| 1. | Verfahren zur Verbesserung der Qualität von Garnen, die auf Ringspinnmaschinen erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorgarn (1 ) in einem nachfolgend .als Rotationsbereich (2) bezeichneten Bereich vor dem Verzugsfeld (6) um seine Längsachse in Rotation versetzt wird und zwar derart, dass das Vorgarn (1 ) im Aufdrehbereich (5) aufgedreht wird und somit drehungsfrei oder mit nur geringer Drehung in das Verzugsfeld (6 ) eingeführt wird. |
| 2. | Verfahren nach Anspruch!, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotation des Vorgarns (1 ) durch Rotation der Vorgarnspulen (17) erzeugt wird. |
| 3. | Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung im Vorgarn (1 ) bis möglichst nahe vor dem Verzugsfeld (6) erhalten bleibt. |
| 4. | Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorgarn (1 ) bis möglichst nahe vor dem Verzugsfeld (6) mit mindestens näherungsweise der gleichen Drehzahl wie die Drehzahl der Rotation des Vorgarns (1 ) im Rotationsbereich (2) gedreht wird. |
| 5. | Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel eingesetzt werden, um das mit Drehung versehene Vorgarn (1 ) derart zu rotieren, dass es mindestens näherungsweise drehungsfrei dem Verzugsfeld (6) im Streckwerk der Ringspinnmaschine zugeführt wird. |
| 6. | Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgarnspule (17) auf der Ringspinnmaschine derart gedreht wird, dass die im Vorgarn (1 ) vorhandene Drehung mindestens teilweise aufgedreht wird, sodass das Vorgarn (1 ) mindestens näherungsweise drehungsfrei dem Verzugsfeld (6) im Streckwerk der Ringspinnmaschine zugeführt wird. |
| 7. | Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse (1 9) der Rotation der Vorgarnspule (17) mindestens näherungsweise senkrecht zur Vorgarnspulenachse (1 6) steht und das Vorgarn (1 ) mindestens näherungsweise zentrisch zur Rotationsachse (19) abgezogen wird. |
| 8. | Vorrichtung nach Anspruch 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse der Rotation der Vorgarnspule (1 ) mindestens näherungsweise identisch ist mit der Vorgarnspulenachse ( 1 6) und das Vorgarn (1 ) durch die Hohlachse (22) der Vorgarnspule (17) abgezogen wird. |
| 9. | Vorrichtung nach Anspruchs und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationsachse der Vorgarnspulendrehung mindestens näherungsweise identisch ist mit der Vorgarnspulenachse (16) und das Vorgarn (1 ) nach aussen über mindestens eine Umlenkung (23) abgezogen wird. |
| 10. | Vorrichtung nach Anspruch 5, 6, und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Umlenkung (23) angetrieben wird und die Vorgarnspule (17) leicht drehbar gelagert ist,. |
| 11. | Vorrichtung nach Anspruch 5, 6 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgarnspule angetrieben wird und die Umlenkung (23) leicht drehbar gelagert ist. |
| 12. | Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung im Vorgarn (1 ) bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder (10,1 1 ) des Verzugsfeldes (6) erhalten wird. |
| 13. | Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung im Vorgam(l ) mit Hilfe eines rotierenden Trichters (29) bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder (10, 1 1 ) des Verzugfeldes (6) erhalten bleibt. |
| 14. | Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mit Hilfe von zwei Walzen (30,31 ), die sich leicht drehen lassen und deren Achsen (32,33) in einem bestimmten Winkel zueinander stehen und die leicht aneinander gedrückt werden, und zwischen denen das Vorgarn (1 ) durchgeführt wird, sodass das Vorgarn (1 ) gedreht wird, und somit die Drehung im Vorgarn (1) bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder (10,11) des Verzugfeldes (6) erhalten bleibt. |
| 15. | Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass mittels gewölbten oder flachen Gebilden mit Rillen (37,38), die leicht aneinander gedrückt werden, und zwischen denen das Vorgarn (1 ) durchgeführt wird, und deren Rillen (37,38) in einem bestimmten Winkel zueinander stehen, sodass das Vorgarn (1) gedreht wird, und somit die Drehung im Vorgarn (1 ) bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder (10,1 1 ) des Verzugfeldes (6) erhalten bleibt. |
| 16. | Vorrichtung nach Anspruch 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung im Vorgarn (1 ) mit Hilfe von zwei Walzen (39,40) mit schraubenförmigen Rillen (43,44) zwischen denen das Vorgarn (1 ) durchgeführt wird und die leicht aneinander gedrückt werden und deren Achsen (41 ,42) mindestens näherungsweise parallel zueinander laufen und die mit einer bestimmten Geschwindigkeit angetrieben werden, wodurch das Vorgarn (1 ) gedreht wird unddadurch die Drehung im Vorgarn (1) bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder (10,1 1) des Verzugfeldes (6) erhalten bleibt. |
| 17. | 17. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 16 auf Ringspinnmaschinen mit so genannten Compact Vorrichtungen. |
Beim konventionellen Ringspinnprozess bei Stapelfasern folgen nach den bekannten Vorbereitungsprozessen schliesslich die Strecken passagen, wobei Streckenbänder mit etwa 15'0OO Fasern im Querschnitt gebildet werden. Das Garn weist aber nur etwa 50 - 300 Fasern im Querschnitt auf und muss daher entsprechend verzogen werden. Derart hohe Verzüge um einen Faktor von ca. 100 sind aber technisch in einer einzigen Stufe nicht realisierbar, sodass der Verzug in zwei Stufen geschehen muss. Es ist also eine Zwischenstufe einzuschalten. In dieser Zwischenstufe wird ein Vorgarn mit etwa. 2000-4O00 Fasern im Querschnitt erzeugt. Die Zugfestigkeit eines solchen Vorgarns ohne Drehung wäre aber sowohl für die Aufwicklung auf einen Spulenkörper, als auch zum Abzug auf der Ringspinnmaschine ungenügend. Es würde folglich ständig reissen. Aus diesem Grund wird dem Vorgarn auf dem sog. Flyer eine Drehung erteilt (etwa 40 Umdrehungen pro Meter), wodurch eine höhere Zugfestigkeit erzielt wird. Dieses mit Drehung versehene Vorgarn wird auf einen Spulenkörper aufgewickelt, der dann auf die Ringspinnmaschine gebracht wird. Dort wird es in mindestens einem Verzugsfeld auf die gewünschte Garnstärke verzogen und unmittelbar mit Drehung versehen, d.h. zu Garn gesponnen. Dieser Vorgang ist bekannt und entspricht dem heutigen Stand der Technik.
Die heute auf Ringspinnmaschinen gebräuchlichen Doppelriemchen-Streckwerke weisen aber eine immanente Schwachstelle auf. Sie können infolge der Drehungen im Vorgarn den Verzugsprozess im Verzugsfeld nicht befriedigend bewältigen. Die Drehung bewirkt daher im Verzugsprozess auf der Ringspinnmaschine eine erhebliche Qualitätsminderung des Garnes.
So wurde daher versucht, auf das mit Drehung versehene Vorgarn zu verzichten und auf der Ringspinnmaschine zwei aufeinander folgende Streckwerke zu verwenden; ein erstes Streckwerk um vorerst das Streckenband auf den gewünschten Querschnitt des Vorgames zu verziehen. Diesem folgte ein zweites Streckwerk im Aufbau entsprechend einer konventionellen Ringspinnmaschine um damit den Faserverband auf den Querschnitt für das zu produzierende Garn zu reduzieren. Damit konnte auf eine Vorgarnspule verzichtet werden. Der Faserverband wies im Verzugsfeld der Ringspinnmaschine somit, wie beabsichtigt, praktisch keine Drehung auf. Bei diesen Versuchen zeigte es sich, dass solche ab Streckenband gesponnene Ringspinngarne hervorragende Qualitätsmerkmale aufweisen. Dieses Verfahren hat sich aber aus praktischen Gründen nicht durchgesetzt. Die Streckenbänder müssen nämlich in Kannen abgelegt werden, die einen beträchtlichen Durchmesser aufweisen. Vor allem schafft die Anordnung der Vielzahl dieser grossen Kannen und die Zuführung der Streckenbänder von den Kannen zu jeder der Spinnstellen nicht beherrschbare Probleme. Nach wie vor gelangen daher im konventionellen Ringspinnprozess ausschliesslich Vorgarnspulen mit gedrehtem Vorgarn zum Einsatz.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung für Ringspinnmaschinen, die sich durch eine erhebliche Verbesserung der Qualität der auf diese Weise hergestellten Ringspinngame auszeichnen. Dies wird erreicht, indem das dem Streckwerk der Ringspinnmaschine zugeführte Vorgarn von den Drehungen fortwährend befreit wird, bevor diese in das Verzugsfeld des Streckwerks gelangen. Der Verzugsprozess im Streckwerk geschieht demnach mit einem Faserverband, der mindestens näherungsweise keine Drehung aufweist und verläuft daher unter idealen Bedingungen. Die Verbesserung der Qualität betrifft mehrere Garn- Charakteristiken. So wird die Ungleichmässigkeit des Garns, angegeben als Variationskoeffizient CV %, erheblich reduziert. Auch die Häufigkeit der Dünnstellen wird reduziert und damit die Häufigkeit der Fadenbrüche in der Spinnerei und in den folgenden Fabrikations-Prozessen. Ebenso erfahren die Festigkeitswerte eine Steigerung und die Streuung der Festigkeit wird reduziert.
Wesentlich dabei ist der Umstand, dass die Vorgarnspulen auf bisherige Weise hergestellt werden können und zwar mit einem Vorgarn mit Drehung. Damit ist eine ausreichende Festigkeit für die Herstellung und den Abzug ab der Vorgarnspule vorhanden.
Die erforderlichen Vorrichtungen sind unkompliziert und behindern die Arbeitsweise des Bedienungspersonals nicht. Der Aufwand für die zusätzlichen Elemente der Vorrichtung wird durch den Gewinn an Qualität des erzeugten Garns mehr als aufgewogen.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und der Zeichnungen näher erläutert. Das vorliegende Verfahren und die entsprechende Vorrichtung, deren Merkmale in den Ansprüchen 1 bis 17 definiert sind, dienen der Qualitätsverbesserung bei der Herstellung gesponnener Garne.
Anhand der Beschreibung und der Figuren wird die Erfindung näher erläutert. Dabei zeigt:
Figur 1 schematisch den Erfindungsgedanken des Verfahrens und der Vorrichtung Figur 2 schematisch die Darstellung der Vorrichtung mit Ausschnitt des Streckwerks mit Unter- und Oberriemchen einer Ringspinnmaschine Figur 3 die Rotation einer Vorgarnspule senkrecht zu deren Achse Figur 4 die Rotation einer Vorgarnspule senkrecht zu deren Achse mit zentralem Abzug des Vorgarns Figur 5 die Rotation einer Vorgarnspule mit Abzug des Vorgarns durch deren Hohlachse Figur 6 die Rotation einer Vorgarnspule mit fast senkrechtem Abzug des Vorgarns Figur 7 die Rotation einer Vorgarnspule mit verbesserten Abzugsbedingungen des Vorgarns Figur 8 Rotierender Trichter zur Rotation des Vorgarns bis möglichst nahe vor das Streckwerk Figur 9 Seitenansicht eines Walzenpaares mit einem bestimmten Winkel der beiden Achsen zueinander Figur 10 Crundriss des Walzenpaares Figur 1 1 vergrösserter Ausschnitt aus Figur 10 Figur 12 feststehende Sektoren eines Walzenpaares Figur 13 Grundriss eines Walzenpaares mit parallelen Achsen
Der Erfindungsgedanke wird nachfolgend in idealisierter Weise und rein schematisch anhand der Figuren erläutert.
Wie in Figur 1 dargestellt, rotiert das konventionell gedrehte Vorgarn 1 im Rotationsbereich 2, in welchem das Vorgarn entsprechend der Pfeilrichtung 3 um seine Achse in Rotation versetzt wird und bewegt sich entsprechend der vorgegebenen Liefergeschwindigkeit in Pfeilrichtung 4 über den Aufdrehbereich 5 ins Verzugsfeld 6. Da das rotierende Vorgarn 1 als Faserverband im konventionellen Verzugsfeld nicht mehr rotieren kann, wird im Vorgarn 1 im Aufdrehbereich 5 die vorhandene Drehung fortwährend und selbsttätig aufgelöst Im Idealfall befinden sich alle Fasern im Verzugsfeld 6 uπgedreht in gestreckter Lage. Sie können somit weit besser verzogen werden, wobei durch die idealen Verzugsbedingungen markante Qualitätsverbesserungen im Garn erreicht werden.
Die Figur 2 zeigt den Erfindungsgedanken schematisch und mit Schnittzeichnung durch das Doppelriemchen-Streckwerk einer Ringspinnmaschine. Mit dem Bezugszeichen 17 ist die Vorgarnspule bezeichnet und mit dem Bezugszeichen 9 eine an der Vorgarnspule 17 angeordnete Rotationsvorrichtung an deren Ausgang sich das in Rotation versetzte Vorgarn 1 befindet. Das Vorgarn 1 kann direkt ins Hauptverzugs-Streckwerk eingeführt werden. In der Schnittzeichnung sind auch die bekannten Einzugszylinder 10,1 1 mit Ober- und Unterriemchen 12,13 des konventionellen Hauptverzug - Streckwerks dargestellt.
Beim konventionellen Spinnverfahren wird bekanntlich das Vorgarn 1 zu dessen Positionierung im Vorverzugsfeld durch einen Trichter gezogen. Letzterer wird in der heutigen Praxis, von der bekannten Changierstange hin und her geschoben. Zur Positionierung übt ein Führungsstück 15 (ebenfalls im Schnitt gezeichnet) beim erfindungsgemässen Verfahren die gleiche Funktion vor dem Einlauf ins Hauptverzugsfeld aus. Es weist indessen nur eine Nute auf, durch welche das Vorgarn 1 durchgezogen wird. Das Führungsstück 15 wird am besten möglichst nahe an den Einzugszylindern 10, 1 1 angeordnet. Die Grundlinie in der Nute im Führungsorgan 15 ist vorzugsweise gebogen, damit der Umlenkung vom ungefähr senkrechten Abzug des Vorgarns 1 aus der Rotationsvorrichtung 9 zu dem ungefähr 45° geneigten Streckwerk Rechnung getragen wird.
Die Rotationsgeschwindigkeit des Vorgarns 1 muss beim Austritt aus der Rotationsvorrichtung 9 so gewählt werden, dass die Drehung des Vorgarns 1 im Verzugsfeld 6 ganz oder teilweise aufgelöst wird.
Die Rotationsgeschwindigkeit des Vorgarns 1 für die vollständige Aufdrehung lässt sich nach folgender Formel berechnen: U = VD Wobei U = Umdrehungen pro Minute V = Abzugsgeschwindigkeit in Meter pro Minute D = „Drehung" im Vorgarn in Drehungen pro Meter
Die Rotationsgeschwindigkeit liegt, je nach Liefergeschwindigkeit und Drehung des Vorgarns in der Grössenordnung von einer Umdrehung pro Sekunde.
Natürlich muss auch die Rotationsrichtung 3 berücksichtigt werden, je nachdem ob das Vorgarn 1 S- oder Z-Drehung aufweist. Für die übliche Z-Drehung muss die Rotationsrichtung 3 im Uhrzeigersinn sein.
An verschiedenen Beispielen wird nachfolgend die Realisierung der Rotation des Vorgarns 1 im Detail beschrieben.
Die Figur 3 zeigt, als Beispiel, wie das Vorgarn 1 in Rotation gebracht werden kann. Bekanntlich hängen über den Spinnstellen einer Ringspinnmaschine die Vorgarnspulen in senkrechter Stellung und das Vorgarn 1 wird von den einzelnen Spinnstellen nach unten abgezogen. In Figur 3 liegt die Achse 16 der Vorgarnspule 17 horizontal, wobei sie an einem Bügel 18 hängt, der von der vertikalen Achse 19 in Rotation versetzt wird. Dadurch rotiert die Vorgarnspule 17 und somit erfährt auch das Vorgarn 1 eine Rotation.
Das Führungsorgan 15 sollte möglichst zentral unter der Vorgarnspule 17 angeordnet sein, da andernfalls mit der Drehbewegung ein ruckartiges Abziehen erfolgen würde. Auf die zentrale Position des Führungsorgans 15 kann aber verzichtet werden, wenn gemäss Figur 4 ein weiterer Bügel 20 mit einer geeigneten Führung 21 verwendet wird, durch welche das Vorgarn 1 von der Vorgarnspule 17 abgezogen wird.
Als weiteres Beispiel zeigt die Figur 5 die Rotation der Vorgarnspule 17 um die eigene Achse und den Abzug des Vorgarns 1 durch deren Hohlachse 22. Die Vorgarnspule 17 wird dabei von unten angetrieben. Diese Variante ist einfach.
Im Beispiel in Figur 6 erfolgt die Rotation der Vorgarnspule 17 ebenfalls um die eigene Achse 16, aber bei dieser Variante mit dem Abzug des Vorgarns 1 näherungsweise vertikal nach unten. Die Achse 16 der Vorgarnspule 17 wird dabei von oben angetrieben. Das Führungsorgan 15 oder zumindest eine Umlenkung sollte hierbei zentrisch angeordnet sein. Dies wäre die einfachste Variante für die Rotation der Vorgarnspule 17. Allerdings besteht dabei die Gefahr, dass das Vorgarn 1 an der Vorgarnspule 17 reibt und ausserdem ganze Lagen des aufgewickelten Vorgarns 1 abrutschen könnten.
Um diese Nachteile zu eliminieren wird das Vorgarn 1 nach aussen von der Vorgarnspule (17), die sich in Rotation befindet, abgezogen. Das Vorgarn 1 könnte nun über eine aussenliegende Umlenkung, die sich ebenfalls in Rotation befinden muss, nach unten in Richtung Streckwerk abgelenkt werden. Dadurch wären in Bezug auf das Abziehen des Vorgarns 1 von der Vorgarnspule 17 gleiche Bedingungen wie auf der konventionellen Ringspinnmaschine. Der Platzbedarf wäre aber enorm. Damit dieser Platzbedarf aber nicht zu gross wird, rotiert gemäss Figur 7 eine Umlenkung 23, beispielsweise als Umlenkstab ausgebildet, um die Achse der Vorgarnspule 17. Die Umlenkung 23 wird in diesem Beispiel mechanisch positioniert mit einer Platte 24, welche von der Achse 25 angetrieben wird. Mit mindestens einem, besser mehreren zusätzlichen Stäben 26,27 kann das Vorgarn 1 mit minimalem Abstand am grössten Durchmesser der Vorgarnspule 17 vorbei gezogen und, wie in Figur 7 gezeigt, schraubenförmig um die Vorgarnspule 17 und bis unter dieselbe abgezogen werden. Mit den zusätzlichen Stäben 26,27 wird erreicht, dass der Abzugwinkel des Vorgarns 1 nicht zu steil, und damit die Abzugskraft von der Vorgarnspule 17 nicht zu gross wird. Als Variante kann der Stab für die Umlenkung 23 und die Stäbe 26,27 durch ein entsprechend gewölbtes Blech ersetzt werden, das sowohl als Umlenkung 23, als auch als Gleitfläche zum schraubenförmigen Gleiten Vorgarns 1 um die Vorgamspule 17 dient. Unterhalb der Vorgarnspule 17 wird das Vorgarn 1 dann vorzugsweise durch eine zentrisch angeordnete Führung 28 gezogen.
Diese Anordnung ist sehr bedienungsfreundlich, da im Gegensatz zur konventionellen Ringspinnmaschine, alle notwendigen Handgriffe unterhalb der Vorgarnspule 17 möglich sind. Ebenfalls ist an der angetriebenen Platte 24 die Vorgarnspule 17 in bekannter Weise einfach einzuhängen und sie ist in Platte 24 auch leicht drehbar gelagert. Das Vorgarn 1 kann also, wie bei der konventionellen Ringspinnmaschine, mit wenig Zugkraft von der Vorgarnspule 17abgezogen werden.
Es ist auch möglich die Platte 24 mit der Umlenkung 23 und den weiteren Stäben 26,27, anstatt direkt anzutreiben, leicht drehbar auf der Achse 25 zu lagern und die Vorgarnspule 17, anstatt leicht drehbar zu lagern, direkt anzutreiben,
Üblicherweise sind die Vorgarnspulen 17 eng aneinandergereiht und pro Spinnmaschinenseite in zwei Reihen angeordnet. Weil die Umlenkung 23 bei der Rotation etwas mehr Platz braucht, als die Vorgarnspulen 17 bei konventionellen Ringspinnmaschinen, sind eventuell andere Anordnungen notwendig. So kann es beispielsweise vorteilhaft sein, die Vorgarnspulenreihe als Zick-Zackreihe anzuordnen. Vorteilhaft sind auch mehrere Reihen oder solche in Quer- oder Schräganordnung.
Alle Vorrichtungen zur Rotation der Vorgarnspulen 17 werden am besten gesamthaft für die ganze Spinnmaschine oder in Blöcken zentral angetrieben. Hiezu können Antriebsriemen oder Kegelräder oder Schneckenrädern mit Schnecken alle mit gemeinsamen Antrieb usw. eingesetzt werden, je nach Anordnung der Vorgarnspulen 17 auf der Ringspinnmaschine.
Für die Bedienung einzelner Spinnstellen, wie beispielsweise beim Bruch des Vorgarns, muss die Rotation der betreffenden Vorgarnspule gestoppt werden können. Damit in diesem Fall nicht der Antrieb der ganzen Maschine gestoppt werden muss, können bei den einzelnen Spinnstellen in bekannter Weise Rutschkupplungen oder ähnliche mechanische Kupplungselemente zwischen dem Antrieb und der erfindungsgemässen Vorrichtung angebracht werden.
Der Antrieb für die Rotation der Vorgarnspulen 17 wird vorzugsweise mit dem Antrieb des Einzugszylinders 1 1 des Streckwerks der Ringspinnmaschine synchronisiert, damit die Rotationsgeschwindigkeit stets mit der Liefergeschwindigkeit abgestimmt ist. Eine Anpassung hat dann nur noch an den Drehungskoeffizienten des Vorgarns 1 zu erfolgen.
Das Aufdrehen des Vorgarns 1 erfolgt gemäss Figur 1 im Aufdrehbereich 5. In den obigen Beispielen erstreckt er sich daher im Wesentlichen zwischen dem Vorgarn 1 in Rotation und dem nicht rotierenden Führungsstück 15. Bei dieser grossen Distanz ist die Reissfestigkeit des aufgedrehten Vorgarns 1 aber ungenügend. Um diese Distanz kurz zu halten, ist es daher vorteilhafter, die Rotation des Vorgarns 1 bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder 10,1 1 zu erhalten. Dies wird beispielsweise dadurch erreicht, dass das Vorgarn 1 gemäss Figur 8 durch einen um die eigene Achse rotierenden Trichter 28 geführt wird, der mit ungefähr der gleichen Drehzahl U wie die Vorgarnspule 17 angetrieben wird. Der Trichter 29 ist derart gestaltet, dass beispielsweise die Bohrung derart eng ist, dass das Vorgarn 1 mitgedreht wird. Die Rotation des Vorgarns 1 bleibt somit von der Vorgarnspule 17 bis zum Trichter 29 erhalten. Der Aufdrehbereich 5 des Vorgarns 1 beginnt dann erst nach dem Austritt aus dem Trichter 29. In diesem kurzen Aufdrehbereich 5 ist die Festigkeit des Vorgarns 1 dann genügend. Der Trichter 29 sollte daher zweckmässigerweise möglichst nahe vor dem Führungsorgan 15 oder vor den Einzugszylindern 10,1 1 liegen.
Das Vorgarn 1 muss in die Bohrung des Trichters 29 eingefädelt werden. Dies erfordert besondere Handgriffe in der Bedienung. Anstelle eines rotierenden Trichters 29 wird in folgendem Beispiel eine andere Lösung beschrieben, bei der das Vorgarn 1 direkt eingezogen werden kann.
Figur 9 zeigt diese Lösung in Seitenansicht und in Figur 10 im Grundriss. Oberhalb der Einzugszylinder 10,1 1 oder dem Führungsstück 15 sind zwei Walzen 30,31 angebracht, deren Achsen 32,33 in einem bestimmten Winkel zueinander stehen und die leicht aneinander gedrückt werden. Das Vorgarn 1 läuft zwischen den Walzen 30,31 hindurch. Die Walzen müssen sich sehr leicht drehen lassen. Der Antrieb des Walzenpaars 30,31 erfolgt durch das durchgezogene Vorgarn 1. Die Führung 34 sorgt dafür, dass das Vorgarn 1 stets optimal zwischen die Walzen 30,31 geführt wird. Die Führung 34 muss so gestaltet sein, dass die Drehung im Vorgarn 1 möglichst wenig beeinflusst wird.
Anhand von Figur 1 1 wird an einem vergrösserten Ausschnitt von Figur 10 erläutert, wie das Vorgarn 1 gedreht wird. Die Drehbewegungen der Walzen 30,31 haben nämlich bestimmte Bewegungsrichtungen, die in Bewegungskomponenten aufgeteilt werden können. Die drehende Walze 30 hat im Bereich des Vorgarns eine Bewegungskomponente nach unten und eine solche nach links. Die Walze 31 hat eine gleiche Bewegungskomponente nach unten aber auch eine solche nach rechts. Diese beiden Bewegungskomponenten nach links bzw. nach rechts drehen das Vorgarn 1 im Uhrzeigersinn. Die Bewegungskomponenten nach unten entsprechen der Vorgarnbewegung nach unten. Da die Vorgarnspule 17 auch im Uhrzeigersinn gedreht wird, bleibt somit die Rotation des Vorgarns 1 erhalten bis zu den Walzen 30,31. Der Aufdrehbereich 5 des Vorgarns 1 beginnt somit wie beim Trichter 29 auch erst nach dem Austritt aus dem Walzenpaar 30,31. Dieses sollte daher in analoger Weise möglichst nahe vor dem Führungsorgan 15 bzw. den Einzugszylinder 10,1 1 liegen.
Die Walzen . 30,31 müssen eine griffige Oberfläche aufweisen, damit die erwähnten Bewegungskomponenten nach links und nach rechts wirksam werden können. Vorteilhaft sind auch feine radiale Rillen am Umfang der Walzen 30,31 für eine noch bessere Griffigkeit in der axialen Richtung.
Der Rotationsgeschwindigkeit des Vorgarns 1 wird bei den Walzen 30,31 vor allem durch den Winkel der Achsen 32,33 bestimmt. Unter Umständen wird das Vorgarn) von den Walzen 30,31 nicht vollständig aufgedreht. Weil jedoch das Total der Aufdrehung der gesamten Rotation des Vorgarnes 1 beim Austritt aus der Rotationsvorrichtung 9 zu entsprechen hat, muss die Restaufdrehung zwischen Vorgarnspule 17 und dem Trichter 29 bzw. den Walzen 30,31 bzw. den Walzen 39,40 erfolgen.
Generell soll die Rotationsgeschwindigkeit der Vorgarnspulen 17 und damit die Auflösung der Drehung im Vorgarn 1 ungefähr übereinstimmen.
Die Walzen 30,31 , die radiale Rillen am Umfang aufweisen, müssen nicht unbedingt rotieren, sie können auch feststehen. Das Vorgarn 1 , das durchgezogen wird, gleitet dann an seiner Oberfläche entlang der Rillen. Diese übertragen dem Vorgarn 1 , das durchgezogen wird, ebenfalls eine Bewegungskomponente nach links bzw. nach rechts.
Bei den feststehenden Walzen sind keine vollständigen Walzen notwendig, sondern es genügen auch Sektoren von Walzen mit Rillen. Solche Sektoren sind als Beispiel in Figur 12 gezeigt. Hierbei ist das Sektorenpaar 35,36 mit feinen Rillen 37,38 versehen. Diese übertragen dem Vorgarn 1 , das durchgezogen wird, die entsprechenden Bewegungskomponenten. Auch andere, gewölbte (konkav oder konvex) oder flache Gebilde in irgendeiner Form mit Rillen 37,38, können den gewünschten Dreheffekt bewirken. Zur Hauptsache massgebend ist immer nur der Winkel, in welchem die Rillen 37,38 zueinander stehen.
Figur 13 zeigt ein weiteres Beispiel um die Drehung des Vorgarns bis möglichst nahe vor die Einzugszylinder 10,1 1 zu erhalten. Die beiden Walzen 39,40 mit den Achsen 41 ,42 sind mit schraubenförmigen Rillen 43,44 versehen. Diese Walzen 39.40 müssen angetrieben werden. Durch die Rotation der Walzen 39,40, deren Umfangsgeschwindigkeit etwas grösser sein muss, als die Liefergeschwindigkeit des Vorgarns 1 , entstehen nämlich gleichartige Bewegungskomponenten wie in Figur 1 1 gezeigt, die das Vorgarn 1 drehen. In diesem Falle liegen die Achsen 41 ,42 am besten parallel oder mindestens näherungsweise parallel.
Beim aufgedrehten Vorgarn 1 liegen, wie Untersuchungen gezeigt haben, die Verhältnisse im Hauptverzugsfeld wesentlich günstiger als beim konventionellen Spinnverfahren. Die Fasern liegen ohne Drehung flacher ausgebreitet im Verzugsfeld 6. Dadurch wird der Verzugsprozess optimaler. Somit kann beim aufgedrehten Vorgarn 1 in bekannter Weise auch eine wesentlich engere so genannte „Maulweite" von Ober- und Unterriemchen gewählt werden. Dadurch wird eine weitere wesentliche Qualitätsverbesserung ermöglicht.
Da im erfindungsgemässen Verfahren das Vorgarn 1 viel flacher und damit breiter ins Verzugsfeld einläuft, als beim konventionellen Verfahren, ist auch der Faserverband beim Austritt, d.h. beim sog. Spinndreieck breiter, was sich ungünstig auswirken kann. Aus diesem Grund kann es ratsam sein, den Faserverband in bekannter Weise, wie beim erwähnten Spinnen ab Streckenband, beim Eintritt ins Hauptverzugfeld und beim Austritt aus demselben zu verdichten. Die Nute im Führungsstück 15 kann daher bereits in bekannter Weise als Verdichter beim Eintritt ins Hauptverzugsfeld 6 wirken. Wie erwähnt ist das Führungsstück 15 zur Positionierung mit der Changierstange verbunden. Der Verdichter am Austritt kann zur Positionierung auch mit dieser verbunden werden. Sofern dafür gesorgt wird, dass sich der Verdichter am Austritt innerhalb des Changierbereiches leicht hin und her verschieben lässt, positioniert er sich durch den austretenden Faserverband aber auch selbst. Dieser hat nämlich eine gewisse Kraft (eine Art „Beharrungsvermögen" in seiner jeweiligen Position), wenn die Nute nicht zentrisch liegt.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung kann auch bei der bekannten Herstellung von sog, Verdichtungsgarnen („Compact-Spinnen") verwendet werden. Dabei kann sich bei der erfindungsgemässen Vorrichtung eventuell ein Verdichter beim Austritt erübrigen.
Next Patent: METHOD FOR MAKING FABRIC CUT PORTIONS
