Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND DEVICE FOR DETERMINING THE TRAIN LENGTH OF A PLURALITY OF COUPLED RAILWAY TRACTION VEHICLES
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/124519
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and device for determining the train length of a plurality of coupled railway traction vehicles (1a, 1b, 1c), each comprising a vehicle device (2a, 2b, 2c) having an ID specific to the railway traction vehicle. In order to enable the determination of the train length of arbitrarily long train sets in a secure signaling manner using simple means, according to the invention, the vehicle devices (2a, 2b, 2c) determine whether the railway traction vehicle (1a, 1b, 1c) is coupled on one side or both sides by evaluating the coupling contacts, and the IDs of all coupled railway traction vehicle(1a, 1b, 1c) or ID pairs indicating the adjoining relationships of railway traction vehicles (1a/1b, 1b/1c) directly coupled to one another are successively transmitted to a particular vehicle device (2a, 2b, 2c) by means of digital I/O connections (5a, 5b, 6a, 6b) between the vehicle devices (2a, 2b, 2c), said device determining the train length as a function of the received IDs or ID pairs.

Inventors:
BODE, Christian (Holwedestr. 10, Braunschweig, 38118, DE)
RAHN, Karsten (Sudbergsweg 14, Cremlingen, 38162, DE)
Application Number:
EP2011/054995
Publication Date:
October 13, 2011
Filing Date:
March 31, 2011
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
BODE, Christian (Holwedestr. 10, Braunschweig, 38118, DE)
RAHN, Karsten (Sudbergsweg 14, Cremlingen, 38162, DE)
International Classes:
B61L25/02; B61L15/00
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
Download PDF:
Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Bestimmung der Zuglänge mehrerer gekuppelter Triebfahrzeuge (la, lb, lc) , welche jeweils ein Fahrzeuggerät (2a, 2b, 2c) mit triebfahrzeugspezifischer ID - Identifizierungsnummer - aufweisen,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Fahrzeuggeräte (la, lb, lc) durch Auswertung der Kuppel¬ kontakte feststellen, ob das Triebfahrzeug (la, lb, lc) ein- seitig oder beidseitig gekuppelt ist und dass das Fahrzeugge¬ rät (2a, 2c) mindestens eines ersten der beiden einseitig ge¬ kuppelten Triebfahrzeuge (la, lc) ein Datentelegramm, das seine ID enthält, über eine digitale E/A-Verbindung - Ein- gang-/Ausgang-Verbindung - (5a, 5b, 6a, 6b) an das Fahr- zeuggerät (2b) des gekuppelten Triebfahrzeuges (lb) über¬ trägt, welches an das Datentelegramm seine ID anfügt, wobei das Datentelegramm ggf. über weitere Fahrzeuggeräte und digitale E/A-Verbindungen sukzessive um alle IDs der ge¬ kuppelten Triebfahrzeuge (la, lb, lc) erweitert und von dem Fahrzeuggerät (2c, 2a) des zweiten einseitig gekuppelten Triebfahrzeuges (lc, la) empfangen und anhand der IDs

hinsichtlich der Zuglänge der gekuppelten Triebfahrzeuge (la, lb, lc) ausgewertet wird. 2. Verfahren zur Bestimmung der Zuglänge mehrerer gekuppelter Triebfahrzeuge (la, lb, lc) , welche jeweils ein Fahrzeuggerät (2a, 2b, 2c) mit triebfahrzeugspezifischer ID - Identifizierungsnummer - aufweisen,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die Fahrzeuggeräte (2a, 2b, 2c) durch Auswertung der Kuppel¬ kontakte feststellen, ob das Triebfahrzeug (la, lb, lc) ein¬ seitig oder beidseitig gekuppelt ist, dass die Fahrzeuggeräte (2a, 2b, 2c) ihre ID an das/die Fahrzeuggerät/e des/der di¬ rekt gekuppelten Triebfahrzeuge/s (lb) übertragen und dass die resultierenden ID-Paare über digitale E/A-Verbindungen (5a, 5b, 6a, 6b) an das Fahrzeuggerät (2a, 2c) mindestens eines der beiden einseitig gekuppelten Triebfahrzeuge (la, lc) weitergeleitet werden, wobei dieses Fahrzeuggerät (2a, 2c) die ID-Paare hinsichtlich der Zuglänge der gekuppelten Triebfahrzeuge (la, lb, lc) auswertet.

3. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

die auszuwertenden Daten an mindestens ein weiteres Fahrzeug¬ gerät (2a, 2b, 2c) zur redundanten Auswertung weitergeleitet werden .

4. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der vorangehenden Ansprüche,

d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass

das Fahrzeuggerät (2a, 2b, 2c) über digitale E/A-Baugruppen - Eingang-/Ausgang-Baugruppen - mit den beiden Kuppelkontakten des Triebfahrzeuges (la, lb, lc) verbunden ist.

Description:
Beschreibung

Verfahren und Vorrichtung zur Bestimmung der Zuglänge mehrerer gekuppelter Triebfahrzeuge

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Bestimmung der Zuglänge mehrerer gekuppelter Triebfahrzeuge, welche jeweils ein Fahrzeuggerät mit triebfahrzeugspezifischer ID - Identifizie ¬ rungsnummer - aufweisen sowie eine zur Durchführung des Ver- fahrens geeignete Vorrichtung.

Eine der größten Herausforderungen in schienengebundenen Verkehrssystemen, insbesondere Nahverkehrssystemen, ist die sichere Bestimmung der Zuglänge, wenn mehrere Triebfahrzeuge zu einem Zugverband gekuppelt sind. Von existentieller Bedeutung ist die sichere Bestimmung der Zuglänge für Zugbeeinflus ¬ sungssysteme, bei denen im absoluten Bremswegabstand - moving block - gefahren wird oder wenn Bahnsteigtüren zuglängenab- hängig sicher gesteuert werden müssen. Voraussetzung für die zugverbandinterne Feststellung der Zuglänge ist eine zuver ¬ lässige Kommunikationsverbindung zwischen allen gekuppelten Triebzügen. Insbesondere bei älteren Triebfahrzeugen stehen jedoch nur wenige Kontakte an den Triebfahrzeugkupplungen zur Verfügung, welche bei Neuausrüstung mit modernen Zugbeein- flussungssystemen fast vollständig belegt sind. Außerdem sind die Kupplungskontakte häufig von derart schlechter Qualität, dass zum Aufbau einer hochwertigen Kommunikationsverbindung ein erheblicher Zusatzaufwand, beispielsweise Fritten der Kupplungskontakte, erforderlich ist.

Eine Vorrichtung zur externen Zuglängenmessung während der Fahrt ist aus der DE 101 40 052 Cl bekannt. Bei modernen Be ¬ triebskonzepten, wie z. B. FFB - Funkfahrbetrieb - oder ETCS - European Train Control System - Level 3, wird jedoch eine Verlagerung möglichst vieler Funktionen, beispielsweise

Ortung, Zuglängen- und Zugvollständigkeitsbestimmung, auf das Schienenfahrzeug angestrebt.

Bei modernen Zugbeeinflussungssystemen besteht üblicherweise eine durchgehende Kommunikationsverbindung, insbesondere Bus ¬ verbindung, zwischen den Fahrzeuggeräten der aneinander gekuppelten Triebfahrzeuge. Ein Austausch der Längen der einzelnen Triebfahrzeuge zwischen den Fahrzeuggeräten ist also gegeben. Allerdings kann diese Information allein nicht sicherungstechnisch verwendet werden, da ein ausgefallenes oder ausgeschaltetes Fahrzeuggerät nicht kommunizieren kann und damit bei der Ermittlung der Zuglänge nicht berücksichtigt werden würde. Zusätzlich kann, insbesondere bei PLC - power line communication - oder Funkkommunikation, ein Übersprechen zu einem Triebfahrzeug auf einem Nachbargleis nicht ausge ¬ schlossen werden. Eine alleinige Kommunikationsverbindung im Sinne einer Busverbindung zwischen den gekuppelten Triebfahrzeugen ist folglich nicht ausreichend, um die Zuglänge und die Zusammensetzung des Zugverbandes signaltechnisch sicher feststellen zu können. Verschiedene bekannte Ansätze beruhen deshalb auf der Kombination der Busverbindung mit weiteren Kommunikationsarten .

Bei einer bekannten Lösung werden dazu die üblicherweise vorhandenen Kuppelkontaktabfragen genutzt. Dadurch ist bekannt, an welcher Seite ein Triebfahrzeug gekuppelt ist. Vorausge ¬ setzt wird, dass diese Information in ausreichender sicherungstechnischer Qualität zur Verfügung steht. Auf diese Weise können in Kombination mit der Buskommunikation jedoch nur Zugverbände, die aus zwei gekuppelten Triebfahrzeugen bestehen, beherrscht werden. Ein Fahrzeuggerät in der Mitte des Zugverbandes, d. h. ein Fahrzeuggerät eines beidseitig gekup ¬ pelten Triebfahrzeuges könnte unerkannt bleiben, da dieses Fahrzeuggerät für den Fahrbetrieb nicht benutzt wird und so ¬ mit deaktiviert sein könnte.

Ein weiterer Lösungsansatz beruht auf Kombination der Buskom- munikation mit einer zusätzlichen direkten Kommunikationsverbindung zwischen den benachbarten Fahrzeuggeräten. Dazu muss jedoch jedes Fahrzeuggerät über zwei zusätzliche Kommunika ¬ tionsleitungen mit der hinteren und der vorderen Kupplung des Triebfahrzeuges verbunden werden. Nachteilig ist neben dem erheblichen Aufwand die Belegung eines Kupplungsanschlusses, der somit für andere Funktionen nicht mehr zur Verfügung steht .

Bekannt ist auch die Verwendung eines Zuglängenwahlschalters im Führerstand des Zugverbandes, welcher durch den Fahrer be ¬ tätigt wird. Die Zuglängenbestimmung unterliegt also der menschlichen Fehlerrate und erfüllt damit nicht die Anforde ¬ rungen an ein modernes Zugbeeinflussungssystem. Hinzu kommt, dass auch der Zuglängenwahlschalter nicht sicher ausgeführt und damit fehleranfällig sein kann.

Um diesen Nachteil zu beseitigen, kann eine signaltechnisch sichere Eingabe durch den Fahrer vorgesehen sein. Dabei ist eine aufwändige Eingabeprozedur, beispielsweise über ein Fah- rerdisplay erforderlich. Aber auch diese Eingabe genügt nicht den Anforderungen an ein modernes Zugbeeinflussungssystem.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur signaltechnisch sicheren Feststellung der Zuglänge bei einer unbegrenzten Anzahl gekuppelter Triebfahrzeuge anzugeben.

Die Aufgabe wird verfahrensgemäß dadurch gelöst, dass die Fahrzeuggeräte durch Auswertung der Kuppelkontakte feststel- len, ob das Triebfahrzeug einseitig oder beidseitig gekuppelt ist und dass das Fahrzeuggerät mindestens eines ersten der beiden einseitig gekuppelten Triebfahrzeuge ein Datentele ¬ gramm, das seine ID enthält, über eine digitale E/A-Verbin- dung - Eingabe-/Ausgabe-Verbindung - an das Fahrzeuggerät des gekuppelten Triebfahrzeuges überträgt, welches an das Daten ¬ telegramm seine ID anfügt, wobei das Datentelegramm gegebe ¬ nenfalls über weitere Fahrzeuggeräte und digitale E/A-Verbin ¬ dungen sukzessive um alle IDs der gekuppelten Triebfahrzeuge erweitert und von dem Fahrzeuggerät des zweiten einseitig ge ¬ kuppelten Triebfahrzeuges empfangen und anhand der IDs hin ¬ sichtlich der Zuglänge der gekuppelten Triebfahrzeuge ausge ¬ wertet wird. Bei modernen Zugbeeinflussungssystemen ist jedem Fahrzeuggerät die Länge des zugehörigen Triebfahrzeuges bekannt. Zur Längenbestimmung des Zugverbandes werden die IDs der gekup ¬ pelten Triebfahrzeuge ausgewertet, indem die den IDs der Triebzüge entsprechenden Einzellängen der Triebfahrzeuge auf- summiert werden. Wenn nur Triebfahrzeuge gleichen Typs gekup ¬ pelt werden dürfen, reicht eine Multiplikation der eigenen Triebfahrzeuglänge mit der Anzahl der übermittelten IDs, d.h. der Anzahl der Fahrzeuggeräte, im Zugverband. Zunächst stellt jedes Fahrzeuggerät durch Auswertung der Kup ¬ pelkontakte fest, ob das Triebfahrzeug einseitig oder beid ¬ seitig gekuppelt ist. Dann senden die beiden außen liegenden Fahrzeuggeräte, welche nur einseitig gekuppelt sind, mindes ¬ tens aber eines dieser beiden Fahrzeuggeräte ihre ID, z. B. als Binärzahl, über die digitale E/A-Verbindung an das benachbarte Fahrzeuggerät. Dazu wird der digitale Ausgang le ¬ diglich aktiviert bzw. deaktiviert. Das benachbarte Fahrzeug ¬ gerät empfängt die ID des ersten Fahrzeuggerätes über den entsprechenden digitalen Eingang und erweitert das empfangene Datentelegramm durch seine eigene ID und sendet diese kombi ¬ nierte ID zum nächsten Fahrzeuggerät usw. Das letzte Fahr ¬ zeuggerät, welches wie das erste nur einseitig gekuppelt ist, kennt durch den Empfang der geordneten IDs der anderen Fahr- zeuggeräte die Zusammensetzung und die Reihenfolge der ein ¬ zelnen Triebfahrzeuge im Zugverband. Anschließend kann dieses im Zugverband endseitige Fahrzeuggerät die Gesamtlänge des Zugverbandes ermitteln. Die digitale Übertragung der IDs von einem Ende des Zugverbandes zum anderen Ende kann auch in beide Richtungen erfolgen, wobei die Sicherheit der Zuglängenbestimmung durch Vergleich der beiden unabhängig voneinander ermittelten Ergebnisse noch weiter verbessert wird.

Auf diese Weise ist eine Zuglängenbestimmung für Zugverbände aus beliebig vielen gekuppelten Triebfahrzeugen mit signaltechnisch höchster Sicherheit möglich. Besonders vorteilhaft ist dabei, dass die Zuglängenbestimmung unabhängig von der Busverbindung zwischen den Fahrzeuggeräten ist. Eine nicht korrekt funktionierende oder betriebsartkonform vorgesehene Deaktivierung der Buskommunikation hat keinen Einfluss auf die Ermittlung der Zuglänge. Neben der Zuglänge ist auch die Reihenfolge der gekuppelten Triebfahrzeuge im Zugverband be ¬ kannt und kann ebenfalls für sicherheitsrelevante Prozesse, beispielsweise Zugsteuerungsprozesse, verwendet werden.

Die Aufgabe wird in einer Variante des Verfahrens auch da ¬ durch gelöst, dass die Fahrzeuggeräte durch Auswertung von Kuppelkontakten feststellen, ob das Triebfahrzeug einseitig oder beidseitig gekuppelt ist, dass die Fahrzeuggeräte ihre ID an das/die Fahrzeugerät/e des/der direkt gekuppelten

Triebfahrzeuge/s übertragen und dass die resultierenden ID- Paare über digitale E/A-Verbindungen an das Fahrzeuggerät mindestens eines der beiden einseitig gekoppelten Triebfahrzeuge weitergeleitet werden, wobei dieses Fahrzeuggerät die ID-Paare hinsichtlich der Zuglänge der gekuppelten Triebfahrzeuge auswertet.

Bei dieser Variante werden die IDs nur an das jeweilige Nach ¬ barfahrzeuggerät übermittelt, wobei nur diese Nachbarschafts ¬ beziehungen, d. h. die ID-Paare, in einem Fahrzeuggerät ge ¬ sammelt und ausgewertet werden. Anstelle eines langen Daten ¬ telegramms mit aneinander gereihten IDs gemäß der ersten Verfahrensvariante entstehen bei dieser zweiten Verfahrensva ¬ riante mehrere kürzere Datentelegramme, die jedoch den glei ¬ chen Informationsgehalt aufweisen.

Bei beiden Verfahrensvarianten können die auszuwertenden Daten gemäß Anspruch 3 an mindestens ein weiteres Fahrzeuggerät zur redundanten Auswertung weitergeleitet werden. Die sicheren Datentelegramme werden dazu über die nicht sicheren digi ¬ talen E/A-Verbindungen zwischen den Fahrzeuggeräten vorzugsweise an alle im Zugverband vorhandenen Fahrzeuggeräte ver ¬ teilt und dort ebenfalls hinsichtlich Zuglänge und/oder Rei ¬ henfolge der aneinander gekuppelten Triebfahrzeuge ausgewertet. Dadurch kann die Fehlerquote noch weiter verringert wer ¬ den .

Zur Durchführung beider Verfahrensvarianten ist gemäß Anspruch 4 eine Vorrichtung vorgesehen, die dadurch gekennzeichnet ist, dass das Fahrzeuggerät über digitale E/A-Bau ¬ gruppen - Eingang-/Ausgang-Baugruppen - mit den beiden Kupplungen des Triebfahrzeuges verbunden ist.

Zur Übertragung sicherungstechnischer Informationen wird somit eine einfache digitale E/A-Baugruppe geringer Qualität verwendet, die von der einen Fahrzeugkupplung zu der zweiten Fahrzeugkupplung am anderen Ende des Triebfahrzeuges geführt und quasi über das Fahrzeuggerät geschleift ist. Das Fahr- zeuggerät selbst muss nicht in voll betriebsfähigem Zustand sein. Lediglich die Erkennung des Kuppelzustandes - einseitig oder beidseitig - und die Aktivierung der digitalen Kommunikation über die E/A-Baugruppen zur Telegrammerzeugung mit der eigenen ID muss mit dem Fahrzeuggerät möglich sein. Die eigentlichen Aufgaben des Fahrzeuggerätes zur Steuerung des Triebfahrzeuges können deaktiviert sein, was bei mittleren, d. h. beidseitig gekuppelten, Triebfahrzeugen üblich ist. Vorteilhaft bei der erfindungsgemäßen Kombination von Kuppelkontaktauswertung und digitaler E/A-Verbindung ist darüber hinaus, dass für den sicherungstechnischen Informationsaus ¬ tausch Standard-E/A-Baugruppen einfachster Bauart verwendet werden können und dass diese digitale E/A-Verbindung von si- cheren und nicht sicheren Komponenten gemeinsam genutzt werden kann. So können dieselben Kommunikationsleitungen, die den digitalen Eingang bzw. Ausgang bilden, beispielsweise auch für PLC verwendet werden. Falls digitale E/A-Verbindungen bereits für andere Zwecke eingerichtet sind, können diese zur Zuglängenbestimmung mitbenutzt werden, da die Zuglängenbestimmung nur bei Änderung der Zugverbandszusammensetzung erforderlich ist und folglich mit sehr geringem Ressourcenbedarf auskommt. Selbstverständlich kann als triebfahrzeugspe- zifische ID die Fahrzeugnummer oder jede andere dem Fahrzeug- gerät eindeutig zuzuordnende ID verwendet werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand einer figürlichen Darstellung erläutert. Die Figur zeigt einen Zugverband, der aus drei Triebfahrzeu ¬ gen la, lb und lc besteht, welche jeweils ein Fahrzeuggerät 2a, 2b und 2c aufweisen. Die Triebfahrzeuge la, lb und lc sind über Kupplungen 3 und 4 mechanisch und elektrisch miteinander verbunden. Dabei sind das erste und das dritte Triebfahrzeug la und lc einseitig gekuppelt, während das mittlere, zweite Triebfahrzeug lb beidseitig gekuppelt ist. Über die Kupplungen 3 und 4 sind digitale E/A-Verbindungen 5a, 5b und 6a, 6b jeweils zwischen digitalen Ausgängen A und digitalen Eingängen E der Fahrzeuggeräte 2a, 2b und 2c ge ¬ führt. Auch an den nicht gekuppelten Seiten der Triebfahrzeuge la und lc sind digitale E/A-Verbindungen bis zu einem Kupplungsanschluss 7 und 8 geführt. Um die Zuglänge des Zugverbandes mit den drei Triebfahrzeugen la, lb und lc zu bestimmen, werden zunächst durch die Fahrzeuggeräte 2a, 2b und 2c die Kupplungskontakte ausgewertet, wobei die Fahrzeuggeräte 2a und 2c einseitige Kupplung und das Fahrzeuggeräte 2b des mittleren Triebfahrzeuges lb beid- seitige Kupplung feststellen.

In einer ersten Variante zur Zuglängenbestimmung senden die beiden einseitig gekuppelten Fahrzeuggeräte 2a und 2c ihre triebfahrzeugspezifische ID, die auch triebfahrzeuglängenspe- zifisch ist, über die E/A-Verbindung 5a bzw. 6a an das mittlere Fahrzeuggerät 2b. Dieses mittlere Fahrzeuggerät 2b hängt an das empfangene Datentelegramm seine eigene ID an und lei ¬ tet dieses erweiterte Datentelegramm über die E/A-Verbindung 5b bzw. 6b an das zweite einseitig gekuppelte Fahrzeuggerät 2c bzw. 2a weiter. In mindestens einem dieser endseitigen

Fahrzeuggeräte 2a oder 2c werden die empfangenen IDs der bei ¬ den anderen Fahrzeuggeräte 2a und 2b bzw. 2c und 2b mit der eigenen ID verknüpft, wobei sowohl die Gesamtlänge des Zug ¬ verbandes als auch die Reihenfolge der aneinander gekuppelten Triebfahrzeuge la, lb und lc ermittelt werden.

Bei einer zweiten Variante zur Ermittlung der Zuglänge des gesamten Zugverbandes werden nach Feststellung des Kuppelzustandes - einseitige oder beidseitige Kupplung - nur zwischen benachbarten Fahrzeuggeräten 2a und 2b sowie 2b und 2c die triebfahrzeugspezifischen IDs ausgetauscht. Diese ID-Paare werden dann über die digitalen E/A-Verbindungen 5a, 5b, 6a, 6b in mindestens einem der Fahrzeuggeräte 2a, 2b und 2c ge- sammelt und dort hinsichtlich der Zuglänge und der Reihen ¬ folge der gekuppelten Triebfahrzeuge la, lb und lc ausgewer ¬ tet .

Mit beiden Verfahrensvarianten ist eine sicherungstechnische Feststellung der Zuglänge von Zugverbänden mit beliebiger Anzahl gekuppelter Triebfahrzeuge möglich. Die digitalen E/A- Verbindungen 5a, 5b, 6a, 6b können dabei als einfache, digi ¬ tale E/A-Schnittstellen ausgebildet sein.




 
Previous Patent: OVERCURRENT SWITCHING DEVICE

Next Patent: HIGH PERFORMANCE VALVE