KROHN, Reiner (Friedrich-Schneider-Strasse 11, Dessau, 06844, DE)
Ansprüche
[0001] Verfahren zum Einführen von Rohmehl in den Kalzinator (10) einer Anlage zur
Herstellung von Zementklinker, wobei ein Teil der Heißluft aus dem Rostklinkerkühler als Tertiärluft dem Kalzinator (10) zugeführt wird und das Rohmehl mittels des Tertiärluftstroms pneumatisch in den Kalzinator (10) gefördert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohmehl einer vor dem Kalzinator (10) nicht gegabelten Tertiärluftleitung (12) aufgegeben wird oder dass das Rohmehl einer vor dem Kalzinator gegabelten Tertiärluftleitung (12) vor der Gabelung aufgegeben wird oder auf die Zweige (12a, 12b) der Gabelung gleichmäßig verteilt wird.
[0002] Verfahren nach Anspruch 1, wobei der Tertiärluftstrom mit möglichst geringem
Strömungswiderstand in den Kalzinator (10) geleitet wird.
[0003] Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der Tertiärluftstrom etwa waagrecht in den Kalzinator (10) eingeleitet wird.
[0004] Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
3, wobei eine nicht gegabelte oder eine gegabelte Tertiärluftleitung (12) in den Kalzinator (10) mündet und bei einer nicht gegabelten Tertiärluftleitung (12) eine Rohmehlzuführleitung (15) in geringem Abstand vor dem Kalzinator mündet und bei einer gegabelten Tertiärluftleitung eine Rohmehlzuführleitung (16) in geringem Abstand vor der Gabelung in die Tertiärluftleitung (12) mündet. |
Beschreibung
VERFAHREN UND VORRICHTUNG ZUM EINFüHREN VON ROHMEHL MITTELS TERTIäRLUFT IN EINEN
KALZINATOR Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Einführen von
Rohmehl in den Kalzinator einer Anlage zur Herstellung von Zementklinker, wobei ein Teil der Heißluft aus dem Klinkerkühler als Tertiärluft dem Kalzinator zugeführt wird und das Rohmehl mittels des Tertiärluftstroms pneumatisch in den Kalzinator gefördert wird.
[0002] Zementklinker wird in einem thermischen Prozess aus Rohmehl hergestellt. Dieser Prozess findet beim Einsatz des Trockenverfahrens in einer Anlage statt, in welcher das Rohmehl in einem Zyklonvorwärmer erwärmt und restgetrocknet, in einem Kalzinator kalziniert, in einem Drehofen zu Klinker umgewandelt und dann in einem Klinkerkühler gekühlt wird. Im Allgemeinen weist eine solche Drehofenanlage ferner einen Kalzinator auf und werden die Abgase des Drehofens und ein Teil der Heißluft aus dem Rostklinkerkühler als Tertiärluft dem Kalzinator zugeführt. Die Energiezuführung für die Stoffumwandlung in dieser Anlage erfolgt durch Brennstoffzuführung in den Kalzinator und in den Drehofen. Das Rohmehl wird dem Kalzinator über einen Rohmehlaufgabekasten aufgegeben, der eine Rohmehlrutsche und einen Prallschieber aufweist.
[0003] Für einen gleichmäßigen Ablauf der Verbrennungsreaktion und der dazu parallel verlaufenden Rohmehlkalzinierung ist u.a. eine gleichmäßige Verteilung des Rohmehls über den gesamten Kalzinatorquerschnitt erforderlich.
Stand der Technik
[0004] Aus EP-A-I 310 467 ist es bekannt, das getrocknete und vorgewärmte Rohmehl von der zweituntersten Zyklonstufe je nach Anzahl der Vorwärmerfluten durch eine oder mehrere Rohrleitungen und Rohmehlaufgabekästen dem einen oder den mehreren Kalzinatoren aufzugeben. Die Rohmehlaufgabekästen sind mit verstellbaren Prallschiebern bzw. Dispersionsplatten bestückt.
[0005] Aus DE-A- 196 41 207 ist es bekannt, bei einer gegabelten Tertiärluftleitung nur einem Zweig der Tertiärluftleitung das Rohmehl aufzugeben. Dies hat eine einseitige Verteilung des Rohmehls über den Kalzinatorquerschnitt zur Folge.
[0006] Aus DE-A-IO 2004 009 689 ist ein thermischer Zersetzungsreaktor bekannt, der mit Hilfe von zugeführter Tertiärluft aus festen Brennstoffen Brenngase erzeugen soll, die dann im Kalzinator eingesetzt werden. Zur Manipulation der Temperatur und zum Schutz der im Zersetzungsreaktor eingesetzten Förderer kann dem Zersetzungsreaktor
Rohmehl aus dem Zyklonvorwärmer aufgegeben werden. [0007] Aus DE-A- 102 02 776 ist eine ähnliche Anlage bekannt, wobei dem Kalzinator ein als Drehtrommel ausgebildeter Reaktor vorgeschaltet ist, der mit Hilfe von Tertiärluft grobstückige Sekundärbrennstoffe verbrennen und schwelen soll. Die frei werdende Wärmeenergie wird dann im Kalzinator genutzt. In den Drehtrommelreaktor mündet auch eine Zementrohmehl-Teilstromleitung ein.
Darstellung der Erfindung
[0008]
Technische Aufgabe
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Mehlverteilung über den gesamten Kalzinatorquerschnitt zu verbessern.
Technische Lösung
[0010] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass das Rohmehl einer vor dem Kalzinator nicht gegabelten Tertiärluftleitung aufgegeben wird oder dass das Rohmehl einer vor dem Kalzinator gegabelten Tertiärluftleitung vor der Gabelung aufgegeben wird oder auf die Zweige der Gabelung gleichmäßig verteilt wird.
Vorteilhafte Wirkungen
[0011] Das Rohmehl wird also dem Tertiärluftstrom aufgegeben. Es gelangt dadurch mit hoher Geschwindigkeit und gut verteilt in den Kalzinator. Die Tertiärluft kann z. B. eine Geschwindigkeit von 18 bis 22 m/s haben.
[0012] Der Gasstrom wird vorzugsweise mit möglichst geringem Strömungswiderstand in den Kalzinator eingeleitet.
[0013] Vorzugsweise wird der Tertiärluftstrom etwa waagrecht in den Kalzinator eingeleitet wird.
[0014] Beim Einsatz von Kalzinatoren mit großem Durchmesser ist die Aufteilung oder Gabelung der Tertiärluftleitung zweckmäßig. Dadurch wird auch die Tertiärluft gleichmäßig über den Kalzinatorquerschnitt verteilt. Ziel ist immer eine möglichst gute Verteilung und Vermischung von Drehofenabgas, Tertiärluft, Kalzinator-Brennstoff und zu entsäuerndes Rohmehl zum Zweck eines guten Wärmeaustausches mit dem
Ziel eines hohen Entsäuerungsgrades. [0015] In der Anfahrphase der Klinkenproduktionsanlage, wenn Tertiärluft aus Mangel an der erforderlichen Temperatur noch nicht zur Verfügung steht, wird das Rohmehl dem Kalzinator direkt durch einen zusätzlich vorhandenen Rohmehlaufgabekasten mit Dispersionsplatte oberhalb der Tertiärluftzuführung aufgegeben. In der Anfahrphase der Drehofenanlage ist nur der Drehofenbrenner in Betrieb. Erst wenn eine ausreichende Klinkermenge im Rostkühler für eine genügend hohe Tertiärlufttemperatur sorgt, wird diese Tertiärluft dem Kalzinator zugeführt, und damit der dann dort eingetragene Brennstoff gezündet.
[0016] Die Brennstoffzuführung erfolgt bei festem flugfähigem Brennstoff pneumatisch durch das Brennerrohr direkt in den Kalzinator.
[0017] Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0018] Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 die Einrichtungen zur Einführung des Rohmehls mittels des Tertiärluftstroms und
Fig. 2 die Einrichtungen zur Einführung des Rohmehls mittels des Tertiärluftstroms bei einer gegabelten Tertiärluftleitung.
Weg(e) zur Ausführung der Erfindung
[0019] Die Figur 1 zeigt einen vertikalen Abschnitt eines Kalzinators 10 einer
Zementklinkerproduktions anläge. Das im Rohmehlvorwärmer vorerhitzte und in der vorletzten Zyklonstufe ausgeschiedene Rohmehl wird dann zur Vorkalzinierung in den Kalzinator 10 eingeführt. Aus dem Strömungskalzinator 10 wird das Abgas bestehend aus Drehofenabgas, Verbrennungsgas der Kalzinatorfeuerung und CO 2 aus dem Kalziniervorgang zur untersten Zyklonstufe eines Rohmehlvorwärmers geführt.
[0020] Das Ausführungsbeispiel von Fig. 1 betrifft eine Zementklinkerproduktionsanlage, bei der die im Klinkerkühler erhitzte Kühlluft zum Teil als so genannte Tertiärluft dem Kalzinator zugeführt wird. Das vorerhitzte Rohmehl wird dem Tertiärluftstrom aufgegeben, bevor dieser in den Kalzinator 10 eintritt. Der Tertiärluftstrom wird mittels einer Tertiärluftleitung 12 etwa waagerecht mit einer Neigung von -10° bis +45° in den Kalzinator 10 eingeleitet Der Tertiärluftstrom wird möglichst geradlinig in den Kalzinator 10 eingeleitet, so dass der Tertiärluftstrom einen möglichst kleinen
Strömungswiderstand erfährt und insbesondere nicht umgelenkt wird. An der Tertiärluftleitung 12 ist ein Rohrstutzen 14 angeordnet, in den das Fallrohr 16 der Rohmehlzuführung mündet.
[0021] Der Tertiärluftstrom wird je nach Größe des Kalzinatorquerschnitts durch eine oder mehrere Einströmöffnungen in den Kalzinator 10 geführt. Bei Kalzinatoren 10 mit großem Querschnitt wird im Allgemeinen die Tertiärluftleitung 12 in Zweige 12a, 12b gegabelt. Die Aufgabe des Rohmehles über den Rohrstutzen 14 in den Tertiärluftstrom erfolgt vorzugsweise vor der Aufteilung oder Gabelung des Tertiärluftstromes, wie in Fig. 2 dargestellt.
[0022] Jeder Strömungswiderstand oder eine Umlenkung des Tertiärluftstroms wird so weit wie möglich vermieden, um den Strömungswiderstand nicht unnötig zu erhöhen.
[0023] An einer öffnung 24 der Kalzinatorwand ist zusätzlich ein Rohmehlaufgabekasten 18 mit Dispersionsplatte 20 montiert. Durch den Rohmehlaufgabekasten 18 wird in der Anfahrphase der Klinkerproduktionsanlage, wenn Tertiärluft aus Mangel an der erforderlichen Temperatur noch nicht zur Verfügung steht, das Rohmehl dem Kalzinator 10 direkt aufgegeben. Dazu ist in dem Fallrohr 16 für das Rohmehl eine Umstellklappe 22 vorgesehen, mittels der das Rohmehl wahlweise zum Rohrstutzen 14 an der Tertiärluftleitung 12 oder zum Rohmehlaufgabekasten 18 geleitet werden kann.
[0024] Bezugszeichenliste 10 Kalzinator 12 Tertiärluftleitung 14 Rohrstutzen 16 Fallrohr für Rohmehl 18 Rohmehlaufgabekasten 20 Prallschieber bzw. Dispersionsplatte 22 Umstellklappe 24 öffnung
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