REICHEL, Johann (Bockumer Str. 368, Düsseldorf, 40489, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zur Schaumschlackensteuerung einer Rostfreischmelze in einem Elektrolichtbogenofen, dadurch gekennzeichnet, dass die Schlackenhöhe im Elektrolichtbogenofen thermographisch als Funktion der Zeit und Schlackenhöhe kontinuierlich erfasst wird und dass abhängig von der Temperatur und dem Temperaturgradienten die Zugabe von Schäummaterial gesteuert wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass bei der Anzeige einem Temperaturgradient mit positiven Vorzeichen die Zugabe des Materials mit einer konstanten Geschwindigkeit vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass bei Anzeige eines Temperaturgradienten mit negativem Vorzeichen oder mit Null die Zugabe des Materials komplett gestoppt oder nach einer anderen praxisorientierten Funktion abnehmend fortgesetzt wird. 4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur mittels eines in die Ofenwandung eingesetzten Thermoelementes gemessen wird. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Thermoelement emittierte Infrarotstrahlung über eine Wärmebildkamera ermittelt und als Steuersignal an die Schäummaterialzugabe weitergeleitet wird. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Schaumschlackensteuerung einer Rostfreischmelze in einem Elektrolichtbogenofen.
Die Vorteile einer gut schäumenden Schlacke im EAF sind weitgehend bekannt, wobei hierzu auf die WO 2007/087979 A1 verwiesen werden kann. Beim Betreiben von Elektrolichtbogenofen wird die Charge, d. h. vor allem Schrott, und Legierungen mit den Lichtbögen der Elektroden eingeschmolzen mit gleichzeitiger Bildung einer Schlacke. Die Schlacke erfüllt dabei neben ihrer Primärfunktion, d. h. der Entfernung von unerwünschten Bestandteilen aus der Schmelze, eine Schutzfunktion falls sie in einen schaumförmigen Zustand gebracht wird. In diesem Zustand umhüllt die Schlacke den Raum zwischen den Elektrodenspitzen und der Metalloberfläche und wegen ihrer schwachen Wärmeleitfähigkeit schützt die Feuerfest-Ausmauerung des Ofens vor der Strahlungsenergie des Elektrolichtbogens.
Die aufgeschäumte Schlacke reduziert stark die intensive Strahlung des Lichtbogens gegenüber der Wandung des Elektroofens und verbessert damit das Energieeinbringen in die metallische Schmelze. Somit wird die Haltbarkeit des Feuerfestmaterials des Ofens wesentlich verlängert.
Um diese Vorteile zu erreichen, muss die Schaumschlacke immer in einer vorbestimmten Höhe im Ofen vorhanden sein.
Aus der EP 637 634 A1 ist ein Verfahren zum Herstellen einer Metallschmelze bekannt, bei der die Höhe der Schaumschlacke akustisch bestimmt wird, und zwar durch Erfassung eines für das Schlackenschäumen charakteristischen Frequenzbereiches. Aus dem Vergleich des Meß-Schallpegels mit einem Referenz-Schallpegel ergeben sich dann Anhaltspunkte für die Steuerung der Schäummittelzugabe. Ebenfalls mit der Bestimmung der Höhe der Schaumschlacke in einem
Elektrolichtbogenofen befasst sich die WO 2007/009924 A1.
Hierbei wird als Messtechnik die Bestimmung des Körperschalls eingesetzt.
Aufgabe der Erfindung ist es ein verbessertes Verfahren zur Schaumschlackensteuerung anzugeben.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß dadurch, dass die Schlackenhöhe im Elektrolichtbogenofen thermographisch als Funktion der Zeit und Schlackenhöhe kontinuierlich erfasst wird und dass abhängig von der Temperatur und dem Temperaturgradienten die Zugabe von Schäummaterial gesteuert wird.
Die Erfindung betrifft somit ein Verfahren zur Schaumschlackensteuerung einer Rostfreischmelze in einem Elektrolichtbogenofen bei Zugabe von einem Schäummaterial anhand eines thermographischen Systems. Die Steuerung der Zugabe basiert auf optimaler Bildung der Schaumschlacke gemessen durch ihre Höhe. Die Höhe der Schlacke bewirkt eine Temperaturänderung eines Thermoelements. Das Thermoelement ist eingebaut in der Wandung des Elektrolichbogenofens und hat extrem hohe Wärmeleitfähigkeit. Somit ergibt sich ebenfalls die Möglichkeit den Temeperaturgradient zu messen.
Die Schlackenhöhe wird somit anhand einer kontinuierlichen Temperaturmessung mit dem Thermoelement erfasst. Seine schnelle Temperaturveränderung aufgrund der unterschiedlichen Schlackenhöhe wird auf Basis einer kabellosen Infrarotsignalübertragung an einen Empfänger im Kontrollstand empfangen. Entsprechen dem Temperaturverlauf wird die Zugabe des Schäummaterials gesteuert.
Die Erfindung soll nachfolgend unter Bezug auf die Zeichnungen erläutert werden.
Dabei zeigt:
Fig. 1 das generelle Prinzip des Meßsystems und
Fig. 2 das Prinzip der Schäummaterialzugabesteuerung In der Figur 1 ist der Elektrolichtbogenofen, der hier im Einzelnen nicht beschrieben werden soll, ist mit 1 bezeichnet. Eine Infrarotkamera 2 empfängt die von dem Thermoelement 5, das in einem Bereich der Ofenwand, also einer Höhe angeordnet, die im üblichen Bereich der vorhandenenen bzw. notwendigen Schaumschlackenhöhe liegt.emittierte Infrarotstrahlung und gibt die Meßwerte als Steuersignale 3 an die Materialzugabeeinrichtung 4 weiter, die ihrerseits dann das Schäummaterial dem Elektrolichtbogenofen zuführt. Dies ist durch den Pfeil 6 angedeutet.
Die Figur 2 zeigt die Schlackenhöhe über der Zeitachse.
Die Schaumschlacke entwickelt sich quasi exponentiell entsprechend dem natürlichen Aufbau, wie die in der Figur 2 zu erkennen ist. Das Schäummaterial wird, wie erwähnt, über die Materialzugabeeinrichtung 4 in die Zone zwischen Schlacke und Metall eingeführt und unterliegt dem Lösungsprozess mit paralleler Reduktion des Eisenoxids.
Durch das Meßsystem wird die Schlackenhöhe durch eine Temperaturentwicklung an einem Thermoelement identifiziert wird. Die Temperatur des Thermoelements ist eine Funktion äer Zeit und Schlackenhöhe, wie dies in den Gleichungen 1. und 2 wiedergegeben ist.
Das Meßsystem liefert:
- das Temperatursignal in Zeitfunktion : T = f(t)=f(h) (1)
- das Temperaturgradient in Zeitfunktion: dT = df(h) (2)
Das Thermoelement ist in der Wandung des Elektrolichbogenofens eingebaut und zeichnet sich durch eine extrem hohe Wärmeleitfähigkeit aus. Dadurch kann der Temperaturgradient ermittelt werden, siehe Gleichung 3.
Das Steuerungsystem liefert: dT/dt = g(h,t)=df'(h)/dt (3)
Damit kann die
- die Zugabegeschwindigkeit dm/dt in (kg/min) - Gleichungen 4 und 5 -
dm/dt = v bei T>T mln und dT/dt ≥ 0 (4) dm/dt = 0 bei T = T op! und dT/dt < O (5)
und die die Dauer der Zugabe t in (min) - Gleichungen 6 und 7 - bestimmt werden
Δt=t solange dT/dt ≥: 0 (6)
At=O solange dT/dt < 0 (7)
Da die Thermografie ein berührungsloses Messverfahren ist, das heißt, es können auch weit entfernte Objekte abgebildet werden. Die IR-Signale der Kamera werden als Radiosignale im Leitstand empfangen und in die Steuerungsignale laut Gleichung 4-7 umgewandelt
Solange sich der Gradient mit positiven Vorzeichen darstellt, was eine steigende Tendenz der Temperatur bedeutet, gleichzeitig aber auch einen ungehüllten Zustand der Elektroden, wird die Zugabe des Materials mit einer konstanten Geschwindigkeit vorgenommen. Abweichend, kann hier auch eine andere praxisorientierte Funktion zugrunde der Steuerung gelegt werden. Ist der Temperaturgradient Null bzw. negativ wird die Zugabe des Materials komplett gestoppt oder nach einer anderen praxisorientierten Funktion abnehmend fortgesetzt.
