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Title:
METHOD AND DEVICE FOR MECHANICALLY SEWING A DOUBLE CHAIN STITCH SEAM
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2001/053591
Kind Code:
A1
Abstract:
The aim of the invention is to provide a method for mechanically locking a double chain stitch seam. The chain stitch is produced by means of an industrial sewing machine comprising a sewing needle and a sewing thread as well as by a main gripper comprising a gripper thread. The sewing direction is reversed for locking purposes. The aim of the invention is also to guarantee that the chain stitch seam is sewn in a simple and very precise manner by means of the inventive method and even when the sewing speed is high. According to the inventive method and after the sewing direction has been reversed, the thread loop which is formed by the sewing needle underneath the web of fabric is received by the main gripper in the stitching rhythm of the sewing needle. The thread loop is subsequently pushed on the main gripper against the working direction thereof by means of an auxiliary component that is driven in a synchronous manner by the sewing machine. The needle thread which forms the thread loop is then joined with the gripper head and held in this position underneath the sewing level at a distance from the needle and the main gripper in front of said needle and gripper and in the forward sewing direction by means of said auxiliary component. The joined thread area is moved in the forward sewing direction and a thread triangle formed by the needle thread rope that forms the loop is stretched in the gripper thread area that extends in parallel in relation to the main gripper and in the gripper thread area that leads to the joined area. The sewing needle stitches into said triangle. The thread triangle is subsequently held open by means of the auxiliary component until the next thread loop of the needle thread is formed. The joined thread area is released by the auxiliary component approximately at the same time.

Inventors:
Reinders, Peter (Kreuzweg 82, Ochtrup, 48607, DE)
Application Number:
PCT/DE2000/004626
Publication Date:
July 26, 2001
Filing Date:
December 21, 2000
Export Citation:
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Assignee:
SCHMALE-HOLDING GMBH. & CO. (Lindhorststrasse 12, Ochtrup, 48607, DE)
International Classes:
D05B1/10; D05B61/00; D05B1/00; D05B61/00; (IPC1-7): D05B61/00; D05B1/10
Attorney, Agent or Firm:
Köchling, Conrad-joachim (Fleyer Strasse 135, Hagen, 58097, DE)
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Claims:
Patentansprüche :
1. Verfahren zum maschinellen Nähen einer Doppelkettenstichnaht, wobei der Doppelkettenstich mittels einer industriellen Nähmaschine mit Nähnadel und Nadelfaden sowie Hauptgreifer und Greiferfaden gebildet wird, indem der Nadelfaden auf der Nähgutunterseite kettenförmig gelegte Fadenschlingen verriegelt, wobei im Verlauf des Stichbildungsvorganges der sich insbesondere quer zur Nahtrichtung bewegende Hauptgreifer in der Schlingenhubstellung der Nähnadel die Nadelfadenschlinge aufnimmt und den Greiferfaden durch die Schlinge führt, während die Nadelfadenschlinge am Hals des Hauptgreifers entlanggleitet, wobei der Greiferfaden und die Nadelfadenschlinge zu einem Fadendreieck aufgespannt werden, in das die Nadel beim nachfolgenden Abwärtsgang einsticht, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vermeidung von Fehlstichen mittels eines angetriebenen Hilfsteiles die Nadelfadenschlinge und der Greiferfaden unterhalb der Nähebene in dem Bereich zwischen Hauptgreifer und Nähebene mit Abstand von der Nähnadel und dem Hauptgreifer zusammengeführt und so gehalten sowie derart bewegt wird, daß das Fadendreieck in Nahtrichtung aufgespannt wird, in welches die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zum Abschluß der Doppelkettenstichnaht die Nährichtung entgegen der Nahtrichtung umgekehrt wird, daß nach Nährichtungsumkehr im Stichrhythmus der sich aufund abwärts bewegenden Nähnadel die von der Nähnadel unterhalb der Stoffbahn gebildete Fadenschlinge vom Hauptgreifer aufgenommen wird, anschließend mittels des angetriebenen Hilfsteiles der die Fadenschlinge bildende Nadelfaden unterhalb der Nähebene samt Greiferfaden mit Abstand von der Nadel und dem Hauptgreifer in Nahtrichtung vor diesen zusammengeführt und so gehalten wird sowie der zusammengeführte Fadenbereich in Nahtrichtung bewegt wird und ein Fadendreieck, gebildet aus dem die Schlinge bildenden Nadelfadenstrang, dem parallel zum Hauptgreifer geführten Greiferfadenbereich und dem zum zusammengeführten Bereich führenden Greiferfadenbereich, aufgespannt wird, in welches die Nähnadel einsticht, und nachfolgend der zusammengeführte Fadenbereich vom Hilfsteil freigegeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch l oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil synchron zur Nähmaschine oder zum Stichrhythmus der Nähnadel angetrieben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil von der Nähmaschine angetrieben wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil von einem separaten Antrieb angetrieben wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil von einem Servoantrieb angetrieben wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der separate Antrieb nur dann in Betrieb gesetzt wird, wenn das Hilfsteil bewegt werden soll.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Aufnahme der Fadenschlinge vom Hauptgreifer die Fadenschlinge mittels des Hilfsteiles auf den Hauptgreifer entgegen dessen Arbeitsrichtung aufgeschoben wird.
9. Vorrichtung zum maschinellen Nähen einer Doppelkettenstichnaht mit einer industriellen Nähmaschine mit einem Antriebsmotor, mit oder ohne einen Stoffrücker (Transporteur), einer aufund abwärts bewegbaren Nähnadel (l), an der der Nadelfaden (3) geführt ist, einem unterhalb der Nähebene (4) befindlichen, insbesondere synchron zur Nähnadel (1) betriebenen Hauptgreifer (5), an dem der Greiferfaden (8) geführt ist, sowie mit oder ohne eine Stichplatte zum Auflegen des Stoffes und vorzugsweise mit einem Stoffpresser, der den Stoff gegen die gegebenenfalls vorgesehene Stichplatte oder den gegebenenfalls vorgesehenen Stoffrücker preßt, wobei der Doppelkettenstich derart gebildet wird, daß der Nadelfaden (3) auf der Nähgutunterseite kettenförmig gelegte Fadenschlingen verriegelt, indem im Verlauf des Stichbildungsvorganges der insbesondere sich quer zur Nahtrichtung bewegende Hauptgreifer in der Schlingenhubstellung der Nähnadel die Nadelfadenschlinge aufnimmt und den Greiferfaden (8) durch die Schlinge führt, wobei mittels des Greiferfadens (8) und der Nadelfadenschlinge ein Fadendreieck aufgespannt ist, das den Einstichbereich für die abwärtsgebende Nähnadel (1) bildet, dadurch gekennzeichnet, daß zur Vermeidung von Fehlstichen ein Hilfsteil (11) vorgesehen ist, welches unterhalb der Nähebene (4) bewegbar angeordnet ist, welches Funktionsflächen oder kanten aufweist, mittels derer, nachdem der Hauptgreifer (5) die unterhalb der Nähebene mittels der Nähnadel (1) gebildete Fadenschlinge des Nadelfadens (3) aufgenommen hat, an einer Funktionskante (13), der Nadelfaden (3) und der Greiferfaden (8) in einem Punkt zusammengehalten sind, der in Nahtrichtung vor der nachfolgenden, zu erzeugenden Einstichstelle der Nähnadel (1) liegt ; so daß zwischen der Schlinge des Nadelfadens (3), die sich auf dem Hauptgreifer (5) befindet, und dem Greiferfaden (8) sowie dem Punkt (bei 13) ein Fadendreieck gebildet ist, in das die Nähnadel (1) einsticht.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) gestellfest gehaltert ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) synchron zur Nähmaschine oder zum Stichrhytmus der Nähnadel angetrieben ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) um eine vertikal zur Nähebene (4) gerichtete Achse parallel zur Nähebene (4) bewegbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) über einen Exzenterantrieb bewegbar ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) an den Antriebsmotor der Nähmaschine angekoppelt und durch diesen angetrieben bewegbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil von einem separaten Antrieb angetrieben ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil von einem Servoantrieb angetrieben ist.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) eine erste Funktionsfläche (12) oder einen ersten Funktionssteg aufweist, mittels derer der Nadelfaden (3) beziehungsweise die von Nadelfaden (3) gebildete auf dem Hauptgreifer (5) befindlichen Schlinge auf dem Hauptgreifer (5) festgehalten und ein Abgleiten verhindert ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß der Nadelfaden (3) und der Greiferfaden (8) in einem in Nahtrichtung vor der Nähnadel (1) beziehungsweise vor deren Bewegungsachse liegenden Punkt zusammengehalten sind.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß eine zweite Funktionsfläche (14) oder ein zweiter Funktionssteg am Hilfsteil (11) vorgesehen ist, die an die Funktionskante (13) anschließt, auf der der zusammengeführte Nadelfaden (3) und Greiferfaden (8) bis zur fertigen Stichbildung geführt ist.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Funktionsfläche (14) den zusammengeführten Nadelfaden (3) und Greiferfaden (8) nach der fertigen Stichbildung freigibt.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) im Wesentlichen zwei in einer Ebene und parallel zur Nähebene (4) verlaufende Schenkel aufweist, die die erste und zweite Funktionsfläche (12,14) bilden und die zwischen sich einen Eckbereich einschließen, der die Funktionskante (13) bildet.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) über einen Antrieb auf einer Kurvenbahn bewegbar ist, die in sich geschlossen ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß das Hilfsteil (11) über einen starren Arm mit dem Antrieb gekoppelt ist.
Description:
Verfahren und Vorrichtung zum maschinellen Nähen einer Doppelkettenstichnaht

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum maschinellen Nähen einer Doppelkettenstichnaht, wobei der Doppelkettenstich mittels einer industriellen Nähmaschine mit Nähnadel und Nadelfaden sowie Hauptgreifer und Greiferfaden gebildet wird, indem der Nadelfaden auf der Nähunterseite kettenförmig gelegte Fadenschlingen verriegelt, wobei im Verlauf des Stichbildungsvorganges der sich insbesondere quer zur Nahtrichtung bewegende Hauptgreifer in der Schlingenhubstellung der Nähnadel die Nadelfadenschlinge aufnimmt und den Greiferfaden durch die Schlinge führt, während die Nadelfadenschlinge am Hauptgreifer entlanggleitet, wobei der Greiferfaden und die Nadelfadenschlinge zu einem Fadendreieck aufgespannt werden, in das die Nadel beim nachfolgenden Abwärtsgang einsticht.

Beim industriellen Nähen von Stoffbahnen oder textilen Einzelstücken, insbesondere beim Nähen der Säume, wird mit dem entsprechenden Nähvorgang eine gerade Doppelkettenstichnaht erzeugt. Die Anwendung eines Doppelkettenstichs ist unter anderem deswegen

vorteilhaft, weil auf die Anordnung einer Unterspule verzichtet werden kann und kein Aufspulen des Greiferfadens erforderlich ist.

Die Fadenführung erfolgt einerseits mittels der Nähnadel, die den Nadelfaden führt und durch die Nähebene (das Nähgut) hindurchsticht und eine Fadenschlinge hinter der Nähebene beim Zurückziehen der Nadel bildet, wobei andererseits unterhalb der Nähebene ein Hauptgreifer vorgesehen ist, der den Greiferfaden führt und durch die Schlinge des Nadelfadens fädelt. Beim Nähen in gerader Nahtrichtung ist die Ausbildung der Doppelkettenstichnaht unproblematisch. Bei üblichen industriellen Nähmaschinen werden hohe Stichgeschwindigkeiten von über 4000, sogar bis über 6000 Stichen pro Minute erzeugt. Hierbei tritt der Effekt auf, daß beim Nähen in Nahtrichtung sich allein durch den Transport des Nähgutes ein Fadendreieck aus der Fadenschlinge und dem Greiferfaden aufspannt, in welches dann die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht. Dadurch wird eine Verriegelung der Fadenschlingen erreicht.

Sofern allerdings das Fadendreieck nicht ordnungsgemäß aufgespannt ist oder nicht an der richtigen Positionierung aufgespannt ist, so kommt es zu Fehlstichen, die ein Aufgehen der Naht zur Folge haben. Solche Fehlstiche können beispielsweise dann entstehen, wenn die

aufeinander folgenden Einstichstellen der Nadel sehr eng benachbart sind, da dann die Fläche des Fadendreiecks sehr klein ist.

Sofern abweichend von einer gradlinigen Ausbildung der Doppelkettenstichnaht eine andere Nahtform, beispielsweise eine Zickzack- Naht, eine Quernaht oder dergleichen erzeugt werden soll, so kann mit herkömmlichen Einrichtungen nicht sichergestellt werden, daß das Fadendreieck derart aufgespannt wird, daß die Nähnadel beim nachfolgenden Abwärtsgang jeweils in die vom Dreieck umgebene Fläche einsticht. Besonders problematisch ist die Verriegelung auch bei einem Nahtabschluß, bei dem entgegen der Nahtrichtung genäht wird. In einem solchen Falle ist es nicht möglich, allein durch den Transport des Nähgutes ein Fadendreieck aufzuspannen.

Im Stand der Technik ist schon versucht worden, mit einem Greiferfinger die Fäden unterhalb der Nähebene zu ergreifen und ein Fadendreieck aufzuspannen, um das Verriegeln sicherzustellen. Solche Vorrichtungen haben sich nicht bewährt, da ein einwandfreies Nähen entgegen der Nahtrichtung, beispielsweise zum Nahtabschluß, unter Automatenbedingungen nicht sichergestellt werden konnte. Auch die mechanische Stabilität der entsprechenden Komponenten war nicht ausreichend. Zudem waren

die Fäden bei solchen Vorrichtungen erheblich rißgefährdet, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten. Zudem traten bei solchen Einrichtungen auch viele Fehlstiche auf, insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten, so daß sich solche Einrichtungen als nicht brauchbar erwiesen haben Ausgehend von dieser Problematik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung gattungsgemäßer Art zu schaffen, mit der das Verriegeln einer Doppelkettenstichnaht in einfacher Weise und mit hoher Präzision auch bei hohen Nähgeschwindigkeiten insbesondere dann sichergestellt ist, wenn die Nahtrichtung nicht gradlinig verläuft und wenn zum Nahtabschluß eine Nährichtungsumkehr entgegen der Nahtrichtung erfolgt.

Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung vor, daß zur Vermeidung von Fehlstichen mittels eines angetriebenen Hilfsteiles die Nadelfadenschlinge und der Greiferfaden unterhalb der Nähebene in dem Bereich zwischen Hauptgreifer und Nähebene mit Abstand von der Nähnadel und dem Hauptgreifer zusammengeführt und so gehalten sowie derart bewegt wird, daß das Fadendreieck aufgespannt

wird, in welches die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht.

Durch die erfindungsgemäße Verfahrensweise ist sichergestellt, daß das zur Verriegelung erforderliche Fadendreieck, in welches die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht, in jedem Falle so gebildet und ausgerichtet ist, daß die Nadel beim Abwärtsgang in den vom Fadendreieck umgebenen Flächenbereich einsticht. Bei einer normalen, gradlinigen Nahtausbildung kann das Hilfsteil funktionslos sein oder auch stillgesetzt sein. Sofern die zu erzeugenden Stiche sehr eng benachbart sind, kann das Fadendreieck entsprechend großflächig aufgespannt werden, da die Ausbildung des Fadendreiecks nicht von dem Weg abhängig ist, den das Nähgut zurückgelegt hat, sondern die Größe des Fadendreiecks ist allein von der Bewegung des Hilfsteiles bewirkt. Auch bei nicht gradliniger Nahtausbildung, sondern beispielsweise bei einer Zickzacknaht, einer Quernaht oder sonstigen Nahtformen ist eine einwandfreie Verriegelung möglich, da auch bei 'solchen Nahtformen das Fadendreieck mittels des Hilfsteiles ordnungsgemäß in dem Bereich aufgespannt wird, in welchen die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht.

Bevorzugt ist zudem vorgesehen, daß zum Abschluß der Doppelkettenstichnaht die Nährichtung umgekehrt wird, daß nach Nährichtungsumkehr im Stichrhythmus der sich auf-und abwärts bewegenden Nähnadel die von der Nähnadel unterhalb der Stoffbahn gebildete Fadenschlinge vom Hauptgreifer aufgenommen wird, anschließend mittels des angetriebenen Hilfsteiles der die Fadenschlinge bildende Nadelfaden unterhalb der Nähebene samt Greiferfaden mit Abstand von der Nadel und dem Hauptgreifer in Nahtrichtung vor diesen zusammengeführt und so gehalten wird sowie der zusammengeführte Fadenbereich in Nahtrichtung bewegt wird und ein Fadendreieck, gebildet aus dem die Schlinge bildenden Nadelfadenstrang, dem parallel zum Hauptgreifer geführten Greiferfadenbereich und dem zum zusammengeführten Bereich führenden Greiferfadenbereich, aufgespannt wird, in welches die Nähnadel einsticht, und nachfolgend der zusammengeführte Fadenbereich vom Hilfsteil freigegeben wird.

Hiermit ist sichergestellt, daß auch bei einer Nährichtungsumkehr entgegen der Nahtrichtung, beispielsweise zum Abschluß der Naht, ein Fadendreieck entsprechender Größe aufgespannt wird, in welches die abwärts gehende Nadel einsticht.

Vorzugsweise ist vorgesehen, daß das Hilfsteil synchron zur Nähmaschine oder zum Stichrhythmus der Nähnadel angetrieben wird.

Unter Umständen ist auch vorgesehen, daß das Hilfsteil von der Nähmaschine angetrieben wird.

Beispielsweise kann das Hilfsteil über einen Riemenantrieb mit dem Antrieb der Nähmaschine gekoppelt sein, so daß ein gemeinsamer Antrieb für beide Elemente ausreicht.

Bevorzugt kann aber auch vorgesehen sein, daß das Hilfsteil von einem separaten Antrieb angetrieben wird.

Dabei kann vorgesehen sein, daß das Hilfsteil von einem Servoantrieb angetrieben wird.

Zudem kann hierbei vorgesehen sein, daß der separate Antrieb nur dann in Betrieb gesetzt wird, wenn das Hilfsteil bewegt werden soll.

Der Antrieb mit einem separaten Antrieb ermöglicht es, übliche Nähmaschinen einzusetzen und mit der entsprechenden erfindungsgemäßen Verfahrensweise zu betreiben, ohne daß die Nähmaschine selbst umgebaut oder geändert werden muß. Zudem ist

durch den separaten Antrieb, insbesondere in Form eines Servoantriebes, die Möglichkeit geschaffen, den Antrieb exakt auf die jeweilige Problemstellung der Nahtbildung auszurichten oder auch den Antrieb nur dann in Betrieb zu setzen, wenn eine Bewegung des Hilfsteiles erforderlich ist.

Ferner kann bevorzugt vorgesehen sein, daß nach der Aufnahme der Fadenschlinge vom Hauptgreifer die Fadenschlinge mittels des Hilfsteiles auf den Hauptgreifer entgegen dessen Arbeitsrichtung aufgeschoben wird.

Hierdurch wird die Nähsicherheit noch verbessert, da ein Abgleiten der Fadenschlinge vom Hauptgreifer vermieden wird und zudem durch das Aufschieben der Fadenschlinge auf den Hauptgreifer die Fläche des erzeugten Fadendreiecks vergrößert wird.

Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zum maschinellen Nähen einer Doppelkettenstichnaht, wobei der Doppelkettenstich mittels einer industriellen Nähmaschine mit Nähnadel und Nadelfaden sowie Hauptgreifer und Greiferfaden gebildet wird, indem der Nadelfaden auf der Nähgutunterseite kettenförmig gelegte Fadenschlingen verriegelt, wobei im Verlauf des

Stichbildungsvorganges der insbesondere sich quer zur Nahtrichtung bewegende Hauptgreifer in der Schlingenhubstellung der Nähnadel die Nadelfadenschlinge aufnimmt und den Greiferfaden durch die Schlinge führt, während die Nadelfadenschlinge am Hals des Hauptgreifers entlanggleitet, wobei der Greiferfaden und die Nadelfadenschlinge zu einem Fadendreieck aufgespannt werden, in das die Nadel beim nachfolgenden Abwärtsgang einsticht.

Zur Lösung der oben angegeben Aufgabe wird vorgeschlagen, daß zur Vermeidung von Fehlstichen mittels eines angetriebenen Hilfsteiles die Nadelfadenschlinge und der Greiferfaden unterhalb der Nähebene in dem Bereich zwischen Hauptgreifer und Nähebene mit Abstand von der Nähnadel und dem Hauptgreifer zusammengeführt und so gehalten sowie derart bewegt wird, daß das Fadendreieck aufgespannt wird, in welches die Nähnadel beim Abwärtsgang einsticht.

Bevorzugte Weiterbildungen hierzu sind in den Unteransprüchen angegeben.

Durch die erfindungsgemäße Ausbildung wird sichergestellt, daß auch bei einer nicht gradlinigen Nahtausbildung oder bei sehr

kurzem Abstand der Einstichstellen der Nähnadel oder auch bei einem Nähen entgegen der Nahtrichtung, beispielsweise zum Nahtabschluß, einfach und präzise auch bei hoher Nähgeschwindigkeit eine Aufspannung des Fadendreiecks erfolgt, in welches Nähnadel beim Abwärtsgang einstechen kann, so daß eine ordnungsgemäße Verriegelung der Doppelkettenstichnaht und auch ein ordnungsgemäßer Nahtabschluß erzeugt werden kann.

Zudem erfolgt durch die erfindungsgemäße Verfahrensweise beziehungsweise durch die Ausbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung eine schonende Behandlung der Fäden durch das Hilfsteil, so daß die Gefahr des Fadenrisses weitestgehend gemindert ist. Im Falle einer getriebemäßigen Kopplung des Hilfsteiles mit dem Nähmaschinenantrieb wird eine zwangsweise synchrone Bewegung der Elemente erreicht, so daß eine hohe Nahtpräzision verwirklicht ist.

Insbesondere auch bei einer Nahtbildung entgegen der eigentlichen Nahtrichtung, beispielsweise zum Nahtabschluß, wird frühzeitig in den Nähprozeß eingegriffen, um die entsprechende Fadenführung zu gewährleisten.

Insbesondere wird durch die erfindungsgemäße Verfahrensweise und Vorrichtung erreicht, daß der Eingriff mittels des Hilfsteiles direkt bei der Aufnahme der Fadenschlinge durch den Hauptgreifer beginnt und erst beim Freigeben der Fadenschlinge zu einem bestimmten Zeitpunkt endet, wenn die Verriegelung des Doppelkettenstichs vollendet ist. Betrachtet man einen vollständig ausgeführten Doppelkettenstich, so befindet sich die aufgenommene Fadenschlinge über mehr als W des Gesamtzeitablaufes für einen Gesamtstichablauf auf dem Hauptgreifer.

Innerhalb dieser Zeit nimmt die Fadenschlinge zu bestimmten Zeitpunkten exakt vorbestimmbare Positionen ein, um das Fadendreieck korrekt aufzuspannen und eine korrekte Verriegelung zu gewährleisten, ohne daß Fehlstiche erzeugt werden, die ein Aufgehen der Naht zur Folge hätten. Dadurch, daß das Hilfsteil mehrere Funktionsflächen beziehungsweise Funktionskanten aufweist, wird im Zusammenwirken mit dem Bewegungsablauf des Hilfsteiles ermöglicht, die Fadenschlinge in definierte, für den Nähprozeß entscheidende zeitliche und räumliche Positionen zu bringen beziehungsweise das Fadendreieck entsprechend groß und örtlich exakt zu positionieren.

Insbesondere hierdurch ist sichergestellt, daß auch im schnellgetakteten Automatenbetrieb eine Doppelkettenstichnaht sowohl gradlinig, als auch bei der von der geraden Linie abweichender Nahtbildung als auch in Nährichtungsumkehr entgegen der Nahtrichtung erstellt wird.

Die in den Ansprüchen angegebene Funktionskante kann in beliebiger Weise ausgebildet sein. Sie kann beispielsweise durch eine Abwinklung eines Formteiles abgebildet sein. Sie kann aber auch durch einen glatten Stab oder dergleichen gebildet sein, der eine Kerbe oder ein ähnliches Element aufweist. Wesentlich ist für die Funktion lediglich, daß die Funktionskante den Nadelfaden und den Greiferfaden in einem Punkt zusammenhält, so daß durch die Bewegung des Hilfsteiles das entsprechende Fadendreieck aufgespannt werden kann.

Die Erfindung ist nachstehend anhand der schematischen Zeichnungsfiguren näher erläutert.

Es zeigt : Figur l eine schematische Ansicht der hier interessierenden Elemente in Vorderansicht ;

Figur 2 und 3 die wesentlichen Elemente in unterschiedlichen Funktionsstellungen in Draufsicht gesehen.

In den Zeichnungsfiguren sind lediglich die im Zusammenhang mit der Erfindung wesentlichen Teile gezeigt. Die wesentlichen Elemente der industriellen, Doppelkettenstiche erzeugenden Nähmaschine sind die Nähnadel l mit einer Lochung 2 an der Nadelspitze zur Durchführung des Nadelfadens 3, welcher den Oberfaden darstellt sowie ein unterhalb der Nähebene 4 befindlicher, synchron zur Nähnadel l angetriebener Hauptgreifer 5, dessen Arbeitsrichtung bei 6 angegeben ist. Die Nähnadel l führt Bewegungen in Richtung des Pfeiles 7 aus. Der Hauptgreifer 5 führt den Greiferfaden 8, der an einer Lochung 9 des Hauptgreifers austritt. Aus Vereinfachungsgründen ist in der Zeichnung eine Stichplatte oder dergleichen, die zum Auflegen der Stoffbahn in der Nähebene 4 dient, nicht gezeigt, ebenso wie ein möglicherweise vorgesehener Stoffpresser, der den Stoff in der Nähebene 4 gegen die Stichplatte oder gegen einen ebenfalls nicht dargestellten gegebenenfalls vorgesehenen Stoffrücker (Transporteur) preßt.

Während in der Figur l die Blickrichtung der Zeichnungsfigur parallel zur Transportrichtung der entsprechenden zu vernähenden Stoffbahn in der Nähebene 4 gerichtet ist, ist die Blickrichtung in Figur 2 und 3 orthogonal zur Nähebene 4, und zwar unterhalb der Nähebene 4 gesehen.

Die normale Transportrichtung der zu nähenden Ware ist bei 10 durch einen Pfeil angegeben.

Diese Richtung entspricht der normalen Nahtrichtung, während die entgegengesetzte Richtung der Richtungsumkehr entgegengesetzt zur Nahtrichtung entspricht. Zur Bildung der Doppelkettenstichnaht beim Nähen entgegen der Nahtrichtung 10, wird ein Hilfsteil 11 wirksam (die Wirkungsweise wird nachstehend noch näher erläutert), welches beim Nähen in Nahtrichtung 10 unwirksam sein kann, sofern allein durch die Bewegung des Nähgutes das später noch beschriebene Fadendreieck aufgespannt wird.

In Figur 2 und 3 ist das vom Greiferfaden 8 und von der Schlinge des Nadelfadens 3 gebildete Fadendreieck ersichtlich, in welches die Nadel l mit dem fortlaufenden Nadelfaden 3 einsticht.

Beim Nähen in Nahtrichtung 10 wird dieses Fadendreieck selbständig allein durch den Stofftransport aufgespannt, so daß der Einstich der abgehenden Nadel l in den von dem

aufgespannten Fadendreieck umgebenden Bereich zwangsweise richtig erfolgt. Bei Abweichungen von der Nahtrichtung 10, insbesondere auch beim Nähen entgegen der Nahtrichtung 10, sorgt das Hilfsteil 11 dafür, daß das Fadendreieck so aufgespannt wird, daß der vom Fadendreieck umgebene Bereich von der Nadel l im Abwärtsgang getroffen wird. Das Hilfsteil 11 ist in unterschiedlichen Positionen gezeigt, nämlich in den Arbeitspositionen I bis IV, wobei das Hilfsteil 11 eine von der Kreisform abweichende, kurvenartige, in sich geschlossene Bewegung durchführt, beginnend von der Position I über die Position II hin zu der Position III und dann zu der Position IV und nachfolgend zurück in die Position I.

Beim Nähen in eine andere Richtung als der Nahtrichtung 10 entspricht, insbesondere auch beim Nähen entgegen der Nahtrichtung 10 nimmt der Hauptgreifer 5, die von der Nähnadel l gebildete Fadenschlinge des Nadelfadens 3 auf, wie insbesondere in Figur l verdeutlicht ist.

Der Hauptgreifer 5 verfährt dabei quer zur Nahtrichtung 10 in Richtung des Pfeiles 6. In dieser Position bewegt sich das Hilfsteil 11 aus der Position gemäß I in die Position II (wie in Figur l und 2 gezeigt ist), wodurch mit der ersten Funktionsfläche 12, zum Beispiel einer Randkante, der die Schlinge bildende Nadelfaden

3 aufgenommen und auf den Hauptgreifer 5 entgegen dessen Arbeitsrichtung 6 aufgeschoben und gehalten wird, um ein Abgleiten von dem Hauptgreifer 5 zu verhindern und ein ausreichend großes Fadendreieck aufzuspannen. Dies geschieht durch eine relativ schnelle Bewegung des Hilfsteiles 11 entgegen der Arbeitsrichtung 6 des Hauptgreifers 5, aus der Position I in die Position II.

Zur Vorbereitung des Nadelfadens 3 und des Greiferfadens 8 zur Bildung des Fadendreiecks wird das Hilfsteil 11 dann aus der Position II in die Position III verlagert, bis der Nadelfaden 3 und der Greiferfaden 8 die Kante 13, zum Beispiel einen Eckbereich, Winkelbereich oder gerundeten Eckbereich, des Hilfsteiles 11 erreicht und dort gehalten wird. Auf diese Weise wird zwischen dem Bereich der Nadelfadenschlinge, die auf dem Hauptgreifer 5 gehalten ist, dem freien Greiferfaden 8 und dem Hauptgreifer 5 ein Fadendreieck aufgespannt, in welches die Nähnadel l beim Abwärtsgang einsticht. Der Nadelfaden 3 und der Greiferfaden 8 werden solange an dem Eckbereich 13 geführt, bis die Nähnadel l sicher in das Fadendreieck eingestochen hat.

Durch die zweite Funktionsfläche 14, zum Beispiel eine Randkante, wird der

Zusammenführungsbereich der Fäden vom Hauptgreifer 5 heruntergeführt, wobei das Fadendreieck unter Verkleinerung der Dreiecksfläche noch solange geöffnet bleibt, bis die nächste Schlingenbildung des Nadelfadens 3 beginnt. Durch schnelles Herausfahren der Funktionsfläche 14 kann der verriegelte Stich vom Greifer 5 abgleiten und der Nähprozeß kann analog von vorn beginnen. Dies wird durch die Darstellung in Figur 3, Position IV verdeutlicht, von welcher Position aus das Hilfsteil 11 wiederum die Position I einnimmt.

Der Hauptgreifer 5 bewegt sich dabei entgegen der Arbeitsrichtung 6 wieder in die Ausgangsstellung zurück. Im Ausführungsbeispiel ist das Hilfsteil 11 durch einen L-förmigen Winkel dargestellt. Der Querschnitt der Schenkel ist vorzugsweise rund, um Beschädigungen der Fäden auszuschließen. Die Form des Hilfsteiles 11 ist aber nicht notwendigerweise L-förmig, sondern es sind beliebige Formen möglich, solange nur die entsprechenden Funktionsflächen und Funktionskanten erhalten sind. Die Bewegungsbetätigung des Hilfsteiles kann über einen separaten Antrieb erfolgen. Die Betätigung kann auch über einen Excenterantrieb erfolgen, wobei durch die Excenterausbildung die verlangsamte und beschleunigte Bewegung des Hilfsteiles 11 in einfacher Weise zu realisieren

ist. Selbstverständlich ist es auch möglich, das Hilfsteil mit dem Antrieb der Nähmaschine zwangsweise zu koppeln, um einen Gleichlauf zu erreichen.

Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt, sondern im Rahmen der Offenbarung vielfach variabel.

Alle neuen, in der Beschreibung und/oder Zeichnung offenbarten Einzel-und Kombinationsmerkmale werden als erfindungswesentlich angesehen.