SCHULZ, Jens (Adebarweg 7, Hamburg, 22559, DE)
P a t e n t a n s p r ü c h e
1. Verfahren zum Pressen eines flüssigen Extrakts aus einem Preßgut heraus, bei dem das Preßgut von einer Schneckenpresse entlang eines Preßweges transportiert und mit einem Preßdruck beaufschlagt wird und bei dem das Preßgut in einer ersten Preßstufe vorgepreßt und in mindestens einer zweiten Preßstufe mit mindestens einem Extraktionsmittel versetzt wird, das gemeinsam mit dem Extrakt aus dem Preßgut abgeleitet wird und bei dem als Extraktionsmittel Kohlendioxid verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, daß das Preßgut entlang der gesamten Preßstrecke mit einer Temperatur von höchstens 60 0 C transportiert wird und daß das Preßgut hinter der ersten Preßstrecke gekühlt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Gewichtsanteil des Extraktionsmittels höchstens dem Gewichtsanteil des im Preßgut enthaltenen Extrakts entspricht.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, daß das Extraktionsmittel dem Preßgut höchstens mit einem Gewichtsanteil zugeführt wird, der 50 % des Gewichts des im Preßgut enthaltenen Extrakts beträgt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, daß das Extraktionsmittel dem Preßgut höchstens mit einem Gewichtsanteil zugeführt wird, der 25 bis 35 % des Gewichts des im Preßgut enthaltenen Extrakts beträgt .
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 , dadurch gekennzeichnet, daß das Extraktionsmittel dem Preßgut mit einem Druck von etwa 100 bis 300 bar zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Extraktionsmittel dem Preßgut mit einem Druck von etwa 150 bar zugeführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Preßgut entlang der gesamten Preßstrecke mit einer Temperatur von höchstens 55 0 C transportiert wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlung des Preßgu- tes zwischen der ersten Preßstufe und der zweiten Preßstufe durch einen Transport des Preßgutes bei Umgebungstemperatur durchgeführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß ein unflockiertes Rohprodukt verarbeitet wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß ein thermisch unbehandeltes Rohprodukt verarbeitet wird.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Extraktion unter Verwendung von superkritischem Kohlendioxid durchgeführt wird.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der zweiten Preßstufe das Preßgut durch das Kohlendioxid gekühlt wird.
13. Vorrichtung zum Pressen eines flüssigen Extrakts aus einem Preßgut heraus, die als eine Schneckenpresse ausgebildet ist, die eine in einem Zylindermantel beweglich geführte Schnecke aufweist und die an mindestens eine Zuführeinrichtung für ein Extraktionsmittel sowie an mindestens eine Sammel- einrichtung für das Extrakt angeschlossen ist und die eine erste Preßstufe zum Vorpressen des Preßgutes und mindestens eine das Preßgut mit dem Extraktionsmittel beaufschlagende zweite Preßstufe aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der ersten und der zweiten Preßstufe eine Kühlstrecke für das vorgepreßte Preßgut angeordnet ist, die eine Kühlkapazität derart aufweist, daß das Produkt während des gesamten Preßvorganges eine Temperatur von höchstens 60 0 C aufweist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13 , dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlstrecke als eine Transporteinrichtung für das Preßgut ausgebildet ist. |
Verfahren und Vorrichtung zum Pressen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Pressen eines flüssigen Extrakts aus einem Preßgut heraus, bei dem das Preßgut von einer Schneckenpresse entlang eines Preßweges transportiert und mit einem Preßdruck beaufschlagt wird und bei dem das Preßgut in einer ersten Preßstufe vorgepreßt und in mindestens einer zweiten Preßstufe mit mindestens einem Extraktionsmittel versetzt wird, das gemeinsam mit dem Extrakt aus den Preßgut abgeleitet wird und bei dem als Extraktionsmittel Kohlendioxid verwendet wird.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zum Pressen eines flüssigen Extrakts aus einem Preßgut heraus, die als eine Schneckenpresse ausgebildet ist, die eine in einer Zylinderwandung beweglich geführte Schnecke aufweist und die an mindestens eine Zuführeinrichtung für ein Extraktionsmittel sowie an mindestens eine Sammeleinrichtung für das Extrakt angeschlossen ist und die eine erste Preßstufe zum Vorpressen des
Preßgutes und mindestens eine das Preßgut mit dem Extraktionsmittel beaufschlagende zweite Preßstufe aufweist.
Derartige Verfahren und Vorrichtungen werden beispielsweise dafür verwendet, um öl aus ölhaltigen Saaten abzupressen. Zur Unterstützung des Abpreßvorganges ist es bereits bekannt, das Preßgut mit einem großen überschuß an superkritischem Kohlendioxid zu vermengen und das ölige Extrakt bei sehr hohen Drücken in dem superkritischen Kohlendioxid zu lösen. Der superkritische Zustand beschreibt hierbei physikalisch einen Aggregatszustand im übergang von der gasförmigen zur flüssigen Phase des Kohlendioxids. Das im superkritischen Kohlendioxid gelöste Extrakt wird nach seiner Ableitung aus der Presse durch Abdampfen des Kohlendioxids in Reinform gewonnen. Das abgedampfte Kohlendioxid wird entweder in die Atmosphäre abgelassen oder erneut komprimiert und wiederverwendet .
Die Bereitstellung und Handhabung des superkritischen Kohlendioxids und der erforderliche apparative Aufwand zur Handhabung der erheblichen Mengen dieses Extraktionsmittels führen zu einem Aufwand, der einer Vielzahl von Anwendungen entgegensteht.
Bekannt ist es ebenfalls bereits geworden, superkritisches Kohlendioxid lediglich zum Verdünnen des Extraktes zu verwenden und hierdurch die Menge des erforderlichen Kohlendioxides erheblich zu reduzieren. Die unter Verwendung der vorstehend erläuterten Preßvorgänge erzeugten öle besitzen jedoch bei Verwendungen im Bereich der Nahrungsmittel lediglich eine mittlere Produktqualität, so daß die für hochwertige öle erzielba-
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ren Verkaufspreise mit dem vorstehend erläuterten Verfahren bislang nicht erreicht werden können.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß eine hohe Produktquälitat bei akzeptablem Aufwand erreicht wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Preßgut entlang der gesamten Preßstrecke mit einer Temperatur von höchstens 60 0 C transportiert wird und daß das Preßgut hinter der ersten Preßstrecke gekühlt wird.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu konstruieren, daß eine hohe Produktquälitat bei geringem apparativem Aufwand erreicht werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwischen der ersten und der zweiten Preßstufe eine Kühlstrecke für das vorgepreßte Produkt angeordnet ist, die eine Kühlkapazität derart aufweist, daß das Produkt während des gesamten Preßvorganges eine Temperatur von höchstens 60 0 C aufweist.
Das Verfahren und die Vorrichtung sind insbesondere dafür geeignet, hochölhaltige Weichsaaten zu verarbeiten, beispielsweise Raps, Canola, Mustard sowie Sonnenblumenkerne .
Der Preßvorgang wird zweistufig oder mehrstufig durchgeführt. In der ersten Preßstufe findet typischerweise eine erste Entölung der Saat statt. Die Vorpressung läuft als Kaltpreßvorgang ab. Es findet typischerweise
eine Entölung auf einen Restfettgehalt im Schilfer von 18 bis 25 Prozent statt. Der Feststoff wird anschließend nach der ersten Preßstufe gekühlt, typischerweise auf Umgebungstemperatur. Es wird hierdurch der Temperaturanstieg wieder abgebaut, den das Preßgut im Bereich der ersten Preßstufe durch die mechanische Bearbeitung erfahren hat.
Im Bereich der zweiten Preßstufe wird unter Verwendung der Schneckenpresse und unter Einsatz von superkritischem Kohlendioxid eine weitere Fest-Flüssig-Trennung vorgenommen. Das Kohlendioxid wird der Schneckenpresse typischerweise im superkritischen Zustand hinter einer Drossel zugeführt. Das Kohlendioxid wird in dem öl, das noch im Feststoff enthalten ist, gelöst und führt zu einer Verdünnung des öls um etwa den Faktor 10.
Nach der Durchführung des mindestens zweiten Preßvorganges unter Einwirkung des superkritischen Kohlendioxids wird ein Preßkuchen mit einem Restölgehalt im Bereich von vier bis sechs Prozent erreicht. Gegenüber von Kaltpreßvorgängen entsprechend dem Stand der Technik kann der Restölgehalt hierdurch halbiert werden.
Zusätzlich zur Verminderung des Restölgehaltes wird durch die Kaltverarbeitung ein hochwertiges öl produziert, das einen entsprechend hohen Marktwert besitzt. Die Durchführung des Kaltpressens verhindert eine Bildung von Phosphatid im öl.
Aufgrund der Durchführung des ersten Preßvorganges als Kaltpreßvorgang entfallen maschinenbauliche Investitionskosten für eine thermische Konditionierung der Saat. Für bestimmte Anwendungsfälle kann es zweckmäßig sein, die Welle der Schneckenpresse zu beheizen, hierdurch
entsteht aber lediglich 10 % des Energieaufwandes, der für eine thermische Aufbereitung der Saat erforderlich wäre.
Eine überwiegende Lösung des Extraktionsmittels im Extrakt bei einem geringen überschuß an Extraktionsmittel zur Bereitstellung eines Gasdruckes wird dadurch erreicht, daß das Extraktionsmittel dem Preßgut höchstens mit einem Gewichtsanteil zugeführt wird, der 25 bis 35 % des Gewichts des im Preßgut enthaltenen Extrakts beträgt .
Insbesondere trägt es zu einer Kaltverarbeitung des Saatgutes bei, daß das Preßgut entlang der gesamten Preßstrecke mit einer Temperatur von höchstens 55 0 C transportiert wird.
Zur Abführung von Energie, die dem Preßgut in der ersten Preßstufe zugeführt und in thermische Energie umgesetzt wurde, wird vorgeschlagen, daß die Kühlung des Preßgutes zwischen der ersten Preßstufe und der zweiten Preßstufe durch einen Transport des Preßgutes bei Umgebungstemperatur durchgeführt wird.
Eine vereinfachte Materialhandhabung wird dadurch erreicht, daß ein unflockiertes Rohprodukt verarbeitet wird.
Ebenfalls trägt es zur Reduktion der Verarbeitungskosten sowie zur Verringerung der erforderlichen Verarbeitungsenergie bei, daß ein thermisch unbehandeltes Rohrprodukt verarbeitet wird.
Ein typischer Verfahrensablauf erfolgt dadurch, daß eine Extraktion unter Verwendung von superkritischem Kohlendioxid durchgeführt wird.
Ungewollte Temperaturerhöhungen können dadurch vermieden werden, daß im Bereich der zweiten Preßstufe das Preßgut durch das Kohlendioxid gekühlt wird.
Ein einfacher mechanischer Grundaufbau wird dadurch unterstützt, daß der Zylinderinnenraum durch mindestens zwei auf der Preßschnecke angeordnete Drosseln in die Zonen unterteilt ist.
Darüber hinaus ist es alternativ oder ergänzend auch möglich, daß die Preßschnecke zur Zuführung des Extraktionsmittels mindestens bereichsweise hohl und mit Aus- trittsδffnungen ausgebildet ist.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Darstellung eines Längsschnittes durch eine Schneckenpresse mit Zuleitung eines Extraktionsmittels und Ableitung eines Extraktes,
Fig. 2 ein Diagramm zur Veranschaulichung eines Druckverlaufes in der Presse gemäß Fig. l und
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines mehrstufigen Preßvorganges mit Kühlstrecke zwischen der ersten und der zweiten Preßstufe.
Fig. 1 zeigt eine Schneckenpresse (1), die mit einer Zylinderwandung (2) sowie einer innerhalb der Zylinderwandung (2) beweglich geführten Preßschnecke (3) verse-
hen ist. Entlang eines im wesentlichen zylindrischen Schneckenkörpers (4) erstreckt sich eine Schneckenwendel, die von auf dem Schneckenkörper (4) angeordneten Drosseln (6) in einzelne Wendelsegmente (7) unterteilt ist. Die Drosseln (6) sind als Verdickungen des Schnek- kenkörpers (4) ausgebildet und begrenzen gemeinsam mit der Zylinderwandung (2) relativ eng dimensionierte Spalte (8) .
Die Zylinderwandung (2) ist mit einer Materialzufuhr
(9) sowie einer Feststoffableitung (10) versehen. Hinsichtlich einer Transportrichtung (11) erfolgt die Materialfδrderung von der Materialzufuhr (9) zur Feststoffableitung (10) . Die Materialzufuhr (9) ist typischerweise im Bereich eines Endes der Zylinderwandung (2) angeordnet, das benachbart zu einem Schneckenantrieb (12) positioniert ist. Die Feststoffableitung
(10) befindet sich typischerweise im Bereich eines dem Schneckenantrieb (12) abgewandten Endes der Zylinderwandung (2) .
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 wird der Schnek- kenpresse (1) von einem Vorratstank (13) aus das Extraktionsmittel zugeleitet. Typischerweise wird als Extraktionsmittel Kohlendioxid in flüssigem oder gasförmigem Zustand verwendet. Die Zuführung erfolgt unter Zwischenschaltung eines Kühlers (14) , einer Hochdruckpumpe (15) sowie einer Heizung (16) . Typischerweise sind die einzelnen Funktionskomponenten durch Ventile (17, 18, 19, 20) voneinander getrennt. Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. l ergibt sich hierdurch eine Reihenschaltung des Vorratstanks (13) , des Ventils (17), des Kühlers (14), des Ventils (18), der Hochdruckpumpe (15) , des Ventils (19) , der Heizung (16) ,
des Ventils (20) sowie eines Anschlusses (21) im Bereich der Zylinderwandung (2) .
Gemäß dem Ausführungsbeispiel in Fig. 1 ist ein Zylinderinnenraum (22) in eine Vorpreßzone (23), eine Extruderzone (24) sowie eine Abpreßzone (25) unterteilt. Die Vorpreßzone (23) ist mit einer Primärableitung für mechanisch abgepreßtes Extrakt versehen, im Bereich der Extruderzone (24) sind ein oder mehrere Sekundärableitungen (27) für mit dem Extrakt vermengtes Extraktionsmittel bzw. für im Extrakt gelöstes Extraktionsmittel vorgesehen. Im Anschluß an die Extruderzone (24) ist benachbart zur Feststoffableitung (10) eine Entleerungszone (28) angeordnet. Der Anschluß (21) für die Zuleitung des Extraktionsmittels befindet sich typischerweise unmittelbar in Transportrichtung (11) hinter einer ersten Drossel (6) , die die Vorpreßzone (23) von der Extruderzone (24) trennt. Die Verwendung der Vorpreßzone (23) im Bereich des Zylinderinnenraumes (22) stellt eine optionale Ausführungsform dar.
Typischerweise ist bei einer Verwendung von Kohlendioxid als Extraktionsmittel der Vorratstank (13) für einen Druck von 20 bar bis 65 bar bei einer Extraktionsmitteltemperatur von -20 0 C bis +22 0 C ausgelegt. Der Kühler (14) weist ebenfalls eine Druckfestigkeit bis etwa 65 bar auf und führt eine Temperaturabsenkung auf eine Temperatur von etwa 15 bis 18 Grad Celsius durch. Die Hochdruckpumpe (15) erhöht den Druck auf einen Bereich von 150 bis 300 bar, wobei eine Temperaturerhöhung auf eine Temperatur von 32 bis 50 Grad Celsius auftritt. über die Heizung (16) kann eine weitere Temperatursteuerung erfolgen, erforderlichen Falls kann an dieser Stelle auch eine Kühlung durchgeführt werden.
Die Zufuhr des Preßgutes im Bereich der Materialzufuhr (9) erfolgt üblicherweise auf Umgebungstemperatur. In der Vorpreßzone (13) erfolgt ein mechanischer Druckaufbau auf einen Druck im Bereich von 150 bis 300 bar und eine Temperaturerhöhung. Im Bereich der Extruderzone (24) wird ein Druck im Bereich von 150 bis 300 bar aufrecht erhalten. Die gleichen physikalischen Parameter sind auch im Bereich der Abpreßzone (25) anzutreffen.
Fig. 2 zeigt einen typischen Druckverlauf entlang der Transportrichtung (11) bei einem Betrieb der Schneckenpresse (1) . Es sind hierbei sowohl der FestStoffdruck als auch der Druck des Extraktionsmittels eingezeichnet.
Am Beispiel der Verwendung von Kohlendioxid als Extraktionsmittel sowie gestützt auf das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. l soll nachfolgend der Verfahrensablauf in größerer Detailliertheit erläutert werden. Im Bereich der Vorpreßzone (23) erfolgt zunächst ein mechanischer Aufschluß des Preßgutes, beispielsweise der zu entölenden Saat mit einer mechanischen Vorentölung über die Primärableitung (26) . Die Primärableitung (26) kann beispielsweise über einen nach außen offenen Seiherkorb gebildet werden. In Transportrichtung (11) wird die Vorpreßzone (23) durch die Drossel (6) begrenzt, die eine Drosselgeometrie derart aufweist, daß der vorentölte Feststoff im wesentlichen gasdicht komprimiert werden kann.
Hinter der in Transportrichtung (11) ersten Drossel (6) befindet sich die Einspritzzone für das Extraktionsmittel, in diesem Fall für das Kohlendioxid. Hierfür ist der Anschluß (21) vorgesehen. Durch die Extruderzone (24) wird ein Extruderbereich in einem geschlossenen
Seiher bereitgestellt. Im Bereich der Zuführung des Extraktionsmittels hinter der Drossel (6) wird der Feststoff zunächst wieder aufgelockert und das Extraktions- mittel löst sich im Extrakt bzw. vermengt sich mit diesem. Beim Anwendungsbeispiel einer Extraktion von Saat- δl erfolgt durch das Lösen des Kohlendioxids eine erhebliche Erniedrigung der Viskosität und somit eine deutliche Verflüssigung. Bei Erreichen der Lösekapazitäten des Extrakts für das Extraktionsmittel überlagert sich das zusätzlich zugeführte Kohlendioxid als Gasdruck dem Feststoffdruck.
Beim Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 ist die Extruderzone (24) als ein einheitlicher Bereich zwischen zwei Drosseln (6) ausgebildet. Grundsätzlich ist es denkbar, die Extruderzone (24) durch weitere Drosseln in einzelne Extruderbereiche aufzuteilen und hierdurch alternierende Druckanstiege sowie Druckabsenkungen vorzunehmen.
Im Bereich der Abpreßzone (25) wird das mit Kohlendioxid beladene fließfähige öl aus dem Zylinderinnenraum (22) abgeleitet. Grundsätzlich ist es möglich, die Abpreßzone (25) als offenen Seiherkäfig auszubilden, so daß das öl sowohl durch den mechanischen Preßdruck als zusätzlich auch durch den überlagerten Gasdruck des nicht im öl gelösten Anteiles von Kohlendioxid abgeleitet wird. Eine zusätzliche Ableitung des öls erfolgt durch den radialen Druckabfall im Seiherkorb durch das aus dem öl ausgasende Kohlendioxid. Vorzugsweise wird die Abpreßzone (25) in einem Bereich vor der in Transportrichtung (11) letzten Drossel (6) positioniert.
Für eine Handhabung der Anlage gemäß Fig. 1 erweist es sich als vorteilhaft, im Bereich des Vorratstanks (13) flüssiges Kohlendioxid zu bevorraten und dieses bei Um-
gebungstemperatur der Hochdruckpumpe (15) zuzuführen. Die Hochdruckpumpe (15) wird vorzugsweise als eine Kolbenpumpe ausgebildet. Der Kühler (14) dient im wesentlichen dazu, auf der Saugseite der Hochdruckpumpe (15) eine Dampfblasenbildung zu vermeiden. Der Kühler (14) kann als ein kaltwasser- oder solegekühlter Wärmeaustauscher realisiert sein.
Zur Ermδglichung einer Zuführung von Kohlendioxid zum Zylinderinnenraum (22) in einem überkritischen Zustand erfolgt über die Heizung (16) eine Temperaturerhöhung des verdichteten Kohlendioxids.
Der hohe Druck des Kohlendioxids bei dessen Zuführung zum Zylinderinnenraum (22) führt dazu, daß gemeinsam mit dem herrschenden hohen Feststoffdruck eine hohe Löslichkeit des Kohlendioxids im zu gewinnenden öl erreicht wird. Generell gilt der Zusammenhang, daß mit zunehmendem Druck mehr Extraktionsmittel im zu gewinnenden Extrakt gelöst werden kann. Insbesondere ermöglicht die Zufuhr des Kohlendioxids mit hohem Druck unmittelbar hinter der Drossel (6) einen hohen resultierenden Gesamtdruck bereits in diesem Bereich. Der Feststoffdruck ist hinter der Drossel (6) zunächst niedrig und nimmt dann entsprechend der Darstellung in Fig. 2 entlang des Transportweges bis zur nächsten Drossel (6) zu. Prinzipiell überlagern sich die in Fig. 2 dargestellten Drücke des Feststoffes, hervorgerufen durch die Rotationsbewegung der Extruderschnecke (3) , sowie der Druck des Kohlendioxids .
Durch das Zusammenwirken des Extrakts und des im Extrakt gelösten Extraktionsmittels ist es möglich, sowohl die Vorpreßzone (23) als auch die Abpreßzone (25) außerhalb der Zylinderwandung (2) unter normalen Um-
weltbedingungen anzuordnen und es kann auf eine hochdruckfeste Kapselung verzichtet werden. Sowohl das aus den Ableitungen (26, 27) austretende Extrakt als auch der aus der Feststoffableitung (10) austretende entölte Feststoff sind weitgehend entgast und befinden sich auf einem Druckniveau entsprechend einem Umgebungsdruck. Es wird somit ein für den Anwender extrem einfacher Betrieb der Einrichtung unterstützt .
Fig. 3 zeigt in einer schematischen Darstellung die Preßeinrichtung mit einer Vorpreßzone (29) , die räumlich getrennt zur Schneckenpresse (1) angeordnet sind. Die Schneckenpresse (1) und die Vorpreßzone (29) sind von einer Kühlstrecke (30) miteinander verbunden. Typischerweise ist die Kühlstrecke (30) als eine Transporteinrichtung ausgebildet, auf der das vorgepreßte Preßgut der Umgebungsluft ausgesetzt und hierdurch gekühlt wird. Zur Verbesserung der Kühlung ist es möglich, Gebläse zu verwenden. Die Kühlzeit läßt sich reduzieren, wenn die Kühlung unter Verwendung von gekühlter Luft erfolgt.
Fig. 3 veranschaulicht weiterhin schematisch eine Saatgutzufuhr (31) sowie eine Preßkuchenentnahme (32) . Insbesondere ist daran gedacht, das Saatgut von der Saatgutzufuhr (31) aus ohne weitere Aufbereitung der ersten Preßstufe und somit der Vorpreßzone (29) zuzuführen. Es braucht somit keine Flockierung oder eine thermische Konditionierung durchgeführt zu werden, sondern das Saatgut wird als ganze Saat der ersten Preßstufe zugeführt .
Das in den Bereich der zweiten Preßstufe eingeleitete Kohlendioxid kann dazu verwendet werden, eine thermische Kühlung durchzuführen. Bevorzugt läuft hierdurch
der gesamte Preßprozeß in einem Temperaturbereich zwischen 35 0 C und 55 0 C ab.
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