für die Bestromung des Elektromotors.

Aus der DE 41 22 391 A1 ist ein Verfahren zum Betrieb eines

drehzahlregelbaren elektrischen Motors, insbesondere eines bürstenlosen

Servomotors, bekannt. Durch Regelung der Motorgrößen Strom, Lagewinkel und Drehzahl wird die Drehzahl aus dem mittels eines Lagegebers gemessenen Lagewinkels durch einen Filter bestimmt. Offenbarung der Erfindung

Vorteile der Erfindung

Erfindungsgemäßes Verfahren zur Steuerung zum Antrieb eines Kraftfahrzeuges mittels eines Antriebsstranges mit den Schritten: mehrfaches Messen des

Drehwinkels eines Rotors des Elektromotors, Ermitteln der

Winkelgeschwindigkeit und/oder der Winkelbeschleunigung des Rotors in Abhängigkeit von dem erfassten Drehwinkel, Steuern und/oder Regeln der Bestromung von Elektromagneten als Spulen eines Stators des Elektromotors, wobei das physikalische Verhalten, insbesondere mechanische Verhalten, des

Elektromotors und/oder des Antriebsstranges und/oder des Kraftfahrzeuges in einem physikalischen Modell, insbesondere mechanischen Modell, erfasst werden und aus den gemessenen Werten des Drehwinkels des Rotors mit dem physikalischen Modell der Drehwinkel und/oder die Winkelgeschwindigkeit und/oder die Winkelbeschleunigung ermittelt wird und die Bestromung von

Elektromagneten bzw. Spulen des Stators des Elektromotors in Abhängigkeit von dem mit dem physikalischen Modell ermittelten Drehwinkel und/oder

Winkelgeschwindigkeit und/oder Winkelbeschleunigung ausgeführt wird.

In einem physikalischen Modell wird das physikalische Verhalten, insbesondere das mechanische Verhalten bezüglich einer Rotations- und/oder einer Translationsbewegung, des Elektromotors und/oder des Antriebsstranges und/oder des Kraftfahrzeuges erfasst. Die gemessenen Werte des Drehwinkels des Rotors werden, insbesondere bei einer niedrigen Drehzahl des Rotors, mittels des physikalischen Modells überprüft, so dass mit dem physikalischen Modell die gemessenen Werte des Drehwinkels die Grundlage bilden für ermittelte Werte oder berechnete Werte des Drehwinkels und/oder der

Winkelgeschwindigkeit und/oder der Winkelbeschleunigung des Rotors des Elektromotors. Die ermittelten oder berechneten Werte des Drehwinkels und/oder der Winkelgeschwindigkeit und/oder der Winkelbeschleunigung sind dabei den tatsächlichen Werten näher angenähert, so dass damit eine höhere

Genauigkeit an Werten für den Drehwinkel und/oder die Winkelgeschwindigkeit und/oder die Winkelbeschleunigung für den Rotor vorliegt. Mittels dieser genaueren Werte wird die Bestromung der Elektromagnete des Stators durchgeführt. Als Sensor zur Erfassung des Drehwinkels des Rotors wird beispielsweise ein Resolver oder ein Digitalsensor eingesetzt. Insbesondere bei

Digitalsensoren treten bei niedriger Drehzahl große Fehler auf. Mittels dieses physikalischen Modells kann somit bei niedrigen Drehzahlen die geringe

Genauigkeit des Digitalsensors ausgeglichen werden und somit können

Digitalsensoren aufgrund ihrer Robustheit auch in Elektro- und Hybridfahrzeugen eingesetzt werden.

Insbesondere ist das physikalische Modell ein Zweimassenschwinger oder ein elektrischer Schwingkreis mit einer ersten Masse als Elektromotor, einer zweiten Masse als Kraftfahrzeug und einer Drehstabfeder als Antriebsstrang zwischen der ersten Masse und der zweiten Masse und/oder die Winkelgeschwindigkeit eines Antriebsrades wird erfasst und die erfasste Winkelgeschwindigkeit des Antriebsrades wird in dem physikalischen Modell berücksichtigt.

In einer weiteren Ausführungsform wird für das Modell ein

Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse, ein Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse sowie eine Ersatzfedersteifigkeit und/oder eine

Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder bestimmt. Das

Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse ist das Rotationsträgheitsmoment des Rotors des Elektromotors. Das Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse ist ein fiktiver Wert, der dahingehend ermittelt wird, dass die Masse des

Kraftfahrzeuges, d. h. das Massenträgheitsmoment des Kraftfahrzeuges bezüglich einer Translationsbewegung in ein fiktives

Ersatzrotationsträgheitsmoment einer Rotationsbewegung umgerechnet wird. Diejenigen Komponenten des Kraftfahrzeuges, die eine Rotationsbewegung ausführen, insbesondere die Antriebsräder, werden bei diesem

Ersatzrotationsträgheitsmoment mitberücksichtigt. Die Ersatzfedersteifigkeit gibt dabei die Torsion des Antriebsstranges in Abhängigkeit von dem Drehmoment an und die Ersatzdämpfungskonstante gibt das Schwingungsdämpfungsverhalten des Antriebsstranges an. Das Rotationsträgheitsmoment, das

Ersatzträgheitsrotationsträgheitsmoment, die Ersatzfedersteifigkeit und die Ersatzdämpfungskonstante sind im Allgemeinen aus der konstruktiven

Auslegung eines Kraftfahrzeuges bekannt und können somit für ein

Kraftfahrzeug berechnet werden.

In einer ergänzenden Ausführungsform wird in dem physikalischen Modell der zusätzliche Fahrwiderstand des Kraftfahrzeuges berücksichtigt. Zusätzliche

Fahrwiderstände können beim Betreiben eines Kraftfahrzeuges auftreten.

Beispielsweise das Fahren mit Berg- oder Talfahrt oder eine zusätzliche

Beladung des Kraftfahrzeuges führen zu zusätzlichen Fahrwiderständen. Auch diese können in dem physikalischen Modell erfasst werden, indem diese mitberücksichtigt werden. Erhöht sich beispielsweise der Fahrwiderstand aufgrund einer Bergfahrt, kann fiktiv kurzzeitig das

Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse in dem physikalischen Modell so lange erhöht werden, wie die Bergfahrt anhält. Umgekehrt kann bei einer Talfahrt das fiktive Ersatzrotationsträgheitsmoment für diesen Zeitraum reduziert werden.

Vorzugsweise wird das Drehmoment des Elektromotors berücksichtigt. Aus der Steuerung und/oder Regelung des Elektromotors ist das Drehmoment bekannt, welches von dem Elektromotor aufgebracht wird. Auch dieses Drehmoment kann dabei mitberücksichtigt werden in dem physikalischen Modell.

In einer Variante werden der zusätzliche Fahrwiderstand und/oder die

Ersatzfedersteifigkeit mittelbar oder unmittelbar iterativ aus den gemessenen oder ermittelten Werten des Drehwinkels des Rotors ermittelt. Der zusätzliche Fahrwiderstand ist eine Größe, die nicht konstruktiv in dem Kraftfahrzeug vorgegeben ist. Durch das ständige und mehrfache Messen des Drehwinkels und der davon abgeleiteten Größen, d. h. der Winkelbeschleunigung und der Winkelgeschwindigkeit des Rotors, kann mit Hilfe des physikalischen Modells der zusätzliche Fahrwiderstand berechnet werden. Abweichend hiervon kann der zusätzliche Fahrwiderstand auch mittels Sensoren, beispielsweise eines Sensors zur Erfassung einer Berg- und/oder Talfahrt, erfasst werden. Dieser zusätzliche Fahrwiderstand fließt dabei in das physikalische Modell ein, so dass dadurch zusätzlich die Genauigkeit der berechneten Werte für den Drehwinkel und/oder die Winkelgeschwindigkeit und/oder die Winkelbeschleunigung erhöht werden, weil dadurch mehrere und zusätzliche Parameter vorliegen. Damit wird das physikalische Modell wesentlich genauer und kann die tatsächlichen

mechanischen Verhältnisse besser und genauer abbilden.

Zweckmäßig wird bei der Ermittlung oder Berechnung des zusätzlichen

Fahrwiderstandes das Drehmoment des Elektromotors verwendet.

In einer weiteren Ausführungsform wird bei der Ermittlung oder Berechnung des zusätzlichen Fahrwiderstandes das Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse und/oder das Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse und/oder die Ersatzfedersteifigkeit und/oder die Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder verwendet.

Insbesondere resultiert der zusätzliche Fahrwiderstand aus einer Beladung des Kraftfahrzeuges und/oder aus einer Bergfahrt oder Talfahrt des Kraftfahrzeuges. In einer weiteren Ausgestaltung wird bei der Ermittlung des Drehwinkels und/oder der Winkelgeschwindigkeit und/oder der Winkelbeschleunigung des Rotors aus den gemessenen Werten des Drehwinkels für die Bestromung von Elektromagneten des Stators der zusätzliche Fahrwiderstand berücksichtigt. In einer ergänzenden Variante wird die Bestromung von Elektromagneten des

Stators in Abhängigkeit von dem zusätzlichen Fahrwiderstand ausgeführt.

In einer weiteren Variante wird der zusätzliche Fahrwiderstand mit einem nichtlinearen Gleichungssystem iterativ berechnet. In einer weiteren Ausgestaltung sind in dem nichtlinearen Gleichungssystem das Rotationsträgheitsmoment der ersten Masse und/oder das

Ersatzrotationsträgheitsmoment der zweiten Masse und/oder die

Ersatzfedersteifigkeit und/oder die Ersatzdämpfungskonstante der Drehstabfeder enthalten.

Erfindungsgemäße Antriebseinrichtung, insbesondere Hybridantriebseinrichtung, für ein Kraftfahrzeug, umfassend: einen Elektromotor mit einem Sensor zur Erfassung des Drehwinkels eines Rotors des Elektromotors, eine

Steuerungseinheit, vorzugsweise einen Verbrennungsmotor, einen

Antriebsstrang, wobei ein in dieser Schutzrechtsanmeldung beschriebenes Verfahren ausführbar ist.

Insbesondere ist der Sensor ein Resolver oder ein Digitalsensor. Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Im Nachfolgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung unter

Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben. Es zeigt:

Fig. 1 eine stark schematisierte Darstellung eine Antriebseinrichtung

Fig. 2 einen Längsschnitt eines Elektromotors,

Fig. 3 eine Ansicht eines Zweimassenschwingers,

Fig. 4 ein Diagramm des Drehwinkels eines Rotors des Elektromotors

in Abhängigkeit von der Zeit und

Fig. 5 eine Seitenansicht eines Kraftfahrzeuges.

Ausführungsformen der Erfindung

In Fig. 1 ist eine als Hybridantriebseinrichtung 10 ausgebildete

Antriebseinrichtung 9 für ein Kraftfahrzeug 1 1 dargestellt. Die

Hybridantriebseinrichtung 10 für das Kraftfahrzeug 1 1 umfasst einen Verbrennungsmotor 13 sowie einen Elektromotor 1 zum Antreiben des

Kraftfahrzeuges 1 1 . Der Verbrennungsmotor 13 und der Elektromotor 1 sind mittels einer Antriebswelle 14 miteinander verbunden. Die mechanische

Koppelung zwischen dem Verbrennungsmotor 13 und dem Elektromotor 1 kann mittels einer Kupplung 15 hergestellt und aufgehoben werden. Ferner ist in der

Antriebswelle 14, welche den Verbrennungsmotor 13 und den Elektromotor 1 miteinander koppelt, eine Elastizität 16 angeordnet. Der Elektromotor 1 ist mit einem Differentialgetriebe 21 mechanisch gekoppelt. In der Antriebswelle 14, welche den Elektromotor 1 und das Differentialgetriebe 21 miteinander verbindet, ist ein Wandler 17 und ein Getriebe 18 angeordnet. Mittels des

Differentialgetriebes 21 werden durch Seitenwellen 19 die Antriebsräder 20 angetrieben.

In Fig. 2 ist ein Längsschnitt des Elektromotors 1 dargestellt. Der Elektromotor 1 weist einen Rotor 2 auf und einen Stator 3 mit Elektromagneten 4 als Spulen 4 auf. Der Rotor 2 bildet zusammen mit der Antriebswelle 14 eine Baueinheit und an dem Rotor 2 sind Permanentmagnete 22 angeordnet. Elektromagnete 4 des Stators 3 sind an einem Gehäuse 23 des Elektromotors 1 gelagert und das Gehäuse 23 ist mittels einer Lagerung 28 an der Antriebswelle 14 gelagert. Der Elektromotor 1 ist außerdem mit einem als Digitalsensor ausgebildeten Sensor 27 zur Erfassung des Drehwinkels des Rotors 2 bzw. der Antriebswelle 14 ausgestattet. Für die Bestromung der Elektromagnete 4 des Stators 3 ist eine genaue Kenntnis des Drehwinkels bzw. der Winkelgeschwindigkeit des Rotors 2 erforderlich. Mittels des Sensors 27 wird der Drehwinkel φ Ε des Rotors 2 gemessen. Bei geringen Drehzahlen des Rotors 2 weisen die Messergebnisse des Sensors 27 nur eine geringe Genauigkeit auf. Mittels eines nachfolgenden beschriebenen physikalischen Modells werden die von dem Sensor 27 gemessenen Werte des Drehwinkels φ Ε verbessert, so dass mit den berechneten Werten des Drehwinkels φ Ε eine höhere Genauigkeit vorliegt und damit die Bestromung der Elektromagnete 4 genauer erfolgen kann.

In Fig. 3 ist ein Zweimassenschwinger 5 abgebildet. Der Zweimassenschwinger 5 ist ein Rotationsschwinger dessen erste Masse 6 und zweite Masse 7 um eine Rotationsachse 24 eine Rotationsbewegung fiktiv ausführen. Die erste Masse 6 ist mit der zweiten Masse 7 mittels einer Drehstabfeder 8 verbunden. Das

Rotationsträgheitsmoment J-ι der ersten Masse 6 entspricht dabei dem Rotationsträgheitsmoment J-ι des Elektromotors 1 bzw. des Rotors 2 des Elektromotors 1. In dem in Fig. 1 dargestellten Komponenten der

Antriebseinrichtung 9 führen beispielsweise die Antriebswelle 14, Teile des Getriebes 18, Teile des Differentialgetriebes 21 , die Seitenwelle 19 und das Antriebswelle 20 eine Rotationsbewegung aus. Das Rotationsträgheitsmoment dieser Komponenten ist aufgrund der konstruktiven Auslegung des

Kraftfahrzeuges 1 1 bekannt und kann berechnet werden. Das Kraftfahrzeug 1 1 führt dabei eine Translationsbewegung aus. Bei einer Translationsbewegung des Kraftfahrzeuges tritt ein Massenträgheitsmoment auf. Dieses

Massenträgheitsmoment der Masse des Kraftfahrzeuges 1 1 , welche eine

Translationsbewegung ausführt, wird dabei in ein

Ersatzrotationsträgheitsmoment J 2 des Kraftfahrzeuges 1 1 umgerechnet. Das Ersatzrotationsträgheitsmoment J 2 der zweiten Massen 7 in dem

Zweimassenschwinger 5 entspricht dabei dem aus dem Massenträgheitsmoment des Kraftfahrzeuges 1 1 mit einer Translationsbewegung umgerechneten

Ersatzträgheitsmoment sowie dem Rotationsträgheitsmoment der Komponenten der Antriebseinrichtung 9 mit einer Rotationsbewegung, beispielsweise die Antriebswelle 14 und die Seitenwelle 19. Beim Aufbringen eines Drehmomentes von dem Elektromotor 1 auf die

Antriebswelle 14 führt dieses Drehmoment zu einer Torsion von Komponenten der Antriebseinrichtung 9. Insbesondere die Antriebswelle 14 und die

Seitenwelle 19 werden dabei tordiert, so dass es hier zu einer seitlichen

Verzögerung kommt zwischen der Rotationsbewegung des Elektromotors 1 und der Rotationsbewegung der Antriebsräder 20 kommt. In dem physikalischen

Modell wird dies mittels der Ersatzfedersteifigkeit c des Antriebsstranges 12 berücksichtigt. Der Antriebsstrang 12 sind insbesondere die Komponenten der Antriebseinrichtung 9 ohne den Elektromotor 1 und den Verbrennungsmotor 13. Komponenten des Antriebsstranges 12 weisen außerdem auch eine

schwingungsdämpfende Eigenschaft auf, die in dem physikalischen Modell gemäß dem Zweimassenschwinger 5 in Fig. 3 durch die

Ersatzdämpfungskonstante d berücksichtigt wird. Beim Betrieb des

Kraftfahrzeuges 1 1 treten außerdem zusätzliche Fahrwiderstände F auf. Diese können beispielsweise aus einer Bergfahrt resultieren oder bei einer Talfahrt können negative Fahrwiderstände F auftreten. Auch eine Erhöhung der Beladung des Kraftfahrzeuges 1 1 führt zu zusätzlichen Fahrwiderständen F. Diese Fahrwiderstände F werden in dem physikalischen Modell mit dem

Zweimassenschwinger 5 dadurch berücksichtigt, dass temporär das

Ersatzrotationsträgheitsmoment J 2 der zweiten Masse 7 erhöht oder verringert wird.

Der Drehwinkel φ Ε des Rotors 2 wird von dem Sensor 27 erfasst. Ferner mit einem nicht dargestellten Sensor der Drehwinkel cp F der zweiten Masse 7 bzw. des Antriebsrades 20 erfasst. Dabei werden diese Werte sehr häufig, beispielsweise mehrere hundert Mal innerhalb einer Sekunde, gemessen und anschließend die gemessenen Werte in das physikalische Modell gemäß dem Zweimassenschwinger 5 eingebracht. Hierzu werden die nachfolgenden

Gleichungen benutzt: a E (t) = c/Ji * [ cp E (t) - cp F (t)] - d/ Ji * [ u> E (t) - oo F (t)] + 1/ Ji * u(t) a F (t) = c/J 2 * [ cp E (t) - cp F (t)] + d/ J 2 * [ oo E (t) - oo F (t)] - Fl J 2 oo E (t) = cp E ' (t) ; oo F (t) = cp F ' (t)

Aus diesen Gleichungen kann somit die Winkelbeschleunigung cc E der ersten Masse 6 bzw. des Rotors 2 und die Winkelbeschleunigung cc F der zweiten Massen 7 berechnet werden. Dabei werden auch das Drehmoment u(t) des Elektromotors 1 mitberücksichtigt. Das Drehmoment u(t) des Elektromotors 1 wird von der Regelung des Elektromotors 1 zur Bestromung zur Verfügung gestellt bzw. kann hieraus berechnet werden. Die Winkelgeschwindigkeit et der ersten Masse 6 ist dabei die zeitliche Ableitung (cp E ' (t)) des Drehwinkels φ Ε der ersten Masse 6 und die Winkelgeschwindigkeit cop der zweiten Masse 7 ist dabei die zeitliche Ableitung (c F ' (t)) des Drehwinkels cp F der zweiten Masse 7. Es handelt sich somit um ein lineares Gleichungssystem. In diesem nachfolgenden nichtlinearen Gleichungssystem sind die

Ersatzfedersteifigkeit des Antriebsstranges 12 und auch der Fahrwiderstand F=x 2 des Kraftfahrzeuges 1 1 unbekannte Größen: a E (t) = X1/J1 * [ cp E (t) - cp F (t)] - d/ Ji * [ oo E (t) - u> F (t)] + 1/ J 1 * u(t) a F (t) = X1/J2 * [ q>E(t) - q> F (t)] + d/ J 2 * [ u> E (t) - u> F (t)] - x 2 / J 2

Durch die hohe Anzahl der Messungen des Drehwinkels φ Ε und vorzugsweise auch des Drehwinkels cp F kann durch eine iterative Berechnung der

Fahrwiderstand F=x 2 und vorzugsweise auch die Ersatzfedersteifigkeit berechnet werden. Abweichend hiervon kann auch nur der Fahrwiderstand F=x 2 berechnet werden und die Ersatzfedersteifigkeit c wird als konstante und konstruktiv bekannte Größe nicht berechnet (nicht dargestellt im obigen

Gleichungssystem). Aufgrund dieser ständigen Berechnungen des

Fahrwiderstandes F und der Ersatzfedersteifigkeit c kann das physikalische Modell weiter verbessert und verfeinert werden, so dass dadurch die

berechneten Werte für den Drehwinkel φ Ε bzw. die Winkelgeschwindigkeit et der ersten Masse 6, welche dem Rotor 2 entspricht, weiter verbessert werden. Damit liegen Werte φ Ε für den Drehwinkel und die Winkelgeschwindigkeit et des Rotors

2 in einer hohen Genauigkeit vor, insbesondere auch bei einer niedrigen

Drehzahl des Elektromotors 1 . Dadurch kann die Bestromung der

Elektromagnete 4 des Stators 3 mit eine hohen Genauigkeit erfolgen, obwohl der Sensor 7 relativ ungenau Ergebnisse für den Drehwinkel φ Ε des Rotors 2 ausgibt. Unter der Bestromung der Elektromagnete 4 werden der Strom und/oder die Spannung des durch die Elektromagnete 4 geleiteten Stromes und/oder die Zeiten eines Durchleitens von Strom durch die Elektromagnete 4 verstanden.

In Fig. 4 sind in einem Diagramm der Drehwinkels φ Ε des Rotors 2 des

Elektromotors 1 in Abhängigkeit von der Zeit angetragen. In der Kurve 25 sind die gemessenen Werte und in der Kurve 26 die mit dem physikalischen Modell berechneten Werte des Drehwinkels φ Ε des Rotors 2 angegebenen. Die berechneten Werte entsprechen den tatsächlichen Werten wesentlich genauer als die gemessenen Werte. Insgesamt betrachtet sind mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Steuerung eines Elektromotors 4 wesentliche Vorteile verbunden. Der Elektromotor 1 weist einen Digitalsensor als Sensor 27 zur Erfassung des Drehwinkels φ Ε des Rotors 2 auf. Dieser Sensor 27 stellt bei geringen Drehzahlen des Elektromotors 1 nur Messwerte mit einer geringen Genauigkeit zur Verfügung. Mittels des

physikalischen Modells können diese ungenauen Messergebnisse aufbereitet und verfeinert werden, so dass aus den berechneten Werten für die Bestromung des Elektromotors 1 Drehwinkel φ Ε mit einer hohen Genauigkeit vorliegen. Damit können Digitalsensoren, insbesondere aufgrund ihrer robusten Eigenschaften, auch in Kraftfahrzeugen 1 1 mit einer Hybridantriebseinrichtung 10 eingesetzt werden, ohne dass bei geringen Drehzahlen die Bestromung der

Elektromagnete 4 mit einer geringen Genauigkeit erfolgt.