KOHLA, Bernhard (St. Peter Hauptstrasse 35d, Graz, A-8042, AT)
GRAZE, Bernd (Feuerbachgasse 30a, Graz, A-8020, AT)
KISS, Michael (Krottendorfer Strasse 84/1/4, Graz, A-8052, AT)
KOHLA, Bernhard (St. Peter Hauptstrasse 35d, Graz, A-8042, AT)
GRAZE, Bernd (Feuerbachgasse 30a, Graz, A-8020, AT)
Ansprüche:
1. Verfahren zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten (O) 5
insbesondere Metallobjekten, mittels einer Spule (S), die an einer Förderstrecke (3) angeordnet ist, auf der ein Materialstrom (2) mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit (v) in eine Richtung (x) bewegt wird, wobei der Materialstrom leitfähige und/oder ferromagnetische Objekte (O) aufweisen kann, umfassend das Erzeugen eines elektromagnetischen Wechselfeldes mittels Anregung der Spule (S) mit einer sinusförmigen Spannung (u e
(t)) konstanter Frequenz (f^), das Erfassen einer durch ein Objekt (O) verursachten Impedanzänderung der Spule S durch Ermitteln zumindest eines Wertepaars aus einem Scheitelwert (I M
) eines sinusförmigen Spulenstromes OMO)) und einer Phasenverschiebung (φM) zwischen dem Spulenstrom
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Werte des Eintrittspunkts und des Austrittspunkts des Fensters des Fensterkomparators symmetrisch zu einer Signalmittellinie, insbesondere Nulllinie, des Spulenstroms festgelegt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Materialbestimmung des- Objekts (O) zumindest ein bei einer diskreten Messphase (φM) ermittelter Scheitelwert (IM) mit entsprechenden Scheitelwerten von Referenzproben verglichen wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Messphase (φM) nahe einem bei größter Annäherung des Objekts (O) an die
Spule (S) auftretenden maximalen Phasenverschiebungswinkel (φ ma χ) gewählt wird, wobei jedoch vorzugsweise der Abstand zwischen dem Messphasenwinkel (φM) und dem maximalen Phasenverschiebungswinkel (φ ma χ) zumindest so groß gewählt wird, dass er auch mit den kleinsten im Materialstrom (2) auftretenden Objekten (O) erreicht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitpunkt des Erreichens des Messphasenwinkels (φM) bei bekannter Geschwindigkeit (v) des Materialstroms (2) als Referenzzeitpunkt für die Ausbringung des Objekts (O) aus dem Materialstrom (2) verwendet wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der maximale Phasenverschiebungswinkel (φ max ) bestimmt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitpunkt des Erreichens des maximalen Phasenverschiebungswinkel (φ max ) bei bekannter Geschwindigkeit (v) des Materialstroms (2) als Referenzzeitpunkt für die Ausbringung des Objekts (O) aus dem Materialstrom (2) verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch periodisches Erfassen von Wertepaaren aus Scheitelwert und Phasenverschiebung der Stromverläufe (io(t), i M (t)) für verschiedene Phasenwinkel φ(x) die zugehörige Ortskurve (Al, A2) punktweise aufgenommen und zur Auswertung durch Vergleich mit Referenzortskurven herangezogen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst aus dem Anregspannungsverlauf u e (t) und dem Stromverlauf i o (t) der Spule S im von Objekten (O) unbeeinflussten Zustand die Offsetphase (φ os ) ermittelt wird und in weiterer Folge die Messphasenwinkel (φu) der Stromverläufe (I M (O) auf die Offsetphase (φ os ) bezogen werden.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anreg- bzw. Messfrequenz f M auf einen Wert zwischen 1 kHz und 1 MHz, vorzugsweise zwischen 5 und 100 kHz und am meisten bevorzugt zwischen 10 und 50 kHz eingestellt wird.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Spulendurchmesser (d) kleiner als ein mittlerer Durchmesser (D) der zu unterscheidenden
Objekte (O) gewählt wird.
12. Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten (O), insbesondere Metallobjekten, mit einer Spannungsquelle (11, 12) zur Erzeugung einer sinusförmigen Anregspannung (ue(t)) konstanter Frequenz (fu), einer Spule (S) 5 der die Anregspannung (U s (t)) zur Erzeugung eines elektromagnetischen Wechselfeldes zugeführt wird, Rechenmittel (17) zum Erfassen einer durch ein Objekt (O) verursachten Impedanzänderung der Spule (S) durch Ermitteln zumindest eines Wertepaars aus einem Scheitelwert (IM) eines durch die Spule (S) fließenden sinusförmigen Spulenstromes OMO)) und einer Phasenverschiebung (<PM) zwischen dem Spulenstrom OMO)) und der Anregspannung (u e (t)), und Mittel (24) zum Bestimmen des Materials (Matl, Mat2) des Objekts (O) durch Vergleichen des zumindest einen Wertepaars aus einem Scheitelwert (IM) und einer Phasenverschiebung (φ M ) des sinusförmigen Spulenstromes OMO)) mit Referenzwerten, gekennzeichnet durch einen Fensterkomparator (15, 16) mit einer konstanten, vorzugsweise einstellbaren, Fensterbreite (Ai) 5 dem der Spulenstrom OMO)) bzw. ein dazu proportionales Spannungssignal UMO) zugeführt wird, Zeiterfassungsmittel (18, 19) zur Messung der Zeitdauer (δt M ), die der Spulenstrom OMO)) benötigt, um das Komparatorfenster (δi) zu durchlaufen, wobei die Rechenmittel (17) dazu ausgebildet sind, bei zumindest einem vorbestimmten Messphasenwinkel (φM) aus der Zeitdauer (AtM) und der Fensterbreite (Ai) des Fensterkomparators (15, 16) die Steigung des Stromverlaufs OMO)) zu errechnen sowie aus der Steigung des sinusförmigen Stromverlaufs IMO) und seiner bekannten Frequenz (f M ) den Scheitelwert (I M ) ZU errechnen.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch einen Strom/Spannungswandler, vorzugsweise ein Shuntwiderstand (13), zur Umwandlung des Spulenstromes OMO)) i n e * n proportionales Spannungssignal UMO).
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Spule (S) mit einer, vorzugsweise veränderbaren, Kapazität (C) in einen Resonanzkreis geschaltet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Werte des Eintrittspunkts (-Vref) und des Austrittspunkts (+Vref) des Fensters des
Fensterkomparators (15, 16) symmetrisch zu einer Signalmittellinie, insbesondere Nulllinie, des Spulenstroms festgelegt sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 15, gekennzeichnet durch einen Komparator (14) zur Erfassung des Nulldurchgangs (NL) der Anregspannung (u e (t)).
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeiterfassungsmittel als digitale Zähler (18, 19) mit konstanter Zählfrequenz ausgebildet sind.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Ausgangssignal (Kl) des Nulldurchgangs-Komparators (14) die Zähler (18, 19) startet und der Fensterkomparator (15, 16) bei Eintritt des Spulenstroms (i M (t)) in das Komparatorfenster einen Zähler (19) stoppt und bei Austritt des Spulenstroms (-MCO) aus dem Komparatorfenster einen weiteren Zähler (18) stoppt.
19. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass aus der Differenz der beiden Zählerstände die Zeitdauer (AT M ) abgeleitet wird, die der Spulenstrom (iM(t)) für das Durchschreiten des Komparatorfensters (δi) benötigt.
20. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Fensterkomparator (15, 16) bei Eintritt des Spulenstroms (iu(t)) in das Komparatorfenster einen Zähler startet und bei Austritt des Spulenstroms (i M (t)) aus dem Komparatorfenster den Zähler stoppt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Rechenmittel (17) dazu ausgebildet sind, zur Materialbestimmung des Objekts (O) zumindest einen bei einer diskreten Messphase (φM) ermittelten Scheitelwert (IM) mit entsprechenden Scheitelwerten von Referenzproben zu vergleichen.
22. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Rechenmittel (17) dazu ausgebildet sind, den Zählwert des zweiten Zählers (19) als index einer
Referenzwerttabelle zu benutzen und für jeden Indexwert (Ref_l - Ref_5) einen damit assoziierten Referenz-Schwellwert (Lim_l - Lim_5) auszulesen und mit dem Zählwert des ersten Zählers (18) zu- vergleichen und aus dem über- oder Unterschreiten des jeweils benutzten Referenz- Schwellwerts (Lim_l - Lim_5) auf das Material des Objekts (O) zu schließen.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass die Anregspannung (u s (t)) auf einen Wert zwischen 1 kHz und 1 MHz, vorzugsweise zwischen 5 und 100 kHz und am meisten bevorzugt zwischen 10 und 50 kHz eingestellt ist.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Periode der Anregspannung (ue(t)) ein Messzyklus ausgeführt wird.
25. Sortieranlage mit einer Fördereinrichtung (3), auf dem mit bekannter Geschwindigkeit v ein Materialstrom (2) bewegbar ist, in dem Objekte O enthalten sind, die aufgrund ihrer Leitfähigkeit und/oder ferromagnetischen Eigenschaften erkannt und mittels einer Objektausbringeinheit (4) aussortiert werden sollen, gekennzeichnet durch zumindest eine Vorrichtung (10) zum Unterscheiden der Objekte O nach einem der Ansprüche 12 bis 24, wobei die Spule (S) nahe der Fördereinrichtung (3) angeordnet ist, so dass sich in Förderrichtung (x-Richtung) des Materialstroms 2 bewegende Objekte (O) eine materialcharakteristische Impedanzänderung der Spule (S) hervorrufen, die von der Vorrichtung (10) detektiert wird, wobei die Vorrichtung (10) die Objektausbringeinheit (4) ansteuert. |
Verfahren und Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten, insbesondere Metallobjekten
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten, insbesondere Metallobjekten, mittels einer Spule, die an einer Förderstrecke angeordnet ist, auf der ein Materialstrom mit einer vorgegebenen Geschwindigkeit in eine Richtung bewegt wird, wobei der
Materialstrom leitfähige und/oder ferromagnetische Objekte aufweisen kann, gemäß den
Oberbegriffen der Ansprüche 1 und 12. Weiters umfasst die Erfindung eine Sortieranlage zum Aussortieren von Objekten aus einem Materialstrom.
Wird eine Spule S von einem sich zeitlich ändernden Strom I p durchflössen, baut sich um diese ein elektromagnetisches Feld H p auf (siehe Fig. 1). Befindet sich ein elektrisch leitendes Objekt O in der Nähe der Spule, werden basierend auf dem elektromagnetischen Induktionsprinzip an dessen Oberfläche und in oberflächennahen Schichten Wirbelströme I w induziert. Die Stromdichte nimmt dabei mit zunehmender Tiefe ab. Die Wirbelströme I w haben ihrerseits ein elektromagnetisches Sekundärfeld H 8 zur Folge, das dem Primärfeld H p entgegengerichtet ist und dieses daher schwächt. Dieser Effekt wird auch als Wirbelstromeffekt bezeichnet und ist in Fig. 1 dargestellt. Die Induktivität L 5 der mit sinusförmigem Strom I p gespeisten Spule S verringert sich bei Annäherung des leitfähigen Objekts O an die Spule S infolge des Wirbelstromeffekts. Gleichzeitig erhöht sich der ohmsche Anteil Rs der Spule S. Dabei sind Ls und Rs die in Reihe geschalteten Bestandteile eines elektrischen Ersatzschaltbildes zur Beschreibung der Spulenimpedanz Zs der Spule S. Es gilt: Zs = Rs + jω • Ls .
Besteht das elektrisch leitfähige Objekt O jedoch aus ferromagnetischen Materialien, so tritt neben dem Wirbelstromeffekt auch eine Magnetisierung des Objekts O auf. Dadurch entsteht ein weiteres, nicht zu vernachlässigendes Magnetfeld H m (siehe Fig. 1), das dem Primärfeld H p gleichgerichtet ist und dieses somit verstärkt. Dieser Effekt Wxxάferromagnetischer Effekt genannt und überlagert sich dem Wirbelstromeffekt. Der ferromagnetische Effekt ist in der Regel stärker ausgeprägt als der Wirbelstromeffekt, es kommt dadurch tendenziell zu einer Erhöhung der Induktivität L s sowie auch zu einer Erhöhung des ohmschen Widerstandes R 8 in dem oben beschriebenen Ersatzschaltbild der Spule S.
In der Dissertation von Mallwitz R., „Analyse von Wirbelstromsignalen mit problemangepassten Funktionen für die zerstörungsfreie Materialprüfung", Universität Kassel, 2000, ist der Stand der Technik zur Ermittlung von Materialeigenschaften mithilfe
des Wirbelstrom- und ferromagnetischen Effekts dargelegt. Demnach hängen Wirbelströme einerseits von Objekteigenschaften wie der spezifischen Leitfähigkeit σ und der relativen magnetischen Permeabilität μ r und damit von physikalischen Materialeigenschaften, aber auch von Oberflächenbeschaffenheit und Homogenität im Wirbelstrombereich, sowie Größe und Form des Objekts, andererseits aber auch von der Erregung (magnetische Primärfeldstärke H p und Frequenz) und dem Objektabstand ab.
üblicherweise werden Wirbelströme in leitfähigen Materialien durch Erregerspulen induziert, wobei das Primärfeld durch das resultierende Magnetfeld beeinflusst wird. Diese Beeinflussung führt einerseits zu einer änderung der Impedanz der Erregerspule, die gemessen werden kann (parametrisches Prinzip), andererseits ändert sich auch die induzierte Spannung in einer zusätzlichen Sekundärspule (transformatorisches Prinzip). Am gebräuchlichsten ist die Anregung der Erregerspule mit sinusförmigem Strom (Einfrequenzverfahren). Gewöhnlich ist die Spule dabei Bestandteil eines Resonanzkreises, meist eines Serienresonanzkreises. Strom und Spannungen innerhalb des Kreises ändern sich, wenn ein leitfähiges Objekt in den Wirkbereich des Spulenfeldes kommt.
Die Messgrößen können unabhängig vom Prinzip entweder absolut (Absolutanordnung) oder als Differenzsignale zu einem Vergleichssensor (Differenzanordnung) gemessen werden.
Die Anregung der Magnetisierungsspule kann auch mit impulsförmigen Strömen erfolgen (Puls-Induktions- Verfahren).
Aus der Europäischen Patentanmeldung EP 1 347 311 A2 ist ein Verfahren zum Aussortieren von Metallobjekten einer bestimmten Materialeigenschaft, insbesondere von Buntmetallen untereinander, mittels mehrerer Puls-Induktions-Einzelsonden, die den Detektor bilden und Induktions-Signale der Metallobjekte erfassen, wobei änderungen der von den Metallobjekten ausgestrahlten Induktions-Signale zum Aussortieren ausgewertet werden, bekannt.
Aus der DE 198 38 249 Al ist eine Sortieranlage zum Sortieren von metallischen Partikeln bekannt, mit der es möglich sein soll, herauszufinden, welche Materialien Metallpartikel besitzen. Diese Anlage besteht aus einem Detektor mit Einzelsonden in Array-Anordnung mit hoher räumlicher Auflösung. Die Partikel durchlaufen ein magnetisches Wechselfeld im Frequenzbereich von 0,1 MHz bis 1,0 MHz. In den metallischen Partikeln entstehen Wirbelströme, die das Magnetfeld abschwächen. Diese änderungen des Magnetfeldes werden von magneto-resistiven Sensoren erfasst und in elektronische Signale umgewandelt,
die ausgewertet werden. Die Empfindlichkeit dieses Detektors und der hierfür erzeugte Signalverlauf reichen aber in der Praxis nicht aus, um beispielsweise Buntmetalle zuverlässig untereinander auszusortieren. Zudem ist dieser Detektor relativ aufwendig.
Eine Vorrichtung und ein Verfahren, mit der es möglich ist, Metalle unterschiedlicher Farbe, also Buntmetalle, untereinander auszusortieren, ist in der DE 100 03 562 Al aufgezeigt und beschrieben. Eine Unterscheidung der Buntmetalle wird erst durch einen optischen Sensor möglich, der als Kamera ausgebildet ist, wobei Metallfragmente ausgeleuchtet werden müssen. Zum Aussortieren sind verschiedene Luftdüsen vorhanden, die einen Schüttgutstrom im freien Fall sortieren können. Zwar ist auch ein zweiter Detektor angeordnet, der als Metalldetektor ausgebildet ist, dieser kann verschiedene Buntmetalle untereinander aber nicht unterscheiden. Der Metalldetektor kann nur Eisenmetalle und Nicht-Eisenmetalle unterscheiden. Er ist daher in der Praxis nur in Kombination mit dem optischen Sensor einsetzbar. Der optische Sensor unterscheidet Metalle nur nach dem Aussehen, nicht jedoch nach ihren elektromagnetischen Eigenschaften.
Es sind auch Verfahren bekannt, bei denen eine Verdampfung von zu trennenden Materialien mit einem Laser erfolgt oder eine radioaktive Bestrahlung dieser Materialien vorgenommen wird. Diese Verfahren sind jedoch relativ aufwendig.
Ferner ist es bekannt und üblich, so genannte Magnetscheider zum Vorsortieren ferromagnetischer Materialien von anderen Verbundstoffen einzusetzen, wobei eine anschließende Trennung aller übrigen Metalle mittels Wirbelstromscheider erfolgt.
Die Signalauswertung bei Einfrequenzverfahren erfolgt üblicherweise durch Auswertung des Scheitelwertes („Amplitude") und/oder der Phasenverschiebung („Phase") des sinusförmigen Spulenstromes zur ebenfalls sinusförmigen Anregspannung der Spule. Zur „Amplitudenmessung" werden meist Gleichrichterschaltungen mit nachfolgender Spitzenwertspeicherung, Abtast-Halt-Glieder oder Synchrongleichrichter verwendet. Zur Messung der Phasenverschiebung werden regelmäßig phasenempfindliche Gleichrichter (Synchrongleichrichter) verwendet (siehe das österreichische Patent AT 501669 oder Tietze, U., Schenk, Ch.: „Halbleiter-Schaltungstechnik", 11. neu bearbeitete Auflage (1899), S. 1058, 1212-1218).
Die zuverlässige Informationsgewinnung aus gemessenen Wirbelstromdaten stellt in der Praxis jedoch nach wie vor ein Problem der materialselektiven Wirbelstrommesstechnik dar. Die Ursachen dafür sind in der Komplexität der zugrunde liegenden physikalischen
Phänomene zu finden. Daher ist, abgesehen von wenigen Spezialfallen, der Signalentstehungsprozess in allgemeingültiger Form zurzeit nicht beschreibbar und die mathematische Inversion dieser Abbildung nicht möglich (siehe Mallwitz, R. aaO).
Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten, insbesondere Metallobjekten bereitzustellen, die eine schnelle, genaue und mit geringem Hardwareaufwand verbundene Unterscheidung der genannten Objekte in einem Materialstrom ermöglichen. Weiters sollen Einflüsse von Größe, Dicke und Form der zu unterscheidenden Objekte auf den Unterscheidungsprozess minimiert werden. Die Vorrichtung soll einfach, robust und störsicher sein und äußerst effizient die Gewinnung von Amplituden- und Phasensignalen bei gleichzeitiger Analog-Digitalwandlung ermöglichen, sodass sich Vorteile bezüglich Schnelligkeit, Kosten und Einfachheit im Aufbau gegenüber den sonst üblichen Anordnungen mit Synchrongleichrichter, Phasendiskriminator und Tiefpass ergeben, wie z.B. in AT 501669 beschrieben.
Die vorliegende Erfindung löst die gestellte Aufgabe durch ein Verfahren zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie durch eine Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten mit den Merkmalen des Anspruchs 12. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen. Weiters umfasst die Erfindung eine Sortieranlage mit zumindest einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten.
Wenn das Komparatorfenster, d.h. die Werte des Eintrittspunkts und des Austrittspunkts des Fensters des Fensterkomparators symmetrisch zu einer Signalmittellinie, insbesondere Nulllinie, des Spulenstroms festgelegt werden, erhält man in diesem Bereich für die Berechnung der Steigung lineare Verhältnisse, die die Berechnung einfach machen.
Um morphologische Artefakte möglichst auszuschalten wird vorzugsweise zur Materialbestimmung des Objekts zumindest ein bei einer diskreten Messphase ermittelter Scheitelwert mit entsprechenden Scheitelwerten von Referenzproben verglichen.
Um eine hohe Empfindlichkeit der Messungen zu erreichen, ist es vorteilhaft, wenn zumindest eine Messphase nahe einem bei größter Annäherung des Objekts an die Spule auftretenden maximalen Phasenverschiebungswinkel gewählt wird, wobei jedoch
vorzugsweise der Abstand zwischen dem Messphasenwinkel und dem maximalen Phasenverschiebungswinkel zumindest so groß gewählt wird, dass er auch mit den kleinsten im Materialstrom auftretenden Objekten erreicht wird.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist, dass der Zeitpunkt des Erreichens des
Messphasenwinkels bei bekannter Geschwindigkeit des Materialstroms als
Referenzzeitpunkt für die Ausbringung des Objekts aus dem Materialstrom verwendet werden kann.
Um ein Maß für die Größe des Objekts zu erhalten, ist vorgesehen, den maximalen Phasenverschiebungswinkel zu bestimmen. Dabei kann der Zeitpunkt des Erreichens des maximalen Phasenverschiebungswinkel bei bekannter Geschwindigkeit des Materialstroms als Referenzzeitpunkt für die Ausbringung des Objekts aus dem Materialstrom verwendet werden.
Für eine noch genauere Auswertung des Materials von Objekten wird durch periodisches Erfassen von Wertepaaren aus Scheitelwert und Phasenverschiebung der Stromverläufe für verschiedene Phasenwinkel die zugehörige Ortskurve punktweise aufgenommen und zur Auswertung durch Vergleich mit Referenzortskurven herangezogen.
Weiters kann eine Normierung vorgesehen werden, indem zunächst aus dem Anregspannungsverlauf und dem Stromverlauf der Spule im von Objekten unbeeinflussten Zustand die Offsetphase ermittelt wird und in weiterer Folge die Messphasenwinkel der Stromverläufe auf die Offsetphase bezogen werden.
Es hat sich herausgestellt, dass die Erfindung bei einer Anreg- bzw. Messfrequenz fM zwischen 1 kHz und 1 MHz, vorzugsweise zwischen 5 und 100 kHz und am meisten bevorzugt zwischen 10 und 50 kHz hervorragend arbeitet.
Um Einflüsse von Größe und Form des Objekts zu minimieren sollte der Spulendurchmesser kleiner als ein mittlerer Durchmesser der zu unterscheidenden Objekte gewählt werden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der anschließenden ausführlichen Beschreibung beispielhafter Ausführungsformen der Erfindung, auf die dieselbe jedoch nicht beschränkt ist.
Die Erfindung wird nun anhand eines den Schutzbereich der Erfindung nicht limitierenden Ausfuhrungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 das Prinzip der Wirkungen von Wirbelstromeffekt und ferromagnetischem
Effekt in einem von einer Spule erzeugten elektromagnetischen Wechselfeld;
Fig. 2 Ortskurven und ausgewählte Zeigerdiagramme, aus denen die durch ein elektrisch leitendes und/oder ferromagnetisches Objekt an einer Spule verursachten
Impedanzänderungen hervorgehen; Fig. 3 Spannungs- und Stromdiagramme zur Erläuterung des erfindungsgemäßen
Signalauswerteverfahrens;
Fig. 4 ein schematisches Blockschaltbild einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches
Wechselfeld beeinflussenden Objekten; Fig. 5 ein Signaldiagramm der Ausgangssignale der in der Vorrichtung von Fig. 4 verwendeten Komparatoren; und
Fig. 6 eine schematische Darstellung einer erfindungsgemäßen Sortieranlage.
Die vorliegende Erfindung basiert auf einem nach dem eingangs erwähnten parametrischen Prinzip arbeitenden Einspulenverfahren. Dabei macht man sich die Tatsache zunutze, dass, wenn eine Spule S von einer sinusförmigen Anregspannung konstanter Frequenz angeregt bzw. von einem sinusförmigen Strom I p durchflössen wird, das um die Spule aufgebaute elektromagnetische Feld H p durch den Wirbelstromeffekt bzw. den ferromagnetischen Effekt in Wechselwirkung mit einem elektrisch leitenden und/oder ferromagnetischen Objekt O in der Nähe der Spule S tritt. Diese Wechselwirkung führt zu einer Veränderung der
Induktivität L 8 und des ohmschen Anteils Rs der Spule S, d.h. insgesamt zu einer
Veränderung der Spulenimpedanz Zs = Rs + jω • Ls der Spule S.
Wie aus dem Blockschaltbild von Fig. 4 zu sehen, das eine Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten zeigt, die weiter unten ausführlich beschrieben wird, ist die Erregerspule S mit einem Kondensator C zu einem Resonanzkreis geschaltet, und zwar in diesem Beispiel durch Serienschaltung von Erregerspule S und Kondensator C zu einem Serienresonanzkreis. Dieser Resonanzkreis wird mit einer sinusförmigen Wechselspannung Us(t) konstanter Amplitude und Frequenz, vorzugsweise seiner Eigenfrequenz, gespeist, so dass durch die Spule S und damit durch den Serienresonanzkreis ein
Strom io(t) fließt, der gegenüber der Anregspannung um einen Offset-Phasenwinkel φ os phasenversetzt ist.
Gelangt nun ein elektrisch leitendes und/oder ferromagnetisches Objekt in den Wirkungsbereich des durch die Spule S erzeugten elektromagnetischen Feldes, so ergibt sich aufgrund der objektmaterialabhängigen Spulenimpedanzänderung eine Amplitudenänderung des Stromes bei gleichzeitiger Phasenverschiebung, die mithilfe der komplexen Wechselstromrechnung ausgewertet werden können. Bewegt sich nun das Objekt O derart an der Spule S vorbei, dass der Objektmittelpunkt (Schwerpunkt) geradlinig (Richtung x, siehe Fig. 6) in einem - in Richtung der Spulenachse SA gemessen -vorgegebenen Abstand z von der Spule S über den Spulenmittelpunkt (Spulenachse SA) geführt wird (d.h. oberhalb oder unterhalb an der Spule S vorbei), ergibt sich ein materialcharakteristischer Verlauf der Betrags- und Phasenänderungen des Spulenstromes in Abhängigkeit von der x-Position des Objekts O zur Spule S.
Trägt man nun für das Objekt O entlang seiner Reise in x-Richtung alle Wertepaare von Betrag (Amplitude bzw. Scheitelwert) Al (x) und Phase φ(x) für den Weg von x -» -∞ über x = 0 bis x -> +oo als Zeigerdiagramme in die komplexe Zahlenebene ein, so erhält man eine Ortskurve Al mit der Objektposition x als Argument. Fig. 2 stellt in der komplexen Zahlenebene die genannte Ortskurve Al sowie eine zweite Ortskurve A2 für ein zweites Objekt dar, wobei das zweite Objekt aus einem Material Mat2 besteht, das sich in Bezug auf seine elektrische Leitfähigkeit bzw. seine ferromagnetischen Eigenschaften von einem Material Matl unterscheidet, aus dem das erste Objekt O besteht, für das die erste Ortskurve Al aufgenommen wurde.
Zur besseren übersichtlichkeit wurde im Diagramm von Fig. 2 die Offset-Phase φ os der unbedeckten Spule S 5 d.h. wenn sich kein Objekt O im Wirkungsbereich der Spule S befindet, oder in anderen Worten, wenn x -» ±∞ geht, mit φ os = 0 festgelegt und der dabei ermittelte Betrag A(φ os ) des Spulenstroms i o (t) auf 100% normiert.
Aus Fig. 2 erkennt man, dass, wenn sich das Objekt O aus sehr großer Entfernung ( x -» -∞ ) zur Spule S hin bewegt, die Spitze des Ortsvektors Al (x) beginnend von einem Ausgangspunkt Al(φ os ) entlang der Ortskurve Al wandert und, wenn das Objekt O den Spulenmittelpunkt erreicht (x = 0 ), bei maximaler Phasenverschiebung φ max den Umkehrpunkt Al(φ max ) erreicht. Es sei erwähnt, dass die Phasenverschiebung φ(x) positiv ist, wenn der ferromagnetische Effekt überwiegt (μ r » 1, Eisen etc.), hingegen negativ,
wenn der Wirbelstromeffekt überwiegt (μ r » 1, Buntmetalle etc.)- Ist μ r > 1 (z.B. 10, rostfreie Stähle etc.) können sowohl positive als auch negative Werte für φ(x) auftreten.
Wenn sich das Objekt O nun über den Spulenmittelpunkt (x=0) hinausbewegt, d.h. wieder von der Spule S entfernt, so bewegt sich der Ortsvektor Al (x) vom Umkehrpunkt Al(φmax) der Ortskurve Al wieder zurück, um bei einem großen Objektabstand (x -» +oo) idealer Weise wieder den Ausgangspunkt Al(φ os ) der Ortskurve Al zu erreichen. Dasselbe gilt natürlich analog für die zweite Ortskurve A2.
Um morphologische Artefakte möglichst auszuschalten, ist gemäß der Erfindung vorgesehen, Betragsmessungen der Ströme interpolierend bei diskreten Phasen (Messphasen φ M ) durchzufuhren und mit entsprechenden Beträgen von Referenzproben zu vergleichen.
Für eine hohe Empfindlichkeit sollen die Messphasen (p M nahe der Stelle x=0 liegen, deren Zeitpunkt zusätzlich als einfache Referenz für die Objektausbringung aus dem Materialstrom 2 in einer Sortieranlage 1 verwendet werden kann, wenn die Geschwindigkeit v des Materialstroms 2 bekannt ist (siehe Fig. 6).
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, den maximalen Phasenverschiebungswinkel φ max zu ermitteln, der auftritt, wenn sich das Objekt an der Stelle x = 0 befindet. Der Zeitpunkt des Auftretens dieses maximalen Phasenverschiebungswinkel φ ma χ kann ebenfalls als Referenz für die Objektausbringung aus dem Materialstrom 2 in der Sortieranlage 1 verwendet werden, da die Geschwindigkeit v des Materialstroms 2 bekannt ist.
Für einen jeweiligen vorgegebenen Messphasenwinkel φu sind die Amplituden A1(φM) bzw. A2(φ M ) ein Indikator für das Material Matl bzw. Mat2 des jeweiligen Objekts O. Der Unterschied zwischen den Amplituden A1(φM) bzw. A2(φM) und damit die Empfindlichkeit der Messung ist umso größer, je näher der Messphasenwinkel φ M am maximalen Phasenverschiebungswinkel φ max gewählt wird. Da der maximale
Phasenverschiebungswinkel φ max jedoch unter anderem von der Größe des Objekts O abhängt, darf in der Praxis der Messphasenwinkel φ M auch nicht zu groß gewählt werden, da er sonst mit kleinen Objekten O möglicherweise gar nicht erreicht würde. Bei großen
Objekten wiederum wird der vorgegebene Messphasenwinkel φM möglicherweise bereits bei einer Teilüberdeckung der Spule S durch das Objekt O erreicht, d.h. wenn |x| > 0. Dies ist für die Unterscheidbarkeit des Objekts O jedoch kein Nachteil.
Die Formen der Ortskurven Al, A2 hängen u. a. von folgenden Einflussgrößen ab:
• Spuleneinflussgrößen: o Messfrequenz fu (= Frequenz der Anregspannung bzw. des Stroms durch die Spule), o Primärfeldstärke H p , o Spulendurchmesser und -form, Windungszahl der Spule, o konstruktiver axialer Abstand zwischen Spule und Objekt
• Materialspezifische physikalische Objekteinflussgrößen (=Messgrößen): o Relative magnetische Permeabilität μ r (verantwortlich für die Erzeugung des das Primärfeld verstärkenden Sekundärfelds) o elektrische Leitfähigkeit σ (verantwortlich für den Wirbelstromeffekt)
• Morphologische Objekteinflussgröße: o Größe, Dicke, Form, Oberflächenbeschaffenheit, Homogenität im
Wirbelstrombereich, Volumen
• Störgrößen: o Variation des Objektabstandes, Störfelder, Rauschen, Objektbewegung,
Temperatur, Nichtlinearitäten, ...
Erfindungsgemäß werden folgende Maßnahmen vorgeschlagen, um die oben erwähnten Einflussgrößen für die erfindungsgemäßen Messungen zu nutzen:
Die Messfrequenz f^ wird konstant gehalten, wobei sich ein Wert zwischen 1 kHz und 1 MHz, vorzugsweise zwischen 5 und 100 kHz und am meisten bevorzugt zwischen 10 und 50 kHz bewährt hat. Die Optimierung der Frequenz geht dahin, dass die zu erwartende Eindringtiefe einerseits die Einflüsse der Oberflächenbeschaffenheit für die zu selektierenden Materialien möglichst minimiert, andererseits aber hinreichend dünne Objekte sicher erkannt werden (Dickeneinfluss wird minimiert).
Die Primärfeldstärke H p soll konstant und möglichst groß sein.
Der Spulendurchmesser d wird derart optimiert, sodass der geforderte axiale Objektabstand z von der Spule erreicht wird, aber Einflüsse von Größe und Form des Objekts minimiert werden. Um dies zu erreichen wird vorgeschlagen, den Spulendurchmesser kleiner als einen
mittleren Durchmesser der zu unterscheidenden Objekte zu wählen, wobei aber zu beachten ist, dass bei kleinerem Spulendurchmesser die Empfindlichkeit der Spule abnimmt.
Die Spulenform wird empirisch mit Finite Elemente Methode (FEM)-Unterstützung optimiert.
Der axiale Objektabstand von der Spule wird konstruktiv möglichst konstant gehalten.
Morphologische Objekteinflussgrößen, insbesondere Einflüsse von Größe, Dicke, Volumen und Form der Objekte können durch das nachfolgend beschriebene erfindungsgemäße Messverfahren minimiert werden, Einflüsse der Oberflächenbeschaffenheit der Objekte werden durch konstruktive Maßnahmen (Spulenform) für ein weites Objektspektrum minimiert.
Die Einflüsse der Homogenität im Wirbelstrombereich sind derzeit noch nicht beherrschbar, sind aber für die praktische Anwendbarkeit der Erfindung vemachlässigbar.
In Bezug auf Störgrößen hat sich die erfindungsgemäße Vorrichtung als sehr störfest erwiesen.
Nunmehr wird anhand der Spannungs- und Stromdiagramme von Fig. 3 das erfindungsgemäße Signalauswerteverfahren beschrieben. Anschließend folgt eine Beschreibung einer Implementierung dieses Verfahrens in einer erfmdungsgemäßen Vorrichtung zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten.
Der Signalauswertung liegt eine äußerst effiziente Methode zu Grunde, bei der die Ortskurve punktweise ermittelt wird. Im einfachsten Fall braucht nur ein Punkt der Ortskurve ermittelt und ausgewertet zu werden, indem eine diskrete Messphase φ M vorgegeben wird und bei Erreichen dieser Messphase φM der Betrag (Amplitude) IM des Stromes ijvi(t) interpolierend ermittelt wird. Aus dem Wertepaar aus Messphase φ M und Betrag IM kann durch Vergleich mit Referenzwerten auf das Material des Objekts O geschlossen werden.
Bei dem erfindungsgemäßen Auswerteverfahren gibt systembedingt die Anregefrequenz fM der Magnetisierungsspule S die Abtastfrequenz vor (eine Messung pro Periode). Die Anregefrequenz f M wird dabei konstant gehalten.
Zunächst wird aus dem Anregspannungsverlauf u e (t) und dem Stromverlauf i o (t) der unbedeckten Spule S bzw. des unbedeckten Serienresonanzkreises der Nulldurchgang p2 des Stromes i o (t) und damit die Offsetphase φ os des Serienresonanzkreises ermittelt. Die Nulldurchgänge der Anregspannung u e (t) sind mit dem Bezugszeichen NL bezeichnet. Diese Offsetphase φ os kann für die weiteren Betrachtungen mit 0° angenommen werden. Gelangt nun ein Objekt O in den Wirkungsbereich der Spule S, so ändert sich die Phase φ(x) in Abhängigkeit von der x-Position des Objekts O und damit auch der Stromverlauf. Wenn die Phase φ(x) von der Offsetphase φ os um einen vorgegebenen Messphasenwinkel φM abweicht, so stellt sich der in Fig. 3 dargestellte Stromverlauf iu(t) ein. Die Ermittlung des Messphasenwinkels <p M wird über die Messung des Nulldurchgangs p5 des Stromverlaufs iu(t) mithilfe eines Nulldurchgangdetektors (Strom- bzw. Spannungskomparator) und eines Digitalzählers mit konstanter Zählfrequenz vorgenommen. Da die Anregfrequenz (Messfrequenz) f M bekannt ist, kann aus der Zeit zwischen den beiden Nulldurchgängen p2 bzw. p5 der Messphasenwinkel ψ M errechnet werden.
Die Beträge (in der vorliegenden Beschreibung auch als Amplituden bzw. Scheitelwerte bezeichnet) der Stromverläufe io(t) bzw. iu(t) werden mithilfe eines zu einer Signalmittellinie (hier zur Nulllinie) symmetrischen Fensterkomparators mit einer konstanten Fensterbreite δi errechnet, indem die Steigungen der im Nulldurchgang linearisierten sinusförmigen Stromverläufe i o (t) bzw. iu(t) bekannter Frequenz gemessen werden. Genauer gesagt, wird mithilfe des Fensterkomparators für den Stromverlauf i o (t) der Eintrittspunkt pl in das Komparatorfenster und der Austrittspunkt p3 daraus gemessen und mithilfe eines Timers, der z.B. als digitaler Zähler konstanter Zählfrequenz implementiert ist, die Zeit At 0 zwischen dem Fenstereintrittspunkt pl und dem Fensteraustrittspunkt p3 erfasst. Aufgrund des linearen Verlaufs des sinusförmigen Stromverlaufs io(t) zwischen den Punkten pl und p3 lässt sich aus der Fensterbreite δi des Fensterkomparators und der Zeit δt 0 die Steigung des Stromverlaufs i o (t) im Nulldurchgang p2 errechnen. Dasselbe gilt analog für den Stromverlauf IM(Q 5 iur den sich ein Fenstereintrittspunkt p4 und ein Fensteraustrittspunkt p6 ergeben, wobei die verstrichene Zeit zwischen dem Auftreten der Punkte p4 bzw. p6 vom Timer mit δt M ermittelt wird.
Die Steigungen und Phasenverschiebungen genügen definitionsgemäß einer Geradengleichung. Somit kann aus den gewonnenen Zählerstandpaaren leicht ein jeweiliges Wertepaar aus Amplitude und Phasenverschiebung der Stromverläufe iθ(t) und iM(t) berechnet werden, wobei sich durch periodische Erfassung dieser Wertepaare für verschiedene Phasenwinkel φ(x) die zugehörige Ortskurve Al punktweise ergibt.
Der Scheitelwert / errechnet sich für sinusförmige Ströme mit
/ =- j m Stromnulldurchgang .
2 -π -f dt B
Da die Frequenz der sinusförmigen Anregspannung U e (t) und damit auch die Frequenz fM des ausgewerteten Spulenstromes i o (t) bzw. i. M (t) konstant ist (lineares System), ergibt sich ein direkter Zusammenhang zwischen den Scheitelwerten I 0 bzw. I M der Spulenströme io(t) bzw. iiv t (t) und dem Betrag der Steigung δi/δto bzw. δi/δt M der Tangente im Nulldurchgang. Für δi « / kann in obiger Formel der Differentialquotient di/dt durch den
Differenzenquotienten — ersetzt werden, so dass die Formel für die Scheitelwerte Io bzw.
At ϊM folgendermaßen lautet:
δi h 2 • π ■ Ju At, bzw.
J 1 Ai
2 •π - JM
Im Diagramm von Fig. 3 wurde der Scheitelwert I 0 auf 100% normiert und entspricht somit der Amplitude des Ortsvektors Al(φ os ) im Ortskurvendiagramm von Fig. 2.
Für die Phasenverschiebung φ os zwischen Anregspannung u e (t) und Spulenstrom io(t) in ° gilt: φ os = 360 • f M • δt .
Bei konstanter Frequenz ergibt sich naturgemäß auch hier ein direkter Zusammenhang zwischen der Phasenverschiebung und der gemessenen Zeit.
Für einfache Materialunterscheidungsaufgaben kann die Auswertung noch vereinfacht werden, indem an Stelle der Stromnulldurchgänge p2, p5 die Fenstereintrittspunkte pl, p4 oder die Fensteraustrittspunkte p3, p6 zur Phasenmessung herangezogen werden sowie auf die Approximation verzichtet wird (Fensterstrom Ai « Scheitelwert der Stromamplitude/) und die Zählerstände des digitalen Zählers direkt (ohne Umrechnung in Amplituden- bzw. Phasenwerte) ausgewertet werden. Es tritt bei dieser Auswertung zwar ein kleiner Messfehler auf, da dieser jedoch konstant ist, kann er bei der Auswertung berücksichtigt werden.
Für anspruchsvolle Materialunterscheidungsaufgaben können jedoch auch Methoden der Signalverarbeitung zur Auswertung der gesamten Ortskurve herangezogen werden.
Durch Vergleich mit Ortskurven von Referenzobjekten kann in einem weiten Bereich für Objekte unterschiedlicher Form, Größe und Dicke sehr zuverlässig die Metallart (el. Leitfähigkeit, rel. magn. Permeabilität) ermittelt werden.
Fig. 4 zeigt ein Blockschaltbild einer erfϊndungsgemäßen Vorrichtung 10 zum Unterscheiden von ein elektromagnetisches Wechselfeld beeinflussenden Objekten, in der das erfmdungsgemäße Unterscheidungsverfahren mit einigen Vereinfachungen implementiert ist. In der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 ist eine Erregungsspule S seriell mit einer schaltbaren Kapazität C zu einem Serienresonanzkreis verbunden. Der Serienresonanzkreis wird von einem durch einen DAC 12 gesteuerten FET 11 mit einer sinusförmigen Wechselspannung U e (t) konstanter Amplitude und Frequenz, vorzugsweise seiner Eigenfre- quenz, gespeist, so dass durch die Spule S und damit durch den Serienresonanzkreis ein sinusförmiger Strom i o (t) fließt, der gegenüber der Anregspannung u e (t) um einen Offset- Phasenwinkel φ os phasenversetzt ist. Die Kapazität C ist schaltbar ausgeführt, um empirisch den Offset-Phasenwinkel φ os einstellen zu können. Die Frequenz ϊ M der Anregspannung Ug(t) wurde mit 13 kHz festgelegt. Alternativ zum DAC 12 und FET 11 könnte auch ein Sinusgenerator mit Verstärker zum Einsatz kommen.
Wenn an der Spule S ein nicht dargestelltes elektrisch leitfähiges und/oder ferromagnetisches Objekt vorbeibewegt wird, ändert sich die Induktivität der Spule S und somit auch der Phasenwinkel zwischen Anregspannung U e (t) und dem Stromverlauf durch die Spule. Beispielsweise tritt bei einem definierten Messphasenwinkel <φu der Stromverlauf iivi(t) auf. Der Strom durch den Serienresonanzkreis wird mittels eines Shuntwiderstands 13 in ein Spannungssignal UM(0 umgewandelt, das den Eingängen zweier Komparatoren 15, 16 zugeführt wird, deren Vergleichsspannungen mit -Vref und +Vref festgelegt sind. Die Komparatoren 15 und 16 bilden einen Fensterkomparator, dessen aus der Differenz aus den Vergleichsspannungen +Vref und -Vref definierte Fensterbreite der Fensterbreite δi des Signaldiagramms von Fig. 3 entspricht. Einem weiteren Komparator 14 wird die Anregspannung u e (t) zugeführt, seine Vergleichsspannung ist auf OV festgelegt, so dass er den Nulldurchgang NL der Anregspannung u e (t) erfasst. Das Ausgangssignal Kl des Komparators 14 in Abhängigkeit der Anregspannung U e (t) ist im Signaldiagramm von Fig. 5 dargestellt. Weiters sind im Signaldiagramm von Fig. 5 die Vergleichsspannungen -Vref und +Vref der zwei Komparatoren 15, 16 sowie das Ausgangssignal K2 des Komparators 15 und das Ausgangssignal K3 des Komparators 16 dargestellt.
Der Komparator 14 startet beim Nulldurchgang NL der Anregspannung U e (t) einen ersten Zähler 18 und einen zweiten Zähler 19. Beide Zähler 18, 19 sind negativ flankengetriggert. Der Komparator 15 stoppt zum Zeitpunkt p4 den zweiten Zähler 19, wenn das Eingangssignal UM© seinen Vergleichsspannungswert -Vref überschreitet, d.h. in das Komparatorfenster eintritt. Der Komparator 16 stoppt zum Zeitpunkt p6 den ersten Zähler 18, wenn das Eingangssignal seinen Vergleichsspannungswert +Vref überschreitet, d.h. aus dem Komparatorfenster austritt. Die beiden Zähler 18, 19 sind als digitale Zähler mit konstanter Zählfrequenz ausgebildet, so dass sich aus der Differenz zwischen den beiden Zählerständen die Zeitdifferenz δt M ableiten lässt, vergleiche dazu Fig. 3. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sind die beiden Zähler 18, 19 in einen Microcontroller 17 integriert. Aus der Zeitdifferenz δtM und der bekannten Frequenz des Signals UM(O l ässt s i cn die Steigung des Signals UM© im Nulldurchgang p5 (siehe Fig. 3) ermitteln und aus der Steigung die Amplitude des Signals UM© errechnen, wie oben anhand der Formeln beschrieben wurde. In einer Variante der vorliegenden Ausfuhrungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung könnte der Komparator 15 einen Zähler (18 oder 19) starten und der Komparator 16 den Zähler stoppen. Aus dem Zählerstand ist unmittelbar die Zeitdauer δt M ableitbar, die 1 der Spulenstrom i M (t) zum Durchschreiten des Komparatorfensters δi benötigt, woraus wiederum der Scheitelwert errechenbar ist.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel wurden jedoch zur Signalauswertung einige Vereinfachungen getroffen: So wird die Phase zwischen den Signalen u e (t) und u M (t) mit einem kleinen, aber konstanten Fehler aus der Differenz zwischen den Zeitpunkten NL und p4 abgeleitet. Weiters wird die Amplitude des Signals UMO) nicht direkt aus den obigen Formeln errechnet, sondern der Zählwert des zweiten Zählers 19 wird als Index einer Referenzwerttabelle benutzt, die in einem EEPROM 21 abgelegt ist und für jeden Indexwert Ref_l - Ref_5 einen damit assoziierten Referenz-Schwellwert Lim_l - Lim_5 besitzt, mit dem in einem digitalen Komparator 23 der Zählwert des ersten Zählers 18 verglichen wird. Aus dem über- oder Unterschreiten des jeweils benutzten Referenz-Schwellwerts Lim_l - Lim_5 schließt eine Klassifikations- und Objektlängenbestimmungseinheit 24 auf das Material des Objekts. Somit werden bei dieser Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 die Zählerstände des ersten und zweiten Zählers 18, 19 direkt, d.h. ohne vorherige Umrechnung in Amplituden- bzw. Phasenwerte ausgewertet. Durch das Vorsehen der Referenzwerttabelle wird der Tatsache Rechnung getragen, dass es für unterschiedliche Materialentscheidungen (VA-NE, Al-Cu, ..,) verschiedene optimale Punkte zur Vermessung gibt. Da sich jedes Objekt der Spule annähert, gibt es bei jeder Sampleperiode einen neuen Zählerstand im zweiten Zähler 19 und damit einen neuen Referenz- und Limes- Wert.
Der Microcontroller 17 umfasst weiters einen Timer 20 und ein RAM 22, wobei die Zählwerte des Timers 20 das Auslesen zugehöriger Tabellenwerte aus dem RAM 22 an den DAC steuern, die für die Erzeugung der sinusförmigen Spannung u e (t) sorgen.
In Fig. 6 ist schematisch eine erfindungsgemäße Sortieranlage 1 dargestellt. Diese umfasst ein Förderband 3, auf dem sich mit konstanter Geschwindigkeit v ein Materialstrom 2 bewegt, in dem Objekte O enthalten sind, die aufgrund ihrer Leitfähigkeit und/oder ferromagnetischen Eigenschaften erkannt und aussortiert werden sollen. Dazu ist unterhalb des Förderbands 3 eine erfindungsgemäße Vorrichtung 10 zum Unterscheiden der Objekte O angeordnet. Die Spule S eines Resonanzkreises der Vorrichtung 10 ist so angeordnet, dass ihre Spulenachse SA in einem rechten Winkel zur Förderrichtung (x-Richtung) des Materialstroms 2 steht. Weiters steht die Spule S in einem - in Richtung der Spulenachse SA gemessenen - Abstand z zum Materialstrom 2. Der Durchmesser d der Spule S ist so dimensioniert, dass er kleiner ist als ein mittlerer Durchmesser D der zu unterscheidenden Objekte O. Wenn sich die Objekte O in x-Richtung über den Spulenmittelpunkt (Spulenachse SA) bewegen, stellt sich ein materialcharakteristischer Verlauf der Betragsund Phasenänderungen des Spulenstromes in Abhängigkeit von der x-Position des Objekts O zur Spule S ein, der in der Vorrichtung 10 ausgewertet wird. In Abhängigkeit vom Ergebnis der Auswertung steuert die Vorrichtung 10 eine Objektausbringeinheit 4 an, beispielsweise eine Luftdüse, die die Objekte O aus dem Materialstrom 2 ausbringt. Im dargestellten Ausfuhrungsbeispiel gelangt der sortierte Materialstrom 2 in einen Behälter 5. In der Praxis wird natürlich eine Vielzahl von Spulen quer über die Breite des Förderbands 3 angeordnet, wobei die Spulenabstände voneinander so gewählt werden, dass kein Objekt O zwischen den Erfassungsbereichen von Spulen hindurchgelangen kann, ohne bemerkt zu werden. Anstelle eines Förderbands 3 kann beispielsweise auch eine Rutsche vorgesehen sein.
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