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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR CONTROLLING A RECTIFIER, CONTROL DEVICE FOR A RECTIFIER AND RECTIFIER
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/202510
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to the controlling of a rectifier with multiple electrical phases. In at least one electrical phase, the duty cycles are merged with one another in two consecutive cycles of the pulse-width modulated controlling, i.e. in a first PWM-pulse, the duty cycle is shifted to the end of the PWM-pulse, and in a subsequent PWM-pulse, the duty cycle is shifted to the start of the PWM-pulse. As a result, there must be no switching process between two consecutive PWM-pulses. In this way, the switching losses and consequently the rise in temperature of the rectifier can be minimised.

Inventors:
MERKEL, Tino (Bahnhofstr. 72, Schwieberdingen, 71701, DE)
MALCHOW, Florian (Herzogstr. 6d, Stuttgart, 70176, DE)
HIRSCH, Michele (Hirschlandstr. 156, Esslingen, 73730, DE)
Application Number:
EP2018/060606
Publication Date:
November 08, 2018
Filing Date:
April 25, 2018
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
H02M7/5387; H02M1/32
Foreign References:
EP2940853A12015-11-04
EP2833529A12015-02-04
DE102007018829A12008-11-13
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Claims:
Ansprüche

1. Verfahren zur Steuerung eines Stromrichters (1) mit mehreren

elektrischen Phasen, mit den Schritten:

Ermitteln (Sl) von Tastverhältnissen für Einschaltdauern von Pulsen für eine pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der elektrischen Phasen des Stromrichters (1) in einem zeitlichen Raster, wobei das zeitliche Raster durch Einheiten eines PWM-Takts (I, II) der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung gebildet wird; und

Anpassen (S2) der Einschaltzeitpunkte und Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierten Ansteuerung der elektrischen Phasen, wobei für eine erste Phase in einem ersten PWM-Takt (I) eine Einschaltdauer vollständig am Ende des ersten PWM-Takts (I) eingestellt wird und in einem zweiten PWM-Takt (II) , der dem ersten PWM-Takt (I) folgt, die Einschaltdauer der ersten Phase zu Beginn des zweiten PWM-Takts (II) eingestellt wird, und wobei die Tastverhältnisse der elektrischen Phasen den ermittelten Tastverhältnissen entsprechen.

2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die erste elektrische Phase des

Stromrichters (1) die elektrische Phase mit dem größten Tastverhältnis umfasst.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei in dem Schritt (S2) zum

Anpassen der Einschaltzeitpunkte und Ausschaltzeitpunkte, die weiteren elektrischen Phasen des Stromrichters (1) in dem ersten PWM-Takt (I) zusammen mit der ersten elektrischen Phase eingeschaltet werden und in dem zweiten PWM-Takt (II) die weiteren elektrischen Phasen zusammen mit der ersten elektrischen Phase ausgeschaltet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit einem Schritt zum Erfassen eine Temperatur und/oder einer Temperaturverteilung in dem Stromrichter (1); wobei der Schritt (S2) zum Anpassen der Einschaltzeitpunkte und der Ausschaltzeitpunkte in Abhängigkeit von der erfassten Temperatur und/oder eine Temperaturverteilung ausgeführt wird.

Verfahren nach Anspruch 4, wobei das Erfassen der Temperatur und/oder der Temperaturverteilung eine sensorische Erfassung mindestens einer Temperatur in dem Stromrichter (1) umfasst.

Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, wobei das Erfassen der Temperatur und/oder der Temperaturverteilung eine Berechnung einer Temperatur und/oder einer Temperaturverteilung umfasst.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, mit einem Schritt (S3) zum Ansteuern des Stromrichters (1) in Abhängigkeit von den angepassten Einschaltzeitpunkten und Ausschaltzeitpunkten für die

pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der elektrischen Phasen des

Stromrichters (1).

Steuervorrichtung (4) für einen pulsbreitenmodulierten Stromrichter (1) mit mehreren elektrischen Phasen, mit: einer Steuereinrichtung, die dazu ausgelegt ist, Tastverhältnisse für Einschaltdauern von Pulsen einer pulsbreitenmodulierten Ansteuerung der elektrischen Phasen des Stromrichters (1) in einem zeitlichen Raster zu ermitteln, wobei das zeitliche Raster durch Einheiten eines PWM-Takts (I, II) der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung gebildet wird, und die Steuereinrichtung dazu ausgelegt ist, Einschaltzeitpunkte und

Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierten Ansteuerung der elektrischen Phasen einzustellen, wobei für eine erste elektrische Phase in einem ersten PWM-Takt (I) die Einschaltdauer vollständig am Ende des ersten PWM-Takts eingestellt wird und in einem zweiten PWM-Takt (II), der dem ersten PWM-Takt (I) folgt, die Einschaltdauer der ersten elektrischen Phase zu Beginn des zweiten PWM-Takts (I) eingestellt wird, und wobei die Tastverhältnisse der elektrischen Phasen den ermittelten Tastverhältnissen entsprechen.

9. Elektrischer Stromrichter (1), mit: mehreren Halbbrücken (11, 12, 13), die jeweils ein erstes Schaltelement (Ml, M2, M3) und ein zweites Schaltelement (M4, M5, M6) umfassen; und einer Steuervorrichtung (4) nach Anspruch 8, wobei die Steuervorrichtung (4) dazu ausgelegt ist, die ersten

Schaltelemente (Ml, M2, M3) und die zweiten Schaltelemente (M4, M5, M6) der Halbbrücken (11, 12, 13) in Abhängigkeit von den eingestellten Einschaltzeitpunkten und den eingestellten Ausschaltzeitpunkten anzusteuern.

Description:
Beschreibung

Titel

Verfahren zur Ansteuerung eines Stromrichters, Steuervorrichtung für einen Stromrichter und Stromrichter

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ansteuerung eines

Stromrichters, eine Steuervorrichtung für einen Stromrichter und einen

Stromrichter. Insbesondere betrifft die vorliegende Erfindung die Ansteuerung eines Stromrichters zur Optimierung einer Temperaturverteilung in dem

Stromrichter.

Stand der Technik

Die Druckschrift DE 10 2007 018 829 AI offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Ansteuerung einer Leistungsschaltereinheit. Zum Schutz der Leistungsschaltereinheit gegen thermische Überbelastung wird eine

Temperaturrichtgröße der Leistungsschaltereinheit erhoben, anhand des zeitlichen Verlaufs der Temperaturrichtgröße wird ein Temperaturhub während einer Betriebsphase der Leistungsschaltereinheit bestimmt und anschließend die Verlustleistung der Leistungsschaltereinheit derart limitiert, dass der

Temperaturhub einen vorgegebenen Grenzwert nicht überschreitet.

In elektrischen Antriebssystemen wird in der Regel eine elektrische Maschine von einem vorgeschalteten Stromrichter mit elektrischer Energie gespeist.

Derartige Stromrichter umfassen mehrere Halbleiterschaltelemente mittels derer ein elektrischer Strom und/oder eine elektrische Spannung für die

angeschlossene elektrische Maschine eingestellt werden kann. Hierbei werden die Schaltelemente beispielsweise mittels eines

Pulsbreitenmodulationsverfahrens angesteuert. Übliche Modulationsverfahren sind beispielsweise Raumzeiger-Modulation, Sinusmodulation, Fiat-Top oder Flat-Bottom. In der Regel werden dabei in einem Normalbetrieb alle

Schaltelemente gleichmäßig angesteuert. Während des Betriebs ist dabei darauf zu achten, dass vorgegebene Grenzwerte für die Belastung der Schaltelemente, wie zum Beispiel eine maximale Temperatur oder ähnliches nicht überschritten werden.

Offenbarung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung schafft ein Verfahren zur Steuerung eines

Stromrichters mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1, eine Steuervorrichtung für einen pulsbreitenmodulierten Stromrichter mit den Merkmalen des

Patentanspruchs 7 und einen elektrischen Stromrichter mit den Merkmalen des Patentanspruchs 8.

Demgemäß ist vorgesehen:

Ein Verfahren zur Steuerung eines Stromrichters mit mehreren elektrischen Phasen. Das Verfahren umfasst einen Schritt zum Ermitteln von

Tastverhältnissen für Einschaltdauern von Pulsen einer pulsbreitenmodulierten Ansteuerung der elektrischen Phasen des Stromrichters in einem zeitlichen Raster. Das zeitliche Raster wird durch Einheiten eines PWM-Taktes der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung gebildet. Das Verfahren umfasst ferner einen Schritt zum Anpassen der Einschaltzeitpunkte und der Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der elektrischen Phasen. Für eine erste elektrische Phase in einem ersten PWM-Takt wird die Einschaltdauer an das Ende des ersten PWM-Takts verschoben. In einem zweiten PWM-Takt, der dem ersten PWM-Takt folgt, wird die Einschaltdauer der ersten elektrischen Phase an den Beginn des zweiten PWM-Takts verschoben, und wobei die Tastverhältnisse der elektrischen Phasen den ermittelten Tastverhältnissen entsprechen.

Weiterhin ist vorgesehen:

Eine Steuervorrichtung für einen pulsbreitenmodulierten Stromrichter mit mehreren elektrischen Phasen. Die Steuervorrichtung umfasst eine Steuervorrichtung, die dazu ausgelegt ist, Tastverhältnisse für Einschaltdauern von Pulsen für eine pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der elektrischen Phasen des Stromrichters in einem zeitlichen Raster zu ermitteln. Das zeitliche Raster wird durch Einheiten eines PWM-Takts der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung gebildet. Weiterhin ist die Steuereinrichtung dazu ausgelegt, Einschaltzeitpunkte und Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der elektrischen Phasen einzustellen. Hierzu wird für eine erste elektrische Phase in einem ersten PWM-Takt die Einschaltdauer an das Ende des ersten PWM-Takts verlagert, und in einem zweiten PWM-Takt, der dem ersten PWM-Takt folgt, wird die Einschaltdauer der ersten elektrischen Phase an den Beginn des zweiten PWM-Takts gesetzt und wobei die Tastverhältnisse der elektischen Phasen den ermittelten Tastverhältnissen entsprechen.

Ferner ist vorgesehen:

Ein elektrischer Stromrichter mit mehreren Halbbrücken und einer

erfindungsgemäßen Steuervorrichtung. Jede der Halbbrücken umfasst jeweils ein erstes Schaltelement und ein zweites Schaltelement. Die Steuervorrichtung ist dazu ausgelegt, die ersten Schaltelemente und die zweiten Schaltelemente der Halbbrücken in Abhängigkeit von Steuersignalen anzusteuern, die durch die von der Steuervorrichtung eingestellten Einschaltzeitpunkte und

Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung eingestellt worden sind.

Vorteile der Erfindung

Der vorliegenden Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, dass Schaltvorgänge der Schaltelemente in einem Stromrichter mit Schaltverlusten verbunden sind. Diese Schaltverluste können zu einer Erwärmung der Schaltelemente und somit des gesamten Stromrichters führen. Nähert sich aufgrund dieser Erwärmung die Temperatur in dem Stromrichter und insbesondere an den Schaltelementen des Stromrichters einer maximalen Betriebstemperatur an, oder wird diese maximale Betriebstemperatur überschritten, so muss die Leistung des Stromrichters herabgesetzt werden. Andernfalls könnte ein weiterer Temperaturanstieg zu einer vorzeitigen Alterung oder gegebenenfalls sogar zu einer Beschädigung der Bauelemente, insbesondere der Schaltelemente in dem Stromrichter führen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Idee zugrunde, dieser Erkenntnis Rechnung zu tragen und die Schaltverluste, sowie die damit verbundene Erwärmung des Stromrichters zu verringern. Hierzu ist es vorgesehen, die Schaltelemente eines Stromrichters mit einem Schaltmuster anzusteuern, welches die Schaltverluste verringert. Insbesondere ist es vorgesehen, die Einschaltzeitpunkte und die Ausschaltzeitpunkte einer pulsbreitenmodulierten Ansteuerung derart anzupassen, dass zumindest in einer elektrischen Phase eines mehrphasigen Stromrichters die Anzahl der Schaltvorgänge verringert werden kann.

Für eine solche Verringerung der Schaltvorgänge in einer elektrischen Phase eines mehrphasigen Stromrichters wird vorgesehen, für mindestens eine Phase in zwei aufeinanderfolgenden Taktzyklen der pulsbreitenmodulierten

Ansteuerung die Einschaltzeitdauern miteinander zu verbinden. Hierzu kann beispielsweise in einem ersten Takt der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung die Einschaltzeitdauer des Taktes vollständig an das Ende des Taktes gelegt werden. In einem darauffolgenden Takt kann die Einschaltzeitdauer vollständig an den Beginn des Taktes gelegt werden. Somit muss zwischen diesen beiden aufeinanderfolgenden Takten kein zusätzlicher Schaltvorgang stattfinden. Auf diese Weise sind während der beiden Takte in der entsprechenden Phase zumindest zeitweise nur halb so viele Schaltvorgänge erforderlich, wie dies bei einer konventionellen Ansteuerung der Fall wäre. Somit sinken auch die

Schaltverluste und damit die damit verbundenen Energie, die in der

entsprechenden Phase umgesetzt wird und zu einer Erwärmung des

Stromrichters führt. Auf diese Weise kann die Temperaturverteilung der einzelnen Phasen im Stromrichter optimiert werden.

Durch das Verschieben der Ein- und Ausschaltzeitpunkte„verschmelzen" somit in einer elektrischen Phase zwei aufeinander folgende Pulse, während in den weiteren elektrischen Phasen alle einzelnen Pulse als getrennte Pulse auftreten. Für einen außenstehenden Beobachter ergibt sich dabei der Eindruck, dass die Phase mit den„verschmolzenen" Pulsen in Vergleich zu den übrigen elektrischen Phasen mit einer reduzierten, insbesondere mit einer halbierten Taktfrequenz betrieben wird.

Der Begriff Takt oder PWM-Takt bezeichnet hierbei die Dauer einer Periode einer konventionellen pulsbreitenmodulierten Ansteuerung. Dies ist die

Periodendauer, in der eine konventionelle pulsbreitenmodulierte Ansteuerung jeweils einmal ein- und ausgeschaltet wird. Das erfindungsgemäße Verbinden von zwei aufeinander folgenden Pulsen in mindestens einer der elektrischen Phasen kann hierbei als eine virtuelle Verdopplung der Periodendauer und somit einer Halbierung der Schaltfrequenz in der entsprechenden elektrische Phase betrachtet werden. Daher wurde in der vorliegenden Beschreibung der Begriff PWM-Takt gewählt, der sich auf die Periodendauer einer zugrundeliegenden pulsbreitenmodulierten Ansteuerung beziegt. Hierduch sollen Unklarheiten oder eine mögliche Verwechslung mit einer resultierenden (virtuellen) Periodizität vermieden werden.

Durch eine entsprechende Ansteuerung wird sich der Stromrichter weniger stark erwärmen, so dass durch den Stromrichter eine höhere elektrische Leistung bereitgestellt werden kann, ohne dass eine maximal zulässige

Betriebstemperatur überschritten wird.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst die erste elektrische Phase, in der in zwei aufeinanderfolgenden PWM-Takten die Einschaltzeiten zusammengeführt werden, die Phase mit dem größten Tastverhältnis. Hierdurch kann eine besonders lange zusammenhängende Einschaltdauer realisiert werden.

Gemäß einer Ausführungsform werden in dem Schritt zum Anpassen der Einschaltzeitpunkte und der Ausschaltzeitpunkte in einem ersten PWM-Takt die weiteren elektrischen Phasen zusammen mit der ersten elektrischen Phase eingeschaltet. Weiterhin können in einem zweiten PWM-Takt die weiteren elektrischen Phasen zusammen mit der ersten elektrischen Phase ausgeschaltet werden. Auf diese Weise kann eine besonders effiziente Ansteuerung der mehreren elektrischen Phasen des Stromrichters realisiert werden. Hierbei können weiterhin die gleichen Spannungszeiger genutzt werden, wobei ein geringerer Stromrippel erreicht werden kann, als dies bei Ein- und

Ausschaltvorgängen ohne Synchronität der Fall ist.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Verfahren einen Schritt zum

Erfassen einer Temperatur und/oder einer Temperaturverteilung in dem

Stromrichter. Hierbei kann die Anpassung der Einschaltzeitpunkte und der Ausschaltzeitpunkte in Abhängigkeit von der erfassten Temperatur und/oder der erfassten Temperaturverteilung ausgeführt werden. Durch die Berücksichtigung der Temperatur bzw. der Temperaturverteilung in dem Stromrichter kann die Anpassung der Einschaltzeitpunkte und der Ausschaltzeitpunkte für eine möglichst homogene Temperaturverteilung in dem Stromrichter angepasst werden.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Erfassen der Temperatur und/oder der Temperaturverteilung eine sensorische Erfassung mindestens einer Temperatur in dem Stromrichter. Durch einen Temperatursensor kann eine einfache und effiziente Erfassung der Temperatur bzw. der Temperaturverteilung in dem Stromrichter realisiert werden.

Gemäß einer Ausführungsform umfasst das Erfassen der Temperatur und/oder der Temperaturverteilung eine Berechnung einer Temperatur und/oder einer Temperaturverteilung. Durch das Berechnen der Temperatur bzw. der

Temperaturverteilung in dem Stromrichter kann eine einfache und

kostengünstige Ermittlung der Temperatur bzw. der Temperaturverteilung realisiert werden, ohne dass dies einen größeren Hardware-Aufwand erfordert.

Die obigen Ausgestaltungen und Weiterbildungen lassen sich, soweit sinnvoll, beliebig miteinander kombinieren. Weitere Ausgestaltungen, Weiterbildungen und Implementierungen der Erfindung umfassen auch nicht explizit genannte Kombinationen von zuvor oder im Folgenden bezüglich den

Ausführungsbeispielen beschriebenen Merkmalen der Erfindung. Insbesondere wird der Fachmann dabei auch Einzelaspekte als Verbesserungen und

Ergänzungen zu den jeweiligen Grundformen der Erfindung hinzufügen.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen Die vorliegende Erfindung wird nachfolgend anhand der in den schematischen Figuren der Zeichnungen angegebenen Ausführungsbeispiele näher erläutert. Dabei zeigen:

Figur 1: eine schematische Darstellung eines elektrischen Antriebssystems mit einem Stromrichter gemäß einer Ausführungsform; eine schematische Darstellung der Ansteuersignale einer konventionellen pulsbreitenmodulierten Ansteuerung eines Stromrichters;

Figur 3: eine schematische Darstellung der Ansteuersignale einer

pulsbreitenmodulierten Ansteuerung eines Stromrichters gemäß einer Ausführungsform;

Figur 4: eine schematische Darstellung der Ansteuersignale einer

pulsbreitenmodulierten Ansteuerung eines Stromrichters gemäß einer weiteren Ausführungsform

Figur 5: eine schematische Darstellung einer dreiphasigen Wechselspannung wie sie von eine Stromrichter gemäß einer Ausführungsform bereitgestellt werden kann; und Figur 6: eine schematische Darstellung eines Ablaufdiagramms, wie es einem

Verfahren zur Ansteuerung eines mehrphasigen Stromrichters gemäß einer Ausführungsform zugrunde liegt.

Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung eines elektrischen Antriebssystems mit einem Stromrichter 1 gemäß einer Ausführungsform. Der Stromrichter wird eingangsseitig von einer elektrischen Energiequelle 2 gespeist. Beispielsweise kann es sich bei dieser elektrischen Energiequelle 2 um eine Batterie, insbesondere zum Beispiel um die Traktionsbatterie eines Elektro- oder

Hybridfahrzeugs handeln. Ausgangsseitig ist der Stromrichter mit einer elektrischen Maschine 3 elektrisch gekoppelt. Der Stromrichter generiert aus der eingangsseitig bereitgestellten Spannung, hier beispielsweise einer

Gleichspannung, eine mehrphasige Wechselspannung und stellt diese ausgangsseitig für die elektrische Maschine 3 bereit. Mit dem hier dargestellten Ausführungsbeispiel sowie der weiteren Beschreibung wird die elektrische Maschine 3 mittels einer dreiphasigen Wechselspannung angesteuert. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf eine dreiphasige Wechselspannung begrenzt. Darüber hinaus kann der Stromrichter 1 auch eine beliebige

mehrphasige Wechselspannung insbesondere eine Wechselspannung mit mehr als drei Phasen bereitstellen, um die elektrische Maschine 3 anzusteuern.

Der Stromrichter 1 umfasst in diesem Beispiel drei Halbbrücken 11, 12, 13 mit jeweils einem oberen Schaltelement Ml bis M3 und jeweils einem unteren Schaltelement M4 bis M6. Die Schaltelemente Ml bis M6 des Stromrichters 1 werden dabei von einer Steuervorrichtung 4 mittels geeigneter Steuersignale angesteuert, um aus einer Eingangsspannung die erforderliche mehrphasige

Ausgangsspannung zu erzeugen. Hierzu können die einzelnen Schaltelemente Ml bis M6 der Halbbrücken 11 bis 13 beispielsweise von einer Steuereinrichtung 15 der Steuervorrichtung 4 mittels pulsbreitenmodulierten Signalen angesteuert werden. In einem konventionellen Betriebsmodus werden die einzelnen

Schaltelemente Ml bis M6 der Halbbrücken 11 bis 13 dabei in der Regel gleichmäßig angesteuert, so dass ausgangsseitig eine dreiphasige

Wechselspannung bereitgestellt wird.

Während des Betriebs des Stromrichters 1 werden sich die einzelnen

Komponenten, insbesondere die Schaltelemente Ml bis M6 erwärmen. Um die dabei entstehende Wärme abzuführen, kann der Stromrichter 1 beispielsweise über eine Kühlvorrichtung (hier nicht dargestellt) die thermische Energie von den Schaltelementen Ml bis M6 abführen. Hierzu kann beispielsweise als

Kühlmedium Luft oder eine Kühlflüssigkeit eingesetzt werden. Während das Kühlmedium an den einzelnen Schaltelementen Ml bis M6 vorbeiströmt, erwärmt sich das Kühlmedium. Strömt das Kühlmedium beispielsweise zunächst an den Schaltelementen Ml und M4 der ersten Halbbrücke 11 vorbei und anschließend an den Schaltelementen M2 und M5 der zweiten Halbbrücke sowie schließlich an den Schaltelementen M3 und M6 der dritten Halbbrücke, so kann dies dazu führen, dass die Schaltelemente Ml und M4 der ersten Halbbrücke 11 stärker gekühlt werden als die weiteren Schaltelemente M2, M3, M5 und M6. Dies kann dazu führen, dass sich die weniger stark gekühlten Schaltelemente,

insbesondere die Schaltelemente M3 und M6 der dritten Halbbrücke 13 stärker erwärmen.

Figur 2 zeigt eine schematische Darstellung der Ansteuersignale einer konventionellen pulsbreitenmodulierten Ansteuerung, wie sie beispielsweise einem zuvor beschriebenen Stromrichter zugrunde liegen kann. Für die

Ansteuerung der Schaltelemente Ml bis M6 der Halbbrücken 11 bis 13 können die oberen Schaltelemente Ml bis M3 beispielsweise basierend auf dem hier dargestellten Schaltmuster angesteuert werden. Die unteren Schaltelemente M4 bis M6 der Halbbrücken 11 bis 13 können mit entsprechenden komplementären Schaltmustern angesteuert werden. Für eine pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der einzelnen Schaltelemente Ml bis M6 kann beispielsweise eine feste

Periodendauer T vorgegeben werden. Beispielsweise kann als Raster für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung ein PWM-Takt mit einer Periodendauer T von 100 is gewählt werden. Aber auch andere Periodendauern sind darüber hinaus möglich. In dem hier dargestellten konventionellen Beispiel werden die

Einschaltzeiten für jeden PWM-Takt innerhalb des Zeitrasters T zeitlich mittig zentriert angeordnet. Folglich wird zunächst die Phase W mit der längsten Einschaltdauer eingeschaltet. Anschließend wird die Phase V mit der mittleren Einschaltdauer eingeschaltet und zuletzt die Phase U mit der kürzesten

Einschaltdauer eingeschaltet. Entsprechend wird zunächst die Phase U mit der kürzesten Einschaltdauer ausgeschaltet, anschließend die Phase V mit der mittleren Einschaltdauer ausgeschaltet und schließlich die Phase W mit der längsten Einschaltdauer ausgeschaltet. Somit ergeben sich in jedem PWM-Takt für jede Phase ein Einschaltvorgang und ein Ausschaltvorgang, wobei sämtliche Einschaltvorgänge und Ausschaltvorgänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgen. Daher ergeben sich in der Summe sechs Schaltvorgänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten, die jeweils mit Schaltverlusten behaftet sind.

Figur 3 zeigt eine schematische Darstellung der Ansteuersignale einer pulsbreitenmodulierten Ansteuerung eines Stromrichters 1 gemäß einer

Ausführungsform der vorliegenden Erfindung. Wie hierbei zu erkennen ist, sind die einzelnen Pulse für die entsprechenden Einschaltzeiten in den jeweiligen Phasen gegenüber einer konventionellen Ansteuerung verschoben.

Insbesondere werden dabei in mindestens einer der Phasen in zwei

aufeinanderfolgenden PWM-Takten die Einschaltzeiten derart verschoben, dass die Einschaltperioden/Einschaltdauern von zwei aufeinanderfolgenden PWM- Takten miteinander„verschmelzen". Mit anderen Worten, es wird in einem ersten PWM-Takt I die Einschaltperiode vollständig an das Ende des ersten PWM- Taktes I verschoben. In einem sich dem ersten PWM-Takt I anschließenden zweiten PWM-Takt II wird in der gleichen Phase die Einschaltperiode vollständig an den Anfang des zweiten PWM-Taktes II verschoben. Dies führt dazu, dass zwischen dem ersten PWM-Takt I und dem zweiten PWM-Takt II kein

Schaltvorgang für ein Ausschalten und ein erneutes Einschalten erforderlich ist. Es muss somit lediglich in dem ersten PWM-Takt I einmal eingeschaltet werden und erst in dem darauffolgenden zweiten PWM-Takt II wieder ausgeschaltet werden. Dies entspricht einer Ansteuerung der entsprechenden Phase mit der Hälfte der Taktfrequenz einer konventionellen Ansteuerung.

Im Ausführungsbeispiel gemäß Figur 3 sind die Einschaltzeiten und

Ausschaltzeiten der Phasen U und V um den gleichen Zeitschritt verschoben wie die der Phase W. Gegebenenfalls kann darüber hinaus auch eine Verschiebung der Einschaltzeiten und/oder der Ausschaltzeiten für die weitere Phasen U und V des Stromrichters 1 erfolgen. Würden auch die weiteren Phasen auf gleiche Weise entsprechend verschoben, so würde dies einer vollständigen Halbierung der Taktfrequenz für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung entsprechen.

Darüber hinaus ist es jedoch auch möglich, in den weiteren Phasen U, V des Stromrichters 1 die ursprüngliche Taktfrequenz beizubehalten. Hierbei kann beispielsweise, wie in Figur 4 dargestellt, für das Einschalten aller Phasen in dem ersten PWM-Takt I ein gemeinsamer Zeitpunkt tl gewählt werden. Werden, wie hier dargestellt, zunächst alle drei Phasen gemeinsam eingeschaltet, so wird daraufhin zunächst die Phase U mit der kürzesten Einschaltzeit wieder ausgeschaltet. Anschließend wird die Phase V mit der mittleren Einschaltzeit ausgeschaltet. Der Ausschaltzeitpunkt der Phase W mit der längsten

Einschaltzeit fällt mit dem Ende des ersten PWM-Takts I zusammen, so dass hier kein Ausschalten erforderlich ist, da in dem zweiten PWM-Takt II, der auf den ersten PWM-Takt I folgt, die Einschaltdauer vollständig an den Beginn des zweiten PWM-Takts II verschoben wurde. Daraufhin wird im weiteren Verlauf die Phase V mit der mittleren Einschaltdauer eingeschaltet und schließlich auch die Phase U mit der kürzesten Einschaltdauert eingeschaltet. Anschließend können zum Zeitpunkt t2 alle drei Phasen gemeinsam ausgeschaltet werden. Nach Beendigung dieses zweiten PWM-Taktes II kann sich erneut ein erster PWM-

Takt I anschließen, in dem die Ansteuerung, wie zuvor beschrieben erfolgt.

Das hier dargestellte Beispiel, in welchem die Phase W die Phase mit der längsten Einschaltzeit aufweist, dient lediglich dem besseren Verständnis.

Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung entsprechend auch für eine

Ansteuerung anwendbar, in welcher eine von der Phase W verschiedene Phase die längste Einschaltzeit aufweist.

Für eine Entlastung aller Phasen kann jeweils abwechselnd eine Verschiebung der Einschaltzeiten entsprechend dem zuvor beschriebenen Verfahren erfolgen, wobei jeweils die Phase mit der längsten Einschaltdauer in zwei

aufeinanderfolgenden PWM-Takten zusammengefügt wird. Hierzu können beispielsweise während einer elektrischen Periode der von dem Stromrichter 1 auszugebenden Wechselspannung jeweils in der Phase aufeinanderfolgende PWM-Takte zusammengefasst werden, in welcher die längste Einschaltzeit eines

Schaltelements Ml bis M6 auftritt.

Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung einer dreiphasigen

Wechselspannung, in der jeweils die Teilbereiche mit der längsten Einschaltzeit durch senkrechte gestrichelte Linien gekennzeichnet sind. In den nicht schraffierten Teilbereichen ist für die Schaltelemente der Phase U mit der längsten Einschaltzeit zu rechnen. Die Teilbereiche, in denen die Phasen V oder W die längste Einschaltzeit aufweisen sind durch entsprechende Schraffuren gekennzeichnet.

Alternativ ist es auch möglich, das Zusammenfassen von aufeinanderfolgenden Einschaltzeiten nur auf Teilbereich der oben beschriebenen Zeitspannen einzusetzen und in den verbleibenden Zeitspannen die Schaltelemente auf konventionelle Art anzusteuern, d.h. die Einschaltzeiten aufeinanderfolgender Takte nicht zusammenzufassen. Wird beispielsweise mittels eines Temperatursensors (17) und/oder einer Modellierung des thermischen Verhaltens des Stromrichters 1 festgestellt, dass sich in dem Stromrichter 1 eine ungleichmäßige Temperaturverteilung einstellt, so ist es auch möglich, das zuvor beschriebene Verfahren nur auf diejenige Phase anzuwenden, in der die höchste Erwärmung festgestellt worden ist. In diesem Fall kann gegebenenfalls in einer oder mehrerer weiteren Phasen auch eine konventionelle Ansteuerung stattfinden. Auf diese Weise kann eine besonders stark erwärmte Phase weniger stark belastet werden, um

gegebenenfalls eine gleichmäßigere Temperaturverteilung in dem Stromrichter 1 herzustellen. Darüber hinaus können auch weitere Kriterien, wie beispielsweise eine berechnete oder sensorisch erfasste Alterung einzelner Schaltelemente Ml bis M6 oder weitere Kriterien mit in die Auswahl des Ansteuerverhaltens der einzelnen Schaltelemente Ml bis M6 einfließen.

Figur 6 zeigt eine schematische Darstellung, wie sie einem zuvor beschriebenen Verfahren zur Steuerung eines Stromrichters 1 mit mehreren elektrischen Phasen zugrunde liegt. In Schritt Sl werden die Tastverhältnisse für eine pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der Phase des Stromrichters 1 in einem zeitlichen Raster ermittelt. Das zeitliche Raster wird durch Einheiten eines PWM- Takts der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung gebildet. In den zuvor

beschriebenen Figuren 2 bis 4 ist dieses Raster durch die Periodendauer T vorgegeben. Das zeitliche Raster kann beispielsweise 100 is, oder auch eine beliebige hiervon abweichende Periodendauer aufweisen.

In Schritt S2 werden die Einschaltzeitpunkte und die Ausschaltzeitpunkte für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung der Phasen angepasst. Insbesondere kann die Anpassung hierbei, wie zuvor beschrieben, derart erfolgen, dass in mindestens einer elektrischen Phase in zwei aufeinanderfolgenden PWM-Takten die Einschaltzeiten miteinander verschmelzen. Neben den hier beschriebenen Maßnahmen zur Kombination der Einschaltdauern in zwei aufeinanderfolgenden PWM-Takten sind darüber hinaus ergänzend gegebenenfalls auch weitere Maßnahmen zur Entlastung einzelner Schaltelemente oder einzelner

Halbbrücken in dem Stromrichter 1 möglich. Insbesondere ist es auch möglich, gegebenenfalls die Taktraten für die pulsbreitenmodulierte Ansteuerung anzupassen oder weitere Maßnahmen zur Entlastung einzelner Schaltelemente oder Halbbrücken vorzunehmen.

Zusammenfassend betrifft die vorliegende Erfindung die Ansteuerung eines Stromrichters mit mehreren elektrischen Phasen. In mindestens einer elektrischen Phase werden hierbei in zwei aufeinanderfolgenden Zyklen der pulsbreitenmodulierten Ansteuerung die Einschaltdauern miteinander verschmolzen, das heißt es wird in einem ersten PWM-Takt die Einschaltdauer an das Ende des PWM-Takts verlegt und in einem darauffolgenden PWM-Takt wird die Einschaltdauert an den Beginn des PWM-Takts verlegt. Somit muss zwischen zwei aufeinanderfolgenden PWM-Takten kein Schaltvorgang erfolgen. Hierdurch können die Schaltverluste und in der Folge die Erwärmung des Stromrichters minimiert werden.