KOPPERSCHMIDT, Pascal (Am Süssberg 11, Dittelbrunn, 97456, DE)
Verfahren und Vorrichtung zum Befüllen einer Zugabevorrichtung eines Therapiegerätes
Patentansprüche
1. Verfahren zum Befüllen einer Zugabevorrichtung eines Therapiegerätes, das einen extrakorporalen Kreislauf (20) aufweist, mit dem die Zugabevorrichtung derart in Verbindung steht, dass mittels der Zugabevorrichtung während des Betriebes des Therapiegerätes ein Mittel in den extrakorporalen Kreislauf (20) einführbar ist, wobei das Verfahren den Schritt der Verdünnung eines in der Zugabevorrichtung befindlichen Konzentrats mit einem Verdünnungsmittel umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdünnung des in der Zugabevorrichtung befindlichen Konzentrats dadurch erfolgt, dass die Zugabevorrichtung im an den extrakorporalen Kreislauf (20) angeschlossenen Zustand aus dem extrakorporalen Kreislauf (20) das Verdünnungsmittel aufnimmt.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabevorrichtung mit einer standardisierten Menge und/oder Konzentration des Konzentrats gefüllt ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Zugabevorrichtung um eine Spritzenpumpe (30) mit einer darin eingesetzten Spritze (10) handelt und dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels durch Aufziehen der Spritze (10) erfolgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels durch die Zugabevorrichtung während der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes (20) und vorzugsweise kurz vor Beendigung der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes (20) erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Spülen des extrakorporalen Kreislaufes (20) mit Kochsalzlösung oder mit vorzugsweise online hergestelltem Dialysat erfolgt und dass es sich dementsprechend bei dem Verdünnungsmittel um Kochsalzlösung oder um Dialysat handelt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Konzentrat um ein Antikoagulationsmittel handelt.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Antikoagulationsmittel um Heparin handelt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit dem extrakorporalen Kreislauf (20) in Verbindung stehender Drucksensor (50) vorgesehen ist, dass während der Aufnahme des Verdünnungsmittels durch die Zugabevorrichtung eine überwachung des mittels des Drucksensors (50) gemessenen Drucks erfolgt und dass bei einer In- konsistenz zwischen dem durch die Zugabevorrichtung aufgenommenen Flüssigkeitsvolumen und dem gemessenen Druck eine Information des Anwenders erfolgt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Eingabemittel vorgesehen sind, mittels derer die patientenindividuelle Konzentration des zuzugebenden Mittels eingebbar ist und dass eine Steuereinheit vorgesehen ist, die automatisiert aufgrund der von den Eingabemitteln erhaltenen Daten das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels bestimmt und die Zugabevorrichtung derart ansteuert, dass diese das bestimmte Volumen des Verdünnungsmittels aufnimmt.
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabemittel eine Leseeinrichtung umfassen, mittels derer eine patientenindividuelle Medikation von einer Karte oder einem sonstigen Speichermittel auslesbar ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabevorrichtung mit einer von mehreren standardisierten Mengen und/oder Konzentrationen des Konzentrats gefüllt ist und dass das Therapiegerät Eingabemittel aufweist, in die eingebbar ist, um welches der standardisierten Konzentrate es sich handelt.
12. Therapiegerät, vorzugsweise Dialysemaschine, geeignet zur Aufnahme eines extrakorporalen Kreislaufes (20) mit einer Zugabevorrichtung für Konzentrat mit einem Verdünnungsmittel, dadurch gekennzeichnet, dass das Therapiegerät eine Steuereinheit sowie Eingabemittel aufweist, wobei die Steuereinheit derart ausgeführt ist, dass sie automatisiert aufgrund der von den Eingabemitteln erhaltenen Daten das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels bestimmt und die Zugabevorrichtung derart ansteuert, dass diese das bestimmte Volumen des Verdünnungsmittels aus dem extrakorporalen Kreislauf (20) aufnimmt.
13. Therapiegerät nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabevorrichtung mit einer standardisierten Menge und Konzentration des Konzentrats gefüllt ist.
14. Therapiegerät nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei der Zugabevorrichtung um eine Spritzenpumpe (30) mit einer darin eingesetzten Spritze (10) handelt, wobei die Zugabevorrichtung derart angeordnet ist, dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels aus dem extrakorporalen Kreislauf (20) durch Aufziehen der Spritze (10) erfolgt.
15. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinheit derart ausgeführt ist, dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels durch die Zugabevorrichtung während der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes (20) und vorzugsweise kurz vor Beendigung der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes (20) erfolgt.
16. Therapiegerät nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass als Spülmittel zum Spülen des extrakorporalen Kreislaufes (20) eine Kochsalzlösung oder vorzugsweise online hergestelltes Dialysat vorgesehen ist und dass es sich dementsprechend bei dem Verdünnungsmittel um Kochsalzlösung oder um Dialysat handelt.
17. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Konzentrat um ein Antikoagulationsmittel handelt.
18. Therapiegerät nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei dem Antikoagulationsmittel um Heparin handelt.
19. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein mit dem extrakorporalen Kreislauf (20) in Verbindung stehender Drucksensor (50) vorgesehen ist, dass überwachungsmittel vorgesehen sind, mittels derer während der Aufnahme des Verdünnungsmittels durch die Zuga- bevorrichtung eine überwachung des Mittels des Drucksensors (50) gemessenen Drucks erfolgt, und dass Informationsmittel vorgesehen sind, mittels derer bei einer Inkonsistenz zwischen dem durch die Zugabevorrichtung aufgenommenen Flüssigkeitsvolumen und dem gemessenen Druck eine Information des Anwenders erfolgt.
20. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass Eingabemittel vorgesehen sind, mittels derer die patientenindividuelle Konzentrationen des zuzugebenden Mittels eingebbar ist.
21. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabemittel eine Leseeinrichtung umfassen, mittels derer eine pa- tientenindivuduelle Medikation von einer Karte oder einem sonstigen Speichermittel auslesbar ist.
22. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass die Zugabevorrichtung mit einer von mehreren standardisierten Mengen und/oder Konzentrationen des Konzentrats gefüllt ist und dass das Therapiegerät Eingabemittel aufweist, in die eingebbar ist, um welches der standardisierten Konzentrate es sich handelt.
23. Therapiegerät nach einem der Ansprüche 12 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass der extrakorporale Kreislauf (20) einen Blutschlauchsatz und/oder ein Kassettensystem umfaßt oder aus einer oder beiden dieser Komponenten besteht. |
Verfahren und Vorrichtung zum Befüllen einer Zugabevorrichtung eines Therapiegerätes
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen einer Zugabevorrichtung eines Therapiegerätes, das einen extrakorporalen Kreislauf aufweist, mit dem die Zugabevorrichtung derart in Verbindung steht, dass mittels der Zugabevorrichtung während des Betriebes des Therapiegerätes ein Mittel in den extrakorporalen Kreislauf infundierbar ist, wobei das Verfahren den Schritt der Verdünnung eines in der Zugabevorrichtung befindlichen Konzentrats mit einem Verdünnungsmittel vor Beginn der Patientenbehandlung umfasst.
Bei extrakorporalen Blutbehandlungsverfahren werden beispielsweise Antikoagula- tionsmittel, insbesondere Heparin, eingesetzt, um eine Blutgerinnung während der Behandlung zu verhindern.
Die Zufuhr- des Antikoagulationsmittels erfolgt üblicherweise über eine Spritzenpumpe, die das Antikoagulationsmittel unmittelbar in den extrakorporalen Blutkreislauf eines Therapiegerätes fördert.
Die in die Spritzenpumpe einzusetzenden Heparinspritzen, die üblicherweise ein Volumen von z. B. 30 ml aufweisen, werden nach dem Stand der Technik vom Dialysepersonal manuell zunächst mit einer kleinen Menge an konzentriertem Heparin befüllt, das dann durch manuelle Zugabe von physiologischer Kochsalzlösung auf die gewünschte Konzentration verdünnt wird.
Das Befüllen der Heparinpumpe erfolgt üblicherweise somit separat gemäß den Vorgaben des Arztes und patientenindividuell durch das Behandlungspersonal, bevor die gefüllte Spritze mit dem Blutschlauchsystem verbunden wird.
Das behandelnde Personal muss Menge und Konzentration des verdünnten Heparins in der Heparinspritze derart herstellen, dass mit einer bestimmten Förderrate der Spritzenpumpe eine bestimmte Dosis entsprechend der Medikation verabreicht werden kann. Die verschiedenen zu beachtenden Größen müssen durch das Personal manuell umgerechnet bzw. berechnet werden, wobei dieser Vorgang in der Regel für jeden Patienten individuell und separat vor Behandlungsbeginn entsprechend der ärztlich vorgegebenen Medikation erfolgt.
Für die Bereitstellung der mit verdünntem Heparin gefüllten Spritze werden für jeden Patienten Verbrauchsmittel benötigt, wie beispielsweise Einmalhandschuhe, eine Einwegspritze mit Nadel zur Umfüllung des konzentrierten Heparins sowie eine Flasche physiologischer Kochsalzlösung und Desinfektionsmittel. Der Vorgang dauert für jeden Patienten jeweils mehrere Minuten und ist nicht nur aufwendig, sondern wie ausgeführt, auch fehleranfällig.
Aus dem Stand der Technik ist es bekannt, dass mit einem Gemisch aus konzentriertem Antikoagulationsmittel bzw. Heparin und physiologischer Kochsalzlösung vorgefüllte Heparinspritzen an Dialysemaschinen in Spritzenpumpen eingelegt werden und während der Blutbehandlung entsprechend einer bestimmten Dosisvorgabe Heparin in den extrakorporalen Blutkreislauf, das heißt in das Patientenblut in-
fundiert wird. Exemplarisch ist auf die U.S. 5,015,226 sowie auf die U.S. 2005/0234382 A1 zu verweisen.
Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung ein Verfahren der eingangs genannten Art dahingehend weiterzubilden, dass sich die Vorbereitung der Zugabevorrichtung gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Vorgehensweisen einfacher gestaltet.
Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Danach ist vorgesehen, dass die Verdünnung des in der Zugabevorrichtung befindlichen Konzentrats dadurch erfolgt, dass die Zugabevorrichtung im an den extrakorporalen Kreislauf angeschlossenen Zustand aus dem extrakorporalen Kreislauf das Verdünnungsmittel aufnimmt. Aus dem Stand der Technik ist es unbekannt, beispielsweise eine Heparinspritze gezielt am extrakorporalen Blutkreislauf aufzuziehen bzw. am extrakorporalen Blutkreislauf mit einem Verdünnungsmittel beispielsweise physiologischer Kochsalzlösung zu befüllen. Im Stand der Technik bestand vielmehr das Vorurteil, dass sich eine Aufziehbewegung einer Spritze am extrakorporalen Blutkreislauf grundsätzlich verbietet.
Das erfindungsgemäße Verfahren weist unter anderem die Vorteile auf, dass sich die Befüllung der Zugabevorrichtung vergleichsweise einfach gestaltet, wodurch das Personal entlastet wird, das sich dementsprechend dann mehr auf den Patienten konzentrieren kann. Es kommt zu einer Zeitersparnis für das Personal, die sich letztlich in einer Kostenersparnis niederschlägt.
Im übrigen wird eine erhöhte Sicherheit gewährleistet, da das vergleichsweise umständliche Vorbereiten der Zugabevorrichtung, beispielsweise der Spritze, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist, entfällt.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn die Zugabevorrichtung mit einer standardisierten Menge und/oder Konzentration des Konzentrats gefüllt ist. Denkbar ist somit, dass beispielsweise mit einer bestimmten, standardisierten Menge an konzentriertem
Heparin vorgefüllte Spritzen in die Spritzenpumpe eingelegt werden. Vor Beginn der Behandlung wird durch Aufziehen von physiologischer Kochsalzlösung aus dem extrakorporalen Blutkreislauf das in der vorgefüllten Spritze befindliche Konzentrat auf den gewünschten Wert verdünnt. Erfolgt dieser Vorgang automatisiert, beispielsweise durch das Dialysegerät, wird der manuelle Arbeitsgang der Heparin- verdünnung, wie er aus dem Stand der Technik bekannt ist, und vorzugsweise auch die dabei erforderliche Umrechnung durch das Behandlungspersonal überflüssig, wobei sich die Sicherheit für den Patienten erhöht und der Arbeitsaufwand für das Personal erheblich verringert.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass es sich bei der Zugabevorrichtung um eine Spritzenpumpe mit einer darin eingesetzten Spritze handelt und dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels durch Aufziehen der Spritze erfolgt.
Denkbar ist es, die genannte standardisierte Menge und/oder Konzentration des Konzentrats werkseitig vorzusehen, so dass das Behandlungszentrum mit entsprechend vorgefüllten Spritzen versorgt wird. Grundsätzlich ist es ebenfalls denkbar, Spritzen chargenweise durch das Behandlungspersonal vorzubereiten und vor Ort zu bevorraten. Wie ausgeführt, ist auch eine Zulieferung standardmäßig mit Hepa- rinpräparat vorgefüllter Spritzen durch einschlägige Spritzenhersteller denkbar. Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die Verwendung von Heparin beschränkt. Jedes Konzentrat, das dem Patientenblut zuzuführen ist, ist im Rahmen der Erfindung einsetzbar.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Aufnehmen des Verdünnungsmittels durch die Zugabevorrichtung während der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes und vorzugsweise kurz vor Beendigung der Spülphase des extrakorporalen Kreislaufes erfolgt.
In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Spülen des extrakorporalen Kreislaufes mit Kochsalzlösung oder mit vorzugsweise online herge-
stelltem Dialysat erfolgt und dass es sich dementsprechend bei dem Verdünnungsmittel um Kochsalzlösung oder um Dialysat handelt.
Wie oben ausgeführt, handelt es sich bei dem Konzentrat vorzugsweise um ein An- tikoagulationsmittel und besonders bevorzugt um Heparin.
In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein mit dem extrakorporalen Kreislauf in Verbindung stehender Drucksensor angeordnet ist, der während der Aufnahme des Verdünnungsmittels durch die Zugabevorrichtung eine überwachung des Druckes vornimmt, wobei bei einer Inkonsistenz zwischen dem durch die Zugabevorrichtung aufgenommenen Flüssigkeitsvolumen und dem gemessenen Druck eine Information des Anwenders erfolgt. Diese Information kann beispielsweise in Form eines Alarms bzw. einer akustischen oder optischen Anzeige erfolgen. Der Drucksensor kann somit verwendet werden, um Undichtigkeiten an der Konnektionsstelle zwischen dem extrakorporalen Blutkreislauf und einer Spritze bzw. einem von der Spritze zum extrakorporalen Blutkreislauf verlaufenden Schlauch drucküberwacht zu erkennen.
In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung sind Eingabemittel vorgesehen, mittels derer die patientenindividuelle Konzentration des zuzugebenden Mittels eingebbar ist, wobei eine Steuereinheit vorgesehen ist, die automatisiert aufgrund der von den Eingabemitteln erhaltenen Daten das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels bestimmt und die Zugabevorrichtung derart ansteuert, dass diese das bestimmte Volumen des Verdünnungsmittels aufnimmt. Denkbar ist beispielsweise, dass eine patientenindividuelle Medikation von einer Karte oder einem sonstigen Speichermittel durch das Therapiegerät auslesbar ist bzw. an das Therapiegerät übertragen wird und auf der Grundlage dieser Informationen automatisiert das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels berechnet wird und dann mittels der Zugabevorrichtung aufgenommen wird.
Denkbar ist weiterhin, dass die Zugabevorrichtung mit einer von mehreren standardisierten Mengen und/oder Konzentrationen des Konzentrats gefüllt ist und dass
das Therapiegerät Eingabemittel aufweist, in die eingebbar ist, um welches der standardisierten Konzentrate es sich handelt. Dem Therapiegerät ist lediglich die beispielsweise werkseitig oder seitens eines Behandlungszentrums festgelegte He- parinkonzentration mitzuteilen. Eine erneute Eingabe einer Konzentration ist nur bei Wechsel der Füllung der vorgefüllten Spritzen notwendig, nicht jedoch bei jeder Behandlung.
Es ist auch möglich, die Heparinspritze mit einem Erkennungsmerkmal auszustatten, so dass die Dialysemaschine die Eigenschaften einer Heparinspritze mit liefe- rantenseitiger Vorfüllung mittels bekannter optischer, mechanischer oder elektronischer Mittel automatisch erkennen kann.
Bei dem Therapiegerät handelt es sich vorzugsweise um ein Dialysegerät.
Die vorliegende Erfindung betrifft des weiteren eine Vorrichtung, nämlich ein Therapiegerät, vorzugsweise eine Dialysemaschine, das/die zur Aufnahme eines extrakorporalen Kreislaufes, beispielsweise eines Blutschlauchsatzes und/oder eines Kassettensystems geeignet ist. Das Therapiegerät weist eine Zugabevorrichtung für Konzentrat mit einem Verdünnungsmitte! auf. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass das Therapiegerät eine Steuereinheit und Eingabemittel aufweist bzw. mit diesen in Verbindung steht, wobei die Steuereinheit automatisiert aufgrund der von den Eingabemitteln erhaltenen Daten das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels bestimmt und die Zugabevorrichtung derart ansteuert, dass diese das bestimmte Volumen des Verdünnungsmittels aus dem extrakorporalen Blutkreislauf aufnimmt.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des Therapiegerätes sind Gegenstand der Unteransprüche 13 bis 23.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung werden anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher läutert. Es zeigen:
Figur 1 : eine schematische Darstellung einer mit dem extrakorporalen Blutkreislauf in Verbindung stehenden Spritzenpumpe und
Figur 2: die zeitlichen Abläufe des Volumens und der Konzentration einer in einer Heparinspritze befindlichen Heparinlösung.
Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung wird die aus Figur 1 ersichtliche Heparinspritze 10, die mit einer werkseitig festgelegten Heparinkonzentration vorgefüllt ist, während des Aufrüstens des Blutschlauchsystems 20 zur Durchführung der Therapieverfahrens/Dialyseverfahrens mit dem Schlauchsystem konnektiert und in die vorgesehene Fördereinheit, nämlich die Spritzenpumpe 30 eingelegt. Während der Spülphase des Blutschlauchsystems 20 mit physiologischer Flüssigkeit, vorzugsweise mit physiologischer Kochsalzlösung wird kurz vor Beendigung des Spülens die Heparinpumpe 30 mit der physiologischen Flüssigkeit gefüllt, bis eine definierte Heparinkonzentration in der Spritze 10 erreicht ist. Hierzu wird die werkseitig festgelegte Heparinkonzentration, die in der Spritze vorliegt, dem gemäß diesem Ausführungsbeispiel als Dialysegerät ausgeführten Therapiegerät mitgeteilt. Anhand der individuell verordneten Rezeptur für den Patienten berechnet das Therapiegerät sodann das erforderliche Volumen des Verdünnungsmittels und nimmt automatisiert eine entsprechende Betätigung der Spritze 10 dahingehend vor, dass diese über die Verbindungsleitung 40 aus dem extrakorporalen Blutkreislauf 20 das berechnete Volumen an physiologischer Flüssigkeit aufnimmt. In der Spritze 10 befindet sich sodann die vorgeschriebene Konzentration der verdünnten Heparinlösung.
Des weiteren kann vorgesehen sein, dass anhand einer individuell verordneten Rezeptur für den Patienten das Therapiegerät die Förderleistung der Heparinpumpe selbständig berechnet und gemäß einem definierten Profil dem zu therapierenden Blut während der Behandlung beimengt.
Im folgenden wird ein möglicher Verfahrensablauf zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens vorgestellt:
Die Heparindosis wird üblicherweise in Einheiten .Units 1 angegeben. Typische Gaben von Heparin bei Dialysebehandlungen liegen bei etwa 500 - 1.000 Units/Stunde. Einmalige Initialdosen liegen bei 1.000 - 3.000 Units. Heparin wird in Glasfläschchen von 5 ml mit 25.000 Units angeboten. Eine werksseitig vorgefüllte 30 ml große Heparinspritze könnte demnach mit einer gewählten Dosis von 10.000 Units vorgefüllt sein. Dies entspräche einem Volumen von 10.000/25.000 * 5 ml = 2 ml. Diese Heparinspritzen können werksseitig oder im Dialysezentrum in größerer Anzahl vorgefüllt werden.
Die mit 2 ml Heparin vorgefüllte 30 ml Heparinspritze 10 wird während des Vorbe- reitens mit dem extrakorporale Blutschlauchsystem 20 verbunden und vor Beendigung des Spülvorganges mit frischer physiologischer Spüllösung, z. B. Dialysat, automatisch gefüllt. Beispielsweise kann die Heparinspritze mit 18 ml Spüllösung gefüllt werden, so daß eine Heparinkonzentration von 20.000 Units/20 ml = 1.000 Units/ml entsteht. Die maschinenseitige Befüllung der 30 ml Spritze sollte das Volumen von 25 ml nicht überschreiten. Erfordert die Rezeptur eine Initialdosis von 2.500 Units zu Beginn der Behandlung und eine kontinuierliche Gabe von 500 Units/Stunde, wird die Heparinpumpe 30 unmittelbar nach Behandlungsbeginn einen Bolus von 2,5 ml dem Blut beimengen. Kontinuierlich wird die Heparinspritze eine Förderrate von 0,5 ml/h bis zur gewünschten Stoppzeit leisten.
Wie dies aus Figur 1 weiter hervorgeht, ist mit dem extrakorporalen Blutschlauchsystem ein Drucksensor 50 verbunden, bei dem es sich um den ohnehin in der arteriellen Blutschlauchleitung befindlichen Drucksensor handeln kann. Im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens dient der Sensor 50 zur überwachung der Befüllung der Spritze 10. Während des Aufziehens der Spritze 10 zur Aufnahme des Verdünnungsmittels aus dem Blutschlauchsystem 20 wird der Druck mittels des Sensors 50 überwacht. Sofern eine Inkonsistenz zwischen dem Druckabfall und der Füllung der Spritze 10 festgestellt wird, kann dies dem Anwender entsprechend mitgeteilt werden. Auf diese Weise kann die Dichtigkeit geprüft werden und es lassen sich Undichtigkeiten der Konnektionsstelle 60 zwischen dem Verbindungs-
schlauch 40 und dem extrakorporalen Blutschlauchsystem 20 drucküberwacht erkennen. Die Befüllung kann entsprechend dem Spülvorgang einem Kochsalzbeutel oder einem online aufbereiteten Dialysat entnommen werden.
Anstelle des Blutschlauchsystems 20 kann die Heparinspritze auch an ein Kassettensystem angeschlossen sein, das in Figur 1 nicht dargestellt ist.
Der Begriff des extrakorporalen Kreislaufes umfaßt im Rahmen der vorliegenden Erfindung beispielsweise das Blutschlauchsystem, ein Kassettensystem etc. bzw. beliebige sonstige Bestandteile und Komponenten des extrakorporalen Kreislaufes.
Figur 2 zeigt den zeitlichen Verlauf des in der Spritze 10 befindlichen Volumens (obere Darstellung) sowie den zeitlichen Verlauf der Heparinkonzentration der in der Spritze 10 befindlichen Heparinlösung (untere Darstellung).
Die Zeitzonen bezeichnen im einzelnen die Aufrüstphase 1 , die Befüllung der Spritze 2, Konnektierung des Patienten 3, Heparin-Bolusgabe 4 und kontinuierliche He- parinisierung während der Behandlung 5.
Gemäß der Rezeptur des Arztes wird die Initialdosis in ,Units' Heparin, die kontinuierliche Gabe in ,Units/h', das Profil und die Stoppzeit dem Therapiegerät per Eingabe oder Patientenkarte übermittelt. Die Eingabe der Konzentration in der werksseitig gefüllten Heparinspritze ist nur bei Wechsel der Füllung der vorgefüllten Spritzen notwendig, nicht jedoch vor jeder Behandlung.
über einfache Beziehungen werden die nach der geräteseitigen Befüllung der Heparinspritze die Konzentration an Heparin bestimmt und gemäß den Vorgaben des Arztes das Initialvolumen und die Förderrate bestimmt.
Geräteseitig werden folgende Rechenschritte beispielhaft durchgeführt:
Konzentration der mit 25 ml gefüllten Spritze:
10.000 Units λnn Units c -H„e„p„ = = 400-
25 ml ml
Initialvolumen bei initialer Gabe von 2.000 Units:
Kontinuierliche Förderrate bei Gabe von 500 Units/Stunde:
Gemäß dem hier exemplarisch vorgestellten Ausführungsbeispiel wird der Vorteil erreicht, das ein Umrechnung von patientenspezifischer rezeptierter Gabe von Heparin von den Einheiten , Units' in .ml/Stunde' Förderrate wegfällt. Die erforderlichen Rechenschritte können geräteseitig durchgeführt werden. Dadurch lassen sich Rechenfehler zuverlässig vermeiden. Die Förderrate der Heparinpumpe ist dann für das Personal irrelevant und das Augenmerk kann allein auf die rezeptierte Gabe in den Einheiten ,Units' reduziert werden.
Wie dies oben ausgeführt wurde, ergibt sich aufgrund der Verwendung werkseitig oder im Dialysezentrum vorgefüllter Heparinspritzen der Vorteil, dass das Befüllen mit einer individualisierten, auf den Patienten abgestimmten Menge Heparin und die Verwendung von zusätzlichen Verbrauchsmaterialien wegfällt. Durch die Befüllung der Zugabevorrichtung bzw. Spritze aus dem extrakorporalen Blutkreislauf während der Vorbereitungsphase wird der Verfahrensablauf gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen wesentlich vereinfacht. Ein weiterer Vorteil ergibt sich daraus, dass gleichzeitig Konnektionsstellen und Zuleitungen auf Dichtigkeit und Durchlass geräteseitig geprüft werden können, wozu der oben genannte Drucksensor eingesetzt werden kann. Durch die standardisierte Vorbereitung von
Hepärinspritzen ergibt sich eine Ersparnis an Verbrauchsmaterial und damit ein Kostenvorteil. Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren automatisch durchgeführt. Das heißt ein Eingriff des Anwenders ist vorzugsweise nicht erforderlich.
Next Patent: COUPLING SYSTEM WITH A SENSOR AND AN EVALUATION UNIT
