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Title:
METHOD AND DEVICE FOR GENERATING HOT STEAM IN A CONTINUOUS CASTING MACHINE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/151162
Kind Code:
A1
Abstract:
The present invention relates to a method and a device for generating hot steam in a continuous casting machine and to the use of the device in a continuous casting installation for producing a strand of steel. The object of the invention is to provide a method and a device for generating hot steam with which great amounts of heat can be removed from the mould even at relatively low temperatures and, nevertheless, the hot steam has a high energy content, allowing it to be fed to a steam turbine for heat recovery. This object is achieved by a method in which an organic cooling medium, in particular an alcohol or a thermal oil, is used and the hot steam has before expansion a temperature of 180 to 400°C.

Inventors:
CHIMANI, Christian (Frischaufstrasse 6, Pfarrkirchen, A-4540, AT)
DANOV, Vladimir (Taunusstr. 18, Erlangen, 91056, DE)
HAHN, Susanne (Voltastrasse 22, Linz, A-4040, AT)
KAUTZ, Martin (Starenweg 25, Erlangen, 91056, DE)
RAMSTORFER, Franz (Schubertgasse 3, Zistersdorf, A-2225, AT)
SCHADEN, Thomas (Leharstrasse 12/3/97, Linz, A-4020, AT)
Application Number:
EP2011/057851
Publication Date:
December 08, 2011
Filing Date:
May 16, 2011
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS VAI METALS TECHNOLOGIES GMBH (Turmstraße 44, Linz, A-4031, AT)
CHIMANI, Christian (Frischaufstrasse 6, Pfarrkirchen, A-4540, AT)
DANOV, Vladimir (Taunusstr. 18, Erlangen, 91056, DE)
HAHN, Susanne (Voltastrasse 22, Linz, A-4040, AT)
KAUTZ, Martin (Starenweg 25, Erlangen, 91056, DE)
RAMSTORFER, Franz (Schubertgasse 3, Zistersdorf, A-2225, AT)
SCHADEN, Thomas (Leharstrasse 12/3/97, Linz, A-4020, AT)
International Classes:
B22D11/055; F01K25/08
Attorney, Agent or Firm:
MAIER, Daniel (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Erzeugung von Heißdampf in einer

Stranggießmaschine, aufweisend folgende Verfahrensschritte: - Einbringen einer metallischen Schmelze in eine Kokille

(2) ;

- Abkühlen der Schmelze in der Kokille (2) unter Ausbildung einer festen Strangschale, wobei durch das Abkühlen der Schmelze ein Kühlmedium in zumindest einem

Verdampfungsraum (23) der Kokille (2) mittels Blasensieden zu Sattdampf verdampft wird;

- Ausziehen eines zumindest teilerstarrten Strangs (12) aus der Kokille (2) ;

- Führen, Stützen und Kühlen des ausgezogenen Strangs (12) in einer Strangstützeinrichtung (5) ;

- Überhitzen des Sattdampfs zu einem Heißdampf;

- Entspannen des Heißdampfs in einer Dampfturbine (7), wobei das Verfahren zur Erzeugung von Heißdampf als Kreisprozess ausgebildet ist, insbesondere dass das Kühlmedium nach der Entspannung, und gegebenenfalls einer nachfolgenden

Kondensation, wieder der Kokille (2) zugeführt wird;

dadurch gekennzeichnet,

dass ein organisches Kühlmedium, insbesondere ein Alkohol oder ein Thermoöl, verwendet wird und der Heißdampf vor der Entspannung eine Temperatur von 180 bis 400 °C aufweist.

2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Sattdampf durch ein Kühlen des Strangs (12) überhitzt wird, wobei der Sattdampf in zumindest einer Leitung entlang zumindest einer Oberfläche des Strangs geführt wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck des Sattdampfs im

Verdampfungsraum (23) der Kokille (2) mittels einer

Dampfdruckstelleinrichtung auf einen vorbestimmten Druck eingestellt wird.

4. Vorrichtung zur Erzeugung von Heißdampf in einer Stranggießmaschine, aufweisend

- eine gekühlte Kokille (2) zum Vergießen einer metallischen Schmelze zu einem zumindest teilerstarrten Strang (12), wobei die Kokille (2) mit zumindest einem Verdampfungsraum

(23) zur Erzeugung von Sattdampf ausgebildet ist;

- eine der Kokille (2) nachgeordnete Strangstützeinrichtung (5) zum Stützen, Führen und weiteren Kühlen des Strangs (12) ;

- einen Überhitzer (4) zum Überhitzen des Sattdampfs zu

Heißdampf, der mit einer Dampfturbine (7) zum Entspannen des Heißdampfs verbunden ist;

zumindest ein Kondensator (9), wobei die Dampfturbine (7) mit dem Kondensator (9) und der Kondensator (9) über zumindest eine Speisepumpe mit der Kokille (2) verbunden ist ;

dadurch gekennzeichnet,

dass die Kokille (2) mit zumindest einem Überhitzer zum

Überhitzen des Sattdampfs verbunden ist, wobei der Überhitzer (4) als ein Sekundärkühler (6) oder eine Sekundärkühlstrecke (6) der Stranggießmaschine ausgebildet ist.

5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Leitung im Überhitzer (4) mäanderförmig zum gleichmäßigen Kühlen des Strangs (12) ausgebildet ist.

6. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Kondensator (9) in einer Kühlstrecke (10) angeordnet ist. 7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kokille (2) zumindest im Bereich des Meniskus in einer Richtung quer zur Gießrichtung (15) eine keramische oder keramisch-metallische Schicht, eine Platte aus Kupfer oder einer Kupferlegierung, eine gerippte Platte zum Verdampfen des Kühlmediums und eine Halteplatte aufweist.

8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass ein Verdampfungsraum (23) im Inneren der Kokille (2) mit einer, gegebenenfalls einstellbaren,

Druckbegrenzungseinrichtung verbunden ist, sodass der Druck des Sattdampfs einstellbar ist. 9. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 8 in einer Stranggießanlage zur Erzeugung eines Strangs aus Stahl .

Description:
Beschreibung

Verfahren und Vorrichtung zur Erzeugung von Heißdampf in einer Stranggießmaschine

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von Heißdampf in einer

Stranggießmaschine sowie die Verwendung der Vorrichtung in einer Stranggießanlage zur Erzeugung eines Strangs aus Stahl.

Konkret betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Erzeugung von Heißdampf in einer Stranggießmaschine, aufweisend

folgende Verfahrensschritte:

- Einbringen einer metallischen Schmelze in eine Kokille; - Abkühlen der Schmelze in der Kokille unter Ausbildung einer festen Strangschale, wobei durch das Abkühlen der Schmelze ein Kühlmedium in zumindest einem

Verdampfungsraum der Kokille mittels Blasensieden zu Sattdampf verdampft wird;

- Ausziehen eines zumindest teilerstarrten Strangs aus der

Kokille;

- Führen, Stützen und Kühlen des ausgezogenen Strangs in einer Strangstützeinrichtung;

- Überhitzen des Sattdampfs zu einem Heißdampf;

- Entspannen des Heißdampfs in einer Dampfturbine, wobei das Verfahren zur Erzeugung von Heißdampf als

Kreisprozess ausgebildet ist, insbesondere dass das Kühlmedium nach der Entspannung, und gegebenenfalls einer nachfolgenden Kondensation, wieder der Kokille zugeführt wird.

Weiters betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Erzeugung von Heißdampf in einer Stranggießmaschine, aufweisend

- eine gekühlte Kokille zum Vergießen einer metallischen

Schmelze zu einem zumindest teilerstarrten Strang, wobei die Kokille mit zumindest einem Verdampfungsraum zur

Erzeugung von Sattdampf ausgebildet ist; - eine der Kokille nachgeordnete Strangstützeinrichtung zum Stützen, Führen und weiteren Kühlen des Strangs;

- einen Überhitzer zum Überhitzen des Sattdampfs zu

Heißdampf, der mit einer Dampfturbine zum Entspannen des Heißdampfs verbunden ist;

zumindest ein Kondensator, wobei die Dampfturbine mit dem Kondensator und der Kondensator über zumindest eine

Speisepumpe mit der Kokille verbunden ist. Beim Stranggießen einer metallischen Schmelze zu einem Strang wird beispielsweise flüssiger Stahl in eine nach unten offene Gießform, die sogenannte Kokille, vergossen, wobei die

Metallschmelze hauptsächlich über die Kokillenwände abgekühlt wird, sodass sich in der Kokille eine tragfähige Strangschale ausbildet. Der zumindest teilerstarrte Strang wird

anschließend aus der Kokille ausgezogen und in einer der Kokille nachgeordneten Strangstützeinrichtung geführt, gestützt und weiter gekühlt. Oftmals wird das Abkühlen der Metallschmelze in der Kokille auch als Primärkühlung und das Kühlen des ausgezogenen Strangs in der Strangstützeinrichtung als Sekundärkühlung bezeichnet. Dabei ist es bekannt, die Kokillenwände aus Kupferplatten auszubilden, wobei die

Kokillenwände auf deren Rückseite, d.h. auf der der

Metallschmelze abgewandten Seite, durch Kühlwasser gekühlt werden. Typischerweise wird die Durchflussrate des

Kühlwassers durch die Kokille so gewählt, dass das Kühlwasser um max . 10 °C erwärmt wird. Obwohl die durch das Kühlwasser abgeführte Wärmemenge mit bis zu 2 MW/m 2 Kokillenoberfläche hoch ist, kann diese Wärmemenge aufgrund des geringen

Temperaturhubs nicht einer konventionelle Wärmerückgewinnung (z.B. einer Dampfturbine) zugeführt werden. Augrund der hohen Durchflussraten des Kühlwassers durch die Kokille ergeben sich zudem hohe Druckverluste, sodass insgesamt hohe

Leistungen für die Umwälzpumpen des Primärkühlkreislaufes erfordert werden.

Aus der Schrift JP 1143743 A2 ist es bekannt, mehrere

Wärmerohre (engl, heat pipes) in den Mantel einer Kokille zu integrieren, sodass die Gesamt-Wärmeleitfähigkeit der Kokille erhöht wird. Obwohl Wärmerohre vorteilhaft sein können, ist eine direkte Verwendung des im Inneren der Wärmerohre

verdampften Kühlmediums nicht möglich.

Aus der CN 2379234 Y ist es bekannt, die Verdampfungswärme eines Gießprozesses einer Wärmerückgewinnung zuzuführen; aus der Offenbarung ergeben sich jedoch keine Ansatzpunkte, wie die vorgeschlagenen Vorrichtung in einer konventionellen Stranggießmaschine (beispielsweise eine Bogen- oder

Vertikalanlage) für Eisen- oder Stahlwerkstoffe anwendbar wäre. Weiters weist der erzeugte Dampf nur über einen

geringen Energiegehalt auf.

Aus der EP 1 785 206 AI ist die Kühlung einer

Stranggießkokille bekannt,

- wobei eine metallische Schmelze in eine Kokille

eingebracht wird;

- die Schmelze in der Kokille unter Ausbildung einer festen Strangschale abkühlt wird, wobei durch das Abkühlen der

Schmelze das Kühlmedium Wasser in zumindest einem

Verdampfungsraum der Kokille mittels Blasensieden zu

Sattdampf verdampft wird;

- der Sattdampf zu einem überhitzten Sattdampf bzw. einem Heißdampf überhitzt wird; und

- der Heißdampf in einer Dampfturbine entspannt wird, wobei das Verfahren zur Erzeugung von Heißdampf als Kreisprozess ausgebildet ist. Nachteilig an diesem Verfahren ist, dass die Kokille - bedingt durch die hohe Temperatur des Heißdampfs - ebenfalls sehr hohen Temperaturen ausgesetzt ist, sodass die Kokille einerseits aus hochwärmefesten Materialen gefertigt werden muss, wodurch jedoch andererseits die

Wärmeleitfähigkeit der Kokille leidet. Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Erzeugung von Heißdampf in einer

Stranggießmaschine anzugeben, mit denen bereits bei relativ niedrigen Oberflächen-Temperaturen in der Kokille hohe Wärmemengen aus der Kokille abgeführt werden können und dennoch der Heißdampf einen hohen Energiegehalt aufweist, sodass dieser einer Dampfturbine zur Wärmerückgewinnung zugeführt werden kann.

Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren der eingangs genannten Art gelöst, bei dem als Kühlmedium ein organisches

Kühlmedium, insbesondere ein Alkohol oder ein Thermoöl, verwendet wird und der Heißdampf vor der Entspannung eine Temperatur von 180 bis 400 °C aufweist.

Durch das Verdampfen des organischen Kühlmediums in zumindest einem Verdampfungsraum (beispielsweise der Raum zwischen einer Kupferplatte und dem Wasserkasten) der Kokille mittels Blasensieden zu Sattdampf wird gegenüber dem Filmsieden ein sehr guter Wärmeübergang, d.h. eine hohe Wärmeübergangszahl, zwischen der Kokille und dem Kühlmedium gewährleistet, sodass insbesondere ein Überhitzen der Kupferplatten der Kokille zuverlässig verhindert wird. Unter Blasensieden (engl.

nucleate boiling, vgl. z.B. Fig. 9.2 in John H. Lienhard. The heat transfer textbook, Third edition, Phlogiston Press, 2003 oder der Kurvenbereich zwischen den Punkten A und C (partial nucleate boiling and fully developed nucleate boiling) in der „typical boiling curve" auf

http://encyclopedia2.thefreedictionary.com/boiling wird das Sieden in einem Bereich verstanden, der zwischen der

natürlichen Konvektion und dem Punkt mit der maximalen

Wärmestromdichte liegt. Da die Verdampfung des Kühlmediums im Verdampfungsraum direkt, d.h. ohne einen Zwischenkreis, erfolgen kann, ist das Verfahren sehr einfach und

kostengünstig durchführbar.

Durch die nachfolgende Überhitzung des Sattdampfs zu

Heißdampf (auch als überhitzter Sattdampf bezeichnet) wird unmittelbar ein höheres und - zumindest für konventionelle Wärmerückgewinnungsprozesse - gut nutzbares Temperaturniveau des Kühlmediums erreicht, sodass der Heißdampf direkt einer Dampfturbine zugeführt werden kann. Außerdem wird durch das Überhitzen der Carnot'sche Wirkungsgrad (vgl. z.B.

http : //de . wikipedia . org/wiki/Carnot-Wirkungsgrad) erhöht.

Anschließend wird der Heißdampf in einer Dampfturbine

entspannt. Dampfturbinen sind für unterschiedliche Leistungen verfügbar und weisen einen hohen Wirkungsgrad auf, wobei das Verfahren als Kreisprozess ausgebildet ist, sodass

insbesondere das Kühlmedium nach der Entspannung, und

gegebenenfalls einer nachfolgenden Kondensation, wieder der Kokille zugeführt wird.

Als Kühlmedium wird ein organisches Kühlmedium, z.B. ein Alkohol oder ein Thermoöl, verwendet, wobei der Heißdampf vor der Entspannung eine Temperatur von 180 bis 400 °C aufweist. Da organische Kühlmedien in herkömmlich verfügbaren

Dampfturbinen entspannt werden können, ist es im Allgemeinen nicht erforderlich, zwei unterschiedliche Kreisläufe (ein erster Kreislauf, auch Primärkreislauf genannt, der mit dem organischen Kühlmedium betrieben wird und ein zweiter

Kreislauf, der sogenannte Sekundärkreislauf, der z.B. mit Wasser betrieben wird) vorzusehen.

Natürlich wäre es aber grundsätzlich möglich, die Kühlung auf zwei separate Kreisläufe aufzuteilen, wobei der erste

Kreislauf zumindest die Kokille und den Überhitzer umfasst, und der zweite Kreislauf zumindest die Dampfturbine und einen Kondensator umfasst. In diesem Fall wären beide Kreisläufe z.B. über zumindest einen Wärmetauscher miteinander

gekoppelt, der den ersten mit dem zweiten Kreislauf

verbindet. Bei der Ausführungsform mit zwei Kreisläufen wäre es natürlich auch möglich, anorganische Kühlmedien, z.B.

geschmolzene Salze, für den Sekundärkreislauf zu verwenden; vorteilhaft ist es, für den Primärkreislauf wiederum die oben beschriebenen organischen Kühlmedien zu verwenden.

Nach einer nicht beanspruchten Ausführungsform könnte auch Wasser als Kühlmedium verwendet werden, wobei der Heißdampf vor der Entspannung eine Temperatur von 200 bis 400 °C aufweist .

Es ist vorteilhaft, dass das der Sattdampf durch ein Kühlen des Strangs überhitzt wird, wobei der Sattdampf in zumindest einer Leitung entlang zumindest einer Oberfläche des Strangs geführt wird. Dabei wird der Sattdampf z.B. über teil- oder durcherstarrte Stahlbrammen geführt. Für die Einstellung eines definierten Dampfdrucks bzw. einer definierten Dampftemperatur im Verdampfungsraum der Kokille ist es vorteilhaft, dass der Druck des Sattdampfs im

Verdampfungsraum der Kokille mittels einer

Dampfdruckstelleinrichtung auf einen vorbestimmten Druck eingestellt wird. Diese Maßnahme wirkt sich besonders beim Anfahren der Stranggießanlage günstig aus.

Die erfindungsgemäße Aufgabe wird ebenfalls durch eine

Vorrichtung der eingangs genannten Art gelöst, wobei die Kokille mit zumindest einem Überhitzer zum Überhitzen des Sattdampfs verbunden ist und der Überhitzer als ein

Sekundärkühler oder eine Sekundärkühlstrecke der

Stranggießmaschine ausgebildet ist. Dadurch wird auch die mittels der Sekundärkühlung abgeführte Wärmemenge des teil- oder durcherstarrten Strangs vom Sattdampf aufgenommen.

Bei der Verbindung vom Überhitzer mit einer Dampfturbine zum Entspannen des Heißdampfs ist es natürlich möglich, mehrere Dampfturbinen parallel und/oder seriell anzuordnen. Eine parallele Anordnung ist vorteilhaft, um eine höhere Leistung mit mehreren kleineren Dampfturbinen zu realisieren; eine serielle Anordnung ist vorteilhaft, um das Druckniveau des Heißdampfs besser auszunützen, beispielsweise durch eine Hochdruck- und eine nachfolgenden Niederdruck-Dampfturbine. Natürlich ist es ebenfalls möglich, beispielsweise mehrere

Hochdruck-Dampfturbinen parallel anzuordnen und anschließend, d.h. in serieller Anordnung, eine oder mehrere Niederdruck- Dampfturbinen anzuordnen. Vorteilhafterweise ist wenigstens eine Leitung im Überhitzer mäanderförmig zum gleichmäßigen Kühlen des Strangs

ausgebildet .

Vorteilhafterweise ist ein Kondensator in einer Kühlstrecke, vorzugsweise in eine Kühlstrecke im Auslaufbereich der

Stranggießanlage oder in eine Kühlstrecke im Auslaufbereich einer der Stranggießmaschine nachgelagerten Walzstraße, angeordnet .

Um eine hohe Wärmeleitfähigkeit der Kokille bei einer

gleichzeitig hohen Temperaturwechselbeständigkeit der Kokille zu erreichen, ist es vorteilhaft, dass die Kokille zumindest im Bereich des Meniskus in einer Richtung quer zur

Gießrichtung eine keramische oder keramisch-metallische

Schicht, eine Platte aus Kupfer oder einer Kupferlegierung, eine gerippte Platte zum Verdampfen des Kühlmediums und eine Halteplatte aufweist.

Es ist vorteilhaft, die erfindungsgemäße Vorrichtung in einer Stranggießanlage zur Erzeugung eines Strangs aus Stahl zu verwenden, womit sehr rasch eine hohe Wärmemenge vom

Gießstrang abgeführt und die Stranggießmaschine kompakter, insbesondere mit einer kleineren metallurgischen Länge, ausgebildet werden kann.

Weitere Vorteile und Merkmale der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung nicht

einschränkender Ausführungsbeispiele, wobei auf die folgenden Figuren Bezug genommen wird, die Folgendes zeigen:

Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Stranggießmaschine mit Wärmerückgewinnung

Fig. 2 ein schematisches Diagramm der thermodynamischen

Zustandsgrößen der Stranggießmaschine mit Wärmerückgewinnung für das Kühlmedium Wasser Fig. 3 ein schematisches Diagramm der thermodynamischen

Zustandsgrößen der Stranggießmaschine mit Wärmerückgewinnung für das Kühlmedium Methanol

Fig. 4 eine schematische Darstellung eines Überhitzers, der in die Sekundärkühlung der Stranggießmaschine integriert ist Fig. 5 eine schematische Darstellung eines Kondensators, der in eine Kühlstrecke integriert ist

Fig. 6 eine schematische Darstellung des Aufbaus einer

Kokille

Fig. 1 zeigt eine Stranggießmaschine zur Erzeugung von Stahl ¬ brammen, die mittels der aus dem Stranggießprozess

anfallenden Abwärme Heißdampf erzeugt. Dabei wird eine

Stahlschmelze mittels einer nicht dargestellten Pfanne über einen Verteiler in eine Kokille 2 eingebracht, in der die Schmelze mittels der Primärkühlung 3 abgekühlt wird, wobei sich eine feste Strangschale ausbildet. Der so sich

ausbildende teilerstarrte Strang 12 wird aus der Kokille 2 ausgezogen und in einer der Kokille 2 nachgelagerten

Strangstützeinrichtung 5 geführt, gestützt und mittels der

Sekundärkühlung weiter abgekühlt. Die Strangstützeinrichtung 5 weist mehrere nicht näher dargestellte Strangführungs ¬ segmente auf, die jeweils mehrere, beidseitig des Strangs 12 angeordnete Strangführungsrollen 5a aufweisen. Mittels der Kokille 2 wird das anfangs flüssige Kühlmedium Wasser von ca. 35 °C (Punkt II) auf ca. 200 °C erwärmt (Punkt III) und anschließend in mehreren Verdampfungsräumen der Kokille mittels Blasensieden zu Sattdampf verdampft (Punkt IV) . Ein Großteil der Stahlschmelze bzw. dem teilerstarrten Strang 12 entzogene Wärme wird dazu vom Kühlmedium aufgenommen und erhöht somit die Entropie des Kühlmediums (vgl. Fig. 2) . Der Sattdampf wird über eine Dampfleitung einem Überhitzer 4 zugeführt, in welchem der Sattdampf über zumindest eine mäanderförmige Leitung über die ca. 900 °C heiße Bramme geführt wird und dabei wiederum Energie aufnimmt; hierbei wird der Sattdampf von ca. 200 °C (Punkt IV) auf ca. 330 °C ( Punkt V) zu Heißdampf überhitzt. Anschließend wird der überhitzte Sattdampf (der Heißdampf) mittels einer Dampfleitung einer Dampfturbine 7 zugeführt, in der der Dampf von Punkt V auf Punkt VI entspannt und die dabei frei

werdende Energie mittels einer Welle zwischen der

Dampfturbine und einem Generator 8 in elektrische Energie umgewandelt wird. Anschließend wird das Kühlmedium zuerst einem ersten Kondensator 9 und anschließend einem zweiten Kondensator 9a zugeführt, in der die Entropie des Kühlmediums weiter reduziert wird. Der erste Kondensator 9 ist dabei als Teil der Kühlstrecke 10 im Auslaufbereich der

Stranggießmaschine angeordnet, in der der durcherstarrte

Strang 12 mittels nicht näher dargestellter Spritzdüsen auf beinahe Raumtemperatur (Punkt I) abgekühlt wird. Zumindest eine Umwälzpumpe 11 erhöht den Druck des Kühlmediums, sodass dieses wieder dem Dampferzeuger 1, d.h. der Primärkühlung 3 der Kokille 2, zugeführt wird.

Die im Prozess nach Fig. 1 eingenommenen thermodynamischen Zustandsgrößen sind in Fig. 2 nochmals in einem Entropie- Temperatur Schaubild für das Kühlmedium Wasser

zusammengefasst .

In Fig. 3 sind die thermodynamischen Zustandsgrößen in einem Entropie-Temperatur Schaubild für den Prozess nach Fig. 1 für das Kühlmedium Methanol dargestellt. Im Vergleich zu Fig. 2 erlaubt das Kühlmedium Methanol, die Temperatur in der

Kokille wesentlich geringer zu halten als dies beim

Kühlmedium Wasser möglich wäre. Konkret wird das Kühlmedium im Verdampfungsraum der Kokille von ca. 35 °C (Punkt II) auf eine Temperatur von lediglich ca. 100 °C erhitzt (Punkt III), bevor die Verdampfung von Methanol beginnt. Im Punkt IV ist dann das Methanol vollständig verdampft. Im Überhitzer 4 wird das Methanol auf ca. 180 °C überhitzt (Punkt V), bevor es in der Dampfmaschine 7 entspannt wird. Nach der Entspannung in der Dampfmaschine 7 (Punkt IV) wird das Kühlmedium

kondensiert, bevor es wieder mittels einer Speisepumpe 11 dem Verdampfungsraum 23 der Kokille zugeführt wird. Natürlich ist die Erfindung keineswegs auf Methanol beschränkt; viel mehr können auch andere organische Kühlmedien, wie z.B. Ethanol oder Thermoöle verwendet werden.

In Fig. 4 ist ein Überhitzer 4 schematisch dargestellt. Dabei wird der Sattdampf in zumindest einer mäanderförmigen Leitung 13 mit geringem Abstand über die Oberfläche des teil- oder durcherstarrten Strangs 12 geführt, wobei der Strang weiter abgekühlt und die dabei ein Großteil der dabei abgeführten Wärmemenge zur Überhitzung des Sattdampfs herangezogen wird. Vorzugsweise wird die mäanderförmige Leitung 13 entgegen der Gießrichtung 15 angeströmt, sodass dabei der Sattdampf anfangs Energie von einem kälteren Strang und später Energie von einem wärmeren Strang aufnimmt. In Fig. 5 ist ein Kondensator schematisch dargestellt. An der Oberseite des Strangs 12 wird der Strang von mehreren

Spritzdüsen 14 abgekühlt, wobei das dabei anfallende

Kühlwasser zur Kondensation des Kühlmediums innerhalb einer mäanderförmigen Leitung 13 verwendet wird. Im Gegensatz zu dem in der Fig. 4 dargestellten Überhitzer, wird der

Kondensator 9 in Gießrichtung 15 angeströmt, sodass das

Kühlmedium anfangs von einem wärmeren Kühlwasser und später von einem kälteren Kühlwasser gekühlt wird. Sollte die

Temperatur des Kühlmediums durch diesen Vorgang nicht

ausreichend reduziert werden können, ist es natürlich auch möglich, anstatt des in Fig. 4 dargestellten Kondensators oder ergänzend dazu, einen Kondensator nach Stand der Technik (vgl. Kondensator 9a nach Fig. 1, Ausführungsformen von

Kondensatoren z.B. Dubbel. Taschenbuch für den Maschinenbau, 17. Auflage, Kapitel K22 „Komponenten des thermischen

Apparatebaus - 4 Kondensation und Rückkühlung" ) einzusetzen.

In Fig. 6 ist der Aufbau einer Kokille 2 in einer Richtung quer zur Gießrichtung 15 schematisch dargestellt, wobei auf die Darstellung des Tauchrohrs aus Gründen der

Übersichtlichkeit verzichtet wurde. Zwischen dem Stahl 16, der in der Kokille einen teilerstarrten Strang ausbildet, und der Kokille 2, befindet sich eine Schicht auf Gießpulver 17 um die Reibung zwischen dem Strang und der Kokille zu

reduzieren. Da die Kokille 2 aufgrund der Verdampfungskühlung heißer wird als eine Kokille nach dem Stand der Technik, weist die Kupferplatte 19 der Kokille eine hochabriebfeste, verschleißfeste Schicht aus einer Keramik 18 oder einem

Verbundwerkstoffe aus keramischen Werkstoffen in einer metallischen Matrix auf (ein sogenannter Cermet Werkstoff, siehe z.B. http://de.v7ikipedia.org/wiki/Cermet). Im Anschluss an die Kupferplatte aus Cu oder einer Cu-Legierung befindet sich eine gerippte Platte 20, die mehrere in Gießrichtung und/oder in einer Richtung quer zur Gießrichtung verlaufende Rippen 21 aufweist. Mittels dieser Konstruktion wird die effektive Oberfläche der Kokille erhöht, sodass besonders hohe Wärmemengen durch die Kokille abgeführt werden können (beispielsweise 3 MW/m 2 , wobei dieser Wert auf die durch den Stahl benetzte Kokillen-Oberfläche bezogen ist) , ohne dass es dabei zu einem Filmsieden kommt. Zwischen den Rippen 21 der gerippten Platte 20, befindet sich der Verdampfungsraum 23 der Kokille, in dem ein organisches Kühlmedium zu Sattdampf verdampft wird. Im Anschluss an die gerippte Platte 21 befindet sich eine Halteplatte 22, die mittels mehrerer als Schrauben ausgeführter Befestigungselemente mit der gerippten Platte verbunden ist.

Liste der Bezugszeichen

1 Dampferzeuger

2 Kokille

3 Primärkühlung

4 Überhitzer

5 Strangstützeinrichtung

5a Strangführungsrolle

6 Sekundärkühlung

7 Dampfturbine

8 Generator

9, 9a Kondensator

10 Kühlstrecke

11 Pumpe

12 Strang

13 Mäanderförmige Leitung

14 Spritzdüsen

15 Gießrichtung

16 Stahl

17 Gießpulver

18 Keramik

19 Kupferplatte

20 Gerippte Platte

21 Rippe

22 Halteplatte

23 Verdampfungsräum

I-II Druckerhöhung

II-III Erwärmung auf die Verdampfungstemperatur

III-IV Verdampfen

IV-V Überhitzen

V-VI Entspannung

VI-I Kondensation