Dorka, Thomas (Bergerhalde 20, Kressbronn, 88079, DE)
Dorka, Thomas (Bergerhalde 20, Kressbronn, 88079, DE)
| 1. | Verfahren zur Reinigung von Öloder Benzinabscheidern sowie zur Entsor gung der hierin aufgefangenen Medien, wie Schlamm, Öl, Schmutzwasser und dgl., wobei diese Medien aus dem Abscheider in den Mehrkammertank (1) eines Fahrzeuges (2) gepumpt, dort ggf. behandelt und sodann einer getrennten Ent sorgung zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die im Abscheider (8) vorhandenen, bereits getrennten Medien (9,10, 11) gesondert und ohne Vermischung in einzelne Kammern (3,4, 5) des Fahrzeuges (2) abgesaugt werden, wobei die gesonderte Absaugung der Medien (9,10, 11) von oben nach unten aus dem Abscheider (8) erfolgt, so daß die hierin enthalt nen drei wesentlichen Fraktionen nacheinander nach ihren Phasen aufschwim mende Leichtschicht (Oberflächenöl), verunreinigtes Wasser mit Kohlenwasser stoffanteilen (Schmutzwasser) und Bodenschlamm getrennt in die einzelnen Kammern (3,4, 5) des Fahrzeuges (2), d. h. in eine Ölkammer (3), eine Schmutz wasserkammer (4) und eine Schlammkammer (5), übernommen werden, und daß in der als Behandlungskammer dienenden Schmutzwasserkammer (4) das dort enthaltene verunreinigte Wasser (10) ausschließlich mittels eines zugegebenen Flockungsmittels ohne Verwendung sonstiger chemischer oder mechanischer Mit tel gereinigt und als aufbereitetes Brauchwasser zum Abscheider (8) zurückge führt wird. |
| 2. | Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wirkung des Flockungsmittels in der Schmutzwasserkammer (4) mittels einer Besprudelungs anlage unterstützt wird. |
| 3. | Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Flo ckungsmittel in Pulverform zugegeben wird. |
| 4. | Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, daß das Flockungsmittel in abgepackter portionierter Form zugegeben wird. |
| 5. | Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, daß als Flockungsmittel ein polymeres Flockungsmittel verwendet wird. |
| 6. | Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, daß als Flockungsmittel ein solches auf Basis modifizierter Spalt AdsorptionslonentauschReaktionsmittel eingesetzt wird. |
| 7. | Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, daß das Schmutzwasser (10) in der Behandlungskammer (4) ohne vor herige Ermittlung seines pHWertes der chemischen Behandlung durch das Flo ckungsmittel unterzogen wird, das die Wasserverunreinigungen durch Ausfällen bindet. |
| 8. | Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekenn zeichnet, daß das Schmutzwasser (10) in der Behandlungskammer (4) mittels des Flockungsmittels solange behandelt wird, bis das gereinigte Wasser pHWert neutral sowie frei von groben Schwebstoffen oder physikalischen Verunreinigun gen ist und/oder bis sein Anteil an Kohlenwasserstoffen < 20 mg/1 ist. |
| 9. | Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Behandlung des Schmutzwassers (10) mittels des Flockungsmittels während einer vorbe stimmten Zeitdauer erfolgt. |
| 10. | Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß dem Schmutzwasser (10) in der Behandlungskammer (4) eine vordosierte Menge des Flockungsmittels zugegeben wird, die in optimierter Form auf die Menge des in der Behandlungskammer (4) vorhandenen Schmutzwassers (10), unabhängig von dessen Verschmutzungsgrad, bezogen ist. |
| 11. | Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorherge henden Ansprüche, mit mehreren auf einem Fahrzeug (2) weitgehend horizontal hintereinander angeordneten Kammern (3,4, 5) zur Aufnahme der in einem Öl oder Benzinabscheider (8) getrennten Medien (9,10, 11), dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrzeug (2) wenigstens drei einzelne gesonderte Kammern in Form ei ner Ölkammer (3), einer Schlammkammer (5) und einer Schmutzwasserkammer (4) zur getrennten mischungsfreien Aufnahme der betreffenden Medien (9,10, 11) aus dem Abscheider (8) sowie zur getrennten Entsorgung dieser Medien, insbe sondere von Öl (11) und Schlamm (9), aufweist und daß die Schmutzwasserkam mer (4) als Behandlungskammer ausgebildet ist, die mit einer Einrichtung zur Messung der Menge des hierin enthaltenen Schmutzwassers (10) versehen ist. |
| 12. | Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmutzwasserkammer (4) eine Besprudelungsanlage aufweist. |
| 13. | Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Schmutzwasserkammer (4) die größte der drei Kammern (3,4, 5) ist. |
Im Rahmen der Abfallentsorgung ist es erforderlich, den gesamten Inhalt derarti- ger Öl-oder Benzinabscheider in regelmäßigen Zeitabständen vollständig zu ent- leeren, den Zustand des Abscheiders zu untersuchen und anschließend den Ab- scheider wieder in einen betriebsbereiten Zustand zu versetzen. Hierzu ist es not- wendig, den Abscheider wieder mit Frischwasser aufzufüllen.
Die in den Abscheidern vorhandenen Flüssigkeiten können ohne vorherige Be- handlung nicht zur Wiederauffüllung verwendet werden, da sie flüchtige Kohlen- wasserstoffe enthalten. Je nach Größe des Abscheiders sind daher einerseits ent- sprechende Mengen von Abfällen aufzunehmen und zu einer Entsorgungsstelle zu transportieren, während andererseits Trinkwasser als Ölsperre im Abscheider ein- gesetzt wird. Dies ist jedoch weder wirtschaftlich noch ökologisch sinnvoll.
Typische Betreiber von Abscheidern der zur Rede stehenden Art, sog. Leichtflüs- sigkeits-Abscheide-Einrichtungen, sind Tankstellen, Tanklager, Fahrzeugwerkstät- ten, Flughäfen und Fahrzeugwaschanlagen.
Aus Gründen des Umweltschutzes dürfen Abwässer dieser Betreiber ausschließ- lich nach vorheriger Behandlung durch einen Abscheider in das Entwässerungs- system des Betriebes eingeleitet werden. Da derartige Abscheider selbsttätig ar- beiten, gilt der regelmäßigen Entsorgung der im Abscheider aufgefangenen Rück- stände und der technischen Wartung höchste Aufmerksamkeit des Betreibers, da bei Funktionsversagen Umweltschäden drohen.
Erfahrungsgemäß besteht der Inhalt eines regelmäßig gewarteten Abscheiders zu 80 % aus Schmutzwasser, das gemäß konventionellen Verfahren zu hohen Kos- ten gemeinsam mit dem Schlamm entsorgt wird.
Bei einer bekannten Einrichtung zum Entsorgen des Inhalts von Abscheidern (DE 90 14 300 U1) ist ein Tank mit einer Schlammkammer und einer Schmutzwasser- kammer vorgesehen, die voneinander durch einen im Tank verschiebbaren Kol- ben getrennt sind. Hierbei wird der gesamte Inhalt des Abscheiders zuerst in die Schlammkammer gefördert. Diese dann in der Schlammkammer befindliche Flüs- sigkeit wird mittels einer Pumpe über ein zum Abtrennen des Schmutzanteils die- nendes Rotationsfilter sowie über einen Ölabscheider, der vorhandenes Öl ab- trennt und in eine Ölkammer leitet, in die Schmutzwasserkammer geführt. Dies bedeutet, daß das im Abscheider vorhandene Material insgesamt der Schlamm- kammer zugeführt wird, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob es sich um Oberflä- chenöl, ölhaltiges Schmutzwasser oder am Boden abgesetzten Schlamm handelt.
Hierdurch kann die der Schlammkammer entnommene Flüssigkeit im Ölabschei- der nur ungenügend in Öl und Schmutzwasser getrennt werden. Aus diesem Grund ist eine nochmalige Trennung des erhaltenen Schmutzwassers erforderlich.
Gleichwohl bleibt das Schmutzwasser stark belastet und ist nicht zum Wiederauf- füllen des Abscheiders geeignet ; es muß statt dessen entsorgt werden.
Um diese Nachteile zu vermeiden, ist bei einer weiteren bekannten Einrichtung (DE 43 28 196 C2) ein Fahrzeug mit einem Tank vorgesehen, der gleichfalls durch einen verschiebbaren Kolben in eine Schmutzwasserkammer sowie in eine Kam- mer zur kombinierten Aufnahme von Öl und Schlamm unterteilt ist. In der Schmutzwasserkammer wird sowohl mittels mechanischer Mittel in Form eines Rührwerks als auch mittels chemischer Mittel in Form von Säure, Lauge und dergl. versucht, den hierin enthaltenen Schmutzanteil vom Wasser abzutrennen, um da- durch zu erreichen, daß das gereinigte Wasser als Brauchwasser wieder dem Ab- scheider zugeführt werden kann.
Abgesehen davon, daß die Behandlung des Schmutzwassers in der Schmutzwas- serkammer wegen der verwendeten Rühreinrichtungen aufwendig sowie wegen der verwendeten chemischen Mittel in Form von Säure und Lauge nicht ungefähr-
lich und auch nicht umweltschonend ist, ist ein weiterer Nachteil dadurch gegeben, daß eine wesentliche Arbeit des Abscheiders, die in der Trennung der verschiede- nen Medien zu sehen ist, dadurch zunichte gemacht wird, daß sowohl das Ober- flächenöl als auch der Bodenschlamm des Abscheiders gemeinsam in der neben der Schmutzwasserkammer angeordneten Kammer aufgenommen werden. Dies bedeutet einen erhöhten Entsorgungsaufwand, da die in dieser Kombinations- kammer enthaltenen, wiederum vermischten Medien später erneut getrennt wer- den müssen, bevor sie vorschriftsmäßig entsorgt werden können.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren sowie eine Vorrich- tung zur Abscheider-Reinigung zu schaffen, mittels denen es möglich ist, den je- weiligen Abscheider schnell, mit geringem Aufwand, umweltschonend und auf si- chere Weise zu reinigen sowie die aufgefangenen, getrennten Medien vor- schriftsmäßig zu entsorgen.
Die Merkmale des zur Lösung dieser Aufgabe geschaffenen Verfahrens gemäß der Erfindung ergeben sich aus Anspruch 1. Vorteilhafte Ausgestaltungen hiervon sind in den Ansprüchen 2 bis 10 beschrieben.
Die Merkmale der zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geschaf- fenen Vorrichtung ergeben sich aus Anspruch 11. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den weiteren Ansprüchen enthalten.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist vorgesehen, daß die im Abscheider vorhandenen, bereits getrennten Medien gesondert ohne deren Vermischung in einzelne Kammern des Tankfahrzeuges abgesaugt werden, wobei die gesonderte Absaugung der Medien von oben nach unten aus dem Abscheider erfolgt, so daß die hierin enthaltenen drei wesentlichen Fraktionen nacheinander nach ihren Pha- sen aufschwimmende Leichtschicht (Oberflächenöl), verunreinigtes Wasser mit Kohlenwasserstoffanteilen (Schmutzwasser) und Bodenschlamm getrennt in die einzelnen Kammern des Fahrzeuges, d. h. in eine Ölkammer, eine Schmutzwas- serkammer und eine Schlammkammer, übernommen werden, und daß in der als Behandlungskammer dienenden Schmutzwasserkammer das dort enthaltene ver- unreinigte Wasser ausschließlich mittels eines zugegebenen Flockungsmittels oh-
ne Verwendung sonstiger chemischer oder mechanischer Mittel gereinigt und als aufbereitetes Brauchwasser zum Abscheider zurückgeführt wird.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, daß die Wirkung des Flockungsmittels in der Schmutzwasserkammer mittels einer Besprudelungsanlage unterstützt wird. Hier- durch ergibt sich ein guter Mischungseffekt, so daß dadurch gewährleistet ist, daß die im Wasser enthaltenen Verunreinigungen relativ schnell ausgefällt werden.
Hierbei hat sich gezeigt, daß die betreffende Behandlungsdauer den Zeitraum von etwa einer halben Stunde nicht überschreitet, was von besonderer Bedeutung für eine schnelle Durchführung der Gesamtreinigung ist.
Das Flockungsmittel kann entweder in Pulverform oder aber vorzugsweise in ab- gepackter portionierter Form zugegeben werden.
Ein bevorzugt eingesetztes Flockungsmittel ist ein polymeres Flockungsmittel, wobei gemäß einer erfindungsgemäßen Anwendung als Flockungsmittel ein sol- ches auf Basis modifizierter Spalt-Adsorptions-lonentausch-Reaktionsmittel einge- setzt werden kann.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung wird das Schmutzwasser in der Behand- lungskammer ohne vorherige Ermittlung seines pH-Wertes der chemischen Be- handlung durch das Flockungsmittel unterzogen, das die Wasserverunreinigungen durch Ausfällen bindet.
Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens wird das Schmutzwasser in der Behandlungskammer mittels des Flockungsmittels solange behandelt, bis das ge- reinigte Wasser pH-Wert neutral sowie frei von groben Schwebstoffen oder physi- kalischen Verunreinigungen ist und/oder bis sein Anteil an Kohlenwasserstoffen < 20 mg/l ist.
Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang bei dem erfindungsge- mäßen Verfahren, daß die Behandlung des Schmutzwassers mittels des Flo- ckungsmittels während einer vorbestimmten Zeitdauer erfolgt.
Hierbei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, dem Schmutzwasser in der Behandlungskammer eine vordosierte Menge des Flockungsmittels zuzugeben, die in optimierter Form auf die Menge des in der Behandlungskammer vorhande- nen Schmutzwassers, unabhängig von dessen Verschmutzungsgrad, bezogen ist.
Die zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens vorgesehene Vorrichtung gemäß der Erfindung ist versehen mit wenigstens drei einzelnen gesonderten Kammern in Form einer Ölkammer, einer Schlammkammer und einer Schmutz- wasserkammer zur getrennten mischungsfreien Aufnahme der betreffenden Me- dien aus dem Abscheider sowie zur getrennten Entsorgung dieser Medien, insbe- sondere von Öl und Schlamm. Hierbei ist die Schmutzwasserkammer als Behand-- lungskammer ausgebildet, die mit einer Einrichtung zur Messung der Menge des hierin enthaltenen Schmutzwassers versehen ist.
Erfindungsgemäß kann die Schmutzwasserkammer eine Besprudelungsanlage aufweisen, so daß sich bei der Zugabe des Flockungsmittels auf schonende Wei- se gute Effekte ergeben.
Vorzugsweise ist die Schmutzwasserkammer die größte der drei Kammern des Tankfahrzeuges.
Insgesamt besteht daher eine wesentliche Idee der Erfindung darin, die üblicher- weise in einem Abscheider vorhandenen drei Medien, nämlich Öl, Schmutzwasser und Schlamm, die der Abscheider bereits getrennt hat, separat aufzusaugen und in gesonderte Kammern der als Fahrzeug ausgebildeten mobilen Reinigungsvor- richtung zu verbringen. Von Bedeutung ist hierbei, daß die im Abscheider bereits getrennten Medien nachträglich nicht mehr gemischt werden, da sie unterschiedli- chen Behandlungen zugeführt werden. Das aus dem Abscheider aufgenommene Öl sowie der aufgesaugte Bodenschlamm bilden jeweils etwa ein Drittel des Ge- samtvolumens. Diese beiden Medien werden, wie erwähnt, einer getrennten Ent- sorgung zugeführt.
Einer besonderen Behandlung bedarf das belastete Schmutzwasser. Dieses wird zum Zweck seiner Reinigung in die gesonderte Schmutzwasserkammer verbracht,
die üblicherweise als größte Kammer des Tankfahrzeuges ausgebildet ist. In die- ser Kammer wird das Schmutzwasser ausschließlich unter Verwendung eines speziellen Flockungsmittels, vorzugsweise in Form eines pulverförmigen polyme- ren Flockungsmittels, gereinigt. Der wesentliche Unterschied zu den bekannten Verfahren besteht darin, daß diese Reinigung nicht mechanisch erfolgt und daß auch weder Säure noch Lauge verwendet werden. Dieses Reinigungsverfahren ist somit außerordentlich umweltschonend und sicher, da keine gesundheitsgefähr- denden Stoffe verwendet werden und keine zusätzliche Belastung des zu reini- genden Wassers erfolgt.
Das verwendete Flockungsmittel ist einsetzbar im Bereich aller pH-Werte, die sich- in einem ordnungsgemäß verwendeten Abscheider ergeben können. Die gesamte Aufbereitung wird durch eine automatische Steuerung überwacht und weitgehend automatisiert durchgeführt. Diese zeichnet die einzelnen Vorgänge auf und gibt erst nach Erreichen der amtlich vorgegebenen Parameter ein Einlaßventil zur Be- füllung des Abscheiders mit dem gereinigten Wasser, d. h. dem Brauchwasser, frei. Dadurch wird verhindert, daß belastetes Wasser in den Abscheider zurückge- leitet werden kann.
Durch das Verfahren und die Vorrichtung gemäß der Erfindung ist es somit mög- lich, schonend aufbereitetes Brauchwasser als Ölsperre in den Abscheider zu- rückzuführen. Hierdurch wird die Verwendung von kostbarem Trinkwasser zur Be- füllung des Abscheiders eingespart.
Die wesentliche Bedeutung der Erfindung liegt darin, daß nach Aufnahme der Öl- schicht aus dem Abscheider das verunreinigte Wasser in eine, vorzugsweise grö- ßenvariable, Schmutzwaserkammer übernommen und dort ausschließlich durch ein spezielles Flockungsmittel, d. h. ohne sonstige chemische Mittel und ohne sonstige mechanische Mittel, wie Filter oder Rührwerke u. dgl., gereinigt wird. Der Verzicht auf ein mechanisches Rührwerk ist von entscheidender Bedeutung für den Erfolg des erfindungsgemäßen Verfahrens, da ein mechanischer Rührvor- gang die zur erfindungsgemäßen Wasserreinigung erforderlichen Flocken, die durch das Flockungsmittel gebildet werden, zerschlagen würde.
Ein weiteres wesentliches Merkmal des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht darin, daß dieses für den Reinigungsprozess des Schmutzwassers keine vorheri- ge pH-Wert-Messung mehr benötigt. Eine möglicherweise dennoch vorhandene pH-Wert-Sonde dient lediglich der Dokumentation für Behörden oder Kunden.
Dies bedeutet, daß das verwendete Flockungsmittel auf das zu reinigende Schmutzwasser derart abgestimmt ist, daß stets eine gleiche, vorab dosierte Menge des Flockungsmittels, bezogen auf die Menge des zu reinigenden Schmutzwassers, benötigt wird. Hierdurch wird die Sicherheit des erfindungsge- mäßen Verfahrens gegenüber den bisher bekannten Verfahren deutlich erhöht, da keine Dosiereinrichtung für das Flockungsmittel mehr erforderlich ist und da es- auch nicht mehr notwendig ist, unterschiedlich große Mengen des Flockungsmit- tels in Abhängigkeit von einem zu messenden ph-Wert zuzuführen.
In praktischer Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann bei der hierfür vorgesehenen Vorrichtung eine Wasserstandsanzeige in bzw. an der Schmutzwasserkammer vorgesehen sein. Hierdurch läßt sich die jeweils in der Behandlungskammer vorhandene Schmutzwassermenge leicht messen und dem- entsprechend viel vordosiertes Flockungsmittel, beispielsweise in vorab gepackter portionierter Form, zugeben.
Durch die Verwendung eines auf die Menge des zu reinigenden Schmutzwassers bezogenen vorportionierten Flockungsmittels ergibt sich außerdem der Vorteil, daß die Reinigung des Schmutzwassers nach einer vorbestimmten Zeitdauer, bei- spielsweise nach ca. 30 Minuten, beendet ist, so daß sich eine große Zeiterspar- nis für die Gesamtreinigung ergibt.
Die Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens sowie die zur Durchfüh- rung dieses Verfahrens vorgesehene Vorrichtung gemäß der Erfindung ermögli- chen es außerdem, die Reinigung des Schmutzwassers in derjenigen Zeit durch- zuführen, während das Fahrzeug seinen Standort wechselt. Dies ist mit den bisher bekannten Verfahren bzw. Vorrichtungen aufgrund der dort verwendeten Rühr- werke usw. nicht möglich.
Das durch das erfindungsgemäße Verfahren erzeugte Brauchwasser ist derart rein, daß es auch in anderen Bereichen die Verwendung von hochwertigem Trinkwasser ersetzen kann.
Die Erfindung wird im folgenden in Form eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung erläutert. Diese zeigt in der einzigen Figur eine schematisch dargestell- te Vorrichtung zur Abscheider-Reinigung sowie zur Entsorgung der hierin aufge- fangenen Medien.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich, umfaßt die dargestellte Vorrichtung einen Mehrkammertank 1, der in weitgehend horizontaler Lage auf einem selbstfahren-- den Tankfahrzeug 2 angeordnet ist.
Der Mehrkammertank 1 weist wenigstens drei einzelne gesonderte Kammern auf, und zwar eine Ölkammer 3, eine Schmutzwasserkammer 4 und eine Schlamm- kammer 5. Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind außerdem eine weitere Kammer 6 zur Aufnahme von Frischwasser sowie eine Kammer 7 zur Aufnahme von Fällungsschlamm nach erfolgter Ausflockung vorgesehen.
Wie schematisch in der Zeichnung dargestellt, sind in einem zu reinigenden Ab- scheider 8 die betreffenden aufgefangenen Medien derart getrennt, d. h. voneinan- der abgesetzt, daß sich am Boden des Abscheiders Schlamm 9 abgesetzt hat.
Über diesem Schlamm 9 befindet sich verunreinigtes Wasser 10, das Kohlenwas- serstoffanteile enthält und als Ölsperre für auf dem Wasser 10 aufschwimmendes Oberflächenöl 11 dient.
Diese drei wesentlichen Medien 9,10, 11 des Abscheiders 8 werden nun über entsprechende, nicht näher dargestellte Leitungen gesondert und ohne Vermi- schung in die einzelnen Kammern 3,4, 5 des Tankfahrzeuges 2 verbracht, und zwar, wie schon beschrieben, in der Vorgehensweise von oben nach unten. Dies bedeutet, daß zuerst die auf der Oberfläche des Schmutzwassers 10 im Abschei- der 8 aufschwimmende Leichtschicht in Form des Oberflächenöls 11 in die Öl- kammer 3 des Tankfahrzeuges 2 abgesaugt wird. Darauf wird das Schmutzwasser 10 aus dem Abscheider 8 in die Schmutzwasserkammer 4 abgesaugt, worauf
schließlich der am Boden des Abscheiders 8 befindliche Schlamm 9 in die Schlammkammer 5 des Tankfahrzeuges 2 verbracht wird.
Die Schmutzwasserkammer 4 des Tankfahrzeuges 2 dient als Behandlungskam- mer, in welcher dem Schmutzwasser 10 ein spezielles Flockungsmittel, vorzugs- weise polymeres Flockungsmittel in vorportionierter Form, zugegeben wird. Der auf diese Weise abgetrennte Fällungsschlamm 12 wird in die Fällungsschlamm- kammer 7 verbracht bzw. dort zum Zweck der späteren Entsorgung aufbewahrt.
Hinsichtlich vorstehend nicht im einzelnen näher erläuterter Merkmale der Erfin- dung wird im übrigen ausdrücklich auf die Zeichnung sowie die Ansprüche verwie- sen.
