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Title:
METHOD AND DEVICE FOR OPERATING A VEHICLE
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2015/043798
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for operating a vehicle with a drive device (20) which has at least one internal combustion engine (21) as a drive machine, wherein a drive torque requested by a driver of the vehicle (1) is implemented by operating at least the internal combustion engine (21) on a roadway (2), comprising the following steps: a) Monitoring the roadway (2) for road users (3) travelling ahead, by means of a surroundings sensor system (5), b) Monitoring a driver of the vehicle (1) by means of a state sensor system (8) with respect to his request to carry out an overtaking process in order to overtake a detected road user (3) travelling ahead, and if a request to carry out an overtaking process has been detected, c) Actuating the drive device (20) to prepare the overtaking process in such a way that before the overtaking process is carried out a torque reserve of the internal combustion engine (21) is built up.

Inventors:
BADAWY, Karim (Am Hungerberg 10, Untergruppenbach, 74199, DE)
KLOSTERMANN, Sven (Geranienweg 11, Kuenzelsau-Gaisbach, 74653, DE)
HERZHAUSER, Erik (Kesselwiesenstrasse 35, Bad Rappenau - Heinsheim, 74906, DE)
AURACHER, Sebastian (Friedrichstrasse 14, Moeglingen, 71696, DE)
THOMYS, Adrian (Lagauer Weg 21, Murr, 71711, DE)
DORN, Marcel (Gentach 31, Ilsfeld, 74360, DE)
FECHT, Ingo (Abelstrasse 1/1, Ludwigsburg, 71634, DE)
Application Number:
EP2014/066155
Publication Date:
April 02, 2015
Filing Date:
July 28, 2014
Export Citation:
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Assignee:
ROBERT BOSCH GMBH (Postfach 30 02 20, Stuttgart, 70442, DE)
International Classes:
B60W30/18
Foreign References:
DE102007054453A12009-05-14
EP2479077A12012-07-25
EP0728612A21996-08-28
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Claims:
Ansprüche

1 . Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugs mit einer Antriebsvorrichtung

(20) , die als Antriebsmaschine zumindest einen Verbrennungsmotor (21 ) aufweist, wobei ein von einem Fahrer des Fahrzeugs (1 ) angefordertes Antriebsdrehmoment durch Betreiben zumindest des Verbrennungsmotors

(21 ) auf einer Fahrbahn (2) umgesetzt wird, mit folgenden Schritten: a) Überwachen der Fahrbahn (2) auf vorausfahrende Verkehrsteilnehmer (3) mittels einer Umfeldsensorik (5),

b) Überwachen eines Fahrers des Fahrzeugs (1 ) mittels einer

Zustandssensorik (8) auf dessen Wunsch einen Überholvorgang zum Überholen eines erkannten vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers (3) durchzuführen, und, wenn ein Wunsch zur Durchführung eines

Überholvorgangs erkannt wurde,

c) Ansteuern der Antriebsvorrichtung (20) zur Vorbereitung des

Überholvorgangs derart, dass vor der Durchführung des

Überholvorgangs eine Drehmomentreserve des Verbrennungsmotors (21 ) aufgebaut wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass, wenn die Antriebsvorrichtung (20) als weitere Antriebsmaschine mindestens eine elektrische Maschine (22) aufweist, zum Aufbau der Drehmomentreserve in Schritt c) die elektrische Maschine (22) in einen generatorischen Betrieb geschaltet und zum Beibehalten des angeforderten Antriebsdrehmoments das Drehmoment des Verbrennungsmotors (21 ) erhöht wird.

3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass ein Vorbereitungsknopf (23) vorgesehen wird, bei dessen Betätigung auf den Wunsch zum Durchführen des Überholvorgangs erkannt wird. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass auf den Wunsch zum Durchführen des

Überholvorgangs in Abhängigkeit vom Fahrverhalten eines Fahrers erkannt wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass zum Bestimmen des Fahrverhalten des Fahrers ein Lenkwinkel, eine Drehmomentanforderung und/oder ein Schaltgetriebe auf eine Änderung überwacht werden.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass mittels eines Navigationssystem (9) des Fahrzeugs der aktuelle und/oder vorausliegende Streckenabschnitt und die jeweils erlaubt Höchstgeschwindigkeit ermittelt werden, wobei die

Antriebsvorrichtung (23) nur dann gemäß Schritt c) angesteuert wird, wenn die Geschwindigkeit des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers (3) unterhalb der jeweiligen Höchstgeschwindigkeit liegt.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass mittels des Navigationssystems (9) ein

vorausliegender Streckenabschnitt auf die Eignung zum Durchführen des gewünschten Überholvorgangs geprüft wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass mittels der Umfeldsensorik (5) ein Gegenverkehr auf der Fahrbahn (2) überwacht wird, und dass nur dann Schritt c) durchgeführt wird, wenn kein Gegenverkehr erfasst wird.

Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass bei Einleiten des Überholmanövers die elektrische Maschine (22) in einen Leerlaufbetrieb oder in einen motorischen Betrieb zur Unterstützung des Verbrennungsmotors (21 ) während des Überholvorgangs geschaltet wird.

0. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch

gekennzeichnet, dass das Einleiten des Überholvorgangs in Abhängigkeit von einer Gaspedalstellung erkannt wird. Vorrichtung (4) zum Betreiben eines Fahrzeugs, insbesondere

Kraftfahrzeug, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit einer Antriebvorrichtung (20), die als

Antriebsmaschine zumindest einen Verbrennungsmotor (21 ) aufweist, wobei ein von einem Fahrer des Fahrzeugs angefordertes Antriebsdrehmoment durch Ansteuern zumindest des Verbrennungsmotors (21 ) auf einer

Fahrbahn (2) umgesetzt wird, mit einer Umfeldsensorik (5) zum Überwachen der Fahrbahn (2) auf vorausfahrende Verkehrsteilnehmer,

einer Zustandssensorik (8) zum Erfassen eines Wunsches des Fahrers, einen Überholvorgang zum Überholen eines erkannten vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers (3) durchzuführen,

und einem Steuergerät (10), das die Antriebsvorrichtung (20) zur Vorbereitung eines Überholmanövers, wenn ein Wunsch zur

Durchführung eines Überholvorgangs erkannt wurde, derart ansteuert, dass eine Drehmomentreserve des Verbrennungsmotors (21 ) aufgebaut wird.

Description:
Verfahren und Vorrichtung zum Betreiben eines Fahrzeugs

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugs mit einer Antriebsvorrichtung, die als Antriebsmaschine zumindest einen

Verbrennungsmotor aufweist, wobei ein von einem Fahrer des Fahrzeugs angefordertes Antriebsdrehmoment durch Betreiben zumindest des

Verbrennungsmotors auf einer Fahrbahn umgesetzt wird.

Ferner betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Durchführung des oben beschriebenen Verfahrens.

Stand der Technik

Die oben beschriebenen Antriebsvorrichtungen sind aus dem Stand der Technik bekannt. Herkömmliche Antriebsvorrichtungen weisen einen Verbrennungsmotor auf, der als Ottomotor oder als Dieselmotor ausgebildet ist. Derartige

Verbrennungsmotoren, insbesondere wenn sie mit einer Turboaufladung versehen sind, benötigen etwas Zeit bevor ein angefordertes Drehmoment zur Verfügung gestellt wird. Insbesondere das sogenannte Turboloch führt häufig zu einer spürbaren Verzögerung zwischen der Anforderung eines Drehmoments durch die Betätigung eines Gaspedals und dem tatsächlich durch den

Verbrennungsmotor auf die Antriebsräder übertragenen Drehmoment.

Insbesondere beim Einleiten eines Überholvorgangs geht dadurch wichtige Zeit verloren, die zum zügigen Durchführen des Überholvorgangs nötig oder zumindest vorteilhaft ist.

Sogenannte Hybrid-Antriebsvorrichtungen weisen neben einem

Verbrennungsmotor auch mindestens eine elektrische Maschine auf, die generatorisch oder motorisch betrieben wird, um ein gewünschtes Drehmoment auf einer Fahrbahn umzusetzen. Ein Antriebsdrehmoment des Fahrzeugs setzt sich somit aus den Drehmomenten des Verbrennungsmotors und der elektrischen Maschine zusammen, sofern diese direkt oder beispielsweise durch ein Getriebe miteinander wirkverbunden sind. Um einen elektrischen

Energiespeicher derartiger Antriebsvorrichtungen zu regenerieren

beziehungsweise aufzuladen, wird regelmäßig die elektrische Maschine in einen generatorischen Betrieb geschaltet und das dadurch auf den Antriebsstrang ausgeübte negative Drehmoment durch ein zusätzliches positives Drehmoment des Verbrennungsmotors ausgeglichen beziehungsweise kompensiert, damit der Fahrbetrieb des Fahrzeugs durch das Aufladen des Energiespeichers nicht beeinträchtigt wird. Offenbarung der Erfindung

Das erfindungsgemäße Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 hat den Vorteil, dass vor dem Durchführen eines Überholvorgangs mit dem Fahrzeug die Antriebsvorrichtung in einen Zustand verbracht wird, in welchem der

Verbrennungsmotor ein angefordertes Drehmoment bereits mit Einleiten des

Überholvorgangs zur Verfügung stellt.

Erfindungsgemäß ist hierzu vorgesehen, dass zunächst in einem Schritt a) die Fahrbahn mittels einer Umfeldsensorik auf vorausfahrende Verkehrsteilnehmer überwacht wird. Wird ein vorausfahrender Verkehrsteilnehmer erkannt, so wird der Fahrer des Fahrzeugs auf seinen Wunsch, einen Überholvorgang zum Überholen des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers durchzuführen, in einem Schritt b) überwacht. Wenn ein Wunsch zur Durchführung eines

Überholvorgangs in Schritt b) erkannt wurde, so wird die Antriebsvorrichtung zur Vorbereitung des Überholvorgangs in einem Schritt e) derart angesteuert, dass vor der Durchführung des Überholvorgangs eine Drehmomentreserve des Verbrennungsmotors, insbesondere unter Beibehaltung einer aktuellen Drehzahl, aufgebaut wird. Es ist also vorgesehen, dass zunächst ein Wunsch zur

Durchführung eines Überholvorgangs automatisch erkannt und die

Antriebsvorrichtung in einen Zustand versetzt wird, der bei Einleiten des

Überholvorgangs ein möglichst hohes Drehmoment des Verbrennungsmotors zur Verfügung stellt. Bei modernen Verbrennungsmotoren ist es möglich, bei gleichbleibender Drehzahl eine Drehmomentreserve aufzubauen, die es erlaubt, den Verbrennungsmotor für einen plötzlichen beziehungsweise schnellen Abruf eines hohen beziehungsweise höheren Drehmoments vorzubereiten, wobei hierzu beispielsweise kurzzeitig schlechte Wirkungsgrade in Kauf genommen werden. Bei Ottomotoren, die mit Benzin betrieben werden, kann beispielsweise durch eine Zündwinkelverstellung in Richtung spät eine Momentenreserve eingestellt werden, die mit Einleiten des Überholvorgangs in kürzester Zeit durch eine Änderung des Zündwinkels abgerufen werden kann. Bei Dieselmotoren wird bevorzugt eine Einspritzzeit nach spät eingestellt, um den gleichen Effekt zu erzielen. Dadurch ist es auf einfache Art und Weise möglich, den

Verbrennungsmotor vorzuspannen und diese Vorspannung bei Bedarf in kürzester Zeit durch eine Änderung der Einspritzzeit abzurufen.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass, wenn die Antriebsvorrichtung als weitere Antriebsmaschine mindestens eine mit dem Verbrennungsmotor wirkverbundene elektrische Maschine aufweist, zum Aufbauen der Drehmomentreserve die elektrische Maschine in einen

generatorischen Betrieb geschaltet und zum Beibehalten des angeforderten Antriebsdrehmoments vor der Durchführung des Überholvorgangs das

Drehmoment des Verbrennungsmotors erhöht wird. Dem erhöhten Drehmoment des Verbrennungsmotors wirkt somit die elektrische Maschine entgegen, so dass die Drehzahl des Verbrennungsmotors beibehalten wird, während sich das Drehmoment des Verbrennungsmotors weit erhöhen lässt. Die

Antriebsvorrichtung wird somit in einen aufgeladenen beziehungsweise vorgespannten Betrieb des Verbrennungsmotors geschaltet, in welchem der Verbrennungsmotor bereits ein höheres Drehmoment erbringt, das jedoch durch den generatorischen Betrieb der elektrischen Maschine kompensiert wird, so dass insgesamt das ursprüngliche Antriebsdrehmoment erhalten bleibt. Leitet der Fahrer dann den Überholvorgang ein, steht ihm sofort das volle beziehungsweise hohe Drehmoment des Verbrennungsmotors zur Durchführung des

Überholvorgangs zur Verfügung. Insbesondere im Unterschied zu

Antriebsvorrichtungen, die nur über einen Verbrennungsmotor verfügen, der ein höheres Drehmoment erst verzögert bereitgestellt, wird durch das

erfindungsgemäße Verfahren ein sofortiges zur Verfügung stellen des höheren Drehmomentes gewährleistet, so dass der Fahrer bei einem Überholvorgang zügig beschleunigen und den Überholvorgang sicher in kurzer Zeit beenden kann.

Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass ein Vorbereitungsknopf vorgesehen wird, bei dessen Betätigung auf den Wunsch zur Durchführung des Uberholvorgangs erkannt wird. Durch Betätigen des

Vorbereitungsknopfes kann der Fahrer somit seinen Wunsch zum Überholen mitteilen und dadurch die Antriebsvorrichtung in den gewünschten Zustand aktiv überführen. Der Vorbereitungsknopf kann durch eine Digitalanzeige virtuell oder durch einen mechanisch zu betätigenden Schalter bereitgestellt werden.

Bevorzugt ist vorgesehen, dass auf den Wunsch zum Durchführen des

Überholvorgangs in Abhängigkeit vom Fahrverhalten eines Fahrers erkannt wird. Im Unterschied zu dem Vorbereitungsknopf wird hierbei das Fahrverhalten des Fahrers überwacht und in Abhängigkeit davon entschieden, ob der Fahrer einen Überholvorgang durchführen möchte oder nicht. In diesem Fall ist es nicht mehr notwendig, dass der Fahrer den Wunsch explizit äußert. Dies vereinfacht die Durchführung des Verfahrens und erhöht den Komfort für den Fahrer erheblich.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zum Bestimmen des Fahrverhaltens des Fahrer ein Lenkwinkel, die

Drehmomentanforderung und/oder ein Schaltgetriebe auf eine Änderung überwacht werden. Wenn beispielsweise der Fahrer den Lenkwinkel ändert und in einen niedrigeren Gang schaltet, die Drehmomentanforderung jedoch erhöht, wird bevorzugt davon ausgegangen, dass der Fahrer in Kürze einen

Überholvorgang durchführen möchte. Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass alternativ oder zusätzlich ein Blinker beziehungsweise eine betätigbare

Signaleinrichtung des Fahrzeugs überwacht wird. Betätigt der Fahrer den Blinker und setzt dadurch ein Signal zum Überholen eines vorausfahrenden Fahrzeugs, so wird bevorzugt automatisch Schritt c) des erfindungsgemäßen Verfahrens durchgeführt. Besonders bevorzugt ist der Vorbereitungsknopf in den Wählhebel des Blinkers integriert ausgebildet, beziehungsweise bildet den Wählhebel des Blinkers. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist bevorzugt vorgesehen, dass mittels eines Navigationssystems des Fahrzeugs der aktuelle und/oder vorausliegende Streckenabschnitt und die jeweils erlaubte

Höchstgeschwindigkeit ermittelt werden, wobei die Antriebsvorrichtung nur dann gemäß Schritt c) angesteuert wird, wenn die Geschwindigkeit des

Verkehrsteilnehmers unterhalb der jeweiligen Höchstgeschwindigkeit liegt. In

Abhängigkeit von der aktuellen Position des Fahrzeugs kann mit Hilfe des Navigationssystems der aktuelle und/oder vorausliegende Streckenabschnitt auf die dort jeweils erlaubte Höchstgeschwindigkeit untersucht werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass in den Kartendaten des Navigationssystems entsprechende Werte hinterlegt sind. Wird erkannt, dass die Geschwindigkeit des Verkehrsteilnehmers, der überholt werden soll, der jeweiligen

Höchstgeschwindigkeit entspricht oder diese sogar überschreitet, so wird die Antriebsvorrichtung nicht gemäß Schritt c) vorbereitet, stattdessen wird bevorzugt eine Warnung ausgegeben, dass der Überholvorgang nicht durchgeführt werden sollte. Die Warnmeldung wird bevorzugt visuell, optisch oder akustisch ausgegeben.

Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der Erfindung ist alternativ oder zusätzlich vorgesehen, dass mittels des Navigationssystems der vorausliegende Streckenabschnitt auf die Eignung zum Durchführen des gewünschten

Überholvorgangs geprüft wird. Insbesondere wird dabei geprüft, ob der vorausliegende Streckenabschnitt enge Kurven oder nur kurze Geraden aufweist, die eine Gefahr für den Überholvorgang bedeuten könnten. Erst wenn erfasst wird, dass der vorausliegende Streckenabschnitt für einen

Überholvorgang geeignet ist, wird Schritt c) durchgeführt.

Weiterhin ist bevorzugt vorgesehen, dass mittels der Umfeldsensorik ein

Gegenverkehr auf der Fahrbahn überwacht wird, und dass nur dann Schritt c) durchgeführt wird, wenn kein Gegenverkehr erfasst wird. Wenn die

Umfeldsensorik, die ein oder mehrere Sensoren, insbesondere Ultraschall-, Infrarot- und/oder Kamerasensoren aufweist, erfasst, dass keine

entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer sich auf der Fahrbahn befinden, wird Schritt c) durchgeführt und die Antriebsvorrichtung für den Überholvorgang vorbereitet. Ferner ist bevorzugt vorgesehen, dass bei Einleiten des Überholvorgangs die elektrische Maschine in einen Leerlaufbetrieb oder in einen motorischen Betrieb zur Unterstützung des Verbrennungsmotors während des Überholvorgangs geschaltet wird. Sobald erkannt wird, dass nun der vorbereitete Überholvorgang tatsächlich eingeleitet wird, wird das negative Drehmoment der elektrischen Maschine zurückgenommen, so dass das Drehmoment des Verbrennungsmotors nicht weiter kompensiert wird und sich das zur Verfügung stehende Drehmoment des Verbrennungsmotors vollständig zum Antreiben des Fahrzeugs nutzen lässt. Besonders bevorzugt wird die elektrische Maschine in einen motorischen Betrieb geschaltet, so dass diese ebenfalls ein positives Drehmoment abgibt und den Verbrennungsmotor dadurch unterstützt.

Vorzugsweise wird das Einleiten des Überholvorgangs in Abhängigkeit von einer Änderung der Drehmomentanforderung, insbesondere von einer Änderung einer Gaspedalstellung erkannt. Befindet sich die Antriebsvorrichtung gemäß Schritt c) in ihrem vorbereiteten Zustand, wird bei Erfassen einer erhöhten

Drehmomentanforderung beziehungsweise einer entsprechend geänderten

Gaspedalstellung darauf erkannt, dass der Überholvorgang nun tatsächlich eingeleitet werden soll. Entsprechend wird dann die elektrische Maschine aus dem generatorischen Betrieb in den Leerlaufbetrieb oder in den motorischen Betrieb umgeschaltet.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 1 weist eine Umfeldsensorik zum Überwachen der Fahrbahn auf vorausfahrende

Verkehrsteilnehmer auf, eine Zustandssensorik zum Erfassen eines Wunsches des Fahrers, einen Überholvorgang zum Überholen eines erkannten

vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers durchzuführen, und ein Steuergerät, das die Antriebsvorrichtung zur Vorbereitung eines Überholmanövers, wenn ein Wunsch zur Durchführung eines Überholvorgangs erkannt wurde, derart ansteuert, dass eine Drehmomentreserve des Verbrennungsmotors,

insbesondere unter Beibehaltung einer aktuellen Drehzahl, aufgebaut wird. Es ergeben sich hierdurch die zuvor bereits genannten Vorteile. Vorzugsweise, wenn die Antriebsvorrichtung als weitere Antriebsmaschine wenigstens eine elektrische Maschine aufweist, die mit dem Verbrennungsmotor wirkverbunden ist, steuert das Steuergerät die Antriebsvorrichtung zum Aufbauen der

Drehmomentreserve derart an, dass die elektrische Maschine in einen

generatorischen Betrieb geschaltet und ein Drehmoment des

Verbrennungsmotors zum Beibehalten des angeforderten Antriebsdrehmoments erhöht wird. Durch das Beibehalten des angeforderten Antriebsdrehmoments wird erreicht, dass auch die aktuelle Drehzahl beibehalten wird. Erst mit Einleiten des Überholvorgangs wird die Drehzahl entsprechend erhöht. Besonders bevorzugt weist die Zustandssensorik einen Vorbereitungsknopf auf, bei dessen

Betätigung auf den Wunsch zum Durchführen des Überholvorgangs erkannt wird, wie zuvor beschrieben. Der Vorbereitungsknopf ist dabei bevorzugt wie oben stehend beschrieben ausgebildet. Alternativ oder zusätzlich weist die

Zustandssensorik Mittel auf, die das Fahrverhalten des Fahrers, insbesondere durch eine Überwachung einer Lenkung, einer Gaspedalstellung und/oder einer Schaltstellung eines Schaltgetriebes des Fahrzeugs erfassen, um bei Bedarf das zuvor beschriebene Verfahren durchzuführen.

Im Folgenden soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert werden. Dazu zeigt die einzige

Figur ein Fahrzeug auf einer Fahrbahn in einer vereinfachten Darstellung.

Die Figur zeigt eine Verkehrssituation mit einem Fahrzeug 1 , das von einem Fahrer auf einer Fahrbahn 2 gefahren wird, und mit einem vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer 3, der sich auf der gleichen Fahrbahn befindet und sich in die gleiche Richtung wie das Fahrzeug 1 bewegt. Das Fahrzeug 1 und der

Verkehrsteilnehmer 3 sind in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel

Kraftfahrzeuge. Die Fahrbahn 2 ist zweispurig ausgebildet, wobei sich das Fahrzeug 1 und der weitere Verkehrsteilnehmer 3 auf der rechten Fahrspur beziehungsweise dem rechten Fahrstreifen befinden, während der andere Fahrstreifen für den Gegenverkehr vorgesehen ist.

Das Fahrzeug 1 weist eine Antriebsvorrichtung 20 auf, die einen

Verbrennungsmotor 21 und eine mit dem Verbrennungsmotor 21 wirkverbundee elektrische Maschine 22 umfasst, die zusammen ein Antriebsdrehmoment zum Antreiben des Fahrzeugs 1 erzeugen.

Das Fahrzeug 1 weist weiterhin eine Vorrichtung 4 auf, die das Fahrzeug in einen Vorbereitungszustand (Überholmodus) versetzt, wenn erkannt wird, dass der Fahrer einen Überholvorgang zum Überholen des Verkehrsteilnehmers 3 durchführen möchte. Um das Fahrzeug in den Vorbereitungszustand zu versetzen, wird die elektrische Maschine 22 in einen generatorischen Betrieb geschaltet und gleichzeitig das Drehmoment des Verbrennungsmotors 21 erhöht, so dass weiterhin das ursprüngliche Antriebsdrehmoment, das von

Verbrennungsmotor 21 und elektrischer Maschine 22 zusammen erzeugt wird, zur Verfügung steht und gleichzeitig in dem Verbrennungsmotor eine Drehmomentreserve aufgebaut wird. Es wird also das erhöhte Moment des Verbrennungsmotors 21 durch den generatorischen Betrieb der elektrischen Maschine 22 kompensiert. Dadurch steht beim Einleiten des Überholvorgangs dem Fahrer bereits das hohe Drehmoment des Verbrennungsmotors 21 zur Verfügung, so dass die Zeit, die der Verbrennungsmotor 21 zum Aufbauen des

Drehmoments normalerweise benötigen würde, entfällt. Leitet der Fahrer letztendlich den Überholvorgang ein, so wird lediglich der generatorische Betrieb der elektrischen Maschine 22 beendet und diese insbesondere in einem motorischen Betrieb zur Unterstützung des Verbrennungsmotors 21 geschaltet, so dass innerhalb kürzester Zeit dem Fahrer ein hohes Drehmoment zur

Verfügung steht, das ihm den Überholvorgang erleichtert und dadurch den Überholvorgang sichererer gestaltet.

Die Vorrichtung 4 weist hierzu eine Umfeldsensorik 5 auf. Die Umfeldsensorik 5 weist vorliegend mehrere Umfeldsensoren 6 auf, die an der Vorderseite des

Fahrzeugs 1 beabstandet zueinander angeordnet ist, um den vorausliegenden Streckenabschnitt auf Verkehrsteilnehmer (3) oder andere Hindernisse abzutasten. Die Umfeldsensoren 6 können dabei beispielsweise als

Radarsensoren, Infrarotsensoren oder Kamerasensoren ausgebildet sein. Die Umfeldsensorik 5 weist weiterhin eine Steuereinheit 7 auf, die die von den

Umfeldsensoren 6 erfassten Daten auswertet.

Weiterhin weist die Vorrichtung 4 eine Zustandssensorik 8 auf, die das

Fahrverhalten des Fahrers überwacht. Die Zustandssensorik 8 weist

beispielsweise einen Sensor zum Erfassen des Lenkwinkels, der

Gaspedalstellung und/oder einer Getriebestellung auf, beziehungsweise ist mit entsprechenden Sensoren oder Steuereinheiten verbunden, um den Lenkwinkel, die Gaspedalstellung und/oder die Getriebestellung zu erfassen. Es ist auch denkbar, dass die Zustandssensorik 8 weiterhin eine Kameraeinrichtung aufweist, die den Fahrer sowie dessen Bewegungen, insbesondere dessen

Augenbewegungen, erfasst. In Abhängigkeit der so erfassten Daten, erkennt die Zustandssensorik 8 darauf, ob der Fahrer einen Überholvorgang einleiten möchte. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn erkannt wurde, dass der Fahrer einen niedrigeren Gang einlegt, gleichzeitig eine Drehmomentanforderung durch entsprechende Betätigung des Gaspedals erhöht und den Lenkwinkel zum

Überholen ändert und/oder einen Blinker betätigt. Bevorzugt wird die Antriebsvorrichtung 20 erst dann in den Vorbereitungsmodus beziehungsweise Überholmodus geschaltet, wenn mittels der Umfeldsensorik auch erfasst wurde, dass ein vorausfahrender Verkehrsteilnehmer existiert, der überholt werden könnte.

Weiterhin weist die Vorrichtung 4 ein GPS-Modul 9 eines Navigationssystems auf beziehungsweise ist mit diesem verbunden. Anhand der Daten des GPS-Moduls 9 wird erfasst, wo sich das Fahrzeug 1 auf einer virtuellen Straßenkarte befindet. In Abhängigkeit von der aktuellen Position wird der vorausliegende

Streckenabschnitt des Fahrzeugs 1 daraufhin geprüft, ob sich der vorausliegende

Streckenabschnitt zum Überholen des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers 3 eignet. Ergibt diese Prüfung, dass der vorausliegende Streckenabschnitt enge Kurven oder nur kurze gerade Abschnitte aufweist, so wird auf eine Gefahr für das Überholmanöver erkannt, und ein Umschalten der Antriebsvorrichtung 20 in den Überholmodus verhindert.

Die Vorrichtung 4 weist weiterhin ein Steuergerät 10 als Mittel zum Durchführen der Prüfung auf. Das Steuergerät 10 erfasst die Daten der Umfeldsensorik 7, der Zustandssensorik 8 sowie des GPS-Moduls 9 und wertet diese entsprechend aus. Wird dabei darauf erkannt, dass der Fahrer ein Überholmanöver einleitet und ein gefahrloser Überholvorgang nicht möglich ist, beispielsweise aufgrund des gefahrenbehafteten Streckenabschnitts, so wird die Antriebsvorrichtung 20 nicht in den zuvor beschriebenen Vorbereitungszustand versetzt

beziehungsweise nicht zum Überholen vorbereitet. Stattdessen wird dem Fahrer des Fahrzeugs 1 gegebenenfalls eine Warnmeldung durch eine

Signaleinrichtung 1 1 ausgegeben, die vorliegend als Lautsprecher ausgebildet ist. Alternativ kann ein Warnsignal auch visuell, beispielsweise durch

entsprechendes Einblenden von Symbolen beispielsweise im Kombiinstruments des Fahrzeugs 1 oder durch eine Head-Up-Display oder dergleichen visuell angezeigt werden.

Anhand der Daten des GPS-Moduls 9 wird weiterhin die aktuell erlaubte

Höchstgeschwindigkeit auf dem Streckenabschnitt der Fahrbahn 2, auf welchem sich das Fahrzeug 1 und der Verkehrsteilnehmer 3 befinden, ermittelt. Alternativ kann auch vorgesehen sein, die aktuelle Höchstgeschwindigkeit durch ein

Kamerasystem, das am Straßenrand befindliche Verkehrsschilder erfasst und auswertet, ermittelt wird. Ergibt die Prüfung, dass das Fahrzeug 1 oder der Verkehrsteilnehmer 3 bereits die erlaubte Höchstgeschwindigkeit erreicht haben, wird die Antriebsvorrichtung 20 ebenfalls nicht in den Vorbereitungszustand versetzt. Stattdessen wird bevorzugt mit Einleiten des Überholvorgangs das Warnsignal ausgegeben, da ein nun durchgeführter Überholvorgang dazu führen würde, dass die erlaubte Höchstgeschwindigkeit durch das Fahrzeug 1 überschritten werden müsste.

Weiterhin wird bevorzugt durch das Steuergerät 10 insbesondere in Abhängigkeit von der aktuellen Geschwindigkeit des Fahrzeugs 1 und den Daten der

Umfeldsensorik 5 geprüft, ob ein Überholvorgang zügig durchgeführt werden kann. Dazu wird die Eigengeschwindigkeit des Fahrzeugs 1 mit der

Geschwindigkeit des vorausfahrenden Verkehrsteilnehmers 3 verglichen. Die resultierende Differenzgeschwindigkeit wird mit einem vorgebbaren

Schwellenwert verglichen. Wird der Schwellenwert unterschritten, so ist die Differenzgeschwindigkeit zu niedrig, um einen sicheren Überholvorgang zügig durchzuführen. Wird der Schwellenwert überschritten, so kann der

Überholvorgang ausreichend schnell durchgeführt werden. Ein Warnsignal wird bevorzugt dann ausgegeben und/oder die Antriebsvorrichtung 20 in ihrem Ausgangszustand belassen beziehungsweise nicht in den Vorbereitungszustand geschaltet, wenn die Differenzgeschwindigkeit zu niedrig ist, oder wenn trotz ausreichend hoher Differenzgeschwindigkeit eine andere Gefahr, wie

beispielsweise ein ungeeigneter Streckenabschnitt, vorliegt.

Es ist also vorgesehen, dass der Verbrennungsmotor 21 in einen vorgespannten beziehungsweise aufgeladenen Zustand mit einer Drehmomentreserve versetzt wird, wenn ein Überholwunsch des Fahrer mittels der Zustandssensorik 8 und der Unfallsensorik 5 erkannt wurde, und bevorzugt, wenn die äußeren

Rahmenbedingungen einen Überholvorgang gefahrlos zulassen. Wird auf eine Gefahr erkannt, wird entweder die Antriebsvorrichtung 20 nicht in den

Vorbereitungszustand beziehungsweise in den Überholmodus geschaltet, sondern beispielsweise stattdessen ein Warnsignal ausgegeben.

Alternativ zu der akustischen oder visuellen Ausgabe des Warnsignals, wie zuvor beschrieben, ist es auch denkbar, das Warnsignal haptisch an den Fahrer zu übermitteln. Dies kann beispielsweise durch eine in einem Lenkrad 12 des Fahrzeugs 1 erzeugte Vibration erfolgen, die zu einem haptischen Warnsignal führt. Auch ist es denkbar, den Gegendruck des Gaspedals des Fahrzeugs 1 zu erhöhen, um den Fahrer auf eine Gefahr beim Überholvorgang aufmerksam zu machen.

Besonders bevorzugt weist die Vorrichtung 4 einen Vorbereitungsknopf 23 auf, der durch den Fahrer betätigbar und mit dem Steuergerät 10 verbunden ist, so dass bei Betätigung des Vorbereitungsknopfes 23 die Antriebsvorrichtung 20 automatisch in den Vorbereitungsmodus beziehungsweise Überholmodus geschaltet wird. Der Vorbereitungsknopf 23 kann sowohl als virtueller Knopf einer digitalen Anzeige dargestellt werden oder als mechanisch betätigbarer Schalter ausgebildet sein. Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass der

Vorbereitungsknopf 23 in der Nähe des Lenkrads 12 angeordnet und dadurch von dem Fahrer jederzeit leicht erreichbar ist. Insbesondere ist vorgesehen, dass der Vorbereitungsknopf 23, wie in dem vorliegenden Ausführungsbeispiel, in einem Hebel zur Betätigung des Blinkers des Fahrzeugs integriert ist, so dass bei Setzen eines Blinksignals automatisch die Antriebsvorrichtung 20 in den

Vorbereitungszustand versetzt wird, sofern der Überholvorgang, wie zuvor beschrieben, sicher durchgeführt werden kann.

Alternativ zu der beschriebenen Durchführung des Verfahrens ist gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel vorgesehen, dass die Drehmomentreserve durch eine Zündwinkelverstellung oder eine Einspritzzeitpunktverstellung des

Verbrennungsmotors aufgebaut wird.