| WO/1983/003267 | IMPROVED PNEUMATIC TOW BLOOMING PROCESS AND APPARATUS |
| JP3269542 | PRODUCTION OF FIBROUS WEB AND DEVICE THEREFOR |
| JP54077711 | THREADING |
LENNEMANN, Friedrich (Mühlenhof 19, Neumünster, 24534, DE)
KALIES, Stefan (Das Schloss 2, Hoffeld, 24582, DE)
LENNEMANN, Friedrich (Mühlenhof 19, Neumünster, 24534, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens, bei welchem der Faden nach dem Schmelzspinnen durch eine Behandlungseinrichtung abgezogen, geführt und behandelt wird und bei welchem der Faden durch eine Aufwickeleinrichtung zu einer Spule aufgewickelt wird, wobei der Faden vom Schmelzspinnen bis zum Aufwickeln vertikal über mehrere Etagen geführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedienung der Behandlungseinrichtung aus einer ersten oberen Bedienplattform heraus ausgeführt wird und dass die Bedienung der Aufwickeleinrichtung in einer zweiten untern Bedienplattform erfolgt, wobei der Faden in einem übergangsbereich zwischen der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung durch einen Fadenwächter überwacht wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Faden bei einem Prozessstart in dem übergangsbereich automatisiert zu der Aufwickeleinrichtung übergeben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Bedienung der Aufwickeleinrichtung beim Prozessstart zum Anlegen des Fadens und beim Wechseln einer gewickelten Spule automatisiert aus- geführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zur überwachung des Fadens durch den Fadenwächter eine Fadenspan- nung an dem Faden gemessen wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit von den durch den Fadenwächter bereitgestellten Faden- spannungsmesswerten ein oder mehrere Steuerbefehle zur Steuerung der Behandlungseinrichtungen und/oder der Aufwickeleinrichtung generiert werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenspannungsmesswert mit einem hinterlegten Grenzwert verglichen wird, dass bei überschreitung des Grenzwertes der Steuerbefehl zur Steuerung der Behandlungseinrichtungen und/oder der Aufwickeleinrichtung ausgelöst wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Einhaltung des Grenzwertes der Fadenspannungsmesswert gemeinsam mit Zeit- und Ortsangaben in einem Datenspeicher hinterlegt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass bei Feststellung keiner Fadenspannung ein Steuerbefehl zum Durchtrennen des Fadens in einem Einlaufbereich zu den Behandlungseinrichtungen und/oder ein Steuerbefehl zu einer Neubedienung der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung ausgelöst wird.
9. Vorrichtung zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens, mit einer Spinneinrichtung(l), einer Behandlungsein- richtung (8) und einer Aufwickeleinrichtung (9), die etagenförmig übereinander entlang einer Maschinenlängsseite angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bedienung der Behandlungseinrichtung (8) an der Maschinenlängsseite eine erste obere Bedienplattform (27) oberhalb der Aufwickeleinrichtung (9) angeordnet ist, dass eine zweite untere Bedienplattform (45) vor der Aufwickeleinrichtung (9) vorgesehen ist und dass in einem übergangsbereich zwischen der Behandlungseinrichtung (8) und der Aufwickeleinrichtung (9) ein Fadenwächter (13) zur überwachung des Fadens (24) angeordnet ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die obere Bedienplattform (27) eine Durchlassöffnung (28) gegenüber der Aufwickeleinrichtung (9) enthält und der Durchlassöffnung (28) ein beweglicher Fadenführer (29) zur automatisierten übergabe des Fadens (24) an die Aufwickeleinrichtung (9) zugeordnet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufwickeleinrichtung (9) zumindest eine Wickelstelle mit zwei Spul- spindein (21.1, 21.2), die abwechselnd in einer Betriebsposition zum Wickeln einer Spule gehalten sind, und mehrere Hilfseinrichtungen (38) zum Anlegen des Fadens und zum Spulenwechsel aufweist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Fadenwächter (13) durch einen Fadenspannungssensor (13.1) gebildet ist, der mit einer Steuereinrichtung (37) gekoppelt ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (37) mit mehreren Steuergeräten (46.1 - 46.3) verbunden ist, wobei zumindest eines der Steuergeräte (46.2) der Behandlungseinrichtung (8) und ein zweites Steuergerät (46.1) der Aurwickeleinrichtung (9) zugeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fadenschneid- Absaugeinrichtung (12) unterhalb der Spinneinrichtung (1) angeordnet ist, die durch ein mit der Steuereinrichtung (37) gekoppel- tes zusätzliches Steuergerät (46.3) steuerbar ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass in der unteren Bedienplattform (45) eine Doffereinrichtung (42) angeord- net ist, welche der Aufwickeleinrichtung (9) zur Abnahme und Abtransport der Spulen (25) zugeordnet ist.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungseinrichtung (8) mehrere Galetten (14, 15) zum Verstrecken des Fadens aufweist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzliche Behandlungsaggregate (8.3) durch eine Texturierdüse (16) und eine Kühltrommel (15) gebildet sind. |
Verfahren und Vorrichtung zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.
Bei der Herstellung von synthetischen Fäden ist es bekannt, dass aus einer Polymerschmelze eine Vielzahl von Filamenten extrudiert werden, die nach Durchlauf einer Kühlstrecke zu dem Faden zusammengeführt werden. Anschließend erfolgt eine weitere Behandlung im Wesentlichen durch Verstreckung, Präparierung und Verwirbelung, um anschließend den Faden zu einer Spule aufzuwickeln. Die Ein- richtungen derartiger Vorrichtungen erstrecken sich üblicherweise über mehrere Etagen, so dass der Faden über mehrere Etagen geführt werden muss. Insbesondere bei Prozessbeginn ergeben sich dadurch aufwändige Bedienungen, um den Faden nacheinander in der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung anlegen zu können.
So ist beispielsweise aus der DE 103 55 294 Al ein Verfahren und eine Vorrichtung bekannt, bei welcher eine Spinneinrichtung zum Extrudieren und Abkühlen eines Fadens, eine Behandlungseinrichtung zum Behandeln des Fadens und eine Aufwickeleinrichtung zum Aufwickeln des Fadens zu einer Spule etagenförmig übereinander angeordnet sind. Dabei bilden die Einrichtungen entlang einer Maschinenlängsseite eine Mehrzahl von Herstellungspositionen zum gleichzeitigen Aufwickeln einer Vielzahl von Fäden. Um eine möglichst bedienungsfreundliche Fadenführung und Anordnung zu erhalten sind innerhalb der Spinneinrichtung die Spinndüsen in mehrere Längsmodule aufgeteilt. Somit lässt sich bei doppelseiti- ger Anordnung der Bedienung der Spinndüsen in den Spinneinrichtungen verbessern.
In der Praxis sind jedoch die Bedienungsanwendungen bei der Herstellung von synthetischen Fäden im Bereich der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung wesentlich häufiger auszuführen, da bei einem Fadenbruch jeweils ein Neuanlegen des Fadens erforderlich wird. Unabhängig davon, ob die Behandlungseinrichtung und die Aufwickeleinrichtung übereinander angeordnet sind, wie aus der DE 103 55 294 Al bekannt ist, oder wie beispielsweise aus der EP 0 718 424 Bl verschachtelt zueinander angeordnet sind, ergeben sich insbesondere im Bereich der Behandlungseinrichtungen Bedienungshöhen, die nur durch Einbin- düng einer zusätzlichen Etage oder durch zusätzliche Hilfsmittel zu überbrücken sind.
Aus dem Stand der Technik sind beispielsweise aus der WO 2004/015173 Vorrichtungen bekannt, die eine besonders kompakte Bauweise zwischen der Aufwi- ckeleinrichtung und der Behandlungseinrichtung vorsehen, um die Bedienung beider Einrichtungen aus einer Bedienplattform heraus vornehmen zu können. Derartige Verfahren und Vorrichtungen sind jedoch nur in den Fällen geeignet, bei welcher die Behandlungseinrichtung möglichst wenige Einzelaggregate und somit möglichst geringe Führungsstrecken des Fadens erfordern. Für den Fall, dass beispielsweise der synthetische Faden in der Behandlungseinrichtung neben der Verstreckung eine zusätzliche Texturierung erhalten soll, können derartige Verfahren und Vorrichtungen nicht verwendet werden. Neben den zum Verstrecken erforderlichen Galetten werden in der Behandlungseinrichtung zusätzliche Vorrichtungen, wie beispielsweise eine Texturierdüse, eine Kühltrommel, Relaxi- ongaletten, Verwirbelungseinrichtungen benötigt.
Es ist nun Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln eines synthetischen Fadens der gattungsgemäßen Art bereitzustellen, bei welcher die Behandlungseinrichtung und Aufwickeleinrichtung in möglichst einfacher Art und Weise bedienbar sind.
Ein weiteres Ziel der Erfindung ist es, bei Prozessunterbrechungen ein schnelles Anlegen der Fäden der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung zu ermöglichen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch 1 sowie durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 9 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind durch die Merkmale und Merk- malskombinationen der jeweiligen Unteransprüche definiert.
Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass die Bedienungen der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung voneinander getrennt sind. So können die manuellen und automatisierten Vorgänge bei der Bedienung der Behandlungs- einrichtung und bei der Bedienung der Aufwickeleinrichtung individuell berücksichtigt und umgesetzt werden. Die Verknüpfung zwischen der Bedienung der Behandlungseinrichtung und der Bedienung der Aufwickeleinrichtung wird hierbei vorteilhaft durch eine Fadenüberwachung mittels Fadenwächters in einem übergangsbereich zwischen der Behandlungseinrichtung und der Aufwickelein- richtung vorgenommen. Somit lässt sich beispielsweise trotz unterschiedlicher Bedienplattformen eine im Wesentlichen nacheinander verzögerungsfreie Bedienung der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung realisieren. So kann beispielsweise die Bedienung der Aufwickeleinrichtung erst freigegeben werden, nachdem der Faden vom Fadenwächter erfasst und erkannt ist.
Um insbesondere beim Prozessstart den Faden möglichst schnell anzulegen, ist die Verfahrensvariante besonders vorteilhaft, bei welcher der Faden bei einem Prozessstart in dem übergangbereich automatisiert zu der Aufwickeleinrichtung übergeben wird. Damit lässt sich unmittelbar nach Beendigung der Bedienung der Behandlungseinrichtung der Faden übernehmen, um den Faden der Bedienung der Aufwickeleinrichtung zuzuführen.
Hierbei ist besonders vorteilhaft, die Ausgestaltung der Erfindung dadurch, dass die Bedienung der Aufwickeleinrichtung beim Prozessstart zum Anlegen des Fadens und beim Wechseln einer gewickelten Spule automatisiert ausgeführt wird. Die erfindungsgemäße Vorrichtung weist hierzu eine Aufwickeleinrichtung mit zumindest zwei Spulspindeln in einer Wickelstelle, die abwechselnd in einer Betriebsposition zum Wickeln einer Spule gehalten sind, sowie mehrere Hilfseinrichtungen zum Anlegen des Fadens und zum Spulenwechsel auf. So können beispielsweise alle manuelle Arbeiten, die insbesondere beim Umschlingen von Ga- letten und Einlegen in Verwirbelungseinrichtungen erforderlich sind, von der oberen Bedienplattform herausgeführt werden. Die weitere Bedienung in der unterhalb der Bedienplattform angeordneten Aufwickeleinrichtung erfolgt automatisiert, so dass eine Bedienperson keinen Wechsel der Bedienplattformen bei Prozessstart vornehmen muss.
Zur überwachung des Fadens wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung vorgeschlagen, eine Fadenspannung an dem Faden mittels eines Fadenspannungsmessers zu erfassen. Die Fadenspannung hat sich als besonders vorteilhaftes Kriterium herausgestellt, um sowohl Anlegevorgänge als auch Wickelvor- gänge bei Prozessbeginn zu überwachen. So werden beispielsweise beim Erstanlegen eines Fadens in einer Aufwickeleinrichtung Hilfsfadenführer verwendet, um den Faden in vorbestimmte Führungsbahnen auszulenken. Hierbei treten änderungen der Fadenspannung auf, die üblichen Grenzwerte nicht überschreiten sollten. Des Weiteren ist insbesondere bei einem Prozesswechsel die beim Aufwi- ekeln des Fadens erzeugten Wickelspannungen zu überwachen, da zu hohe Wickelspannungen zu einer ungewollt festen Wicklung und somit zu Ausbauchungen bei den Spulen führen können.
Somit ist die Weiterbildung der Erfindung besonders vorteilhaft, bei welcher in Abhängigkeit von den durch den Fadenwächter bereitgestellten Fadenspannungs- messwert ein oder mehrere Steuerbefehle zur Steuerung der Behandlungseinrich-
tungen und/oder der Aufwickeleinrichtungen generiert werden. Somit lassen sich sehr schnell Fehlbedienungen oder Fehleinstellungen in der Aurwickeleinrichtung oder der Behandlungseinrichtung erkennen und durch entsprechende Steuerbefehle korrigieren.
Besonders vorteilhaft ist die Verfahrensvariante, bei welcher der Fadenspannungswert mit einem hinterlegten Grenzwert verglichen wird und bei welchem bei überschreitung des Grenzwertes der Steuerbefehl zur Steuerung der Behandlungseinrichtung und/oder der Aufwickeleinrichtung ausgelöst wird.
Die insbesondere zum Prozessbeginn durch den Fadenwächter bzw. den Fadenspannungssensor erfassten Messwerte lassen sich vorteilhaft auch während des gesamten Betriebes zur überwachung des Prozesses nutzen. So lassen sich beispielsweise gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung die Fadenspannungswerte bei Einhaltung des Grenzwertes gemeinsam mit einer Zeit und einer Ortsangabe in einem Datenspeicher hinterlegen. Derartige Daten können sowohl zur Kennzeichnung einer Spulenqualität als auch zur Kennzeichnung und überwachung des gesamten Prozesses genutzt werden.
Für den Fall, dass der Fadenspannungssensor keine Fadenspannung an einem Faden sensiert, lässt sich ebenfalls gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung dazu nutzen, um den Prozess zu unterbrechen. In der Regel lassen sich derartige Nullmesswerte nur durch das Fehlen eines Fadens erklären, so dass ein Steuerbefehl zum Durchtrennen des Fadens in einem Einlaufbereich zu den Be- handlungseinrichtungen und/oder ein Steuerbefehl zu einer Neubedienung der Behandlungseinrichtung und der Aufwickeleinrichtung ausgelöst wird. Diese Weiterbildung der Erfindung stellt somit eine besonders vorteilhafte Möglichkeit, um während des Prozesses einen möglichen Fadenbruch schnell zu erkennen.
Um trotz der Trennung zwischen der Bedienung der Behandlungseinrichtung und der Bedienung der Aufwickeleinrichtung insbesondere bei Prozessstart oder Pro-
zessunterbrechungen ein schnelles Anlegen zu erhalten, ist die erfϊndungsgemäße Weiterbildung der Vorrichtung bevorzugt verwendet, bei welcher eine Durchlass- öffhung gegenüber der Aufwickeleinrichtung in der oberen Bedienplattform enthalten ist. Zur automatisierten übergabe des Fadens an die Aufwickeleinrichtung ist der Durchlassöffnung ein beweglicher Fadenführer zugeordnet. Damit lässt sich der Faden nach der Bedienung der Behandlungseinrichtung unmittelbar durch den Fadenführer übernehmen und zur Aufwickeleinrichtung zuführen.
Zur Automatisierung des Anlegevorgangs in der Aufwickeleinrichtung ist diese bevorzugt mit zumindest zwei Spulspindeln ausgebildet, denen mehrere Hilfseinrichtungen zum Anlegen des Fadens und zum Wechseln der Spulen zugeordnet sind. Derartige Aufwickeleinrichtungen sind als Spulrevolverköpfe bekannt, bei welchen die Spulspindel an einem Drehteller geführt sind, um diese abwechselnd in eine Betriebsposition und ein Wechselposition zu führen.
Um die durch Fadenspannungssensor bereitgestellten Messsignale möglichst schnell und direkt in Steuerbefehle umsetzen zu können, ist eine Steuereinrichtung vorgesehen, die mit mehreren Steuergeräten verbunden ist, wobei zumindest eines der Steuergeräte der Behandlungseinrichtung und ein zweites Steuergerät der Aufwickeleinrichtung zugeordnet ist. Damit können beispielsweise bei Feststellung einer zu hohen Wickelspannung die Wickelgeschwindigkeit in der Aufwickeleinrichtung entsprechend angepasst werden.
Darüber hinaus ist die Steuereinrichtung mit einem Steuergerät gekoppelt, das eine Fadenschneid-Absaugeinrichtung zwischen der Spinneinrichtung und der Behandlungseinrichtung steuert. Damit können Fadenbrüche schnell behoben werden.
Bei einer automatisierten Ausführung der Bedienung der Aufwickeleinrichtung ist die Weiterbildung der erfindungsgemäßen Vorrichtung besonders vorteilhaft, bei welcher in der unteren Bedienplattform eine Doffereinrichtung angeordnet ist,
welche der Aufwickeleinrichtung zur Abnahme und Abtransport der Spulen zugeordnet ist.
Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung sind besonders geeignet, um schmelzgesponnene Fäden nach eine einstufigen oder mehrstufigen Behandlung kontinuierlich zu Spulen aufzuwickeln, wobei die bedienungsfreundliche Ausbildung der Einrichtungen insbesondere die Vermeidung von Größeren Produktionsunterbrechungen gewährleistet. Die Behandlungsaggregate der Behandlungseinrichtung können hierbei durch Galetten, Verwirbelungs- Vorrichtungen, Präparationsvorrichtungen, Absaugvorrichtungen und Kombinationen solcher Aggregate enthalten. Besonders vorteilhaft lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung auch zur Herstellung gekräuselter Fäden einsetzen. Somit weist die Behandlungseinrichtung zusätzliche Behandlungsaggregate, wie beispielsweise Texturierdüsen und Kühltrommeln auf.
Nachfolgend wird das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung anhand einiger Ausführungsbeispiele unter Bezug auf die beigefügten Figuren näher erläutert.
Es stellen dar
Fig. 1 und
Fig. 2 schematisch mehrere Ansichten eines ersten Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
Fig. 3 schematisch eine Ansicht einer Aufwickeleinrichtung des Ausführungsbeispiels aus Fig. 1 und Fig. 2
Fig. 4 und Fig. 5 schematisch mehrere Ansichten eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Vorrichtung.
In Fig. 1 und Fig. 2 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zum Schmelzspinnen, Behandeln und Aufwickeln von einem synthetischen Faden in mehreren Ansichten gezeigt. In Fig. 1 ist schematisch eine Vor- deransicht und in Fig. 2 schematisch eine Seitenansicht der Vorrichtung dargestellt. Insoweit kein ausdrücklicher Bezug zu einer der Figuren gemacht ist, gilt die nachfolgende Beschreibung für beide Figuren.
Die Vorrichtung wird in diesem Ausführungsbeispiel durch eine Spinneinrichtung 1, eine Behandlungseinrichtung 8 und eine Aufwickeleinrichtung 9 gebildet, die etagenförmig übereinander angeordnet sind. Die Spinneinrichtung 1 , die Behandlungseinrichtung 8 und die Aufwickeleinrichtung 9 bilden eine Herstellungsposition, wobei üblicherweise eine Mehrzahl von derartigen Herstellungspositionen nebeneinander zu einer Maschinenlängsseite angeordnet sind.
Die Spinneinrichtung 1 weist in der Herstellungsposition zwei Spinndüsen 2.1 und 2.2 auf. Die Spinndüsen 2.1 und 2.2 sind an einer Unterseite eines beheizten Spinnbalkens 6 gehalten. Der Spinnbalken 6 ist über eine Schmelzezuführung mit einer hier nicht dargestellten Schmelzequelle verbunden. Durch die Schmelzezu- führung 7 wird eine Polymerschmelze durch ein hier nicht näher dargestelltes Verteilsystem mit zugeordneten Spinnpumpen auf die einzelnen Spinndüsen 2.1 und 2.2 verteilt.
Unterhalb des Spinnbalkens 6 ist eine Kühlvorrichtung 3 angeordnet, die jeweils mit einem Spinnschacht 4 zusammenwirkt. Die Kühlvorrichtung 3 ist als Quer- stromanblasung ausgebildet, bei welcher ein quer gerichteter Kühlluftstrom zur Abkühlung der frisch extrudierten Filamente erzeugt wird. An dieser Stelle sei jedoch ausdrücklich erwähnt, dass auch andere hier nicht dargestellte Kühlprinzipien zur Abkühlung der Filamente innerhalb des Spinnschachtes genutzt werden könnten, so lassen sich auch so genannte Blaskerzen, bei welcher ein von innen
nach außen gerichteter Kühlluftstrom erzeugt wird, zur Abkühlung der Filamente nutzen.
Unterhalb der Spinneinrichtung 1 ist die Behandlungseinrichtung 8 angeordnet. Die Behandlungseinrichtung 8 weist eine Präparationsvorrichtung 8.1 und eine Streckvorrichtung 8.2 auf. Die Streckvorrichtung 8.2 ist der Präparationseinrichtung 8.1 nachgeordnet und wird durch ein Abzugsgalettenduo 14 und ein Streck- galettenduo 15 gebildet. Das Abzugsgalettenduo 14 und das Streckgalettenduo 15 weisen jeweils zumindest eine angetriebene Galette auf, an dessen Umfang die Fäden 24.1 und 24.2, die jeweils durch Zusammenführen der Filamente gebildet sind, in mehrfachen Umschlingungen geführt sind.
Die Präparationsvorrichtung 8.1, die beispielsweise als Stiftpräparation oder wie hier dargestellt als Walzenpräparation ausgebildet sein kann, ist unmittelbar dem Auslass des Spinnschachtes 4 zugeordnet und mit einem Konvergenzfadenführer 5 kombiniert. Der Konvergenzfadenführer 5 führt die Filamente einer Spinndüse 2.1 oder 2.2 zu einem Faden 24.1 oder 24.2 zusammen.
Die Streckvorrichtung 8.2 der Behandlungseinrichtung 8 ist an einer Gestellwand 26 angeordnet. Hierbei ragen die für die Fadenführung maßgeblichen Bauteile der Behandlungsaggregate 8.2 auf eine Vorderseite der Gestellwand 26 hervor. Die elektrischen Antriebe und Steuerung sind dabei gegenüberliegend auf der Rückseite der Gestellwand 26 angeordnet.
Im oberen Bereich der Gestellwand 26 ist eine Fadenschneid- Absaugeinrichtung 12 angeordnet. Derartige Einrichtungen, die auch als Fadenhacker bezeichnet werden, weisen Mittel zum Durchtrennen der Fäden und zum Absaugen der Fäden auf, um während eines Fadenbruchs das Extrudieren der Polymerschmelze durch die Spinndüse kontinuierlich fortzuführen. Derartige Fadenschneid- Absaugeinrichtungen 12 sind allgemein bekannt und beispielsweise in der
EP 1 049 823 Bl beschrieben, so dass weitere Erläuterungen an dieser Stelle entbehrlich sind.
Der Fadenschneid- Absaugeinrichtung 12 ist ein Sammelfadenführer 11 zugeord- net, welcher die Fäden 24.1 und 24.2 auf einen engeren Fadenabstand für die nachfolgende Behandlung zusammenführt.
Die Aufwickeleinrichtung 9 ist ebenfalls an der Gestellwand 26 gehalten. Die Gestellwand 26 kann hierzu einteilig oder auch mehrteilig ausgebildet sein.
In dem übergangsbereich zwischen der Behandlungseinrichtung 8 und der Aufwickeleinrichtung 9 ist an der Gestellwand 6 ein Fadenwächter 13 angeordnet. Der Fadenwächter 13 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Fadenspannungssensor ausgebildet, welcher eine Fadenspannung in einem der Fäden 24.1 und 24.2 erfasst. Den Fäden 24.1 und 24.2 ist hierbei jeweils ein Fadenspannungssensor
13.1 und 13.2 zugeordnet. Die Fadenspannungssensoren 13.1 und 13.2 sind über eine Signalleitung mit einer Steuereinrichtung 37 verbunden.
Die Aufwickeleinrichtung 9 weist eine Wickelstelle auf, die zum Aufwickeln der beiden Fäden 24.1 und 24.2 zwei angetriebene Spulspindeln 21.1 und 21.2 aufweist. Die Spulspindeln 21.1 und 21.2 sind an einem drehbaren Spindelträger 20 gehalten. Durch den Spindelträger 20 werden die Spulspindeln 21.1 und 21.2 abwechselnd zwischen einer Betriebsstellung und einer Wechselstellung geführt. In der Betriebsstellung wirken die Spulspindeln 21.1 und 21.2 mit einer Andrück- walze 23 und einer Changiereinrichtung 22 zusammen, um die Fäden 24.1 und
24.2 zu jeweils einer Spule 25.1 und 25.2 zu wickeln.
In der Wickelstelle sind den Spulspindeln 21.1 und 21.2 Hilfseinrichtungen 38 zugeordnet, um einen Spulenwechsel selbsttätig ausführen zu können. Die Hilfs- einrichtungen 38, die als Beispiel durch eine Abschiebegabel für Spulen gebildet ist, weisen zudem einen Anlegearm 29 auf, der seitlich neben den Spulspindeln
21.1 und 21.2 gehalten ist und in einer schwenkbaren Achse das Erstanlegen eines Fadens unterstützt. Die Funktion des Anlegearmes 39 wird nachfolgend noch näher erläutert.
An der Rückseite der Gestellwand 26 sind die den Behandlungsaggregaten und der Aufwickeleinrichtung zugeordneten Antriebs- und Steueraggregate angeordnet. Beispielhaft sind in Fig. 2 hierzu das den Antrieben und Aktoren der Aufwickeleinrichtung 9 zugeordnete Steuergerät 46.1, das Steuergerät 46.2 der Antriebe der Streckvorrichtung 8.2 und das Steuergerät 46.3 der Aktoren der die Faden- schneid- Absaugeinrichtung 12 gezeigt. Die Steuergeräte 46.1, 46.2 und 46.3 sind mit der Steuereinrichtung 37 verbunden. Die Steuereinrichtung 37 verfügt zusätzlich über eine Visualisierungseinrichtung 47, die beispielsweise durch einen Monitor gebildet sein kann.
Das Steuergerät 46.1 ist den Antrieben der Aufwickeleinrichtung 9 insbesondere der Spulspindeln 21.1 und 21.2 zugeordnet.
Zur Bedienung der Herstellungsposition zu Prozessstart beim Anlegen eines Fadens in die Behandlungseinrichtung 8 und in die Aufwickeleinrichtung 9 ist an der Maschinenlängsseite eine obere Bedienplattform 27 in Höhe zwischen der Behandlungseinrichtung 8 und der Aufwickeleinrichtung 9 sowie eine untere Bedienplattform 45 unmittelbar vor der Aufwickeleinrichtung 9 angeordnet. Die Bedienplattformen 27 und 45 erstrecken sich über die gesamte Länge der Maschinenlängsseite, so dass eine Bedienperson beispielsweise aus der oberen Bedien- plattform 27 heraus alle erforderlichen Arbeitsgänge zum Anlegen des Fadens oder zur Wartung der Behandlungsaggregate 8.1 und 8.2 ausführen kann. So lassen sich beim Anspinnen die an dem Spinnschacht 4 austretenden Fäden 24.1 und
24.2 beispielsweise durch eine manuell geführte Saugpistole übernehmen und nacheinander in die Behandlungsaggregate 8.1 und 8.2 anlegen. Durch die erhöhte Position der oberen Bedienplattform 27 in der Maschinenlängsseite lassen sich
sämtliche Arbeitsoperationen zur Bedienung der Behandlungseinrichtung durch eine Bedienperson ausführen.
Im Bereich der Wickelstelle der Aufwickeleinrichtung 9 weist die obere Bedien- plattform 27 eine Durchlassöffnung 28 auf, die eine Fadenübergabe sowie einen Fadenlauf während eines Anlegevorganges ermöglicht. Zur Fadenübergabe an die unterhalb der unteren Bedienplattform 27 ausgebildeten Wickelstelle ist der Wickelstelle ein beweglicher Fadenführer 29 zugeordnet. Der bewegliche Fadenführer 29 lässt sich zwischen einer Bedienposition und einer Anlegeposition führen. In Fig. 1 und Fig. 2 ist der Fadenführer 29 in einer Bedienposition in der Nähe der Durchlassöffnung 28 gezeigt. Der bewegliche Fadenführer 29 ist in diesem Ausführungsbeispiel durch ein Umlenkmittel 31 gebildet, das auskragend mit einem Führungsschlitten 32 verbunden ist. Das Umlenkmittel 31 kann beispielsweise durch einen Umlenkstift oder eine Umlenkrolle gebildet sein. Der Führungsschlit- ten 32 ist in vertikaler Richtung an einer Führungsschiene 33 geführt und lässt sich somit zwischen der Bedienposition und einer unteren Anlegeposition verfahren. Zur weiteren Erläuterung der Funktion des beweglichen Fadenführers 29 wird nachfolgend noch näher eingegangen.
In Fig. 3 ist ein Ausführungsbeispiel der Wickelstelle der Aufwickeleinrichtung 9 der Fig. 1 und 2 in einer Situation gezeigt, in welcher die Fäden 24.1 und 24.2 zu Prozessbeginn an einer der Spulspindeln zum Aufwickeln einer Spule angelegt wird. Die Situation ist hierbei am Fadenlauf eines Fadens dargestellt.
Zu Beginn des Anlegevorgangs ist der bewegliche Fadenführer 29 in der Nähe der Durchlassöffnung 28 in seiner Bedienstellung gehalten. Zur Fadenführung weist der Fadenführer 29 ein Umlenkmittel 31 auf, das an dem Führungsschlitten 32 gehalten ist. Nun werden die Fäden 24.1 und 24.2 über eine manuell geführte Saugpistole 34 aus der oberen Bedienplattform 27 heraus kontinuierlich aus der Spinneinrichtung 1 abgezogen und zu einem Abfallbehälter geführt. Zunächst werden die Fäden 24.1 und 24.2 in die Behandlungsaggregate 8.1 und 8.2 der Be-
handlungseinrichtung 8 nacheinander eingelegt, um am Ende in den Fadenwächter 13 sowie einem Kopffadenführer 30 eingefädelt zu werden. Dann führt eine Bedienperson die Saugpistole 34 mit den Fäden 24.1 und 24.2 in einer Schlinge um das Umlenkmittel 31 und verharrt mit der Saugpistole 34 in einer Wartestellung an der oberen Bedienplattform 27. Die Fäden 24.1 und 24.2 sind dadurch in den beweglichen Fadenführer 29 eingefädelt. Durch Bedienelemente im Bereich der Behandlungseinrichtung 8 löst die Bedienperson den Antrieb des Führungsschlittens 32 aus, so dass sich der Fadenführer 29 aus der Bedienposition in die Anlegeposition vertikal nach unten in Richtung der unteren Bedienplattform 45 be- wegt. Die Anlegeposition ist in Fig. 3 im unteren Bereich der Führungsschiene 33 gestrichelt gezeigt. Hierbei wird das Führungsende des Fadenführers 29 in der Nähe der Spulspindel 21.1 und 21.2 gehalten. Der Fadenlauf zwischen dem Kopffadenführer 30, dem Umlenkstift 31 und der Saugpistole 34 ist ebenfalls gestrichelt eingezeichnet, wobei die Fäden 24.1 und 24.2 in dem Fadenwächter 13 ge- führt und überwacht werden. Nun wird im weiteren Verlauf des Anlegevorganges der Anlegearm 39 der Hilfseinrichtung 38 aktiviert, so dass ein Führungsende 40 des Anlegearmes 39 mit zunehmendem Schwenkwinkel in den Fadenlauf der zwischen dem Kopffadenführer 30 und dem Umlenkmittel 31 geführten Fäden 24.1 und 24.2 zutrifft. Das Führungsende 40 des Anlegearmes 39 greift die Fäden und lenkt diese in Richtung der Spulspindel 21.1 aus. Die Spulspindel 21.1 hält zwei Spulhülsen mit je einem Fangmittel, so dass die Fäden 24.1 und 24.2 ergriffen und durchtrennt werden. Die Spulreise der Wickelstelle 10.1 beginnt.
Somit lässt sich die Bedienung der Aufwickeleinrichtung 9 automatisiert ausfüh- ren, ohne dass die Bedienperson sich in die untere Bedienplattform 45 zum Anlegen der Fäden begibt. Die vor der Aufwickeleinrichtung 9 ausgebildete untere Bedienplattform 45 wird im Wesentlichen nur zum Abtransport der gewickelten Spulen genutzt. Ebenso lassen sich aus der unteren Bedienplattform 45 alle Bedienungen der Aufwickeleinrichtung 9 im Fall einer Wartung oder im Fall eines Fadenwickels ausführen. Die manuelle Bedienung der Vorrichtung unterhalb der
Spinneinrichtung 1 erfolgt im Wesentlichen aus der oberen Bedienplattform 27 heraus.
Während des Anlegevorganges und während des Aufwickeins der Fäden wird eine Fadenspannung an den Fäden 24.1 und 24.2 in den Fadenwächter 13 gemessen. Wie bereits in Fig. 2 dargestellt ist, werden die Messsignale des Fadenwächters 13 der Steuereinrichtung 37 aufgegeben. Innerhalb der Steuereinrichtung 37 werden die Fadenspannungsmesswerte der Fadenspannungssensoren 13.1 und 13.2 überwacht. Bei der überwachung wird zunächst registriert, ob die Faden- Spannungssensoren 13.1 und 13.2 einen Fadenspannungsmesswert bzw. einen Fadenlauf signalisieren. Für den Fall, dass kein Fadenspannungsmesswert erfasst wird, liegt ein Fehlverhalten beispielsweise durch einen Fadenbruch vor. In diesem Fall wird in der Steuereinrichtung 37 ein Steuerbefehl generiert und unmittelbar dem Steuergerät 46.3 zugeführt. über das Steuergerät 46.3 wird die Faden- schneid- Absaugeinrichtung 12 aktiviert, um die Fäden 24.1 und 24.2 unterhalb der Spinneinrichtung 1 zu durchtrennen und über eine Absaugung einem Garnabfallbehälter zuzuführen. Gleichzeitig lässt sich über die Steuereinrichtung 37 weitere Steuerbefehle generieren, um zunächst über die Steuergeräte 46.1 und 46.2 eine Abschalten der Streckvorrichtung 8.2 und der Aufwickeleinrichtung 9 einzu- leiten. über eine mit der Steuereinrichtung 37 verbundene Visualisierungseinrichtung 47 kann einer Bedienperson signalisiert werden, dass in der Herstellungsposition ein Fadenbruch aufgetreten ist und die Bedienung der Behandlungseinrichtung 8und die Bedienung der Aufwickeleinrichtung 9 zum Neuanlegen des Fadens erforderlich ist. Neben der als Monitor dargestellten Visualisierungseinrich- tung 47 könnte diese zusätzliche Signalgeber aufweisen, die unmittelbar der Herstellungsposition zugeordnet sind und durch akustische oder optische Signale den Fadenbruch in der Herstellungsposition anzeigen.
Für den Fall, dass durch die Fadenspannungssensoren 13.1 und 13.2 an den Fäden 24.1 und 24.2 Fadenspannungsmesswerte erfasst und der Steuereinrichtung 37 aufgegeben werden, wird ein Vergleich der Messwerte mit einem hinterlegten
Grenzwert für die Fadenspannung durchgeführt. Der für die Fadenspannung in der Steuereinrichtung 37 hinterlegte Grenzwert ist derart gewählt, dass beim Aufwickeln des Fadens zu einer Spule eine maximale Wickelspannung nicht überschritten wird. Insbesondere bei Prozessumstellungen können Zustände auftreten, bei welchen der Faden mit einer überhöhten Wickelspannung gewickelt wird. In diesen Fällen wird in der Steuereinrichtung 37 eine überschreitung des Grenzwertes der Fadenspannung ermittelt und ein Steuerbefehl zur Steuerung der Behandlungseinrichtung 8 und / oder der Aufwickeleinrichtung 9 ausgelöst. So lässt sich beispielsweise über das Steuergerät 46.1 unmittelbar der Antrieb der Spulspindel 21.1 oder 21.2 derart ansteuern, dass eine verminderte Wickespannung beim Aufwickeln des Fadens 24.1 und 24.2 entsteht. Alternativ könnte jedoch auch die Streckvorrichtung 8.2 und hierbei insbesondere die Antriebe der Galetten 14 und 15 gesteuert werden, um der Wickelspannung durch Erhöhung der Fadengeschwindigkeit gegenzuwirken.
Für den Fall, dass die überhöhung der Wickelspannung zu einer unzulässigen gewickelten Spule führt, besteht jedoch auch die Möglichkeit, dass die Steuereinrichtung 37 unmittelbar das Steuergerät 46.3 ansteuert, um die Fadenschneid- Absaugeinrichtung 12 zu aktivieren. Alternativ könnten jedoch auch die Steuerge- rate 46.1 genutzt werden, um einen Spulenwechsel in der Aufwickeleinrichtung 9 einzuleiten. Derartige Steuerfolgen können jedoch auch zunächst über die Visualisierungseinrichtung 47 einer Bedienperson angezeigt werden, welche dann die erforderlichen Steuerbefehle auswählt.
In den Figuren 4 und 5 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfmdungsgemä- ßen Vorrichtung in mehreren Ansichten gezeigt. In Fig. 4 ist die Vorrichtung schematisch in einer Vorderansicht und in Fig. 5 schematisch in einer Seitenansicht dargestellt. Insoweit kein ausdrücklicher Bezug zu einer der Figuren gemacht ist, gilt die nachfolgende Beschreibung für beide Figuren.
Das Ausfuhrungsbeispiel nach Fig. 4 und Fig. 5 ist im Wesentlichen identisch zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2. Insoweit wird nachfolgend nur der Unterschied erläutert und ansonsten auf die vorgenannte Beschreibung Bezug genommen.
Bei der in Fig. 4 und 5 dargestellten erfmdungsgemäßen Vorrichtung sind die Spinneinrichtung 1, die Behandlungseinrichtung 8 und die Aufwickeleinrichtung 9 zu einer einfädigen Fadenführung pro Herstellungsposition kombiniert. Die Spinneinrichtung enthält hierbei in der Herstellungsposition drei Spinndüsen 2.1, 2.2 und 2.3, die an einer Unterseite eines beheizten Spinnbalkens 6 gehalten sind. Die Spinndüsen 2.1, 2.2 und 2.3 sind über getrennte Schmelzezuführungen 7.1, 7.2 und 7.3 mit mehreren hier nicht dargestellten Schmelzequellen verbunden. Durch jede der Schmelzequellen wird jeweils eine Polymer schmelze bereitgestellt, die in jeder der Spinndüse 2.1, 2.2 und 2.3 zu jeweils einer Filamentschar extrudiert wird. Hierbei können die Polymerschmelzen beispielsweise in unterschiedlichen Farben eingefärbt sein, um aus den drei Teilfäden einen so genannten Trico lorfaden zu erzeugen. Derartige Tricolorfäden werden insbesondere zur Herstellung von Teppichen benötigt. Die durch die Spinndüsen 2.1, 2.2 und 2.3 erzeugten Filamente werden zu einem Faden 24 zusammengeführt.
Die unterhalb des Spinnbalkens 6 angeordnete Kühlvorrichtung 3 ist identisch zu dem vorgenannten Ausführungsbeispiel ausgebildet.
Unterhalb des Spinnschachtes 4 ist die Behandlungseinrichtung 8 mit ihren Be- handlungsaggregaten 8.1, 8.2, 8.3 und 8.4 angeordnet. Behandlungseinrichtung 8 weist somit jeweils eine Präparationsvorrichtung 8.1, eine Streckvorrichtung 8.2, eine Kräuseleinrichtung 8.3 und eine Relaxiervorrichtung 8.4 auf. Die Behandlungseinrichtungen 8.2, 8.3 und 8.4 sind an einer Gestellwand 26 gehalten. Im einzelnen wird die Streckvorrichtung 8.2 durch ein Abzugsgalettenduo 14 und ein Streckgalettenduo 15 gebildet, die auskragend an der Gestellwand 26 gehalten sind. Der Streckvorrichtung 8.2 folgt die Kräuseleinrichtung 8.3, die eine Textu-
rierdüse 16 und eine Kühltrommel 17 enthält. Innerhalb der Texturierdüse 16 werden die Einzelfäden zu einem gemeinsamen Faden texturiert und als Fadenstopfen am Umfang der Kühltrommel 17 abgekühlt. Nach der Abkühlung wird der Faden aus dem Fadentopfen aufgelöst und über die Relaxiervorrichtung 8.4 der Aufwickeleinheit 9 zugeführt. Die Relaxiervorrichtung 8.4 enthält jeweils mehrere Relaxiergaletten 18.1 und 18.2, die jeweils aus einer angetriebenen Galette mit zugeordneter überlaufrolle gebildet sind. Zwischen den Relaxiergaletten 18.1 und 18.2 ist eine Verwirbelungseinrichtung 19 angeordnet, um den Faden vor der Aufspulung zu kompaktieren.
Im Fadenlauf unterhalb der Relaxiervorrichtung 8.4 ist im übergangsbereich zu der Aufwickeleinrichtung 9 ein Fadenwächter 13 vorgesehen. Der Fadenwächter 13 kann in diesem Fall ebenfalls als Fadenspannungssensor ausgebildet sein, um eine Fadenspannung an dem Faden 24 zu messen.
Unterhalb des Fadenwächters 13 ist die Aufwickeleinrichtung 9 angeordnet, die im Wesentlichen identisch zu dem vorgenannten Ausführungsbeispiel ist. Hierbei wird in der Wickelstelle nur ein Faden 24 zu einer Spule 25 gewickelt. Zur Erläuterung des Aufbaus und der Funktion der Wickelstelle wird zu der vorgenannten Beschreibung zu dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 und 2 Bezug genommen.
In der Höhe zwischen der Behandlungseinrichtung 8 und der Aufwickeleinrichtung 9 ist die obere Bedienplattform 27 angeordnet, die gegenüber der Aufwickeleinrichtung 9 eine Durchlassöffnung 28 aufweist. Insoweit erfolgt die Fadenüber- gäbe beim Erstanlegen über die Durchlassöffnung 28. Unterhalb der oberen Bedienplattform 27 ist die zweite untere Bedienplattform 45 unmittelbar vor der Aufwickeleinrichtung 9 angeordnet. Hierbei ragen die Spulspindeln 21.1 und 21.2 mit ihren freien Enden in Richtung der unteren Bedienplattform 45. Der unteren Bedienplattform 45 ist eine Doffereinrichtung 42 zugeordnet, welche einen voll automatischen Wechsel der Spulen 25 der Aufwickeleinrichtung 9 ausführt. Die Doffereinrichtung 42 weist hierzu eine der Wickelstelle zugeordnete Spulwech-
selvorrichtung 43 auf. Die Spulwechselvorrichtung 43 wirkt mit einer Spulen- transporteinrichtung 44 zusammen, durch welche die von den Wickelstellen abgenommenen Spulen 25 abgeführt werden. Die Spulentransporteinrichtung 44 ist in diesem Ausführungsbeispiel als eine Hängebahn ausgebildet, die sich oberhalb der unteren Bedienplattform 45 erstreckt. Die Spulwechselvorrichtung 43 wird durch einen Schwenkarm gebildet, der beispielsweise die Zuführung der Hülsen übernimmt. Die Ausbildung der Doffereinrichtung 42 ist beispielhaft. So könnte die Spulentransporteinrichtung 44 auch durch ein Transportband in der unteren Bedienplattform 45 sein, auf welches die Spulen abgelegt werden.
In Fig. 5 sind die zur Steuerung der Antriebe und Aktoren vorgesehene Steuergeräte 46.1 bis 46.4 angeordnet, die beispielsweise mit den Galettenantrieben, dem Walzenantrieb der Kühltrommel, dem Changierantrieb, den Spindelantrieben der Spulspindeln sowie den Drehantrieben des Spindelträgers verbunden sind. Des Weiteren können hier noch weitere Aktoren und Sensoren den Behandlungsaggregat zugeordnet sein, die ebenfalls mit einem Steuergerät verknüpft sind. Zur Steuerung der Steuergeräte 46.1 bis 46.4 sind diese mit der Steuereinrichtung 37 verbunden. Die Steuereinrichtung 37 ist zur Bedienung mit einem Bedientableau 36 gekoppelt, das an der Vorderseite der Gestellwand 26 gehalten ist. Somit las- sen sich alle Prozessaggregate durch eine Bedienperson über das Bedientableau 36 in ihrer Funktion ansteuern. Das Bedientableau 36 befindet sich hierbei im Bereich der Behandlungseinrichtung 8 oberhalb der oberen Bedienplattform 27.
Des Weiteren ist die Steuereinrichtung 37 mit einer zentralen Visualisierungsein- richtung 47 verbunden, die beispielsweise einer zentralen Steuereinheit zur überwachung einer Mehrzahl von Herstellungspositionen zugeordnet ist.
Um bei einem Fadenriss in der Herstellungsposition die Spinneinrichtung 1 ohne
Unterbrechung betreiben zu können, ist im Einlaufbereich der Behandlungsein- richtung 8 eine Fadenschneid- Absaugeinrichtung 12 vorgesehen. Die Faden-
schneid-Absaugeinrichtung 12 ist mit dem Steuergerät 46.3 gekoppelt, um ggf. über die Steuereinrichtung 37 aktiviert zu werden.
Das in Fig. 4 und 5 dargestellte Ausführungsbeispiel der erfmdungsgemäßen Vor- richtung ist im wesentlichen in seiner Funktion identisch zu dem vorgenannten Ausführungsbeispiel, um das erfmdungsgemäße Verfahren insbesondere bei Prozessbeginn und bei Prozessunterbrechungen ausführen zu können, so dass auf die vorgenannte Beschreibung Bezug genommen wird.
Die während des Betriebes durch den Fadenwächter 13 erfassten Fadenspan- nungsmesswerte lassen sich in der Steuereinrichtung 37 vorteilhaft auch dazu nutzen, um die Qualität der gewickelten Spule oder die Qualität des Herstellungsprozesses des texturierten Fadens zu dokumentieren. Hierzu werden die Fadenspan- nungsmesswerte, die über den Fadenwächter 13 an dem Faden 24 gemessen wer- den, kontinuierlich der Steuereinrichtung 37 zugeführt. Innerhalb der Steuereinrichtung 37 werden die Fadenspannungsmesswerte in einem Vergleich einem hinterlegten Grenzwert gegenübergestellt. Für den Fall, dass der Grenzwert der Fadenspannung des Fadens 24 nicht überschritten wird, wird der Fadenspannungs- messwert mit einer Zeitangabe sowie einer Ortsangabe kombiniert und in dem Datenspeicher hinterlegt. Nach Fertigstellung einer Spule lassen sich somit beispielsweise die Daten der Fadenspannungsmessung auslesen und über Ausgabeeinheiten ausgeben. Die ausgebenden Daten können unmittelbar mit der Spule kombiniert werden. Durch statistische Auswertungen innerhalb der Steuereinrichtung 37 beispielsweise durch C V- Auswertungen lassen sich die über mehrere Spulreisen gewonnenen Daten vorteilhaft auch dazu nutzen, um Qualitätsmerkmale des Gesamtprozesses zu generieren.
Die in den Fig. 1 bis 5 dargestellten Ausführungsbeispiele der erfmdungsgemäßen Vorrichtung sind in ihrer Ausbildung und Anordnung der Behandlungsaggregate und Aufwickeleinrichtungen beispielhaft. Grundsätzlich erstreckt sich das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung auch auf solche
Einrichtungen, bei welcher das Anlegen und Wechseln der Spulen der Aufwickeleinrichtung durch manuelle Bedienung aus der unteren Bedienplattform herausgeführt werden.
Bezugszeichenliste
1 Spinneinrichtung
2 Spinndüse
3 Kühlvorrichtung
4 Spinnschacht
5 Konvergenz-Fadenführer
6 Spinnbalken
7, 7. ] 1, 7.2, 7.3 S chmelzezuführung
8 Behandlungseinrichtung
8.1 Präparationsvorrichtung
8.2 Streckvorrichtung
8.3 Kräuselvorrichtung
8.4 Relaxiervorrichtung
9 Aufwickeleinrichtung
10.1 Wickelstelle
11 Sammelfadenführer
12 Fadenschneid- Absaugeinrichtun
13 Fadenwächter
13.1, 13.2 Fadenspannungssensor
14 Abzugsgalettenduo
15 Streckgalettenduo
16 Texturierdüse
17 Kühltrommel
18.1, 18.2 Relaxiergalette
19 Verwirbelungseinrichtung
20 Spindelträger
21.1, 21.2 Spulspindel
22 Changiereinrichtung
23 Andrückwalze
24, 24.1, 24.2 Faden
25 Spule
26 Gestellwand
27 obere Bedienplattform
28 Durchlassö ffnung 29 beweglicher Fadenführer
30 Kopffadenführer
31 Umlenkmittel
32 Führungsschlitten
33 Führungsschiene 34 Saugpistole
35 E-Baueinheit
36 Bedientableau
37 Steuereinrichtung
38 Hilfseinrichtung 39 Anlegearm
40 Führungsende
42 Doffereinrichtung
43 Spulenwechselvorrichtung
44 Spulentransportvorrichtung 45 untere Bedienplattform
46.1, 46.2, 46.3 Steuergerät
47 Visualisierungseinrichtung
Next Patent: METHOD AND APPARATUS FOR PROCESSING EXTENSIBLE MARKUP LANGUAGE SECURITY MESSAGES USING DELTA PARSING...
