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Title:
METHOD AND DEVICE FOR AUTOMATICALLY CHECKING BRAKES OF A TRACK-BOUND VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/015164
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method for checking brakes of a track-bound vehicle (200), wherein the method permits automatic checking of the brakes with comparatively low implementation expenditure. For this purpose, the method proceeds according to the invention in such a way that sensor data relating to the activation of the brakes is acquired by means of a route-side sensor device during and/or after activation of the brakes of the track bound vehicle (200), and the successful activation of the respective brake or of the respective group of brakes is checked on the basis of an evaluation of the sensor data which is specific to the respective brake or to a respective group of brakes of the track-bound vehicle (200). The invention also relates to a device for automatically checking brakes of a track-bound vehicle (200).

Inventors:
BRABAND, Jens (Dürerstr. 1, Braunschweig, 38106, DE)
HUSTER, Mario (Sülze 4, Evessen, 38173, DE)
MÖNNICH, Hans-Jörg (Chemnitzerstraße 8, Braunschweig, 38118, DE)
Application Number:
EP2017/066850
Publication Date:
January 25, 2018
Filing Date:
July 06, 2017
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Werner-von-Siemens-Straße 1, München, 80333, DE)
International Classes:
B60T17/22; B61L23/02; B61L23/04; B61L27/00
Domestic Patent References:
WO2016027072A12016-02-25
Foreign References:
US20140088801A12014-03-27
EP1719680A12006-11-08
Other References:
None
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs (200), wobei

- mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung während und/oder nach einer Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) auf die Betätigung der Bremsen bezo¬ gene Sensordaten erfasst werden und

- anhand einer für die jeweilige Bremse oder eine jeweilige Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) spe¬ zifischen Auswertung der Sensordaten die erfolgreiche Betätigung der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

- mittels der streckenseitigen Sensoreinrichtung während

und/oder nach einem Lösen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) auf das Lösen der Bremsen bezogene weitere Sensordaten erfasst werden und

- anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) spe¬ zifischen Auswertung der weiteren Sensordaten das erfolgreiche Lösen der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Sensordaten mittels einer streckenseitigen Sensoreinrich- tung in Form eines verteilten akustischen Sensorsystems (20, 30, 40, 50, 60) erfasst werden, das zumindest einen strecken- seitig im Bereich des spurgebundenen Fahrzeugs verlegten Wellenleiter (50) aufweist. 4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Sensordaten mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines optischen Sensorsystems erfasst werden, das zumindest einen streckenseitigen optischen Sensor, insbesondere zumindest eine streckenseitige Kamera, aufweist.

5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Sensordaten im Rahmen der Auswertung mit zumindest einem Referenzwert verglichen werden.

6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

im Rahmen der Auswertung für das jeweilige spurgebundene Fahrzeug (200) spezifische Fahrzeugdaten berücksichtigt wer¬ den . 7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Sensordaten mittels einer im Bereich eines Ausfahrgleises oder im Bereich eines Einfahrgleises einer Zugbildungsanlage angeordneten streckenseitigen Sensoreinrichtung erfasst wer- den.

8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

ein Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahr- zeugs (200) auf zumindest einer Anzeigeeinrichtung (90), ins¬ besondere einem mobilen Gerät, einer streckenseitigen Anzeigeeinrichtung und/oder einer fahrzeugseitigen Anzeigeeinrichtung, ausgegeben wird. 9. Vorrichtung (10) zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs (200), mit

- einer streckenseitigen Sensoreinrichtung zum Erfassen von auf eine Betätigung der Bremsen bezogenen Sensordaten während und/oder nach der Betätigung der Bremsen des spurge- bundenen Fahrzeugs (200) und

- einer Auswerteeinrichtung (70) zum Prüfen der erfolgreichen Betätigung der jeweiligen Bremse oder einer jeweiligen Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen spezifischen Auswertung der Sensordaten . 10. Vorrichtung nach Anspruch 9,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

- die streckenseitige Sensoreinrichtung ausgebildet ist,

während und/oder nach einem Lösen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) auf das Lösen der Bremsen bezoge- ne weitere Sensordaten zu erfassen, und

- die Auswerteeinrichtung (70) ausgebildet ist, anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen spezifischen Auswertung der weiteren Sensordaten das erfolgreiche Lösen der jeweiligen Bremse oder der je- weiligen Gruppe der Bremsen zu prüfen.

11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die streckenseitige Sensoreinrichtung ein verteiltes akusti- sches Sensorsystem (20, 30, 40, 50, 60) ist, das zumindest einen streckenseitig im Bereich des spurgebundenen Fahrzeugs verlegten Wellenleiter (50) aufweist.

12. Vorrichtung nach einem Ansprüche 9 bis 11,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die streckenseitige Sensoreinrichtung ein optisches Sensor¬ system ist, das zumindest einen streckenseitigen optischen Sensor, insbesondere zumindest eine streckenseitige Kamera, aufweist .

13. Vorrichtung nach einem Ansprüche 9 bis 12,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Auswerteeinrichtung (70) ausgebildet ist, die Sensordaten im Rahmen der Auswertung mit zumindest einem Referenzwert zu vergleichen.

14. Vorrichtung nach einem Ansprüche 9 bis 13,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass die Auswerteeinrichtung (70) ausgebildet ist, im Rahmen der Auswertung für das jeweilige spurgebundene Fahrzeug (200) spezifische Fahrzeugdaten zu berücksichtigen.

15. Vorrichtung nach einem Ansprüche 9 bis 14,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die streckenseitige Sensoreinrichtung in einem Ausfahrgleis oder in einem Einfahrgleis einer Zugbildungsanlage angeordnet ist .

16. Vorrichtung nach einem Ansprüche 9 bis 15,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

sie ausgebildet ist, ein Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs (200) auf zumindest einer Anzeige¬ einrichtung (90), insbesondere einem mobilen Gerät, einer streckenseitigen Anzeigeeinrichtung und/oder einer fahrzeug- seitigen Anzeigeeinrichtung, auszugeben.

Description:
Beschreibung

Verfahren sowie Vorrichtung zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs

Für einen sicheren Betrieb spurgebundener Fahrzeuge ist eine zuverlässige Funktion der Bremsen von grundlegender Bedeutung. Daher ist aus Sicherheitsgründen etwa bei Schienenfahrzeugen vor oder auch während des Betriebs die korrekte Funk- tion der Bremsen zu prüfen. Hierbei müssen die Bremsen im

Rahmen einer Bremsprobe dahingehend geprüft werden, dass eine einer Ansteuerung durch eine Bremssteuerung des spurgebundenen Fahrzeugs entsprechende korrekte Betätigung erfolgt. Da ¬ rüber hinaus ist in der Regel auch zu prüfen, dass die Brem- sen ein der Ansteuerung durch die Bremssteuerung entsprechendes korrektes Löseverhalten aufweisen.

In der Praxis kann eine entsprechende Bremsprobe beispiels ¬ weise derart ablaufen, dass seitens des jeweiligen Triebfahr- zeugführers beziehungsweise eines bedienenden Bremsprobebe ¬ rechtigten die Hauptluftleitung auf 5 Bar gefüllt wird und hieraufhin im Rahmen eines Zustandsganges u.a. der Lösezu- stand der Bremsen, der Lösezustand der Feststellbremsen sowie der Zustand der Bremsbauteile geprüft wird. Im weiteren Ver- lauf wird die Bremse angelegt und durch die entsprechende Be ¬ dienperson durch einen weiteren Zustandsgang, d.h. ein erneutes Abschreiten des Zuges, geprüft, ob alle Bremsen angelegt sind. Abschließend kann nach einem Lösen der Bremse nochmals der Lösezustand aller Bremsen überprüft werden. Insbesondere bei langen Güterzügen kann eine Bremsprobe im Falle einer vollständigen Prüfung ein bis zwei Stunden und im Falle einer Nachprüfung bis zu 30 Minuten dauern. Hierdurch wird nicht nur die Bereitstellung des Zuges entsprechend verzögert, son ¬ dern darüber hinaus wird auch für die entsprechende Zeitdauer qualifiziertes Personal gebunden. Ein weiterer Nachteil be ¬ steht darin, dass durch das spurgebundene Fahrzeug während der Dauer der Prüfung der Bremsen andere Ressourcen, etwa in Form eines durch das betreffende Fahrzeug belegten Ausfahr ¬ gleises einer Zugbildungsanlage, blockiert werden.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zum Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs anzugeben, die eine automatische Prüfung der Bremsen mit vergleichsweise geringem Realisie ¬ rungsaufwand ermöglichen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs, wobei mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung während und/oder nach einer Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf die Betätigung der Bremsen bezogene Sensordaten erfasst werden und anhand einer für die jeweilige Bremse oder eine jeweilige Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs spezifischen Auswertung der Sensordaten die erfolgreiche Betätigung der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft wird.

Im Rahmen der vorliegenden Erfindung kann es sich bei dem spurgebundenen Fahrzeug um ein spurgebundenes Fahrzeug belie ¬ biger Art handeln. Dies bedeutet einerseits, dass das spurge ¬ bundene Fahrzeug beispielsweise als Schienenfahrzeug, als spurgeführtes Fahrzeug mit Gummibereifung oder als Magnet ¬ schwebebahn ausgeführt sein kann. Andererseits kann das spurgebundene Fahrzeug aus einem Fahrzeugteil oder mehreren Fahr ¬ zeugteilen zusammengesetzt sein. Als ein Beispiel hierfür sei eine Lokomotive mit einem oder mehreren gekoppelten Personenoder Güterwagen genannt. Alternativ hierzu kann das spurgebundene Fahrzeug beispielsweise auch als Triebfahrzeug ausge ¬ bildet sein, wobei dieses jeweils einen oder mehrere ange ¬ triebene und/oder nicht angetriebene Fahrzeuge beziehungswei ¬ se Wagen umfassen kann.

Gemäß dem ersten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs werden mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung während und/oder nach einer Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf die Betätigung der Bremsen bezogene Sensordaten erfasst. Im grundlegenden Unterschied zu ebenfalls denkbaren Verfahren, bei denen fahrzeugseitig Sensorda- ten erfasst werden, zeichnet sich das erfindungsgemäße Ver ¬ fahren somit dadurch aus, dass die auf die Betätigung der Bremsen bezogenen Sensordaten mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung erfasst werden. Dabei wird durch den Begriff „streckenseitig" zum Ausdruck gebracht, dass die be- treffende Sensoreinrichtung keine Komponente des jeweiligen spurgebundenen Fahrzeugs ist, sondern an oder neben einem Fahrweg des spurgebundenen Fahrzeugs, d.h. etwa im Bereich eines Gleises, angeordnet ist. Gemäß dem zweiten Schritt des erfindungsgemäßen Verfahrens wird anhand einer für die jeweilige Bremse oder einer jewei ¬ ligen Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs spezifischen Auswertung der Sensordaten die erfolgreiche Betätigung der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft. Dies bedeutet, dass anhand der erfassten

Sensordaten eine automatische Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs erfolgt. In Abhängigkeit von den jeweili ¬ gen Anforderungen und Gegebenheiten sowie der jeweiligen Ausführungsform des jeweiligen spurgebundenen Fahrzeugs sowie der streckenseitigen Sensoreinrichtung kann die Prüfung hierbei spezifisch für jede einzelne Bremse des spurgebundenen Fahrzeugs oder auch jeweils spezifisch für eine Gruppe von Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs erfolgen. Im letzteren Fall kann die Gruppe der Bremsen beispielsweise durch mehrere Bremsen eines Drehgestells oder auch durch mehrere Bremsen der beiden Räder einer Achse des spurgebundenen Fahrzeugs gebildet werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist vorteilhaft, da es eine automatische Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs erlaubt. Vorteilhafterweise geschieht dies mittels der stre ¬ ckenseitigen Sensoreinrichtung derart, dass keine zusätzliche Ausrüstung auf dem spurgebundenen Fahrzeug erforderlich ist. Dies hat zur Folge, dass eine Überprüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs bezogen auf alle Fahrzeugteile des ¬ selben möglich ist, so dass etwa im Falle eines spurgebunde ¬ nen Fahrzeugs mit Güterwagen eine Prüfung der Bremsen des ge- samten spurgebundenen Fahrzeugs einschließlich aller Wagen, d.h. auch denjenigen von Drittanbietern, möglich ist. Hierdurch wird es vorteilhafterweise beispielsweise ermöglicht, in Zugbildungsanlagen eine von dem Ausrüstungsstand der Waggons unabhängige automatische Bremsprobe durchzuführen. Da- durch, dass fahrzeugseitige Änderungen nicht erforderlich sind, weist das erfindungsgemäße Verfahren hierbei den Vor ¬ teil eines vergleichsweise geringen Realisierungsaufwands auf . Das automatische Prüfen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs kann darüber hinaus gegebenenfalls nicht nur eine schnellere, sondern auch eine genauere Prüfung der Bremsen ermöglichen, so dass sich auch im Hinblick auf die betriebliche Sicherheit und Zuverlässigkeit Vorteile ergeben können. Sofern dies erforderlich beziehungsweise zweckmäßig sein sollte, kann hierbei die jeweilige Prüfung innerhalb kurzer Zeit mit vergleichsweise geringem Aufwand wiederholt werden, um sicherzustellen, dass die Bremsen auch tatsächlich sowohl hinsichtlich ihrer Betätigung als auch hinsichtlich ihres Lö- sens einwandfrei funktionieren. Weiterhin kann aufgrund der automatischen Prüfung der Bremsen eine schnellere Bereitstellung des spurgebundenen Fahrzeugs sowie ein effektiverer Einsatz des Betriebspersonals erfolgen. Gleichzeitig erhöht sich aufgrund des Entfallens von Tätigkeiten im Bereich des Fahr- wegs des spurgebundenen Fahrzeugs die Betriebssicherheit bei der Prüfung der Bremsen.

Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart weitergebildet sein, dass mittels der streckenseitigen Sensoreinrichtung während und/oder nach einem Lösen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf das Lösen der Bremsen bezogene weitere Sensordaten erfasst werden und anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Brem- sen des spurgebundenen Fahrzeugs spezifischen Auswertung der weiteren Sensordaten das erfolgreiche Lösen der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft wird. Dabei können die genannten zusätzlichen Verfahrensschritte vor und/oder nach der Erfassung der auf die Betätigung der

Bremsen bezogenen Sensordaten sowie deren Auswertung durchgeführt werden. Unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Durchführung bietet diese Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens den Vorteil, dass nicht nur in Bezug auf die Betätigung der Bremsen, sondern auch in Bezug auf das Lösen der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen eine automatische Prüfung ermöglicht wird. Hierdurch wird der betriebliche Ablauf vorteilhafterweise weiter vereinfacht. Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es sich bei der streckenseitigen Sensoreinrichtung grundsätzlich um eine Sensoreinrichtung beliebiger Art handeln. Wesentlich hierbei ist lediglich, dass die streckenseitige Sensoreinrichtung zum Erfassen solcher Sensordaten ausgebildet ist, die durch eine entsprechende Auswertung eine Aussage zumindest in Bezug auf die erfolgreiche Betätigung der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen erlaubt.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Sensordaten mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines verteilten akustischen Sensorsystems erfasst, das zumindest einen streckenseitig im Bereich des spurgebundenen Fahrzeugs verlegten Wellenleiter aufweist. Die Verwendung eines ver- teilten akustischen Sensorsystems als streckenseitige Sensor ¬ einrichtung zum Erfassen der Sensordaten ist dahingehend vorteilhaft, dass entsprechende verteilte akustische Sensorsys ¬ teme, die auch als „Fiber Sensing"-System bezeichnet werden, üblicherweise eine Bestimmung der Position einer Geräusch- quelle mit einer Genauigkeit in der Größenordnung weniger Meter erlaubt. Hierdurch wird es vorteilhafterweise ermöglicht, beim Betätigen beziehungsweise Lösen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auftretende Geräusche zuverlässig zu de- tektieren und aufgrund der guten Ortsauflösung eindeutig einer jeweiligen Bremse beziehungsweise einer jeweiligen Gruppe von Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs zuzuordnen. Dabei kann das Betätigen der Bremsen beispielsweise anhand eines typischen, bei der Betätigung eines Bremsgestänges verursachten Geräusches detektiert werden und/oder durch ein entspre ¬ chendes Geräusch beim flächigen Anlegen der Bremsbacken an die Räder des spurgebundenen Fahrzeugs. In entsprechender Weise hat auch das Lösen der Bremsen wiederum ein entspre- chendes Geräusch des Bremsgestänges zur Folge, so dass anhand entsprechender (weiterer) Sensordaten des verteilten akustischen Sensorsystems und einer nachfolgenden Auswertung dieser Sensordaten eine Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs sowohl in Bezug auf das Anlegen beziehungsweise Betäti- gen der Bremsen als auch in Bezug auf das Lösen der Bremsen möglich ist.

Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren weiterhin auch derart ausgestaltet sein, dass die Sensordaten mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines optischen Sensorsystems erfasst werden, das zumindest einen stre ¬ ckenseitigen optischen Sensor, insbesondere zumindest eine streckenseitige Kamera, aufweist. Die Verwendung einer stre ¬ ckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines optischen Sen- sorsystems, das grundsätzlich auch zusätzlich zu einem verteilten akustischen Sensorsystem vorgesehen werden kann, bietet den Vorteil, dass verfügbare Algorithmen zur Bildauswertung beziehungsweise Bilderkennung eine zuverlässige Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs erlauben. Hierbei kann das optische Sensorsystem beispielsweise auf Höhe der

Räder des spurgebundenen Fahrzeugs platzierte stationäre Ka ¬ meras umfassen, wobei vorzugsweise jede der stationären Kame ¬ ras mehrere Räder des spurgebundenen Fahrzeugs abdeckt, d.h. auf die Betätigung der Bremsen der betreffenden Räder bezoge- ne Sensordaten erfasst. Im Rahmen der Auswertung der Sensordaten kann hierbei mittels entsprechender Bilderkennung beispielsweise die Bewegung der Bremsbacken analysiert sowie das schlüssige Anlegen derselben geprüft beziehungsweise verifi- ziert werden. Es sei darauf hingewiesen, dass das optische Sensorsystem in Abhängigkeit von den jeweiligen Anforderungen sowie dem jeweiligen spurgebundenen Fahrzeug selbstverständ ¬ lich auch beidseitig eines Fahrweges beziehungsweise der Strecke angeordnete streckenseitige Kameras umfassen kann. Hierdurch wird es vorteilhafterweise ermöglicht, mittels des optischen Sensorsystems auf an beiden Seiten des spurgebunde ¬ nen Fahrzeugs angeordnete Bremsen bezogene Sensordaten zu er ¬ fassen .

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Sensordaten im Rahmen der Auswertung mit zumindest einem Referenzwert verglichen. Dies ist vorteilhaft, da durch einen Vergleich mit zumindest einem Referenzwert die Auswertung der Sensordaten sowie eine Bewertung dahingehend, ob die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen erfolgreich betätigt worden ist, erheblich vereinfacht werden kann. In Abhängigkeit von der jeweiligen Realisierung können hierbei bei- spielsweise akustische oder optische Signaturen des Anlegens der Bremsklötze und der zugehörigen Betätigung des Bremsgestänges als Referenzwerte verwendet werden, wobei ein ent ¬ sprechender Referenzwert grundsätzlich sowohl für den Fall einer erfolgreichen Betätigung als auch für den Fall einer nicht erfolgreichen Betätigung hinterlegt beziehungsweise verwendet werden kann.

Vorzugsweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart weitergebildet sein, dass im Rahmen der Auswertung für das jeweilige spurgebundene Fahrzeug spezifische Fahrzeugdaten berücksichtigt werden. Bei den im Rahmen der Auswertung berücksichtigten für das jeweilige spurgebundene Fahrzeug spe ¬ zifischen Fahrzeugdaten kann es sich beispielsweise um Daten handeln, welche die Konfiguration des jeweiligen spurgebunde- nen Fahrzeugs, d.h. beispielsweise die Anzahl seiner Wagen, Achsen und/oder Bremsen, angeben. Dabei können entsprechende Fahrzeugdaten beispielsweise von einem Dispositionssystem einer Zugbildungsanlage bereitgestellt werden. Grundsätzlich kann die streckenseitige Sensoreinrichtung im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens an einem beliebigen Ort eines Fahrweges des spurgebundenen Fahrzeugs angeordnet sein.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens werden die Sensordaten mittels einer im Bereich eines Ausfahrgleises oder im Bereich eines Einfahrgleises einer Zugbildungsanlage angeordneten streckenseitigen Sensoreinrichtung erfasst. Die Verwendung einer im Bereich eines Ausfahrgleises einer Zugbildungsanlage angeordneten streckenseitigen Sensoreinrichtung ist vorteilhaft, da eine Bremsprobe üblicherweise im Bereich einer Aus- fahrgruppe einer Zugbildungsanlage durchgeführt wird. Durch eine alternative oder zusätzliche Installation einer stre ¬ ckenseitigen Sensoreinrichtung im Bereich eines Einfahrgleises einer Zugbildungsanlage, d.h. in Gleisen einer Einfahrgruppe der Zugbildungsanlage, kann im Rahmen der Durchführung des Verfahrens vorteilhafterweise bereits in der Einfahrgrup ¬ pe die Anzahl der Wagen des spurgebundenen Fahrzeugs verifiziert werden sowie eine Identifizierung von Wagen beziehungsweise Waggons mit schadhaften Bremssystemen vorgenommen werden. Eine frühzeitige diesbezügliche Information erlaubt vor- teilhafterweise eine entsprechend angepasste Disposition der betroffenen Wagen, wodurch der Betriebsablauf der jeweiligen Zugbildungsanlage vorteilhafterweise weiter optimiert werden kann . Das Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs kann grundsätzlich auf beliebige, für sich bekannte Art und Weise ausgegeben und damit beispielsweise Bedien- und/oder Überwachungspersonal zugänglich gemacht beziehungs ¬ weise mitgeteilt werden.

Vorteilhafterweise kann das erfindungsgemäße Verfahren auch derart weitergebildet sein, dass ein Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf zumindest einer An- Zeigeeinrichtung, insbesondere einem mobilen Gerät, einer streckenseitigen Anzeigeeinrichtung und/oder einer fahrzeug- seitigen Anzeigeeinrichtung, ausgegeben wird. Das Ausgeben des Ergebnisses der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf der zumindest einen Anzeigeeinrichtung ist da ¬ hingehend vorteilhaft, dass hierdurch einer jeweiligen Be ¬ dienperson das Ergebnis der Prüfung der Bremsen auf einfache und zugleich übersichtliche Art und Weise vermittelt werden kann. Hierbei kann es sich bei der zumindest einen Anzeige- einrichtung beispielsweise um ein mobiles Gerät eines zustän ¬ digen Wagenmeisters handeln. Zusätzlich oder alternativ hierzu kann die zumindest eine Anzeigeeinrichtung auch als stre- ckenseitige Anzeigeeinrichtung ausgebildet sein, in welchem Fall beispielsweise einem Triebfahrzeugführer mittels eines streckenseitigen Anzeigetableaus das Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs mitgeteilt werden kann. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, dass das Ergeb ¬ nis der Prüfung der Bremsen auf einer fahrzeugseitigen Anzeigeeinrichtung, etwa in einem Führerstand des spurgebundenen Fahrzeugs, ausgegeben wird. Unabhängig von der Art der jeweiligen Anzeigeeinrichtung wird das Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs vorteilhafterweise der ¬ art angezeigt, dass für die jeweilige Bedienperson unmittel ¬ bar verdeutlicht wird, welche der Bremsen nicht erfolgreich geprüft werden konnten und gegebenenfalls nochmals durch ei ¬ nen Mitarbeiter, etwa durch Inaugenscheinnahme, zu kontrol ¬ lieren sind. Ergänzend zur Ausgabe auf zumindest einer Anzei ¬ geeinrichtung kann die erfolgte Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs in Form eines zugehörigen Ergebnisproto- kolls, gegebenenfalls zusammen mit einem Ergebnis einer durch einen Mitarbeiter vorgenommenen „manuellen" Nachinspektion, in einer Datenbank für spätere Auswertungen gespeichert werden. Darüber hinaus können schadhafte Waggons vorteilhafterweise über eine entsprechende Schnittstelle direkt zur Dispo- nierung eines Werkstatttermins gemeldet werden.

Hinsichtlich der Vorrichtung wird die der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch eine Vorrichtung zum automatischen Prüfen von Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs, mit einer streckenseitigen Sensoreinrichtung zum Erfassen von auf eine Betätigung der Bremsen bezogenen Sensordaten während und/oder nach der Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs und einer Auswerteeinrichtung zum Prüfen der erfolgreichen Betätigung der jeweiligen Bremse oder einer jeweiligen Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs anhand einer für die jeweilige Brem ¬ se oder die jeweilige Gruppe der Bremsen spezifischen Auswer- tung der Sensordaten.

Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung entsprechen im Wesentlichen denjenigen des erfindungsgemäßen Verfahrens, so dass diesbezüglich auf die entsprechenden vorstehenden Aus- führungen verwiesen wird. Gleiches gilt in entsprechender Weise hinsichtlich der im Folgenden genannten bevorzugten Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Bezug auf die jeweilige entsprechende bevorzugte Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens, so dass auch diesbezüglich auf die jeweiligen vorstehenden Erläuterungen verwiesen wird.

Vorzugsweise ist die erfindungsgemäße Vorrichtung derart wei ¬ tergebildet, dass die streckenseitige Sensoreinrichtung aus ¬ gebildet ist, während und/oder nach einem Lösen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf das Lösen der Bremsen bezogene weitere Sensordaten zu erfassen, und die Auswerteeinrichtung ausgebildet ist, anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen spezifischen Auswertung der weiteren Sensordaten das erfolgreiche Lösen der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen zu prüfen.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die streckenseitige Sensoreinrichtung ein verteiltes akustisches Sensorsystem, das zumindest einen streckenseitig im Bereich des spurgebun ¬ denen Fahrzeugs verlegten Wellenleiter aufweist. Alternativ oder zusätzlich hierzu kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch derart ausgestaltet sein, dass die strecken- seitige Sensoreinrichtung ein optisches Sensorsystem ist, das zumindest einen streckenseitigen optischen Sensor, insbeson- dere zumindest eine streckenseitige Kamera, aufweist.

Gemäß einer weiteren besonders bevorzugten Ausprägung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die Auswerteeinrichtung ausgebildet, die Sensordaten im Rahmen der Auswertung mit zumin- dest einem Referenzwert zu vergleichen.

Vorzugsweise kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch der ¬ art ausgestaltet sein, dass die Auswerteeinrichtung ausgebil ¬ det ist, im Rahmen der Auswertung für das jeweilige spurge- bundene Fahrzeug spezifische Fahrzeugdaten zu berücksichti ¬ gen .

Gemäß einer besonders bevorzugten Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist die streckenseitige Sensorein- richtung in einem Ausfahrgleis oder in einem Einfahrgleis ei ¬ ner Zugbildungsanlage angeordnet.

Vorzugsweise kann die erfindungsgemäße Vorrichtung auch der ¬ art weitergebildet sein, dass sie ausgebildet ist, ein Ergeb- nis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs auf zumindest einer Anzeigeeinrichtung, insbesondere einem mobilen Gerät, einer streckenseitigen Anzeigeeinrichtung und/oder einer fahrzeugseitigen Anzeigeeinrichtung, auszugeben. Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbei ¬ spielen näher erläutert. Hierzu zeigt die

Figur zur Erläuterung eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Verfahrens in einer schema- tischen Skizze eine Anordnung mit einem Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung . Die Figur zeigt eine Vorrichtung 10 zum Prüfen der Bremsen eines spurgebundenen Fahrzeugs 200. Dabei umfasst die Vor ¬ richtung 10 eine Pulserzeugungseinrichtung 20, eine Detekti- onseinrichtung 30, eine Koppeleinrichtung 40, einen Wellen- leiter 50, eine Steuer- und Analyseeinrichtung 60, eine Auswerteeinrichtung 70 und eine Anzeigeeinrichtung 90. Darüber hinaus ist weiterhin ein kommunikationstechnisch an die Auswerteeinrichtung 70 angebundenes Dispositionssystem 80 erkennbar, das gegebenenfalls ebenfalls als Bestandteil der Vorrichtung 10 betrachtet werden kann.

Die Pulserzeugungseinrichtung 20 weist vorzugsweise einen nicht weiter gezeigten Laser auf, der es ermöglicht, regelmä ¬ ßig, beispielsweise in einer fest vorgegebenen Pulsrate, kur- ze elektromagnetische, insbesondere optische, Pulse zu erzeu ¬ gen und über die Koppeleinrichtung 40 in den Wellenleiter 50 einzuspeisen. Die Pulserzeugungseinrichtung 20 wird hierbei vorzugsweise von der Steuer- und Analyseeinrichtung 60 angesteuert, so dass der Steuer- und Analyseeinrichtung 60 die Zeitpunkte der Pulserzeugung zumindest näherungsweise bekannt sind .

Die Detektionseinrichtung 30 weist beispielsweise einen Pho ¬ todetektor auf, der das Detektieren elektromagnetischer

Strahlung ermöglicht. Die Detektionseinrichtung 30 übermittelt ihre Messsignale an die Steuer- und Analyseeinrichtung 60, die diese auswertet. Durch die Pulserzeugungseinrichtung 20, die Detektionseinrichtung 30, die Koppeleinrichtung 40, den Wellenleiter 50 sowie die Steuer- und Analyseeinrichtung 60 wird somit eine streckenseitige Sensoreinrichtung in Form eines verteilten akustischen Sensorsystems gebildet, das üb ¬ licherweise auch als „Fiber Sensing"- beziehungsweise „Dis- tributed Acoustic Sensing"-System bezeichnet wird und als solches bekannt sowie am Markt verfügbar ist.

An dieser Stelle sei vorsorglich darauf hingewiesen, dass die in der Figur mittels entsprechender Linien angedeuteten Kommunikationsverbindungen zwischen den Komponenten der Vorrich- tung 10 für eine unidirektionale oder auch eine bidirektiona ¬ le Kommunikation ausgebildet sein können. Sofern durch entsprechende Pfeile eine entsprechende Richtung angedeutet ist, so dient dies lediglich dazu, den im Zusammenhang mit der Be- Schreibung der Ausführungsbeispiele der vorliegenden Erfindung relevanten Kommunikations- beziehungsweise Signalfluss zu veranschaulichen und schließt damit insbesondere auch eine bidirektionale Kommunikation zwischen den betreffenden Komponenten nicht aus.

Der Wellenleiter 50 ist in einem Gleis- beziehungsweise Stre ¬ ckenbereich 100 mit Gleisen 110, 120 und 130 angeordnet. Da ¬ bei kann es sich bei dem Gleis- beziehungsweise Streckenbe ¬ reich 100 beispielsweise um eine Einfahrgruppe oder eine Aus- fahrgruppe einer Zugbildungsanlage handeln. Auf dem Gleis 110 steht das spurgebundene Fahrzeug 200 in Form eines Schienen ¬ fahrzeugs. Das spurgebundene Fahrzeug 200 besteht hierbei in dem dargestellten Ausführungsbeispiel aus einer Lokomotive 210 sowie gekuppelten Güterwagen 220, 230 und 240.

Die in der Figur dargestellte Vorrichtung 10 dient zum auto ¬ matischen Prüfen der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 und kann nun beispielsweise derart betrieben werden, dass mittels der streckenseitigen Sensoreinrichtung, d.h. dem durch die Pulserzeugungseinrichtung 20, die Detektionsein- richtung 30, die Koppeleinrichtung 40, den Wellenleiter 50 sowie die Steuer- und Analyseeinrichtung 60 gebildeten verteilten akustischen Sensorsystem, während einer Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 auf die Betäti- gung der Bremsen bezogene Sensordaten erfasst werden. Hierzu wird mittels der Pulserzeugungseinrichtung 20 über die Koppeleinrichtung 40 zumindest ein elektromagnetischer Puls in den Wellenleiter 50 eingespeist, bei dem im Rahmen des beschriebenen Ausführungsbeispiels angenommen sei, dass es sich um einen Lichtwellenleiter handelt. Durch die Detektionsein- richtung 30 wird sodann zumindest ein durch Rückstreuung des zumindest einen elektromagnetischen Pulses erzeugtes Rückstreumuster detektiert und seitens der Steuer- und Analyse- einrichtung 60 einer Auswertung unterzogen. Durch eine entsprechende Modulation, die durch die im Rahmen der Betätigung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeuges 200 auftretenden Geräusche ausgelöst ist, ist es der Steuer- und Analyseein- richtung 60 hierbei möglich, auf die Betätigung der jeweiligen Bremse beziehungsweise einer jeweiligen Gruppe von Brem ¬ sen bezogene Sensordaten zu erfassen. Damit beziehen sich die Sensordaten auf die typischen Geräusche, die beispielsweise bei einer Betätigung von Bremsgestängen sowie durch das Anle- gen von Bremsbacken an die Räder des spurgebundenen Fahrzeugs 200 entstehen. Durch die Steuer- und Analyseeinrichtung 60 kann hierbei gegebenenfalls eine Vorauswertung erfolgen sowie eine Übermittlung der (vorausgewerteten) Sensordaten an die Auswerteeinrichtung 70 vorgenommen werden.

Anhand einer für die jeweilige Bremse oder eine jeweilige Gruppe der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 spezifischen Auswertung der Sensordaten kann nun durch die Auswerteeinrichtung 70 die erfolgreiche Betätigung der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen automatisch geprüft werden. Vorzugsweise werden die Sensordaten hierbei im Rahmen der Auswertung mit zumindest einem Referenzwert verglichen, wobei sich der jeweilige Referenzwert beispielsweise auf eine Signatur in einem „Gutfall", d.h. bei einer erfolg- reichen Betätigung der betreffenden Bremse, und/oder auf einen „Schlechtfall", d.h. eine nicht erfolgreiche Betätigung der betreffenden Bremse, beziehen kann. Dadurch, dass mittels der streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form des „Fiber Sensing"-Systems eine Zuordnung der jeweiligen Sensordaten beziehungsweise Geräusche zu der jeweiligen Bremse bezie ¬ hungsweise der jeweiligen Gruppe von Bremsen möglich ist, kann hierdurch somit eine automatische Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200, d.h. eine automatische Bremsprobe, erfolgen.

Im Rahmen der Auswertung berücksichtigt die Auswerteeinrichtung 70 vorzugsweise für das spurgebundene Fahrzeug 200 spe ¬ zifische Fahrzeugdaten. Diese kann die Auswerteeinrichtung 70 beispielsweise von dem Dispositionssystem 80 empfangen, wobei die Fahrzeugdaten Angaben zur Fahrzeugkonfiguration, etwa in Bezug auf die Anzahl der Achsen und/oder Bremsen, enthalten können .

Mittels der streckenseitigen Sensoreinrichtung können darüber hinaus auch während des Lösens der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 auf das Lösen der Bremsen bezogene weitere Sen ¬ sordaten erfasst werden und anhand einer für die jeweilige Bremse oder die jeweilige Gruppe der Bremsen des spurgebunde ¬ nen Fahrzeugs 200 spezifischen Auswertung der weiteren Sensordaten das erfolgreiche Lösen der jeweiligen Bremse oder der jeweiligen Gruppe der Bremsen geprüft werden. Dies bietet den Vorteil, dass sowohl hinsichtlich des Betätigens der Bremsen als auch hinsichtlich des Lösens derselben eine automatische Funktionsprüfung ermöglicht wird.

Das Ergebnis der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 wird von der Auswerteeinrichtung 70 auf der Anzei- geeinrichtung 90 ausgegeben. Im Rahmen des beschriebenen Ausführungsbeispiels sei hierbei angenommen, dass es sich bei der Anzeigeeinrichtung 90 um ein mobiles Gerät eines zuständigen Wagenmeisters handelt. Dabei enthält das Ergebnis der Prüfung der Bremsen vorteilhafterweise insbesondere eine Mel- dung dahingehend, welche Bremse nochmals per Inaugenschein ¬ nahme zu prüfen ist. Zusätzlich oder alternativ zur Verwendung eines mobilen Gerätes als Anzeigeeinrichtung könnte darüber hinaus auch eine streckenseitige Anzeigeeinrichtung und/oder eine fahrzeugseitige Anzeigeeinrichtung zum Ausgeben des Ergebnisses der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 verwendet werden.

Ein Ergebnisprotokoll der durchgeführten Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 wird vorzugsweise zusammen mit dem Ergebnis einer gegebenenfalls durch einen Mitarbeiter vorgenommenen Nachinspektion in einer Datenbank für eine spätere Auswertung gespeichert. Dabei kann die entsprechende Da ¬ tenbank beispielsweise an die Auswerteeinrichtung 70 oder an das Dispositionssystem 80 angebunden sein. Darüber hinaus können schadhafte Waggons von der Auswerteeinrichtung 70 an das Dispositionssystem 80 gemeldet werden, wodurch es diesem ermöglicht wird, für die betreffenden Waggons einen Werk- Statttermin zu planen beziehungsweise anzufordern.

Zusätzlich oder alternativ zu der in der Figur dargestellten Ausführungsform könnten die Sensordaten auch mittels einer streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines optischen Sensorsystems erfasst werden. Dabei umfasst ein entsprechen ¬ des optisches Sensorsystem zumindest einen streckenseitigen optischen Sensor, insbesondere zumindest eine streckenseitige Kamera. Entsprechende streckenseitige Kameras können einsei ¬ tig oder beidseitig des Gleises 110 fest oder auch entlang des Gleises 110 beweglich angeordnet sein. Hierbei sind die Kameras vorzugsweise auf Höhe der Räder des spurgebundenen Fahrzeugs 200 platziert und decken hinsichtlich ihres Erfas ¬ sungsbereiches vorzugsweise mehrere Räder ab. Mittels Bilder ¬ kennung kann hierbei basierend auf den von den Kameras er- fassten Sensordaten beispielsweise die Bewegung der Bremsbacken analysiert sowie das schlüssige Anlegen derselben über ¬ prüft werden. Beispielsweise durch eine entsprechende automa ¬ tische Mustererkennung kann somit auch im Falle der Verwendung einer streckenseitigen Sensoreinrichtung in Form eines optischen Sensorsystems eine automatische Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 erfolgen.

Entsprechend den vorstehenden Ausführungen im Zusammenhang mit den beschriebenen Ausführungsbeispielen des erfindungsge- mäßen Verfahrens sowie der erfindungsgemäßen Vorrichtung weisen diese insbesondere den Vorteil auf, dass sie eine automa ¬ tische Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 ermöglichen, ohne dass hierfür zusätzliche Ausrüstung auf dem spurgebundenen Fahrzeug 200, d.h. der Lokomotive 210 oder den Güterwagen 220, 230 und 240, benötigt wird. Durch die Verwen ¬ dung einer streckenseitigen Sensoreinrichtung ist somit der Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 unabhängig davon möglich, welchen Ausrüstungsstand die Güterwagen 220, 230 und 240 aufweisen. Damit ist eine Prüfung der Brem ¬ sen des spurgebundenen Fahrzeugs 200 umgehend nach einer einmalig vorzunehmenden Installation der streckenseitigen Sensoreinrichtung sowie der Auswerteeinrichtung 70 für alle Waggons beziehungsweise Güterwagen möglich, d.h. auch für solche von Drittanbietern. Durch eine entsprechende, von dem Ausrüstungsstand der Waggons unabhängige Prüfung der Bremsen des spurgebundenen Fahrzeugs, d.h. eine automatische Bremsprobe, wird damit insbesondere im Zusammenhang mit einer Automati ¬ sierung von Zugbildungsanlagen ein wesentlicher Automatisierungsschritt bereitgestellt. Hierdurch können sich in Abhän ¬ gigkeit von den jeweiligen Umständen insbesondere Vorteile in Bezug auf eine schnellere Bereitstellung spurgebundener Fahrzeuge, einen effektiveren Personaleinsatz, eine höhere Betriebssicherheit sowie eine automatische Protokollierung der durchgeführten Prüfung der Bremsen ergeben.