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Title:
METHOD AND DEVICE FOR DETERMINING A TEMPERATURE/RESISTANCE CORRELATION OF A PENCIL-TYPE GLOW PLUG
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2014/005803
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for determining a temperature/resistance correlation of a pencil-type glow plug in an internal combustion engine, in which a temperature (T) of the pencil-type glow plug (2) is corrected by means of a mathematical model during a control operation, and in a parameterization process the pencil-type glow plug is heated to a specified glow temperature (T1nom; T2nom) and an associated resistance (R_GLP@T1nom; R_GLP@T2nom) of the pencil-type glow plug (2) is measured at the specified glow temperature (T1nom;T2nom). In a method which considerable shortens the time taken to determine a temperature/resistance correlation, a modelled glow temperature (T(RGLP) of the pencil-type glow plug (2) is calculated proceeding from the single measured resistance (R_GLP@T1nom; R_GLP@T2nom) of the pencil-type glow plug (2).

Inventors:
RYLL, Harald (Lindental 26b, Stuttgart, 70499, DE)
Application Number:
EP2013/061993
Publication Date:
January 09, 2014
Filing Date:
June 11, 2013
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
F02P19/02
Foreign References:
DE102008040971A1
DE102010033492A1
EP2327872A2
EP2479422A2
DE102008040971A1
Attorney, Agent or Firm:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
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Claims:
Ansprüche

1 . Verfahren zur Bestimmung einer Temperatur-Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze in einer Brennkraftmaschine, bei welchem während einer Regelung eine Temperatur (T) der Glühstiftkerze (2) mittels eines mathematischen Modells korrigiert wird und in einem Parametrierungsprozess die Glühstiftkerze auf eine vorgegebene Glühtemperatur (T1 nom; T2nom) aufgeheizt wird und ein zugehöriger Widerstand (R_Gi_p@T1 nom; R_GLP@T2nom) der Glühstiftkerze (2) bei der vorgegebenen Glühtemperatur (T1 nom; T2nom) gemessen wird, dadurch gekennzeichnet, dass ausgehend von dem einzigen gemessenen Widerstand (R_Gi_p@T1 nom; R_GLP@T2nom) der Glühstiftkerze (2) eine modellierte Glühtemperatur (T(RGLp)) der Glühstiftkerze (2) berechnet wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Berechnung der modellierten Glühtemperatur T(RGLp) der Glühstiftkerze (2) mittels einer Nominalkurve erfolgt, in welcher der gemessene Widerstand

(R_Gi_p@T1 nom; R_GLP@T2nom) der Glühstiftkerze (2) abgelegt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Nominalkurve mindestens einen Nominalparameter (rm0, Ro) umfasst, welcher empirisch bestimmt wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Nominalkurve als Nominalgerade ausgebildet ist, deren mindestens ein Nominalparameter (rm0, Ro) durch Ausmessung und/oder Mittelung des entsprechenden Parameters (m, R) mehrerer Glühstiftkerzen (2) vor dem

Parametrierungsprozess erfolgt.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausmessung und/oder Mittelung des mindestens einen Nominalparameters (rm0, Ro) aus Produktionsdaten oder aus Labormessungen der mehreren Glühstiftkerzen (2) erfolgt.

Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass bei der

Ausmessung des mindestens einen entsprechenden Parameters (m, R) der mehreren Glühstiftkerzen (2) jede Glühstiftkerze (2) nacheinander auf zwei, weit auseinander liegende Glühtemperaturen (T1 nom; T2nom) aufgeheizt wird, wobei die sich bei den jeweiligen Glühtemperaturen (T1 nom; T2nom) an der Glühstiftkerze einstellenden Widerstände der Glühstiftkerze (2) gemessen werden und aus diesen Temperatur-Widerstandspaaren die Nominalgerade ermittelt und daraus der mindestens eine Nominalparameter (rm0, Ro) bestimmt wird.

Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der sich bei der vorgegebenen Glühtemperatur (T1 nom; T2nom) einstellende Widerstand (R_Gi_p@T1 nom;

R_Gi_p@T2nom) der Glühstiftkerze (2) nach Ablauf eines vorgegebenen Zeitraumes gemessen wird.

Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Parametrierungsprozess in einer Nachlaufphase eines Steuergerätes (10), vorzugsweise eines Motorsteuergerätes oder eines Glühzeitsteuergerätes, im Kraftfahrzeug erfolgt.

Vorrichtung zur Bestimmung einer Temperatur-Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze in einer Brennkraftmaschine, welche mit einer Glühstiftkerze (2) verbunden ist und die während einer Regelung eine Temperatur der Glühstiftkerze mittels eines mathematischen Modells korrigiert, wobei in einem Parametrierungsprozess die Glühstiftkerze (2) auf eine erste vorgegebenen Glühtemperatur (T1 nom; T2nom) aufgeheizt wird und ein zugehöriger Widerstand (R_Gi_p@T1 nom; R_GLP@T2nom) der Glühstiftkerze (2) bei der eingestellten Glühtemperatur gemessen wird dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (10) vorhanden sind, die ausgehend von dem gemessenen Widerstand (R_Gi_p@T1 nom; R_GLP@T2nom) der Glühstiftkerze (2) eine modellierte Glühtemperatur (T(RGLP)) der Glühstiftkerze (2) berechnen.

Description:
Beschreibung Titel

Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung einer Temperatur-Widerstands- Korrelation einer Glühstiftkerze

Stand der Technik

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung einer Temperatur- Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze in einer Brennkraftmaschine, bei welchem während einer Regelung eine Temperatur der Glühstiftkerze mittels eines mathematischen Modells korrigiert wird und in einem

Parametrierungsprozess die Glühstiftkerze auf eine vorgegebenen Glühtemperatur aufgeheizt wird und ein zugehöriger Widerstand der Glühstiftkerze bei der vorgegebenen Glühtemperatur gemessen wird sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens.

Aus der DE 10 2008 040 971 A1 ist ein Verfahren zum Regeln der Temperatur von Glühstiftkerzen in einer Brennkraftmaschine bekannt, bei welchem für jede einzelne Glühstiftkerze ein mathematisches Modell zwischen gemessenen Temperaturen und gemessenen Widerständen in einem Referenzbetrieb der Brennkraftmaschine aufgenommen wird. Für ein solches mathematisches Modell werden Daten im Referenzbetrieb bestimmt. Dieses mathematische Modell wird über die Lebensdauer der Glühstiftkerze dynamisch angepasst und im gesamten Betrieb der Brennkraftmaschine herangezogen, um eine Basisansteuerung der Glühstiftkerze zu korrigieren. Ein sicherer Betrieb der Glühstiftkerze ist immer dann möglich, wenn richtig gelernte Daten des mathematischen Modells abgespeichert sind.

Zur Bestimmung des mathematischen Modells ist eine Widerstands-Temperatur- Korrelation notwendig, welche dadurch ermittelt wird, dass im Betrieb der Glühstiftkerze bei zwei ausreichend weit auseinander liegenden Glühtemperaturen, auf welche die Glühstiftkerze nacheinander aufgeheizt wird, die dazugehörigen Glühstiftkerzen-Widerstände gemessen werden. Die gemessenen Widerstände dienen während eines Parametrierungsprozesses dazu, dass mathematische Modell zu erstellen.

Die Mindestdauer für einen solchen beschriebenen Parametrierungsprozess der Widerstands-Temperatur-Korrelation beträgt dabei bei den verwendeten zwei Glühtemperaturen annähernd 30 Sekunden. Offenbarung der Erfindung

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, den Parametrierungsprozess zu verkürzen. Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass ausgehend von dem einzigen gemessenen Widerstand der Glühstiftkerze eine modellierte Glühtemperatur der Glühstiftkerze berechnet wird. Dies hat den Vorteil, dass in dem

Parametrierungsprozess nur eine Temperatur an der Glühstiftkerze eingestellt und der dazu gehörige Widerstand der Glühstiftkerze ausgemessen werden muss, was die Zeitdauer des Parametrierungsprozesses um annähernd die Hälfte verkürzt. Da der Parametrierungsprozess vorzugsweise bei abgeschalteter Brennkraftmaschine erfolgt und die Energie für das Aufheizen der Glühstiftkerze während des Parametrierungsprozesses von der Fahrzeugbatterie aufgebracht werden muss, reduziert sich durch die Verkürzung der Zeitdauer des

Parametrierungsprozesses der benötigte Energiebedarf des Glühsystems, weshalb die Fahrzeugbatterie entsprechend geschont wird. Darüber hinaus ermöglicht die Verkürzung des Parametrierungsprozesses flexibler auf Kundenvorgaben zu reagieren. Vorteilhafterweise erfolgt die Berechnung der modellierten Glühtemperatur der

Glühstiftkerze mittels einer Nominalkurve, in welcher der gemessene Widerstand der Glühstiftkerze abgelegt wird. Bei der Nominalkurve werden üblicherweise als obere Temperatur 1250°C und als untere Temperatur 920°C berücksichtigt. Entsprechend des, der Nominalkurve zu Grunde liegenden mathematischen Zu- sammenhanges lässt sich die modellierte Glühtemperatur einfach bestimmen. In einer Ausgestaltung umfasst die Nominalkurve mindestens einen Nominalparameter, welcher empirisch bestimmt wird. Die empirische Bestimmung erfolgt dabei durch Ausmessung von einer vorgegebenen Anzahl von mehreren, beispielsweise 100, Glühstiftkerzen. Bei einer solchen empirischen Auswertung wurde gefunden, dass die Kurven der Temperatur -Widerstands-

Zusammenhänge der einzelnen Glühstiftkerzen nur unwesentlich voneinander abweichen, so dass die Möglichkeit besteht, eine solche einzige Nominalkurve für die Bestimmung einer Temperatur-Widerstands-Korrelation einer Serie von Glühstiftkerzen zu Grunde zu legen.

In einer Weiterbildung ist die Nominalkurve als Nominalgerade ausgebildet, deren mindestens einer Nominalparameter durch Ausmessung und/oder Mittelung eines entsprechenden Parameters der mehreren Glühstiftkerzen vor dem Parametrierungsprozess erfolgt. Insbesondere, wenn die Nominalkurve als No- minalgerade ausgebildet ist, lässt sich bei der Ausmessung mehrerer Glühstiftkerzen feststellen, dass die Geradengleichungen der einzelnen Glühstiftkerzen nahezu die gleiche Steigung aufweisen. Durch die Mittelung dieser Steigungen der einzelnen Glühstiftkerzen wird der Nominalparameter Steigung für die Glüh- stiftkerzenserie festgelegt, welche den durchschnittlichen Verlauf der Steigungen der Glühstiftkerzen einer Glühstiftkerzenserie wiedergibt. Wird eine solche Nominalgerade dem Parametrierungsprozess zugrunde gelegt, ist eine zuverlässige Berechnung der modellierten Temperatur der Glühstiftkerze möglich.

In einer Variante erfolgt die Ausmessung und/oder Mittelung des mindestens ei- nen Nominalparameters aus Produktionsdaten oder aus Labormessungen der mehreren Glühstiftkerzen. Da die Produktionsdaten mit Lieferung der Glühstiftkerzen zur Verfügung stehen, lässt sich der Nominalparameter sehr einfach und schnell bestimmen. Die Nominalparameter werden somit immer vor dem Einbau einer Glühstiftkerze der entsprechenden Glühstiftkerzenserie in die Brennkraft- maschine ermittelt, so dass ein Messprozess während des Betriebes der Brennkraftmaschine entfällt.

In einer Ausführungsform wird bei der Ausmessung des mindestens einen entsprechenden Parameters der mehreren Glühstiftkerzen jede Glühstiftkerze nach- einander auf zwei, weit auseinander liegende Glühtemperaturen aufgeheizt, wobei die sich bei den jeweiligen Glühtemperaturen an der Glühstiftkerze einstel- lenden Widerstände der Glühstiftkerze gemessen werden und aus diesen Temperatur-Widerstandspaaren die Nominalgerade ermittelt und daraus der mindestens eine Nominalparameter bestimmt wird. Die während des

Parametrierungsprozesses verwendeten Nominalparameter, wie Steigung und Offset, verschieben diese Nominalgerade in Richtung des einen ausgewählten, während des Parametrierungsprozesses ermitteltes Temperatur- Widerstandspaares, welches bei der Aufheizung der Glühstiftkerze auf die vorgegebene Glühtemperatur durch Messung des zugehörigen Widerstandes ermittelt wurde.

In einer Weiterbildung wird der sich bei der vorgegebenen Glühtemperatur einstellende Widerstand der Glühstiftkerze nach Ablauf eines vorgegebenen Zeitraumes gemessen. Da die Vorgeschichte der Glühstiftkerze nicht bekannt ist, wird zunächst das thermische Einschwingen der Glühstiftkerze abgewartet, und erst nach Einstellung des thermischen Gleichgewichtes in der Glühstiftkerze der zu der Glühstiftkerzentemperatur gehörige Widerstands gemessen. Dadurch wird sichergestellt, dass ein möglichst genauer Widerstand bei der weiteren Paramet- rierung verwendet wird. Vorteilhafterweise erfolgt der Parametrierungsprozess in einer Nachlaufphase eines Steuergerätes, vorzugsweise eines Motorsteuergerätes oder eines Glühzeitsteuergerätes, im Kraftfahrzeug. Unter der Nachlaufphase eines Steuergerätes wird dabei die Zeit verstanden, welche nach Abschalten der Brennkraftmaschine im Kraftfahrzeug abläuft und in welcher das batteriebetriebene Steuergerät noch abschließende Rechen prozesse ausführt. Durch die Verkürzung des

Parametrierungsprozesses wird der vom Glühsystem benötigte Energiebedarf, welcher von der Fahrzeugbatterie bereitgestellt werden muss, in dieser Nachlaufphase reduziert. Eine Weiterbildung der Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bestimmung einer

Temperatur-Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze in einer Brennkraftmaschine, welche mit einer Glühstiftkerze verbunden ist und die während einer Regelung eine Temperatur der Glühstiftkerze mittels eines mathematischen Modells korrigiert, wobei in einem Parametrierungsprozess die Glühstiftkerze auf eine erste vorgegebenen Glühtemperatur aufgeheizt wird und ein zugehöriger Widerstand der Glühstiftkerze bei der vorgegebenen Glühtemperatur gemessen wird. Bei einer Vorrichtung, bei welcher die Zeitdauer des Parametrierungsprozesses reduziert wird, sind Mittel vorhanden, die ausgehend von dem gemessenen Widerstand der Glühstiftkerze eine modellierte Glühtemperatur der Glühstiftkerze berechnen. Dies hat den Vorteil, dass in dem Parametrierungsprozess nur eine Temperatur an der Glühstiftkerze eingestellt und der dazu gehörige Widerstand der Glühstiftkerze ausgemessen werden muss, was die Zeitdauer des

Parametrierungsprozesses um annähernd die Hälfte verkürzt. Da der

Parametrierungsprozess vorzugsweise bei abgeschalteter Brennkraftmaschine erfolgt und die Energie für das Aufheizen der Glühstiftkerze während des Parametrierungsprozesses von der Fahrzeugbatterie aufgebracht werden muss, reduziert sich durch die Verkürzung der Zeitdauer des

Parametrierungsprozesses der benötigte Energiebedarf des Glühsystems, weshalb die Fahrzeugbatterie entsprechend geschont wird.

Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Eine davon soll anhand der in der Zeichnung dargestellten Figuren näher erläutert werden.

Es zeigt:

Figur 1 : Prinzipdarstellung der Anordnung einer Glühstiftkerze in einem Dieselmotor

Figur 2: Prinzipdarstellung einer Vorrichtung zur Ansteuerung von Glühstiftkerzen in einem Dieselmotor

Figur 3: Geradenschar einer Widerstands-Temperatur-Korrelation verschiedener keramischer Glühstiftkerzen

Figur 4: Darstellung des Einflusses der Steigungsunterschiede der Geraden der einzelnen Glühstiftkerzen beim Parametrierungsprozess.

Gleiche Merkmale sind mit gleichen Bezugszeichen gekennzeichnet.

Kalte Verbrennungsmotoren, insbesondere Dieselmotoren, benötigen bei Umgebungstemperaturen von < 40°C eine Starthilfe zur Zündung des in den Dieseimo- tor eingeleiteten Kraftstoff-Luft-Gemisches. Als Starthilfe werden Glühsysteme eingesetzt, welche aus Glühstiftkerzen, einem Glühzeitsteuergerät und einer Glühsoftware, welche in einem Motorsteuergerät abgelegt ist, bestehen. Figur 1 zeigt ein solches Glühsystem 1 . Eine keramische Glühstiftkerze 2 ragt dabei in den Brennraum 3 des Dieselmotors 4. Die Glühstiftkerze 2 ist einerseits mit dem Glühzeitsteuergerät 5 verbunden und führt andererseits an eine Bordnetzspannung 6, die die Glühstiftkerze 2 mit einer Nennspannung von beispielsweise 1 1 Volt ansteuert. Das Glühzeitsteuergerät 5 ist mit dem Motorsteuergerät 7 verbunden, welches wiederum an den Dieselmotor 4 führt.

Zur Zündung des Kraftstoff-Luft-Gemisches wird die Glühstiftkerze 2 in einer Push-Phase, die 1 bis 2 Sekunden dauert, durch das Anlegen einer Überspannung vorgeheizt. Die elektrische Energie, die der Glühstiftkerze 2 somit zugeführt wird, wird durch einen nicht weiter dargestellten Heizer der Glühstiftkerze 2 in

Wärme umgewandelt. Dabei steigt die Temperatur an der Spitze der Glühstiftkerze 2 steil an. Die Heizleistung des Heizers wird über das elektronische Glühzeitsteuergerät 5 an die Anforderungen des jeweiligen Dieselmotors 4 angepasst. Das Kraftstoff-Luft-Gemisch wird an der heißen Spitze der Glühstiftkerze 2 vor- beigeleitet und erwärmt sich dabei. Gleichzeitig kühlt die Spitze der Glühstiftkerze 2 aus. Verbunden mit einer Ansauglufterwärmung während des

Verdichtertaktes des Dieselmotors 4 wird die Entflammungstemperatur des Kraftstoff-Luft-Gemisches erreicht. Die Temperatur der keramischen Glühstiftkerze 2 wird mittels eines Regelkreises

10 geregelt, welcher in Figur 2 dargestellt ist. Ein solcher Regelkreis 10 kann entweder im Glühzeitsteuergerät 5 oder im Motorsteuergerät 7 abgelegt sein. Der Regelkreis 10 umfasst eine Temperaturvorgabeeinheit 1 1 , welche eine Soll- Glühtemperatur Tsoii für die Glühstiftkerze 2 vorgibt und an eine Vorsteuerungs- einheit 12 führt. In der Vorsteuerungseinheit 12 ist ein Basiskennfeld KF hinterlegt, das einen Zusammenhang zwischen der Soll-Temperatur T soN und einer Ansteuerspannung UKF für die Glühstiftkerze 2 in Abhängigkeit von einer gemessenen Motordrehzahl n und einer Einspritzmenge q des Dieselmotors 4 angibt. Eine Diagnoseeinheit 13 ist mit der Glühstiftkerze 2 elektrisch verbunden. Mittels eines Sensors 14 werden an der Glühstiftkerze 2 der aktuelle Strom und die ak- tuelle Spannung gemessen, aus welchen der reale Widerstand R is t der Glühstiftkerze 2 bestimmt wird, die aktuell in dem Dieselmotor 4 verbaut ist. Über ein mathematisches Modell MF in einer Modellierungseinheit 1 5 wird die aktuelle Temperatur Tjst der Glühstiftkerze 2 ermittelt. Im Knotenpunkt 1 6 wird die Soll- Temperatur T so n mit der tatsächlichen Temperatur T ist vergleichen. Aus der Temperaturabweichung T d i ff berechnet die Regeleinheit 17 eine Korrekturspannung U d i ff , die zur Ansteuerspannung U K F vorzeichenrichtig addiert wird (Punkt 1 8). Auf diese Art und Weise wird die Soll-Temperatur T so n der Glühstiftkerze 2 zu jedem Zeitpunkt exakt an den optimalen Arbeitspunkt des Dieselmotors 4 angepasst.

Das mathematische Modell MF bildet dabei eine Temperatur-Widerstand- Korrelation der Glühstiftkerze 2 ab, der eine schnelle und wirklichkeitsnahe Ermittlung der aktuelle Temperatur T ist ermöglicht. In der Modellierungseinheit 1 5 wird das mathematische Modell MF in einer Parametrierungsphase des Glühstift- kerzensystems 1 gewonnen. Diese Parametrierungsphase erfolgt vorzugsweise bei Stillstand des Dieselmotors 4 im Nachlauf des Glühzeitsteuergerätes 5 oder des Motorsteuergerätes 7.

Im Weiteren soll auf den Parametrierungsprozess zur Bestimmung der Tempera- tur-Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze Bezug genommen werden. Vor dem Einbau einer Glühstiftkerze in ein Glühstiftkerzensystem 1 des Dieselmotors 4 wird eine Nominalgerade für eine Serie von Glühstiftkerzen 2 ermittelt. Bei der Ermittlung der Nominalgerade wird jede der ausgewählten Glühstiftkerzen 2 der Serie auf eine obere Glühtemperatur von 1250°C und anschließend auf eine un- tere Glühtemperatur von 920°C aufgeheizt. Bei jeder dieser beiden Glühtemperaturen wird für jede einzelne Glühstiftkerze der zugehörige Glühstiftkerzen- Widerstand ermittelt. Die sich aus solchen Messungen ergebende Geradenschar ist in Figur 3 dargestellt. Betrachtet man diese Temperatur-Widerstands- Charakteristiken, die für mehrere verschiedene Glühstiftkerzen 2 bestimmt wur- den, so kann man feststellen, dass die Geradengleichungen nahezu die gleichen

Steigungen m aufweisen. Dabei ist ersichtlich, dass die Widerstandsgeraden der einzelnen Glühstiftkerzen 2 zwischen einer oberen und einer unteren Geraden G 0 und Gu liegen.

Die sich so ergebenden beiden Temperatur-Widerstandspaare jeder Gerade ei- ner Glühstiftkerze 2 gehen in ein widerstandbasiertes Temperaturmodell ein.

Dieses widerstandsbasierte Temperaturmodell beinhaltet eine lineare Wider- standsgerade mit einer Steigung m und einem Temperatur-Offset T offs auf den y- Achsen der Geraden.

Es gilt die Beziehung: mit

m: Steigung, ermittelt durch den Betrieb der Glühstiftkerzen in zwei Betriebspunkten,

TQLP: modellierte Glühstiftkerzen-Oberflächentemperatur, RGLP: gemessener Glühstiftkerzen-Widerstand, offs : y-Achsen-Abschnitt der Geradengleichung

Aus dieser Geradenschar der einzelnen Glühstiftkerzen wird eine, einen Mittelwert darstellende Nominalgerade mit einer Nominalsteigung rm 0 und einem Nominaloffset R 0 bestimmt. Es findet eine Offset-Verschiebung statt, die sich im Punkt T 0 der Nominalgerade widerspiegelt, wobei der Punkt T 0 aus dem gemessenen Arbeitspunkt A1 der Nominalgerade abgeleitet wird.

Bei der Verwendung dieser Nominalgeraden während des

Parametrierungsprozesses wird die Nominalgerade mit der Steigung rm 0 in Richtung des oberen Arbeitspunktes A1 verschoben. Die Offset-Verschiebung R 0 , die sich im Punkt T 0 widerspiegelt und die mittlere Steigung der Geraden werden durch Mittelung der Steigung und des Offsets der einzelnen Geraden ermittelt.

Wie aus der Darstellung in Figur 4 hervorgeht, in welcher alle, für die separaten Glühstiftkerzen 2 ausgemessenen Geraden in den Arbeitspunkt A1 verlegt sind, weicher einem gemessenen Temperatur- Widerstandspaar entspricht, entspricht der aus allen Geraden der Glühstiftkerzen ermittelte Steigungsunterschied einer Temperaturdifferenz von ΔΤ = +/- 15°C. Die Nominaloffset R 0 zwischen dem oberen und dem unteren Arbeitspunkt A2, A1 beträgt dabei 222 mQ. Die durch- schnittliche Steigung m 0 beträgt 1 ,261 °C/mQ und wird aus den Steigungen der einzelnen Geraden der ausgemessenen Glühstiftkerzen 2, welche zwischen 1 ,194°C/mQ und 1 ,334°C/mQ gemessen wurden, ermittelt.

Der aufgrund der unterschiedlichen individuellen Steigung m der Glühstiftkerzen 2 entstehende Fehler ΔΤ ist demzufolge gering.

Zum Start des Einpunkt-Parametrierungsprozesses wird die in der Brennkraftmaschine verbaute keramische Glühstiftkerze 2 auf eine Glühtemperatur von 1250°C aufgeheizt, wobei die Glühstiftkerze 2 mit einer Spannung von 7 Volt bestromt wird. Gemäß Figur 4 befindet man sich dann bei der Spannung von 1250°C bei einem Widerstand R_Gi_p@T2 nom . Nach einer kurzen Verweilzeit, welche zeitlich bestimmt werden kann oder abhängig von der gemessenen Widerstandskorrelation der Glühstiftkerze 2 bestimmt wird, wird der Widerstand R_- Gi_p@T2 nom gemessen. Danach wird die Bestromung abgeschaltet.

Es gilt:

R_GLP@T nom R_GLP@T2nom : Glühstiftkerzen-Widerstände bei einer unterer

/oberer Nominaltemperatur von 920°C bzw. 1250°C

R 0 : Nominaloffset zwischen oberen und unteren Arbeitspunkten A1 , A2 der Temperaturregelung der keramischen Glühstiftkerzen 2

T1 nom , T2 nom : nominale Glühstiftkerzentemperaturen von 920°C bzw. 1250°C, welche als Festwerte aus den Produktionsdaten entnommen werden.

Die modellierte Glühtemperatur T(R G LP) der Glühstiftkerze 2 ist bei einer Para- metrierung aus dem gemessenen Widerstandswert R_ Gi_p@T2 nom , einfach zu bestimmen, da die Nominalparameter T1 nom der nominalen Temperatur von 920°C entspricht, die mittlere Nominalsteigung rm 0 aus der Nominalgeraden bekannt ist und der Nominaloffset R 0 ebenfalls aus der Nominalgeraden bestimmt wird. Die modellierte Glühstiftkerzen-Temperatur T(R G LP) wird somit einfach aus der Gleichung

T(RGLP) = m 0 * R_GLP + To (2) bestimmt. Der Widerstandswert R_ G LP entspricht dabei dem aktuellen, während der Regelung gemessenen Widerstandswert R| St in Figur 2. Somit lässt sich aus dieser Gleichung (2) einfach die modellierte Glühstiftkerzen-Temperatur T(R G LP) ermitteln.

Anhand dieser modellierten Glühstiftkerzen-Temperatur T(R G LP), welche in das widerstandsbasierte Temperaturmodell eingeht, wird die tatsächliche Oberflächen-Basistemperatur T ist der Glühstiftkerze 2 ermittelt und im Regelkreis gemäß Figur 2 weiter verarbeitet.

Die vorgeschlagene Bestimmung einer Temperatur-Widerstands-Korrelation einer Glühstiftkerze beruht auf einer Einpunkt-Parametrierung und verkürzt den Lernprozess des Temperatur-Widerstandsmodells um die Hälfte.