LOCHNER, Stefan (Wiesenweg 9b, Grafing, 85567, DE)
| Patentansprüche Verfahren zur Tieftemperaturzerlegung von Luft in einem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das eine Hochdrucksäule (17) und eine Niederdrucksäule (18) aufweist, bei dem - Einsatzluft (1) in einem Hauptluftverdichter (3) auf einen ersten Druck verdichtet wird, der deutlich höher als der Betriebsdruck der Hochdrucksäule ( 7) ist, - die verdichtete Einsatzluft (8) in einen Hauptwärmetauscher (11) eingeleitet wird, um dort gegen Rückströme abgekühlt zu werden, - ein erster Luftstrom (9), der durch einen Teil der verdichteten Einsatzluft (8) gebildet wird, nach teilweiser Abkühlung im Hauptwärmetauscher (11) bei einer ersten Zwischentemperatur aus dem Hauptwärmetauscher (11) entnommen (12) und in einem Kaltverdichter (13) auf einen zweiten Druck nachverdichtet wird, - der kaltverdichtete erste Luftstrom (1 ) bei einer zweiten Zwischentemperatur, die höher als die erste Zwischentemperatur ist, dem Hauptwärmetauscher (11 ) wieder zugeführt und im Hauptwärmetauscher ( ) weiter abgekühlt und verflüssigt oder pseudo-verflüssigt wird, - der (pseudo-)verflüssigte erste Luftstrom (15) in das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung eingeleitet wird, - ein zweiter Luftstrom (10), der durch einen anderen Teil der verdichteten Einsatzluft (8) gebildet wird, der nicht durch den Kaltverdichter (13) geführt wird, in dem Hauptwärmetauscher (11) auf eine dritte Zwischentemperatur abgekühlt, unter der dritten Zwischentemperatur aus dem Hauptwärmetauscher (11) entnommen (20) und anschließend in einer Turbine (21) arbeitsleistend entspannt wird, - der arbeitsleistend entspannte zweite Luftstrom (22) ebenfalls in das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung eingeleitet wird, - ein flüssiger Produktstrom (37) aus dem Destilliersäulen-System entnommen, in flüssigem Zustand auf einen erhöhten Druck gebracht (38) und unter diesem erhöhten Druck im Hauptwärmetauscher (11) verdampft oder pseudo-verdampft und schließlich als gasförmiger Druckproduktstrom (39) abgezogen wird und - ein erster Teil der bei der arbeitsleistenden Entspannung in der Turbine (21 ) erzeugten mechanischen Energie zum Antrieb des Kaltverdichters (13) eingesetzt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein zweiter Teil der bei der arbeitsleistenden Entspannung in der Turbine (21) erzeugten mechanischen Energie einer Ölbremse (23) zugeführt wird, wobei eine getriebelose Kombination aus Turbine (21), Kaltverdichter (13) und Ölbremse (21) eingesetzt wird. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der gesamte kaltverdichtete zweite Luftstrom (14) im Hauptwärmetauscher (11) (pseudo-)verflüssigt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte in den Hauptwärmetauscher (11 ) eingeführte verdichtete Einsatzluft (8) auf den ersten und den zweiten Luftstrom (9, 10) aufgeteilt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass Austrittsdruck der arbeitsleistenden Entspannung etwa gleich dem Betriebsdruck der Hochdrucksäule ist. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Kaltverdichter mit einem Druckverhältnis von 1 ,6 bis 2,4 betrieben wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass Gesamtmenge an flüssig erzeugten Produkten nicht mehr als 5 % der Einsatzluftmenge, insbesondere nicht mehr als 4 % der Einsatzluftmenge, insbesondere nicht mehr als 3 % der Einsatzluftmenge beträgt. Vorrichtung zur Tieftemperaturzerlegung von Luft - mit einem Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, das eine Hochdrucksäule und eine Niederdrucksäule aufweist, - mit einem Hauptluftverdichter (3) zum Verdichten von Einsatzluft (1) auf einen ersten Druck, der deutlich höher als der Betriebsdruck der Hochdrucksäule (17) ist, - mit Mitteln zum Einleiten der verdichteten Einsatzluft (8) in einen Hauptwärmetauscher (11) zur Abkühlung gegen Rückströme, - mit Mitteln zum Entnehmen (12) eines ersten Luftstroms (9), der durch einen Teil der verdichteten Einsatzluft (8) gebildet wird, nach teilweiser Abkühlung auf eine erste Zwischentemperatur aus dem Hauptwärmetauscher (1 1 ), - mit einem Kaltverdichter (13) zum Nachverdichten des entnommenen ersten Luftstroms auf einen zweiten Druck, - mit Mitteln zum Zuführen des kaltverdichteten ersten Luftstroms (14) zum Hauptwärmetauscher (11 ) bei einer zweiten Zwischentemperatur, die höher als die erste Zwischentemperatur ist, zwecks dessen weiteren Abkühlung und Verflüssigung beziehungsweise Pseudo-Verflüssigung im Hauptwärmetauscher (1 1 ) , - mit Mitteln zum Einleiten des (pseudo-)verflüssigten ersten Luftstroms (15) in das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, - mit Mitteln zum Entnehmen (20) eines zweiten Luftstroms (10), der durch einen Teil der verdichteten Einsatzluft (8) gebildet wird, nach teilweiser Abkühlung auf eine dritte Zwischentemperatur aus dem Hauptwärmetauscher (1 1 ), - wobei die Mittel zum Entnehmen (12) eines ersten Luftstroms (9) und die Mittel zum Entnehmen (20) eines zweiten Luftstroms (10) so ausgebildet sind, dass beim Betrieb der Vorrichtung der zweite Luftstrom (10) durch einen anderen Teil der verdichteten Einsatzluft (8) gebildet wird als der erste Luftstrom (9). - mit einer Turbine (21 ) zur arbeitsleistenden Entspannung des entnommenen zweiten Luftstroms (20), - mit Mitteln zum Einleiten des arbeitsleistend entspannten zweiten Luftstroms (22) in das Destilliersäulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung, - mit Mitteln zum Entnehmen eines flüssigen Produktstroms (37) aus dem Destilliersäulen-System, - mit Mitteln (38) zur Druckerhöhung auf einen erhöhten Druck des flüssigen Produktstroms (37) - mit Mitteln zum Einleiten des flüssigen Produktstroms unter diesem erhöhten Druck in den Hauptwärmetauscher (1 1 ) zwecks Verdampfen oder Pseudo- Verdampfen - mit Mitteln zum Abziehen des (pseudo-)verdampften Produktstroms als gasförmiger Druckproduktstrom (39) und - mit Mitteln zum Übertragen eines ersten Teils der bei der arbeitsleistenden Entspannung (21 ) erzeugten mechanischen Energie auf den Kaltverdichter (13), dadurch gekennzeichnet, dass die Turbine (21) und der Kaltverdichter (13) durch eine getriebelose Kombination aus der Turbine (21), dem Kaltverdichter (13) und einer Ölbremse (21) gebildet werden Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zum Zuführen des kaltverdichteten ersten Luftstroms (14) zum Hauptwärmetauscher ( 1 ) so ausgebildet sind, dass beim Betrieb der Vorrichtung der gesamte kaltverdichtete zweite Luftstrom (14) im Hauptwärmetauscher (11) (pseudo-)verflüssigt wird. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass alle Mittel zur Führung von Einsatzluft so ausgebildet sind, dass beim Betrieb der Vorrichtung die gesamte in den Hauptwärmetauscher (11) eingeführte verdichtete Einsatzluft (8) auf den ersten und den zweiten Luftstrom (9, 10) aufgeteilt wird. |
Verfahren und Vorrichtung zur Tieftemperaturzerlegunq von Luft
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Tieftemperaturzerlegung von Luft gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Ein derartiges Verfahren ist aus US 2005126221 A1 (Figur 7) bekannt.
Verfahren und Vorrichtungen zur Tieftemperaturzerlegung von Luft sind allgemein zum Beispiel aus Hausen/Linde, Tieftemperaturtechnik, 2. Auflage 1985, Kapitel 4 (Seiten 281 bis 337) bekannt. Das Destilliersäulen-System der Erfindung kann als Zwei- Säulen-System zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung ausgebildet sein, (zum Beispiel als klassisches Linde-Doppelsäulensystem), oder auch als Drei- oder Mehr-Säulen- System. Es kann zusätzlich zu den Kolonnen zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung weitere Vorrichtungen zur Gewinnung hochreiner Produkte und/oder anderer
Luftkomponenten, insbesondere von Edelgasen aufweisen, beispielsweise eine Argongewinnung und/oder eine Krypton-Xenon-Gewinnung.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art und eine entsprechende Vorrichtung anzugeben, die wirtschaftlich besonders günstig zu betreiben sind, indem sie einen besonders geringeren Energieverbrauch und/oder besonders geringe Investitionskosten aufweisen.
Diese Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst. Hierbei wird eine getriebelose Kombination aus Turbine, Kaltverdichter und Ölbremse eingesetzt, vorzugsweise eine Kombinationsmaschine, bei der die Ölbremse auf der Welle zwischen den Laufrädern für Turbine und Kaltverdichter sitzt.
Durch die Übertragung mechanischer Energie auf den Kaltverdichter wird dem
Bilanzkreis keine Wärme entzogen. Da der erfindungsgemäße Prozess nur über eine einzige Turbine verfügt, wird zur Erzeugung von Verfahrenskälte ein zweiter Teil der bei der arbeitsleistenden Entspannung erzeugten mechanischen Energie auf eine warme Bremseinrichtung übertragen, und zwar auf eine dissipative Bremseinrichtung, die durch eine Ölbremse gebildet wird. Im Stand der Technik nach US 2005126221 A1 (Figur 7) wird die warme Bremseinrichtung dagegen durch einen warmen
Nachverdichter gebildet, der einen Teil der Luft weiter verdichtet. Bei der Erfindung wird auf diese Ausnutzung der in der Turbine erzeugten mechanischen Energie zur warmen Nachverdichtung eines Luftstroms verzichtet. Dies erscheint zunächst widersinnig, da Druckenergie für das Verfahren verloren zugehen scheint.
Überraschenderweise hat sich jedoch im Rahmen der Erfindung ergeben, dass hierdurch die Ausgestaltung und der Betrieb der Kombinationsmaschine, welche die arbeitsleistende Entspannung und Kaltverdichtung realisiert, besonders günstig werden.
Beide Luftströme werden bei dem erfindungsgemäßen Verfahren nach ihrer
(Pseudo-)Verflüssigung) beziehungsweise arbeitsleistenden Entspannung
vorzugsweise in die Hochdrucksäule eingeleitet. Alternativ dazu kann mindestens ein Teil des ersten und/oder des zweiten Luftstroms in die Niederdrucksäule eingeleitet werden, insbesondere nach Durchströmen eines Abscheiders zur Phasentrennung und gegebenenfalls nach Unterkühlung.
Der "Hauptwärmetauscher" kann aus einem oder mehreren parallel und/oder seriell verbundenen Wärmetauscherabschnitten gebildet sein, zum Beispiel aus einem oder mehreren Plattenwärmetauscher-Blöcken.
Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren ist der erste Druck, auf den die Gesamtluft verdichtet wird, "deutlich höher" als der Betriebsdruck der Hochdrucksäule. Dies bedeutet hier, dass die Druckdifferenz zwischen dem erstem Druck und dem
Betriebsdruck der Hochdrucksäule nicht nur dem natürlichen Druckabfall durch Leitungen, Wärmetauscher und andere Apparate entspricht, sondern mindestens 1 bar, vorzugsweise mindestens 3 bar, höchst vorzugsweise mindestens 5 bar beträgt. Die Druckdifferenz zwischen erstem Druck und Betriebsdruck der Hochdrucksäule beträgt beispielsweise 5 bis 25 bar, vorzugsweise 7 bis 15 bar. (Alle hier und im Folgenden angegeben Drücke sind Absolutdrücke.)
Im Allgemeinen betragen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren der erste Druck 10 bis 25 bar, vorzugsweise 13 bis 20 bar und der Betriebsdruck der Hochdrucksäule 4 bis 8 bar, vorzugsweise 5 bis 7 bar. Der zweite Druck stromabwärts des
Kaltverdichters beträgt beispielsweise 1 1 ,5 bis 55 bar, vorzugsweise 21 bis 44 bar, der erhöhte Druck des Produktdruckstroms beispielsweise 6 bis 50 bar, vorzugsweise 6 bis 35 bar. Beim Produktdruck ist grundsätzlich jedes Niveau möglich, insbesondere auch eine Mehrzahl von Druckniveaus. Zum Beispiel kann flüssiger Sauerstoff in einer Innenverdichtungspumpe auf 30 bar gebracht und vor dem Hauptwärmetauscher im Kalten in zwei Teilströmen aufgeteilt werden, von denen einer auf einen niedrigeren Druck abgedrosselt wird, bevor er im Hauptwärmetauscher verdampft und angewärmt wird. Alternativ oder zusätzlich können ein oder mehrere flüssige Stickstoffströme im Hauptwärmetauscher (pseudo-)verdampft werden. Wenn die Drücke des Druckproduktstroms und des ersten Luftstroms unterkritisch sind, werden diese im Hauptwärmetauscher verdampft oder verflüssigt. Bei überkritischem Druck findet kein echter Phasenübergang statt, dann wird der entsprechende Strom pseudo-verdampft beziehungsweise pseudo-verflüssigt. Es ist günstig, wenn der gesamte kaltverdichtete zweite Luftstrom im
Hauptwärmetauscher (pseudo-)verflüssigt wird. Dadurch wird die gesamte
Druckerhöhung, die durch den Kaltverdichter bewirkt wird, auf denjenigen Luftteil konzentriert, der zur (Pseudo-)Verdampfung des flüssigen Produktstroms eingesetzt wird. Dadurch kann der erste Druck kann entsprechend niedriger gewählt und Energie gespart werden.
Vorzugsweise wird die gesamte in den Hauptwärmetauscher eingeführte verdichtete Einsatzluft auf den ersten und den zweiten Luftstrom aufgeteilt. Es gibt also keinen dritten Luftstrom, sondern die gesamte Einsatzluft wird entweder unter dem zweiten Druck (pseudo-)verflüssigt (erster Luftstrom) oder unter dem ersten Druck der arbeitsleistenden Entspannung zugeführt (zweiter Luftstrom). Hierbei spielt es natürlich keine Rolle, ob die beiden Luftströme gemeinsam in den Hauptwärmetauscher eingeführt oder bereits vor dem Hauptwärmetauscher voneinander abgeteilt werden. Auch kann ein kleinerer Teil der auf den ersten Druck verdichteten Luft stromaufwärts des Hauptwärmetauschers als Instrumentenluft abgezweigt werden.
Der Austrittsdruck der arbeitsleistenden Entspannung ist vorzugsweise etwa gleich dem Betriebsdruck der Hochdrucksäule. "Etwa gleich" schließt geringe Druckdifferenzen in der Größenordnung des natürlichen Druckabfalls zwischen dem Austrittsdruck der arbeitsleistenden Entspannung und dem Betriebsdruck der
Hochdrucksäule ein. Besonders vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Ansprüchen 5 und 6 genannt. Unter "Gesamtmenge an flüssig erzeugten
Produkten" wird hier die molare Menge an Flüssigprodukten wie Flüssigsauerstoff, Flüssigstickstoff und gegebenenfalls Flüssigargon verstanden, die in dem Prozess als Endprodukt gewonnen werden.
Die Erfindung betrifft außerdem eine Vorrichtung zur Tieftemperaturzerlegung von Luft gemäß den Patentansprüchen 7 bis 9.
Die Erfindung sowie weitere Einzelheiten der Erfindung werden im Folgenden anhand eines in der Zeichnung schematisch dargestellten ersten Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Atmosphärische Luft 1 wird über ein Filter 2 von einem Luftverdichter 3 angesaugt und dort als Einsatzluft auf einen ersten Druck von etwa 17 bar verdichtet. Anschließend durchströmt die verdichtete Einsatzluft einen Direktkontaktkühler 4 und wird dort in direktem Kontakt zu Kühlwasser 5 abgekühlt. Die abgekühlte Einsatzluft 6 wird in einer Reinigungsvorrichtung 7 gereinigt. Die Reinigu gsvorrichtung 7 weist ein Paar von Behältern auf, die mit Adsorptionsmaterial, vorzugsweise Molekularsieb, gefüllt sind. Die gereinigte Einsatzluft 8 wird - abgesehen von einer nicht dargestellten
Entnahmemöglichkeit für Instrumentenluft - vollständig in einen ersten Luftstrom 9 und einen zweiten Luftstrom 10 aufgeteilt. Beide Luftströme werden anschließend dem warmen Ende eines Hauptwärmetauschers 11 zugeleitet und dort gegen Rückströme abgekühlt. Aufgrund des hohen Drucks sind hier alle folgenden Variationen für die Vorkühlung der Luft aus dem Luftverdichter 3 sinnvoll:
1. Luftverdichter mit Nachkühler, anschließend Wasserabscheider danach direkt zur Reinigungsvorrichtung. 2. Luftverdichter mit Nachkühler, anschließend weiterer indirekter
Kaltwassernachkühler, der mit Kaltwasser aus einem Verdunstungskühler betrieben wird.
3. Luftverdichter ohne Nachkühler, aber mit Direktkontaktkühler (wie in der Zeichnung dargestellt), wobei der Direktkontaktkühler vorzugsweise mit einer
Kühlwasseranwärmung von mehr als 10°C betrieben wird.
4. Wie Variante 3 mit zusätzlichem Verdunstungskühler für die Erzeugung von
Kaltwasser für den Direktkontaktkühler.
5. Zusätzlich kann bei allen Varianten eine Kälteanlage zur Vorkühlung der Einsatzluft eingesetzt werden.
Der erste Luftstrom wird über Leitung 12 bei einer ersten Zwischentemperatur von etwa 140 K aus der entsprechenden Abkühlpassage des Hauptwärmetauschers 11 entnommen und in einem Kaltverdichter 13 von dem ersten Druck auf einen zweiten Druck von etwa 31 bar nachverdichtet. Bei einer zweiten Zwischentemperatur von etwa 170 K wird der nachverdichtete zweite Luftstrom 14 wieder in den
Hauptwärmetauscher 11 eingeführt und dort weiter abgekühlt und verflüssigt und schließlich über Leitung 15 und ein Drosselventil 16 in die Hochdrucksäule 17 eines Destilliersäulen-Systems zur Stickstoff-Sauerstoff-Trennung eingeführt, das außerdem eine Niederdrucksäule 18 und einen Hauptkondensator 19 aufweist, der als
Kondensator-Verdampfer ausgebildet ist. Die Betriebsdrücke betragen (jeweils am Kopf) 5 bis 6,5 bar in der Hochdrucksäule und 1 ,3 bar in der Niederdrucksäule.
Der zweite Luftstrom 10 wird in dem Ausführungsbeispiel separat vom ersten Luftstrom 9 im Hauptwärmetauscher 1 1 auf eine dritte Zwischentemperatur von etwa 139 K abgekühlt. Typischerweise liegt diese Temperatur im Bereich der Siedetemperatur(en) des oder der verdampften Produktströme. Über Leitung 20 wird der zweite Luftstrom unter dieser Zwischentemperatur und dem ersten Druck einer Turbine 21 zugeführt und dort arbeitsleistend auf etwa den Betriebsdruck der Hochdrucksäule entspannt. Der arbeitsleistend entspannte zweite Luftstrom 22 tritt unmittelbar oberhalb des Sumpfs in die Hochdrucksäule 17 ein.
Die Turbine 21 ist über eine gemeinsame Welle mechanisch mit dem Kaltverdichter 3 und einer Ölbremse 23 gekoppelt. Entgegen der zeichnerischen Darstellung ist die Ölbremse unmittelbar auf der Welle angeordnet, die Turbine 21 und Kaltverdichter 13 verbindet und befindet sich zwischen diesen.
Der Kopfstickstoff 24 der Hochdrucksäule wird zu einem ersten Teil 25 in den
Verflüssigungsraum des Hauptkondensators 19 eingeleitet und dort praktisch vollständig verflüssigt. Der dabei gebildete Flüssigstickstoff 26 wird zu einem ersten Teil 27 als Rücklauf auf die Hochdrucksäule 17 aufgegeben, zu einem zweiten Teil 28 wird er über einen Unterkühlungs-Gegenströmer 29, Leitung 30 und Drosselventil 31 in den Kopf der Niederdrucksäule 18 eingespeist. Das sauerstoffangereicherte
Sumpfprodukt 32 der Hochdrucksäule 17 wird ebenfalls im Unterkühlungs- Gegenströmer 29 abgekühlt und dann über Leitung 33 und Drosselventil 34 der Niederdrucksäule 18 an einer Zwischenstelle zugeführt.
Ein zweiter Teil 35 des Kopfstickstoffs 24 der Hochdrucksäule 17 wird im
Hauptwärmetauscher 11 auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt und schließlich über Leitung 36 als Druckstickstoff produkt oder als Instrumenten- beziehungsweise Sperrgas (Sealgas) abgegeben.
Der Sauerstoff im Sumpf der Niederdrucksäule 18 wird über Leitung 37 als flüssiger Produktstrom entnommen, in einer Pumpe 38 auf einen erhöhten Druck von 30 bar gebracht, unter diesem erhöhten Druck im Hauptwärmetauscher verdampft und schließlich als gasförmiger Druckproduktstrom 39 (GOX IC) abgezogen.
Vom Kopf der Niederdrucksäule 18 wird ein gasförmiger Stickstoffstrom 40
entnommen, etwas darunter ein gasförmiger Unreinstickstoffstrom 41. Beide werden im Unterkühlungs-Gegenströmer 29 und weiter im Hauptwärmetauscher 1 1 angewärmt. Der warme Reinstickstoff 42 vom Niederdrucksäulenkopf wird stromabwärts des Hauptwärmetauschers zu einem ersten Teil 43 als gasförmiges Niederdruckprodukt (GAN) gewonnen; der Rest 44 wird in einem Stickstoffverdichter 45 auf einen
Produktdruck von beispielsweise 15 bar gebracht und stromabwärts eines Nachkühlers 46 über Leitung 47 als weiteres gasförmiges Druckprodukt (GAN EC) abgezogen. Der Unreinstickstoff 48 wird stromabwärts des Hauptwärmetauschers 11 in die Atmosphäre abgeblasen (Leitung 49) und/oder als Regeneriergas 50, 51 in der
Reinigungsvorrichtung 7 eingesetzt, gegebenenfalls nach Erhitzung in einer
Heizeinrichtung 52. Ein zweites Ausführungsbeispiel entspricht weitgehend dem ersten, jedoch wird ein Teil des flüssigen Stickstoffs 26 aus dem Hauptkondensator als weiterer flüssiger Produktstrom in einer Stickstoffpumpe auf einen erhöhten Produktdruck gebracht und im Hauptwärmetauscher 1 1 (pseudo-)verdampft und auf etwa Umgebungstemperatur angewärmt und schließlich als weiterer gasförmiger Druckproduktstrom in Form von Hochdruck-Stickstoff gewonnen. Außerdem wird bei dem zweiten Ausführungsbeispiel ein Teil des flüssigen Hochdruck-Sauerstoffs stromabwärts der Sauerstoffpumpe 38 auf einen Druck gedrosselt, der zwischen dem "erhöhten Druck" (dem Austrittsdruck der Sauerstoffpumpe 38) und dem Betriebsdruck der Niederdrucksäule 18 liegt. Dieser Strom wird ebenfalls im Hauptwärmetauscher verdampft und angewärmt und schließlich als dritter Druckproduktstrom in Form von Zwischendruck-Sauerstoff gewonnen. Grundsätzlich ist es auch möglich, weitere Druckproduktströme durch Innenverdichtung zu gewinnen, beispielsweise Argon, wenn eine Argongewinnung angeschlossen ist.
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