PICHLER, Alexander (12B rue Alfred Jedele, Altkirch, Altkirch, F-68130, FR)
EICHHORN, Marc (Fuchsfalle 2, Mannheim, 68229, DE)
RAYMOND, Pierre (15 rue Reiningue, Heimsbrunn, Heimsbrunn, F-68990, FR)
PICHLER, Alexander (12B rue Alfred Jedele, Altkirch, Altkirch, F-68130, FR)
EICHHORN, Marc (Fuchsfalle 2, Mannheim, 68229, DE)
| 1. Verfahren zur Darstellung einer Abtastfunktion mittels eines neuronalen Netzwerks mit folgenden Schritten: - die Abtastfunktion wird dem neuronalen Netzwerk zur Verarbeitung übermittelt; - eine Anzahl von Vergleichsfunktionen wird dem neuronalen Netzwerk zur Verfügung gestellt; - durch Vergleich der Abtastfunktion mit einer oder mehreren der Vergleichsfunktionen wird eine primäre Vergleichsfunktion selektiert, wobei als Kriterium für die Selektion eine vorgebbare Abweichung oder ein Abweichungsextremum dient; - die selektierte primäre Vergleichsfunktion wird als Repräsentationsfunktion und bevorzugt als dominante Repräsentationsfunktion bestimmt. 2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei falls eine Abweichung oder ein Abweichungsextremum ermittelt wird, die bzw. das größer als ein vorgebbarer Wert ist, die Repräsentationsfunktion von der Abtastfunktion abgezogen wird und die Differenz wie die ursprüngliche Abtastfunktion prozessiert wird. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Differenzfunktion gebildet wird, bis der vorgebbare Wert unterschritten worden ist oder ein anderes Abbruchkriterium erreicht worden ist. 4' Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die ermittelten Repräsentationsfühktionen in ihrer Gesamtheit die Abtastfunktion darstellen. S- Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das neuronale Netzwerk über eine möglichst eng aufeinanderfolgende Schrittweite für die Diskretisierung der Amplitude der Repräsentationsfunktion und/oder einen breiten Bereich für die Repräsentationsfunktionen und/oder eine möglichst große Anzahl von gelernten Repräsentationsfunktionen verfügt. c Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Repräseαtationsfunktionen Funktionen einer vollständigen Funktionenbasis verwendet werden, insbesondere Zernike-Polynome und/oder Legendre-Polynome. U. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abtastfunktion einem Eingangsmuster entspricht, das dem neuronalen Netzwerk zur Erkennung der darin enthaltenen Repräsentationsfunktionen übermittelt wird. Q Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, das ein Sender eingesetzt wird und die Respons der Strahlung des Senders wenigstens zweidimensional aufgelöst wird, wobei zwei-dimensional verteilte Sensoren oder Detektoren die Respons-Strahlung in ein Eingangsmuster wandeln. Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Eingangsmuster eine Phasenfront einer turbulenten Wellenfront einer optischen Strahlung verwendet wird. fy Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine optische Vorfilterung nach Raumfrequenzen durchgeführt wird, so dass das Eingangsmuster vereinfacht wird. "Η Verfahren nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein die Abtastfunktion darstellendes Eingangsmuster als ein Eingangsvektor dem neuronalen Netzwerk zugeführt wird und die Vergleichsfunktionen dem Netzwerk in der Form von Vektoren zugänglich sind, um die Darstellung durchzuführen. *Z Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Differenz in einen Eingangsvektor gewandelt wird und dem neuronalen Netzwerk zur weiteren Darstellung übermittelt wird. ' 5 Vorrichtung zur Darstellung einer Abtastfunktion mittels eines neuronalen Netzwerks mit folgenden Merkmalen: - einer wenigstens zweidimensionalen Empfangeranordnung mit einer Anzahl von darauf verteilten, vorzugsweise optischen Sensoren bzw. Detektoren; - einer wenigstens zweidimensionalen Anordnung von optischen Elementen, etwa Linsen, die eine einfallende Abtastfunktion in Phaseninformationen enthaltende Bestandteile wandelt; - einem neuronalen Netzwerk, in das die Bestandteile, die von der Empfangeranordnung kommen, eingegeben werden; - wobei das neuronale Netzwerk auf eine Anzahl von Vergleichsfunktionen zurückgreift, um die Bestandteile der Abtastfunktion mit wenigstens einer der Vergleichsfunktionen zu beschreiben. 14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Einrichtung zur optischen Vorfilterung vorgesehen ist, die die Abtastfunktionen einer Vorfilterung nach Raumfrequenzen unterzieht. 15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Sender zur Erzeugung einer bevorzugt optischen Strahlung vorgesehen ist. 16. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung einen Shack-Hartmann-Sensor oder einen Vierwellen- lateral-Hearing Interferometriesensor umfasst. 17. Vorrichtung nach einem der voranstehenden Vorrichtungsansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens zweidimensionale Empfangeranordnung und die wenigstens zweidimensionale Anordnung von optischen Elementen, die einen Phasenfrontde- tektor bilden, und das neuronale Netzwerk eine Funktionseinheit bilden, die als iviessαa- ten nur die Koeffizienten der Basisentwicklung ausgeben. '8- Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass diese ferner so konfiguriert ist, dass sie zur Ausführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12 ausgebildet ist. |
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Darstellung einer Abtastfunktion mittels eines neuronalen Netzwerkes gemäß dem Anspruch 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Anspruch 11. Ein Datenträger mit einem entsprechenden Programm, das dem erfindungsgemäßen Verfahren entspricht, wird im Anspruch 17 beansprucht.
Wird ein Abtaststrahl ausgesandt und dessen Respons analysiert, kommt es auf diverse störende Einflüsse an, die eine Analyse und Auswertung der Respons erschweren oder sogar unmöglich machen können. Insbesondere bei der Verwendung der Lasertechnik spielt die Strahlqualität und die Fokussierbarkeit des Laserstrahls eine große Rolle. Auch eine hohe optische Auflösung der Respons eines Laserstrahls hat einen großen Einfluss auf das Ergebnis einer Abtastung.
Wird dementsprechend ein Laserstrahl ausgesandt und dessen Respons erfasst, trifft eine turbulente Wellenfront, die eine Abtastfunktion darstellen kann, auf eine bevorzugt wenigstens zweidimensionale Anordnung von optischen Elementen, etwa Linsen, Beugungsgitter oder dgl., die die einfallende Abtastfunktion in Phaseninformationen enthaltene Bestandteile zu ^ wandeln vermag. Die Bestandteile der Abtastfunktion, die beispielsweise durch ein Mikrolin- sen-Array zerlegt werden, treffen auf einen Messsensor mit einer zweidimensionalen Struktur von Messelementen. Als ein derartiger Sensor kann beispielsweise eine CCD- Sensormatrix angesehen werden.
Im Falle einer planen Wellenfront, d.h. einer Phasen- bzw. Wellenfront senkrecht zur Strahl- Ausbreitungsrichtung, würde das Mikrolinsen-Array die eintreffende Wellenfront derart zer- legen, dass Referenzpunkte auf der CCD-Matrix, die bevorzugt äquidistant sind, getroffen werden würden. Da aber die eintreffende Wellenfront als Respons eines kohärenten Laserstrahls eine turbulente Wellenfront mit beträchtlichen Phasenstörungen ist, werden die prinzipiell als Gitter anzusehenden Linsen des Mikrolinsen-Arrays Abbildungspunkte auf der CCD- Matrix erzeugen, die gegenüber den Referenzpunkten ausgelenkt sind.
Üblicherweise wird die Verschiebung der gemessenen Punkte gegenüber den Referenzpositionen, die ein Maß für die lokale Phasenfrontneigung ist, über eine Integration der realen Phasenfront bestimmt. Dabei ist nur noch ein absoluter Offset zu berücksichtigen. Ein weiteres Verfahren erzeugt ein über das gesamte Bild der CCD-Matrix verteiltes, der Phasenfunktion zugeordnetes Interferenzmuster, aus dem die lokale Phasenfrontneigung ebenfalls berechnet werden kann.
Die genannten Verfahren sind jedoch sehr zeitaufwändig, so dass eine Korrektur in Echtzeit oder in nahezu Echtzeit nur in den einfachsten Fällen ermöglicht werden kann. In realistischen Fällen, wie sie etwa bei Anwendungsfällen in der Augenheilkunde, der Mustererkennung bei der Navigation oder auf dem militärischen Gebiet nahezu regelmäßig vorkommen, ist eine derartige Korrektur nicht möglich. Dort müssen Bilder zwischengespeichert werden und die Auswertung der Bilder muss nachträglich erfolgen.
Es ist dementsprechend eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, wenigstens einigen der Nachteile des Standes der Technik wenigstens teilweise Abhilfe zu verschaffen. Insbesondere soll es ermöglicht werden, die besagten Phasenkorrekturen auch in komplexen Fällen nahezu in Echtzeit vorzunehmen.
Die gemäß der Erfindung erzielbaren Vorteile beruhen auf einem Verfahren und einer Vorrichtung gemäß dem jeweiligen unabhängigen Anspruch. Zweckmäßige Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Gegenstände werden in den Unteransprüchen definiert.
Zur Darstellung einer Abtastfunktion mittels eines neuronalen Netzwerkes wird zunächst die Abtastfunktion optisch in phaseninformationen enthaltende Teile zerlegt. Nachfolgend werden die phaseninformationen enthaltenden Bestandteile dem neuronalen Netzwerk zur Verar- beitung übermittelt. Das neuronale Netzwerk hat Zugriff auf eine Anzahl von Vergleichsfunktionen bzw. ist das neuronale Netzwerk auf diese Vergleichsfunktionen angelernt. Durch Vergleich der Phaseninformatjonen mit einer oder mehreren der Vergleichsfunktionen wird eine primäre Vergleichsfunktion selektiert, wobei als Kriterium für die Selektion eine vorgebbare Abweichung oder ein Abweichungsextremum dient. Die selektierte primäre Vergleichsfunktion wird als Repräsentationsfunktion und bevorzugt als dominante Repräsentationsfunktion bestimmt.
Eine Vorrichtung, die auch zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens einsetzbar ist, umfasst eine wenigstens zweidimensionale Empfängeranordnung mit einer Anzahl von darauf verteilten, vorzugsweise optischen Sensoren bzw. Detektoren. Eine wenigstens zweidimensionale Anordnung von optischen Elementen, etwa Linsen, Beugungsgitter oder dgl., die eine einfallende Abtastfunktion in Phaseninformationen enthaltene Bestandteile wandelt, ist vor der Empfangeranordnung, etwa einer CCD-Sensormatrix, vorgesehen. In das neuronale Netzwerk werden die Bestandteile, die phasenrelevante Informationen enthalten, die von der Empfängeranordnung kommen, eingegeben. Das neuronale Netzwerk vermag auf einen Speicher mit einer Anzahl von Vergleichsfunktionen zurückgreifen, bzw. ist auf diese Vergleichsfunktionen angelernt. So vermag das neuronale Netzwerk die Bestandteile der Abtastfunktionen mit wenigstens einer der Vergleichsfunktionen zu vergleichen, wenigstens eine der Vergleichsfunktionen als vorzugsweise dominante Vergleichsfunktion zu selektieren und die Abtastfunktion damit zu beschreiben.
Dabei ist es durchaus wesentlich, dass die primären Vergleichsfunktionen einer vollständigen Funktionenbasis entstammen bzw. wenigstens eine Untermenge der Funktionen einer derartigen Funktionenbasis bilden. Diese Funktionen bilden einen Satz von Interferrometriemustern, die in einer turbulenten Wellenfront, die auszumessen ist, als Phasenverteilungsfunktionen wieder zu finden sind. Das neuronale Netzwerk erhält als Eingangsinformation die Bestandteile bzw. Eingangsvektoren der Verschiebungsvektoren aller Punkte der Abtastfunktionen und vermag diese parallel zu verarbeiten. Das Netzwerk vermag nun die Funktionen aus der vollständigen Funktionenbasis, auf die das neuronale Netzwerk angelernt ist bzw. auf die es zugreifen kann und deren Amplitude in der Abtastfunktion zu erkennen. Somit ist es möglich, die turbulente Wellenfront, die gemessen worden ist und als Abtastfunktion zugänglich ist, mit den erkannten Basisfunktionen einer vollständigen Funktionenbasis mathematisch zu rekonstruieren. Als Beispiel für ein verwendbares neuronale Netzwerk kann ein Netzwerk vom Typ "CogniMem" zum Einsatz gelangen, welches von der Firma General Vision, USA 5 bezogen werden kann.
Nachfolgend wird unter Verweis auf die beigefügten Figuren eine bevorzugte Ausfuhrungsform gemäß der Erfindung näher erläutert. Dabei werden weitere erfindungsgemäße Merkmale und Vorzüge beschrieben, die einzeln oder in Kombination zu Gegenständen von Ansprüchen gemacht werden können. In den Figuren zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung einer Messanordnung, die gemäß der Erfindung einsetzbar ist; Fig. 2 einige Funktionen, hier Zernike-Polynome, und diesen zugeordnete
Abberationen; Fig. 3 ein Beispiel eines erfassten Punktmusters einer Abtastfunktion relativ zu
Referenzpunkten einer idealen Respons; Fig. 4 eine Normalisierung von Verschiebungen von gemessenen Punkten gegenüber
Referenzpunkten auf 8-Bit- Werte; Fig. 5 eine Auswahl von Vergleichsfunktionen zum Vergleich einer Abtastfunktion mit den Vergleichsfunktionen aus einer neuronalen Musterdatenbank bzw. für ein neuronales Netzwerk; und Fig. 6 ein Beispiel für ein prinzipielles Ablaufschema zur Darstellung einer
Abtastfunktion mittels in der Abtastfunktion erkannten Vergleichsfunktionen.
Der Figur 1 ist eine prinzipielle Anordnung eines Detektors zu entnehmen. Dargestellt ist ein Shack-Hartmann-Sensor (SHS), auf dem eine turbulente Wellenfront 100 auftrifft Die Wellenfront trifft auf ein zweidimensionales Mikrolinsen-Array, das die turbulente Wellenfront in verschiedene Maxima zerlegt, die von den jeweiligen Linsen erzeugt werden. Eine nicht turbolente Wellenfront würde ein Muster auf einem zweidimensionalen Detektor, et wa einer CCD-Sensormatrix, entstehen lassen, die eine ideale Ausbildung hat, wobei äquidistante Abbildungen durch die verschiedenen Mikrolinsen auf der CCD-Sensormatrix Entstehen würden. Dementsprechend entstehen auf der CCD- Sensormatrix 12 im Idealfall Abbildungspunkte 14, insoweit die einfallende Wellenfront plan ist und senkrecht auf das Linsenarray einfällt. Insofern es sich um eine turbulente Wellenfront 100 handelt, werden die inkohärenten Bestandteile der Wellenfront zu einer Versetzung der Abbildungspunkte der Mikrolinsen des Mikrolinsen-Arrays 10 führen und damit zu Abbildungspunkten 16 auf der CCD- Sensormatrix 12. Der Versatz zwischen den Abbildungspunkten 16 und den Referenzpunkten 14 entspricht der lokalen Phasenfrontneigung. Neben dem Shack-Hartmann- Verfahren kommt zu Zwecken der Erfindung beispielsweise auch die Vierwellen-Lateral-Shearing- Interferometrie in Betracht.
Die gemessene Phasenverteilung ist nachfolgend zu analysieren, um diese mathematisch in Vergleichsfunktionen einer vollständigen Funktionenbasis zu zerlegen.
In der Figur 2 sind beispielhaft einige Zernike-Polynome dargestellt, mit denen eine eindeutige Zerlegung einer gemessenen Phasenverteilung einer Wellenfront vorgenommen werden kann.
Gemäß der Erfindung wird einem neuronalen Netzwerk ein Satz von Vergleichsfunktionen zugänglich gemacht bzw. wird das neuronale Netzwerk auf einen Satz von Vergleichsfunktionen angelernt. Diese bilden eine Untermenge von Funktionen einer vollständigen Funktionenbasis und im Falle von Figur 2, der Zernike-Polynome. Dem neuronalen Netzwerk werden als Eingangssektoren Verschiebungsvektoren aller Punkte eingespeist. Aufgrund der Struktur neuronaler Netzwerke können diese Informationen parallel verarbeitet werden. Ein Vorteil der erfmdungsgemäßen Vorgehensweise liegt darin, dass die Verwendung einer größeren Anzahl von Referenzpunkten bzw. gemessenen Punkten aufgrund des speziellen Netzwerkes nicht zu einer Ausdehnung der Verarbeitungszeit führt. Andererseits hat die Vergrößerung der Anzahl von Referenz- bzw. Messpunkten eine bessere Auflösung zur Folge.
Um die Erkennung von Vergleichsfunktionen innerhalb der Abtastfunktion durchfuhren zu können, ist es erforderlich, zunächst ein erfasstes Muster mit Messpunkten beispielsweise witteis Schwelpunktberechnung in Matrizen zu wandeln. Dabei werden zunächst zu der einer Linse des Mikrolinsen-Arrays zugeordneten Kamerazelle zwei Matrizen Xc und Y c berechnet, die die X- und Y-Positionen der Punkte enthalten. In dem nachfolgend dargestellten Beispiel werden die Positionen auch in Gleichung (1) in Metern aufgeführt.
Zwei Referenz-Matrizen X R und Y R gemäß Gleichung (2) beschreiben die Mittelpunkte der jeder Linse auf der CCD-Sensormatrix zugeordneten Positionen.
Die in Figur 3 gezeigten Punktmuster, einerseits die Referenzpunkte und andererseits die Punkte des Abtastmusters stellen ein Beispiel dar, wie es etwa auch aus Figur 1 hervorgeht. Dabei ergeben sich für die als Punkte dargestellten Musterbestandteile, die Messwerte darstellen, die Koordinaten (Xa, Ya)- Die als Kreuze sichtbar gemachten Punkte beziehen sich auf die Referenzwerte, auf die die Messwerte idealerweise direkt projiziert werden sollten, insofern die auftreffende Wellenfront nicht turbulent wäre. Diese Referenzwerte werden als (X R J, YRO im Folgenden bezeichnet, wobei i = 1 ... n läuft und n der Anzahl der Linsen des Arrays- entspricht.
Das folgende Beispiel veranschaulicht den neuronalen Algorithmus anhand der aktuellen ozw. einsetzbaren CogniMem-Technologie, welche in der Lage ist, maximal 256 Bytes (8 °it-Worte) lange Eingangsvektoren zu klassifizieren. Das Verfahren nach der Erfindung ist öttht auf diese Technologie beschränkt, Basierend auf den zuvor bestimmten Messungs- und Referenzmatrizen und unter Kenntnis der Linsen-Breite/Länge dL (in Metern) errechnet sich der dem Punktmuster entsprechende Eingangsvektor des neuronalen Netzwerks wie folgt (Gleichung (3), (3.1) und (3.2)):
Somit werden alle Referenzpunkte (X Ri , YR m ) auf den Punkt (127,127) abgebildet.
Die Messpunkte (Xa, Ya) werden innerhalb der Linsen-Zelle auf den Bereich zwischen 0 und 255 abgebildet (siehe auch Figur 3).
Die Länge des Eingangs vektors L v errechnet sich aus der Anzahl der Linsen n Lx und n Ly (in X- bzw. Y-Richtung), die zur Abbildung der Phasenfront genutzt werden (Gleichung (4)).
£„ =2.tt v . W ^ (4)
Die Maximallänge von 256 Bytes darf in diesem Beispiel, wie in Figur 4 erkennbar, nicht überschritten werden. Daher werden wie in Figur 4 gezeigt, hier nur 11 x 11 Linsen zur Rekonstruktion der Phasenfront genutzt. Demzufolge weist der entsprechende Eingangsvektor aJso eine Länge von 242 Bytes auf. pie so konstruierten Vektoren können nun dem neuronalen Netzwerk sowohl als Muster zum Anlernen als auch zur Erkennung übergeben werden. In den nachfolgenden Gleichungen wird die Transformation von Phasenverteilungen in die zugehörigen Eingangsvektoren wie folgt beschrieben:
V = ψ(φ) (5)
In Gleichung (5) steht V für den resultierenden Eingangsvektor, der aus der ursprünglichen Phasenverteilung φ durch Anwendung des Shack-Hartmann- Verfahrens, sowie Durchfuhrung der in den Gleichungen (3), (3.1) und (32) beschriebenen Transformationen entsteht.
Die beschriebene Transformation ist dabei reversibel, d.h. unter Kenntnis der zur Transformation verwendeten physikalischen Daten (Längen, etc.) lässt sich aus einem bekannten Eingangsvektor ^jederzeit die zugehörige Phasenverteilung φ wiederherstellen. Diese Rücktransformation Ψ 1 wird in Gleichung (6) beschrieben:
φ = ^{V) (6)
Um das neuronale Netzwerk zur Klassifizierung von Phasenfronten einsetzen zu können, ist es nötig, zum Zeitpunkt der Konzeption des Systems eine Datenbank mit bekannten Grundphasenverteilungen zu erzeugen, die speziellen optischen Störungen entsprechen, und das neuronale Netzwerk auf diese anzulernen.
Hierfür bieten sich z.ß. die bereits erwähnten Zernlke-Polynome an, welchen eine direkte physikalische Bedeutung zugeordnet werden kann. Je nach Messaufgabe wird eine Auswahl von gewünschten Polynomen erstellt und ein Bereich sowie eine Schrittweite für die Diskreti- sierung der Amplitude der so beschriebenen Phasenstörung festgelegt. Die zugehörigen Phasenverteilungen können dann rechnerisch ermittelt und als Eingangsvektor umgewandelt dem ne uronalen Netzwerk angelernt werden. In Figur 5 ist grafisch ein Beispiel eines Ausschnitts a us einer so erstellten neuronalen Datenbank dar, hier bestehend aus den 15 ersten Zernike- ^°lynomen (bis einschließlich der Ordnung 4) mit einer Amplitudendiskretisierung von 0,lλ . Die Genauigkeit der vom neuronalen Netzwerk gelieferten Erkennungsergebnisse hängt ab vom festgelegten Bereich und der Diskretisierung der Amplitude, sowie von der Anzahl von gelernten Grund-Polynomen. Dies bedeutet natürlich, dass die Musterdatenbank dementsprechend groß wird.
Klassische, sequenzielle Algorithmen benötigen mit jedem Datensatz mehr Rechenzeit, um ein präsentiertes Muster zuzuordnen, was Echtzeit-Anwendungen nur eingeschränkt erlaubt und oft nur mittels leistungsfähiger und aufwändiger Prozessoren möglich macht.
Die im hier beschriebenen Beispiel genutzte CogniMem-Technologie erlaubt die Klassifizierung von Eingangsmustern in konstanter Rechenzeit (ca. 10 μs pro Muster), unabhängig von der Datenbankgröße (Anzahl der belegten Neuronen) und zu einem günstigen Preis (ca. 60 Euro pro Chip).
Wird dem neuronalen Netzwerk ein nach obiger Methode codiertes Zernike-Polynom vorgestellt, antwortet es nach einer Erkennungszeit automatisch mit der Kategorie (Datensatznummer) des zuvor angelernten Polynoms, das am besten dazu passt. Dies funktioniert auch, wenn dem Netzwerk abgewandelte, d.h. z.B. bekannte Polynome mit einer nicht in der Datenbank vorkommenden Amplitude, präsentiert werden. Die Erfindung nutzt diese Fähigkeit aus, unbekannte Eingangspolynome auf ein bekanntes Muster verallgemeinern zu können. Dies ist wesentlich, um eine gemessene Phasenverteilung in ihre entsprechende Linearkombination von Zernike-Polynomen zu zerlegen. Dies geschieht basierend auf einer zuvor angelernten Datenbank so gut wie möglich, d.h. mit dem geringsten Fehler.
Hierzu kommt ein sehr einfacher, iterativer Algorithmus zum Einsatz, der vergleichsweise nur sehr wenig Rechenzeit benötigt.
Bevorzugt wird für die voranstehend erläuterte Verfahrensvariante ein danach (siehe Gleichung (3,) (3.1), (3.2)) erstellter Eingangsvektor ermittelt, der eine Phasenverteilung beschreibt, die sich aus einer beliebigen Anzahl von Linearkombinationen der zuvor dem Netzwerk angelernten Zernike-Polynome zusammensetzt. Die folgende Gleichung beschreibt dies anhand eines Beispiels:
In Gleichung (5) ist Fp 1 der resultierende Eingangsvektor für die beispielhafte Phasenverteilung φi, die die Elemente VPl*ι bis VPlγ n umfassen kann.
Dieser Vektor wird nun einem neuronalen Netzwerk, z.B einem CogniMem-Chip, zur Erkennung präsentiert, der zuvor entsprechend Figur 4 angelernt wurde. Nach dem Ablaufeines Zeit-raumes, derJur- die.Erkennung-benötigt wurde,_ liefert das neuronale Netzwerk. das Muster zurück, das am besten zum präsentierten Vektor passt (Gleichung (8)):
Ψm -Ψ{VR\ XΛ VRh ... VR\ Xβ VRl rιl )= l > Z* (8)
Im Beispielpolynom φpi stellt also φiu den dominantesten Beitrag dar. Da φpi eine Linearkombination aus den dem neuronalen Netzwerk bekannten Polynomen ist, wird die Differenz von φpi und ψm ebenfalls wieder eine Linearkombination bekannter Polynome sein. Diese Differenz wird in einen Eingangsvektor umgewandelt. Dieser wird in einem zweiten Erkennungsschritt erneut ausgewertet, und kann also beispielsweise hierzu dem CogniMem-Chip zur Auswertung übergeben (Gleichung (9)) werden.
» (KP2 XI VPIy 1 vn Xn VP2 r ) (9)
Wie bereits beim vorherigen Erkennungsschritt (Gleichung (8)), wird das neuronale Netzwerk wiederum das dominanteste, bekannte Zernike-Polynom als in dem Vektor Fp 2 enthaltenen Beitrag wieder finden (Gleichung (10)): .,. ... VR2 Xn m ς )«l,6.zi ( 1 0)
Nun wird analog zu Gleichung (9) wiederum die Differenz zwischen dem präsentierten PoIy- n om φ P2 und ψju gebildet und erneut dem neuronalen Netzwerk präsentiert (Gleichung (H)):
Der neue Eingangsvektor Fp 3 wird erneut dem Netzwerk zur Erkennung übergeben und das Ergebnis (Gleichung (12)) ist eindeutig:
Die beschriebenen Schritte der erfindungsgemäßen Verfahrensvariante a) Erkennung des dominanten Musters, b) Differenzbildung, und c) Präsentation des neuen Musters, werden so lange wiederholt, bis für das präsentierte Differenzmuster „0" erreicht wird (Gleichungen (13.1), (13.2)) oder ein anderes definierbares Abbruchkriterium (z.B. maximale Anzahl an Summanden der Linearkombination) erreicht wird.
In unserem Beispiel ist die Erkennung nach dem dritten Schritt abgeschlossen. Der vierte, dem Netzwerk präsentierte Vektor Vp 4 wird als „0" erkannt werden (Gleichung (14)):
Ä (KJM Λ . VPAy 1 VP4 Xn VPAy 0 )
Die Summe der erkannten Einzel-Polynome ψ R |...φan liefert dann die ursprüngliche Linearkombination φpi (Gleichung (15)):
'<N "&Ä a ^ (15> Das neuronale Netzwerk ist also aufgrund seiner Fähigkeit zur Verallgemeinerung dazu in der Lage, eine gegebene Funktion in Linearkombinationen von bekannten linear unabhängigen Funktionen, z.B. Zernike-Polynomen, die sich in einem gültigen Eingangsvektor darstellen lassen, in wenigen Schritten zu zerlegen. Figur 6 illustriert die im Beispiel durchgeführten Operationen noch einmal grafisch.
Sollte einer der beschriebenen Erkennungsschritte tatsächlich einmal nicht sofort den dominantesten Polynom-Anteil (oder nicht in der richtigen Amplitude) zurückliefern, stellt dies keinen Mangel dar. Da der Algorithmus stets versucht, die Differenz der Phasenverteilung bestmöglich an „0" anzunähern, wird eine eventuelle Abweichung automatisch in einem der nachfolgenden Erkennungsschritte korrigiert.
hu Beispiel wurde dem Netzwerk eine Kombination präsentiert, die aus bekannten Komponenten besteht. Auf die Frage, was passiert, wenn eine oder mehrere Komponenten der Linearkombination dem Netzwerk nicht bekannt sind, wird dieses ebenfalls dank seiner Fähigkeit zur Verallgemeinerung antworten: Es wird dann die nächst beste bekannte Funktion auswählen. Zwar wird die Fehlerrechnung aus Gleichung (15) dann einen entsprechenden Fehler aufweisen. Dieser wird aber vom neuronalen Netzwerk automatisch so weit wie möglich minimiert.
Dieses Verhalten des neuronalen Netzwerks kann sogar für seine Anwendung ausgenutzt werden. So stellen z.B. bestimmte Zernike-Polynome spezielle optische Eigenschaften dar, z.B. TiIt 5 Focus oder sphärische Aberrationen. Zur Reduktion der Datenbankgröße und damit auch der Anzahl der nötigen Erkennungsschritte, kann man dem SHS einen Raumfilter, z.B. eine Fourieroptische Teleskopanordnung, vorschalten. Dann werden nur noch die nied- ~ rigen Polynomordnungen durchgelassen und vom SHS -in Daten umgewandelt. Wird das neuronale Netzwerk also „nur" auf eine Datenbank aus diesen bestimmten Zernike- Polynomen mit einer physikalischen Relevanz spezieller Aberrationen angelernt, so wird das System versuchen, die präsentierten Messungen damit bestmöglich darzustellen. Das so gewonnene Ergebnis lässt sich dann als fehlerminimierte Messung der zuvor durch das Anlernen definierten optischen Eigenschaften interpretieren. Die Erkennungszeit für eine komplette Linearkombination ist abhängig von der Anzahl von beteiligten Komponenten die dem neuronalen Netzwerk bekannt sind. Für das obige Beispiel beträgt die reine Erkennungszeit bei Verwendung eines CogniMem-Chips ca. 40μs, da vier Erkennungsschritte nötig waren. Zu dieser Dauer addiert sich natürlich noch die Rechenzeit für die Bildung der Differenzen. Aufgrund der Linearität der Differentiation kann diese Differenzbildung direkt mit den Eingangsvektoren durchgeführt werden, ohne die realen Phasenfunktionen rücktransformieren zu müssen. Dies lässt sich mit Ganzzahlarithmetik einfach lösen und kann gut auf Hardware (z.B. FPGA) implementiert werden.
Die vorgestellte Erfindung eignet sich insbesondere aufgrund der hohen Verarbeitungsgeschwindigkeit sehr gut zur Echtzeitmessung von Eigenschaften optischer Systeme im kHz Bereich und darüber hinaus.
Das vorgestellte Verfahren kann auch leicht auf die Dekomposition anderer Linearkombinationen eines Satzes bekannter linear unabhängiger Grundfunktionen übertragen werden. Das Verfahren ist damit generell auf jegliches Mess- oder Erkennungsproblem anwendbar, in dem eine Funktion einer oder mehrerer Variabler mathematisch in linear unabhängige Basisfunktionen zerlegt werden soll. Das Verfahren ist ebenfalls von der Technologie des neuronalen Netzwerks unabhängig, da es nur. die Eigenschaften eines neuronalen Netzes nutzt, zu Erkennen, zu Klassifizieren und zu Verallgemeinern. Es hängt nicht davon ab, wie diese Eigenschaften in Hard- oder Software tatsächlich realisiert wurden.
Next Patent: TOUCH MODULAR SWITCH
