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Title:
METHOD AND DEVICE FOR FORMING AND HARDENING STEEL MATERIALS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2018/028877
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for hydroforming and hardening galvanised tubes made from sheet steel. A prefabricated tube is used, the tube having at least one feed opening (5) and a cavity (4). The tube is heated to a temperature above the austenitising temperature (AC3) of the steel alloy in question and, after a desired degree of austenitisation is achieved, is placed into a hydroforming tool and subjected to a pressurised medium, which is injected through the at least one feed opening (5) into the cavity (4) until the tube fills a predefined form (2) of the tool. The method is characterised in that the forming tool is heated to a temperature of 400-650°C, in particular 450-550°C, and the pressure medium is likewise heated and has a temperature of 400-650°C, wherein, after austenitisation, the tube is passively allowed to cool or is actively cooled to a temperature of 400-600°C but a temperature above the martensite start temperature (Ms) of the selected steel alloy, and the tube is cooled for hardening purposes only after final shaping in the forming tool.

Inventors:
RADLMAYR, Karl Michael (Lufteneggerstrasse 7, 4020 Linz, 4020, AT)
Application Number:
EP2017/066077
Publication Date:
February 15, 2018
Filing Date:
June 29, 2017
Export Citation:
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Assignee:
VOESTALPINE METAL FORMING GMBH (Schmidhüttenstraße 5, 3500 Krems an der Donau, 3500, AT)
International Classes:
C21D7/13; B21D22/02; B21D26/033; C21D8/10; C21D9/08
Foreign References:
KR20140002264A2014-01-08
EP1015645B12002-01-23
DE102009040935B42013-03-28
EP1015645B12002-01-23
DE102004054795B42007-04-05
DE102006020623B42010-04-01
DE102007018395B42011-02-17
DE102007043154A12009-04-02
DE69803588T22002-06-06
Other References:
CHU G N ET AL: "Hot Hydroforming of 22MnB5 Tube by Resistance Heating", JOM: JOURNAL OF METALS, SPRINGER NEW YORK LLC, UNITED STATES, vol. 68, no. 7, 10 May 2016 (2016-05-10), pages 1983 - 1989, XP035986328, ISSN: 1047-4838, [retrieved on 20160510], DOI: 10.1007/S11837-016-1938-6
KEIGLER M ET AL: "Enhancing the formability of aluminium components via temperature controlled hydroforming", JOURNAL OF MATERIALS PROCESSING TECHNOLOGY, ELSEVIER, NL, vol. 167, no. 2-3, 30 August 2005 (2005-08-30), pages 363 - 370, XP027806415, ISSN: 0924-0136, [retrieved on 20050830]
Attorney, Agent or Firm:
NAEFE, Jan Robert (PATRONUS IP Patent- und Rechtsanwälte, Neumarkter Str. 18, München, 81673, DE)
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Claims:
Patentansprüche

Verfahren zum Innenhochdruckumformen und Härten von ver¬ zinkten Rohren aus Stahlblech, wobei ein vorerzeugtes Rohr verwendet wird, wobei das Rohr zumindest eine Zuführöff¬ nung (5) besitzt und einen Hohlraum (4), wobei das Rohr auf eine Temperatur oberhalb der Austenitisierungstempera- tur (AC3) der jeweiligen Stahllegierung erhitzt wird, und nach Erreichen eines gewünschten Austenitisierungsgrades in ein Innenhochdruckumformwerkzeug eingelegt wird und mit einem unter Druck stehenden Medium beaufschlagt wird, wel¬ ches durch die zumindest eine Zuführöffnung (5) in den Hohlraum (4) eingedrückt wird bis das Rohr eine vorgegebe¬ ne Form (2) des Werkzeuges ausfüllt, dadurch gekennzeich¬ net, dass das Umformwerkzeug auf eine Temperatur zwischen 400-650°C insbesondere 450-550°C erwärmt ist und das Druckmedium ebenfalls erwärmt ist und eine Temperatur von 400-650°C besitzt, wobei das Rohr nach dem Austenit isieren auf eine Temperatur von 400-600°C jedoch eine Temperatur oberhalb der Martensit-Starttemperatur (Ms) der gewählten Stahllegierung passiv abkühlen gelassen wird oder aktiv abgekühlt wird, und die Abkühlung des Rohres zum Zwecke der Härtung erst nach der Ausformung im Formwerkzeug er¬ folgt .

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Härtung des ausgeformten Rohres das Rohr aus dem warmen Werkzeug entnommen und an Luft passiv ab¬ kühlen gelassen wird.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Härtung das ausgeformte Rohr aus dem warmen Werkzeug entnommen und in ein kaltes Formwerkzeug über¬ führt wird, wobei der Formenhohlraum des Formwerkzeuges der äußeren Kontur des ausgeformten Rohres im Wesentlichen entspricht .

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Rohr nach dem Ausformen im warmen Werkzeug verbleibt und mit einem kalten Kühlmedium gespült wird.

Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des kalten Formwerkzeuges vor dem Einlegen des heißen Werkstückes mindestens 50° C unter der Marten- sitsstarttemperatur des eingelegten Stahlmaterials liegt.

Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil nach dem Austenitisierungsofen durch Anblasen oder Ansprühen mit geeigneten Kühlmedien aktiv abgekühlt wird und dann in das Innenhochdruckumformwerkzeug über¬ führt wird, wobei eine derartige aktive Kühlung mit mehr als 5 K/s, bevorzugt mit mehr als 10 K/s und besonders be¬ vorzugt mehr als 20 Kelvin pro Sekunde Abkühlgeschwindig¬ keit durchgeführt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung und Härtung bei einen umgeformten Bauteil dadurch erfolgt, dass das Bauteil aus dem Werkzeug entnommen und passiv an Luft abkühlen gelas¬ sen wird, wenn die passive Abkühlung an Luft ausreicht um die kritische Abkühlgeschwindigkeit zu erreichen, insbe¬ sondere bei Blechstärken von 1mm und weniger und bei Blechdicken von 1,5mm und mehr eine aktive Abkühlung durch geeignete Kühlmedien erfolgt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für das Werkstück ein härtbarer Bor- Mangan-Stahl verwendet wird, insbesondere ein Stahlwerk- Stoff des Typs 22MnB5 oder 20MnB8 oder vergleichbare Werk¬ stoffe .

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlwerkstoff mit einer metalli¬ schen Beschichtung, insbesondere einer Zinkschicht, einer Zinklegierungsschicht, einer Aluminiumschicht, einer Alu¬ miniumlegierungsschicht und insbesondere einer Zinkeisen¬ schicht ausgebildet ist.

Description:
Verfahren und Vorrichtung zum Formen und Härten von Stahlwerkstoffen Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Formen und Härten von Stahlwerkstoffen .

Gehärtete Stahlbauteile haben insbesondere im Karosseriebau von Kraftfahrzeugen den Vorteil, dass durch ihre herausragen- den mechanischen Eigenschaften eine Möglichkeit besteht, eine besonders stabile Fahrgast zelle zu erstellen, ohne dass Bau ¬ teile verwendet werden müssen, die bei normalen Festigkeiten viel massiver und dadurch schwerer ausgebildet werden. Zur Erzeugung derartiger gehärteter Stahlbauteile werden Stahlsorten, die durch eine Abschreckhärtung härtbar sind, verwendet. Derartige Stahlsorten sind zum Beispiel borlegierte Manganborstähle, wobei der am weitesten eingesetzte, hier der 22MnB5 ist. Aber auch andere borlegierte Mangankohlen- stoffstähle werden hierfür verwendet.

Um die aus diesen Stahlsorten gehärtete Bauteile zu erzeugen, muss das Stahlmaterial auf die Austenitisierungstemperatur (>AC 3 ) erhitzt werden und abgewartet werden, bis der Stahlwerk- stoff austenitisiert ist. Je nach gewünschtem Härtegrad können hier Teil- oder Vollaustenitisierungen erzielt werden.

Wird ein solches Stahlmaterial nach der Austenitisierung mit einer über der kritischen Härtegeschwindigkeit liegenden Ge- schwindigkeit abgekühlt, wandelt die austenitische Struktur in eine martensitische, sehr harte Struktur um. Auf diese Weise sind Zugfestigkeiten R m bis über 1500 MPa erzielbar. Zur Erzeugung der Stahlbauteile sind derzeit zwei Verfahrens ¬ wege üblich.

Beim sogenannten Formhärten wird eine Stahlblechplatine aus einem Stahlband abgetrennt bsp. ausgeschnitten oder gestanzt und anschließend in einem üblichen, beispielsweise fünfstufi ¬ gen Tiefziehprozess zum fertigen Bauteil tiefgezogen. Dieses fertige Bauteil wird hierbei etwas kleiner dimensioniert, um eine nachfolgende Wärmedehnung beim Austenitisieren zu kompen- sieren.

Das so erzeugte Bauteil wird anschließend austenitisiert und dann in ein Formhärtewerkzeug eingelegt, in dem es gepresst, aber nicht oder nur sehr gering umgeformt wird und durch die Pressung die Wärme aus dem Bauteil in das Presswerkzeug fließt, und zwar mit der über der kritischen Härtegeschwindig ¬ keit liegenden Geschwindigkeit.

Der weitere Verfahrensweg ist das sogenannte Presshärten, bei dem eine Platine aus einem Stahlblechband abgetrennt bsp. aus ¬ geschnitten oder gestanzt wird, anschließend die Platine aus ¬ tenitisiert wird und die heiße Platine bei einer Temperatur unter 782°C in einem vorzugsweise einstufigen Schritt umge ¬ formt und gleichzeitig mit einer über der kritischen Härtege- schwindigkeit liegenden Geschwindigkeit abgekühlt wird.

In beiden Fällen können mit metallischen Korrosionsschutz ¬ schichten z.B. mit Zink oder einer Legierung auf Basis von Zink versehene Platinen verwendet werden. Das Formhärten wird auch als indirekter Prozess bezeichnet und das Presshärten als direkter Prozess. Der Vorteil des indirekten Prozesses ist, dass aufwändigere Werkstücksgeometrien realisierbar sind. Der Vorteil des direkten Prozesses ist, dass ein höherer Mate rialnut zungsgrad erreicht werden kann. Jedoch ist die erreich bare Bauteilkomplexität vor allem beim einstufigen Umformpro zess geringer.

Zudem ist es bekannt, Stahlblechbauteile dadurch zu formen, dass ein Hohlraum gebildet wird und dieser Hohlraum mit einem unter Druck stehenden Medium zu einer gewünschten Form bzw. in eine Form eingeblasen bzw. aufgeblasen wird, um eine endgülti ¬ ge Form zu erzielen. Dieses Verfahren wird auch als Innenhoch- druckumformung bezeichnet.

Aus der DE 10 2009 040 935 B4 ist ein Verfahren zum Herstellen von Bauteilen bekannt, wobei wenigstens zwei Einzelteile zu einem Halbzeug verlötet oder verschweißt werden und anschlie ¬ ßend das Halbzeug warmumgeformt wird, wobei ein Hohlraum des Halbzeugs geschlossen ist oder geschlossen wird und dass das auf die Austenitisierungstemperatur erwärmte Halbzeug mittels eines in den Hohlraum eingelassenen, unter Druck stehenden Me ¬ diums gegen die Innenwände eines Formwerkzeugs expandiert wird. Die erforderliche Abschreckung zum Zwecke der Erhärtung soll mittels eines Abkühlmediums erfolgen, wobei das zum Ab ¬ schrecken verwendete Abkühlmedium durch den Hohlraum des Halb ¬ zeugs hindurchführbar ist.

Aus der EP 1 015 645 Bl ist ein Verfahren zum Herstellen abge ¬ schrägter dünnwandiger hohler Metallgehäuse durch Blasformen bekannt, wobei auch hier vorzugsweise über die Austenitisie ¬ rungstemperatur erhitzt wird und die Hohlstruktur gegen die inneren Wände des Werkzeugs durch das Einführen eines erhitz ¬ ten, unter Druck gesetzten Mediums in das Innere des Hohlraums des hohlen Gehäuses expandiert wird, wobei in einem nachfol ¬ genden Schritt das geformte hohle Gehäuse rasch in einem Vor ¬ gang abgekühlt wird, um eine Härtung herbeizuführen. Hierbei wird das dominierende erwärmte Medien in dem hohlen Gehäuse durch ein unter Druck gesetztes kühlendes Medium ersetzt.

Aus der DE 10 2004 054 795 B4 ist ein Verfahren zur Herstel- lung von Fahrzeugbauteilen, sowie Karosseriebauteilen, be ¬ kannt, wobei ein Materialverbund aus zwei miteinander verbun ¬ denen Blechen mindestens einem Umformvorgang unterworfen wird, wobei der Materialverbund warmumgeformt und zumindest ein härtbares vorlegiertes Blech bei geschlossenen Formwerkzeug- hälften einer in-situ-Presshärtung unterzogen wird.

Aus der DE 10 2006 020 623 B4 ist ein Verfahren zum Herstellen von Bauteilen aus sogenannten Talered Blanks bekannt, bei dem bei dem Verfahren das Halbzeug in einem Umformwerkzeug einge- legt wird und das Halbzeug aus zumindest zwei, zumindest teil ¬ weise übereinander liegenden Blechen besteht und wobei eine härtbare Stahllegierung für ein Blech des Halbzeugs verwendet wird und das Halbzeug in einer Erwärmungsstation auf eine Tem ¬ peratur über der Austenitisierungstemperatur der Legierung erwärmt wird, wobei die Bleche vor dem Einlegen in die Presse oder in der Presse durch ein Schmieden miteinander fest ver ¬ bunden werden.

Aus der DE 10 2007 018 395 B4 ist ein Innenhochdruckumformver- fahren bekannt, bei dem eine Hohlstruktur aus härtbaren Stahl ¬ blechen durch ein Gas unter Druck, welches in den Innenraum zwischen den Blechen strömt, expandiert wird, wobei das Werk ¬ stück sich in einem gekühlten Umformwerkzeug befindet und das Werkstück in einem Zug durch den Druck des Gases umgeformt und durch die Temperatur dieses Gases von innen und die Temperatur des Umformwerkzeuges von außen in demselben Werkzeug umgeformt und gehärtet wird, wobei der Gasdruck im Werkstück durch Rela ¬ tivbewegung eines Pressenoberteils und Fließrichtung des Um- formwerkzeugs erzeugt wird und durch einen Druckübersetzer verstärkt wird.

Aus der DE 10 2007 043 154 AI ist ein Verfahren und eine Vor- richtung zum Härten von Profilen bekannt. Dieses Verfahren ist insbesondere für offene Profile ausgebildet, wobei das Bauteil zumindest Teilbereichsweise auf einer Temperatur oberhalb der Austenitisierungstemperatur des Grundwerkstoffs aufgeheizt wird und das Bauteil nach dem Aufheizen mit einer Geschwindig- keit abgekühlt wird, die über der kritischen Härtegeschwindig ¬ keit liegt, wobei die für die Erwärmung notwendige Energie zu ¬ mindest teilweise durch Induktion eingebracht wird, wobei in den Bauteil zur Einstellung eines Temperatur- und/oder Härte ¬ gradienten über den Querschnitt des Bauteils freie Kanten an- geordnet werden, wobei Größe, Art und Ausdehnung der Kanten auf einen gewünschten Härtegrad und/oder Härtegradienten abge ¬ stimmt angeordnet werden. Diese Kanten haben den Effekt, dass es an Kanten bei induktiver Erwärmung zu einer Erhöhung der Stromflussdichte kommt, sodass in diesen Bereichen die Erwär- mung gezielt sehr schnell durchgeführt werden kann, zumindest schneller als in ebenen Bereichen.

Aus der DE 698 035 88 T2 ist ein Verfahren zum Herstellen von abgeschrägten hohlen Gehäusen aus Stahlmaterial durch Blasfor- men bekannt, wobei ein vorgewärmter hohler Gehäuseblock vor ¬ zugsweise über der Austenitisierungstemperatur in ein Blas ¬ formwerkzeug eingeführt wird und geformt wird, indem er gegen die inneren Wände des Werkzeugs durch das Eindrücken eines er ¬ hitzten unter Druck gesetzten Mediums in das Innere des Hohl- raums des hohlen Gehäuses expandiert wird, wobei das hohle Ge ¬ häuse in einem nachfolgenden Schritt rasch in einem Vorgang abgekühlt wird, der für das Abschrecken des Stahlmaterials ge ¬ eignet ist, indem das vorhandene erwärmte Medium in dem hohlen Gehäuse durch ein unter Druck gesetztes kühlendes Medium er- setzt wird und indem ein kühlendes Medium durch das Formwerk- zeug geführt wird, umso ein Kühlen zu bewirken.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Umformen und Härten von verzinkten Stahlrohren zu schaffen, mit dem zuver ¬ lässig und rissfrei gehärtete Stahlrohre hergestellt werden können .

Die Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des An ¬ spruchs 1 gelöst.

Bislang galten verzinkte Rohre als nicht mit Innenhochdruckum- formverfahren mikrorissfrei umformbar und härtbar. Werden der ¬ artige verzinkte Rohre bzw. Rohrbauteile innen hochdruckumge ¬ formt, ergeben sich immer Mikrorisse in sehr großem Ausmaß, so dass im Gegensatz zu anderen Formgebungsverfahren das Press ¬ härteverfahren bzw. Formhärteverfahren für Rohrbauteile nicht anwendbar war.

Die Erfinder haben erkannt, dass die mikrorissfreie Umformung von Rohrbauteilen dann gelingt, wenn man eine spezielle Tempe ¬ ratur und Verfahrensführung durchführt.

Erfindungsgemäß werden derartige Rohrbauteile vorgefertigt und analog des bekannten Innenhochdruckumformverfahrens vorgebo ¬ gen, vorgequetscht oder in sonstiger Weise vorgeformt.

Anschließend werden diese Rohre austenitisiert , was bedeutet, dass die auf eine Temperatur oberhalb AC 3 gebracht werden und dort solange gehalten werden, bis ein gewünschter Austeniti- sierungsgrad erreicht wird. Erfindungsgemäß wird anschließend das Rohr auf Temperaturen zwischen 400-650°C passiv abkühlen gelassen oder zwangsweise aktiv abgekühlt. Diese Abkühlung kann dadurch erfolgen, dass das Bauteil in das Innenhochdruckumformwerkzeug überführt wird und dabei an Luft passiv abkühlt oder gegebenenfalls das Werkzeug nach dem Aus- tenitisierungsofen beispielsweise durch Anblasen oder Ansprü ¬ hen mit geeigneten Kühlmedien aktiv abgekühlt und dann in das Innenhochdruckumformwerkzeug überführt wird.

Eine derartige aktive Kühlung erfolgt mit > 5 K/sek bevorzugt > 10 K/sek besonders bevorzugt > 20 K/sek Abkühlgeschwindig ¬ keit .

Anschließend wird das Rohr endumgeformt, wobei ein unter Druck stehendes Medium in das Rohr eingedrückt wird, so dass eine an sich bekannte Innenhochdruckumformung erreicht wird. Erfindungsgemäß wird jedoch diese Umformung mit einem tempe ¬ rierten Medium durchgeführt. Hierbei hat das Medium beispiels ¬ weise eine Temperatur von 400-650°C. Erfindungsgemäße hat sich nämlich herausgestellt, dass bei der Verwendung eines zu kal ¬ ten Mediums, Teile des Rohres bereits einer Härtung unterzogen werden bevor die Endumformung stattgefunden hat. Dies bedeu ¬ tet, dass eine vollständige Ausformung verhindert wird. Somit findet die Umformung mit einem temperiertem Medium statt, wo ¬ bei das temperierte Medium vorzugsweise eine Temperatur be ¬ sitzt, die der Temperatur des umzuformenden Rohres entspricht und zumindest so hoch ist, dass die Martensit-Starttemperatur (Ms) der verwendeten Stahllegierung überschritten ist. Anschließend erfolgt erfindungsgemäß die Härtung, wobei die erfindungsgemäße Härtung unterschiedlich durchgeführt werden kann .

Bei einer ersten erfindungsgemäßen Variante erfolgt die Innen- hochdruckumformung in einem warmen Werkzeug mit dem warmen un ¬ ter Druck stehenden Umformmedium. Anschließend wird das so um ¬ geformte Bauteil aus dem Werkzeug entnommen und passiv an Luft abkühlen gelassen, wenn die Abkühlung an Luft ausreicht, die kritische Abkühlgeschwindigkeit des Stahlmaterials zu errei ¬ chen, so dass eine martensitische Härtung sichergestellt ist.

Diese passive Abkühlung ist vor allem Blechdickenabhängig bei dünneren Blechstärken von in etwa 1 mm kann eine passive Ab ¬ kühlung an Luft ausreichend sein um die kritische Abkühlge ¬ schwindigkeit zu erreichen.

Bei einer Blechdicke von beispielsweise 3 mm kann eine aktive Abkühlung durch geeignete Kühlmedien erforderlich sein um die ¬ se Abkühlgeschwindigkeit zu erreichen.

Bei einer zweiten erfindungsgemäßen Variante wird wiederum im warmen Werkzeug mit dem warmen unter Druck stehenden Medium umgeformt und anschließend das Rohr in ein kaltes Formhärte ¬ werkzeug überführt. In diesem kalten Formhärtewerkzeug ent ¬ spricht der Werkzeughohlraum von der Kontur her exakt der Au ¬ ßenkontur des Rohres, so dass beim Schließen des Werkzeuges das Werkzeug allseitig an dem Rohr vollflächig anliegt und hierdurch eine Abschreckhärtung erzielt wird. „Kalt" im Sinne der Erfindung bedeutet, dass die Martensit-Starttemperatur des gewählten Stahlmaterials um mindestens 50 °C unterschritten wird, also Ms - 50°C. Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Variante, erfolgt die Um ¬ formung im warmen Werkzeug unter Zuhilfenahme des unter Druck stehenden erwärmten Umformmediums, wobei jedoch nach erfolgter Umformung ein kaltes Medium durch das Rohr geleitet wird, so dass die martensitische Härtung durch Überschreiten der kriti ¬ schen Abschreckgeschwindigkeit durch die Kühlung mit dem kal ¬ ten Medium erzielt wird. Hierbei ist es technologisch möglich, den Innenhochdruckumformvorgang mit einem unter Druck stehen ¬ den, warmen gasförmigen Medium durchzuführen und den Ab ¬ schreckvorgang mit einem kalten gasförmigen Medium, jedoch auch mit einem flüssigen, kalten Medium. Auch hier beträgt die Temperatur des kalten Mediums bevorzugt die Martensit- Starttemperatur des Materials, also Ms - 50°C.

Die Rohre haben hierzu generell einen Zu- und einen Ablauf.

Unter Rohren im Sinne der Erfindung werden nicht nur zylindri ¬ sche Rohre verstanden, sondern jede Form von langgestreckten Hohlkörpern aus Stahlblech, insbesondere Strukturbauteile, Längsträger, Verstärkungen, Schweller und dergleichen Struk ¬ turbauteile, insbesondere von Kraftfahrzeugen.

Erfindungsgemäß wird ein Werkstoff verwendet, der wie die Werkstoffe des Standes der Technik härtbar ist und insbesonde ¬ re ein härtbarer Bor-Mangan-Stahl wie z.B. ein Stahlwerkstoff des Typs 22MnB5 oder 20MnB8 oder vergleichbar.

Derartige Stahlbleche können mit einer Zinkschicht, einer Zinklegierungsschicht und insbesondere einer Zinkeisenschicht versehen sein.

Insbesondere wird eine so genannte Galvannealed-Beschichtung bevorzugt, d.h., eine durch Tempern vorreagierte Zinkbeschich- tung auf einem Stahlblech, die aus Zink-Eisen-Phasen besteht und auch gegen das Einblasen von einem Druckmedium beständig ist .

Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung beispielhaft erläu ¬ tert. Die einzige Figur zeigt den Verfahrensablauf mit den beiden Verfahrensvarianten.

Ein austenitisiertes Rohr 1 1 wird hierbei in eine Form 2 ein ¬ gelegt, wobei das Rohr 1 beispielsweise aus zwei Blechen 3 zu ¬ sammengesetzt ist, wobei die Bleche im Bereich einer Gaszufüh ¬ rung und -abführung zu einem durch die Bleche gebildeten Hohl ¬ raum 4 je einen entsprechenden Zugang 5 besitzt. Nachdem tem ¬ periertes Gas, beispielsweise auf 400-650°C temperiertes Gas in den Hohlraum 4 eingefüllt ist, expandiert das Rohr 1 in die Form 2, so dass der vollständig vorgeformte Rohling erzeugt wird. Bei der Erfindung ist von Vorteil, dass es gelingt, rohrartige Bauteile aus einem härtbaren Stahl mit Zinkbe- schichtung zuverlässig mikrorissfrei zu erzeugen.