Metzler, Wolfgang (Am Wald 6, Ravensburg, 88213, DE)
Teufel, Dieter (Eisenbahnstrasse 11, Langenargen, 88085, DE)
Krumm, Valentin (Mollenberg 38, Hergensweiler, 88138, DE)
Metzler, Wolfgang (Am Wald 6, Ravensburg, 88213, DE)
Teufel, Dieter (Eisenbahnstrasse 11, Langenargen, 88085, DE)
| 1. | Verfahren zum Halten eines nach einem Startvorgang einer Webmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine innerhalb des ersten Webzyklus in das Webfach eingetragenen Schussfadens, wonach der Eintrag des Schussfadens von wenigstens einem Sensor überwacht wird, wonach die Webmaschine nach jedem Startvorgang während wenigstens des ersten Webzyklus im Langsamlauf betrieben wird und wonach der wenigstens erste eingetragene Schussfaden ausgangsseitig des Webfaches zumindest bis zu dessen Abbinden durch Kettfäden gegen Zurückspringen in das Webfach gehalten wird, dadurch gekennzeichnet, dass der eingetragene Schussfaden zeitlich vor dem Abbinden durch die Kettfäden von separaten Abbindefäden abgebunden wird, dass das Abbinden durch die Abbindefäden örtlich an wenigstens einer Position des Webfaches nach dessen Eingang erfolgt und dass das Abbinden mittels der separaten Abbindefäden in Abhängigkeit eines Signals des den Eintrag des Schussfadens überwachenden, wenigsten einen Sensors erfolgt. |
| 2. | Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Signal bei Vorhandensein einer vorbestimmbaren Windungszahl einer auf einem Schussfadenspeicher vorgehaltenen Schussfadenreserve ausgelöst wird. |
| 3. | Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Signal bei Ankunft des Schussfadens ausgangsseitig des Webfaches ausgelöst wird. |
| 4. | Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Abbinden des Schussfadens durch die Abbindefäden mehrfach über die herzustellende Gewebebreite erfolgt. |
| 5. | Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mehrfache Abbinden des Schussfadens durch die Abbindefäden gleichzeitig erfolgt. |
| 6. | Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das mehrfache Abbinden des Schussfadens durch die Abbindefäden in Richtung des Schussfadeneintrags zeitlich nacheinander erfolgt. |
| 7. | Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 auf einer Webmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine, der Schussfadenspeicher zugeordnet sind und wobei das Eintragen des Schussfadens durch wenigstens einen Sensor überwacht wird, gekennzeichnet durch die Verwendung bekannter, individuell steuerbarer Gewebekanten und Drehereinrichtungen oder Leisten und Fangleistenapparate, als Abbindeeinrichtung (9). |
| 8. | Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Sensor Bestandteil der Schussfadenspeicher ist. |
| 9. | Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der wenigstens eine Sensor Bestandteil eines ausgangsseitig des Webfaches (4) angeordneten Schussfadenwächters (7) ist. |
| 10. | Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor ein im Bereich des Schussfadeneintrags angeordneter Längenmesssensor ist. |
Schussfadens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Halten eines nach einem Startvorgang einer Webmaschine, insbesondere Luftdüsenwebmaschine innerhalb des ersten Webzyklus in das Webfach eingetragenen Schussfadens.
Der Eintrag des Schussfadens wird dabei von wenigstens einem Sensor überwacht. Die Webmaschine wird nach jedem Startvorgang während wenigstens des ersten Webzyklus im Langsamlauf betrieben.
Der wenigstens erste eingetragene Schussfaden wird ausgangsseitig des Webfaches zumindest bis zu dessen Abbinden durch Kettfäden gegen Zurückspringen in das Webfach gehalten.
Es sind bereits mehrere Schussfadendetektier- und Streckvorrichtungen bekannt, so z.B. aus der DE 198 02 254 C1 und der DE 198 10 129 B4. Diese Schriften befassen sich jedoch nicht mit dem Verhalten von Schussgarnen beim Schusseintrag in verschiedenen Drehzahlbereichen der Webmaschine, z.B. bei einem Neustart der Webmaschine.
Beim Herstellen ausgewählter Gewebe, wie z.B. Jeans-Gewebe und Gewebe in Köper- Bindung auf Luftdüsenwebmaschinen hat sich als vorteilhaft erwiesen, insbesondere im Hinblick auf das Erzielen einer Webware ohne Anlaufstellen, nach jedem Start der Webmaschine den ersten Webzyklus, also bezogen auf den Drehwinkel der Hauptantriebswelle, die erste volle Umdrehung der Hauptantriebswelle im Langsamlauf zu betreiben, und zwar mit weniger als 200 min ~ \ Die vorbeschriebene Technologie beim Betreiben von Luftdüsenwebmaschinen ist unter dem Begriff „Einzelschussautomatik" seit geraumer Zeit bekannt.
Bei einer Luftdüsenwebmaschine ist der Prozess des Schussfadeneintrags selbst von dem Langsamlauf nicht betroffen; der Schussfadeneintrag erfolgt im Hinblick auf die dafür erforderliche Zeitdauer so, als würde die Luftdüsenwebmaschine unmittelbar nach deren Startvorgang bereits mit einer vorbestimmten Betriebsdrehzahl arbeiten.
Der also in einer Zeit von wenigen Millisekunden über die Gewebebreite in das Webfach eingetragene Schussfaden ist ausgangsseitig des Webfaches, also auf der dem Schussfadeneintrag gegenüberliegenden Seite des Webfaches, von geeigneten Mitteln so lange zu halten, bis dieser von dem Webblatt an die Gewebekante angeschlagen und von den fachbildenden Kettfäden abgebunden ist.
In Luftdüsenwebmaschinen wird der eingetragene Schussfaden auszugsseitig des
Webfaches bekanntermaßen durch pneumatisch wirkende Streck- oder Saugdüsen gehalten.
Bei der Verarbeitung von Schussgarnen mit relativ geringer Reissfestigkeit ist feststellbar, dass während des unmittelbar dem Start der Webmaschine folgenden Webzyklus, in dem die Webmaschine im Langsamlauf betrieben wird, der betreffende Schussfaden unter der Wirkung der Haltemittel derart beeinträchtigt wird, dass ein Schussfadenbruch vor dem Abbinden des Schussfadens durch die Kettfäden auftritt. In einem solchen Falle „springt" der eintragsseitig verbleibende Teil des Schussfadens in das noch nicht vollständig geschlossene Webfach zurück und produziert dadurch einen Fehler im Gewebe.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, auf Webmaschinen, insbesondere Luftdüsenwebmaschinen, die im ersten Webzyklus nach einem Webmaschinenstart im Langsamlauf betrieben werden, auch reisskraftarme Schussgarne problemlos verarbeiten zu können.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass der in das Webfach eingetragene Schussfaden zeitlich vor dem Abbinden durch die Kettfäden von separaten Abbindefäden abgebunden wird und dass das Abbinden durch die Abbindefäden örtlich an wenigstens einer Position des Webfaches nach dessen Eingang erfolgt.
Zum Abbinden des Schussfadens können bekannte, individuell steuerbare Gewebekanten- und Drehereinrichtungen sowie Leisten- oder Fangleistenapparate verwendet werden.
Bei der Verwendung von bekannten Drehereinrichtungen, z.B. sogenannter Rotations- Kantendreher, wie diese aus EP 0 674 031 B2 bekannt sind, erhält der elektromotorisch angetriebener Rotations-Kantendreher, der die separaten Abbindefäden führt, ein
elektrisches Signal von dem den Eintrag des Schussfadens in das Webfach überwachenden Sensor.
Daraufhin wird zumindest der eine Rotations-Kantendreher den eingetragenen Schussfaden zeitlich vor dem Abbinden durch die Kettfäden mittels der wenigstens zwei Abbindefäden abbinden.
Durch eine über die Webbreite des herzustellenden Gewebes vorgesehene mehrfache Anordnung solcher Rotations-Kantendreher kann der eingetragene Schussfaden über seine Länge im nicht geschlossenen Webfach mehrmals, also an verschiedenen Positionen über die Webbreite, abgebunden werden. Mit dem mehrfachen Abbinden des Schussfadens wird in vorteilhafter Weise erreicht, dass die auf den eingetragenen Schussfaden wirksame Streckkraft der Streck- oder Saugdüse differenziert verringert werden kann und während des Langsamlaufs der Webmaschine Schussfadenbrüche auch bei der Verarbeitung reisskraftarmer Schussgarne vermieden werden können. Das zur Ansteuerung der über die Webbreite mehrfach angeordneten
Drehereinrichtungen notwendige elektrische Signal kann in weiterer Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens von einem Sensor der jeder Luftdüsenwebmaschine zugeordneten Schussfadenspeicher ausgelöst werden, und zwar in Abhängigkeit einer auf jedem Schussfadenspeicher vorbestimmbaren Windungszahl der auf den Schussfadenspeichern vorgehaltenen Schussfadenreserve.
Denkbar ist femer, dass das notwendige Signal von einem Sensor ausgelöst wird, der die Ankunft des Schussfadens ausgangsseitig des Webfaches überwacht. Im letzteren Fall würde das Abbinden des eingetragenen Schussfadens durch die von den Drehereinrichtungen geführten Abbindefäden gleichzeitig erfolgen. Beim Auslösen wenigstens eines ersten Signals von dem betreffenden Sensor der Schussfadenspeicher und durch weitere nachfolgende Signalbildung kann der Schussfaden in Richtung Ausgang des Webfaches zeitlich nacheinander durch weitere derartige Drehereinrichtungen führende Abbindefäden abgebunden werden.
Zur Durchführung des Verfahrens auf einer Luftdüsenwebmaschine ist die Verwendung bekannter, individuell steuerbarer Gewebekanten- und Drehereinrichtungen und die Verwendung gesteuerter Gewebe- und Fangleistenapparate vorgesehen. Die elektrische Ansteuerung des Antriebs der individuell steuerbaren Gewebekanten - und Drehereinrichtungen erfolgt mittels eines elektrischen Signals, das von wenigstens einem den Schussfadeneintrag überwachenden Sensor abgegeben wird.
Ein solcher Sensor ist Bestandteil jedes Schussfadenspeichers, der eine Schussfadenreserve zum Schussfadeneintrag in das Webfach der Luftdüsenwebmaschine bereithält. Ein solcher Sensor kann auch Bestandteil des am Ausgang des Webfaches angeordneten Schussfadenwächters sein. In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Sensor auch im Bereich des zwischen Schussfadenspeicher und Schussfadenwächter liegenden Eintragweges eingeordnet und als Längenmesssensor ausgebildet sein.
Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird es nun in vorteilhafter weise erstmals möglich, auf Webmaschinen, insbesondere Luftdüsenwebmaschinen, die im jeweils ersten
Webzyklus nach einem Maschinenstart im Langsamlauf betrieben werden, den während des ersten Webzyklus eingetragenen Schussfaden zeitlich vor dessen Abbinden durch die Kettfäden an auswählbaren Positionen zwischen dem Ein- und Ausgang des Webfaches durch Abbindefäden abzubinden. Damit kann einem Schussfadenbruch mit der Folge eines Zurückspringens des Schussfadens in das Webfach weitgehend vorgebeugt werden.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
In den Zeichnungen zeigen:
Figur 1 eine funktionale Einheit einer Luftdüsenwebmaschine mit Mitteln zum
Eintragen eines Schussfadens in das Webfach, mit Mitteln zum Detektieren des Schussfadens ausgangsseitig des Webfaches und mit Mitteln zum Abbinden des Schussfadens in einer Position zwischen dem
Ein- und Ausgang des Webfaches,
Figur 2 eine Ansicht X nach Figur 1 mit einem durch Abbindefäden abgebundenen Schussfaden bei geöffnetem Webfach.
Ein in Figur 1 auf einer Luftdüsenwebmaschine herzustellendes Gewebe 1 besteht aus Kettfäden 2 und Schussfäden 3.
Die Kettfäden 2 bilden durch Fachbildemittel 10 ein Webfach 4 aus. In das Webfach 4 wird mittels wenigstens eines Schussfadeneintragmittels 5 der Schussfaden 3 in den
Schussfadeneintragskanal 6a, siehe auch Figur 2, eines Webblattes 6 und damit in das
Webfach 4 eingetragen.
Ausgangsseitig des Webfaches 4 wird ein Längenabschnitt des Schussfadens 3 durch eine pneumatisch wirksame Schussfadenstreckeinrichtung 7 bis zum Zeitpunkt des Anschlagens des Schussfadens durch das Webblatt 6 an die Anschlagkante 1a des
Gewebes 1 und bis zu dessen Abbinden durch die Kettfäden 2 gestreckt gehalten.
Bei Luftdüsenwebmaschinen, die im Hinblick auf das Vermeiden einer sogenannten
Anlaufstelle im Gewebe im ersten Webzyklus nach einem Webmaschinenstop im
Langsamlauf betrieben werden, kann die von einer pneumatisch wirkenden Streckeinrichtung 7 auf den Schussfaden ausgeübte Zugkraft solange der Schussfaden nicht durch die Kettfäden 2 abgebunden ist, zu einem Schussfadenbruch führen.
Unerwünschte Unterbrechungen des Webprozesses sind die Folgen.
Mit dem Abbinden des erwähnten Schussfadens 3 durch Abbindefäden 8 an einer oder mehreren geeigneten Positionen zwischen dem Eingang 4a und Ausgang 4b des Webfaches 4 kann der betreffende Schussfaden bis zu dessen Anschlagen an die
Anschlagkante des Gewebes 1 und bis zu dessen Abbinden durch die Kettfäden 2 gehalten werden.
Zur Ausführung dieser Vorgehensweise ist, wie in Figur 1 dargestellt, an geeigneter
Position im Bereich der Kettfäden 2 eine an sich bekannte, als Abbindeeinrichtung 9 vorwendete Drehereinrichtung angeordnet, deren die Abbindefäden 8 führende Mittel mit einem individuell steuerbaren elektromotorischen Antrieb verbunden sind.
Figur 2 zeigt die Abbindeeinrichtung 9 im Bereich der Kettfäden 2.
Zur Ausbildung des Webfaches 4 sind die Kettfäden 2 durch Ösen 10a von Weblitzen 10 geführt. Die Weblitzen 10 können dabei solche von Harnischschnüren einer
Jacquardeinrichtung oder solche von Webschäften sein.
Das in der sogenannten Webblattstütze 11 aufgenommene Webblatt 6 besitzt einen
Schussfadeneintragskanal 6a.
Bei geöffnetem Webfach 4 ist der Schussfaden 3 in den Schussfadeneintragskanal 6a des Webblattes 6 eingetragen.
Die Einrichtung 9, z.B. ein nach dem Europäischen Patent 0 674 031 B2 aufgebauter und steuerbarer Rotations-Kantendreher, führt Abbindefäden 8 in Art von Kettfäden 2.
Der elektromotorische Antrieb der Einrichtung 9 erhält z.B. von einem hier nicht dargestellten Sensor, der den Eintrag des Schussfadens 3 überwacht, zu einem
möglichst frühen Zeitpunkt nach dem Eintrag des Schussfadens und während des Langsamlaufs der Webmaschine ein elektrisches Signal.
Durch z.B. eine aufgrund dieses Signals ausgeführte Halbdrehung der die Abbindefäden 8 in Ösen 9a führenden Dreherscheibe 9b erfolgt ein Abbinden des Schussfadens 3 bevor der während des Langsamlaufs der Webmaschine eingetragene Schussfaden an die Anschlagkante 1 a des Gewebes 1 angeschlagen und durch die Kettfäden 2 abgebunden ist.
