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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND DEVICE FOR ELIMINATING WEFT THREADS HAVING THREAD IRREGULARITIES FROM WOVEN FABRICS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2009/030196
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for eliminating a weft thread having thread irregularities when weaving a woven fabric comprising a base woven fabric and a selvedge on weaving machines having freely controllable shedding devices, and to a weaving machine, particularly for performing the method. According to the method and the claimed weaving machine of the invention, the weft thread having a thread irregularity is woven out of the base woven fabric while the weaving machine is running, which is to say it is not woven into the base woven fabric, and thus constitutes a quasi-lancé weft.

Inventors:
KRUMM, Valentin (Mollenberg 38, Hergensweiler, 88138, DE)
BARBERIS CANONICO, Alessandro (Via Nazzario Sauro18, Biella, I-13900, IT)
BAZZANO, Franco (Brusnengo Via Forte 59, Biella, I-13862, IT)
Application Number:
DE2008/001398
Publication Date:
March 12, 2009
Filing Date:
August 23, 2008
Export Citation:
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Assignee:
LINDAUER DORNIER GESELLSCHAFT MBH (Rickenbacher Strasse 119, Lindau, 88129, DE)
KRUMM, Valentin (Mollenberg 38, Hergensweiler, 88138, DE)
BARBERIS CANONICO, Alessandro (Via Nazzario Sauro18, Biella, I-13900, IT)
BAZZANO, Franco (Brusnengo Via Forte 59, Biella, I-13862, IT)
International Classes:
D03D47/34
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Claims:

Patentansprüche

1. Verfahren zum Eliminieren eines Fadenunregelmäßigkeiten (2) aufweisenden

Schussfadens (3) beim Weben eines ein Grundgewebe (5) und eine Gewebeleiste (6) aufweisenden Gewebes auf Webmaschinen mit frei steuerbaren Fachbildeeinrichtungen (7), dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildeeinrichtungen so gesteuert werden, dass der Schussfaden (3), bei welchem eine Fadenunregelmäßigkeit (2) vor dessen Eintrag detektiert worden ist, bei laufender Webmaschine aus dem Grundgewebe (5) ausgewebt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (3) auf einer Seite des Grundgewebes (5) außerhalb von diesem angeordnet wird.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (3) in der Gewebeleiste (6) abgebunden wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zum Eintrag des Schussfadens (3) ein Kett- und ein Schussregulator temporär angehalten und die Fachbildeeinrichtungen (7) ins Unterfach (9) oder ins Oberfach (10) bewegt werden.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Schussfäden (3, 4) von einer Fadenreserve einer Vorspuleinrichtung (13) abgezogen werden.

6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass so viele Schussfäden (3, 4) von der jeweiligen Vorspuleinrichtung (13) abgezogen und außerhalb des

Grundgewebes (5) eingetragen werden, bis auch der Fadenunregelmäßigkeiten (2) aufweisende Schussfaden (3) eingetragen ist.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (3) bzw. gemäß Anspruch 6 die Schussfäden vom Gewebe (5, 6) entfernt, insbesondere im Bereich der Gewebeleiste (6) abgeschnitten oder aus einer gegebenenfalls vorhandenen Dreherkante (14) herausgezogen, und vom Gewebe (5, 6) als Abfall abgeführt wird bzw. werden.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (3, 4) muster- und/oder farbbedingt, insbesondere mit Mustervorausschau, gesteuert eingetragen wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (4) in der Gewebeleiste (6) eine Einlegekante ausbildet.

10. Webmaschine zur Herstellung eines eine Gewebeleiste (6) und ein Grundgewebe (5) aufweisenden Gewebes, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit frei steuerbaren Fachbildeeinrichtungen (7), mittels welcher Fadenunregelmäßigkeiten (2) aufweisende Schussfäden (3) mittels einer vor einer Vorspuleinrichtung (13) angeordneten Sensorik (16) detektierbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung (27) der Webmaschine (1) die Fachbildeeinrichtungen (7) im

Falle einer durch die Sensorik (16) detektierten Fadenunregelmäßigkeit (2) so steuert, dass diese in deren Unterfach (9) oder Oberfach (10) bewegbar und Kett- und Schussregulator stoppbar sind sowie der Schussfaden (3) mit der Fadennregel- mäßigkeit (2) aus dem Grundgewebe (5) so auswebbar ist, dass dieser auf dem Un- terfach (9) oder unter dem Oberfach (10) liegt.

11. Webmaschine nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine Schere (17) oder eine Abhebeeinrichtung vorgesehen ist, mittels welcher der Schussfaden (3) vom Grundgewebe (5) entfernbar ist.

12. Webmaschine nach Anspruch 10 oder 11 , welcher als Greiferwebmaschine oder Luftdüsenwebmaschine oder Jacquardwebmaschine ausgebildet ist.

13. Webmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Fachbildeeinrichtungen (7) jeweils mittels eines vom Webmaschinenhauptantrieb unabhängigen Antriebs antreibbar sind.

14. Webmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Vielzahl von Vorspuleinrichtungen (13) zur Mischung, Musterung und/oder Farbgestaltung vorgesehen ist.

15. Webmaschine nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerung so ausgebildet ist, dass die Schussfäden muster- oder farbbedingt mit Mustervorrausschau eintragbar sind.

16. Webmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der unmittelbar hintereinander eingetragenen, nicht ins Grundgewebe (5) eingewebten Schussfäden (3, 4) mittels der Steuereinrichtung über Maschinenbreite und Fadenreserve (12) auf der Vorspuleinrichtung (13) ermittelbar ist.

17. Webmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung zur Bildung einer Fangleiste (15) und/oder eine Einrichtung zur BiI- düng einer Dreherkante (14) vorgesehen ist/sind, wobei der nicht in das Grundgewebe (5) eingewebte Schussfaden (3) bzw. gemäß Anspruch 16 die nicht in das Grundgewebe (5) eingewebten Schussfäden in der Fangleiste (15) und/oder der Dreherkante (14) abgebunden ist bzw. sind.

18. Webmaschine nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Schussfaden (4) im fertigen Gewebe mit einer Einlegekante abgebunden ist.

Description:

VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM ELIMINIEREN VON SCHUSSFäDEN MIT FADENUNREGELMäßIGKEITEN AUS GEWEBEN

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Eliminieren von Schussfäden, welche Fadenunregelmäßigkeiten wie z.B. Knoten, Spleißungen, Farbabweichungen etc. aus Geweben aufweisen.

Die Anforderungen an die Qualität von gewebten Produkten nehmen ständig zu, und im Stand der Technik sind daher Webverfahren und Webmaschinen zur Durchführung dieser Webverfahren bekannt geworden, mittels welcher die am häufigsten auftretenden Fadenunregelmäßigkeiten, nämlich Knoten, Dünnstellen, Verdickungen, Verschlingungen, Bauschstellen, etc. vermieden bzw. reduziert werden. In bekannten Einrichtungen werden Garnunregelmäßigkeiten detektiert und anschließend aus dem Garnlauf herausgeschnit- ten. Dazu ist es jedoch erforderlich, die beiden entstandenen Garnenden wieder möglichst fehlstellenfrei zusammenzuspleißen, was wiederum zu Fadenunregelmäßigkeiten führen kann.

Aus DE-OS 19 04 584 ist ein Verfahren und eine Einrichtung zum knotenfreien Weben bekannt geworden. Darin ist vorgeschlagen worden, einen Schussfaden mit Fadenunregelmäßigkeiten dennoch normal einzutragen in das Webfach, dann jedoch die Webmaschine vor dem Schussanschlag abzustellen. Danach wird der Schussfaden mit der Fadenunregelmäßigkeit auf dessen Einlaufseite abgeschnitten und wieder aus dem Webfach entfernt. Zum einen ist dazu die Webmaschine anzuhalten, zum anderen ist eine zu- sätzliche Schussfadenauszieheinrichtung erforderlich. Bei diesen bekannten Verfahren kann erst nach Entfernen des fehlerhaften Schussfadens weitergearbeitet werden, da der Schussfaden vor dem Webfach bis zum Zubringer eingefädelt bleibt.

In DE-OS 27 40453 ist eine Vorrichtung zum Ermitteln von knotenartigen Dickstellen in laufenden Textilfäden beschrieben. Darin wird eine mechanisch-elektrische Abtastvorrichtung mit geringer Trägheit beschrieben, welche auch bei hohen Fadengeschwindigkeiten einsetzbar sein soll. Dabei läuft der Textilfäden über eine Zunge, welche ihre fadenbedingte Schwingungsbewegungen auf einen mechanisch-elektrischen Wandler überträgt. Dieser Zunge, über welche der Textilfäden läuft, ist eine weitere Zunge gegenüberliegend

angeordnet, und zwar in einem Abstand, der so gewählt ist, dass eine Dickstelle wie beispielsweise ein Knoten diese gegenüberliegende Zunge berührt. In einem solchen Fall einer Berührung wird ein Signal erzeugt, auf Basis dessen die Webmaschine so rechtzeitig abgestellt wird, dass sich der Knoten auch im offenen Fach befindet und leicht entfernt werden kann. Andere Fadenunregelmäßigkeiten als Dickstellen können damit nicht detek- tiert werden.

Des Weiteren sind aus DE 42 09 686 C2 ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von insbesondere knotenfreiem Gewebe auf Luftdüsenwebmaschinen bekannt. Auch hier wird bei Auftreten einer Fadenunregelmäßigkeit ein Webstopp ausgelöst, woran sich der Vorgang des Bringens der Fachbildeorgane in eine Fachoffenstellung anschließt. Ein in einer elektronischen Steuereinheit zusätzliches installiertes Programm ist auf die Behebung der Unzulänglichkeiten gerichtet und wird in diesem Fall derart gestartet, dass eine Menge Fadenschüsse aus einem Schussfadeneintragsorgan abgegeben wird, und zwar ohne dass eintragsseitig die Schussfäden abgeschnitten werden. Diese Fadenschüsse werden austragsseitig aufgefangen und abgesaugt. Die Menge an Schussfadenmaterial, welche die Anzahl von Fadenschüssen repräsentiert, wird austragsseitig von einer pneumatischen Saugeinrichtung erfasst und einem Behälter übergeben. Die erfasste Menge an Schussfaden ist von einer in dem Steuerprogramm vorbestimmten Anzahl an Faden- Schüssen oder von einer vorbestimmten Zeitdauer an Schussfolgen festgelegt. Daraufhin wird ein Signal für den zuletzt aus der Menge der Fadenschüsse abgegebenen Schussfaden der elektronischen Steuereinheit übermittelt, auf Basis dessen das Ende des Programms eingeleitet wird. Danach wird der Webstopp wieder aufgehoben und die Webmaschine in Betrieb gesetzt. Auch bei diesem bekannten Verfahren und dieser bekannten Vorrichtung ist es nachteilig, dass die Webmaschine zum Entfernen einer definierten Anzahl von Schussfäden erforderlich ist. Außerdem ist die Entfernung der Knoten im Schussfadenmaterial mit relativ großem Abfall verbunden.

Und schließlich sind in EP 0 292 044 B1 ein Webverfahren und eine Webmaschine zur Durchführung dieses Verfahrens beschrieben, mittels welchem bzw. mittels welcher Fadenunregelmäßigkeiten wie Dünnstellen, Verdickungen, Knoten, Verschlingungen und Bauschstellen erkannt und entfernt werden können. Ausgegangen wurde darin von einem Verfahren bzw. einer Maschine mit einem einzigen Vorspulgerät mit Fadenreserve, was bei Herausschneiden eines Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Garnstückes zum

Stillstand der Maschine führt. Um einen Stillstand der Maschine zu vermeiden, wurde vorgeschlagen, zumindest zwei Vorspulgeräte vorzusehen, welche abwechselnd zu- oder abgeschaltet werden, und zwar je nachdem, ob sich eine Fadenunregelmäßigkeit in dem Schussfaden befindet. Wenn sich auf einem in Betrieb befindlichem Vorspuler bzw. in dessen Garnlauf eine Fadenunregelmäßigkeit befindet, wird dieser abgestellt, und es wird auf den parallel angeordneten Vorspuler umgeschaltet, so dass die Webmaschine weiterarbeiten kann. Dazu ist es jedoch erforderlich, dass das entstandene Ende nach Abschneiden des fehlerbehafteten Schussfadens mit dem freien, sozusagen wartenden Ende des Schussfadens des zweiten Vorspulers möglichst so verbunden wird, dass keinerlei sichtbare Fadenunregelmäßigkeiten entstehen. Die Gefahr besteht zumindest bei jeder derartigen Fadenneuverbindung, dass derartige Fadenunregelmäßigkeiten erneut erzeugt werden. Die beschriebene Vorrichtung bzw. das beschriebene Verfahren sind relativ aufwendig, da eine relativ große Anzahl von zusätzlichen Aggregaten erforderlich ist. Zum einen sind zumindest zwei Vorspuler erforderlich, damit das Verfahren einigermaßen ef- fektiv betrieben werden kann. Zum anderen sind je Vorspuler eine Schneideinrichtung, eine Fadenverbindungseinrichtung, eine Hakeneinrichtung zum Herausziehen des fehlerbehafteten Schussfadens oder eine pneumatische Saug- oder Blaseeinrichtung für diesen Zweck erforderlich, was einen hohen gerätetechnischen Aufwand bedeutet. Des Weiteren wurde vorgeschlagen, eine automatische Verzwirnungseinrichtung noch zusätzlich dazu vorzusehen, um das Wiederverbinden von Fadenenden zu erleichtern bzw. zu optimieren. Ein weiterer Nachteil dieser Anordnung besteht darin, dass für den für hochqualitative Gewebe heutzutage üblichen Fall des Mischens zumindest vier Vorspuleinheiten erforderlich wären. Insbesondere beim Buntweben schränkt diese relativ hohe Anzahl von erforderlichen Vorspuleinrichtungen den Einsatz vieler Farben stark ein.

Demgegenüber besteht die Aufgabe der Erfindung darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens, zu schaffen, mit welchem bzw. mit welcher verhindert wird, dass Schussfäden mit Fadenunregelmäßigkeiten wie Knoten, Spleißungen, Farbabweichungen etc. nach ihrem Einbringen über die Kettbreite nicht in das fertige Grundgewebe eingewebt werden, und zwar ohne dass die Webmaschine angehalten werden muss, wobei sowohl das Verfahren als auch die Vorrichtung effektiv und kostengünstig sein sowie keinen hohen zusätzlichen konstruktiven Aufwand erfordern sollen.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen gemäß Anspruch 1 und durch eine Webmaschine mit den Merkmalen gemäß Anspruch 10 gelöst. Zweckmäßige Weiterbildungen sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen definiert.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Eliminieren eines Schussfadens, welcher Fadenunregelmäßigkeiten wie z.B. Knoten, Spleißungen, Dünnstellen, Verdickungen, Farbabweichungen etc. aufweist, bereitgestellt. Unter Eliminieren soll dabei verstanden werden, dass beim Weben eines in üblicher weise ein Grundgewebe und eine Gewebeleiste aufweisenden Gewebes auf Webmaschinen der mit einer Fa- denunregelmäßigkeit behaftete Schussfaden zwar über die Breite der Kettfäden im wesentlichen parallel zum Riet eingetragen, jedoch nicht ins Grundgewebe eingewebt wird, d.h. an dessen Seite, entweder auf dessen Oberseite oder auf dessen Unterseite, lediglich angeordnet wird. Dazu ist es erforderlich, dass die Webmaschinen wie beispielsweise Luft-, Greifer-, Projektil-, Wasserjet-, Drehergewebe-, Jacquard-Webmaschinen mit frei steuerbaren Fachbildeeinrichtungen wie beispielsweise auch Schäfte versehen sind. Diese freie Steuerbarkeit wird vorzugsweise mittels jeweiliger frei programmierbarer Antriebe für die einzelnen Fachbildeeinrichtungen, insbesondere in Form von Stell- bzw. Schrittmotoren, realisiert. Die Fachbildeeinrichtungen werden vorzugsweise so gesteuert, dass sie zum Eintrag des Fadenunregelmäßigkeiten behafteten Schussfadens entweder in das Un- terfach oder in das Oberfach, und zwar komplett gebracht werden. Wenn die Fachbildeeinrichtungen ins Unterfach gebracht werden, wird der Fadenunregelmäßigkeiten bzw. Fehler aufweisende Schussfaden auf der Oberseite des Unterfaches eingetragen und dort angeordnet. Wenn dagegen die Fachbildeeinrichtungen in dem Oberfach angeordnet sind, wird ein derartiger Schussfaden an der Unterseite des Grundgewebes eingetragen und dort angeordnet. Gegebenenfalls sind in einem solchen Fall entsprechende zusätzliche Halteeinrichtungen erforderlich, damit ein solcher nicht ins Grundgewebe eingewebte Schussfaden nicht durchhängen bzw. den Webvorgang nicht anderweitig stören kann. Ein derartiges Anordnen wird als Ausweben bezeichnet, weil ein derartiger fehlerbehafteter Schussfaden während des Betriebs der Webmaschine sozusagen aus dem Grundgewebe herausgewebt wird. Ein als fehlerhaft detektierter Schussfaden wird also einer Schussfaden-Zuführeinrichtung zugeführt, welche zumindest diesen Schussfaden am Grundgewebe vorbeileitet, indem die Fachbildeeinrichtungen entweder in das Unterfach oder in das Oberfach gesteuert bewegt worden sind. Somit wird der Schussfaden bei laufender Webmaschine aus dem Grundgewebe ausgewebt.

Aufgrund der Tatsache, dass ein fehlerbehafteter Schussfaden im Webzyklus zwar eingetragen, jedoch nicht in das eigentliche Webfach eingetragen wird, kann er auch nicht ins Grundgewebe eingewebt werden. Er wird sozusagen beim Weben ausgesondert, was durch den Begriff Ausweben gekennzeichnet werden soll. Es ist also nicht erforderlich, dass zum Beseitigen des fehlerbehafteten Schussfadens bei dem beschriebenen Ausweben die Webmaschine angehalten werden muss. Vielmehr kann der Webzyklus normal weitergeführt werden, und zwar einschließlich des Schusseintrags, jedoch mit dem Unterschied, dass der eingetragene fehlerbehaftete Schussfaden nicht ins Grundgewebe ein- gewebt wird.

Damit der Schussfaden zumindest zunächst am Gewebe verbleibt, ist er in der Gewebeleiste entweder in der Fangleiste oder in der Dreherkante oder in beiden, jedoch nicht im Grundgewebe, abgebunden. Unter Gewebeleiste soll hier der Randbereich des Gewebes verstanden werden, welcher nicht zum Grundgewebe gehört. Das bedeutet, dass als Gewebeleiste der Bereich der Fangleiste und der Dreherkante, falls nur eine Dreherkante, nicht jedoch eine Fangleiste, vorhanden ist, die Dreherkante selbst, eine Einlegekante mit oder ohne Namensleiste oder auch ein Randbereich des Gewebes, welcher eine gegenüber dem Grundgewebe andere Bindung aufweist, verstanden werden. Das bedeutet, dass die minimale Gewebeleiste eine Dreherkante ist. Eine Fangleiste, welche in der Regel zusätzlich zu einer Dreherkante entweder beidseitig oder einseitig vom Grundgewebe vorgesehen ist, wird im Sinne dieser Definition zur Gewebeleiste mitgerechnet, auch wenn die Fangleiste, die bei Luftdüsenwebmaschinen naturgemäß nicht vorhanden ist, später vom Gewebe abgetrennt wird.

Auf der Basis der vor dem Eintrag des Schussfadens detektierten Fadenunregelmäßigkeit werden die Fachbildeeinrichtungen so gesteuert, dass das eigentliche Webfach dadurch geschlossen wird, dass die Fachbildeeinrichtύngen vorzugsweise so gesteuert werden, dass sie entweder ins Unterfach oder ins Oberfach bewegt werden, wobei ein Kett- und ein Schussregulator temporär angehalten werden, ohne dass jedoch der Hauptantrieb der Webmaschine angehalten werden muss.

Ein derartiger ausgewebter Schussfaden ist dem Grunde nach ein Lance-Schussfaden, weil er auf einer Seite des Grundgewebes liegt und allenfalls lediglich im Bereich der Ge-

webeleiste eingebunden ist. Für dekorative Gewebe wird normalerweise ein Lance- Schussfaden nur teilweise nicht ins Grundgewebe eingewebt, so dass er insgesamt ausreichend fixiert ist. Da im vorliegenden Fall beim Ausweben von Schussfäden mit Fadenunregelmäßigkeiten ein derartiger Schuss komplett außerhalb des Grundgewebes ange- ordnet ist, d.h. in dieses nicht eingewebt ist, handelt es sich bei einem entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren ausgewebten Schussfaden mit Unregelmäßigkeiten nur um einen Quasi-Lance-Schussfaden. Für das Verständnis des vorliegenden erfindungsgemäßen Verfahrens zum Ausweben von Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden ist jedoch das Prinzip eines Lance-Schussfadens gut anwendbar.

Der Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens liegt unter anderem darin, dass der normale Webbetrieb nicht unterbrochen werden muss, um Schussfäden mit Fadenunregelmäßigkeiten zu eliminieren bzw. auszuweben, dass vielmehr die Webmaschine weiterlaufen kann, indem ein Schussfaden mit Fadenunregelmäßigkeiten zwar eingetragen wird, jedoch nicht in das eigentliche Webfach eingetragen wird. Das Ausweben besteht somit darin, dass ein Schussfaden mit derartigen Fadenunregelmäßigkeiten außerhalb des Grundgewebes so angeordnet wird, dass er späterhin leicht von dort entfernt werden kann und damit das Grundgewebe fehlerfrei erzeugt werden kann. Der nicht in das Grundgewebe eingewebte Quasi-Lance-Schussfaden wird in der Gewebeleiste, und zwar in der regelmäßig vorhandenen Dreherkante und - soweit vorhanden - in der Fangleiste fixiert. In der Regel wird der Quasi-Lance-Schussfaden später entfernt, vorzugsweise aus der Dreherkante nach Abschneiden der Fangleiste herausgezogen und entfernt. Es ist jedoch auch möglich, dass der Quasi-Lance-Schussfaden solange am Gewebe verbleibt, bis dieses zur Warenschau gelangt, wo dieser Quasi-Lance-Schuss dann manuell entfernt wird. Dies hat den Vorteil, dass das mit Fadenunregelmäßigkeiten versehene Schussfadenmaterial gesammelt und gegebenenfalls dem Garnhersteller zu Reklamationszwecken vorgelegt werden kann.

Bei Luftdüsenwebmaschinen und Greiferwebmaschinen wird häufig auch eine Einlege- kante vorgesehen. In einem solchen Fall wird der Quasi-Lance-Schussfaden mit seinen Enden in die Einlegekante zumindest teilweise eingewebt. Es ist dabei ausreichend, dass der Quasi-Lance-Schussfaden nur in den beiden äußersten, d.h. ersten zwei leinwand- bindigen Kettfäden der Einlegekante eingebunden wird, damit er späterhin leicht entfernbar ist. Die Einlegekante selbst kann beispielsweise auch als Namensleiste ausgebildet

werden, wobei es für den Quasi-Lance-Schuss im Sinne einer temporären Fixierung in einem solchen Fall ausreichend ist, dass dieser nur punktuell in der Namensleiste geheftet ist, wenn beispielsweise zwei leinwandbindige Kettfäden in der Namensleiste abgesenkt sind für einen fehlerhaften Schussfaden. Es ist jedoch auch möglich, dass der Qua- si-Lance-Schussfaden mit seinen Enden komplett in die Einlegekante eingewebt wird und an der Stelle des Austretens aus der Einlegekante auf die Außenseite des Grundgewebes abgeschnitten wird. Prinzipiell ist es jedoch auch möglich, dass im Falle von Einlegekanten die Enden des Quasi-Lance-Schusses überhaupt nicht eingelegt werden, sondern vielmehr nach Eintrag sofort abgesaugt werden.

Bei den bekannten Verfahren zum Eliminieren von Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden muss dagegen vor dem Schussfadeneintrag der fehlerhafte Schussfaden herausgeschnitten werden, was immer damit verbunden ist, dass die dadurch entstehenden Enden wieder zusammengezwirnt werden müssen, was wiederum das Risiko von erneut erzeugten Fehlstellen erhöht, welche gegebenenfalls im Gewebe sichtbar sind und damit negativen Einfluss auf die Qualität des Gewebes haben.

Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht auch darin, dass kein zusätzlicher apparativer Aufwand erforderlich ist, um fehlerhafte Schussfäden aus dem Ge- webe zu eliminieren, d. h. auszuweben. Es müssen lediglich die Fachbildeeinrichtungen frei programmierbar bzw. frei steuerbar sein, was bedeuten soll, dass die Fachbildeeinrichtungen in eine solche Position, vorzugsweise in das Unterfach oder ins Oberfach, gebracht werden können, dass der Schussfaden sozusagen neben das eigentliche Webfach, d.h. auf der Oberseite oder der Unterseite des Grundgewebes eingetragen werden kann. Ein fehlerhafter Schussfaden wird somit leicht aussortiert, ohne dass der Ablauf des Webens gestört wird.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung können auch vorzugsweise mehrere Schussfäden von einer jeweiligen Vorspuleinrichtung abgezogen und außerhalb des Grundgewe- bes in der erfindungsgemäßen Art und Weise in der Art eines Lance-Schusses eingetragen werden, wobei sich die Anzahl der außerhalb des Grundgewebes eingetragenen Schussfäden danach richtet, wie groß die Fadenreserve auf der jeweiligen Vorspuleinrichtung ist, d.h. wie viele Schussfäden eingetragen werden müssen, bis auch der die Fadenunregelmäßigkeiten aufweisende Fadenabschnitt mittels eines Schussfadens als Quasi-

Lance-Schuss eingetragen worden ist. Die Anzahl der Schussfäden wird u.a. bestimmt durch die Größe der Trommel der Vorspuleinrichtung, die Anzahl von Windungen von Schussfadenmaterial auf dieser Trommel und die aktuell gewebte Gewebebreite. Zweckmäßigerweise werden diese Daten in einer Steuereinrichtung hinterlegt und die Webma- schine demgemäß gesteuert. In diesem Zusammenhang weist das erfindungsgemäße Verfahren den Vorteil auf, dass auf Basis der genannten Steuerung so viele fehlerlose Schussfäden von der Fadenreserve der Vorspuleinrichtung abgezogen werden können, dass sichergestellt ist, dass der die Fadenunregelmäßigkeit aufweisende Bereich des Schussfadenmaterials gerade noch nicht eingetragen ist, d.h. sozusagen darauf wartet, eingetragen zu werden. üblicherweise wird insbesondere aus Platzgründen eine Fadenunregelmäßigkeit des Schussfadengarnmaterials vor der Vorspuleinrichtung detektiert. Es braucht daher eine gewisse Zeit, bis die Fadenreserve aufgebraucht ist und der Teil des Schussfadens mit der Fadenunregelmäßigkeit unmittelbar vor seinem Eintrag angelangt ist. Neben der Anordnung der Sensorik unmittelbar vor Eintritt in den Vorspuler ist es auch möglich, die Sensorik selbst am Spulengestell oder irgendwo zwischen Spulengestell und Eintritt in den Vorspuler anzuordnen. Die Position der Sensorik kann dabei veränderbar sein. Die Veränderbarkeit der Position der Sensorik hat zur Folge, dass damit letztlich auch die Schussfadenreserve - neben der Schussfadenreserve, welche auf der Trommel des Vorspulers angeordnet ist - zu vergrößern, wenn der Abstand zwischen der Sensorik und dem Vorspuler vergrößert wird. Dies ist insbesondere bei größeren Maschinenbreiten sinnvoll, bei welchen die einen definierten Durchmesser aufweisenden Trommeln einer Vorspuleinrichtung nicht soviel Fadenreserve aufnehmen können, dass zumindest ein oder zwei komplette Schussfadenlängen speicherbar sind. In einem solchen Fall könnte die Gefahr bestehen, dass zwischen Detektierung einer Fadenunregelmäßigkeit und Bringen der Fachbildeeinrichtungen in das Unterfach oder Oberfach zum Ausweben des defekten Schussfadens nicht mehr ausreichend lang ist, so dass ein fehlerhafter Schussfaden gegebenenfalls dennoch normal eingetragen werden würde. Daher ist es insbesondere bei großen Maschinenbreiten vorteilhaft, die Sensorik möglichst weit vor dem Vorspuler anzuordnen, so dass neben der Fadenreserve auf der Trommel am Vorspuler noch eine weitere Fadenreserve für den Schussfaden vorhanden ist. Dadurch wird auch Zeit für die Steuerung der Webmaschine zum gezielten Ausweben dieser fehlerhaften Schussfäden gewonnen. Gemäß dem zuletzt beschriebenen Aspekt der Erfindung ist es jedoch auch möglich, im Sinne einer vereinfachten Steuerung ab Detektieren einer Fadenunregelmäßigkeit im Schussfadenmaterial sämtliches auf der Fadenreserve

der Vorspuleinrichtung befindliches Schussfadenmaterial solange in Form von einer bestimmten Anzahl von Schussfäden als Quasi-Lance-Schüsse einzutragen, bis gewährleistet ist, dass auch der Teil des Schussfadenmaterials mit Fadenunregelmäßigkeiten eingetragen ist.

Vorzugsweise wird der Schussfaden bzw. werden im Falle des Vorliegens mehrerer ausgewebter Schussfäden die Schussfäden später vom Gewebe entfernt, und zwar durch Abschneiden der Fangleiste, wenn der ausgewebte Schussfaden bzw. die ausgewebten Schussfäden nur durch die Fangleiste abgebunden ist bzw. sind, oder durch Herauszie- hen der ausgewebten Schussfäden aus der Dreherkante, wenn der ausgewebte Schussfaden bzw. die ausgewebten Schussfäden in der Dreherkante eingewebt ist bzw. sind und die Fangleiste bereits abgeschnitten worden ist, oder durch Abschneiden der ausgewebten Schussfäden von der Einlegekante, wenn der Quasi-Lance-Schussfaden in die Einlegekante, nicht aber in das Grundgewebe eingewebt ist. Vorzugsweise wird der ausgeweb- te Schussfaden bzw. werden die ausgewebten Schussfäden nach Entfernung vom

Grundgewebe über zweckmäßige Einrichtungen als Abfall abgeführt. Vorzugsweise geschieht dies durch eine pneumatisch wirkende Absaugvorrichtung. Dabei ist es prinzipiell möglich, dass die Wirkung der Absaugvorrichtung auf den ausgewebten Schussfaden bzw. auf die ausgewebten Schussfäden so eingestellt und so auf diese Fäden gerichtet wird, dass die Saugkraft groß genug ist, um die ausgewebten Schussfäden aus der Dreherkante herauszuziehen. Selbstverständlich ist es auch möglich, anstelle einer Saugkraft auch eine Blasekraft auf den ausgewebten Schussfaden bzw. die ausgewebten Schussfäden zu richten, damit die geschilderte Wirkung realisiert werden kann, nämlich der ausgewebte Schussfaden entfernt und als Abfall abgeführt werden kann.

Gemäß einer Weiterbildung der Erfindung wird beim Buntweben oder beim Musterweben der Schussfaden muster- und/oder farbbedingt, vorzugsweise mit Mustervorausschau, gesteuert eingetragen. Für das erfindungsgemäße Verfahren zum Ausweben eines Schussfadens mit Fadenunregelmäßigkeiten bedeutet das, dass in dem Falle, in welchem lediglich der Schussfaden mit der Fadenunregelmäßigkeit ausgewebt wird, alle anderen fehlerfreien Schussfäden jedoch normal eingewebt werden, erst dann der fehlerhafte Schussfaden als Quasi-Lance-Schussfaden eingetragen wird, wenn dieser muster- und/oder farbbedingt „an der Reihe ist", eingetragen zu werden. Es kann also sein, dass auf der Fadenreserve einer Vorspuleinrichtung beispielsweise noch zwei Schussfäden

fehlerfreien Materials vorhanden sind, welche gebraucht werden, um gerade noch einen Musterrapport zu komplettieren, so dass der Schussfaden mit der Fadenunregelmäßigkeit dann in einer Warteposition ist und erst dann eingetragen wird, wenn der jeweilige Musterrapport wieder beginnt. Dies kann gleichermaßen auch für das Eintragen von bestimm- ten Farben von Schussfadenmaterial im Falle des Buntwebens der Fall sein.

Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Webmaschine bereitgestellt, welche zur Herstellung eines in üblicherweise eine Gewebeleiste und ein Grundgewebe aufweisenden Gewebes, und zwar insbesondere zur Durchführung des erfindungsgemä- ßen Verfahrens, vorgesehen ist, frei programmierbare bzw. frei steuerbare Fachbildeeinrichtungen aufweist. Die Webmaschine ist so ausgebildet, dass Fadenunregelmäßigkeiten im Schussfadenmaterial vor dem Eintrag mittels einer Sensorik detektiert werden, welche vorzugsweise vor einer Vorspuleinrichtung angeordnet ist. Gemäß der Erfindung ist eine Steuereinrichtung der Webmaschine so ausgebildet, dass die Fachbildeeinrichtungen in dem Falle, dass die Sensorik eine Fadenunregelmäßigkeit detektiert hat, so steuerbar ist, dass die Fachbildeeinrichtungen entweder in ihr Unterfach oder in ihr Oberfach, zumindest aber in eine Position bei gestoppten Kett- und Schussregulator gebracht werden können, dass der Schussfaden mit der Fadenunregelmäßigkeit aus dem Grundgewebe dergestalt auswebbar ist, dass dieser Schussfaden nicht in das Webfach eingetragen wird, sondern vielmehr entweder auf dem Unterfach oder unter dem Oberfach liegt. Somit webt die Webmaschine, ohne angehalten zu werden, einen fehlerhaften Schussfaden aus, d.h. webt diesen Schussfaden nicht ins Grundgewebe ein.

Der Vorteil einer derartigen Webmaschine besteht darin, dass prinzipiell eine Webma- schine lediglich hinsichtlich ihrer Steuereinrichtung und der Tatsache, dass die Fachbildeeinrichtungen frei steuerbar bzw. frei programmierbar sein müssen, modifiziert werden muss, um defekte oder fehlerhafte Schussfäden zuverlässig auszuweben, ohne die Webmaschine dabei anhalten zu müssen.

Da ein neben das Webfach bzw. auf das Unterfach oder unter das Oberfach eingetragener, eine Fadenunregelmäßigkeit aufweisender Schussfaden in der Art eines Lance- Schusses im gesamten Grundgewebe nicht abgebunden ist, ist die Maschine vorzugsweise mit einer Schere oder einer Abhebeeinrichtung versehen, mittels welcher der Schuss-

faden zu einem späteren Zeitpunkt, vorzugsweise in einem hinter dem Bindepunkt liegenden abgezogenen Bereich des Gewebes, vom Grundgewebe entfernbar ist.

Die erfindungsgemäße Webmaschine kann als Greiferwebmaschine, Luftdüsenwebma- schine oder als Jacquardwebmaschine ausgebildet sein, wobei das erfindungsgemäße Verfahren auf jede Art von Webmaschinen angewendet werden kann, wenn diese die Möglichkeit hat, dass die Fachbildeeinrichtungen frei steuerbar sind, d.h. individuell bewegbar sind. Unter individueller Bewegbarkeit soll in diesem Zusammenhang verstanden werden, dass die Fachbildeeinrichtungen von ihrem für einen normalen Webzyklus vorge- schriebenen Bewegungsverlauf des öffnens und Schließens des zum Schusseintrag erforderlichen Webfaches abweichen können und gegenseitig entweder ins Unterfach oder ins Oberfach bzw. jeweils zumindest in Richtung auf bzw. in die Nähe des jeweiligen Faches bewegbar sind, so dass in einem solchen Zustand der Schussfaden so eingetragen wird, dass er nicht in das Grundgewebe eingewebt wird, mithin ausgewebt wird. Unter Un- terfach soll in diesem Zusammenhang verstanden werden, dass die Fachbildeorgane, welche den oberen Teil des Webfaches bilden zu dessen unterem Teil bewegt sind. Unter Oberfach soll demgegenüber verstanden werden, dass die Fachbildeorgane, welche den unteren Teil des Webfaches bilden, zu ihrem oberen Teil bewegt sind. Wenn alle Fachbildeorgane im unteren Teil des ansonsten aufgespannten Webfaches angeordnet sind, so wird dies als Unterfach bezeichnet. Wenn alle Fachbildeorgane im oberen Teil des ansonsten aufgespannten Webfaches sind, so wird dies als Oberfach bezeichnet.

Die freie Steuerbarkeit bzw. freie Programmierbarkeit der Fachbildeeinrichtungen wird vorzugsweise mittels vom Webmaschinenhauptantrieb unabhängiger jeweiliger Antriebe für die jeweiligen Fachbildeeinrichtungen erreicht. Indem die einzelnen Fachbildeeinrichtungen einzelne Antriebe aufweisen, ist die volle Flexibilität von deren Steuerbarkeit bzw. Programmierbarkeit zu jedem Zeitpunkt des Webzyklus möglich. Die jeweiligen Antriebe der Fachbildeeinrichtungen sind dabei so ausgebildet, dass nach ihrem Bewegen in das Unterfach oder in Richtung des Unterfaches bzw. ins Oberfach bzw. in Richtung des Oberfaches rasch wieder auf den normalen Webzyklus mit Aufspannen des Webfaches zurückgeführt werden können. Zweckmäßigerweise sind die jeweiligen Antriebe der jeweiligen Fachbildeeinrichtungen Servomotoren bzw. Stellmotoren, deren Steuerung gemäß dem gewünschten Bewegungsverlauf im Wissen des Durchschnittsfachmannes liegt.

Um eine hohe Qualität des zu webenden Gewebes zu erzielen, werden die Schussfäden häufig gemischt. Unter Mischung wird dabei verstanden, dass die Schussfäden abwechselnd von unterschiedlichen Schussfadenvorratsspulen über entsprechende Vorspulein- richtungen abgezogen werden. Für bestimmte Gewebe sind auch Musterungen bzw. ist auch unter Umständen auch zusätzlich dazu eine entsprechende Farbgestaltung gewünscht. Das vorliegende Verfahren bzw. die erfindungsgemäße Webmaschine sind nun so ausgestaltet, dass das Ausweben fehlerhafter Schussfäden in jedem Fall sowohl bei Mischung, als auch bei Musterung und/oder Farbgestaltung anwendbar ist.

Die Steuerung ist vorzugsweise so ausgebildet, dass die Schussfäden muster- oder farbbedingt eintragbar sind. Dies trifft vorzugsweise sowohl für die Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden als auch für die fehlerfreien Schussfäden zu. Die Steuerung greift dabei in die Bewegung der Fachbildeeinrichtungen in Abhängigkeit davon, ob der einzutragende Schussfaden eine Fadenunregelmäßigkeit aufweist oder fehlerfrei ist, unter Beachtung des Musters und/oder der Farbgestaltung ein. Gemäß einer Weiterbildung der erfindungsgemäßen Webmaschine ist die Steuerung so ausgebildet bzw. so programmiert, dass eine solche Anzahl unmittelbar hintereinander nicht ins Grundgewebe eingewebter Schussfäden eingetragen wird, dass sichergestellt ist, dass der vor der Vorspulein- richtung detektierte Fadenfehler bzw. die detektierte Fadenunregelmäßigkeit zuverlässig als ausgewebter Schussfaden außerhalb des Grundgewebes angeordnet wird. Die Steuereinrichtung ermittelt die Anzahl der derartig als Quasi-Lance-Schüsse eingetragenen Schussfäden über die Maschinenbreite und die Fadenreserve auf der Vorspuleinrichtung sowie z.B. auch den Abstand zwischen der Sensorik zum Detektieren der Fadenunregelmäßigkeit und der Vorspuleinrichtung.

Gemäß einer Weiterbildung ist die Webmaschine des weiteren mit einer Einrichtung zur Bildung einer Fangleiste und/oder einer Einrichtung zur Bildung einer Dreherkante ausgestattet, wobei der ausgewebte, d.h. der nicht in das Grundgewebe eingewebte, eine Fadenunregelmäßigkeit aufweisende Schussfaden entweder in der Fangleiste oder in der Dreherkante oder in beiden abgebunden ist. Im Grundgewebe selbst ist der fehlerhafte Schussfaden jedoch nicht eingewebt.

Weitere Vorteile und Details des erfindungsgemäßen Verfahrens und der erfindungsgemäßen Webmaschine werden nun unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen detailliert erläutert. In der Zeichnung zeigen:

Figur 1 eine perspektivische Ansicht eines Ausschnittes einer Luftdüsenwebmaschine mit ausgewebten Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden mit im Unterfach angeordneten Fachbildeeinrichtungen;

Figur 2 das Detail gemäß Figur 1 , jedoch mit den Fachbildeeinrichtungen in ihrer ei- nem geöffnetem Webfach entsprechenden Stellung;

Figur 3a eine Darstellung gemäß Figur 2, jedoch mit einer Fangleiste und Dreherkante an beiden Seiten des Gewebes mit jeweils in die Gewebeleiste eingebundenen, ausgewebten, Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Fäden;

Figur 3b eine vergrößerte Teilansicht des Bereichs der Gewebeleiste gemäß Fig. 3a mit Fangleiste, Dreherkante und vier Leinwandbindungen;

Figur 4 eine vergrößerte Teilansicht gemäß Figur 2, jedoch mit am Gewebe linksseitig angeordneter Fangleiste, Dreherkante und einen leinwandbindigen Kettfaden aufweisender Gewebeleiste;

Figur 5 eine Ausschnittsvergrößerung eines Teils der Ansicht gemäß Figur 4, mit

Schere zum Abschneiden der Fangleiste;

Figur 6 eine Ausschnittsvergrößerung eines Teils einer Ansicht gemäß Figur 5, jedoch ohne leinwandbindigen Kettfaden in der Gewebeleiste;

Figur 7 eine Draufsicht auf einen Teil des fertigen Gewebes einer Ansicht gemäß Fi- gur 6;

Figur 8 eine prinzipielle Ansicht von Fachbildeeinrichtung, fertigem Gewebe und zugeordneter Schussfadenzufuhr- und Eintragsvorrichtung, mit Einlegekante;

Figur 9 eine vergrößerte Teilansicht eines Teils des fertigen Gewebes mit ausgewebten und in einer Einlegekante gehaltenen Schussfäden im Bereich der Gewebeleiste; und

Figur 10 eine Seitenansicht des Teils der Webmaschine mit einer Position der Fachbildeeinrichtungen gemäß Figur 1 mit zusätzlich eingezeichnetem Rotationskantendreher einschließlich einer Teilansicht mit einer Gruppe von drei ausgewebten Schussfäden.

In Figur 1 ist eine perspektivische Ansicht eines Teils eines Ausführungsbeispiels gemäß der Erfindung dargestellt. Das Ausführungsbeispiel bezieht sich auf eine Luftdüsenwebmaschine, wobei Fachbildeorgane 7, eine Weblade 22 mit daran angeordnetem Riet 23 und darin vorgesehenem Schusseintragskanal 21 gezeigt sind. In prinzipieller Darstellung ist eine Hauptdüse 25 gezeigt, mittels welcher der Schussfaden im Schusseintragskanal 21 eingetragen worden ist. Die Fachbildeorgane 7 sind komplett im Unterfach 9 angeordnet. Das fertige Gewebe weist drei ausgewebte Schussfäden 3 mit jeweiligem Knoten 2 auf, von denen zwei im Bereich des Grundgewebes 5 auf dessen Oberseite angeordnet sind. Einer der Knoten 2 aufweisenden Schussfäden 3 ist unmittelbar am Bindepunkt an- geschlagen und befindet sich auf der Oberseite des durch die Kettfäden gebildeten Unterfaches 9, so dass dieser nicht ins Grundgewebe eingewebt werden kann. Dieser am Bindepunkt befindliche Schussfaden 3 ist kurz vor seinem Abbinden durch Dreherfäden 19 gezeigt. Die beiden im Bereich des fertigen Grundgewebes 5 auf dessen Oberseite liegenden, Knoten 2 aufweisenden Schussfäden 3 sind in der Dreherkante 14 abgebunden. Aus zeichnerischen Gründen ist sowohl in Fig. 1 als auch in Fig. 2 die Fangleiste an der linken Seite des Gewebes weggelassen. Zwar ist es prinzipiell möglich, ohne Fangleiste zu arbeiten. Dann muss aber jeder Schussfaden einschließlich dem Quasi-Lance- Schussfaden mit einer entsprechenden Dreherbindung Schuss für Schuss abgebunden sein.

In üblicher weise besteht das Grundgewebe aus Kettfäden und keine Fadenunregelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden 4. Diese fehlerfreien Schussfäden 4 sind im Grundgewebe 5 je nach gewünschter Bindung eingebunden. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel sowohl gemäß Fig. 1 als auch Fig. 2 handelt es sich um ein Grundgewebe, bei

dem zwei Schussfäden in einer Bindung sind. Nach Abzug des fertigen Gewebes wird die an der rechten Gewebeseite angeordnete Fangleiste 15 mittels einer Schere 17 abgetrennt. Die fehlerhaften Schussfäden 3 sind auf der linken Gewebeseite in einer Dreherkante 14 eingebunden gezeigt. Diese Dreherkante wird beispielsweise durch eine Disco- leno- oder Motoleno-Dreherkanteneinrichtung (nicht gezeigt) erzeugt. Auf der rechten Gewebeseite sind die fehlerbehafteten Schussfäden nicht in die Dreherkante, sondern nur in die Fangleiste 15 eingewebt. Eine solche Dreherkante wird beispielsweise mittels einer schaftgesteuerten Dreherkanteneinrichtung erzeugt

Auf der in Figur 1 hinteren, d. h. rechten Seite des Gewebes ist im Bereich der Schere 17 eine Saugeinrichtung 20 in Form eines Saugrohres angedeutet. Diese Saugeinrichtung 20 dient dazu, den nach Abschneiden der Fangleiste nur noch in der Dreherkante 14 auf der linken Gewebeseite abgebundenen ausgewebten Schussfaden aus der Dreherkanten- Abbindung herauszuziehen und von der Oberseite des Grundgewebes 5 zuverlässig ab- zusaugen.

Figur 2 zeigt den Teil der Webmaschine gemäß Figur 1 ebenfalls in perspektivischer Darstellung, jedoch mit den Fachbildeeinrichtungen 7, in der Position, in welcher in üblicher Weise ein Webfach 8 aufgespannt ist. Bereits eingetragen und am Bindepunkt ange- schlagen ist hinter dem ausgewebten, die Fadenunregelmäßigkeit 2 aufweisenden

Schussfaden 3 und dem diesen unmittelbar folgenden, bereits in der Dreherkante mit abgebundenen fehlerfreien Schussfaden ein weiterer fehlerfreier Schussfaden 4. Nachdem der fehlerbehaftete Schussfaden ausgewebt worden ist, wird das Webfach 8 wieder aufgemacht, und zwar bei weiter geöffnetem Dreherfach, wird ein fehlerfreier Schussfaden 4 eingeschossen und wird mit dem Riet 23 an den Bindepunkt des Gewebes angeschlagen. Bei der nachfolgenden Abbindung durch die Dreherfäden 19 sind somit in der Dreherfa- denabbindung sowohl ein fehlerfreier Schussfaden 4 als auch der auf diesem liegende ausgewebte Schussfaden 3 abgebunden. Dies ist in Fig. 2 in der zuletzt erfolgten Dreher- kantenabbindung dargestellt. Darüber hinaus ist ein weiterer fehlerfreier Schussfaden 4 erneut in das Webfach eingetragen worden und bereits an den Bindepunkt angeschlagen worden. Dies ist der in Fig. 2 dargestellte Zustand.

Durch das Anschlagen des Schussfadens 4 an den Bindepunkt wird gemäß Fig. 2 deutlich, dass der ausgewebte Schussfaden 3 auf der Oberseite des Grundgewebes 5 ange-

ordnet und nicht in dieses eingewebt ist. Dieser Knoten 2 aufweisende Schussfaden 3 ist in der linken Dreherkante 14 und zusätzlich in der Fangleiste 15 auf der rechten Seite des Gewebes eingebunden und stellt daher einen sogenannten Quasi-Lance-Schussfaden dar. Dieser ausgewebte Schussfaden 3 kann nach Abschneiden der Fangleiste 15 mittels der Schere 17 vom Grundgewebe 5 abeschnitten, mittels der Saugdüse 20 abgesaugt und dabei auch aus der linken Dreherkante 14 herausgezogen sowie dann vom fertigen Gewebe leicht entfernt werden.

Figur 3a stellt eine der Figur 2 entsprechende Ansicht dar, bei welcher jedoch eine andere Gewebeleiste 6 gezeigt ist. Die in Fig. 3a gezeigte und in Fig. 3b in der vergrößerten Darstellung noch besser erkennbare Gewebeleiste 6 weist eine Fangleiste 15, eine Dreherkante 14 sowie einen Bereich von 4 leinwandbindigen Kettfäden auf. Der die Fadenunregelmäßigkeit 2 enthaltende Schussfaden 4 ist zusammen mit dem fehlerfreien Schussfaden 3 in der als Dreherbindung ausgeführten Fangleiste 15 als auch in der Dreherkante 14 sowie auch in zwei der vier leinwandbindigen Kettfäden abgebunden. Je nach geforderter Gewebequalität kann das in der Gewebeleiste 6 abgebundene Ende des Quasi- Lance-Schussfadens 3 verbleiben, nachdem er an der Stelle seines Austritts auf die Oberseite des Grundgewebes 5 abgeschnitten worden ist. Es ist jedoch auch möglich, dass dieses eingebundene Ende mittels einer nicht dargestellten Abhebeeinrichtung aus der Abbindung in der Gewebeleiste 6 herausgezogen wird, sodass anschließend der

Quasi-Lance-Schussfaden 3 komplett mittels der in Fig. 3a dargestellten Saugeinrichtung 20 abgesaugt werden kann. Zusätzlich zu Fig. 2 ist sowohl in Fig. 3a als auch in Fig. 3b an der linken Seite des Gewebes eine weitere Schere 17 gezeigt, mittels welcher die Fangleiste 15 abgeschnitten wird.

Die Fachbildeeinrichtungen 7 sind in ihrer das Webfach 8 bildenden Position. Der an den Bindepunkt angeschlagene fehlerfreie Schussfaden 4 sowie der unmittelbar hinter dem Bindepunkt befindliche, Knoten 2 aufweisende ausgewebte Schussfaden 3 sind ohne Unterbrechung des Betriebs der Webmaschine in die dargestellten Positionen gebracht wor- den.

Da bei diesem Ausführungsbeispiel die die Fadenunregelmäßigkeiten 2 aufweisenden Schussfäden 3 auf der hinteren Gewebeseite sowohl in der Dreherkante 14 als auch in der Fangleiste 15 und auf der rechten Gewebeseite in der Fangleiste 15 eingebunden

sind, sind nach Abtrennen der Fangleiste 15 vom Gewebe die die Knoten 2 aufweisenden Schussfäden 3 noch mit der Gewebeleiste 6 auf der linken Gewebeseite verbunden. In diesem Fall kann eine nicht dargestellte Abhebeeinrichtung dazu dienen, diese fehlerhaften Schussfäden anzuheben und so aus der Gewebeleiste 6 herauszuziehen, um sie an- schließend mit der Saugeinrichtung 20 abzusaugen. Es ist jedoch auch möglich, dass die Saugeinrichtung 20 eine derartige Saugwirkung erzeugt, dass die ansonsten lediglich auf dem Grundgewebe liegenden, d.h. nicht eingewebten, Schussfäden 3 durch die Saugkraft aus ihrer Einbindung in der Gewebeleiste 6 herausgezogen und entsprechend abgesaugt und als Abfall entsorgt werden können.

Figur 4 zeigt eine vergrößerte Detailansicht der Ansicht gemäß Figur 2, jedoch mit Fangleiste 15, Dreherkante 14 und einem leinwandbindigen Kettfaden als Gewebeleiste 6 auf der linken Gewebeseite. Dabei sind die Fachbildeeinrichtungen 7 in ihrer ein Webfach ausbildenden Position angeordnet, und der ausgewebte, den Knoten 2 aufweisende Schussfaden 3 ist bereits hinter dem Bindepunkt ausgewebt, befindet sich also bereits auf der Oberseite des Grundgewebes 5. Ein weiterer fehlerfreier Schussfaden ist bereits wieder an dem Bindepunkt angeschlagen. Die so ausgewebten Schussfäden 3 sind nur in der Fangleiste 15 und der Dreherkante 14 eingewebt und können daher später leicht entfernt werden. In diesem Fall ist die Fangleiste 15 als Dreherkante ausgebildet; es ist je- doch auch möglich, die Fangleiste als normale Leinwandbindung vorzusehen. Wenn also die Fangleiste mittels der Schere 17 abgeschnitten worden ist, können die ausgewebten Schussfäden mit einer Saugvorrichtung entfernt werden.

In Figur 5 ist in vergrößerter Ansicht die Situation ähnlich der gemäß Figur 4 dargestellt. Zusätzlich zu der Darstellung in Fig. 4 ist eine Schere 17 dargestellt, mittels welcher die Fangleiste 15 abgeschnitten wird. Die Gewebeleiste 6 besteht aus der Fangleiste 15, der Dreherkante 14 und vier leinwandbindigen Kettfäden. Auch hier sind die Fadenunregelmäßigkeiten 2 aufweisenden Schussfäden 3 nicht in den leinwandbindungen Kettfäden der Gewebeleiste 6 abgebunden, sodass nach Abtrennen der Fangleiste der Quasi- Lance-Schussfaden 3 leicht vom Grundgewebe 5 entfernt werden kann. Ersichtlich ist des Weiteren, dass die Fachbildeeinrichtungen 7 wieder in die Position zurückgekehrt sind, in welcher sie das Webfach 8 aufspannen, in welches bereits ein fehlerfreier Schussfaden normal eingetragen worden und bereits am Bindepunkt angeschlagen ist.

In Figur 6 ist eine ähnliche Situation wie in Figur 5 in leicht vergrößerter Darstellung gezeigt. Die Quasi-Lance-Schussfäden 3 sind in der sowohl eine Dreherkante 14 als auch eine Fangleiste 15, jedoch keine leinwandbindigen Kettfäden aufweisenden Gewebeleiste 6 eingewebt. Im Bereich der Gewebeleiste 6 wird mittels der Schere 17 die Fangleiste 15 in einem solchen Bereich vom Gewebe abgetrennt, dass die ausgewebten, fehlerbehafteten Schussfäden 3 nur noch durch die Dreherkante 14 gehalten werden. Aus dieser können sie in bereits beschriebener Art und Weise leicht herausgezogen und vom Gewebe insgesamt leicht mechanisch und/oder pneumatisch entfernt werden.

Figur 7 ist eine Draufsicht auf einen Abschnitt des fertigen Gewebes mit entsprechender Gewebeleiste 6, welche der Situation bzw. dem Webzyklus bzw. dem Webzustand gemäß Figur 6 entspricht. Alle verwendeten Bezeichnungen sind identisch zu den zuvor bei der Beschreibung der Figuren verwendeten und werden daher nicht nochmals gesondert erläutert.

In Figur 8 ist eine prinzipielle Ansicht des Webbereiches der erfindungsgemäßen Webmaschine, eines Stückes fertig gewebten Gewebes 5, 6 sowie der Fachbildeeinrichtungen 7 in prinzipieller Darstellung von oben gezeigt. Das fertige Gewebe zeigt den Bereich der Gewebeleiste 6 und den des Grundgewebes 5. Ebenfalls eingezeichnet sind ausgewebte Schussfäden 3, deren Fadenunregelmäßigkeiten Knoten 2 sind. Die Gewebeleiste 6 ist als Einlegekante gezeigt. Auch für eine derartige Gewebeleiste sind die Quasi-Lance- Schussfäden, welche Fadenunregelmäßigkeiten aufweisen, aus dem Grundgewebe 5 ausgewebt, deren Enden sind jedoch als Einlegekante ins Gewebe wieder eingelegt und durch 2 x 2 Leinwandbindungen abgebunden und bilden somit eine Einlegekante. Mittels einer nicht dargestellten Schneideinrichtung können die Quasi-Lance-Schussfäden 3 im an das Grundgewebe 5 angrenzenden Bereich der Einlegekante 26 der Gewebeleiste 6 abgeschnitten werden und sodann mit einer ebenfalls nicht dargestellten Saugeinrichtung entfernt werden.

Auf der linken Seite der gemäß dieser Figur 8 in prinzipieller Darstellung gezeigten Webmaschine 1 ist eine Spule 24 für das Schussfadenmaterial angeordnet. Von dieser Spule 24 wird das Schussfadenmaterial von einer Sensorik 16 zur Erfassung von Fadenunregelmäßigkeiten vorbei zu einer Vorspuleinrichtung 13 mit einer Fadenreserve 12 geführt. Von der Fadenreserve wird der Schussfaden abgezogen und einer Hauptdüse 25 zuge-

führt, welche den Schussfaden einträgt. Entsprechend der gesteuerten Stellung der Fachbildeorgane 7 wird dieser Schussfaden im Falle eines detektierten Fehlers in das geöffnete (hier nicht gezeigte) Webfach eingetragen, wohingegen ein mit einer Fadenunregelmäßigkeit versehener Schussfaden ausgewebt, d.h. nicht in das Grundgewebe einge- webt wird. Auf der Fadenreserve 12 ist eine Fadenunregelmäßigkeit in Form eines Knotens 2 gezeigt, welcher nach Detektierung durch die Sensorik 16 bereits in den Bereich der Fadenreserve 12 gewandert ist. Von der Fadenreserve 12 werden solange Schussfäden normal eingetragen, d. h. in das Grundgewebe eingewebt, wie der Knoten 2 noch nicht in einem noch auf der Fadenreserve 13 befindlichen Bereich des Schussfadens ist, in welchem dieser nach seinem Eintrag im Bereich des Grundgewebes liegen würde.

Wenn der Schussfaden abgezogen wird, welcher die Fadenunregelmäßigkeit, d.h. in diesem Fall den Knoten, aufweist, so wird dieser außerhalb des Webfaches eingetragen und damit ausgewebt. Durch eine zusätzliche, hier nicht näher gezeichnete Sensorik ist es darüber hinaus möglich, dass für den Fall, dass der Knoten bzw. die Fadenunregelmäßig- keit an einer Stelle des Schussfadens sich befindet, welche nach dessen Eintrag beispielsweise im Bereich der abzuschneidenden Fangleiste wäre, dieser Schussfaden trotz des Knotens als normaler eingewebter Schussfaden in das Webfach eingetragen werden kann, da dadurch die Qualität des Gewebes nicht gestört wird. Die Steuereinrichtung, welche die Interaktion zwischen der Detektierung einer Fadenunregelmäßigkeit und der Steuerung der Bewegung der Fachbildeorgane realisiert, ist in jedem Fall so ausgebildet, dass unter Beachtung der Drehzahl der Webmaschine 1 die Steuerung in Abhängigkeit von dem Ort des Knotens im Schussfaden vorgenommen wird. Prinzipiell dargestellt ist die jeweilige Verbindung sowohl der Sensorik 16 als auch der Vorspuleinrichtung 13 zu einem Bussystem einer Steuereinrichtung 28, von welchem die Signale dann der Steuer- einrichtung 27 zur weiteren Verarbeitung und Anweisung an die entsprechenden Fachbildeorgane 7 geleitet werden. Die Steuereinrichtung 27, 28 besteht prinzipiell aus zwei e- lektrisch bzw. elektronisch miteinander verbundenen Teilen. Links in Figur 8 ist dabei die Steuerung 28 gezeigt, welche unmittelbar für die Schussfadenzufuhr zuständig ist. Der zweite Teil der Steuerung 27 ist der rechts gezeigte Teil, welcher für die Steuerung der Webmaschine mit Mustervorausschau verantwortlich ist. Die zur Steuerung 28 notwendigen Signale von der Vorspuleinrichtung 13 sind mit der Steuerung 27 der Webmaschine mit der Mustervorschau verbunden; zusätzlich ist es jedoch auch möglich, dass auch eine Verbindung zur Steuerung der Schussfadenzufuhr vorhanden ist (angedeutet durch die

gestrichelte Linie). Beide Teile der Steuerung 27, 28 sind elektrisch bzw. elektronisch miteinander verbunden. Dies ist in Figur 8 nur andeutungsweise schematisch dargestellt.

In Fig. 9 ist in gegenüber Fig. 8 vergrößerter Darstellung der rechte Teil des fertigen Ge- webes 5, 6 gezeigt, bei welchem die Gewebeleiste 6 als Einlegekante 26 ausgebildet ist. Die Quasi-Lance-Schussfäden 3 sowie deren eingelegte Enden sind durch jeweils 2 Leinwandbindungen im Bereich der Gewebeleiste 6 eingebunden. Ansonsten sind sie jedoch in üblicher Weise aus dem Grundgewebe 5 ausgewebt. Durch Abschneiden an dem an das Grundgewebe 5 angrenzenden Bereich der Einlegekante 26 können die Quasi- Lance-Schussfäden 3 mit Hilfe der Saugeinrichtung 20 vom Grundgewebe abgesaugt und entfernt werden.

Und schließlich ist in Figur 10 eine Seitenansicht des unmittelbaren Webbereichs der Webmaschine gezeigt, welche in ihrem Zustand bzw. in ihrer Situation der Figur 2 ent- spricht. Es ist jedoch in der vergrößerten Detailansicht im Bereich unterhalb der Saugeinrichtung 20 gezeigt, dass auch mehrere Schussfäden 3 ausgewebt werden können. Das entspricht dem Fall, bei welchem ein detektierter Knoten dazu führt, dass die gesamte Fadenreserve 12 von der Vorspuleinrichtung 13 (s. Fig. 8) solange als ausgewebte Schussfäden 3 eingetragen wird, bis definitiv der detektierte Knoten 2 eingetragen ist und dadurch, dass dieser sich in einem ausgewebten Schussfaden 3 befindet, die Qualität des Gewebes nicht negativ beeinflussen kann.

Zusätzlich ist in Figur 10 eine Kantendrehereinrichtung 18 eingezeichnet, mittels welcher die Schussfäden, und zwar sowohl die fehlerfreien Schussfäden 4 als auch die Fadenun- regelmäßigkeiten aufweisenden Schussfäden 3 im Bereich der Gewebekante bzw. Gewebeleiste abgebunden werden. Dies ist in der vergrößerten Detailansicht ersichtlich. In dieser Figur ist des weiteren zu erkennen, dass sowohl die Dreherfäden 19 als auch die das Webfach 8 bildenden Ober- und Unterkettfäden 11 synchron zueinander das Webfach 8 aufspannen, in welches ein Schussfaden 4 in den Schusskanal 21 bereits einge- tragen ist und kurz vor seinem Anschlag an den Bindepunkt steht, an welchem sich der mit dem Knoten 2 versehene ausgewebte Schussfaden 3 (hier nicht bezeichnet) bereits befindet, allerdings oberhalb der Oberkettfäden. Die weitere Anordnung entspricht der zuvor beschriebenen.

Mit der vorliegenden Erfindung wird somit eine technisch einfache und dennoch sehr effektive, konstruktiv leicht umzusetzende und stets eine hohe Qualität des fertigen Gewebes erzielende Maschine sowie ein auf dieser Maschine realisiertes Verfahren zum Ausweben von Fadenunregelmäßigkeiten bereitgestellt.