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Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR CONVERTING A LETTER ENVELOP PRODUCTION MACHINE FROM SET-UP MODE TO NORMAL PRODUCTION MODE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/152904
Kind Code:
A1
Abstract:
Method for converting a letter envelop production machine from a set-up mode into a normal production mode, wherein a letter envelop means a letter wrapping or so-called shipping pouch, and wherein the letter envelop production machine during the conversion from set-up mode to production mode, continues to operate at least at a base speed so that the movement of the working station into its production setting occurs during the operation of the letter envelop production machine at the base speed and set-up results achieved during the preceding set-up mode are essentially retained for the production mode.

Inventors:
SCHÖNBERGER, Reiner (Orgelsweg 5, Grossholbach, 56412, DE)
KLOFT, Antonius (Altegarten 12, Hahn am See, 56244, DE)
SCHRADER, Carsten (Bergstrasse 29, Thalhausen, 56584, DE)
Application Number:
EP2009/003434
Publication Date:
December 23, 2009
Filing Date:
May 14, 2009
Export Citation:
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Assignee:
WINKLER + DÜNNEBIER AG (Sohler Weg 65, Neuwied, 56562, DE)
SCHÖNBERGER, Reiner (Orgelsweg 5, Grossholbach, 56412, DE)
KLOFT, Antonius (Altegarten 12, Hahn am See, 56244, DE)
SCHRADER, Carsten (Bergstrasse 29, Thalhausen, 56584, DE)
International Classes:
B31B19/74; B31B19/00
Attorney, Agent or Firm:
MÜLLER, Gerald (Hansmann & Vogeser, Albert-Rosshaupter-Str. 65, München, 81369, DE)
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Claims:
PATENTANSPRüCHE

1. Verfahren zum überführen einer Briefhüllenherstellungsmaschine (1) von einem Einrichtbetrieb in einen normalen Produktionsbetrieb, wobei die Briefhüllenherstellungsmaschine (1)

• eine Entnahmestelle (2) zum Entnehmen von Briefhüllenprüflingen zur Durch- führung einer Qualitätskontrolle aufweist, und

• im Bereich der Entnahmestelle (2) eine Arbeitsstation (3) umfasst, die zwischen einer Entnahmestellung, in welcher Briefhüllenprüflinge entnommen werden können, und einer Produktionsstellung, in welcher Briefhüllen produziert werden können, bewegbar ist, wobei sich in dem Einrichtbetrieb die Arbeitsstation (3) in ihrer Entnahmestellung befindet und Briefhüllenprüflinge an der Entnahmestelle (2) entnommen werden, und wobei das überführen der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb das Bewegen der Arbeitsstation (3) in ihre Produktionsstellung umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Briefhüllenherstellungsmaschine (1) während des überführens von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb zumindest mit einer Grundgeschwindigkeit weiterläuft, so dass das Bewegen der Arbeitsstation (3) in ihre Produktionsstellung während des Betriebes der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) mit der Grundge- schwindigkeit erfolgt und während des vorangegangenen Einrichtbetriebes erreichte Einrichtergebnisse für den Produktionsbetrieb im Wesentlichen beibehalten werden.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s sich in dem Einrichtbetrieb an der Entnahmestelle (2) ein Auffangbehälter (4) zum Auffangen der entnommenen Briefhüllenprüflinge befindet, wobei das überführen der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) von dem Einrichtbetrieb in den Pro-

duktionsbetrieb zusätzlich das Entfernen des Auffangbehälters (4) von der Entnahmestelle (2) umfasst, so dass das Entfernen des Auffangbehälters (4) während des Betriebes der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) mit der Grundgeschwindigkeit erfolgt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s die Briefhüllenherstellungsmaschine (1) in dem Produktionsbetrieb mit einer Produktionsgeschwindigkeit läuft und die Grundgeschwindigkeit geringer ist als die Produktionsgeschwindigkeit.

4. Verfahren nach Anspruch 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s die Grundgeschwindigkeit in einem Bereich von 5 % bis 30 % der Produktions- geschwindigkeit liegt.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s die Briefhüllenherstellungsmaschine (1) automatisch gestoppt wird, wenn das ü- berführen der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) von dem Einrichtbetrieb in den

Produktionsbetrieb nicht innerhalb einer vorgegebenen Zeitgrenze erfolgt, wobei der Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine (1) sofort gestoppt wird, wenn die

Arbeitsstation (3) ihre Produktionsstellung gerechnet ab dem Zeitpunkt des Deak- tivierens einer sicherheitstechnischen Barriere oder des Betätigens eines Sicher- heitstasters durch eine Bediener nicht innerhalb der vorgegebenen Zeitgrenze erreicht.

6. Verfahren nach Anspruch 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s die vorgegebene Zeitgrenze in einem Bereich von 10 bis 50 Sekunden liegt.

7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , d a s s das Entnehmen der Briefhüllenprüflinge an einer Entnahmestelle (2) erfolgt, an welcher Briefhüllenprüflinge in Form von noch nicht vollständig fertigen Briefhüllen vorliegen, bei denen die Briefhüllenherstellungsschritte des Beleimens und des Umfaltens einer Schließklappe noch nicht vorgenommen wurden, und dass es sich bei der Arbeitsstation um eine Gummierstation (3) zum Beleimen der Schließklappe handelt.

Description:

Verfahren zum überführen einer Briefhüllenher-

Stellungsmaschine von einem Einrichtbetrieb in einen normalen Produktionsbetrieb

I. Anwendungsgebiet

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum überführen einer Briefhüllen- herstellungsmaschine von einem Einrichtbetrieb in einen normalen Produktionsbetrieb. Unter Briefhüllen im Sinne der vorliegenden Erfindung sind Briefumschläge oder so genannte Versandtaschen zu verstehen.

II. Technischer Hintergrund

Fig. 4 zeigt die schematische Seitenansicht einer an sich bekannten Briefhüllen- herstellungsmaschine. Sie umfasst eine Vielzahl einzelner Arbeitsstationen, die in ebenso an sich bekannter Weise jeweils spezielle Fertigungsschritte im Rahmen der Herstellung der Briefhüllen ausführen. Um zu gewährleisten, dass qualitativ möglichst hochwertige Briefhüllen produziert werden, ist es üblich, im Rahmen eines so genannten Einrichtbetriebes der Briefhüllenherstellungsmaschine zu prüfen, ob die einzelnen Arbeitsstationen ihre jeweiligen Herstellungsschritte einwandfrei durchführen.

In diesem Zusammenhang ist es bekannt, zum Zwecke einer Qualitätskontrolle an einer solchen Entnahmestelle der Briefhüllenherstellungsmaschine Briefhüllenprüflinge zu entnehmen, an welcher schon möglichst viele Briefhüllenherstel- lungsschritte abgeschlossen sind. Bei der in Fig. 4 gezeigten Briefhüllenherstel-

lungsmaschine erfolgt das Entnehmen der Briefhüllenprüflinge im Bereich der Gummierstation 3 zum Beleimen der Schließklappen. An dieser Stelle der Maschine isr ein Großteil der Briefhüllenherstellungsschritte bereits erfolgt, so dass hier fast fertige Briefhüllen entnommen werden können. Es folgen lediglich noch die Herstellungsschritte des Beleimens der Schließklappe, des Trocknens des auf die Schließklappe aufgebrachten Leimes und des Umfaltens der Schließklappe. Gegebenenfalls kann auch noch der Herstellungsschritt des Haftklebeauftrags erfolgen, dessen Schutzstreifen vor dem späteren Gebrauch der Briefhülle abgezogen wird. Die vorgenannten Briefhüllenherstellungsschritte werden von der in Fig. 4 zu erkennenden Schließklappengummierstation 3, Trocknungsstation 19 sowie Schließklappenfaltstation 20 durchgeführt.

Zum Entnehmen der Briefhüllenprüflinge kann bei der Briefhüllenherstellungsma- schine gemäß Fig. 4 die Schließklappengummierstation 3 um eine vertikale Achse von ihrer gezeigten Produktionsstellung in eine Entnahmestellung geschwenkt werden. Anschließend wird an die Entnahmestelle ein Auffangbehälter zum Auffangen der Briefhüllenprüflinge gefahren, der in seiner Auffangsollposition einen Sicherheitsschalter betätigt. Nur bei betätigtem Sicherheitsschalter kann der Maschinenantrieb aktiviert werden. Zum Entnehmen der Briefhüllenprüflinge wird die Briefhüllenherstellungsmaschine mit einer geeigneten Einrichtgeschwindigkeit gefahren, und eine manuell betätigbare Fehlweiche leitet die Briefhüllenprüflinge in den Auffangbehälter. Aus diesem können sie entnommen und einer Qualitätskontrolle unterzogen werden. In deren Rahmen werden beispielsweise ein gegebenenfalls vorhandenes Druckbild, die Fensterposition, die Schneid- sowie Faltgeo- metrie und ähnliches geprüft. Werden dabei Qualitätsmängel festgestellt, so werden in der jeweils betroffenen Arbeitsstation korrigierende Einrichtmaßnahmen vorgenommen und anschließend erfolgt eine erneute Qualitätskontrolle.

Sobald die Qualität der geprüften Briefhüllenprüflinge den Qualitätsanforderungen entspricht, wird der Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine gestoppt, die Fehlweiche wird in ihre Produktionsstellung bewegt, der Auffangbehälter wird von der Entnahmestelle entfernt und die Schließklappengummierstation wird in ihre Produktionsstellung geschwenkt. Anschließend wird der Maschinenantrieb wieder

aktiviert und die Maschine kann auf Produktionsgeschwindigkeit hochgefahren werden.

Bei diesem bekannten Verfahren zum überführen der Briefhüllenherstellungsma- schine von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb ist es nachteilig, dass durch das nach dem Einrichten erfolgende Stoppen des Maschinenantriebes in der Briefhüllenherstellungsmaschine häufig Produkt- bzw. Briefhüllenzuschnittver- schiebungen auftreten und dadurch nach dem Wiederanfahren der Maschine zum Zwecke des Produktionsbetriebes zuvor erzielte Einrichtergebnisse nicht mehr erzielt werden können, so dass die Qualität der im Produktionsbetrieb hergestellten Briefhüllen schlechter ist als die im Rahmen der Qualitätskontrolle im Einrichtbetrieb festegestellte Qualität der Briefhüllenprüflinge. In diesen Fällen ist in unerwünschter Weise ein erneutes Einrichten der Briefhüllenherstellungsmaschine mit entsprechendem Aufwand erforderlich.

IM. Darstellung der Erfindung

a) Technische Aufgabe

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum überführen einer Briefhüllenherstellungsmaschine von einem Einrichtbetrieb in einen normalen Produktionsbetrieb zu schaffen, welches gewährleistet, dass die in dem Einrichtbetrieb erreichte Qualität der Briefhüllenprüflinge auch in dem normalen Produktionsbetrieb ohne die Notwendigkeit der mehrfachen Durchführung des Einrichtbetriebes erreicht wird.

b) Lösung der Aufgabe

Diese Aufgabe wird mittels eines Verfahrens mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Weitere Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, die Briefhüllenherstellungsmaschine während des überführens von dem Einrichtbetrieb in den normalen Produktionsbetrieb zumindest mit einer Grundgeschwindigkeit größer als 0 m/s weiterlaufen zu lassen, so dass das Bewegen der Arbeitsstation von ihrer Entnahmestellung in ihre Produktionsstellung während des Betriebes der Briefhüllenherstellungsma- schine mit dieser Grundgeschwindigkeit erfolgt. Die in dem vorangegangenen Einrichtbetrieb erreichten Einrichtergebnisse können dadurch für den normalen Produktionsbetrieb beibehalten bzw. ohne Qualitätsverluste in den Produktionsbetrieb übernommen werden. Dementsprechend wird der erfindungsgemäße Vorteil er- reicht, dass in Zeit, Kosten und Ressourcen sparender Weise nur die einmalige Durchführung des Einrichtbetriebes erforderlich ist, um den Produktionsbetrieb unter Erfüllung vorgegebener Qualitätsanforderungen aufzunehmen. Insbesondere führt das erfindungsgemäße Verfahren zu einem im Vergleich zum Stand der Technik wesentlich geringeren Anfall von Papierausschuss.

In an sich bekannter Weise kann sich in dem Einrichtbetrieb an der Entnahmestelle ein Auffangbehälter zum Auffangen der entnommenen Briefhüllenprüflinge befinden. Vorzugsweise umfasst das erfindungsgemäße überführen der Briefhüllen- herstellungsmaschine von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb neben dem Bewegen der Arbeitsstation in ihre Produktionsstellung zusätzlich das Entfernen des Auffangbehälters von der Entnahmestelle, so dass das Entfernen des Auffangbehälters ebenso während des Betriebes der Briefhüllenherstellungsma- schine mit der Grundgeschwindigkeit erfolgt.

Die Arbeitssicherheit des Bedieners der Briefhüllenherstellungsmaschine ist während des Einrichtbetriebes dadurch gewährleistet, dass der Auffangbehälter sowie ggf. weitere Schutzeinrichtungen derart gestaltet sind, dass der Bediener im Bereich der Entnahmestelle nicht in bewegte Teile der Briefhüllenherstellungsma- schine greifen kann. Als Alternative zu dem eine Sicherheitsfunktion ausübenden Auffangbehälter ist denkbar, anstatt des Auffangbehälters eine sicherheitstechnische Barriere beispielsweise in Form eines Sicherheitszaunes im Bereich der Entnahmestelle anzuordnen und die entnommenen Briefhüllenprüflinge auf den Boden fallen zu lassen.

Während des Einrichtbetriebes kann die Briefhüllenherstellungsmaschine mit einer vorgegebenen Einrichtgeschwindigkeit gefahren werden, die der Bediener in Abhängigkeit von den individuellen Einrichterfordernissen variieren kann. Die Einrichtgeschwindigkeit kann dabei bis zur Produktionsgeschwindigkeit des normalen Produktionsbetriebes hochgefahren werden.

Während des erfindungsgemäßen überführens der Briefhüllenherstellungsma- schine von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb wird sie vorzugsweise mit einer Grundgeschwindigkeit größer als 0 m/s gefahren, die geringer ist als die normale Produktionsgeschwindigkeit. Diese Grundgeschwindigkeit wird derart gewählt, dass die in dem vorangegangenen Einrichtbetrieb erreichten Einrichtergebnisse vollständig, mindestens jedoch weitestgehend für den Produktionsbetrieb beibehalten werden. Vorzugsweise wird die Grundgeschwindigkeit in einem Bereich von 5 % - 30 % der Produktionsgeschwindigkeit gewählt. Als besonders vor- teilhaft hat sich in den meisten Anwendungsfällen eine Grundgeschwindigkeit im Bereich von 10 % - 20 % der Produktionsgeschwindigkeit ergeben.

Vorzugsweise wird der Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine aus Gründen der Arbeitssicherheit automatisch gestoppt, wenn das überführen von dem Ein- richtbetrieb in den Produktionsbetrieb eine vorgegebene Zeitgrenze überschreitet. In diesem Zusammenhang wird der Vorgang des überführens automatisch von der Maschinensteuerung überwacht. Beispielsweise wird zu diesem Zweck eine sicherheitstechnische Barriere, die sich an der Entnahmestelle befindet und einen Sicherheitsschalter oder ähnliches betätigt, solange sie ihre sichernde Funktion ausübt, dahingehend überwacht, ob sie von der Entnahmestelle entfernt wird und dadurch ihre sichernde Funktion nicht mehr ausübt. Der Zeitpunkt, in welchem die sicherheitstechnische Barriere ihre sichernde Funktion nicht mehr ausübt, wird automatisch von der Maschinensteuerung erfasst. Wenn die Maschinensteuerung feststellt, dass innerhalb der vorgegebenen Zeitgrenze ab diesem erfassten Zeit- punkt die Arbeitsstation nicht in ihre Produktionsstellung gebracht wurde, so stoppt sie sofort den Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine. Die vorgegebene Zeitgrenze, nach deren Ablauf der Antrieb gestoppt wird, liegt aus Gründen der

Arbeitssicherheit vorzugsweise in einem Bereich von 10 - 5O s, beispielsweise bei 20 s.

Alternativ besteht die Möglichkeit, den Zeitpunkt, ab welchem die überwachung der vorgegebenen Zeitgrenze beginnt, nicht an das Deaktivieren einer sicherheitstechnischen Barriere zu koppeln, sondern an das Betätigen eines separaten Sicherheitstasters durch den Bediener der Maschine. Bei dieser Variante wird der Zeitpunkt, in welchem der Bediener den Sicherheitstaster betätigt, automatisch von der Maschinensteuerung erfasst. Wenn die Maschinensteuerung feststellt, dass innerhalb der vorgegebenen Zeitgrenze ab diesem erfassten Zeitpunkt die Arbeitsstation nicht in ihre Produktionsstellung gebracht wurde, so stoppt sie sofort den Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine. Die sicherheitstechnische Barriere, die verhindert, dass der Bediener mit bewegten Teilen der Briefhüllen- herstellungsmaschine in Berührung kommt, kann zusätzlich vorgesehen sein, um den Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine sofort nach ihrer Deaktivierung zu stoppen, wenn zuvor nicht der Sicherheitstaster von dem Bediener betätigt wurde.

Die Entnahmestelle zum Entnehmen der Briefhüllenprüflinge zur Durchführung der Qualitätskontrolle kann an einer beliebigen Stelle der Briefhüllenherstellungs- maschine liegen, solange die entsprechende Arbeitsstation an dieser Stelle in der erforderlichen Weise zwischen einer Entnahmestellung und einer Produktionsstellung hin- und herbewegt werden kann. Vorteilhaft ist die Entnahmestelle dort, wo bereits eine Vielzahl der Briefhüllenherstellungsschritte vorgenommen wurde, so dass entsprechend viele Herstellungsschritte in die Qualitätskontrolle einbezogen werden können. In diesem Zusammenhang ist es besonders vorteilhaft, die Briefhüllenprüflinge an einer solchen Entnahmestelle zu entnehmen, an welcher die Briefhüllenprüflinge in Form von noch nicht vollständig fertigen Briefhüllen vorliegen, bei denen die Briefhüllenherstellungsschritte des Beleimens und des Umfal- tens der Schließklappe noch nicht vorgenommen wurden. Da die vorgenannten Herstellungsschritte in der Regel die letzten Schritte in dem gesamten Herstel- lungsprozess einer Briefhülle bilden, liegen an dieser Entnahmestelle fast fertige Briefhüllen vor. Die zwischen der Entnahmestellung und der Produktionsstellung

bewegbare Arbeitsstation wird bei dieser Wahl der Lage der Entnahmestelle vorzugsweise von der Gummierstation zum Beleimen der Schließklappe gebildet.

c) Ausführungsbeispiel

Nachfolgend wird eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung beispielhaft anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 : Eine Entnahmestelle einer Briefhüllenherstellungsmaschine, wobei sich die Schließklappengummierstation in ihrer Produktionsstellung für den normalen Produktionsbetrieb befindet;

Fig. 2: die in Fig. 1 gezeigte Entnahmestelle der Briefhüllenherstellungsma- schine, wobei sich die Schließklappengummierstation in ihrer Entnahmestellung für den Einrichtbetrieb befindet;

Fig. 3: ein Flussdiagramm zur Erläuterung des erfindungsgemäßen Verfahrens; und

Fig. 4: eine schematische Seitenansicht einer aus dem Stand der Technik bekannten Briefhüllenherstellungsmaschine.

Fig. 4 zeigt in schematischer Seitenansicht ein Beispiel einer bekannten Briefhül- lenherstellungsmaschine 1 , die aus einer ihr zugeführten Papierbahn B Briefhüllen in Form von Briefumschlägen oder Versandtaschen herstellt. Die Abrollstation zum Abrollen einer Papiervorratsrolle sowie die Druckstation zum Bedrucken der

Papierbahn sind der Einfachheit halber nicht dargestellt. Bei der realen Maschine befinden sich diese Stationen rechts von den in Fig. 4 gezeigten Maschinenkom- ponenten.

Die in Fig. 4 von rechts zugeführte Papierbahn B wird zunächst in der Konturschneidstation 10 sowie der Trennschneidstation 11 in Briefhüllenzuschnitte zer-

schnitten. In der Vorbruchstation 12 werden zur Vorbereitung späterer Faltvorgänge Vorbruchrillungen in die Briefhüllenzuschnitte eingebracht. In der Fensterausschneidstation 13 wird das Adressfenster aus dem Briefhüllenzuschnitt ausgeschnitten. Mittels der sich anschließenden Fenstereinklebestation 14 wird ein Fenstermaterialstück in das zuvor ausgeschnittene Adressfenster eingeklebt. Daraufhin werden in der Seitenklappenfaltstation 15 die Seitenklappen der Briefhüllenzuschnitte umgefaltet. In der Seitenklappengummierstation 16 werden die zuvor umgefalteten Seitenklappen beleimt und in der Bodenklappenfaltstation 17 wird die Bodenklappe auf die beleimten Seitenklappen umgefaltet.

Die nach der Bodenklappenfaltstation 17 fast fertigen Briefhüllen mit unbeleimter und offener bzw. nicht umgefalteter Schließklappe werden dann in der Staffelstation 18 zu einem s. g. Schuppenstrom zusammengerafft. Dieser Schuppenstrom wird durch die Schließklappengummierstation 3 geführt, in welcher die in dem Schuppenstrom frei liegenden Schließklappen beleimt werden. Der auf diese Weise beleimte Schuppenstrom wird schließlich in Fig. 4 von links nach rechts entlang der Transportstrecke T im unteren Bereich des Maschinengestells zu der Trocknungsstation 19 geführt, in welcher die Schließklappenbeleimung getrocknet wird. Nach dem Vereinzeln des Schuppenstroms erfolgt in der Schließklappenfalt- Station 20 das Umfalten der mit getrocknetem Leim versehenen Schließklappe und anschließend die Ablage der fertigen Briefhüllen auf dem Ablagetisch 21.

Fig. 1 zeigt das äußerste linke Ende der in Fig. 4 dargestellten Briefhüllenherstel- lungsmaschine 1. An diesem linken Ende befindet sich bei der gezeigten Ausfüh- rungsform eine Entnahmestelle 2 zum Entnehmen von Briefhüllenprüflingen im Rahmen des Einrichtbetriebes. An dieser Entnahmestelle 2 können Briefhüllenprüflinge in Form von fast fertigen Briefhüllen entnommen werden, bei denen die Herstellungsschritte des Beleimens und des Umfaltens der Schließklappe noch nicht vorgenommen wurden. Zu diesem Zweck ist die Schließklappengummiersta- tion 3 von einer in Fig. 1 gezeigten Produktionsstellung in eine in Fig. 2 gezeigte Entnahmestellung bewegbar. Bei der gezeigten Ausführungsform erfolgt das Bewegen der Schließklappengummierstation 3 zwischen der Produktionsstellung und

der Entnahmestellung durch Verschwenken um eine vertikale Schwenkachse um wenigstens 90°.

Für die Zwecke der Durchführung des Einrichtbetriebes wird die Schließklappen- gummierstation 3 in ihre in Fig. 2 gezeigte Entnahmestellung geschwenkt. Des Weiteren wird ein vorzugsweise fahrbarer Auffangbehälter 4 entsprechend Fig. 2 an das Maschinenende bzw. die Entnahmestelle 2 herangefahren, in welchem die zu entnehmenden Briefhüllenprüflinge aufgefangen werden. Der Auffangbehälter 4 weist eine hier vertikal stehende Sicherheitsabdeckung 8 beispielsweise in Form eines Schutzgitters zum Schutz vor Berührung mit bewegten Teilen der Maschine sowie eine geneigt angebrachte Rutsche 5 auf. Mit Hilfe einer beispielsweise manuell von dem Maschinenbediener betätigbaren Fehlweiche 6, die von ihrer in Fig. 1 gezeigten Produktionsstellung in ihre in Fig. 2 gezeigte Entnahmestellung gebracht wird, kann der von der im Gegenuhrzeigersinn rotierenden Walze 7 heran- geführte Schuppenstrom auf die Rutsche 5 und somit in den Auffangbehälter 4 umgeleitet werden.

Der Auffangbehälter 4 bildet in der in Fig. 2 gezeigten Position zusammen mit seiner Sicherheitsabdeckung 8 eine sicherheitstechnische Barriere, die gewährleis- tet, dass sich der Maschinenbediener während des Einlaufbetriebes nicht an bewegten Teilen der Maschine verletzen kann. Darüber hinaus betätigt der Auffangbehälter 4 in seiner in Fig. 2 gezeigten Position einen nicht dargestellten Sicherheitsschalter, der mit der Maschinensteuerung verbunden ist und überwacht, ob sich der Auffangbehälter 4 in der in Fig. 2 gezeigten Position befindet und somit ob die sicherheitstechnische Barriere vorhanden bzw. aktiv ist.

Sobald der Einrichtbetrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine 1 abgeschlossen ist, d.h. sobald die in dem Auffangbehälter 4 gesammelten Briefhüllenprüflinge alle Qualitätsanforderungen erfüllen, kann die Briefhüllenherstellungsmaschine 1 in den normalen Produktionsbetrieb überführt werden. Hierzu wird sie mit einer gegenüber der Produktionsgeschwindigkeit vorzugsweise verringerten Grundgeschwindigkeit gefahren und die Fehlweiche 6 wird von ihrer in Fig. 2 gezeigten Entnahmestellung in ihre in Fig. 1 gezeigte Produktionsstellung gebracht. An-

schließend wird der Auffangbehälter 4 samt Sicherheitsabdeckung 8 und Rutsche 5 von der Entnahmestelle 2 entfernt. Daraufhin wird die Schließklappengummier- station 3 von ihrer in Fig. 2 gezeigten Entnahmestellung in die in Fig. 1 gezeigte Produktionsstellung geschwenkt, so dass danach der normale Produktionsbetrieb mit Produktionsgeschwindigkeit aufgenommen werden kann.

Nach dem Umlegen der Fehlweiche 6 in ihre Produktionsstellung und vor dem Schwenken der Schließklappengummierstation 3 in ihre Produktionsstellung werden mit Grundgeschwindigkeit Briefhüllen produziert, die keine oder keine ausrei- chende Beleimung an den Schließklappen aufweisen. Diese Briefhüllen können mit Hilfe einer der Schließklappengummierstation 3 in Produktionsrichtung folgenden, weiteren Fehlweiche dem Produktstrom entnommen werden. Da der Zeitraum zwischen dem Umlegen der Fehlweiche 6 in ihre Produktionsstellung und dem Schwenken der Schließklappengummierstation 3 in ihre Produktionsstellung verhältnismäßig kurz ist, fällt nur eine entsprechend geringe Menge an derartigem Ausschuss an.

Bei der hier in Rede stehenden Ausführungsform ist in dem Bereich der Entnahmestelle 2 ein in den Zeichnungen nicht gezeigter Sicherheitstaster angeordnet. Sobald der Sicherheitstaster von dem Bediener der Maschine betätigt wird, registriert dies die Maschinensteuerung. In der Maschinensteuerung ist eine vorgegebene Zeitgrenze gespeichert, innerhalb welcher erwartet wird, dass die Schließklappengummierstation 3 ihre in Fig. 1 dargestellte Produktionsstellung erreicht. Dies wird mit Hilfe eines geeigneten Endschalters überwacht, der ebenso mit der Maschinensteuerung verbunden ist. Stellt die Maschinensteuerung fest, dass die Schließklappengummierstation 3 ihre Produktionsstellung gerechnet ab dem Zeitpunkt der Betätigung des Sicherheitstasters nicht innerhalb der vorgegebenen Zeitgrenze erreicht, so schaltet sie den Antrieb der mit Grundgeschwindigkeit laufenden Briefhüllenherstellungsmaschine 1 sofort ab.

Sobald der Auffangbehälter 4 seine in Fig. 2 gezeigte Position verlässt, wird der zuvor von ihm betätigte Sicherheitsschalter frei gegeben. Wenn der Bediener vor dem Entfernen des Auffangbehälters 4 den separaten Sicherheitstaster nicht be-

tätigt hat, so wird bei der in Rede stehenden Ausführungsform aus sicherheitstechnischen Gründen der Antrieb der Briefhüllenherstellungsmaschine 1 sofort gestoppt. Es besteht alternativ die Möglichkeit, den Ablauf der vorgegebenen Zeitgrenze zum überführen von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb ab dem Zeitpunkt des Bewegens des Auffangbehälters 4 und somit ab der Freigabe des Sicherheitsschalters zu überwachen. Ein separater und von dem Bediener zu betätigender Sicherheitstaster erübrigt sich bei dieser Variante.

Fig. 3 zeigt ein Flussdiagramm, das den Ablauf des erfindungsgemäßen Verfah- rens illustriert. In Schritt 100 erfolgt der Programmstart. Gemäß Schritt 110 wird mit Hilfe eines Sicherheitstasters beispielsweise in Form eines Leuchtdrucktasters die Betriebsart "überführungsbetrieb" zum überführen der Briefhüllenherstel- lungsmaschine 1 von dem Einrichtbetrieb in den Produktionsbetrieb angewählt. Vorzugsweise ist in dieser Betriebsart ein Betreiben der Briefhüllenherstellungs- maschine 1 maximal mit einer gegenüber der Produktionsgeschwindigkeit verringerten Grundgeschwindigkeit möglich. Alle Bedientaster, die es dem Bediener ermöglichen, eine höhere Geschwindigkeit zu fahren, werden in dieser Betriebsart gesperrt. In dem sich anschließenden Schritt 120 erfolgt eine Rückmeldung der Anwahl der Betriebsart "überführungsbetrieb" durch eine optische Anzeige, bei- spielsweise mittels einer blinkenden Leuchte.

In Schritt 130 wird abgefragt, ob der beispielsweise als Kiste ausgebildete Auffangbehälter 4 aus seiner in Fig. 2 gezeigten Position weggefahren wurde und ob die Schließklappengummierstation 3 geschlossen bzw. in ihre Produktionsstellung gebracht wurde. Für diese beiden Vorgänge steht dem Maschinenbediener bei der beschriebenen Ausführungsform eine vorgegebene Zeitgrenze von maximal 20 s zur Verfügung. Diese Zeitgrenze ist in der Maschinensteuerung fest vorgegeben und kann von dem Maschinenbediener nicht beeinflusst werden.

In Schritt 140 wird abgefragt, ob das Wegfahren des Auffangbehälters 4 und das Schließen der Schließklappengummierstation 3 innerhalb der vorgegebenen Zeitgrenze von 20 s erfolgte oder nicht. Falls beide Vorgänge innerhalb der 20 s erfolgten, endet das Programm in Schritt 150. Die Maschinengeschwindigkeit kann

anschließend auf Produktionsgeschwindigkeit hochgefahren werden. Falls die beiden in Schritt 130 genannten Vorgänge nicht innerhalb der 20 s erfolgten, so wird der Maschinenantrieb gemäß Schritt 160 sofort gestoppt und die Tatsache des Maschinenstopps wird dem Bediener entsprechend Schritt 170 mittels einer optischen Anzeige, beispielsweise einem Dauerlicht, angezeigt. Anschließend endet auch hier das Programm gemäß Schritt 150.

BEZUGSZEICHENLISTE

1 Briefhüllenherstellungsmaschine

2 Entnahmestelle

3 Schließklappengummierstation

4 Auffangbehälter

5 Rutsche

6 Fehlweiche

7 Walze

8 Sicherheitsabdeckung

10 Konturschneidstation

11 Trennschneidstation

12 Vorbruchstation

13 Fensterausschneidstation

14 Fenstereinklebestation

15 Seitenklappenfaltstation

16 Seitenklappengummierstation

17 Bodenklappenfaltstation

18 Staffelstation

19 Trocknungsstation

20 Schließklappenfaltstation

21 Ablagetisch

B Papierbahn

T Transportstrecke