LÖSCH, Siegfried (Okerstraße 46, Berlin, 12049, DE)
THYSSENKRUPP UMFORMTECHNIK GMBH (August-Thyssen-Straße 1, Ludwigsfelde, 14947, DE)
SIKORA, Sascha (Friedrich-Wilhelm-Weber-Straße 25, Lünen, 44534, DE)
BANIK, Janko (Schlettenhof 9, Altena, 58762, DE)
LÖSCH, Siegfried (Okerstraße 46, Berlin, 12049, DE)
| Patentansprüche 1. Verfahren zum Warmumformen von Stahlteilen, insbesondere Platinen oder Halbzeugen aus Stahl, bei welchem die Stahlteile in einem Ofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung auf eine Temperatur oberhalb der AcI- Temperatur erwärmt werden und in einem Umformwerkzeug warmumgeformt werden, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Abwärme des Ofens für weitere Wärmebehandlungsschritte des Stahlteils vor und/oder nach der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils verwendet wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s ein Durchlaufofen, vorzugsweise ein Rollenherdofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils verwendet wird. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Ofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils zumindest teilweise mit Gas beheizt wird und die Abwärme der Verbrennungsabgase des Ofens für die weiteren Wärmebehandlungen genutzt wird. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s metallisch-beschichtete, vorzugsweise AlSi-beschichtete Stahlteile in einem Vorwärmofen erwärmt oder vorlegiert werden . 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Umformwerkzeug zur Warmumformung zumindest teilweise mit der Abwärme des Ofens zur zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils beheizt wird. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s unter Verwendung der Abwärme des Ofens eine Wärmebehandlung, insbesondere ein Anlassen des umgeformten Stahlteils durchgeführt wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Wärmebehandlungsschritte des Stahlteils vor und/oder nach der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils durch erzwungene Konvektion durchgeführt werden. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Stahlteile im Vorwärmofen auf eine Temperatur von 200 0C bis ACl-Temperatur, vorzugsweise auf 250 0C bis 700 0C erwärmt werden. 9. Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8, mit einem Ofen (1) zur Erwärmung von Stahlteilen (2) auf oberhalb der ACl-Temperatur zur Bildung eines zumindest teilweise austenitischen Gefüges, einem Umformwerkzeug (9) zur Warmumformung der Stahlteile (2) und mit Mitteln (4) zum Transport der Stahlteile (2) vom Ofen (1) zum Umformwerkzeug (9), d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s Mittel (5, 6, 7) zur Verwendung der Abwärme des Ofens (1) vor und/oder nach der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils (2) vorgesehen sind. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s Mittel (5a, 6a, 7a) zum Beheizen eines Vorwärmofens (8), des Umformwerkzeugs (9) und/oder eines Anlassofens (10) vorgesehen sind. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s ein Durchlaufofen, vorzugsweise ein Rollenherdofen (1) zur zumindest teilweisen Austenitisierung der Stahlteile (2) vorgesehen ist. 12. Vorrichtung Verfahren nach einem der Ansprüche 9 bis 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s als Mittel zum Beheizen des Vorwärmofens, des Umformwerkzeugs, des Anlassofens Medienleitungen (5, 6, 7) und/oder Gebläse (5a, 6a, 7a) zum Zuleiten der Verbrennungsabgase des Ofens (1) zur zumindest teilweisen Austenitisierung vorgesehen sind. |
Warmumformen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Warmumformen von Stahlteilen, insbesondere Platinen oder Halbzeugen aus Stahl, bei welchem die Stahlteile in einem Ofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung auf eine Temperatur oberhalb der Acl-Temperatur erwärmt werden und in einem Umformwerkzeug warmumgeformt werden. Daneben betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit einem Ofen zur Erwärmung der Stahlteile auf oberhalb der ACl-Temperatur zur Bildung eines zumindest teilweise austenitischen Gefüges, einem Umformwerkzeug zur Warmumformung der Stahlteile und mit Mitteln zum Transport der Stahlteile vom Ofen zum
Umformwerkzeug .
Stahlteile im Sinne der vorliegenden Erfindung sind
beispielsweise Platinen oder Halbzeuge, welche für eine
Warmumformung vorgesehen sind. Die Halbzeuge können
beispielsweise als Zuschnitt oder als vorgeformte Platinen vorliegen. Zur Durchführung der Warmumformung müssen die zur Warmumformung vorgesehenen Stahlteile zunächst auf eine
Temperatur oberhalb des ACl-Temperaturpunktes erwärmt werden, so dass zumindest eine teilweise Austenitisierung des Gefüges des Stahlteils stattfindet. Vorzugsweise werden die
Stahlteile aber vollständig austenitisiert . Hierzu werden diese in der Regel auf eine Temperatur oberhalb des AC3- Temperaturpunktes erwärmt, bei welchem die Bildung des austenitischen Gefüges abgeschlossen ist und somit das
Stahlteil vollständig in austenitischem Gefüge vorliegt. Anschließend wird das Stahlteil in ein ümformwerkzeug
eingelegt und mit einer Temperatur von oberhalb des ACl- Temperaturpunktes warmumgeformt. Mit Hilfe des
Umformwerkzeugs erfolgt dann ein sogenanntes „Presshärten", bei welchem aufgrund der schnellen Abkühlung das
austenitische Gefüge des umgeformten Stahlteils in
martensitisches Gefüge umgewandelt wird. Hieraus resultiert die enorme Festigkeit entsprechend warmumgeformter
Stahlteile. Um während der Temperaturbehandlung der
Stahlteile eine Verzunderung zu verhindern und gleichzeitig einen Korrosionsschutz zur Verfügung zu stellen, werden für das Warmumformen vorgesehene Stahlteile vorzugsweise mit einer AlSi-Beschichtung beschichtet. Schließlich kann sich dem Presshärten noch ein weiterer Arbeitsschritt anschließen, bei welchem die umgeformten Stahlteile einer weiteren
Wärmebehandlung, beispielsweise einem Anlassen unterzogen werden, um bestimmte Bereiche oder insgesamt die
Eigenschaften des Stahlteils erneut zu verändern,
beispielsweise dessen Duktilität zu erhöhen.
Die Warmumformung ist einerseits ein sehr Energie intensiver Prozess, da die Stahlteile für mehrere Minuten auf eine
Temperatur oberhalb des ACl-Temperaturpunktes erwärmt werden müssen bzw. oberhalb des AC3-Temperaturpunktes erwärmt werden müssen und auf dieser Temperatur für mehrere Minuten
verbleiben. Weitere Energie in Form von Wärme wird bei dem Umformwerkzeug sowie einem weiteren Wärmebehandlungsschritt anschließend an die Umformung benötigt. Dies gilt auch für einen eventuell vor dem Erwärmen des Stahlteils auf eine Temperatur oberhalb des ACl-Temperaturpunktes stattfindende Vorwärmung. Es hat sich gezeigt, dass die Energiekosten, insbesondere bei der Massenfertigung entsprechender Stahlteile sich negativ auf die Wirtschaftlichkeit des
Verfahrens auswirken. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Zykluszeiten zur Herstellung des warmumgeformten
Stahlteils verbesserungswürdig sind. Aus der deutschen
Patentschrift DE 10 2005 033 042 B3 ist bekannt, die
Vorwärmung eines zum Presshärten vorgesehenen Halbzeugs mit einer metallischen Beschichtung unter Nutzung der Abwärme des Abkühlprozesses des auf zumindest oberhalb des ACl-Temperatur erwärmten Halbzeugs zu verwenden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die vom Abkühlprozess des Halbzeugs stammenden
Restwärmemengen für eine signifikante Reduzierung der
Energiekosten nicht ausreichend sind.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, ein
Verfahren zum Warmumformen von Stahlteilen zur Verfügung zu stellen, weiches eine Energie effiziente Durchführung des Warmumformens ermöglicht und gleichzeitig die Zykluszeiten zur Herstellung eines warmumgeformten Bauteils verringert. Darüber hinaus soll eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgeschlagen werden.
Für ein gattungsgemäßes Verfahren wird die oben aufgezeigte Aufgabe gemäß einer ersten Lehre der vorliegenden Erfindung dadurch gelöst, dass die Abwärme des Ofens für weitere
Wärmebehandlungsschritte des Stahlteils vor und/oder nach der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils
verwendet wird.
Es hat sich gezeigt, dass die verwendeten Öfen zur
Durchführung der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils enorme Abwärmemengen produzieren, welche bisher noch nicht genutzt wurden. Erfindungsgemäß soll die Abwärme des Ofens nunmehr für weitere Wärmebehandlungsschritte am Stahlteil vor und/oder nach der zumindest teilweisen
Austenitisierung des Stahlteils verwendet werden, so dass signifikant Energie eingespart werden kann.
Wird das Stahlteil vor der zumindest teilweisen
Austenitisierung unter Verwendung der Abwärme des Ofens erwärmt, kann die Zykluszeit für das gesamte Warmumformen gesenkt werden, da die Bauteile im Ofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung aufgrund der höheren
Eintrittstemperatur deutlich schneller die gewünschte
Temperatur erreichen ohne das deutlich mehr Energie für den Prozess verwendet wird. Die Abwärmemengen des Ofens zur zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils sind so groß, dass auch nach der Wärmebehandlung benötigte
Wärmemengen durch die Abwärme des Ofens bereitgestellt werden können. Die Energieeffizienz des erfindungsgemäßen Verfahrens kann hierdurch weiter gesteigert werden. Gemäß einer ersten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird ein Durchlaufofen, vorzugsweise ein
Rollenherdofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung des Stahlteils verwendet. Ein Durchlaufofen bzw. ein
Rollenherdofen bietet eine einfache Möglichkeit die zumindest teilweise Austenitisierung des Stahlteils in einem
kontinuierlichen Vorgang durchzuführen und in einer
entsprechenden Prozesslinie einzubetten.
Die Abwärmemengen, welche in vor- oder nachgelagerten
Wärmebehandlungen verwendet werden können, werden dadurch gesteigert, dass der Ofen zur zumindest teilweisen
Austenitisierung des Stahlteils zumindest teilweise mit Gas beheizt wird und die Abwarme der Verbrennungsabgase des Ofens genutzt wird. Diese sogenannten Strahlofen können m sehr kurzer Zeit das Bauteil auf die gewünschte Temperatur oberhalb des ACl-Temperaturpunktes oder auch auf oberhalb des AC3-Temperaturpunktes erwarmen, so dass die Zykluszeiten für die zumindest teilweise Austemtisierung des Stahlteils relativ kurz ausfallen. Darüber hinaus kann die Abwarme der Verbrennαngsgase auf einfache Weise genutzt werden, in dem beispielsweise über Wärmetauscher die Energiemenge dem Gas entzogen wird oder das Abgas unmittelbar für weitere
Wärmebehandlungen verwendet wird. Es ist denkbar, den mit Gas beheizten Ofen zusätzlich mit Mitteln zur induktiven
Wärmeübertragung und/oder Mitteln zur Übertragung der Warme durch Strahlung auszustatten.
Werden in einem Vorwarmofen unter Verwendung der Abwarme des Ofens zur zumindest teilweisen Austemtisierung des
Stahlteils die Stahlteile, insbesondere metallisch- beschichtete, bevorzugt AlSi-beschichtete Stahlteile erwärmt oder vorlegiert, können die Zykluszeiten, welche für den Durchlauf in dem Ofen zur zumindest teilweisen
Austemtisierung des Stahlteils benotigt werden, reduziert und gleichzeitig Energie eingespart werden. Dies liegt einerseits daran, dass das bereits erwärmte Stahlteil geringere Energiemengen benotigt, um auf die gewünschte Temperatur erwärmt zu werden. Andererseits wird
beispielsweise durch ein Vorlegieren einer metallisch- beschichteten, bevorzugt eines AlSi-beschichteten Stahlteils ein relativ hoher Eisenanteil in der AlSi-Beschichtung erzielt, welcher zu einer Aufrauung der Oberflachenschicht fuhrt, so dass die Strahlungswarme im Ofen zur zumindest teilweisen Austemtisierung des Stahlteils deutlich effizienter genutzt werden kann. Die Reflektionseigenschaften des vorlegierten metallisch-beschichteten, bevorzugt AlSi- beschichteten Stahlteils sind deutlich verbessert. Eine weitere Steigerung der Energieeffizienz des
erflndungsgemaßen Verfahrens kann dadurch erreicht werden, dass das Umformwerkzeug zur Warmumformung zumindest teilweise mit der Abwarme des Ofens zur zumindest teilweisen
Austenitisierung des Stahlteils beheizt wird. An den
entsprechend beheizten Stellen kann beispielsweise partiell ein anderes Gefuge im Stahlteil eingestellt werden, so dass unterschiedliche Bauteileigenschaften in dem umgeformten Stahlteil bereitgestellt werden können. Optional findet nach dem Umformen des Stahlteils eine weitere Wärmebehandlung statt, welche gemäß einer weiteren
Ausgestaltung des erflndungsgemaßen Verfahrens vorteilhaft unter Verwendung der Abwarme des Ofens zur zumindest
teilweisen Austenitisierung des Stahlteils durchgeführt wird.
Eine typische Wärmebehandlung im Anschluss an die Umformung ist beispielsweise ein Anlassen, beispielsweise partielles Anlassen des umgeformten, vergüteten Stahlteils, um die
Bauteileigenschaften beispielsweise lokal zu verandern.
Um die Effizienz bei der Nutzung der Abwarme weiter zu steigern, werden die Warmebehandlungsschritte des Stahlteils vor und/oder nach der zumindest teilweisen Austenitisierung des Stanlteils durch erzwungene Konvektion durchgeführt. Bei einer erzwungenen Konvektion ist der Warmeubertrag deutlich erhöht, da die zu erwärmenden Stahlteile oder beispielsweise Teile des Werkzeugs mit einem heißen Gasstrahl bestromt werden, so dass ein intensiver Kontakt zwischen heißen
Gasteilchen und dem zu erwärmenden Teil stattfindet.
Vorzugsweise werden die Stahlteile im Vorwarmofen auf eine Temperatur von 200 0 C bis ACl-Temperatur, vorzugsweise auf 250 0 C bis 700 0 C erwärmt. Unbeschichtete Stahlteile
benotigen dann zur Erwärmung auf oberhalb der ACl-Temperatur im Ofen zur zumindest teilweisen Austemtisierung nur noch geringe Energiemengen. Darüber hinaus können beschichtete Bauteile beispielsweise mit einer AlSi-Beschichtung in diesem Temperaturbereich mit kurzer Verweildauer vorlegiert werden, um insbesondere eine verkürzte Aufheizzeit im Ofen zur zumindest teilweisen Austemtisierung des Stahlteils zu erzielen .
Gemäß einer zweiten Lehre der vorliegenden Erfindung wird die oben aufgezeigte Aufgabe für eine Vorrichtung dadurch gelost, dass Mittel zur Verwendung der Abwarme des Ofens vor und/oder nach dem zumindest teilweisen austemtisieren des Stahlteils vorgesehen sind.
Mittel zur Verwendung der Abwarme des Ofens zur zumindest teilweisen Austemtisierung der Stahlteile sind vielfaltig und können unterschiedlich ausgebildet sein. In der Regel umfassen sie Rohrleitungen und Geblasevorrichtungen, welche für den Einsatz und Transport solcher heißen Gase verwendbar sind. Darüber hinaus können Wärmetauscher vorgesehen sein, welche die Warme der Verbrennungsabgase des Ofens an ein weiteres Warmeleitmedium weitergeben. Im Ergebnis wird durch die Verwendung dieser Mittel die Energieeffizienz des erfmdungsgemaßen Verfahrens zum Warmumformen von Stahlteilen deutlich verbessert und darüber hinaus die Zykluszeiten zur Fertigstellung von warmumgeformten Stahlteilen reduziert.
Vorzugsweise sind deshalb Mittel vorgesehen, welche zum
Beheizen eines Vorwärmofens, des Umformwerkzeugs und/oder eines Anlassofens verwendet werden. Hierdurch wird die
Nutzung der Abwärme des Ofens zur zumindest teilweisen
Austenitisierung des Stahlteils genutzt, um die wesentlichen Prozesse von dem Vorwärmen bis zum Anlassen des Stahlteils energieeffizient zu betreiben. Insbesondere aber das Beheizen des Vorwärmofens führt zu einer deutlichen Steigerung der Energieeffizienz, da hier große Energiemengen benötigt werden. Gemäß einer nächsten Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung ist ein Durchlaufofen, vorzugsweise ein
Rollenherdofen zur zumindest teilweisen Austenitisierung der Stahlteile vorgesehen. Wie bereits zuvor erläutert, kann durch die Verwendung eines Durchlaufofens, vorzugsweise eines Rollenherdofens eine einfache Integration des Erwärmens des Stahlteils auf oberhalb der ACl-Temperatur in einer
Prozesskette zur Herstellung warmumgeformter Stahlteile zu integrieren. Gemäß einer einfachen Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind als Mittel zum Beheizen des Vorwärmofens, des ümformwerkzeugs und/oder des Anlassofens Gasleitungen und/oder Gebläse zum Zuleiten der Verbrennungsabgase des Ofens zur zumindest teilweisen Austenitisierung der
Stahlteile zu den einzelnen Vorrichtungen vorgesehen. Wie bereits ausgeführt, können auch Wärmetauscher eingesetzt werden, wenn die Verbrennungsgase nicht unmittelbar verwendet werden.
Es gibt nun eine Vielzahl von Möglichkeiten das
erfmdungsgemaße Verfahren sowie die erfmdungsgemaße
Vorrichtung auszugestalten und weiterzubilden. Hierzu wird verwiesen einerseits die den Patentansprüchen 1 und 9 nachgeordneten Patentansprüche sowie auf die Beschreibung eines Ausfuhrungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung. In der Zeichnung zeigt die einzige Figur m einer
schematischen Ansicht ein Ausfuhrungsbeispiel einer
Vorrichtung zur Durchfuhrung des erfmdungsgemaßen
Verfahrens . Das in Fig. 1 dargestellte Ausfuhrungsbeispiel eines
erfmdungsgemaßen Verfahrens umfasst einen Ofen 1 zur zumindest teilweisen Austemtisierung eines Stahlteils 2. Das Stahlteil 2, vorliegend eine ebene Platine aus einem
hartbaren Stahl, wird in dem Ausfuhrungsbeispiel gemäß Fig. 1 auf eine Temperatur von mindestens 850 0 C erwärmt und etwa 2 bis 15 Minuten auf dieser Temperatur in dem Ofen 1, welcher als Rollenherdofen ausgebildet ist, gehalten. Durch die Temperatur von 850 0 C und hoher wird eine vollständige
Austemtisierung der Platine 2 erreicht. Vorzugsweise besteht die Platine aus einem Stahl vom Typ 22MnB5.
Der Ofen zur zumindest teilweisen Austemtisierung der
Platine 2 wird mit Gas beheizt. Entsprechende Mittel 3 zur Beheizung des Ofens sind in Fig. 1 schematisch dargestellt. Darüber hinaus sind die für einen Rollenherdofen typischen Transportrollen 4 in Fig. 1 ebenfalls dargestellt. Die
Verbrennungsabgase des Rollenherdofens 1 werden über Medienzuführungen 5, 6, 7 für weitere Wärmebehandlungen aus dem Rollenherdofen 1 abgeführt. Für das Einleiten der heißen Gase in den Vorwärmofen 8, das Umformwerkzeug 9 oder den Anlassofen 10 sind zusätzlich Gebläse 5a, 6a und 7a
vorgesehen.
Die Medienzuführung 5 leitet die heißen Verbrennungsabgase einem Vorwärmofen 8 zu, in welchem die Platine 2 auf eine Temperatur von mehr als 200 0 C bis ACl-Temperatur,
vorzugsweise auf eine Temperatur zwischen 250 0 C und 700 0 C erwärmt wird. Die Verweildauer in dem Vorwärmofen beträgt etwa 3 bis 20 Minuten, vorzugsweise jedoch 5 bis 10 Minuten. Zum Transport der Platine 2 in den Vorwärmofen sind ebenfalls Rollen 4 dargestellt. In dem Vorwärmofen wird die Platine 2 wie bereits ausgeführt, auf eine relativ hohe Temperatur erhitzt. Ist die Platine 2 mit einer AlSi-Beschichtung ausgeführt, kann diese bei entsprechenden Temperaturen, die beispielsweise zwischen 500 und 700 0 C liegen können, in dem Vorwärmofen vorlegiert werden und erhält insofern eine aufgeraute Oberflächenstruktur, welche die Erwärmung der Platine 2 beispielsweise im Rollenherdofen 1 erleichtert. Über die Heizmedienzuführung 5 kann die Temperatur des
Vorwärmofens über nicht dargestellte Regelungsmittel
eingestellt werden.
Durch die Nutzung der Abwärme des Rollenherdofens 1 für beispielsweise das Vorwärmen der Platine 2 im Vorwärmofen 8 tritt eine deutliche Energieersparnis ein, da die hohen Temperaturen, welche auch zur Vorlegierung der beschichteten Platine benötigt werden, auf einfache Weise bereitgestellt werden können. Anschließend an die Austenitisierung im
Rollenherdofen 1 wird die Platine 2 unter Verwendung eines nicht dargestellten Handlingsystems mit möglichst hoher
Temperatur in ein Umformwerkzeug 9 eingelegt und dort
warmumgeformt, vorzugsweise pressgehartet . Mit einer AlSi- Beschichtung versehene Platinen 2 können einerseits
zunderfrei auf Austenitisierungstemperatur erwärmt werden und ebenfalls zunderfrei im Umformwerkzeug 9 warmumgeformt oder pressgehartet werden.
Die Medienzufuhrung 7 dient dazu, dass Temperieren des
Umformwerkzeugs an spezifischen Positionen unter Verwendung der Abwarme des Rollenherdofens 1 durchzufuhren. An den erwärmten bzw. temperierten Bereichen des Umformwerkzeuges kann gezielt ein anderes Gefuge, beispielsweise duktileres Gefuge des umgeformten Stahlteils 11 erzeugt werden,
wohingegen in den übrigen Bereichen des umgeformten
Stahlteils 11 martensitisches Gefuge durch eine schnelle Abkühlung erzeugt wird. Das umgeformte Stahlteil 12 kann optional in einem Anlassofen 10 erneut einer Wärmebehandlung unterzogen werden. Auch bei dem Anlassofen 10 kann die
Energie der Abgase des Rollenherdofens 1 genutzt werden, um dem Anlassvorgang, beispielsweise in partiellen Abschnitten des vergüteten Stahlteils 12 durchzufuhren.
Die Energieeinsparung, welche durch die Verwendung der
Abwarme des Rollenherdofens 1 erzielt wird, ist erheblich.
Der Transport zwiscnen den einzelnen Stationen, insbesondere dem Vorwarmofen 8, dem Rollenherdofen 1, dem Umformwerkzeug 9 und dem Anlassofen 10 kann durch nicht dargestellte
Handlingsysteme gewährleistet werden. Em Rollengang 4, wie er m dem vorliegenden Ausfuhrungsbeispiel dargestellt ist, kann alternativ durch Handlingsysteme ersetzt werden. Im Ergebnis kann mit dem erfmdungsgemaßen Verfahren bzw. mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung, wie sie in Fig. 1
dargestellt ist, eine erhebliche Reduzierung der Zykluszeiten zur Herstellung eines warmumgeformten Stahlteils 11, 12 bei gleichzeitiger Verringerung des Energieverbrauchs
gewährleistet werden.
