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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND DEVICE FOR FEEDING INTO A SMELTING UNIT
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/045212
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method and a device for feeding a preliminary product for pig iron into a smelting unit. Said method and device are characterized in that part of the preliminary product, which was formed by reducing oxidic siderophores, is stored in the hot state in a reservoir tank before it is fed into the storage device (11) or feeding device directly connected to the smelting unit.

Inventors:
EDER, Thomas (Leharstrasse 7, Traun, A-4050, AT)
MILLNER, Robert (Porschestrasse 1, Loosdorf, A-3382, AT)
PLAUL, Jan-Friedemann (Hafnerstraße 17, Linz, A-4020, AT)
REIN, Norbert (Sonnenuhrgasse 1/15, Wien, A-1060, AT)
SCHERNEY, Andreas (Kaiserweg 2, Hörsching, A-4063, AT)
ZEHETBAUER, Karl (Pesenbachstraße 40, Feldkirchen, A-4101, AT)
Application Number:
EP2010/064867
Publication Date:
April 21, 2011
Filing Date:
October 06, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS VAI METALS TECHNOLOGIES GMBH (Turmstraße 44, Linz, A-4031, AT)
EDER, Thomas (Leharstrasse 7, Traun, A-4050, AT)
MILLNER, Robert (Porschestrasse 1, Loosdorf, A-3382, AT)
PLAUL, Jan-Friedemann (Hafnerstraße 17, Linz, A-4020, AT)
REIN, Norbert (Sonnenuhrgasse 1/15, Wien, A-1060, AT)
SCHERNEY, Andreas (Kaiserweg 2, Hörsching, A-4063, AT)
ZEHETBAUER, Karl (Pesenbachstraße 40, Feldkirchen, A-4101, AT)
International Classes:
F27D3/00; C21B13/00; C21B13/14; C21C5/56
Attorney, Agent or Firm:
MAIER, Daniel (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche / Patent Claims

1) Verfahren zur Herstellung von Roheisen in einem Einschmelzaggregat aus einem durch Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels eines ersten Reduktionsgases gewonnenen Vorprodukt wobei das Vorprodukt einer mit dem Einschmelzaggregat direkt verbundenen Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung, aus welcher eine Zugabe in das Einschmelzaggregat stattfindet, zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Vorproduktes in heißem Zustand in einem Vorratsbehälter aufbewahrt wird, bevor seine Zufuhr in die mit dem Einschmelzaggregat direkt verbundene Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung erfolgt. 2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die oxidischen Eisenträger feinteilchenförmiges Eisenerz sind.

3) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die oxidischen Eisenträger Stückerz oder Pellets sind.

4) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorprodukt heißes kompaktiertes Eisen HCl ist.

5) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorprodukt heißes brikettiertes Eisen HBI ist. 6) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorprodukt heißes niedrig reduziertes Eisen LRI ist.

7) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das in heißem Zustand in dem

Vorratsbehälter aufbewahrte Vorprodukt mit einem

Rückoxidationsschutzgas , welches eine Rückoxidation des

Vorproduktes hemmt, umspült wird. 8) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die mit dem Einschmelzaggregat direkt verbundene Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung von einem zweiten Reduktionsgas durchströmt wird.

9) Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Reduktionsgas und das zweite Reduktionsgas aus derselben Quelle stammen. 10) Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabe aus der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung in das Einschmelzaggregat im

Wesentlichen der Schwerkraft folgend stattfindet. 11) Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit zumindest einem

Reduktionsaggregat zur Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels eines ersten Reduktionsgases, einer in das

Reduktionsaggregat mündenden ersten Reduktionsgasleitung (3), einem Einschmelzaggregat zur Herstellung von Roheisen aus dem bei der Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels des ersten Reduktionsgases gewonnenen Vorprodukt, und einer

Zufuhrvorrichtung (10) zur Zufuhr von Vorprodukt in eine Speichervorrichtung (11) oder Chargiervorrichtung, die mit dem Einschmelzaggregat über zumindest eine Zugabeleitung (12) verbunden ist, wobei die Zugabeleitung (12) mit einer

Zugabeöffnung (13) in das Einschmelzaggregat mündet, und wobei eine Aufgabevorrichtung zur Aufgabe von Vorprodukt auf die Zufuhrvorrichtung (10) vorhanden ist, dadurch

gekennzeichnet, dass ein Vorratsbehälter (19) zur

Aufbewahrung von Vorprodukt in heißem Zustand vorhanden ist, sowie eine Eingabevorrichtung zur Eingabe von Vorprodukt in den Vorratsbehälter (19) , wobei der Vorratsbehälter (19) auch mit der Zufuhrvorrichtung (10) verbunden ist.

12) Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kompaktierungsvorrichtung zur Kompaktierung

und/oder Brikettierung vorhanden ist, wobei sich die Kompaktierungsvorrichtung zwischen dem Reduktionsaggregat und der Zufuhrvorrichtung (10) und zwischen dem

Reduktionsaggregat und der Eingabevorrichtung befindet. 13) Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine Aufgabevorrichtung zur Aufgabe von kompaktier em und/oder brikettiertem Vorprodukt aus der

Kompaktierungsvorrichtung auf die Zufuhrvorrichtung (10) vorhanden ist, und dass der Vorratsbehälter (19) mit der Kompaktierungsvorrichtung über eine Eingabevorrichtung zur Eingabe von kompaktiertem und/oder brikettiertem Vorprodukt aus der Kompaktierungsvorrichtung in den Vorratsbehälter (19) verbunden ist. 14) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass eine zweite Reduktionsgasleitung (14) in die Speichervorrichtung (11) oder Chargiervorrichtung mündet.

15) Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei die erste

Reduktionsgasleitung (3) und die zweite Reduktionsgasleitung (14) mit einem Aggregat zur Reduktionsgaserzeugung verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass die erste

Reduktionsgasleitung (3) und die zweite Reduktionsgasleitung (14) mit demselben Aggregat zur Reduktionsgaserzeugung verbunden sind.

16) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass eine Rückoxidationsschutzgasleitung (20) zur Zuführung von Rückoxidationsschutzgas in den

Vorratsbehälter (19) mündet.

17) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorratsbehälter (19) in einer geringeren Höhe angeordnet ist als die Zugabeöffnung (13) in das Einschmelzaggregat. 18) Vorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Einschmelzaggregat ein

Einschmelzvergaser (7) ist. 19) Vorrichtung nach einem, der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Reduktionsaggregat ein

Festbettreaktor oder ein Wirbelschichtreaktor (2a, 2b, 2c) ist

Description:
Verfahren und Vorrichtung zur Chargierung in ein Einschmelzaggregat

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Chargierung eines Vorproduktes für Roheisen in ein Einschmelzaggregat.

In Reduktionsverfahren für feinteilchenförmiges Eisenerz, wie beispielsweise dem FINEX ® -Verfahren, wird in

Wirbelschichtreaktoren mittels eines Reduktionsgases

direktreduziertes Eisen (direct reduced iron, DRI) erzeugt. Dieses direktreduzierte Eisen weist abhängig von der

Betriebsweise einen Reduktionsgrad von circa 50 ~ 95% auf und ist ebenso wie das eingesetzte Eisenerz feinteilchenförmig . Zur vollständigen Reduktion und zur Erzeugung von Roheisen führt man das direktreduzierte Eisen DRI nach einem

Kompaktierungsschritt, in dem sogenanntes heißes

kompaktiertes Eisen (hot compacted iron, HCl) gewonnen wird, einer Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung, welche gegebenfalls von einem Reduktionsgas durchströmt wird, und von dort einem Einschmelzaggregat wie beispielsweise einem Einschmelzvergaser zu. Eine Speichervorrichtung, auch HCI-Bin genannt, oder Chargiervorrichtung erfüllt unter anderem eine Pufferfunktion zur Sicherstellung einer kontinuierlichen Chargierung von heißem kompaktiertem Eisen in das

Einschmelzaggregat. Weiterhin bietet sie die Möglichkeit, zusätzlich in das Einschmelzaggregat zu chargierende

Materialien, wie beispielsweise Pellets oder Stückerz oder Koks, durch das Reduktionsgas vorzuwärmen. Die

Speichervorrichtung ist dabei über dem Einschmelzaggregat angeordnet, um eine Chargierung aus der Speichervorrichtung in das Einschmelzaggregat in Richtung der Schwerkraft zu ermöglichen . Der überwiegende Teil des im Kompaktierungsschritt gewonnenen heißen kompaktierten Eisens wird im Normalbetrieb einer

FINEX ® -Anlage nach der Kompaktierung direkt in heißem Zustand der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung zugeführt. Ein anderer Teil des im Kompaktierungsschritt gewonnenen heißen kompaktierten Eisens wird im Normalbetrieb einer FINEX ® -Anlage nach der Kompaktierung genutzt, um einen außerhalb der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung gelagerten Vorrat von kompaktiertem Eisen anzulegen. Dieser Vorrat an kompaktiertem Eisen wird beispielsweise während des Anfahrens oder Niederfahrens einer FINEX ® -Anlage benötigt. Nach dem Stand der Technik wird das nicht direkt in die Speichervorrichtung überführte heiße kompaktierte Eisen typischerweise in einem Quenchtank mit Wasser schockartig gekühlt und anschließen im Freien unter atmosphärischen

Bedingungen gelagert. Sobald dieses abgekühlte, gelagerte kompaktierte Eisen für eine Zugabe in das Einschmelzaggregat benötigt wird, wird es der Speichervorrichtung oder

Chargiervorrichtung zugeführt. In dieser wird es vor seiner Chargierung in das Einschmelzaggregat vorgewärmt.

Nachteilig ist dabei, dass das in Quenchtanks gekühlte kompaktierte Eisen bei der Lagerung zur Rückoxidation neigt, und dass zu seiner Vorwärmung vor der Chargierung in das

Einschmelzaggregat ein hoher Energieaufwand notwendig ist. Die für die Vorwärmung des Materials benötigte Zeit

verlängert zudem die Dauer des Anfahrvorganges. Weiterhin ist der Betrieb der Quencheinrichtungen aufwändig und macht zeit- und geldverbrauchende Handhabung und Entsorgung von kaltem brikettiertem Eisen und Schlamm notwendig. Die beteiligten Anlagenteile müssen kostenintensiv gewartet und betrieben werden . Die selben Bedingungen gelten selbstverständlich auch, wenn nicht ein FINEX®-Verfahren mit HCl als Vorprodukt, sondern ein Verfahren angewendet wird, bei dem aus oxidischen

Eisenträgern heißes brikettiertes Eisen (hot briquetted iron, HBI) als - brikettiertes, das heisst also kompaktiertes - Vorprodukt hergestellt wird.

Auch bei nicht kompaktierten Vorprodukten wie beispielsweise niedrig reduziertem Eisen (low reduced iron, LRI) ist es entsprechend nachteilig, das Vorprodukt nicht in heißem Zustand zu lagern.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Roheisen aus einem Vorprodukt bereitzustellen, bei denen die genannten Nachteile vermieden werden.

Diese Aufgabe wird gelöst durch ein

Verfahren zur Herstellung von Roheisen in einem

Einschmelzaggregat aus einem durch Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels eines ersten Reduktionsgases gewonnenen Vorprodukt, wobei das Vorprodukt einer mit dem

Einschmelzaggregat direkt verbundenen Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung, aus welcher eine Zugabe in das Einschmelzaggregat stattfindet, zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des Vorproduktes in heißem Zustand in einem Vorratsbehälter aufbewahrt wird, bevor seine Zufuhr in die mit dem Einschmelzaggregat direkt verbundene Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung erfolgt.

Die oxidischen Eisenträger werden durch Reduktion mittels eines ersten Reduktionsgases in ein Vorprodukt zur

Herstellung von Roheisen, beispielsweise direktreduziertes Eisen DRI, umgesetzt. Falls das Produkt der Reduktion nicht stückig, sondern feinteilchenförmig ist, kann es zur

Verbesserung der Handhabbarkeit einer Kompaktierung mittels Kompaktierungsvorrichtungen, welche Kompaktiermaschinen und Brechersysteme umfasst, unterworfen werden. Ein Teil des Vorproduktes wird in einem Vorratsbehälter aufbewahrt, bevor seine Zufuhr in eine mit dem Einschmelzaggregat zur

Herstellung von Roheisen direkt verbundene

Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung erfolgt. Dabei wird das Vorprodukt Eisen nicht durch Quenchen abgekühlt, sondern in heißem Zustand in dem Vorratsbehälter aufbewahrt. Wenn eine Kompaktierung stattfindet, wird das Vorprodukt nach erfolgter Kompaktierung in dem Vorratsbehälter aufbewahrt. Auf diese Weise ist im Falle der Chargierung in das

Einschmelzaggregat keine zeitauf ändige Vorwärmung dieses Materials notwendig.

Die Zugabe des im Vorratsbehälter aufbewahrten Vorproduktes in die Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung kann während eines Anfahrvorganges erfolgen. Sie kann auch während des Normalbetriebes erfolgen, um durch Addition von

Vorprodukt zur Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung Mengenschwankungen bei der Erzeugung des Vorproduktes

auszugleichen.

Speichervorrichtung und Chargiervorrichtung sind als

äquivalent anzusehen, da beide Vorrichtungen zur Aufnahme von angeliefertem Vorprodukt vor einer Zugabe in das

Einschmelzaggregat geeignet sind, beziehungsweise

angeliefertes Material vor einer Zugabe in das

Einschmelzaggregat eine Zeitspanne in einer

Chargiervorrichtung verweilt, bevor es in das

Einschmelzaggregat eintritt, denn das Durchlaufen der

Chargiervorrichtung erfordert gewisse Zeit. In dieser Zeit befindet sich das Material also in der Chargiervorrichtung und wird somit in ihr gespeichert.

Nach unterschiedlichen Ausführungsformen des

erfindungsgemäßen Verfahrens sind die oxidischen Eisenträger feinteilchenförmiges Eisenerz, oder sie sind Stückerz oder Pellets .

Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Vorprodukt heißes kompaktiertes Eisen.

Typischerweise spricht man beispielsweise von heißem

kompaktiertem Eisen HCl, wenn die Dichte des Vorproduktes kleiner gleich 4,5 kg/dm 3 ist, und die Metallisierung < 88%. HCl enthält gegebenenfalls Zuschlagstoffe.

Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Vorprodukt heißes brikettiertes Eisen HBI. Typischerweise spricht man beispielsweise von heißem brikettiertem Eisen, wen die Dichte des Vorproduktes größer gleich 5 kg/dm 3 und seine Metallisierung größer gleich 88% ist. HBI enthält typischerweise keine Zuschlagstoffe. Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist das Vorprodukt heißes niedrig reduziertes Eisen.

Vorzugsweise wird das in heißem Zustand in dem

Vorratsbehälter aufbewahrte Vorprodukt mit einem

Rückoxidationsschutzgas, welches eine Rückoxidation des

Vorproduktes hemmt, umspült. Auf diese Weise kann eine

Rückoxidation, schlimmstenfalls als Brand ausgeprägt, während der Aufbewahrung im Vorratsbehälter unterbunden werden. Als Rückoxidationsschutzgas kommt beispielsweise ein Inertgas wie etwa Stickstoff in Frage oder ein Reduktionsgas - bei diesem Reduktionsgas kann es sich beispielsweise um das erste

Reduktionsgas handeln oder um das im Folgenden noch

eingeführte zweite Reduktionsgas.

Entsprechend ist das Sicherheitsrisiko bei Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens gegenüber dem Stand der Technik reduziert. Durch die nicht oxidierende, nämlich

beispielsweise inerte oder reduzierende Atmosphäre innerhalb des Vorratsbehälters wird die Rückoxidation des Vorproduktes unterbunden und die negativen Auswirkungen auf das

Einschmelzaggregat durch einen Einsatz von Vorprodukt mit niedrigem beziehungsweise stark schwankendem Reduktionsgrad verringert .

Nach einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die mit dem Einschmelzaggregat direkt verbundene

Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung von einem zweiten Reduktionsgas durchströmt.

Nach einer bevorzugten Ausführungsform stammen das erste Reduktionsgas und das zweite Reduktionsgas aus derselben

Quelle, beispielsweise dem Einschmelzaggregat wie etwa einem Einschmelzvergaser. Auf diese Weise wird die Zahl der für die Bereitstellung von Reduktionsgasen notwendigen Anlagen reduziert .

Vorzugsweise findet die Zugabe aus der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung in das Einschmelzaggregat im

Wesentlichen der Schwerkraft folgend statt. Auf diese Weise wird der apparative und energetische Aufwand zur Beförderung des Vorproduktes aus der Speichervorrichtung oder

Chargiervorrichtung in den Einschmelzvergaser klein gehalten. Grundsätzlich kann die Zugabe aber auch entgegen der

Schwerkraft erfolgen, also beispielsweise derart, dass die Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung sich unterhalb einer Zugabeöffnung für Vorprodukt in das Einschmelzaggregat befindet und von dort aufwärts, also entgegen der

Schwerkraft, zur Zugabeöffnung befördert werden muss. Ebenso können sich die Zugabeöffnung und die Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung seitlich voneinander auf einer Hohe befinden, wobei das Vorprodukt von der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung aus seitwärts zur Zugabeöffnung befördert werden muss, also nicht in Richtung der

Schwerkraft. Für eine Beförderung seitwärts oder aufwärts ist mehr Energie und mehr apparativer Aufwand notwendig als für eine Zugabe, die im Wesentlichen der Schwerkraft folgend, also abwärts, erfolgt. Dabei bedeutet die Formulierung „im Wesentlichen", dass zusätzlich zu einer Abwärtsbewegung bei der Zugabe auch eine Seitwärtsbewegung des zugegebenen

Materials erfolgen kann, beispielsweise wenn die Öffnung, aus der das Vorprodukt die Speichervorrichtung oder

Chargiervorrichtung verlässt, nicht senkrecht über der

Zugabeöffnung, durch die es in das Einschmelzaggregat

zugegeben wird, liegt.

Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Vorrichtung zur Durchführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 10, mit zumindest einem Reduktionsaggregat zur Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels eines ersten Reduktionsgases, einer in das Reduktionsaggregat mündenden ersten Reduktionsgasleitung, einem Einschmelzaggregat zur Herstellung von Roheisen aus dem bei der Reduktion von oxidischen Eisenträgern mittels des ersten Reduktionsgases gewonnenen Vorprodukt, und einer

Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von Vorprodukt in eine

Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung, die mit dem Einschmelzaggregat über zumindest eine Zugabeleitung

verbunden ist, wobei die Zugabeleitung mit einer

Zugabeöffnung in das Einschmelzaggregat mündet, und wobei eine Aufgabevorrichtung zur Aufgabe von Vorprodukt auf die Zufuhrvorrichtung vorhanden ist, dadurch gekennzeichnet, dass ein Vorratsbehälter zur Aufbewahrung von Vorprodukt in heißem Zustand vorhanden ist, sowie eine Eingabevorrichtung zur Eingabe von Vorprodukt in den Vorratsbehälter, wobei der Vorratsbehälter auch mit der Zufuhrvorrichtung verbunden ist.

Die oxidischen Eisenträger werden in zumindest einem

Reduktionsaggregat, welches beispielsweise als

Wirbelschichtreaktor oder als Festbettreduktionsschacht ausgebildet sein kann, mittels eines ersten Reduktionsgases reduziert. Das zur Reduktion genutzte erste Reduktionsgas wird mittels einer in das Reduktionsaggregat mündenden ersten Reduktionsgasleitung zugeführt.

Die Zugabeleitung, die mit einer Zugabeöffnung in das

Einschmelzaggregat mündet, kann auch Teil der

Chargiervorrichtung sein.

Das Reduktionsaggregat kann beispielsweise ein Festbettreaktor oder ein Wirbelschichtreaktor sein.

Das bei der Reduktion von oxidischen Eisenträgern gewonnene, gegebenenfalls kompaktierte beziehungsweise brikettierte, Vorprodukt wird mittels einer Aufgabevorrichtung auf eine Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von Vorprodukt aufgegeben. Die Aufgabevorrichtung kann beispielsweise eine Schurre,

Schnecke, Förderrinne, oder ein Rohr sein. Mittels der

Zufuhrvorrichtung zur Zufuhr von Vorprodukt, beispielsweise einem Heißförderer, wird das Vorprodukt in eine

Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung transportiert.

Die Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung ist mit dem Einschmelzaggregat über eine Zugabeleitung verbunden, durch welche eine Zugabe von Vorprodukt aus der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung direkt in das Einschmelzaggregat erfolgt. Selbstverständlich können in der Zugabeleitung zusätzliche Vorrichtungen vorhanden sein, beispielsweise Ventile oder Schleusenvorrichtungen. Die Zugabeleitung mündet mit einer Zugabeöffnung in das Einschmelzaggregat, durch die aus der Speichervorrichtung stammendes Material in das

Einschmelzaggregat eintritt. Weiters weist die erfindungsgemäße Vorrichtung einen

Vorratsbehälter zur Aufbewahrung von Vorprodukt in heißem Zustand auf. Dieser ist sowohl mit einer Eingabevorrichtung zur Eingabe von Vorprodukt in den Vorratsbehälter verbunden, als auch mit der Zufuhrvorrichtung verbunden. Die

Eingabevorrichtung ist beispielsweise ein Fallrohr, eine

Schurre, einen Heißförderer, einen Schneckenförderer, eine Zellradschleuse. Vorprodukt kann daher in den Vorratsbehälter eingegeben Vierden, und von dem Vorratsbehälter - beispielsweise über Schneckenförderer, Zellradschleuse, Zwischen-Heißförderer, Ventil, Rohr, Schurre - auf die

Zufuhrvorrichtung aufgegeben werden.

Der Vorratsbehälter ist mit Feuerfestmaterial ausgemauert. Seine Speicherkapazität sollte vorteilhafterweise den Bedarf an Vorprodukt, beispielsweise heißem kompaktiertem Eisen HCl, für einen etwa 12-24 stündigen bis etwa zweitägigen Betrieb der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen

Verfahrens abdecken. Beispielsweise entspräche ein Bedarf von 4600 t HCl einem Volumen des Vorratsbehälters von etwa 2 x 900 m 3 .

Nach einer Ausführungsform ist eine Kompaktierungsvorrichtung zur Kompaktierung und/oder Brikettierung vorhanden, wobei sich die Kompaktierungsvorrichtung zwischen dem

Reduktionsaggregat und der Zufuhrvorrichtung, und zwischen dem Reduktionsaggregat und der Eingabevorrichtung befindet. Die Kompaktierungsvorrichtung ist dabei jeweils mit den beiden Vorrichtungsteilen, zwischen denen sie sich befindet, verbunden, „Zwischen" ist dabei hinsichtlich des

Materialflusses vom Reduktionsaggregat zum Einschmelzaggregat zu verstehen. Das aus dem Reduktionsaggregat entnommene Material, beispielsweise DRI, wird in der

Kompaktierungsvorrichtung, welche Kompaktiermaschinen und Brechersysteme umfasst, kompaktiert. Dabei entsteht als Vorprodukt beispielsweise heißes kompaktiertes Eisen HCl oder heißes brikettiertes Eisen HBI.

Iii diesem Fall ist es bevorzugt, dass eine Aufgabevorrichtung zur Aufgabe von kompaktiertem und/oder brikettiertem

Vorprodukt aus der Kompaktierungsvorrichtung auf die

Zufuhrvorrichtung vorhanden ist, und dass der Vorratsbehälter mit der Kompaktierungsvorrichtung über eine

Eingabevorrichtung zur Eingabe von kompaktiertem und/oder brikettiertem Vorprodukt aus der Kompaktierungsvorrichtung in den Vorratsbehälter verbunden ist.

Nach einer Ausführungsform mündet eine zweite

Reduktionsgasleitung in die Speichervorrichtung oder

Chargiervorrichtung. Durch den Kontakt mit dem durch diese eingeleiteten zweiten Reduktionsgas wird Material, das sich in der Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung befindet, gegebenenfalls teilweise reduziert beziehungsweise

aufgewärmt. Dabei sind die erste Reduktionsgasleitung und die zweite Reduktionsgasleitung mit einem Aggregat zur

Reduktionsgaserzeugung verbunden sind, wobei nach einer

Ausführungsform die erste Reduktionsgasleitung und die zweite Reduktionsgasleitung mit dem selben Aggregat zur

Reduktionsgaserzeugung verbunden sind.

Ein Aggregat zur Reduktionsgaserzeugung ist als Quelle für Reduktionsgas anzusehen. Vorzugsweise mündet eine Rückoxidationsschutzgasleitung zur Zuführung von Rückoxidationsschutzgas in den Vorratsbehälter. Auf diese Weise kann das in dem Vorratsbehälter befindliche heiße Vorprodukt, beispielsweise heißes kompaktierte Eisen HCl, vor Rückoxidation geschützt werden.

Nach einer Ausführungsform ist der Vorratsbehälter in einer geringeren Höhe, beispielsweise auf dem Niveau des Erdbodens, angeordnet als die Zugabeöffnung in das Einschmelzaggregat. Dadurch ergeben sich Fertigungsmaterial- und

Stahlkonstruktionseinsparungen beim Bau des Vorratsbehälters beziehungsweise beim Bau von Stützkonstruktionen für den Vorratsbehälter . Nach einer Ausführungsform ist das Einschmelzaggregat ein Einschmelzvergaser. Es kann sich auch um einen Hochofen handeln .

Gegenüber dem nach dem Stand der Technik durchgeführten

Quenchen von Vorprodukt, wie beispielsweise HCl, vor einer Lagerung ergibt sich erfindungsgemäß der Vorteil, dass kein nasses gequenchtes Vorprodukt, wie beispielsweise HCl, mit heißem Vorprodukt, wie beispielsweise HCl, vermischt wird, wodurch Explosionsgefahr durch Wasserstoffentstehung

reduziert wird. Des Weiteren ist durch die erfindungemäße

Ausführung die Anschaffung bzw. der Betrieb eines Quenchtanks zur Abkühlung von Vorprodukt nicht mehr erforderlich. Damit kann der erforderliche Prozesswasserbedarf reduziert werden. Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist es, dass eine Speichervorrichtung oder Chargiervorrichtung, wie beispielsweise ein HCI-Bin, kleiner ausgelegt werden kann, denn Material zum Abpuffern von Produktionsschwankungen von Vorprodukt muss nicht im HCI-Bin vorliegen, sondern kann aus dem Vorratsbehälter entnommen werden. Damit sinken Material- und Arbeitsaufwand beim Bau des HCI-Bin sowie seine Bauhöhe. Vorzugsweise sind mindestens zwei Vorratsbehälter vorhanden, um bei Wartungsarbeiten einen Redundanzbehälter benutzen zu können . Vorprodukt aus dem Vorratsbehälter kann auch mehreren verschiedenen Einschmelzaggregaten zugeführt werden,

beispielsweise einem Einschmelzvergaser und einem Hochofen.

Anschließend wird die vorliegende Erfindung anhand zweier schematischer beispielhafter Figuren von Ausführungsformen näher erläutert.

Figur 1 zeigt eine schematische Struktur einer

erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Wirbelschichtreaktoren. Figur 2 zeigt eine schematische Struktur einer

erfindungsgemäßen Vorrichtung mit Festbettreaktor.

Feinteilchenförmiges Eisenerz 1 wird in eine Kaskade von Wirbelschichtreaktoren 2a, 2b, 2c eingegeben. Ein erstes

Reduktionsgas wird über die erste Reduktionsgasleitung 3 in den Wirbelschichtreaktor 2c eingeführt, nach dessen Verlassen über eine Verbindungsleitung 4 in den Wirbelschichtreaktor 2b geführt, nach dessen Verlassen über eine Verbindungsleitung 5 in den Wirbelschichtreaktor 2a geführt und aus diesem über eine Topgasleitung 6 abgezogen. Die erste

Reduktionsgasleitung 3 entspringt am Einschmelzvergaser 7, in welchem aus heißem kompaktiertem Eisen Roheisen hergestellt wird. Aus dem Wirbelschichtreaktor 2c entnommenes Produkt wird mittels einer Kompaktierungsvorrichtung, die einen

Zwischenbehälter 8, eine Kompaktiermaschine 9a und ein

Brechersystem 9b umfasst, zu heißem kompaktiertem Eisen kompaktiert. Das heiße kompaktierte Eisen wird über eine Zufuhrvorrichtung 10 einer Speichervorrichtung 11, dem HCI- bin, zugeführt. Der HCI-bin ist oberhalb des

Einschmelzvergasers 7 angeordnet. Die Speichervorrichtung 11 ist mit dem Einschmelzvergaser 7 über eine Zugabeleitung 12 verbunden, über welche heißes kompaktiertes Eisen HCl der Schwerkraft folgend aus der Speichervorrichtung 11 in den Einschmelzvergaser 7 zugegeben wird. Die Zugabeleitung 12 mündet mit einer Zugabeöffnung 13 in den Einschmelzvergaser 7. Eine zweite Reduktionsgasleitung 14 mündet in die

Speichervorrichtung 11, sie entspringt am Einschmelzvergaser 7.

Die direkte Aufgabe von heißem kompaktiertem Eisen von der Brechersystem 9b erfolgt mittels einer Aufgabevorrichtung, die in der Figur mittels einer von einer Schurre 15

ausgehenden Leitung 16 dargestellt ist.

In der Kompaktierungsvorrichtung hergestelltes heißes kompaktiertes Eisen kann bei entsprechender Einstellung der Schurre 15 über eine durch Leitung 17 und Heißförderer 18 dargestellte Eingabevorrichtung direkt in den Vorratsbehälter 19 eingegeben werden. Über eine in den Vorratsbehälter 19 mündende Rückoxidationsschutzgasleitung 20 wird das Inertgas Stickstoff in den Vorratsbehälter 19 geleitet. Ober die Vorratsausgabeleitung 21 und den Heißförderer 22 ist der Vorratsbehälter 19 mit der Zufuhrvorrichtung 10 verbunden. Somit kann bei Bedarf heißes kompaktiertes Eisen aus dem Vorratsbehälter 19 entnommen und der Speichervorrichtung 11 zugeführt werden.

In Figur 2 sind Figur 1 entsprechende Vorrichtungsteile mit den gleichen Bezugszeichen wie in Figur 1 versehen. Figur 2 unterscheidet sich von Figur 1 dadurch, dass statt

Wirbelschichtreaktoren ein Festbettreaktor 24 als

Reduktionsaggregat verwendet wird. In diesen werden als oxidische Eisenträger 23 Stückerz und Pellets eingegeben. Der Festbettreaktor ist mit der ersten Reduktionsgasleitung 3 verbunden, durch die erstes Reduktionsgas einströmt.

Verbrauchtes Reduktionsgas wird über die Topgasleitung 6 abgezogen. Vorprodukt wird aus dem Festbettreaktor 24 entweder über Leitung 16 der Zufuhrvorrichtung 10 zugeführt, oder über Leitung 17 dem Heißförderer 18 zugeführt, über den das heiße Vorprodukt in den Vorratsbehälter 19 gefördert wird. Vorprodukt kann aus dem Vorratsbehälter 19 über die Ausführleitung 25 einem Hochofen 26 zugeführt werden. Bezugszeichenliste

I feinteilchenförmiges Eisenerz 2a, 2b, 2c Wirbelschichtreaktoren

3 erste Reduktionsgasleitung 4 Verbindungsleitung

5 Verbindungsleitung

6 Topgasieitung

7 Einschmelzvergaser

8 Zwischenbehälter

9a Kompaktiermaschine

9b Brechersystem

10 Kufuhrvorrichtung

II Speichervorrichtung

12 Zugabeleitung

13 Zugabeöffnung

14 zweite Reduktionsgasleitung

15 Schurre

16 Leitung

17 Leitung

18 Heißförderer

19 Vorratsbehälter

20 Rückoxidationsschutzgasleitung

21 Vorratsausgabeleitung

22 Heißförderer

23 oxidische Eisenträger

24 Festbettreaktor

25 Ausführleitung

26 Hochofen