Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR DETERMINING A BASIC BOOST PRESSURE OF A GAS CONDUCTING SYSTEM OF AN INTERNAL COMBUSTION ENGINE, AND ENGINE CONTROLLER FOR CARRYING OUT A METHOD OF THIS TYPE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2019/025231
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method for determining a basic boost pressure of a gas conducting system (2) of an internal combustion engine (1) having a turbocharger (20) which has a compressor (202), a turbine (200), a shaft which connects the compressor (202) and the turbine (200), and a turbocharger actuator for varying a flow velocity through the turbine (200) or a pressure ratio across the turbine (200). The method comprises the calculation (40) of an exhaust gas back pressure in the case of an open turbocharger actuator position, wherein the flow velocity through the turbine (200) or the pressure ratio across the turbine (200) is minimum in the open turbocharger actuator position, and the determination (43) of the basic boost pressure in a manner which is dependent on the calculated exhaust gas back pressure in the case of an open turbocharger actuator position. Furthermore, the invention relates to an engine controller for carrying out a method for determining a basic boost pressure.

Inventors:
HEINKEN, Sebastian (Rudolf-Wilke-Str. 32, Braunschweig, 38106, DE)
Application Number:
EP2018/069983
Publication Date:
February 07, 2019
Filing Date:
July 24, 2018
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
VOLKSWAGEN AKTIENGESELLSCHAFT (Berliner Ring 2, Wolfsburg, 38440, DE)
International Classes:
F02D41/00; F02B37/18; F02B37/24
Domestic Patent References:
WO2014125185A12014-08-21
WO2003027464A12003-04-03
WO2008142058A22008-11-27
Foreign References:
US20110098876A12011-04-28
US20090094009A12009-04-09
FR2921114A12009-03-20
DE10243268A12004-03-25
DE10235013A12004-02-19
Other References:
"INTERNAL COMBUSTION ENGINE FUNDAMENTALS.", 1 January 1988, NEW YORK, MCGRAW-HILL., US, ISBN: 978-0-07-100499-2, article JOHN B HEYWOOD: "Internal combustion engine fundamentals", pages: 250 - 255, XP055514274, 022039
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines Gasführungssystems (2) einer Verbrennungskraftmaschine (1 ) mit einem Turbolader (20), der einen Verdichter (202), eine Turbine (200), eine den Verdichter (202) und die Turbine (200) verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine (200) oder eines Druckverhältnisses über der Turbine (200) aufweist, umfassend:

Berechnen (40) eines Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition, wobei die Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine (200) in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist; und

Bestimmen (43) des Grundladedrucks in Abhängigkeit des berechneten

Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition.

Verfahren nach Anspruch 1 , wobei

der Turbolader ein Variable-Turbinengeometrie-Lader (20') mit verstellbaren

Leitschaufeln als Stellglieder ist und sich die Leitschaufeln in der geöffneten

Turboladerstellgliedposition in der steilsten Stellung befinden; und/oder

der Turbolader (20) ein Wastegate (201 ) mit einem Ventil als Stellglied aufweist, das bei geöffneter Turboladerstellgliedposition vollständig geöffnet ist.

Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei

der Abgasgegendruck mittels eines Abgasgegendruckmodells bei geöffneter

Turbinenstellgliedposition oder mittels eines Wastegate-Modells bei geöffneter

Turbinenstellgliedposition bestimmt wird.

Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, weiterhin umfassend:

Bestimmen (41 ) einer Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition in

Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition, wobei

der Grundladedruck in Abhängigkeit der bestimmten Turbinendrehzahl bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition bestimmt wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, weiterhin umfassend:

Bestimmen (41 1 ) eines Druckverhältnisses über der Turbine in Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition;

Bestimmen (412, 413, 414) eines Abgasmassenstroms, insbesondere eines normierten Abgasmassenstroms; und

Bestimmen (415) der Turbinendrehzahl in Abhängigkeit des Druckverhältnisses und des Abgasmassenstroms.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 5, wobei

die Turbinendrehzahl mittels eines Drehzahlmodells, insbesondere eines

Turbinenkennfelds, bestimmt wird (415).

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 bis 6, wobei

die Verdichterdrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition einer Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition entspricht.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, umfassend:

Bestimmen einer Verdichterdrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition in Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition, wobei

der Grundladedruck in Abhängigkeit der bestimmten Verdichterdrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 4 oder 7, weiterhin umfassend:

Erhalten (430, 431 , 432) eines Frischluftmassenstroms, insbesondere Bestimmen eines normierten Frischluftmassenstroms; und

Bestimmen (433) eines Druckverhältnisses bei geöffneter Turboladerstellgliedposition über dem Verdichter in Abhängigkeit der Verdichterdrehzahl bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition und des Frischluftmassenstroms, wobei

der Grundladedruck in Abhängigkeit des Druckverhältnisses bestimmt wird.

10. Verfahren nach Anspruch 9, wobei

der Frischluftmassenstrom gemessen oder modelliert wird (430).

1 1. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, wobei

das Druckverhältnis mittels eines Verdichterkennfelds bestimmt wird (433).

12. Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 1 1 , weiterhin umfassend:

Bestimmen (434) eines Vor-Verdichter-Drucks vor dem Verdichter, wobei

der Grundladedruck in Abhängigkeit des Druckverhältnisses bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition und des bestimmten Vor-Verdichter-Drucks bestimmt wird.

13. Motorsteuerung (3) für eine Verbrennungskraftmaschine (1 ) mit einem

Gasführungssystem (2) mit einem Turbolader (20), der einen Verdichter (202), eine Turbine (200), eine den Verdichter (202) und die Turbine (202) verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine (200) oder eines Druckverhältnisses über der Turbine (200) aufweist, die dazu

ausgebildet ist, ein Verfahren (4) zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines

Gasführungssystems der Verbrennungskraftmaschine, insbesondere ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, durchzuführen, das umfasst:

Berechnen (40) eines Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition, wobei die Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist; und

Bestimmen (43) des Grundladedrucks in Abhängigkeit des berechneten

Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition.

14. Verbrennungskraftmaschine (1 ) mit einem Gasführungssystem (2) mit einem Turbolader (20), der einen Verdichter (202), eine Turbine (200), eine den Verdichter (202) und die Turbine (202) verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine (200) oder eines Druckverhältnisses über der Turbine (200) aufweist, wobei die Verbrennungskraftmaschine eine Motorsteuerung (3) nach Anspruch 13 aufweist.

15. Kraftfahrzeug mit einer Verbrennungskraftmaschine (1 ) nach Anspruch 14.

Description:
Beschreibung

Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines Gasführungssystems einer Verbrennungskraftmaschine und Motorsteuerung zum Durchführen eines solchen Verfahrens

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines

Gasführungssystems einer Verbrennungskraftmaschine und eine Motorsteuerung zum

Durchführen eines solchen Verfahrens. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines Gasführungssystems einer

Verbrennungskraftmaschine eines Kraftfahrzeugs, beispielsweise eines Ottomotors oder eines Dieselmotos eines Kraftfahrzeugs, und eine Motorsteuerung zum Durchführen eines solchen Verfahrens.

Bei modernen Motoren von Kraftfahrzeugen spielt die Motorfüllung eine bedeutende Rolle, da über diese die Effizienz des Motors deutlich beeinflusst werden kann. Typischerweise weisen die Motoren daher Stellglieder zum Einregeln der Füllung (füllungsstellende Organe) auf.

Beispiele für füllungsstellende Organe der Motoren sind eine Drosselklappe und ein Turbolader, vorzugsweise ein Turbolader mit Wastegate oder ein Variable-Turbinengeometrie-Lader (VTG- Lader).

Die Drosselklappe und der Turbolader können gleichzeitig, also im Parallelbetrieb, verstellt werden. Das bedeutet unter Umständen, dass beide Stellglieder aktiv gegeneinander arbeiten. So kann es vorkommen, dass das Ladedruckniveau durch den Turbolader erhöht wird und die Drosselklappe drosselt, d.h. dagegen arbeitet, was zu einem Mehrverbrauch des Aggregats führt. Diesen Betrieb gilt es zu verhindern.

Kann man die beiden Regler jedoch eindeutig voneinander abgrenzen (De- und Aktivierung), arbeitet der Turbolader erst dann, wenn der Wunsch an mehr Füllung nicht mehr durch weiteres Öffnen der Drosselklappe gestellt werden kann. Diese Übergabe der Regler kann an der Grenze des Grundladedrucks stattfinden. Unterhalb dieser Druckschwelle arbeitet die

Drosselklappe, oberhalb der Ladedruckregler mittels Turbolader. Es ist daher notwendig, den gegenwärtigen Grundladedruck zu bestimmen. Dies kann beispielsweise durch eine Modellierung des Grundladedrucks, wie sie in der DE 102 43 268 A1 erwähnt wird, erfolgen. Die DE 102 35 013 A1 beschreibt ein Verfahren zum Bestimmen eines Ladedrucksollwerts mittels eines drehzahlabhängigen Grundwerts.

Die bekannten Grundladedruckmodelle besitzen jedoch nur mäßige Genauigkeit. Da der Bereich des Grundladedrucks gewisse Unschärfen mit sich bringt, erfolgt eine Bedatung in der Software, die ein gutes Fahrverhalten sicherstellt, üblicherweise mit dem Kompromiss, dass beide Regler parallel arbeiten und dies etwas Mehrverbrauch bedeutet. Dieser Kompromiss führt insbesondere bei Motoren, die auf dem Miller-Brennverfahren basieren, zu Problemen, da der Grundladedruck das Motorkonzept deutlich beeinflusst.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Motorsteuerung

bereitzustellen, die die oben genannten Nachteile wenigstens teilweise überwinden.

Diese Aufgabe wird durch das erfindungsgemäße Verfahren zum Bestimmen des

Grundladedrucks nach Anspruch 1 und die Motorsteuerung nach Anspruch 13 gelöst.

Nach einem ersten Aspekt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Bestimmen eines

Grundladedrucks eines Gasführungssystems einer Verbrennungskraftmaschine mit einem Turbolader, der einen Verdichter, eine Turbine, eine den Verdichter und die Turbine

verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine oder eines Druckverhältnisses über der Turbine aufweist, umfassend:

Berechnen eines Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition, wobei die Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist; und

Bestimmen des Grundladedrucks in Abhängigkeit des berechneten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition.

Nach einem zweiten Aspekt betrifft die Erfindung eine Motorsteuerung für eine

Verbrennungskraftmaschine mit einem Gasführungssystem mit einem Turbolader, der einen Verdichter, eine Turbine, eine den Verdichter und die Turbine verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine der Verbrennungskraftmaschine oder eines Druckverhältnisses über der Turbine aufweist, die dazu ausgebildet ist, ein Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks des Gasführungssystems der Verbrennungskraftmaschine, insbesondere ein Verfahren nach dem ersten Aspekt, durchzuführen, das umfasst:

Berechnen eines Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition, wobei die Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist; und

Bestimmen des Grundladedrucks in Abhängigkeit des berechneten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition.

Nach einem dritten Aspekt betrifft die Erfindung eine Verbrennungskraftmaschine mit einer Motorsteuerung nach dem zweiten Aspekt.

Nach einem vierten Aspekt betrifft die Erfindung ein Kraftfahrzeug mit einer

Verbrennungskraftmaschine nach dem dritten Aspekt.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und der folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung.

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks eines Gasführungssystems einer Verbrennungskraftmaschine mit einem Turbolader, der einen Verdichter, eine Turbine, eine den Verdichter und die Turbine verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine oder eines Druckverhältnisses über der Turbine aufweist. Das Gasführungssystem kann weiterhin eine Drosselklappe, eine Ansaugleitung, eine Abgasleitung und weitere gasführende

Komponenten umfassen. Die Ansaugleitung kann mit der Verbrennungskraftmaschine, beispielsweise einem Ottomotor, einem nach dem Miller-Verfahren arbeitenden

Verbrennungsmotor oder einem Dieselmotor, verbunden sein, um diese mit Frischluft zu versorgen. In der Ansaugleitung können der Verdichter des Turboladers und in

Strömungsrichtung nachfolgend die Drosselklappe aufgenommen sein, wobei ein Druck nach dem Verdichter bzw. vor der Drosselklappe als Ladedruck bezeichnet wird. Die Abgasleitung kann mit der Verbrennungskraftmaschine verbunden sein, um Abgas aus dieser abzuleiten.

Der Grundladedruck ist der Ladedruck, der herrscht, wenn die Drosselklappe maximal geöffnet ist und sich das Turboladerstellglied in der geöffneten Turboladerstellgliedposition befindet, in der eine Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine oder ein Druckverhältnis über der Turbine minimal ist. Entsprechend kann sich der Grundladedruck von einem aktuellen

Ladedruck unterscheiden, wenn sich die Turbine in einer anderen Turboladerstellgliedposition als in der geöffneten Turboladerstellgliedposition befindet. Der Grundladedruck kann weiterhin von einer Turbinengeometrie der Turbine des Turboladers abhängig sein. Mit anderen Worten definiert sich der Grundladedruck durch den Druck, der sich vor der Drosselklappe einstellt, wenn der Turbolader nicht angesteuert wird. Näherungsweise beschreibt er also eine

Saugervolllast mit der Randnotiz, dass der Turbolader auch ohne Ansteuerung eine gewisse Verdicherleistung erzeugt. Dies hebt den Grundladedruck also abhängig von der

Turboladergeometrie mehr oder weniger über einen Umgebungsdruck.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird ein Abgasgegendruck bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition berechnet, insbesondere modelliert, wobei die

Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist. In der geöffneten Stellgliedposition kann ein

Ladedruckanteil, der durch den Turbolader bedingt ist, minimiert werden. Zum Beispiel kann in der geöffneten Stellgliedposition ein Strömungsquerschnitt durch und/oder um die Turbine maximal sein, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit minimiert werden kann und

gegebenenfalls der Ladedruckanteil des Turboladers minimiert werden kann. Der

Abgasgegendruck kann der Druck vor der Turbine sein.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren wird dann der Grundladedruck in Abhängigkeit des berechneten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt. Der Grundladedruck kann weiterhin von aktuell herrschenden Bedingungen des

Gasführungssystems abhängig sein. Das Bestimmen des Grundladedrucks wird weiter unten im Detail erläutert.

Durch den Abgasgegendruck bei geöffneter Turboladerstellgliedposition, der für die Offen- Position des Turboladers bestimmt wurde, kann der Grundladedruck sehr zuverlässig bestimmt werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann der Turbolader ein Variable-Turbinengeometrie-Lader (VTG-Lader) mit verstellbaren Leitschaufeln als Stellglieder sein und die Leitschaufeln können sich in der geöffneten Turboladerstellgliedposition in der steilsten Stellung befinden. Alternativ oder zusätzlich kann der Turbolader ein Wastegate mit einem Ventil als Stellglied aufweisen, das bei geöffneter Turboladerstellgliedposition vollständig geöffnet ist.

In manchen Ausführungsbeispielen kann der Abgasgegendruck mittels eines

Abgasgegendruckmodells bei geöffneter Turbinenstellgliedposition oder mittels eines Wastegate-Modells bei geöffneter Turbinenstellgliedposition bestimmt werden. Insbesondere kann der Abgasgegendruck im Fall, dass der Turbolader ein Variable-Turbinengeometrie-Lader mit verstellbaren Leitschaufeln als Stellglieder ist, mittels eines Abgasgegendruckmodells, dem eine Turbine mit Leitschaufeln in der steilst möglichen Stellung zugrunde liegt, bestimmt werden. Im Fall, dass der Turbolader ein Wastegate mit einem Ventil als Stellglied aufweist, kann der Abgasgegendruck mittels eines Wastegate-Modells, dem ein Turbolader mit vollständig geöffnetem Wastegate zugrunde liegt, bestimmt werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann gemäß dem Verfahren weiterhin in Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition eine

Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt werden. Der

Grundladedruck kann dann in Abhängigkeit der bestimmten Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann die Turbinendrehzahl bestimmt werden, indem in Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition ein Druckverhältnisses über der Turbine bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt wird, ein Abgasmassenstrom (auch Turbinenmassenstrom genannt) bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition bestimmt wird und die Turbinendrehzahl in Abhängigkeit des bestimmten Druckverhältnisses und des bestimmten Abgasmassenstroms bestimmt wird. Das Druckverhältnis ist beispielsweise modelliert. Auch der Abgasmassenstrom kann modelliert sein. Anstelle des Abgasmassenstroms kann ein normierter Abgasmassenstrom bestimmt werden und zum Bestimmen der Turbinendrehzahl verwendet werden. Zum Bestimmen des normierten Abgasmassenstroms kann eine Abgastemperatur bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition bestimmt, insbesondere modelliert, werden, und der normierte Abgasmassenstrom m Ä norm aus dem Abgasmassenstrom m^ und der AbgastemperaturT^ auf

Grundlage der Proportionalität

berechnet werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann die Turbinendrehzahl mittels eines Drehzahlmodells, insbesondere eines Turbinenkennfelds, bestimmt werden. Das Turbinenkennfeld kann ein Turbinenkennfeld sein, das sich über dem Druckverhältnis bei der geöffneten

Turboladerstellgliedposition und dem Abgasmassenstrom aufspannen lässt. Ausgang ist dann die Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition. Zusätzlich können die Eingänge auf die Abgastemperatur normiert werden. Durch den modellierten Abgasgegendruck bei der geöffneten Turboladerstellgliedposition, der Teil des Druckverhältnisses ist, kann der Grundladedruck zuverlässig bestimmt werden.

Die Turbinendrehzahl kann somit von einem Abgasgegendruck bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition, dem Druck nach der Turbine, dem Abgasmassenstrom, der Abgastemperatur und der geöffneten Turboladerstellgliedposition abhängig sein.

In manchen Ausführungsbeispielen kann die Verdichterdrehzahl bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition einer Turbinendrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition entsprechen. Dies ergibt sich daraus, dass der Verdichter und die Turbine fest über die Welle miteinander gekoppelt sind und daher immer gleich schnell drehen. Somit kann beispielsweise mittels eines Drehzahlmodells auf der Turbinenseite beispielsweise durch Berechnung eines Abgasgegendruckmodells bei offener Turboladestellgliedposition die folgende Bilanz zur Verdichterseite gemacht werden:

wobei n T die Drehzahl der Turbine (Turbinendrehzahl) und n v die Drehzahl des Verdichters

(Verdichterdrehzahl) ist. Besonderheit ist an der Stelle, dass die Turbinendrehzahl und folglich die Verdichterdrehzahl dem Zustand eines offenen Turboladers entspricht und nicht

zwangsläufig dem aktuellen Wert der Turbinen- bzw. Verdichterdrehzahl.

In manchen Ausführungsbeispielen kann bei dem Verfahren eine Verdichterdrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition in Abhängigkeit des modellierten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt werden, insbesondere auf eine andere als die oben beschriebene Weise, beispielsweise über ein geeignetes Kennfeld. Der Grundladedruck kann dann in Abhängigkeit der bestimmten Verdichterdrehzahl bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition bestimmt werden. Wiederum ermöglicht die Verwendung des modellierten Abgasgegendrucks eine zuverlässige Bestimmung des Grundladedrucks.

In manchen Ausführungsbeispielen kann gemäß dem Verfahren ein Frischluftmassenstrom bei geöffneter Turboladerstellgliedposition erhalten werden und in Abhängigkeit der

Verdichterdrehzahl bei geöffneter Turboladerstellgliedposition und des Frischluftmassenstroms ein Druckverhältnis bei geöffneter Turboladerstellgliedposition über dem Verdichter bestimmt werden. Der Grundladedruck kann dann in Abhängigkeit des Druckverhältnisses bestimmt werden. Anstelle des Frischluftmassenstroms kann ein normierter Frischluftmassenstrom bestimmt werden und zum Bestimmen des Grundladedrucks verwendet werden. Zum

Bestimmen des normierten Frischluftmassenstroms kann eine Frischlufttemperatur bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt werden, und der normierte

Frischluftmassenstrom rh 'FL, norm aus dem Frischluftmassenstrom m m und der

Frischlufttemperatur T FL auf Grundlage der Pro ortionalität

berechnet werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann der Frischluftmassenstrom gemessen werden. Zum Beispiel kann der Frischluftmassenstrom mit einem Luftmassensensor, vorzugsweise einem Heißfilm-Luftmassenmesser (HFM), gemessen werden. Alternativ kann der

Frischluftmassenstrom modelliert werden, beispielsweise mittels einer druckbasierten

Füllungserfassung.

In manchen Ausführungsbeispielen kann das Druckverhältnis mittels eines Verdichterkennfelds bestimmt werden. Mittels der errechneten Verdichterdrehzahl und dem Frischluftmassenstrom kann durch Zuhilfenahme des Verdichterkennfelds das Druckverhältnis über dem Verdichter bestimmt werden.

In manchen Ausführungsbeispielen kann gemäß dem Verfahren ein Vor-Verdichter-Druck vor dem Verdichter bestimmt werden. Der Grundladedruck kann dann in Abhängigkeit des

Druckverhältnisses bei geöffneter Turboladerstellgliedposition und des bestimmten VorVerdichter-Drucks bestimmt werden. Insbesondere wird das bestimmte Druckverhältnis über dem Verdichter mit dem Vor-Verdichter-Druck multipliziert, um den Grundladedruck zu erhalten, also den Druck nach dem Verdichter bei nicht angesteuertem Turboladerstellglied.

Der Vor-Verdichter-Druck kann basierend auf dem Umgebungsdruck bestimmt werden. Zum Beispiel kann der Druck vor dem Verdichter über ein Modell abgebildet sein, welches auf dem Umgebungsdruck basiert. Von diesem kann ein Druckverlust modelliert und abgezogen werden, der einem passiven Strömungswiderstand eines Luftfilters in der Ansaugleitung entspricht.

Der Grundladedruck kann somit von der Verdichterdrehzahl bei geöffneter

Turboladerstellgliedposition, dem Druck vor dem Verdichter, dem Frischluftmassenstrom und der Frischlufttemperatur abhängig sein. Durch eine zuverlässige Bestimmung des Grundladedrucks kann ein Ladedruckvorhalt reduziert werden, weil der Turbolader erst dann zugeschaltet wird, wenn die Drosselklappe nicht mehr Moment stellen kann. Folglich wird weniger angedrosselt, wodurch ein Mehrverbrauch reduziert werden kann.

Zusammenfassend kann das Verfahren auf den folgenden Schritten basieren:

• Zunächst wird der Abgasgegendruck bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt.

• Anschließend kann die Turbinendrehzahl bestimmt werden. Diese kann mittels des Turbinenkennfelds über die Eingangsgrößen Druckverhältnis (offen) über der Turbine bei geöffneter Turboladerstellgliedposition sowie Abgasmassenstrom ermittelt werden. Das zur Drehzahlbestimmung verwendete Druckverhältnis ist also das Druckverhältnis in dem Fall, dass die Stellung einer variablen Turbinengeometrie oder der Öffnungsgrad eines Wastegates (Bypass um die Turbine), welche in die Berechnung des Druckverhältnisses eingehen, fest auf einen voll geöffneten Wert gesetzt sind. Es wird demnach vorzugsweise nicht die aktuell vorliegende Turbinendrehzahl ermittelt, sondern die Turbinendrehzahl (offen) für den voll geöffneten Zustand der VTG (variable Turbinengeometrie) oder des Wastegates. Der

Abgasmassenstrom und das Druckverhältnis über der Turbine können modelliert werden.

• Dann kann die Turbinendrehzahl (offen) auf die Verdichterdrehzahl (offen) übertragen werden.

• Danach kann das Druckverhältnis über den Verdichter bestimmt werden. Dieses kann mittels eines Verdichterkennfelds, in welches der Frischluftmassenstrom (modelliert oder gemessen) und die Verdichterdrehzahl (offen) bei der geöffneten Turboaderstellgliedposition eingehen.

• Abschließend wird der Grundladedruck bestimmt. Dieser kann sich aus dem Druck vor dem Verdichter (korrigierter Umgebungsdruck) und dem Druckverhältnis (offen) über dem Verdichter ergeben.

Die vorliegende Erfindung modelliert eine Grenze zwischen dem Einsatz des Turboladers und dem Einsatz der Drosselklappe sehr zuverlässig und bildet thermodynamische

Randbedingungen sehr gut ab. Dies stabilisiert die Füllungsregelung im Überweg und mindert den Verbrauch.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Motorsteuerung für eine

Verbrennungskraftmaschine mit einem Gasführungssystem mit einem Turbolader, der einen Verdichter, eine Turbine, eine den Verdichter und die Turbine verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch oder ein Druckverhältnis über der Turbine aufweist. Das Gasführungssystem kann wie oben beschrieben ausgebildet sein. Die Motorsteuerung ist dazu ausgebildet, ein Verfahren zum Bestimmen eines Grundladedrucks des Gasführungssystems der Verbrennungskraftmaschine durchzuführen, bei dem ein Abgasgegendruck bei geöffneter Turboladerstellgliedposition berechnet wird, wobei die Strömungsgeschwindigkeit durch oder das Druckverhältnis über der Turbine in der geöffneten Turboladerstellgliedposition minimal ist, und der Grundladedruck in Abhängigkeit des berechneten Abgasgegendrucks bei geöffneter Turboladerstellgliedposition bestimmt wird. Die Motorsteuerung ist insbesondere dazu ausgebildet, in Abhängigkeit des Abgasgegendrucks eine Turbinendrehzahl zu bestimmen, die Turbinendrehzahl auf eine Verdichterdrehzahl zu übertragen und den Grundladedruck in Abhängigkeit der Verdichterdrehzahl zu bestimmen. Vorzugsweise kann die Motorsteuerung dazu ausgebildet sein, das oben beschriebene

Verfahren zum Bestimmen des Grundladedrucks durchzuführen.

Die Motorsteuerung kann einen Prozessor, insbesondere einen Mikroprozessor, zum Ausführen des oben beschriebenen Verfahrens zum Bestimmen des Grundladedrucks aufweisen. Die Steuervorrichtung kann außerdem einen Speicher, beispielsweise einen Datenspeicher, aufweisen, in dem Kennfelder, Modelle und andere zum Ausführen des oben beschriebenen Verfahrens zum Bestimmen des Grundladedrucks notwendige Parameter und Informationen hinterlegt sein können. Weiterhin kann die Motorsteuerung einen Dateneingang zum

Empfangen von Messdaten oder anderen Parametern und einen Datenausgang zum Ausgeben des bestimmten Grundladedrucks oder zum Steuern einer Drosselklappe und des Turboladers aufweisen.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin eine Verbrennungskraftmaschine mit einem

Gasführungssystem mit einem Turbolader, der einen Verdichter, eine Turbine, eine den Verdichter und die Turbine verbindende Welle und ein Turboladerstellglied zum Variieren einer Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine oder eines Druckverhältnisses über der Turbine aufweist, wobei die Verbrennungskraftmaschine die oben beschriebene Motorsteuerung aufweist. Die Verbrennungskraftmaschine kann ein Ottomotor, ein nach dem Miller-Verfahren arbeitender Verbrennungsmotor oder ein Dieselmotor sein oder enthalten.

Die vorliegende Erfindung betrifft weiterhin ein Kraftfahrzeug mit der oben beschriebenen Verbrennungskraftmaschine. Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun beispielhaft und unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:

Fig. 1 einen schematischen Aufbau einer Verbrennungskraftmaschine und eines

Gasführungssystems dieser mit einem Turbolader mit Wastegate;

Fig. 2 ein schematisches Flussdiagramm eines Verfahrens zum Bestimmen des Grundladedrucks des Gasführungssystems der Verbrennungskraftmaschine aus Fig. 1 ;

Fig. 3 ein schematisches Flussdiagramm eines Verfahrens zum Bestimmen einer

Turbinendrehzahl;

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Turbinenkennfelds bei geöffnetem

Wastegateventil;

Fig. 5 ein schematisches Flussdiagramm eines Verfahrens zum Bestimmen eines

Druckverhältnisses;

Fig. 6 eine schematische Darstellung eines Verdichterkennfelds bei geöffnetem

Wastegateventil; und

Fig. 7 einen schematischen Aufbau einer Verbrennungskraftmaschine und eines

Gasführungssystems dieser mit einem Turbolader mit variabler Turbinengeometrie.

Fig. 1 zeigt eine Verbrennungskraftmaschine 1 und ein erstes Ausführungsbeispiel eines Gasführungssystems 2 der Verbrennungskraftmaschine 1 . Das Gasführungssystem 2 weist einen Abgasturbolader 20, eine Drosselklappe 21 , einen Ansaugkanal 22 und einen

Abgaskanal 23 auf. Die Verbrennungskraftmaschine 1 ist mit dem Ansaugkanal 21 und mit dem Abgaskanal 23 verbunden. Der Abgasturbolader 20, der zur Regelung eines Ladedrucks in dem Ansaugkanal 22 vorgesehen ist, weist eine Turbine 200, ein Wastegate 201 und einen

Verdichter 202, der über eine Welle mit der Turbine 200 verbunden ist, auf. Die Turbine 200 ist in dem Abgaskanal 23 angeordnet und wird durch aus der Verbrennungskraftmaschine 1 ausströmendes Abgas angetrieben. Das Wastegate 201 verbindet einen Abschnitt des

Abgaskanals 23 vor der Turbine 200 mit einem Abschnitt des Abgaskanals 23 nach der Turbine 200, um Abgas an der Turbine 200 vorbeizuleiten. Zum Regeln des an der Turbine 200 vorbeigeleiteten Abgases weist das Wastegate 201 ein Wastegateventil (nicht gezeigt) auf. Der Verdichter 202 ist im Ansaugkanal 22 angeordnet und verdichtet, angetrieben von der Turbine 200, die Frischluft in dem Ansaugkanal 22. Die Drosselklappe 21 ist in Strömungsrichtung (Pfeil 24) nach dem Verdichter 202 des Abgasturboladers 20 in dem Ansaugkanal 22 angeordnet und dazu ausgebildet, den Ladedruck in dem Ansaugkanal 22 zu steuern.

Fig. 1 zeigt weiterhin eine Motorsteuerung 3. Die Motorsteuerung 3 ist jeweils mit der

Verbrennungskraftmaschine 1 , dem Wastegateventil im Wastegate 201 und der Drosselklappe 21 verbunden. Die Motorsteuerung 3 ist dazu ausgebildet, die Verbrennungskraftmaschine 1 , das Wastegateventil und die Drosselklappe 21 zu steuern. Dazu bestimmt die Motorsteuerung 3 einen Grundladedruck des Gasführungssystems 2 gemäß dem mit Bezug auf Fig. 2 bis Fig. 6 beschriebenen Verfahren 4 zum Bestimmen des Grundladedrucks und nutzt diesen für die Steuerung der Verbrennungskraftmaschine 1 und des Gasführungssystems 2, also des

Wastegateventils und der Drosselklappe.

Fig. 2 zeigt ein Flussdiagramm eines Verfahrens 4 zum Bestimmen des Grundladedrucks in dem in Fig. 1 gezeigten Gasführungssystem 2.

Bei 40 wird ein Abgasgegendruck vor der Turbine in einem Zustand modelliert, in dem das Wastegateventil vollständig geöffnet ist und die Strömungsgeschwindigkeit durch die Turbine und das Wastegate minimal ist.

Bei 41 wird die Turbinendrehzahl in Abhängigkeit des Abgasgegendrucks bei vollständig geöffnetem Wastegateventil bestimmt. Zum Beispiel kann die Turbinendrehzahl mittels des mit Bezug auf Fig. 3 und Fig. 4 beispielhaft beschriebenen Verfahrens bestimmt werden.

Bei 410 in Fig. 3 wird mittels eines Modells ein Druck im Abgaskanal nach der Turbine modelliert. Aus dem Abgasgegendruck bei vollständig geöffnetem Wastegateventil und dem modellierten Druck nach der Turbine wird bei 41 1 das Druckverhältnis über der Turbine berechnet. Dazu wird der Abgasgegendruck bei vollständig geöffnetem Wastegateventil durch den modellierten Druck nach der Turbine dividiert.

Bei 412 wird mittels eines Modells der Abgasmassenstrom durch den Abgaskanal bzw. die Turbine und das Wastegate modelliert. Bei 413 wird die Abgastemperatur des Abgases in dem Abgaskanal bestimmt. Aus dem Abgasmassenstrom und der Abgastemperatur wird dann bei 414 der normierte Abgasmassenstrom bestimmt. Bei 415 wird aus dem Druckverhältnis bei vollständig geöffnetem Wastegateventil mittels eines Turbinenkennfelds die Turbinendrehzahl bestimmt. Das Turbinenkennfeld ist über dem

Druckverhältnis bei vollständig geöffnetem Wastegateventil und dem normierten

Abgasmassenstrom aufgespannt und ermöglicht ein Ablesen der Turbinendrehzahl. In Fig. 4 ist beispielhaft eine schematische Darstellung eines Turbinenkennfeldes dargestellt. Auf einer horizontalen Achse (x-Achse) ist das Druckverhältnis ρ ν τ/ρ η τ und auf einer vertikalen Achse (y- Achse) der normierte Abgasmassenstrom m A , n orm aufgetragen. Das Turbinenkennfeld zeigt für unterschiedliche Turbinendrehzahlen n T die Veränderung des normierten Abgasmassenstroms ΓίΐΑ,ηοΓτη ' η Abhängigkeit des Druckverhältnisses ρ ν τ/ρ η τ- Für jede Turbinendrehzahl n T steigt mit steigendem Druckverhältnis ρ ν τ/ρ η τ der Abgasmassenstrom rh Ainorm mit abnehmender Steigung an. Je größer die Turbinendrehzahl n T , desto höher der Abgasmassenstrom rh Ainorm . Aus diesem Turbinenkennfeld kann die Turbinendrehzahl n T bestimmt werden.

Bei 42 in Fig. 2 wird die Turbinendrehzahl n T bei vollständig geöffnetem Wastegateventil auf die Verdichterdrehzahl n v bei vollständig geöffnetem Wastegateventil übertragen. Da die Welle des Turboladers die Turbine und den Verdichter fest verbindet, entspricht die Turbinendrehzahl n T immer der Verdichterdrehzahl n v und die beiden Drehzahlen können gleichgesetzt werden.

Bei 43 wird der Grundladedruck in Abhängigkeit der Verdichterdrehzahl bestimmt. Zum Beispiel kann der Grundladedruck mittels des mit Bezug auf Fig. 5 und Fig. 6 beispielhaft beschriebenen Verfahrens bestimmt werden.

Bei 430 wird der Frischluftmassenstrom durch den Ansaugkanal bzw. den Verdichter gemessen. Alternativ kann der Frischluftmassenstrom auch modelliert werden. Bei 431 wird die Frischlufttemperatur der durch den Ansaugkanal bzw. den Verdichter strömenden Frischluft gemessen. Aus dem Frischluftmassenstrom und der Frischlufttemperatur wird bei 432 der normierte Frischluftmassenstrom bestimmt.

Bei 433 wird mittels eines Verdichterkennfelds in Abhängigkeit der Verdichterdrehzahl bei vollständig geöffnetem Wastegateventil und dem normierten Frischluftmassenstrom das Druckverhältnis über dem Verdichter bei vollständig geöffnetem Wastegateventil bestimmt. Das Verdichterkennfeld wird über dem normierten Frischluftmassenstrom und dem Druckverhältnis über dem Verdichter aufgespannt und ermöglicht das Ablesen des Druckverhältnisses für unterschiedliche Verdichterdrehzahlen. In Fig. 6 ist beispielhaft eine schematische Darstellung eines Verdichterkennfelds dargestellt. Auf einer horizontalen Achse (x-Achse) ist der normierte Frischluftmassenstrom m F i_,norm und auf einer vertikalen Achse (y-Achse) das Druckverhältnis Pnv Pvv über dem Verdichter aufgetragen. Das Kennfeld zeigt für unterschiedliche Verdichterdrehzahlen n v die Veränderung des Druckverhältnisses in Abhängigkeit des

Druckverhältnisses p n v/p v v- Für jede Verdichterdrehzahl nimmt mit steigendem normiertem Frischluftmassenstrom m F i_,norm das Druckverhältnis p n v/p v v mit zunehmender Steigung ab. Je größer die Verdichterdrehzahl n v , desto höher der Frischluftmassenstrom m F i_,norm- Aus diesem Verdichterkennfeld kann das Druckverhältnis p n v/p v v für die Verdichterdrehzahl n v bei vollständig geöffnetem Wastegateventil bestimmt werden.

Bei 434 wird mittels eines Modells der Druck in dem Ansaugkanal vor dem Verdichter bestimmt. Der Druck vor dem Verdichter wird über ein Modell abgebildet, welches auf dem

Umgebungsdruck basiert, wobei von diesem ein Druckverlust modelliert und abgezogen wird, der einem passiven Strömungswiderstand eines Luftfilters in der Ansaugleitung entspricht.

Bei 435 wird aus dem Druckverhältnis über dem Verdichter und dem Druck vor dem Verdichter der Grundladedruck berechnet. Dazu wird das Druckverhältnis über dem Verdichter mit dem Druck vor dem Verdichter multipliziert.

Der bestimmte Grundladedruck kann dann zum Steuern der Drosselklappe, des Turboladers und der Verbrennungskraftmaschine eingesetzt werden.

Fig. 7 zeigt eine Verbrennungskraftmaschine 1 und ein zweites Ausführungsbeispiel eines Gasführungssystems 2' der Verbrennungskraftmaschine 1 . Das Gasführungssystem 2' weist anstelle des in Fig. 1 dargestellten Turboladers 20 mit Wastegate 201 einen VTG-Turbolader 20' (Variable-Turbinengeometrie-Lader) auf. Der VTG-Turbolader 20' ist mit einer variablen Turbinengeometrie versehen, so dass sich Turbinenschaufeln (nicht gezeigt) der Turbine 200' zwischen einer flachst möglichen Einstellung und einer steilst möglichen Einstellung einstellen lassen. In der flachst möglichen Einstellung ist ein Abgasgegendruck vor der Turbine 200 maximal, während der Abgasgegendruck vor der Turbine 200 in der steilst möglichen

Einstellung minimal ist.

Die Motorsteuerung 3' ist dazu ausgebildet, ein Verfahren zum Bestimmen des

Grundladedrucks auszuführen. Dabei wird das mit Bezug auf Fig. 2 bis Fig. 6 beschriebene Verfahren analog durchgeführt, wobei der Abgasgegendruck bei der steilst möglichen

Einstellung der Leitschaufeln anstelle des Abgasgegendruck bei vollständig geöffnetem

Wastegateventil angenommen wird. Auf Grundlage des Bestimmten Grundladedrucks steuert die Motorsteuerung 3' dann die Leitschaufeln der Turbine, die Drosselklappe und die Verbrennungskraftmaschine.

Bezugszeichenliste

Verbrennungskraftmaschine

Gasführungssystem

0, 20' Turbolader

00, 200' Turbine

01 Wastegate

02, 202' Verdichter

1 Drosselklappe

2 Ansaugkanal

3 Abgaskanal

4 Strömungsrichtung

, 3' Motorsteuerung

Verfahren zum Bestimmen des Grundladedrucks

0 Modellieren des Abgasgegendruck bei vollständig geöffnetem Wastegateventil1 Bestimmen der Turbinendrehzahl in Abhängigkeit des Abgasgegendrucks10 Bestimmen des Drucks vor der Turbine

1 1 Berechnen des Druckverhältnisses über der Turbine

12 Modellieren des Abgasmassenstroms

13 Bestimmen der Abgastemperatur

14 Bestimmen des normierten Abgasmassenstroms

15 Bestimmen der Turbinendrehzahl mittels eines Turbinenkennfelds

2 Übertragen der Turbinendrehzahl auf die Verdichterdrehzahl

3 Bestimmen des Grundladedrucks in Abhängigkeit der Verdichterdrehzahl30 Messen des Frischluftmassenstroms

31 Messen der Frischlufttemperatur

32 Bestimmen des normierten Frischluftmassenstroms

33 Bestimmen eines Druckverhältnisses mittels eines Verdichterkennfelds34 Bestimmen des Drucks vor dem Verdichter

35 Berechnen des Grundladedrucks