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Title:
METHOD AND DEVICE FOR THE EARLY DETECTION OF THE DEVELOPMENT OF DAMAGE IN A BEARING
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/107110
Kind Code:
A1
Abstract:
A measuring method and a device should be specified, said measuring method allowing the bearing currents to be better evaluated in regard to potential damage to the affected bearing. Furthermore, a method and a device should be specified, said method being suitable for analyzing the cause of a damaging bearing current. This aim is achieved by a method for the early detection of the development of damage in a bearing caused by the flow of a bearing current, comprising the following steps: creating an evaluation based on at least one long-term measurement of at least one measured variable characteristic of the occurrence of bearing currents during the bearing operation according to the bearing current amplitude, creating a representation of the measurement results based on the evaluation, and evaluating the representation based on a pattern detection. Furthermore, this aim is achieved by a device for carrying out the method.

Inventors:
HASSEL, Jörg (Birkenweg 25, Erlangen, 91058, DE)
PROBOL, Carsten (Eisenstr. 21, Buckenhof, 91054, DE)
TISCHMACHER, Hans (Heuchlinger Hauptstr. 18, Lauf, 91207, DE)
Application Number:
EP2010/001259
Publication Date:
September 09, 2011
Filing Date:
March 01, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
HASSEL, Jörg (Birkenweg 25, Erlangen, 91058, DE)
PROBOL, Carsten (Eisenstr. 21, Buckenhof, 91054, DE)
TISCHMACHER, Hans (Heuchlinger Hauptstr. 18, Lauf, 91207, DE)
International Classes:
G01D3/08; H02K11/00
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Verfahren zur frühzeitigen Erkennung der Entstehung von Schäden in einem Lager verursacht durch das Fließen eines Lagerstroms, dadurch gekennzeichnet dass

eine Auswertung (22, 51) erstellt wird anhand von zumindest einer Langzeit-Messung von zumindest einer für das Auftreten von Lagerströmen charakteristischen Messgröße während des Lager-Betriebs (21) abhängig von der Lagerstromamplitude und

Erstellung einer Darstellung der Mess-Ergebnisse anhand der Auswertung und

Auswertung der Darstellung mittels Mustervergleich.

Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Messgröße eine für die Entladezeit und -Amplitude charakteristische Größe ist, insbesondere eine der folgenden: die Lagerstrom-Amplitude oder die Lagerspannung oder die Steilheit der Lagerspannung oder eine indirekte Größe wie das elektrische oder elektromagnetische Feld.

Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Langzeit-Messung des Lagers auf einem Versuchsstand unter Belastung durchgeführt wird.

Verfahren nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Langzeit-Messung des Lagers in der Anlage durchgeführt wird.

Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Darstellung eine graphische Darstellung ist, welche insbesondere die Form eines Histogramms hat.

Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, da¬ durch gekennzeichnet, dass ein Lagerstrom- und/oder Lagerspannungssensor am Motor dauerhaft installiert wird.

7. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, da- durch gekennzeichnet, dass

die Detektion der Ursache eines potentiellen Schadens am Lager durch die Erkennung eines charakteristischen Musters in der Darstellung der Auswertung geschieht. 8. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

die Detektion der Ursache durch die Erkennung einer Veränderung des Musters in der Darstellung während der Langzeitmessung entsteht, insbesondere in Form einer Trendana- lyse.

9. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

weitere Sensoren zur Erfassung weiterer Messgrößen vorhan- den sind, insbesondere zumindest einen der folgenden Parameter Schwingungen, Temperatur, Klemmenspannung im Motor, Fettzustand, Motorstrom, oder Umrichterparameter.

10. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, da- durch gekennzeichnet, dass

die Detektion von möglichen Schäden bei Inbetriebnahme des Lagers durchgeführt wird.

11. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, da- durch gekennzeichnet, dass

die Messdaten per Fernabfrage abgefragt werden.

12. Verfahren nach einem der vorherigen Patentansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass

der Benutzer die Art der Auswertung über Befehle steuern kann, insbesondere Änderungen im Messbereich, Messfilter, Messfrequenz, Auswerteparameter und Histogramm- Intervallbreite .

13. Vorrichtung zur frühzeitigen Erkennung der Entstehung von Schäden in einem Lager verursacht durch das Fließen eines Lagerstroms, dadurch gekennzeichnet dass

Mittel zur Auswertung (1) von zumindest einer Langzeit-

Messung vorgesehen sind von einer für das Auftreten von Lagerströmen charakteristischen Messgröße während des Lager-Betriebs abhängig von der Lagerstromamplitude und Mittel zur Erstellung einer Darstellung der Mess- Ergebnisse anhand der Auswertung und

Mittel zur Auswertung der Darstellung mittels Musterver¬ gleich .

14. Vorrichtung nach Patentanspruch 13, dadurch gekennzeich- net dass die Messgröße eine für die Entladezeit und -

Amplitude charakteristische Größe ist insbesondere eine der folgenden: die Lagerstrom-Amplitude oder die Lagerspannung oder die Steilheit der Lagerspannung oder eine weitere indirekte Größe wie das elektrische oder elektro- magnetische Feld.

15. Vorrichtung nach Patentanspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet dass

die Langzeitmessung auf einem Versuchsstand durchgeführt wird.

16. Vorrichtung nach Patentanspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet dass

dass die Langzeit-Messung des Lagers in der Anlage durch- geführt wird.

17. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass

die Darstellung eine graphische Darstellung ist, welche insbesondere die Form eines Histogramms hat.

18. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 17, gekennzeichnet durch zumindest einen Lagerstrom- und/oder Lagerspannungssensor am Motor.

19. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 18, gekennzeichnet durch

Mittel zur Detektion der Ursache eines potentiellen Schadens durch die Erkennung eines charakteristischen Musters in der Darstellung der Auswertung. 20. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 19, gekennzeichnet durch

weitere Sensoren zur Erfassung weiterer Messgrößen, insbesondere für Schwingungen, Temperatur, Klemmenspannung im Motor, Fett zustand, Motorstrom, oder Umrichterparameter.

21. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 20, gekennzeichnet durch

weitere Mittel zur Fernabfrage der für das Auftreten von Lagerströmen charakteristischen Messgröße.

22. Vorrichtung nach einem der Patentansprüche 13 bis 21, gekennzeichnet durch

Mittel zur Steuerung der Art der Auswertung über Befehle steuern, insbesondere Änderungen im Messbereich, Messfil- ter, Messfrequenz, Auswerteparameter und Histogramm-

Intervallbreite .

Description:
Beschreibung

Verfahren und Vorrichtung zur frühzeitigen Erkennung der Entstehung von Schäden in einem Lager

Fachgebiet der Erfindung

In elektrischen Maschinen können elektrische Ströme (Lagerströme, engl.: Bearing Currents) in Lagern auftreten, die die Lebensdauer dieser Lager erheblich reduzieren. Lagerströme sind elektrische Ströme die in Wälz- oder Gleitlagern elektrischer Maschinen stattfinden.

Sie werden durch elektrische Spannungen (Lagerspannungen) hervorgerufen, die aufgrund elektrischer oder magnetischer

Streufelder innerhalb der Maschine oder durch Fremdströme, die von Außen kommend über die Maschine fließen, entstehen.

Sobald die Lagerspannung über der Durchbruchspannung

( Frittspannung) des Schmierfilms liegt, findet der Stromfluss statt.

Die negative Wirkungen von Lagerströmen sind beispielsweise

- Fettverbrennung (Reduzierung der Restschmierfähigkeit)

- Kraterbildung in der Laufbahn und den Wälzkörpern

- und im Extremfall: Riffelbildung in den Laufbahnen.

Die Riffel sind quer zur Laufbahn ausgerichtet.

Diese Lagerströme sind seit Jahrzehnten ein bekanntes Phänomen und führen zu erheblichem Aufwand bei Anwendern bzw. zu hohen Gewährleistungskosten bei Herstellern. Es besteht daher ein großes Interesse an einem Messverfahren bzw. an Sensoren, die Lagerströme messen und aussagekräftig bewerten können. Stand der Technik

Lagerströme an elektrischen Maschinen, insbesondere bei Be- trieb mit Leistungselektronik, können die Lebensdauer der Motorlager um ein Vielfaches reduzieren. Nach dem derzeitigen Stand der Technik werden durch elektrische Lagerströme geschädigte Lager erst bei Auffälligkeit, z. B. durch Geräuschentwicklung oder verbranntes Lagerfett, bemerkt und ausge- tauscht. Dies führt oft zu Anlagenstillständen die enorme Kosten verursachen.

Ein großes Problem beim Betrieb des Lagers ist daher, den voraussichtlichen Zeitpunkt des Ausfalls und damit den opti- malen Zeitpunkt des Lager-Austausches zu erkennen. Wird zu früh reagiert bedeutet dies unnötig hohe Wartungskosten, bei zu spätem Reagieren hat der Benutzer Anlagenstillstandskosten . Die Diagnose der Ursache und das Bewerten von Lösungen geschehen derzeit anhand von Kurzzeit-Lagerstrommessungen bzw. Schwingungsanalysen. Die Aussagekraft dieser Messungen ist begrenzt durch die Betrachtung einzelner Messungen eines zeitlich typisch auf wenige Tage begrenzten Zeitraumes, zudem noch von unterschiedlichen Spezialisten. Änderungen an Einflussfaktoren wie dem Erdungssystem oder Fehler im Erdungssystem, die vor oder nach den Messungen auftreten, können hiermit beispielsweise nicht festgestellt werden. Bisherige Versuchsstände an Lagerströmen haben aufgrund der Fokussierung auf elektrische Größen bzw. Schwingungsanalysen kaum Erkenntnisse zur Verhinderung von Schädigungen durch Lagerströme erzielt. Gleiches gilt auch bei Messungen im Feld. Ein Zusammenhang zwischen elektrischer Messung und Schwin- gungsmessung ist aufgrund des nicht aufnehmbaren Zeitstempels nicht möglich. Durch die unterschiedlichen Messsysteme werden Zeit-Differenzen verursacht. Abhilfen gegen Lagerströme und dadurch verursachten Lagerschädigungen sind oft mit erheblichen Kosten verbunden sind und lassen sich auch nur schwer in der Hinsicht bewerten, ob sie ausreichen werden. Kostenintensive Maßnahmen haben in der Vergangenheit z. T. trotzdem nicht zum gewünschten Ziel geführt .

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Lösung für die oben ge- nannten Probleme anzugeben. Es soll ein Messverfahren und eine Vorrichtung angegeben werden, welches eine bessere Bewertung der Lagerströme hinsichtlich einer potentiellen Schädigung des betroffenen Lagers zulässt. Weiterhin soll ein Verfahren und eine Vorrichtung angegeben werden, welches zur Analyse der Ursache eines schädlichen Lagerstroms geeignet ist.

Darstellung der Erfindung

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren gemäß Patentanspruch 1. Das Verfahren zur frühzeitigen Erkennung der Entstehung von Schäden in einem Lager verursacht durch das Fließen eines Lagerstroms beinhaltet folgende Schritte:

Erstellung einer Auswertung anhand von zumindest einer Langzeit-Messung von zumindest einer für das Auftreten von Lagerströmen charakteristischen Messgröße während des Lager- Betriebs abhängig von der Lagerstromamplitude und Erstellung einer Abbildung der Mess-Ergebnisse anhand der Auswertung und Auswertung der Abbildung anhand einer Mustererkennung.

Die Aufgabe wird weiterhin gelöst gemäß Patentanspruch 13 durch eine Vorrichtung.

Die Vorrichtung zur frühzeitigen Erkennung der Entstehung von Schäden in einem Lager verursacht durch das Fließen eines Lagerstroms, beinhaltet Mittel zur Auswertung von zumindest einer Langzeit-Messung von einer für das Auftreten von Lager- strömen charakteristischen Messgröße während des Lager- Betriebs abhängig von der Lagerstromamplitude und Mittel zur Erstellung einer Abbildung der Mess-Ergebnisse anhand der Auswertung und Mittel zur Auswertung der Abbildung mittels Mustererkennung.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben. In einer ersten Ausführungsform werden die Messungen in einem Lagerstrom-Versuchsstand durchgeführt :

die Ursache der Lagerströme wird durch Langzeit- Lagerstrommessungen in einem Versuchsstand ermittelt, die Messzeit ist dabei zumindest länger als 1 ms, es kann sich aber auch um Messungen in einem Zeitraum von Tagen handeln.

- Es wird das Motorlager definiert elektrisch und mechanisch belastet ,

- Es werden neben der elektrischen Belastung (Lagerstrom und -Spannung) auch die mechanischen Belastung und weitere Para- meter wie Lastverteilung und Zeitdauer oder Frequenzbereich der Funkenentladungen zeitlich koordiniert aufgezeichnet, bei einem Lager (Rollenlager, Kugellager, Wälzlager, Gleitlager) beispielsweise Lagerfett-Zustand, mechanische Schwingungen, Temperatur .

- Es wird über einen längeren Zeitraum (> 1 Stunde, typisch einige Tage) gemessen

- Die Untersuchungen erfolgen automatisiert und mit zeitlichen Bezug untereinander.

Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen den Messmethoden her- aus zu arbeiten und mittels der Kombination und dem mathematischen Zusammenhang dieser unterschiedlichen physikalischen Messwerte die Sicherheit der Schadensanalyse zusteigern.

In einer weiteren Ausführungsform wird eine Messung auf Anla- gen vor Ort durchgeführt:

Durch einen Lagerstromsensor, der "online" während des Betriebes kontinuierlich die Lagerströme überwacht und in einer vorteilhaften Ausführung auch ausgewählte Betriebsparameter protokolliert, die messtechnisch oder über das Steuergerät ermittelt wurden, wird folgender Mehrwert generiert:

- Ein für Lagerströme relevanter Defekt im Erdungssystem wird zeitnah erkannt, bevor eine Schädigung auftritt. Durch die Messung der Schwingungen des Lagers kann eine drohende Schädigung dann sicher vorhergesagt werden und Reparaturmaßnahmen zu einem für den Kunden kostenoptimalen akzeptabeln Zeitpunkt durchgeführt werden.

Die Notwendigkeit für die Einführung bzw. Kontrolle einer Lagerisolation kann so ebenfalls erkannt werden. Auch die Messung von Lagerstrom- und Spannung, sowie der Erdgrößen führt auf eine Erkennung eines Defekts. Beispiel für so einen Defekt sind eine verschlissene Erdungsbürste oder ein schadhaf- tes Filterelement.

Ein für Lagerströme relevanter Defekt im Erdungssystem oder eine aus Lagerstrom-Sicht schädliche Änderung im Erdungssystem wird zeitnah erkannt, bevor eine Schädigung auftritt. Eine drohende Schädigung kann dann vorhergesagt werden und Re- paraturmaßnahmen zu einem für den Kunden akzeptabeln Zeitpunkt durchgeführt werden.

Anhand der Betriebsparameter und der Schädigung der Lager können ungünstige Konstellationen von Lagertypen und Lagerpa- rametern, mechanischer und elektrischer Belastung erkannt und für weitere Projekte vermieden werden.

Durch eine spezielle Auswertung einer Darstellung in

Histogramm-Form (alternativ auch Balkendiagramm) können unterschiedliche Arten von Lagerströmen unterschieden werden. Die Kenntnis der Art der Lagerströme ermöglicht eine gezielte, kostengünstige Abhilfe.

Beschreibung der bevorzugten Ausgestaltungsformen

Lagerstrom-Versuchsstand : Durch den Schritt von Kurzzeit-Messungen zu Langzeit- Messungen (beispielsweise mittels dem in Druckschrift DE 10 2005 027 670 beschriebenen Messverfahren) und durch die Kombination mit der Messung mechanischer Größen wird die Unzu- länglichkeit der bisherigen Fokussierung auf primär elektrische Größen und eine relativ geringe Anzahl von Betriebszu- ständen umgangen. Das Problem bisheriger Messungen ist die geringe Aussagefähigkeit von Lagerstrommessungen in Bezug auf drohende Schädigung der Lager. Dies wird durch die erweiterte Messmethode, in der verschiedene physikalische Messgrößen mit einander korreliert werden, zu hoher Aussagefähigkeit gebracht. Durch das neue Verfahren werden Zusammenhänge nun eindeutig erkennbar und mit mathematischen Verfahren sicher auswertbar. So können durch automatisierte Auswertungen Schä- den an den Maschinen verhindert werden.

Messung auf Anlagen vor Ort, z. B. im Rahmen von Condition Monitoring :

- Durch die „online" -Analyse vor Ort unter Einsatz neuer Technologie werden Änderungen am Erdungssystem oder defekte Komponenten des Erdungssystems erkannt, die sich auf die Lagerströme negativ auswirken können. Nach bisherigen Verfahren würden diese Faktoren erst bei erfolgter Schädigung der Lager durch Geräuschentwicklung oder Ausfall bemerkt werden. Mit der neuen Messmethode wird eine sichere Aussage ermöglicht, die beispielsweise den Ausfall des z. B. Motors vorhersagt und in einem Condition Monitoring System so ausgewertet, das eine Reparaturmaßnahme in die Wartungszyklen eingeplant werden kann. Es können auch Trendanalysen durchgeführt werden, welche eine Erkennung der Verschlechterung des Systems über die Laufzeit und damit eine Berechnung des potentiellen Zeitpunkts eines Ausfalls ermöglichen. Dies hat positive Auswirkungen auf Kosten bzw. Verfügbarkeit der Anlagen. Spezielle Auswertung:

Anhand von Histogrammen der gemessenen Lagerströme können die Lagerstromarten unterschieden werden: EDM, Zirkularströme und Rotor-Erdströme. Dabei erfolgt die Auswertung unter Kenntnis der typischen Histogramm-Verteilungen für verschiedene Lagerstromarten .

Sowohl der Lagerstrom-Versuchsstand als auch die Online- Diagnose basieren darauf, dass ein Lagerstrom- oder Lager- spannungssensor am Motor dauerhaft installiert wird. Weitere Sensoren zum Erfassen weiterer elektrischer oder nichtelektrischer Größen, z. B. Schwingungen, sind möglich.

Im Umrichter-Betrieb werden beispielsweise oft Strom- und / oder Spannungssensoren für die Motor-Phasen und manchmal Temperatursensoren in der Motorwicklung verwendet.

Im Lagerstrom-Versuchsstand können ebenfalls mechanische Größen wie Last und Lastverteilung im Lager verfügbar oder wählbar sein. In der Motor-Steuerung können Drehzahl, Drehmoment und weitere Größen vorliegen. Diese Messwerte werden in der Lagerstrom-Auswertung berücksichtigt .

Die Lagerstrom-Auswertung kann als unabhängige Komponente ausgeführt sein oder in die Motorsteuerung integriert werden. Auch ohne Motor-Steuerung - z. B. bei Betrieb ohne Frequenz- Umrichter - ist die Messung nach dem dargestellten Prinzip durchführbar. In diesem Fall kommuniziert die Lagerstrom- Auswerteeinheit direkt mit der Schnittstelle zum Benutzer. Die Schnittstelle zum Benutzer kann auch in die Auswerteein- heit integriert sein.

Sollten die Lagerströme bei der Inbetriebnahme unter Berücksichtigung weitere mechanischer oder sonstiger Parameter unter einer bestimmten Schwelle liegen, ist die Inbetriebnahme aus „Lagerstrom-Sicht" erfolgreich durchgeführt worden. Es erfolgt hierüber eine Anzeige für den Benutzer. Diese Anzeige in der Schnittstelle zum Benutzer kann indirekt über die Mo- tor-Steuerung oder direkt von einer Lagerstrom- Auswerteeinheit veranlasst werden.

Bei Überschreiten der Schwelle kann der Inbetriebset zer benachrichtigt werden, so dass eine Abhilfe erfolgen kann.

Eine Fern-Diagnose ist ebenfalls in das Konzept integrierbar. Hierfür sind die Daten per Funk, leitungsgebunden, über Glasfaser oder über einen anderen Kommunikationsweg zu übertragen. In einer besonders vorteilhaften Ausführung kann der Be- nutzer die Art der Auswertung über Steuerbefehle verändern, um die Analysen zu verfeinern. Dies sind z. B. Messbereichs- umschaltung, Messfilter-Umschaltung, Anzahl der Messungen pro Sekunde, Änderung der Auswerte-Parameter wie Histogramm- Intervallbreite bei statistischer Auswertung. Eine Anzeige braucht sich nicht auf eine ja / nein-Aussage zu beschränken. Es sind auch mehrstufige Aussagen bis hin zu grafischen statistischen Auswertungen machbar.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen erläutert. Dabei zeigen

Figur 1 ein Histogramm von Messwerten eines Lagers mit zirkulären Lagerströmen,

Figur 2 ein Histogramm von Messwerten eines Lagers mit EDM

(Electric Discharge Magnetic) Lagerströmen,

Figur 3 ein Diagramm des Verfahrens der Motordiagnose mittels

Lagerstrom-Messung .

In den Figuren 1 und 2 sind die oben beschriebenen Histogramm Auswertungen dargestellt. Die Anzahl der Lagerströme pro Zeiteinheit wird für bestimmte Lagerstromamplituden- Intervalle visualisiert . In Figur 1 treten beispielsweise 450 Lagerströme pro Sekunde mit Amplituden im Bereich 1,0 A bis 1,2 A auf.

Die zirkularen Lagerströme weisen ein Histogramm gemäß der

Figur 1 auf, das nach dem erreichen der maximalen Häufigkeit im Intervall (hier: 1,0 - 1,2 A) stark abfällt. Die EDM (Electric Discharge Machining) -Lagerströme (insbesondere Funkenerosion) weisen hingegen eine größere Streuung hin zu großen Stromamplituden auf, so wie dies beispielhaft in Figur 2 dargestellt ist.

Die Amplituden der gemessenen Lagerströme zeigten für EDM- Lagerströme eine deutlich größere Streuung hin zu größeren Stromamplituden als für die zirkulären Lagerströme. Dabei wurden durch geeignete Vor-Verarbeitung der Messdaten anhand der Zeitdauer der Ereignisse nur Lagerströme mit Funkenbildung berücksichtigt. Diese können zum Beispiel dadurch erkannt werden, dass nur Ereignisse ausgewertet werden, die schneller als 20 ns sind. Die bekannten Abhilfemaßnahmen können - abhängig von den Messergebnissen - angewendet werden. So kann mit Hilfe des Diagramms nicht nur ein drohender Schaden des Lagers voraus gesagt werden, sondern es kann auch das Verhalten des Lagers auf eventuelle Fehler untersucht werden, welche dann behoben werden können, beispielsweise eine fehlende oder defekte Isolation im Lager.

Typische Abhilfen sind Filterelemente, Änderungen im Erdungskonzept z. B. durch Veränderung der Schirmkontaktierung, durch Anbringung zusätzlicher Potentialausgleichleiter im Er ¬ dungssystem, Änderung von Leitungslängen, Einsatz isolierter Motorlager und Wellen-Erdungsbürsten, die das Motorlager elektrisch überbrücken. Ein Einbau in Generatoren ist ebenfalls durchführbar. Auch hier treten zum Teil Lagerströme auf, die die Lebensdauer der Lager reduzieren können bzw. Wartungsintervalle verkürzen. Das Verfahren verhält sich dort analog.

Die Figur 3 zeigt einen Überblick über das erfindungsgemäße Verfahren mit seinen ggf. beteiligten Komponenten. Eine Lagerstrom-Auswertungs-Einheit 1 überwacht den Betriebszustand der Motorsteuerung 21 und meldet diesen bei Bedarf an die Motorsteuerung zurück 22. Die Motorsteuerung 2 selber steuert und regelt 31 den Motor 3 mit den betroffenen Lagern und die zugehörigen Sensoren. Die Sensoren können dabei Motorparameter 32 an die Motorsteuerung und Messgrößen gemäß des erfindungsgemäßen Verfahrens (Lagerströme, -Spannungen und weitere Messgrößen) an die Lagerstrom-Auswertung melden 11.

Weiterhin kann eine Schnittstelle für den Benutzer 4 vorgesehen sein, welche sowohl von der Motorsteuerung 2 selber als auch von der Lagerstrom-Auswerteeinheit 1 mit Daten versorgt wird 41. Der Benutzer kann von hier aus mittels Steuerbefehlen 42, 52 den Motor und die Auswerteeinheit nach Bedarf steuern .

Neben der Inbetriebsetzungs-Phase ist auch die Anwendung des Verfahrens zum Herleiten genereller Aussagen und Grenzwerte bzw. Schwellen (Lagerstrom-Versuchsstand und Erkenntnissen aus Feld-Daten über Lagerströme, Betriebszustände und ggf. Schädigungen) vorteilhaft.

Durch Trendaussagen sind Veränderungen durch den Anlagenbetrieb detektierbar .