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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND DEVICE FOR ENSURING LOOP FORMATION OF THE NEEDLE THREAD FOR A SHUTTLE EMBROIDERY MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2020/177882
Kind Code:
A1
Abstract:
A holder (19) is used to press the stitching base (15) against the stitch plate (17) during the first forward stroke of the needle (3) before returning at the first reversal point and holds it in place during loop formation between the stitch plate (17) and the eye (3") of the needle (3) so that the stitching base (15) cannot be lifted by the retracting needle (3), thereby preventing the loop.

Inventors:
TÜRTSCHER JÜRGEN (CH)
Application Number:
EP2019/067907
Publication Date:
September 10, 2020
Filing Date:
July 03, 2019
Export Citation:
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Assignee:
LAESSER AG (CH)
International Classes:
D05C9/08
Domestic Patent References:
WO1987003628A11987-06-18
Foreign References:
EP0040333A21981-11-25
DE102008035434A12010-02-11
Attorney, Agent or Firm:
GACHNANG, Hans Rudolf (CH)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren um auf einer Schiffchen-Stickmaschine zur Sicherstellung der Schlaufenbildung beim Sticken von elastischen Stickböden (15), Stickböden (15) mit Applikationen oder Stickböden (15) mit durch Bohrer erzeugten zu umstickenden Ausnehmungen im Stickboden (15) ,

gekennzeichnet durch folgende Schritte:

- Einstechen der Nadel (3) in den Stickboden (15) und Heranführen eines federnd getragenen

Niederhalters (19) bis zur Kontaktaufnahme des Niederhalters (19), mit dem Stickboden (15) oder der Applikation auf dem Stickboden (15),

- Fortsetzen des Einstechvorgangs der Nadel (3) bei gleichzeitigem Stillstand des Niederhalters (19) auf der Applikation und dem Stickboden (15) und Vergrösserung der Anpresskraft auf den Stickboden (15) durch aufgebaute Federspannung,

- Hubumkehr der Nadel (3) in einem vorderen

Umkehrpunkt und Teilrückzug der Nadel (3) zur Bildung einer Schlaufe des Nadelfadens zwischen dem Nadelöhr (3") und dem Stickboden (15), der vom federbelasteten Niederhalter (19) an der

Stichlochplatte (17) angedrückt wird,

Einfahren des Schiffchens in die Fadenschlaufe, - Weiteres Zurückziehen der Nadel (3) aus dem

Stickboden (15) und Abheben des Niederhalters (19) von der Oberfläche des Stickbodens (15) .

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (19) direkt oder indirekt von dem Nadelstössel (5) oder von einem unabhängig vom Nadelstössel angetriebenem Vorschubelement an den Stickboden (15) herangeführt und temporär an den Stickboden (15) angedrückt wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Andrücken des Niederhalters (19) nach dem Erfassen der Fadenschlaufe (37) durch das Schiffchen von dem Nadelstössel (5) oder einem Vorschubelement vom Stickboden (15) aufgehoben wird.

4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufhebung der Andrückkraft des Niederhalters (19) durch Zurückziehen und Abheben des Niederhalters erfolgt .

5. Vorrichtung für eine Schiffchen-Stickmaschine zur

Sicherstellung der Schlaufenbildung beim Sticken von elastischen Stickböden (15), Stickböden (15) mit

Applikationen oder Stickböden (15) mit durch Bohrer erzeugten zu umstickenden flächenmässig grossen Ausnehmungen im Stickboden (15), wobei die

Stickmaschine nadelseitig eine Stichlochplatte (17), eine antreibbare in dem Nadelstössel (5) der

Stickmaschine gehaltene Nadel (3) und neben der Nadel (3) angeordnete Tatzen (11) und eine Schiffchenbahn umfasst,

dadurch gekennzeichnet, dass

als Vorrichtung zwischen den Tatzen (11) und die Nadel (3) umgebend ein federelastisch ausgebildeter, verschiebbarer Niederhalter (19) angeordnet ist.

6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (19) von dem Nadelstössel (5) getragen und mit der Nadel (3) mitgeführt wird.

7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6,

dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (19) ein U- oder V-förmig ausgebildetes Federblech

umfasst, dessen erstes Ende an dem Nadelstössel (5) befestigbar ist und dessen zweites Ende eine

Ausnehmung aufweist, durch welche die Nadel (3) relativ dazu bewegbar ist.

8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet dass die Schenkel (19') der Federbleche miteinander vernietet sind.

9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Schenkel der Federbleche zwei parallel verlaufende hintere Schenkel (19') aus Federblech umfasst, die durch Abstandhalter (20) beabstandet gehalten sind.

10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 oder 6,

dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (19) zwei Führungsstangen (33) umfasst, welche in einem am Nadelstössel (5) der Stickmaschine befestigbaren Träger (31) verschiebbar geführt sind und dass die Enden der Führungsstangen (27) durch eine

Andrückplatte (29) verbunden sind und dass die

Andrückplatte (29) und Führungsstangen (33) gegen Federkraft relativ zum Träger (31) verschiebbar sind.

11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Federkraft durch eine zwischen der

Andrückplatte (29) und dem Träger (31) eingesetzte Feder (27) erzeugbar ist.

12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass auf mindestens einer der Führungsstangen (33) eine Feder (27) angeordnet ist.

13. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Niederhalter (19) von einem vom Antrieb des Nadelstössels (5) unabhängigen Antrieb betätigbar ist .

Description:
Verfahren und Vorrichtung zur Sicherstellung der

Schlaufenbildung des Nadelfadens für eine Schiffchen- Stickmaschine Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur

Sicherstellung der Schlaufenbildung des Nadelfadens auf einer Schiffchen-Grossstickmaschine gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur

Sicherstellung der Schlaufenbildung des Nadelfadens für eine Schiffchen-Stickmaschine gemäss Oberbegriff des

Patentanspruchs 5.

Bei der Herstellung von Stickereien auf einem Stickboden mit darauf applizierten und teilweise sehr elastischen Stoffen oder Stickereien, bei denen grosse Bereiche durch Bohrlöcher, also ausgestochene bzw. ausgeschnittene

Bereiche des Stickbodens, umstickt werden, besteht das Problem, dass einerseits die Applikationen nicht in genügendem Masse gespannt gehalten werden können, damit sie satt auf dem Stickboden aufliegen und andererseits kann der Stickboden nach dem Bohren grossflächiger

Ausnehmungen nicht beliebig nachgespannt werden, da sich durch die fehlenden Schuss- und Kettfäden im Bereich der Ausnehmungen um die Ausnehmungen ein Lösen des gespannten Stickbodens ergibt. Durch die fehlende Spannung der

Applikationen bzw. des Stickbodens bei grossen

Ausnehmungen besteht die latente Gefahr, dass die

Applikation und allenfalls auch der Stickboden in axialer Richtung der Nadel beim Zurückziehen der Nadel zur

Schlaufenbildung sich von der Stichlochplatte abhebt und folglich die Bildung einer genügend grossen Schlaufe für den Durchtritt des Schiffchens nicht gewährleistet ist. Fehlstiche kommen daher häufig vor. Diese Stickfehler durch fallengelassene Stiche führen zu Ausschuss. Der Hauptgrund dieser fallengelassenen Stiche liegt also darin, dass der Nadelfaden beim Zurückführen der Nadel für die Schlaufenbildung nicht genügend durch den Stickboden positioniert wird, sondern der sich im Stickboden

befindliche Faden den Stickboden von der Stichlochplatte abhebt und sich damit zwischen dem Nadelöhr und dem

Stickloch nur eine zu kleine oder gar keine Schlaufe bilden kann und folglich der Nadelfaden nicht mit dem Schiffchenfaden verknotet werden kann.

Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Schaffung eines Verfahrens sowie einer Vorrichtung, mit welchem bzw. welcher zwischen den Stoffdrückertatzen das Abheben des Stickbodens mit der zurückfahrenden Nadel verhindert werden kann und in der Folge die Strecke, d.h. der Abstand vom Nadelöhr zum Stickboden sicher verkürzt und der Aufbau einer Fadenschlaufe sichergestellt werden kann. Gelöst werden diese Aufgaben durch ein Verfahren gemäss den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung gemäss den Merkmalen des Anspruchs 5.

Mit dem Verfahren wird beim Einstechen der Nadel in die Applikation und in den Stickboden ein gefedert gelagerter Niederhalter bis zur Kontaktnahme des Niederhalters mit dem Stickboden und/oder der Applikation auf dem Stickboden an den Stickboden und die Stichlochplatte herangeführt. Beim weiteren Fortgang des Einstechvorgangs der Nadel bei gleichzeitigem Stillstand des Niederhalters durch dessen Anlage auf der Applikation und dem Stickboden wird die Anpresskraft des Niederhalters erhöht und bleibt weiterhin auch nach der Hubumkehr der Nadel am ersten Umkehrpunkt und während des Teilrückzugs der Nadel zur Bildung der Schlaufe des Nadelfadens zwischen dem Nadelöhr und dem Stickboden bestehen. Damit wird der Stickboden auf der Stichlochplatte durch den Niederhalter mindestens bis zum Einfahren des Schiffchens in die gebildete Schlaufe angedrückt gehalten.

Durch das örtliche Anpressen der Applikation auf den

Stickboden oder des Stickbodens bei grossen Ausnehmungen unmittelbar bei der Nadel an die Stichlochplatte, nachdem die Nadel bereits die Applikation und den Stickboden durchstochen hat, jedoch bevor die Hubumkehr der Nadel einsetzt, ermöglicht der Niederhalter, dass sich beim Zurückfahren der Nadel der Stickboden und/oder die

Applikation nicht von der Stichlochplatte abhebt und dadurch keine Verkürzung des Abstands zwischen dem

Nadelöhr und dem Stickboden eintreten kann. Durch das Festhalten und Andrücken des Stickbodens entsteht beim Zurückziehen der Nadel zwischen deren Öhr und dem

Stickboden die für die Passage des Schiffchens notwendige Schlaufenbildung. Das unmittelbare Hindurchfahren des Schiffchens nach der Schlaufenbildung durch die gebildete Schlaufe und das folgende Lösen der Anpresskraft des

Niederhalters auf die Applikation und den Stickboden ermöglicht es, dass unmittelbar nachdem die Nadelspitze den Stickboden verlassen hat, der Stichboden für die nächste Stichbildung ungehindert quer zur Achse der Nadel über der Stichlochplatte reibungslos verschiebbar ist.

Durch das Abheben des Niederhalters von der Oberfläche des Stickbodens oder einer darauf applizierten Applikation oder einer Anhäufung von insbesondere Plattstichen kann der Stickboden ungehindert relativ zur Nadel und zu dem darüber beabstandet zum Stickboden befindlichen

Niederhalter verschoben werden. Es kann weiter verhindert werden, dass der Niederhalter beim Umsticken von grossen Bohrlöchern (Ausnehmungen) an der Ausnehmung einhakt oder diese untergreift.

Ein als Feder ausgeführter Niederhalter benötigt keinen separaten Antrieb. Er wird direkt oder indirekt durch den Nadelstössel , an dem der Niederhalter befestigt sein kann, zwangsweise mitgeführt und übt den notwendigen

Anpressdruck auf die Oberfläche des Stickbodens

zwangsweise durch die nach dem Kontaktieren des

Stickbodens durch den weiter fahrenden Nadelstössel aus. Die Aufhebung der Anpresskraft auf den Stickboden endet erst nach der zwangsweise gebildeten Schlaufe durch das Zurückziehen der Nadel ohne jegliche notwendige

Steuerungsmittel .

Der Niederhalter umfasst eine für die notwendige

Anpresskraft geeignet ausgebildete Feder, die auf die Stichlochplatte andrückbar ist. Es sind keine weiteren beweglichen mechanischen Teile notwendig. Der Niederhalter kann am Nadelstössel angebracht oder von diesem indirekt angetrieben werden. Bei Nichtbedarf kann der Niederhalter leicht wieder entfernt werden. Alternativ kann der

Niederhalter selbstverständlich auch von einem eigens dafür vorgesehenen vom Nadelantrieb unabhängigen

Antriebsorgan betätigt werden. In einer ersten Ausgestaltung der Erfindung umfasst der Niederhalter ein U-förmig gebogenes Federprofil, dessen erstes Schenkelende am Nadelstössel befestigt ist und dessen Ende des zweiten Schenkels eine Bohrung oder

Ausnehmung umfasst, durch die die Nadel hindurchführbar ist. Durch das Heranführen des freien zweiten Schenkels der Feder an die Stichlochplatte wird der Winkel zwischen den beiden Federschenkeln verkleinert und die Anpresskraft auf den Stickboden und die Applikation erhöht.

In einer weiteren Ausgestaltung weist der Niederhalter eine V-Gestalt auf und umfasst zwei miteinander, z.B.

durch Nieten verbundene Federblechabschnitte.

In der zweiten Ausgestaltung des Niederhalters kann dieser auch rautenförmig, d.h. aus zwei symmetrisch angeordneten V-förmigen Federabschnitten aufgebaut sein.

In einer dritten vorteilhaften Ausgestaltung des V-förmig ausgebildeten Niederhalters ist einer der beiden Schenkel als Parallelogramm ausgestaltet, um die Führung des zweiten Schenkels zu optimieren.

In der vierten Ausgestaltung der Erfindung sind am

Nadelstössel zwei relativ zu diesem verschiebbare

Führungsstangen angeordnet, deren Enden nadelseitig durch eine Andrückplatte miteinander verbunden sind. Die

hinteren Enden der Stangen sind in mindestens einem Träger axial verschiebbar gelagert. Zwischen der Andrückplatte und der mindestens einen Führungsplatte, die am

Nadelstössel befestigt ist, sind Federn auf den

Führungsstangen angeordnet, welche bei Anliegen der

Andrückplatte auf dem Stickboden und der Stichlochplatte letztere federelastisch an die Stichlochplatte andrücken. In der fünften Ausgestaltung des Niederhalters umfasst dieser einen einzigen profilierten offenen oder

geschlossenen Federstahlring, der mit dem Nadelstössel verbunden ist und gegenüberliegend eine Ausnehmung für die Nadel umfasst.

Anhand illustrierter Ausführungsbeispiele wird die

Erfindung näher beschrieben. Es zeigen:

Figur la eine ausschnittsweise Ansicht des vorderen

Endes eines Nadelstössels mit eingesetzter Nadel, eines Bohrers und eines Niederhalters an einer Stickmaschine in Ruhestellung,

Figur lb die Anordnung gemäss Figur la mit Nadel in den

Stickboden und in die Stichlochplatte

teilweise vorgefahren kurz vor dem ersten Umkehrpunkt der Nadel,

Figur lc eine ausschnittsweise Ansicht eines

Nadelstössels mit eingesetzter Nadel, eines Bohrers und eines Niederhalters an einer

Stickmaschine mit vollständig in den

Stickboden eingefahrenen Nadel am zweiten Umkehrpunkt,

Figur 2a die gleiche Anordnung wie in Figur la, jedoch in einer weiteren rautenförmigen Ausgestaltung des Niederhalters in eingespanntem Zustand, Figur 2b eine perspektivische Darstellung des

Niederhalters in Figur 2a,

Figur 3a eine Detailansicht eines Niederhalters mit

einem Parallelogrammarm und einem einfachen Federarm,

Figur 3b eine perspektivische Darstellung des

Niederhalters in Figur 3a,

Figur 4a eine weitere Ausführungsform des Niederhalters mit einer parallel geführten Andrückerplatte, Figur 4b eine perspektivische Darstellung des

Niederhalters in Figur 4a,

Figur 5a eine weitere Ausführungsform des Niederhalters umfassend ein als Ring gebogenes Federprofil,

Figur 5b eine perspektivische Darstellung des

Niederhalters in Figur 5a,

Figur 6 ein Weg-/Zeitdiagramm der Nadelbewegung und Figur 7 einen Schnitt durch die Stichlochplatte, den

Stickboden, die Nadel und ein Schiffchen. In den Figuren entspricht die Anordnung der einzelnen

Elemente der Vorrichtung wie sie bei Gross-Stickmaschinen üblich ist.

Die Stoffdrückeranordnung 1 für eine Stickmaschine umfasst eine Nadel 3, die am Ende eines antreibbaren Nadelstössels 5 befestigt ist. In den Figuren ist unterhalb der Nadel 3 ein Bohrer 7 in einen Bohrerhalter 9, der zum Erzeugen von Ausnehmungen bestimmt ist, eingespannt. Weiter ist in den Figuren eine Stofftatze 11 dargestellt. Die Stofftatzen 11 sind jeweils zwischen zwei benachbarten Nadeln 3 und, falls vorhanden, zwischen den Nadeln und Bohrern 7

angeordnet. Die Stofftatzen 11 bzw. deren vordere Enden sind gegenüber den auf einer Geraden angeordneten Achsen der benachbarten Nadeln 3 versetzt. Die Stofftatzen 11 liegen folglich sowohl in vertikaler als auch in

horizontaler Richtung beabstandet zu den Achsen der Nadeln 3.

Mit Referenzzeichen 17 ist die Stichlochplatte unter einem darauf angeordneten Stickboden 15 mit einer darauf

liegenden Applikation bezeichnet (Applikation nicht sichtbar dargestellt) . Die Nadel 3 in Figur la befindet sich im hinteren

Umkehrpunkt, das heisst in der hintersten Stellung und mit grösstem Abstand der Spitze 3' der Nadel 3 von der

Stichlochplatte 17. Am vorderen Ende des Nadelstössels 5 ist im ersten

Ausführungsbeispiel ein U-förmiger Niederhalter 19 befestigt. Dieser umfasst ein Federstahlprofil, z.B. einen Federstahlstreifen, dessen eines Ende mit dem Nadelstössel 5 verbunden ist und dessen anderes Ende für den Durchtritt der Nadel 3 gelocht ist. Die Befestigung an dem

Nadelstössel 5 ist spielfrei und kann mit Hilfe einer Klemmschraube oder dergleichen erfolgen. Der Niederhalter 19 gemäss dem ersten Ausführungsbeispiel (Figuren la bis lc) umfasst also eine gebogene Blattfeder mit an deren freiem Ende 21 eine Ausnehmung ausgebildet ist, durch welche die Nadel 3 hindurchgeführt wird. Das freie Ende 21 umschliesst die Nadel 3 mit Spiel.

In Figur lb ist die Nadel 3 um einen Betrag von a nach vorne geführt und durchdringt nun eine Applikation, den Stickboden 15 und die Stichlochplatte 17. Mit der Nadel 3 sind auch die Tatzen 11 nach vorne gefahren worden und die Sohle von deren Fuss 23 liegt in einem Abstand d zur

Oberfläche der Stichlochplatte. Das vordere Ende 21 des Niederhalters 19 berührt die Oberfläche des Stickbodens 13 oder eine darauf liegende Applikation, ohne dass der

Niederhalter 19 wesentlich verformt wird. Die Nadelspitze 3' und das Nadelöhr 3" liegen nun vollständig hinter der Stichlochplatte 17. Die Nadelbewegung ist noch nicht beendet .

Nach der Umkehr der Nadelbewegung zu Beginn des nach links gerichteten ersten Hubs "F" wird der Stickboden 15 vom Niederhalter 19 an die Oberfläche der Stichlochplatte 17 weiterhin angedrückt gehalten. Dadurch wird der durch den Stickboden 15 hindurch geführte Nadelfaden 35 daran gehindert in der Folge synchron mit der Nadel 3 nach rechts zurückzufahren. Es bildet sich dadurch zwischen dem Öhr 3" der Nadel 3 und der Hinterseite der Stichlochplatte 17 durch die Verkürzung des Abstandes zwischen dem Öhr 3" und dem Stickboden 15 eine Fadenschlaufe 37 (Figur 7) . Nun kann die Spitze eines Schiffchens 39 mit dem

Schiffchenfaden 41 in die Schlaufe 37 einfahren und diese durchqueren. Sobald die Spitze des Schiffchens 39 in die Schlaufe 37 eingedrungen ist, wird die Schlaufe 37 des Nadelfadens 35 durch die zweite Hubbewegung "H" der Nadel 3 weiter geöffnet und dadurch der Durchgang des

Schiffchens 39 ermöglicht.

In Figur lc ist die Nadel 3 um den Betrag a plus x weiter vorgefahren und der Niederhalter 19 bzw. dessen beide Enden haben sich einander genähert und, da der

Niederhalter 19 aus einem Federstahl besteht, drückt dessen freies Ende 21 nun den Stickboden 15 auf die

Oberfläche der Stichlochplatte 17 und hält diesen fest. Die unabhängig von der Nadel 3 angetriebene Tatze 11 verharrt dauernd in einem Abstand d zur Oberfläche der Stichlochplatte 17.

Nach dem zweiten Umkehrpunkt, wenn das Nadelöhr 3" und die Nadelspitze 3' den Stickboden 15 verlassen, folgt das vordere Ende 21 des Niederhalters 19 zurück in

Grundstellung. Der Niederhalter 19 hebt sich also vom Stickboden 15 ab, so dass dieser zur Verschiebung für den nächsten Stich auf der Stichlochplatte 17 im Wesentlichen reibungsfrei verschiebbar ist. Auch die Tatze 11 wird abgehoben, um auch mit dieser die Verschiebung des

Stickbodens 15 nicht zu behindern. Durch das temporäre Andrücken des Stickbodens 15 im

Bereich um die Nadel 3 herum kann sichergestellt werden, dass eine Fadenschlaufe 37 von einer Grösse gebildet wird, welche sicher vom Schiffchen 39 erfasst bzw. durchdrungen werden kann.

Die Befestigung des Niederhalters 19 direkt an dem

Nadelstössel 5 gewährleistet, dass der Beginn des

Andrückens des Stickbodens 15 gegen die Stichlochplatte 17 immer exakt zum richtigen Zeitpunkt erfolgt und auch deren späteres Abheben.

In der zweiten Ausgestaltung des Niederhalters 19 gemäss Figuren 2a und 2b umfasst dieser vier Blattfederelemente, die eine Raute bilden und an deren breitester Stelle durch Nieten 25 oder andere Mittel miteinander verbunden sind. Die Blattfederelemente vor und diejenigen hinter den

Verbindungsstellen können je aus miteinander verbundenen Schenkeln bestehen. Die jeweils V-förmig verlaufenden Bereiche im Bereich der Vernietungen sind zur Nadelachse spiegelsymmetrisch ausgebildet und gewährleisten, dass die Ausnehmung für die Nadel 3 im Bereich der Spitze der V- förmig verlaufenden Teile in jeder Position, also gespannt und ungespannt, stets in der Achse der Nadel 3 verharren. Eine Verschiebung parallel zum Stickboden 15 während des Andrückens und des Entspannens erfolgt daher nicht. In einer dritten Ausgestaltung des Niederhalters 19 gemäss Figuren 3a und 3b, in welcher wiederum wie in den Figuren la bis lc der Niederhalter 19 nur einseitig zur Nadelachse angeordnet ist, wird eine vertikale, d.h. parallel zur Stichlockplatte verlaufende Verschiebung des vorderen Endes 21 des Niederhalters 19 beim Andrücken dadurch verkleinert, dass die hinteren Schenkel 19' als

Parallelogramm ausgebildet sind und zwei an deren Enden verbundene hintere Schenkel 19' umfasst, welche an deren Enden mit Abstandhalter 20 miteinander verbunden sind.

In der vierten Ausgestaltung des Niederhalters 19 gemäss Figur 4a und 4b umfasst dieser zwei achsparallel zur Nadel 3 verlaufende Führungsstangen 33, die in einem Träger 31 mit dem Nadelstössel 5 verschiebbar geführt sind, und auf denen je eine Schraubenfeder 27 aufgesetzt ist, welche eine Andrückplatte 29 parallel zur Nadelachse geführt halten. Die Andrückplatte 29 ist wie in den übrigen

Ausführungsformen mit einer zentralen Ausnehmung versehen, welche von der Nadel 3 durchdrungen wird.

Die beiden beabstandet parallel verlaufenden

Führungsstangen 33 sind am Träger 31 axial verschiebbar geführt. Dazu sind im Träger 31 entsprechende Bohrungen vorgesehen. In einer bevorzugten Ausführung umfasst der Träger 31 zwei beabstandet angeordnete Platten, so dass eine verhältnismässig lange Führungsstrecke für die Führungsstangen 33 erreicht werden kann. Der Träger 31 ist vorzugsweise abnehmbar mit dem Nadelstössel 5 verbunden. Auf den Führungsstangen 33 werden die beiden

Schraubenfedern 27 zwischen der Andrückplatte 29 und dem Träger 31 leicht gespannt gehalten.

Beim Sticken gelangt die Andrückplatte 29 wie bei den erstgenannten Beispielen in Anlage mit dem Stickgrund und einer allenfalls darauf liegenden Applikation und presst diesen gegen die Oberfläche der Stichlochplatte 17. Die Andrückplatte 29 ist folglich durch die exakte Führung in Träger 31 exakt geführt und wird beim Aufpressen auf den Stickboden exakt parallel zur Stichlochplatte 17 gehalten.

In einer fünften Ausgestaltung der Stoffdrückeranordnung (Figuren 5a und 5b) umfasst der Stoffdrücker (19) ein ringförmig ausgebildetes Blattfederprofil, welches wie die Ausführung in Figur 2 mit dem Nadelstössel 5 verbunden ist und eine Ausnehmung für die Nadel 3 umfasst. In hinterster Stellung des Nadelstössels erscheint der Stoffdrücker 19 kreisrund oder schon leicht oval vorgebogen, in vorderster Stellung der Nadel ist das Oval soweit zusammengedrückt, dass eine Anpresskraft auf den Stickboden 15, der auf der Stichlochplatte 17 liegt, erzeugt wird. In einer symbolischen Darstellung (Hub-/Zeitdiagramm) ist ersichtlich, dass zur Bildung einer Fadenschlaufe 37 im Zeitpunkt (E) der Niederhalter 19 den Stickboden 15 erreicht und dann bis zur Hubumkehr (F) die Anpresskraft erhöht wird und bei Rückzug der Nadel im Bereich der gekreuzten Schraffierung bis (G) eine sichere

Schlaufenbildung stattfinden kann. Die Anpressung des Stickbodens 15 wird aufrechterhalten, bis die Nadel nach dem zweiten Hub nach (J) den Stickboden verlassen hat.

In der Figur 7 wird veranschaulicht, wie das Schiffchen 39 bzw. dessen Spitze die Fadenschlaufe 37 erfasst.

Alternativ zur Befestigung des Niederhalters 19 am

Nadelstössel 5 kann der Niederhalter 19 auch durch einen separaten Stössel oder Antrieb auf den Stickgrund

aufgepresst werden (keine Abbildung) .