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Title:
METHOD FOR CORRECTING THE SURFACE FORM OF AN ELEMENT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/022648
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method for correcting the surface form of an element which is connected to a base part by means of a thermally or chemically shrinking connecting material and whose height is very much smaller than its lateral dimensions, in particular in the production of SLM assemblies, comprising the following steps: Measuring the current surface form of the element after the production thereof in order to detect deviations from the desired surface form, providing the base part surface with a negative correction form with respect to the deviations from the desired surface form of the element, applying the connecting material to the base part surface or the underside of the element, and joining together the element and the base part whilst aligning them in accordance with the current surface form and the correction form, curing the connecting material, which shrinks thermally or chemically in such a way that the deviations of the current surface form of the element are compensated for in order to obtain the desired surface form.

Inventors:
DÜRR, Peter (Baumstrasse 9, Dresden, 01099, DE)
Application Number:
EP2006/008316
Publication Date:
February 28, 2008
Filing Date:
August 21, 2006
Export Citation:
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Assignee:
FRAUNHOFER-GESELLSCHAFT ZUR FÖRDERUNG DER ANGEWANDDTEN FORSCHUNG E.V. (Hansastr. 27c, München, 80686, DE)
MICRONIC LASER SYSTEMS AB (Nytorpsvägen 9, Täby, S-183 03, SE)
DÜRR, Peter (Baumstrasse 9, Dresden, 01099, DE)
International Classes:
G02B26/08; G02B26/08
Attorney, Agent or Firm:
PFENNING, MEINIG & PARTNER GBR (Joachimstaler Str. 10-12, Berlin, 10719, DE)
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Claims:

Micronic Laser Systems AB,

Verfahren zum Korrigieren der Oberflächenform eines Elements, das über ein thermisch oder chemisch schrumpfendes Verbindungsmaterial mit einem Basisteil verbunden wird und dessen Höhe sehr viel kleiner als seine lateralen Abmessungen ist, insbesondere bei der Herstellung von SLM-Baugruppen, mit folgenden Schritten: Messen der aktuellen Oberflächenform des Elements nach der Herstellung desselben zur Erfassung von Abweichungen von der gewünschten Oberflächenform,

Versehen der Basisteiloberfläche mit einer zu den Abweichungen von der gewünschten Oberflächenform des Elements negativen Korrekturform, Aufbringen des Verbindungsmaterials auf die Basisteiloberfläche oder die Unterseite des Elements,

Zusammenfügen des Elements und des Basisteils unter Ausrichtung derselben entsprechend der aktuellen Oberflächenform und der Korrekturform, Aushärten des Verbindungsmaterials, das thermisch oder chemisch schrumpft, derart, dass die Abweichungen der aktuellen Oberflächenform des Elements zur Erzielung der gewünschten Oberflächenform ausgeglichen werden.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dicke des zwischen Element und Basisteil vorgesehenen Verbindungsmaterials sehr

viel kleiner gewählt wird als die lateralen Abmessungen der Abweichungen.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass beim Versehen der Ba- sisteiloberflache mit der negativen Korrekturform ein Vergrößerungsfaktor berücksichtigt wird, der von der Schrumpfung des Verbindungsmaterials abhängt.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, da- durch gekennzeichnet, dass zur Korrektur einer als Erhebung oder Vertiefung ausgebildeten Abweichung vorgegebener Höhe in der Korrekturform eine Vertiefung oder Erhebung eingearbeitet wird, deren Höhenabmessung das Produkt aus vor- gegebener Höhe und Vergrößerungsfaktor ist.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Vergrößerungsfaktor zur Ausbildung der Korrekturform aus dem prozentualen Schrumpf des Verbindungsmaterials experimentell bestimmt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Vergrößerungsfaktor ein Wert von 1/s-l gewählt wird, wobei s der Schrumpffaktor des Verbindungsmaterials ist. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Element über Klebstoff mit dem Basisteil verbunden wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Klebstoff solcher auf Epoxid- oder Polyimidbasis gewählt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Element über ein Lot mit dem Basisteil verbunden wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da- durch gekennzeichnet, dass bei Elementen gleichmäßiger Dicke eine Oberfläche hinsichtlich ihrer Form gemessen und daraus die Korrekturform bestimmt wird.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, da- durch gekennzeichnet, dass bei Elementen nicht gleichmäßiger Dicke beide Oberflächen gemessen werden und entsprechend die Korrekturform gebildet wird.

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5 oder 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturform des Basisteils durch FEM-Simulation unter Berücksichtigung der Elastizität des Verbindungsmaterials bestimmt wird.

13. Verwendung des Verfahrens nach einem der Ansprü- che 1 bis 12 zur Herstellung von SLM-Baugruppen, bei denen ein SLM-Chip mit einer Mehrzahl von Spiegelelementen und zugeordneten Elektroden und Treibern mit einem Basisteil, vorzugsweise aus Keramik, Metall oder Silizium über Klebstoff oder ein Lot verbunden wird.

Description:

Verfahren zum Korrigieren der Oberflachenform eines

Elements

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Korrigieren der Oberflachenform eines Elements, das über ein thermisch oder chemisch schrumpfendes Verbindungsmaterial mit einem Basisteil verbunden wird und dessen Hohe sehr viel kleiner als seine lateralen Abmessungen ist. Weiterhin betrifft die Erfindung eine Ver- wendung des Verfahrens zum Korrigieren der Oberflachenform zur Herstellung von SLM-Baugruppen.

Reflektierende Flachenlichtmodulatoren (SLM) werden üblicherweise unter Verwendung von Siliziumsubstraten hergestellt, die im Vergleich zu ihren lateralen Abmessungen dünn sind. Ein Beispiel sind mikrobearbeitete SLMs, die auf CMOS-Treiber-Chips hergestellt werden. Idealerweise sollte die aktive Flache eines solchen Chips im nicht angeregten Zustand vollständig flach sein. Allerdings ist in der Realität der SLM-

Chip leicht verbogen und/oder verworfen und die Oberfläche kann Hügel oder Täler mit unterschiedlichen Höhenabmessungen und lateralen Ausdehnungen aufweisen. Derartige Fehler verschlechtern die Funktion der Lichtmodulatoren, wodurch sie in bestimmten Anwendungen wie in der Mikrolithografie und in adaptiven Optiken nur bedingt einsetzbar sind.

Daher werden beim Herstellungsverfahren von reflek- tierenden SLMs Planarisierungsschritte vorgesehen, um Fehler in der Ebenheit, die beispielsweise durch die Musterherstellung von Metallverbindungen auftreten können, zu korrigieren. Die Planarisierungsschritte, die auch in Bezug auf das ursprüngliche Substrat durchgeführt werden, das auch nicht von Beginn an vollständig eben ist, werden durch chemischmechanisches Polieren (CNP) realisiert. Jedoch ist dieses chemisch-mechanische Polieren nur für das Planarisieren in kleinen Bereichen geeignet, wobei kleine Bereiche definiert sind als solche mit lateralen Abmessungen bis zur Größenordnung von einigen 10 μm. Bei größeren Abmessungen im mm- und cm-Bereich hat das chemisch-mechanische Polieren (CNP) geringe Wirkung.

üblicherweise werden bei dem Aufbau von SLMs Füllstrukturen verwendet, die die mittlere Dichte der Metallisierung über den gesamten Wafer so gut wie möglich ausgleichen. Allerdings ist dies nicht überall möglich, beispielsweise an Bondpads, Teststrukturen und Sägelinien. Zusätzlich gibt es Inhomogenitäten in der Schichtabscheidung und -ätzung, die nicht vollständig vermieden werden können. Daher wird der Her- stellungsprozess immer einige Hügel und Täler hinzu- fügen, die die Oberflächenebenheit meist im mm- bis cm-Bereich hinsichtlich der lateralen Abmessungen

verschlechtern.

Weiterhin wird aufgrund der mechanischen Spannung des abgeschiedenen Metalls und der isolierenden Schichten und aufgrund der geringen Dicke im Vergleich mit den lateralen Abmessungen das Substrat verbogen. Inhomogenitäten bezuglich der mechanischen Spannungen und zusatzliche Spannungen durch Sagen des Substrats in individuelle Chips (bzw. SLMs oder Elemente) veran- dert die Verformung des SLM in unkontrollierbarer Weise .

Typischerweise werden reflektierende SLMs in ein Gehäuse oder "Package", das häufig aus Keramik besteht, unter Verwendung von Epoxid- oder Polyimidkleber geklebt. Dieser Kleber ist häufig mit elektrisch und/oder wärmeleitenden Partikeln gefüllt. Das Gehäuse (Package) ist typischerweise sehr viel dicker und mechanisch starker als der SLM-Chip. Abhangig von den exakten Klebstoff- und Verfahrensparametern kann sich Oberflachenform aufgrund der Kapillarkrafte und des Schrumpfens des Klebestoffs unkontrollierbar andern.

Es wurde versucht, durch zusatzliche Maßnahmen die Oberflache eines SLM-Chips zu verbessern. So ist in der US 2005 0068 510 Al offenbart, den Chip durch Aufbringen eines Vakuums wahrend des Klebens in einer ebenen Oberflache zu halten. Allerdings kann dieses Verfahren nur die Verformung und die Verwerfung des Chips ebnen, wahrend es nicht die Hügel oder Taler erfassen kann. In dem genannten Stand der Technik wird weiterhin gelehrt, den SLM auf ein Array von Piezoaktuatoren oder Schrauben zu kleben, die dann jeweils betätigt werden, um eine nicht ebene Form der aktiven Flache auszugleichen.

Zusammenfassend ist daher zu sagen, dass selbst mit den besten zur Zeit vorhandenen Substratwafern, trotz sorgfältig mit Füllmaterial bearbeiteter und mit dem CMP-Verfahren geglätteter Chip sowie zur Erzielung von Ebenheit optimierter Parameter der einfache bekannte Prozessfluss nicht gut genug ist, um für die Anforderungen in der Mikrolithografie eine ausreichende Planarität zur Verfügung zu stellen.

Das Ausgleichen einer nicht ebenen Oberflächenform durch ein Array von Piezoaktuatoren ist eine mögliche Lösung, diese ist aber sehr komplex und kostenaufwendig. Da Driften bei den Aktuatoren auftreten können, muss ein kompliziertes Messsystem mit Rückkopplung vorgesehen werden, da es nicht ausreichend ist, nur einmal nach der Herstellung zu messen und dann zu korrigieren. Dieses Messsystem muss einen mehrkanali- gen programmierbaren Hochspannungstreiber mit allen Verbindungen für das Array an Piezoaktuatoren umfas- sen. Die laterale Auflösung der Oberflächenkorrektur ist begrenzt, da die Anzahl von Aktuatorelementen aufgrund des komplizierten Messaufbaus begrenzt ist.

Das gleichfalls offenbarte Array aus einfachen Schrauben ist gleichfalls nicht gut für die Einstellung der Ebenheit geeignet, da die direkt auf die zu korrigierende Oberfläche wirkenden Schrauben in ihren Einstellmöglichkeiten zu grob sind. Die typischen Abweichungen bei den realen SLM-Flächen von einer Ebene liegen im Bereich von einigen μm und der für die Korrektur verlangt Hub der Schrauben wird schon erreicht, wenn diese nur um einige Grade gedreht wird.

Ein zusätzlicher Nachteil beider erwähnten Möglich- keiten, die Ebenheit zu verbessern, liegt darin, dass die während des Betriebs des SLM erzeugte Hitze abge-

fuhrt werden muss, üblicherweise ist ein Kuhlblech auf der Ruckseite des Gehäuses oder Package zum Ableiten der Hitze ausreichend, aber mit dem zusatzlichen Aktuatorarray werden die möglichen Warmeleit- querschnitte stark reduziert.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Korrigieren der Oberflachenform eines Elements zu schaffen, dessen Hohe sehr viel kleiner ist als seine lateralen Abmessungen und das über in thermisch oder chemisch schrumpfendes Verbindungsmaterial mit einem Basisteil fest verbunden wird.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemaß durch die Merkmale des Hauptanspruchs gelost.

Durch die in den Unteranspruchen angegebenen Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterbildungen und Verbesserungen möglich.

Dadurch, dass die aktuelle Oberflachenform des Elements nach seiner Herstellung zur Fassung von Abweichungen von der gewünschten Oberflachenform gemessen wird und die Oberflache des Basisteils mit einer zu Abweichungen von der gewünschten Oberflachenform negativen Korrekturform unter Berücksichtigung eines Vergroßerungsfaktors , der von der Schrumpfung des Verbindungsmaterials abhangt, versehen wird, kann das Element mit dem Basisteil unter Ausrichtung der Ober- flachen zueinander zusammengefugt werden, wobei nach Ausharten des Verbindungsmaterials aufgrund der thermischen oder chemischen Schrumpfung die Abweichungen der aktuellen Oberflachenform des Elements ausgeglichen sind.

Als Verbindungsmaterial, mit dem das Element auf dem

Basisteil befestigt wird, kann Klebstoff, beispielsweise auf Epoxid- oder Polyimidbasis oder auch Lote oder dergleichen gewählt werden.

In einfacher Weise kann zur Korrektur einer als Erhebung oder Vertiefung ausgebildeten Abweichung vorgegebener Höhe in der Korrekturform der Oberfläche des Basisteils eine Vertiefung oder Erhebung eingearbeitet werden, deren Höhenabmessung das Produkt aus vor- gegebener Höhe und Vergrößerungsfaktor ist.

In vorteilhafter Weise wird die Dicke des zwischen Element und Basisteil vorgesehenen Verbindungsmaterials sehr viel kleiner gewählt als die lateralen Ab- messungen der Abweichungen von der gewünschten Oberflächenform gewählt, d.h., die lateralen Abmessungen der Hügel oder Täler müssen sehr viel größer sein als die Dicke des Verbindungsmaterials, z.B. Klebstoffdicke, da dann das erfindungsgemäße Verfahren unemp- findlich gegen die Verbindungsmaterialdicke und

-Verteilung ist. Bei den angegebenen Bedingungen verhindert nämlich die Adhäsion des Klebstoffs an dem Basisteil, das beispielsweise als Package ausgebildet ist, und an der Fläche des Elements, beispielsweise der SLM-Fläche das Schrumpfen in Seitenrichtung und das Schrumpfen in Höhenrichtung ist gut definiert. Vorzugsweise sind die lateralen Abmessungen größer als das lOfache der Dicke des Verbindungsmaterials, noch besser ist das Verfahren bei größer als die lOOfache Dicke. Völlig unproblematisch ist das Verfahren, wenn die lateralen Abmessungen größer als die lOOfache Kleberdicke sind, im Bereich bis zur ca. lOfachen Kleberdicke ist das Verfahren sicher brauchbar, wobei hier im unteren Bereich eventuell keine vollständige Glättung mehr erreicht wird. Hier könnte die Korrekturform aus der einfachen Berechnung mit-

tels des Vergößerungsfaktors (wie unten) als Startwert für eine Optimierung mittels FEM genutzt werden. Dabei wird mittels eines Simulationsprogramms die Veränderung des elastischen Systems aus Substrat, Kleber und Bauelement berechnet und wo nötig in einem iterativen Verfahren in Korrekturform solange verändert, bis die gewünschte Ebenheit in der Simulation erreicht wird.

Das Element, z.B. der SLM-Chip muss dünn genug sein, um dem Schrumpfen des Verbindungsmaterials, z.B. Klebstoffs, in den gewünschten lateralen und Höhenmaßstäben zu folgen, aber steif genug, dass es bzw. er nicht seine Form ändert, solang das Verbindungsma- terial noch weich ist. Wenn das Element, z.B. der SLM-Chip zu starr ist, muss er gegen Ende des Herstellungsprozesses dünner gemacht werden, wenn es bzw. er zu schwach ist, muss er durch Kleben oder Bonden an ein anderes Substrat oder ein anderes Wafer verstärkt werden. In entsprechender Weise muss das Basisteil stark genug sein, dass seine Verformung aufgrund des Schrumpfens des Verbindungsmaterials vernachlässigbar ist, ist dies von Hause aus nicht der Fall, so wird das Basisteil durch eine Platte o- der dergleichen verstärkt.

In vorteilhafter Weise wird der Vergrößerungsfaktor zur Bestimmung der Höhe der Korrekturform aus dem prozentualen Schrumpf des Verbindungsmaterials, z.B. des Klebstoffs bestimmt, der für die Befestigung des SLM an der Korrekturform verwendet wird. Zur Erzielung einer guten Genauigkeit wird dieser Faktor experimentell so exakt wie möglich bestimmt. Die Misch- und Aushärtbedingungen werden dabei genau eingehal- ten, um reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen. Allerdings führt das erfindungsgemäße Verfahren selbst

dann noch zu verbesserten Ergebnissen hinsichtlich der Ebenheit, wenn die angenommenen Schrumpfprozentwerte zu den realen differieren.

In vorteilhafter Weise wird ein theoretischer Verstärkungsfaktor 1/s-l gewählt, wobei s der Schrumpffaktor des Verbindungsmaterials ist, d.h. ein Film der Dicke schrumpft bei Aushärtung auf die Dicke D (1-5), wenn also die Schrumpfung 1% ist, ist s = 0,01 und der Vergroßerungsfaktor 99.

Im Folgenden wird eine kurze Ableitung dieses Vergroßerungsfaktors angegeben. Sei f (x) die Form des Bauelements und g(x) die Korrekturform. Unter den obigen Voraussetzungen kann g(x) = -k*f(x)-d gewählt werden, mit einem noch zu bestimmenden Vergroßerungsfaktor k und einer Konstante d, die so groß gewählt wird, dass g(x) < f (x) für alle x innerhalb der Bauelementabmessungen. Mit der letzten Forderung wird sicherge- stellt, dass die Dicke des Verbindungsmaterials, z.B. die Kleberdicke (vor Schrumpf) h(x) = f (x) - g(x) an keiner Stelle kleiner als Null wird. Wenn der Kleber durch die Adhäsion an den beiden Grenzflachen im Wesentlichen nur in Richtung homogen um den Faktor s schrumpft (Bedingung oben) , ist die Kleberdicke nach dem Schrumpfen h' (x) = (l-s)*h(x) =

(1-s) * ( (1+k) *f (x) +d) . Dieser Kleberfilm liegt auf dem Substrat mit der unveränderten Form g(x), seine Oberseite liegt also bei f (x) = g(x)+h' (x) = ( (l-s)*(l+k)-k)*f (x)+(l-s-l)*d. Diese Funktion soll konstant sein, unabhängig von der Ursprungsform f(x), daher muss der Vorfaktor verschwinden: (1-s) * (1+k) -k = 0 oder aufgelost k = (l/s)-l. Damit ist gleichzeitig bewiesen, dass das Verfahren für un- terschiedliche Kleberdicken (verschiedene d) funktioniert .

Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemaße Verfahren auch verwendet werden, um eine vorbestimmte Oberflachenform anstelle einer flachen Oberflache zu be- kommen, solang die Korrektur zu der ursprunglichen Form des Elements, z.B. des SLMs nicht zu groß ist. In diesem Fall muss dxe Korrekturform den Unterschied zwischen der gewünschten und der ursprunglichen Form, multipliziert mit minus dem reziproken Wert des Schrumpfes vermindert um 1.

Besonders vorteilhaft und ein wichtiger Aspekt des erfindungsgemaßen Verfahrens ist, dass die Korrekturform nicht unbedingt optisch genau sein muss. Auf- grund des Verstärkungsfaktors, der insbesondere bei

Klebstoff in der Größenordnung von 100 liegt, könnend die Korrekturformen durch übliche Bearbeitungsverfahren, beispielsweise durch konventionelles Fräsen hergestellt werden und korrigieren noch Oberflachenfeh- ler bis zu Bruchteilen von Wellenlangen (unter 100 nm) . Andererseits ist eine Hohenkorrektur von bis zu einigen μm möglich.

Erfindungsgemaß muss das Element bzw. der SLM so jus- tiert werden, dass die Merkmale seiner Hohen- bzw.

Tiefenprofile den jeweiligen Merkmalen der Korrekturform entsprechen. Da erwartet wird, dass die lateralen Abmessungen dieser Merkmale, d.h., dieser Abweichungen von der gewünschten Oberflacheform im mm- bis cm-Bereich liegen, sind die Anforderungen an die Genauigkeit der Justierung nicht sehr groß.

Erfindungsgemaß wird bei Elementen, d.h. bei SLMs, die keine gleichmaßig Dicke aufweisen, beide Oberfla- chen gemessen und entsprechend diesen Messergebnissen die Korrekturform gebildet. Durch diese Maßnahme wird

ein Fehler vermieden, der dann auftritt, wenn beispielsweise aufgrund eines Hügels auf der Ruckseite des Elements mit keinem entsprechenden Tal auf der Vorderseite die Klebstoffdicke verringert und dadurch an diesem Bereich ein reduzierter SchrumpfVorgang auftritt, der schließlich einen Hügel an der Vorderseite des Elements erzeugt, nachdem der Klebstoff ausgehartet ist. Eine solche Nachmessung beider Oberflachen und entsprechend angepasster Korrekturform nur dann notwendig, wenn besonders hohe Anforderungen an die Genauigkeit vorhanden sind, üblicherweise ist eine solche Anpassung nicht notwendig, da der resultierende Fehler kleiner ist als der ursprungliche Hügel an der Ruckseite des Elements und zwar um den Faktor s der Schrumpfung des Klebstoffs.

In besonders kritischen Fallen, die eine sehr hohe Genauigkeit der Oberflachenform erfordern, kann er- fxndungsgemaß die Korrekturform des Basisteils durch FEM-Simulation unter Berücksichtigung der Elastizität des Verbindungsmaterials bestimmt werden. Durch diese Maßnahme wird der Fehler berücksichtigt, der aufgrund der finiten Elastizität des Verbindungsmaterials, z.B. des Klebstoffs, auftritt. Beispielsweise ver- langt ein auszugleichender schmaler Hügel mehr Kraft durch die Schrumpfung des Verbindungsmaterials, wenn er abgeflacht werden soll, als ein breiter Hügel der gleichen Hohe. Diese Kraft wirkt dem Schrumpfen, z.B. des Klebstoffs, entgegen, so dass schmale Hügel nicht vollständig abgeflacht werden, wahrend breitere sogar uberkompensiert werden, wenn das Schrumpfen aus den Messungen von Hügeln mittlerer Breite berechnet wird. Diese Ungenauigkeiten könne vermieden werden, wenn statt der einfachen Berechnung mittels Vergroßerungs- faktor die Korrekturform mittels FEM-Simulation bestimmt wird. Wann dieses notig wird, hangt von den

Dicken und Elastizitätsmodulen des Verbindungsmaterials, z.B. des Klebers, und des Bauelements ab. Man kann die Grenzen für einen Anwendungsfall abschätzen, wenn man zunächst nach der bekannten Balkenbiegungs- theorie für einfache Falle die Flachenlasten berechnet, die zur Glattung des Bauelements angelegt werden müssen. Die Gegenkräfte dieser Flachenlasten werden den Kleber belasten und entsprechend seines Elastizitätsmoduls verformen. Wenn sich diese Verformung viel kleiner ergibt, als die ursprungliche Hohe der zu korrigierenden Unebenheit, wird sich im Gleichgewicht der Kräfte exne weitgehende Glattung ergeben. Wenn die Kleberverformung aber vergleichbar oder gar großer wird, als die zu korrigierende Hohe, wird sich nur eine kleine Verbesserung der Planaritat ergeben.

Naturlich können diese überlegungen auch wieder vorteilhaft mittels FEM-Simulation ausgeführt werden. Als Beispiel sei ein SLM-Chip mit einer Kantenlange von 38x16 mm 2 und einer Dicke von 0,67 mm genannt, der im Wesentlichen aus Silizium besteht. Bei Verwendung eines Epoxydklebers mit einer Dicke, die zwischen 0,1 mm und 0,2 mm variiert, ergaben FEM- Simulationen, dass Wellenstrukturen bis hinunter zu 10 mm Lange mit der mittels des Vergroßerungsfaktors berechneten Korrekturform auf weniger als 10% ihrer Ausgangshohe geglättet werden. Bei Wellenlangen unter ca. 2,5 mm bleiben die Wellen dagegen zu über 90% ihrer Ausgangshohe erhalten. Durch Abdunnen der SLMs können die sinnvoll korrigierbaren Wellenlangen zu kleineren Werten erweitert werden.

Das erfindungsgemaße Verfahren kann anstelle von üblichen Befestigungstechnologien leicht und einfach verwendet werden, ohne prinzipiell das Gehäuse (Kera- mik-Package) oder die Sockel zu andern. Es ist tat-

sachlich etwas kostenaufwendiger, da individuelle Korrekturformen für jeden Chip gemacht werden müssen. Andererseits ist das Herstellen von Korrekturformen sehr viel kostengünstiger als das Einfuhren eines Ak- tuatorarrays . Nach dem Befestigen des SLM auf dem Pa- ckage und überprüfen der Oberflache, kann die Baugruppe direkt verwendet werden, es müssen keine zusatzlichen Messungen mit Ruckkopplung und kein Aktua- torsystem vorgesehen werden.

Vorteilhafterweise wird das erfindungsgemaße Verfahren für die Herstellung von SLM-Baugruppen verwendet, es kann selbstverständlich auch für andere Gebiete angewandt werden, bei denen die Oberflachenform von Elementen mit großen Langen- und Breitenabmessungen in Bezug auf ihre Hohe eingestellt werden muss. Ausfuhrungsbeispiele des erfmdungsgemaßen Verfahrens werden im Folgenden unter Heranziehung der beigefugten Zeichnung naher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 einer Schnitt durch einen Aufbau mit plat- tenformigem Element und Basisteil bei Anwendung des erfindungsgemaßen Verfahrens vor und nach dem Ausharten gemäß einem ers- ten Ausfuhrungsbeispiel,

Fig. 2 das Gleiche wie in Fig. 1 nach einem zweiten Ausfuhrungsbeispiel, und

Fig. 3 das Gleiche wie in Fig. 1 nach einem dritten Ausfuhrungsbeispiel.

Die erfindungsgemaße Idee ist, das Schrumpfen eines Verbindungsmaterials, im Ausfuhrungsbeispiel Kleb- stoff, der ein SLM-Chip mit einem Keramikbasisteil oder -package verbindet, wahrend des Aushartens als

ein Aktuator zum Planarisieren des SLM-Chips zu verwenden. Der SLM-Chip weist beispielsweise eine Vielzahl von reflektierenden Elementen in Form eines Ar- rays auf, die über Federn und Pfosten gelenkig an ei- nen Siliziumsubstrataufbau mit Metallisierungs- und Isolierschichten angelenkt sind, wobei auch die notwendigen Elektroden und Treiber auf dem Chip vorgesehen sind. In der Ruhelage stehen die Spiegel parallel zur Chipoberfläche im Bereich der Pfosten. Die am SLM Chip ggf. auftretenden Krümmungsradien sind so groß, dass sie im Bereich eines Spiegelelementes nicht nachweisbar sind.

Ein solcher SLM-Chip ist in den Figuren lediglich als durchgehende Platte oder Schicht dargestellt, sie beinhaltet aber, wie ausgeführt, die Mehrzahl von mikromechanischen Bauteilen.

Nachdem der SLM-Chip hergestellt ist, wird die aktive Oberflächenform des SLM-Chip gemessen, wobei diese

Messung bei so geringer mechanischer Last oder Beanspruchung auf den SLM-Chip durchgeführt wird, wie möglich. Aufgrund dieser Messungen werden die Abweichungen von der gewünschten Oberfläche, im vorliegen- den Fall von der Ebene festgestellt und abhängig von diesen Abweichungen wird eine Korrekturform ausgebildet, die die negative Abbildung der mit Abweichungen versehenen Oberfläche ist. Wenn beispielsweise die Oberfläche des SLM-Chip mit Hügeln versehen ist, muss die Korrekturform an der gleichen Stelle mit Tälern versehen sein und umgekehrt. Allerdings muss die Korrekturform zusätzlich in Höhenrichtung verstärkt werden, wie weiter unten ausgeführt wird, da der Wert der prozentualen Schrumpfung des Klebstoffs berück- sichtigt werden muss.

Die Korrekturform wird an der Befestigungsfläche des Keramikbasisteils für den SLM-Chip ausgebildet, wobei diese Form beispielsweise durch Fräser oder Lase- rablation hergestellt werden kann. Wenn das Material des Basisteils oder Packages zu kompliziert zu bearbeiten oder zu dünn ist, um direkt geformt zu werden, muss es zuerst verstärkt werden. Dies kann durch Galvanisieren, Sputtern oder andere Abscheidungsverfah- ren realisiert werden oder es kann eine zusätzliche Platte eines geeigneten Materials in das Package bzw. auf das Basisteil gelegt werden. Diese Platte kann geklebt oder gelötet oder auf andere Weise befestigt werden, bevor sie mit der Korrekturform versehen wird.

In Fig. 1 ist ein Schnitt einer Anordnung aus einem SLM-Chip 1 und einem Basisteil 2 dargestellt, wobei der SLM-Chip einen kleinen Hügel und das Basisteil ein sehr viel größeres Tal an entsprechender Stelle aufweist, wobei zwischen dem Chip 1 und dem Basisteil 2 eine sehr dünne, in der Fig. 1 nicht erkennbare KlebstoffSchicht vorgesehen ist, allerdings das Tal vollständig mit Klebstoff 3 ausgefüllt ist. Auf dem linken Teil der Fig. 1 ist der Klebstoff 3 frisch aufgebracht und wenn der Klebstoff aushärtet schrumpft er und zieht die Bereiche, bei denen die Dicke des Klebstoffs groß ist, hier im Tal 5, nach unten, während Stellen mit der dünnen Schicht von Klebstoff kaum nach unten gezogen werden. Dies ist in Fig. 1 rechts dargestellt, wo zu erkennen ist, dass der Hügel 4 geglättet ist, so dass eine ebene Fläche für den SLM-Chip 1 entstanden ist.

Der Vergrößerungs- oder Verstärkungsfaktor, der die Höhenabmessung des Tals 5 bestimmt, hängt von dem prozentualen Schrumpf s des Klebstoffs ab, der theo-

retische Vergroßerungsfaktor wird zu 1/s-l berechnet. Beispielsweise wird ein Hügel 4 mit 1 μm Hohe in der Oberflache des SLM-Chips mit Klebstoff mit 1% Schrumpf geglättet. Die Korrekturform wäre ein Tal mit einer Tiefe von 99 μm (= 1 μm x(l/l%-l)). Wahrend 1% ein typischer Wert für einen realen Epoxid- klebstoff ist, wird bei den Figuren und Beispielen ein Klebstoffschrumpf von 10% angenommen, damit der Effekt klarer erscheint. Der Vergroßerungs- oder Ver- starkungsfaktor ist dann 9. Aus denselben Gründen ist die Z-Achse stark übertrieben.

Wie aus der Fig. 1 zu entnehmen ist, ist ein Hügel von 1 μm vorgesehen und die Korrekturform mit dem Tal 5 ist so ausgebildet, dass die Klebstoffdicke unter dem Hügel 4 10 μm ist. Im rechten Teil der Fig. 1 ist somit der Klebstoff ausgehartet und um 10% geschrumpft, so dass seine Dicke unterhalb des (nicht vorhandenen) Hügels 4 nun 9 μm ist.

In Fig. 2 ist ein ahnliches Ausfuhrungsbeispiel dargestellt, allerdings mit einer größeren Klebstoffschicht als in der Fig. 1. Der linke Teil der Fig. 2 zeigt die Anordnung vor dem Ausharten, wobei die KlebstoffSchicht 6 in der Umgebung des Tals 15 μm betragt, wahrend unterhalb des Hügels 4 20 μm betragt. Nach dem Ausharten, in Fig. 2 rechts, ist die KlebstoffSchicht zu 9 μm bzw. 18 μm jeweils geschrumpft. Auch hier ist der Hügel 4 geebnet.

Fig. 3 zeigt ein Ausfuhrungsbeispiel, bei dem eine über die Oberflache des Basisteils ungleichmäßige Klebstoffschicht 7 aufgebracht ist. Diese Klebstoffschicht 7 zeigt links in den Abbildungen der Fig. 3 eine vernachlassigbare Dicke rechts eine Dicke von 10 μm und unter dem Hügel 4 eine Dicke von 15 μm. Nach

dem Aushärten, rechts in der Fig. 3, ist die Dicke der Klebstoffschicht 7 links immer noch vernachlässigbar, sie beträgt rechts 9 μm, und dort, wo der Hügel zuvor gewesen war, 13,5 μm. Aus diesen Beispielen ist zu erkennen, dass das Funktionieren des Verfahrens unempfindlich gegen Klebstoffdicke und - Verteilung ist.

Selbstverständlich können bei dem Verfahren auch an- dere thermisch oder chemisch schrumpfende Materialien verwendet werden, wie beispielsweise Lötpaste oder andere Lotmaterialien, die andere prozentuale Schrumpfwerte zeigen.