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Title:
METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING ELONGATED METAL COMPONENTS HAVING HELICAL GROOVES, ESPECIALLY TWIST DRILLS OR ENDLESS SCREWS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/142458
Kind Code:
A2
Abstract:
The invention relates to a method for producing elongated metal components having helical grooves, especially twist drills or endless screws, and to a device suitable for carrying out said method. The aim of the invention is to devise an alternative method for producing elongated metal components having helical grooves, especially twist drills or endless screws, which method is suitable for large-scale production and characterized by an improved profitability. The method according to the invention comprises at least one cold-forming step III wherein the blank (1) is introduced into a guide matrix (9) and is then cold-formed in a split die (3) having at least two mobile die segments (4, 5, 6). The inner walls of the die segments have at least one section having a contour (7) that is designed as a negative for forming helical grooves (8). A male die (13) which is axially mobile and which acts upon the free end of the blank (1) present in the guide matrix (9) presses the blank (1) to at least some extent through the center opening (17) of the closed split die (3), helical grooves (8) being produced during the contact with the die contour (7) under the effect of plastic cold-forming.

Inventors:
GENSERT, Hilmar (Tiedenkamp 1, Henstedt-Ulzburg, 24558, DE)
Application Number:
EP2010/003533
Publication Date:
December 16, 2010
Filing Date:
June 11, 2010
Export Citation:
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Assignee:
SIEBER FORMING SOLUTIONS GMBH (Tiedenkamp 1, Henstedt-Ulzburg, 24558, DE)
GENSERT, Hilmar (Tiedenkamp 1, Henstedt-Ulzburg, 24558, DE)
International Classes:
B21C23/14
Attorney, Agent or Firm:
BOSCH, Matthias et al. (Bosch Jehle Patentanwaltsgesellschaft mbH, Flüggenstr.13, München, 80639, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung länglicher Bauteile aus Metall mit wendelförmigen Nuten, insbesondere Spiralbohrer oder Schnecken, wobei ausgehend von einem vorgefertigten Rohling (1 ) in diesen wendeiförmige Nuten (8) durch einen Umformvorgang erzeugt werden, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine Kaltumformstufe (III) vorgesehen ist, in der der Rohling (1 ) in eine Führungsmatrize (9) eingeführt und nachfolgend in einem Backenwerkzeug (3) mit mindestens zwei beweglichen Backen (4, 5, 6), deren Innenwandung mindestens einen Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur (7) zur Bildung wendeiförmiger Nuten (8) aufweist, kaltumgeformt wird, wobei durch einen in axialer Richtung bewegbaren Pressstempel (13), der am freien Ende des in der Führungsmatrize (9) befindlichen Rohlings (1 ) angreift, der Rohling (1 ) mindestens teilweise durch die zentrale Öffnung (17) des geschlossenen Backenwerkzeuges (3) ge- presst wird und dabei während des Kontaktes mit der Werkzeugkontur (7) durch plastische Kaltverformung wendeiförmige Nuten (8) erzeugt werden, und nach Beendigung des Pressvorganges das Backenwerkzeug (3) geöffnet und der kaltumgeformte Rohling (2) aus diesem entfernt wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass Schaft (11 ) und/oder Kopf (20) des Rohlings (1 ) innerhalb weiterer, vorgelagerter Kaltumformstufen (I, II) vorgeformt werden.

3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass während der Verformung des Rohlings (1 ) innerhalb vorgelagerter Kaltumformstufen (I, II) der Rohling (1 ) zumindest teilweise in einer anderen Führungsmatrize (9) geführt wird und die erforderliche Umformkraft durch axiale Bewegung des Pressstempels (13) erzeugt wird.

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4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (19) des Rohlings (1 ), auf dem die wendeiförmigen Nuten (8) gebildet werden, in einer vorgelagerten Kaltumformstufe (I) verformt wird.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Abschnitt (19) des Rohlings (1 ), auf dem die wendeiförmigen Nuten (8) gebildet werden von einer runden Querschnittsform in eine langlochartige oder elliptische Querschnittsform (20) verformt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Kaltumformstufe (III) in einem Verfahrensschritt die wendeiförmigen Nuten (8) gebildet werden und der Kopf (20) des Rohlings (1 ) in seinem Querschnitt reduziert wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in einer der vorgelagerten Kaltumformstufen (II) das untere Teilstück des Rohlings (1 ) in seinem Querschnitt verformt wird, insbesondere zu einem Abschnitt (20) ohne wendeiförmige Nut oder Spirale, und auf dem benachbarten Abschnitt (19a) ein kurzes Stück einer Spirale oder Wendel (8a) gebildet wird, wobei wäh- rend der Kaltumformung die zentrale Austrittsöffnung des Backenwerkzeuges (21 ) mittels eines Gegenstückes (22) verschlossen ist.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die Kaltumformstufe (III), in der die wendeiförmigen Nuten (8) auf dem Rohling (1 ) erzeugt werden, innerhalb einer Mehrstufenpresse erfolgt, wobei als Ausgangsmaterial für den Rohling (1 ) ein abgelängter Metalldraht eingesetzt wird, der in einer oder mehreren Fließpress- oder Stauchstufen zu einem Rohling (1 ) kaltumgeformt wird, wobei die Schließkraft für die Backen (4, 5, 6) mindestens eines der Kaltumformwerkzeuge (3, 18, 21 ) oder die Kraft für die Bewegung des Presstempels (13) über den verfahrbaren Schlitten der Mehrstufenpresse aufgebracht wird.

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9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass an der Mantelfläche (16) der Backen (4, 5, 6) des Backenwerkzeuges (3, 21 ) mindestens ein axial verschiebbares keil- oder kegelförmiges Element (14) angreift, über das die Schließ- und Öffnungsbewegung der Backen erfolgt.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling (1 ) einen Bereich aufweist, der keiner weiteren Kaltverformung unterzogen wird und so ausgebildet ist, dass er als Einspannbereich für ein Bohrfutter geeignet ist.

11.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling nach erfolgter Herstellung der Spirale einen Bereich aufweist, der einer Kaltverformung unterzogen wird, und so ausgebildet ist, dass er als Einspannbereich für ein Bohrfutter oder Adapter geeignet ist.

12. Verfahren nach Anspruch 1 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich einen polygonen Querschnitt aufweist und dazu geeignet ist, als Kopplungsbereich oder Anschlussbereich verwendet zur werden.

13. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass diese mindestens eine Kaltumformeinheit (IM) umfasst, die aus einer Führungsmatrize (9) mit einer zentralen Öffnung (10) zur Aufnahme eines Rohlings (1 ), einem Backenwerkzeug (3) mit mindestens zwei beweglichen Backen (4, 5, 6), die in eine Öffnungs- und Schließstellung beweg- bar sind, und aus einem axial bewegbaren Pressstempel (13), der in die zentrale

Öffnung (10) der Führungsmatrize (9) einführbar ist, besteht, wobei in der Schließstellung die Backen (4, 5, 6) durch eine in ihrer Größe veränderbare Zuhaltekraft fixiert sind und an der Innenwandung der Backen (4, 5, 6) mindestens ein Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur (7) zur Ausformung wendeiförmiger Nuten (8) angeordnet ist.

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14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass sich der an der Innenwandung der Backen (4, 5, 6) angeordnete Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur (7) zur Ausformung wendeiförmiger Nuten (8) in seiner Länge der Länge der herzustellenden Wendel (19) entspricht oder länger ist.

15. Vorrichtung nach 14, dadurch gekennzeichnet, das das untere Ende des Bak- kenwerkzeuges (3) zur Formung des Kopfes (20) einen Abschnitt (20) mit verringerter Steigung aufweist.

16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass diese weitere Kaltumformeinheiten (I, II) zur Vorformung des Rohlings (1 ) um- fasst, die der Kaltumformeinheit (III) zur Erzeugung der wendeiförmigen Nuten vorgelagert sind.

17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass eine der vorgelagerten Kaltumformeinheiten (II) ein mehrteiliges Backenwerkzeug (21 ) umfasst, das eine Innenkontur zur Ausformung eines abgeflachten Abschnittes (20) am Kopf des Rohlings besitzt.

18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Austrittsöffnung des Backenwerkzeuges (21 ) mittels eines Gegenstempels (22) verschließbar ist.

19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine der vorgelagerten Kaltumformeinheiten (I) ein mehrteiliges Werkzeug (18) umfasst, das eine Innenkontur zur Veränderung der Querschnittsform des kaltumzuformenden Abschnittes (19) des Rohlings (1 ) aufweist.

20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsmatrize (9) einteilig oder in Längsrichtung zweigeteilt ausgeführt ist, wobei die beiden Teilstücke in eine Öffnungs- und Schließstellung bewegbar sind.

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21.Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass mindesten eine Kaltumformeinheit (III), bestehend aus Führungsmatrize (9), Bak- kenwerkzeug (3) und Pressstempel (13) innerhalb einer Mehrstufenpresse mit ei- ner feststehenden Werkzeugträgereinheit und einem in Richtung zur Werkzeugträgereinheit verfahrbaren Schlitten angeordnet ist, und in dieser mindestens noch ein zusätzliches Fließpress- oder Stauchwerkzeug angeordnet ist.

22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 21 , dadurch gekennzeichnet, dass das Backenwerkzeug (3) aus einem ein- oder mehrteiligen äußeren Ring (14) besteht, in dem die Backen (4, 5, 6) radial verschiebbar gelagert sind, wobei die Mantelflächen (14) der Backen (4, 5, 6) und die Innenfläche des Ringes (16) kegelförmig ausgebildet sind, derart, dass bei axialer Verschiebung des Ringes (14) oder der Backen (4, 5, 6) die Backen (4, 5, 6) in die Schließ- und Öffnungsstel- lung bewegbar sind.

23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 22, dadurch gekennzeichnet, dass das Backenwerkzeug (3) mit einer externen Antriebseinheit zur radialen Bewegung der Backen (4, 5, 6) in die Schließ- und Öffnungsstellung in Verbindung steht.

24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 23, dadurch gekennzeichnet, dass das Backenwerkzeug (3) entweder auf der Werkzeugträgereinheit oder dem Schlitten einer Mehrstufenpresse montiert ist und am Schlitten oder an der Werk- zeugträgereinheit ein Betätigungselement angeordnet ist, über das die Backen (4,

5, 6) radial verschiebbar sind.

25. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 24, dadurch gekennzeichnet, dass in der Mehrstufenpresse eine Abschervorrichtung und weitere Press- oder Stauchwerkzeuge angeordnet sind.

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26. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 25, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohling (1 ) einen Bereich aufweist, der einer weiteren Kaltverformung unterzogen wird und dieser Bereich so ausgebildet ist, dass er als Einspannbereich für ein Bohrfutter geeignet ist.

27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich des Rohlings (1) einen polygonalen, insbesondere hexagonalen Querschnitt aufweist.

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Description:
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung länglicher Bauteile aus Metall mit wendeiförmigen Nuten, insbesondere Spiralbohrer oder Schnecken

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung länglicher Bauteile aus Metall mit wendelförmigen Nuten, insbesondere Spiralbohrer oder Schnecken, sowie eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung.

Bohrer üblicher Ausführung besitzen an ihrer Spitze mindestens zwei Schneiden, die von dem zu bearbeitenden Material einen Span oder Bohrmehl (Stein, Beton) abnehmen. Zur Abführung der Späne oder des Bohrmehles hat der Bohrer wendeiförmig eingearbeitete Nuten, über die die Späne oder das Bohrmehl entgegen der Vorschubrichtung transportiert werden. Am Ende des Bohrers befindet sich ein zylinder- förmiger oder mehrkantiger oder speziell geformter Schaft zum Einspannen in ein Spannfutter, beispielsweise einer Bohrmaschine oder Bohrhammer.

Bohrer, wie z.B. Spiral- oder Wendelbohrer, werden in an sich bekannter Art aus Vollmaterial, vorzugsweise Stahl, hergestellt, wobei die wendeiförmigen Nuten durch spanabhebende Bearbeitung oder Umformvorgänge wie Rollen bzw. Kaltoder Warmwalzen erzeugt werden, wobei die Herstellungstechnologien in Abhängigkeit vom Verwendungszweck der Bohrer unterschiedlich sind. Die an der Spitze bzw. am Kopf der Bohrer befindlichen Schneiden können ggf. noch mit Hartmetall- plättchen bestückt werden.

Aus der Praxis sind z.B. folgende Bearbeitungsverfahren zur Herstellung von Bohrern bekannt:

Steinbohrer mit Hammerkopf werden durch Pressen, anschließendes Walzen der wendeiförmigen Nuten oder durch Pressen und anschließendes Fräsen bzw. Schlei- fen der Nuten oder nur durch Fräsen oder Schleifen hergestellt. Die wendeiförmigen Nuten für Steinbohrer mit zylindrischem Schaft werden auf einen zylindrischen Rohling gewalzt oder durch Fräsen und Schleifen erzeugt.

Zur Herstellung von Bohrern mit zylindrischem Schaft aus Werkzeugstahl werden die wendeiförmigen Nuten in einen gehärteten zylindrischen Rohling geschliffen oder durch Warmwalzen in Längsrichtung und anschließendes Härten und Schleifen gebildet.

Spiralen können durch Verdrehen von längs profilierten Rohlingen erzeugt werden. Die Herstellung der Bohrer nach vorgenannten Verfahren ist zeitaufwendig und kostenintensiv.

Aus der EP 0 865 847 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung eines Bohrers bekannt. Ausgehend von einem Rohling mit einer Querschnittsform als Zwei-, Drei- oder Vierkant wird der Rohling an seinem Schaft eingespannt und an dem Bohrkopf verdreht, ggf. unter Zug, wodurch eine spiralförmige Wendel mit einer Bohrmehlab- fuhrnut entsteht. Die Herstellung kann durch Kalt- oder Warmverformung erfolgen. Durch den Drehvorgang verkürzt sich die Länge des Bohrers unter gleichzeitiger Zunahme des Durchmessers sowie einer Kissenverformung. Schnecken im Sinne der eingereichten Erfindung sind aus Metall, insbesondere Stahl, bestehende Förderoder Dosierschnecken kleinerer Bauart und Schnecken als Kraftübertragungselemen- te. Förder- oder Dosierschnecken besitzen in der Regel einen zylinderförmigen Schaft mit wendeiförmigen Nuten zum Transport des Fördergutes. Die Herstellungsverfahren für vorgenannte Schnecken sind in etwa analog wie die zur Herstellung von Bohrern.

Aus der DE 224576 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von Spi- ralbohrem bekannt, wobei als Rohling ein auf helle Rotglut oder auf Weißglut erhitzter und daher formbarer Stahlblock verwendet wird. Bei diesem seit über einem Jahrhundert bekannten Verfahren wird der Rohling, um überhaupt verformbar zu sein, auf eine Temperatur von über 900°C erhitzt. Erst ab dieser Temperatur ist es möglich, den Rohling durch eine Matrize zu pressen und eine Formgebung zu ver- anlassen. Dieses Verfahren birgt jedoch erheblich Nachteile, da ein Rohling zuvörderst auf ein energieintensives Temperaturniveau gebracht und dort während des gesamten Umformungsprozesses zuverlässig gehalten werden müßte. Bei einem ungleichmäßigen Abkühlungsprozess würde nämlich thermischer Verzug entstehen, der ein nachträgliches Richten, gegebenenfalls unter erneuter Erhitzung des fertig gestellten Spiralbohrers erforderlich machen würde. Dieses bekannte Verfahren birgt weiterhin den Nachteil, dass die fertig gestellten Spiralbohrer durch die Erwärmung auf über 900 0 C einer Verzunderung unterliegen, die nach der Herstellung entfernt werden müßte. Sowohl die thermische als auch mechanische Nachbearbeitung ma- chen jedoch einen weiteren zusätzlichen Verfahrenschritt der Qualitätskontrolle notwendig.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein alternatives Verfahren zur Herstellung länglicher Bauteile aus Metall mit wendeiförmigen Nuten, insbesondere Spiralbohrer oder Schnecken, zu schaffen. Dieses soll für eine Massenfertigung geeignet sein und sich durch eine verbesserte Wirtschaftlichkeit auszeichnen. Ferner soll eine zur Durchführung des Verfahrens geeignete Vorrichtung geschaffen werden.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die im Anspruch 1 angegebenen Merkma- Ie gelöst.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Verfahrensweise sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 8. Die zur Durchführung des Verfahrens vorgesehene Vorrichtung ist Gegenstand des Anspruchs 13. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung sind in den Ansprü- chen 14 bis 27 angegeben.

Gemäß der erfindungsgemäßen Verfahrensweise ist mindestens eine Kaltumformstu- fe vorgesehen, in der der Rohling ohne vorherige Erwärmung in eine Führungsmatrize eingeführt und nachfolgend in einem Backenwerkzeug mit mindestens zwei be- weglichen Backen, deren Innenwandung mindestens einen Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur zur Bildung wendeiförmiger Nuten aufweist, kalt umgeformt wird. Der Kaltumformvorgang wird durch einen in axialer Richtung bewegbaren Presstempel, der am freien Ende des in der Führungsmatrize befindlichen Rohlings angreift, ausgelöst.

Aufgrund der anliegenden Presskraft wird der Rohling ohne vorherige Erwärmung mindestens teilweise durch die zentrale Öffnung des geschlossenen Backenwerkzeuges gepresst. Dabei werden während des Kontaktes mit der Werkzeugkontur durch plastische Kaltverformung wendeiförmige Nuten auf der Mantelfläche des Rohlings erzeugt. Nach Beendigung des Kaltpressvorganges wird das Backenwerkzeug geöffnet und der z.B. zu einem Bohrer oder einer Schnecke umgeformte Rohling aus diesem entfernt.

Zusätzlich können noch weitere, vorgelagerte Kaltumformstufen vorgesehen sein, in denen Schaft und/oder Kopf des Rohlings vorgeformt werden. Beispielsweise kann der Kopf des Rohlings abgeflacht oder in seinem Durchmesser reduziert werden, um nach Fertigstellung des Bohrers an diesen Abschnitt noch eine Schneidplatte anzubringen. In der Praxis gibt es unterschiedlicher Einspannmöglichkeiten, insbesondere für Bohrer, die unterschiedliche Schaftformen erfordern.

Während der Kaltverformung des Rohlings innerhalb einer oder mehrerer Umformstufen wird der Rohling zumindest teilweise, mit seinem Schaft, in der dem jeweiligen Werkzeug zugeordneten Führungsmatrize geführt. Vorzugsweise kann die Umformkraft innerhalb der vorgelagerten Umformstufen durch die axiale Bewegung des Pressstempels erzeugt werden.

Außer Kopf und/oder Schaft des Rohlings kann auch der dazwischen liegende Abschnitt des Rohlings in einer vorgelagerten Umformstufe kaltverformt werden. Beispielsweise wird dieser abgeflacht (Umformung von einer runden Querschnittsform in eine langlochartige oder elliptische Querschnittsform). Es besteht auch die Möglichkeit, in einer Kaltumformstufe den Kopf des Rohlings zu einem Abschnitt mit stark reduzierter Steigung oder ohne Steigung bzw. Wendel umzuformen und gleichzeitig wendeiförmige Nuten in dem Abschnitt zwischen Schaft und Kopf zu erzeugen.

In einer der vorgelagerten Kaltumformstufen kann z.B. das untere Teilstück des Rohlings zu einem abgeflachten bzw. flachgedrückten Abschnitt verformt werden. Auf dem benachbarten Abschnitt wird dann nur eine Wendel bzw. Spirale gebildet, die so ausgeführt ist, dass in der nachfolgenden Kaltumformstufe das Werkzeug pro- blemlos geschlossen werden kann.

Hierzu ist es erforderlich, die zentrale Austrittsöffnung des Backenwerkzeuges mittels eines Gegenstückes zu verschließen, da die Umformung dieses Abschnittes überwiegend durch Stauchen erfolgt. Während des nachfolgenden Pressens der wendel- förmigen Nuten wird nur der Abschnitt mit der Nut bzw. Spirale vom Werkzeug umschlossen. Der abgeflachte Abschnitt befindet sich außerhalb des Werkzeuges.

Vorzugsweise wird mindestens die Kaltumformstufe, in der die wendeiförmigen Nuten für die Bohrmehlabfuhr auf dem Rohling erzeugt werden, innerhalb einer Mehr- stufenpresse durchgeführt. Dabei kann als Ausgangsmaterial für den Rohling ein abgelängter Metalldraht eingesetzt werden, der in einer oder mehreren Fließpress- oder Stauchstufen zu einem Rohling umgeformt wird. Innerhalb der Mehrstufenpresse kann die Schließkraft für die Backen mindestens eines der Umformwerkzeuge oder die Kraft für die Bewegung des Presstempels über den verfahrbaren Schlitten der Presse aufgebracht werden.

Auch die vorgenannten, vorgelagerten Kaltumformstufen zur Vorformung des Rohlings können innerhalb einer Mehrstufenpresse durchgeführt werden. Der vorgefertigte Rohling wird dann mittels eines Greifers aus der Führungsmatrize entfernt und zur Führungsmatrize der nächsten Bearbeitungsstation transportiert und in diese eingesetzt. Innerhalb einer Mehrstufenpresse besteht jede der drei Umformeinheiten I, II, III aus einer Führungsmatrize und dem zugehörigen Werkzeug. Durch die Herstel- lung in einer Mehrstufenpresse wird eine hohe Verfahrensökonomie erreicht, da insbesondere keine Erwärmung des Rohlings auf ein bestimmtes Temperaturniveau erforderlich ist.

Die Backenwerkzeuge sind vorzugsweise so ausgeführt, dass an der Mantelfläche der Backen mindestens ein axial verschiebbares keil- oder kegelförmiges Element angreift, über das die Schließ- und Öffnungsbewegung der Backen erfolgt.

Hinsichtlich der konstruktiven Auslegung der Backenwerkzeuge kann auch auf be- reits bekannte Ausführungen zurückgegriffen werden. Die Bewegung der Backen kann auch radial über eine gesonderte Antriebsvorrichtung erfolgen.

Zur erfindungsgemäßen Herstellung von länglichen Bauteilen mit wendeiförmigen Nuten können grundsätzlich alle Metalle oder Metalllegierungen eingesetzt werden, die auch zum Fließpressen und Kaltverformen geeignet sind. In bestimmten Anwendungsfällen kann es aber auch erforderlich sein, den Rohling vor dem Pressen der wendeiförmigen Nuten zu erwärmen, wobei jedoch keine Wärmebehandlung mit Gefügeänderung erfolgen darf.

Im Vergleich zu den bisher bekannten Verfahren zur Herstellung von Bohrern oder Schnecken zeichnet sich das erfindungsgemäße Verfahren zur Kaltumformung durch eine hohe Wirtschaftlichkeit aus, da nahezu alle Arbeitsvorgänge, insbesondere die Formgebung für Schaft, Kopf und Wendel innerhalb einer Mehrstufenpresse durchgeführt werden können und kein aufwendiges Temperaturmanagement erforderlich ist. Ein weiterer wesentlicher Vorteil der vorliegende Erfindung liegt darin, dass die mittels erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Bohrer oder Schnecken aufgrund Kaltumformung keiner Nachbearbeitung bedürfen. Gesteinsbohrer lassen sich somit ohne weitere Nachbearbeitung herstellen. Ein weiterer Vorteil liegt in der besonderen Härte der kaltverformten Bohrer und Schnecken, da durch die Kaltverformung und Kaltverfestigung keine Gefügeänderung erfolgt und die Längsausrichtung der kristallinen Gitteranordnung aufrechterhalten bleibt. Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung, insbesondere gegenüber bekannten Warmumformverfahren, liegt in der Toleranz- und Maßtreue und Oberflächengüte des Kaltumformverfahrens.

Eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignete Vorrichtung umfasst mindestens eine Kaltumformeinheit, die aus einer Führungsmatrize mit einer zentralen Öffnung zur Aufnahme eines Rohlings, einem Backenwerkzeug mit mindestens zwei beweglichen Backen, die in eine Öffnungs- und Schließstellung bewegbar sind, und aus einem axial bewegbaren Pressstempel, der in die zentrale Öff- nung der Führungsmatrize einführbar ist, besteht.

In ihrer Schließstellung sind die Backen des Backenwerkzeuges durch eine in ihrer Größe veränderbare Zuhaltekraft fixiert. An der Innenwandung der Backen ist mindestens ein Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur zur Ausformung wendeiförmiger Nuten angeordnet.

Der an der Innenwandung der Backen angeordnete Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur zur Ausformung wendeiförmiger Nuten kann in seiner Länge nur kurz, z.B. einer halben Steigung, oder der Länge des kaltumzuformenden Ab- Schnittes entsprechen.

Da für bestimmte Anwendungsfälle Bohrer mit einer Schneidplatte ausgerüstet werden, besitzt z.B. das untere Ende des Backenwerkzeuges einen Abschnitt mit stark reduzierter Steigung oder ohne Steigung, zur Ausbildung eines abgeflachten Kopfes, an dem eine Schneidplatte befestigbar ist.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann noch weitere Kaltumformeinheiten umfassen, die zur Vorformung des Rohlings bestimmt sind.

Vorzugsweise umfasst eine der vorgelagerten Kaltumformeinheiten ein mehrteiliges Backenwerkzeug mit einer Innenkontur zur Ausformung eines flachen Abschnittes am Kopf des Rohlings. Die Austrittsöffnung des Backenwerkzeuges ist hierzu mittels eines Gegenstempels verschließbar.

Eine andere der vorgelagerten Kaltumformeinheiten umfasst ein mehrteiliges Werk- zeug, das eine Innenkontur zur Veränderung der Querschnittsform des kaltumzuformenden Abschnittes des Rohlings aufweist. Dieser kann z.B. vor der eigentlichen Ausbildung der wendeiförmigen Nuten flachgedrückt werden.

Die Führungsmatrize kann einteilig oder in Längsrichtung zweigeteilt ausgeführt sein, wobei die beiden Teilstücke in eine Öffnungs- und Schließstellung bewegbar sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführung der vorliegenden Erfindung ist mindestens die Kaltumformeinheit, die aus Führungsmatrize, Backenwerkzeug und Pressstempel besteht und zur Ausformung der wendeiförmigen Nuten vorgesehen ist, innerhalb einer Mehrstufenpresse mit einer feststehenden Werkzeugträgereinheit und einem in Richtung zur Werkzeugträgereinheit verfahrbaren Schlitten angeordnet.

In der Mehrstufenpresse sollte mindestens noch ein zusätzliches Fließpress- oder Stauch Werkzeug integriert sein.

Das Backenwerkzeug besteht vorzugsweise aus einem ein- oder mehrteiligen äußeren Ring, in dem die Backen radial verschiebbar gelagert sind. Die Mantelflächen der Backen und die Innenfläche des Ringes sind kegelförmig ausgebildet, derart, dass bei axialer Verschiebung des Ringes oder der Backen diese in die Schließ- und Öffnungsstellung bewegbar sind.

Die Backenwerkzeuge können auch mit einer gesonderten Antriebseinheit zur radialen Bewegung der Backen in die Schließ- und Öffnungsstellung ausgerüstet sein. Das Backenwerkzeug kann entweder auf der Werkzeugträgereinheit oder dem

Schlitten der Mehrstufenpresse montiert sein. Am Schlitten oder an der Werkzeug- trägereinheit ist dann ein Betätigungselement angeordnet ist, über die radiale Verschiebung der Backen erfolgt.

In der Mehrstufenpresse können außerdem noch eine Abschervorrichtung und weite- re Press- oder Stauchwerkzeuge angeordnet sein.

Einige bevorzugte Ausführungsvarianten der vorliegenden Erfindung werden nachfolgend näher erläutert. Es zeigen:

Fig. 1 die einzelnen Verfahrensschritte A, B und C zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Spiralbohrers in chronologischer Reihenfolge, in vereinfachter Darstellung,

Fig. 2 eine vergrößerte Schnittdarstellung gemäß der Linie A-A der als Verfahrens- schritt B gezeigten Ausführung,

Fig. 3 eine zweite Ausführungsvariante zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Spiralbohrers, als Längsschnitt,

Fig. 4 die einzelnen Verfahrensschritte A, B und C einer dritten Ausführungsvariante zur Herstellung eines Spiralbohrers, in vereinfachter Darstellung, als Längsschnitt,

Fig. 5 die einzelnen Verfahrensschritte A bis G einer vierten Ausführungsvariante zur Herstellung eines Spiralbohrers, in vereinfachter Darstellung, als Längsschnitt,

Fig. 6 die einzelnen Verfahrensschritte A bis E einer fünften Ausführungsvariante zur Herstellung eines Spiralbohrers, in vereinfachter Darstellung, als Längsschnitt, Fig. 7 die einzelnen Verfahrensschritte A bis D einer dritten Ausführungsvariante zur Herstellung eines Spiralbohrers, in vereinfachter Darstellung, als Längsschnitt, und

Fig. 8 den vorgeformten Rohling gemäß des Verfahrensschrittes B in Fig. 7

Fig. 9 eine alternative Ausführungsvarianten zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Spiralbohrers.

In der Fig. 1 sind vereinfacht die drei Verfahrensschritte A, B und C zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Spiralbohrers 2 mit einem dreiteiligen Backenwerkzeug 3 gezeigt, ausgehend von einem Rohling 1. Die drei Verfahrensschritte A, B und C sind Bestandteil der Kaltumformstufe III zur Erzeugung der wendeiförmigen Nuten 8 des Bohrers 2. Der Rohling 1 besteht aus einem den Schaft 11 bildenden Abschnitt und dem als wendeiförmige Nuten umzuformenden Abschnitt 19. Der Rohling 1 kann beispielsweise als zylindrischer Stab ausgebildet sein.

Zur Herstellung des Bohrers kann entweder ein einzelnes Werkzeug verwendet werden oder die Herstellung erfolgt innerhalb einer Mehrstufenpresse, in der auch der Rohling 1 , ausgehend von einem abgelängten Drahtabschnitt vorgeformt wird.

Die nicht näher dargestellte Mehrstufenpresse besitzt in an sich bekannter Bauart ein Maschinengestell mit einem verschiebbaren Schlitten, die jeweils mit Werkzeugträgereinheiten ausgerüstet sind. Außerdem sind ein Abscherwerkzeug sowie minde- sten ein Fließpress- oder Stauchwerkzeug und ein Backenwerkzeug 3 angeordnet.

Zum Pressen werden durch die Bewegung des Schlittens die Werkzeughälften bzw. Backen in die Öffnungs- oder Schließstellung bewegt und gleichzeitig die Relativbewegung zwischen Werkzeug 3 und Pressstempel 13 ausgelöst.

Der als Ausgangsmaterial zugeführte Draht wird mittels eines nicht näher gezeigten Schermessers auf eine vorgegebene Länge abgelängt und der abgelängte Drahtab- schnitt, mittels einer nicht näher gezeigten Greifer- oder Transportvorrichtung vor die zentrale Öffnung 10 der Führungsmatrize 9 positioniert und mittels des Pressstempels 13 in diese eingeschoben. Die zentrale Öffnung 10 ist nur in der Darstellung des Verfahrensschrittes C zu sehen. Gegebenenfalls kann es erforderlich sein, dass der Drahtabschnitt vor der Einführung in die Führungsmatrize 9 noch kalibriert oder vorgeformt wird.

Unmittelbar nach der Führungsmatrize 9 ist das Backenwerkzeug 3 angeordnet. Dieses besteht aus drei in radialer und axialer Richtung bewegbaren Backen 4, 5 und 6. (Fig. 2). An der Innenwandung der Backen 4, 5 und 6 ist ein Abschnitt mit einer als Negativ ausgebildeten Kontur 7 zur Ausformung wendeiförmiger Nuten 8 angeordnet. Der konturbildende Abschnitt 7 erstreckt sich in axialer Richtung nur über einen Teil der Länge der zu formenden Bohrwendel. In bestimmten Anwendungsfällen kann es auch zweckmäßig sein, dass der konturbildende Abschnitt 7 länger ausgeführt ist.

Die Länge des konturbildenden Abschnittes 7 ergibt sich in Abhängigkeit von der Steigung der Wendel, wobei, je nach Profil nur ein Teil einer 360° Wendel erforderlich ist. Da das gezeigte Beispiel zur Herstellung eines einfachen Spiralbohrers 2 mit konstantem Außendurchmesser vorgesehen ist, ist eine einteilige Ausführung der

Matrize 9 vollkommen ausreichend. Die zentrale Bohrung bzw. Öffnung 10 der Matrize 9 ist in ihrem Durchmesser nur geringfügig größer als der Außendurchmesser des Rohlings 1 (Toleranz im Hundertstelbereich). Die Führungsmatrize 9 ist erforderlich, um ein mögliches Abknicken des Rohlings 1 während des Press- bzw. Um- formvorganges zu verhindern.

Wie in Fig. 1 , Verfahrensschritt A, gezeigt, wird das Backenwerkzeug 3 vor dem Beginn des Kaltumformvorganges geschlossen, die Backen 4, 5 und 6 stehen an ihren Trennflächen 12 miteinander in Berührungskontakt.

Der vorgefertigte vorzugsweise zylinderförmige Rohling 1 wird mittels des Pressstempels 13 in die zentrale Öffnung 10 der Matrize 9 eingeschoben, bis zum Berüh- rungskontakt mit der hervorstehenden Werkzeuginnenkontur 7. Der Presstempel 13 wird anschließend in axialer Richtung mit der erforderlichen Presskraft beaufschlagt, die ausreichend groß ist, um den Rohling 1 entlang der Werkzeuginnenkontur 7 durch die zentrale Öffnung bzw. den Hohlraum 17 des Backenwerkzeuges 3 zu drücken bzw. zu pressen, wobei sich der Rohling 1 plastisch kaltverformt unter Ausbildung wendeiförmiger Nuten 8 auf seiner Mantelfläche (Verfahrensschritt B). Gleichzeitig wird auf die Backen 4, 5 und 6 eine ausreichend große Zuhaltekraft ausgeübt, um zu verhindern, dass sich die Backen 4, 5, 6 des Backenwerkzeuges 3 aufgrund des anliegenden hohen Pressdruckes öffnen oder auseinandergedrückt werden. Während des Pressvorganges wird der Rohling aufgrund seiner plastischen Kaltverformung in Längsrichtung gestreckt bzw. gedehnt.

Mit Ausformung der wendeiförmigen Nuten 8 wird der Abschnitt 19, auf dem die Nuten 8 ausgebildet werden, selbständig langsam um seine Längsachse gedreht. Die wendeiförmigen Nuten 8 werden nur entlang eines vorgegebenen Abschnittes 19 des Rohlings gebildet. Ist dieser erreicht, wie im Verfahrensschritt B zu sehen, so werden Presskraft des Stempels 13 und die Zuhaltekraft der Backen 4, 5, 6 gegen Null gefahren und diese geöffnet, wie im Verfahrensschritt C gezeigt.

Zum Auswerfen des fertigen Spiralbohrers 2 wird der Presstempel 13 weiter in Pressrichtung bewegt. In Abhängigkeit vom Werkzeugkonzept kann der Bohrer 2 auch anderweitig entformt werden, z.B. mittels eines gesonderten Auswerfers, der in entgegengesetzter Richtung bewegt wird.

Sowohl die erforderliche Presskraft als auch die Zuhaltekraft können über die in der Mehrstufenpresse vorhandenen Aggregate oder Federpakete erzeugt werden. Das Backenwerkzeug 3 besteht im gezeigten Beispiel aus einem äußeren, in axialer Richtung verschiebbaren Ring 14, in dem die drei Backen 4, 5, 6 radial beweglich gelagert sind. Der Ring 14 ist auf einer kegelförmigen Mantelfläche 15 der Backen 4, 5, 6 geführt, die sich in Richtung der Öffnungsbewegung, wie im Verfahrensschritt C zu sehen, verjüngt. Der Ring 14 besitzt eine mit dieser korrespondierende kegelförmige Innenfläche 16. Zur Öffnung des Backenwerkzeuges 3 wird der Ring 14 in Pressrichtung bewegt. Bei Anordnung innerhalb einer Mehrstufenpresse wird die Bewegung des Ringes 14 über ein nicht näher gezeigtes Angriffselement durch die Zustellbewegung des Schlittens der Mehrstufenpresse ausgelöst, zum Öffnen und Schließen der Backen 4, 5 und 6. Die Öffnungs- und Schließbewegung der Backen 4, 5 und 6 kann auch in anderer Art und Weise erfolgen.

In den Figuren 3 bis 7 sind verschiedene Ausführungsvarianten an Bohrern gezeigt, die sich nach der erfindungemäßen Verfahrensweise herstellen lassen.

In Fig. 3 ist ein Spiralbohrer 2 gezeigt, der sich von dem in den Figuren 1 und 2 dargestelltem Bohrer lediglich dadurch unterscheidet, dass der obere Abschnitt 11 a des Schaftes im Durchmesser kleiner ist als der Außendurchmesser des wendeiförmigen Abschnittes 19.

Der im Durchmesser kleinere Schaft 11 a wurde in einer vorgelagerten Pressstufe bereits am Rohling 1 erzeugt. Die Ausbildung des wendeiförmige Abschnittes 19 erfolgt in analoger Weise gemäß den Verfahrensschritten A bis C in Fig. 1.

Die Figuren 4 bis 6 zeigen Spiralbohrer 2 mit einem abgeflachten Abschnitt 20 am Kopfende, das nutenfrei ausgebildet ist. An diesem Abschnitt 20 werden nachträglich Schneidplatten als Hartmetalleinsatz befestigt. Wie nachfolgend erläutert, kann die Herstellung dieser Bohrer unterschiedlich erfolgen.

In der Fig. 4 sind die Verfahrensstufen A „Beladen des Werkzeuges", B „Kaltumformen des Rohlings" und C „Auswerfen/Entladen des hergestellten Bohrers" zur Herstellung eines Spiralbohrers 2 gezeigt, dessen Spitze bzw. Kopf 20 abgeflacht ist. Der Schaft 11 und der wendeiförmige Abschnittes 19 haben ähnliche Außendurchmes- ser. Im Unterschied zu den vorhergehenden Figuren sind die Backen 4, 5, 6 des

Backenwerkzeuges 3 und deren Innenkontur 7 anders ausgeführt. Die Backen besitzen die gleiche Länge wie der wendeiförmige Abschnitt 19 einschließlich Spitze 20. Der untere Abschnitt der Backen ist in seiner Innenkontur so ausgelegt, dass eine abgeflachte Spitze 20 gebildet wird. Oberhalb dieses Abschnittes sind die Backen 4, 5, 6 über ihre gesamte Länge mit einer wendeiförmigen Innenkontur 7 ausgebildet.

Nach dem Schließen des Backenwerkzeuges 3 wird der Rohling 1 mittels des Pressstempels 13 in den Hohlraum des Backenwerkzeuges 3 gedrückt (Verfahrensschritt B), wobei durch plastische Verformung die abgeflachte Spitze 20 und der wendeiförmige Abschnitt 19 gebildet werden (Verfahrensschritt B). Anschließend wird das Backenwerkzeug 3 geöffnet und der Bohrer 2 mittels eines separaten Auswerfers 23 in entgegengesetzter Richtung zur Pressrichtung ausgeworfen (Verfahrensschritt C). Die Verfahrensschritte A bis C sind Bestandteil der Kaltumformstufe Hl.

Gemäß den in Fig. 5 gezeigten Verfahrensschritten A bis G wird der vorzugsweise zylindrische Rohling 1 zuerst in einem gesonderten zweiteiligen Werkzeug 18 (erstes Werkzeug) kaltumgeformt, derart, dass das untere Teilstück 19a des kaltumzuformende Abschnitt 19 einen kleineren Durchmesser aufweist als das andere Teilstück dieses Abschnittes 19. Der in die Führungsmatrize 9 eingeschobene Rohling 1 (Verfahrensschritt A) wird mittels des Pressstempels 13 in den im Durchmesser kleineren zylindrischen Hohlraum 18a des Werkzeuges 18 gedrückt (Verfahrensschritt B). Die Verfahrensschritte A und B bilden eine vorgelagerte Kaltumformstufe I.

Der Außendurchmesser des kaltumgeformten Abschnittes 19a ist so bemessen, dass die Backen 4, 5, 6 des nachfolgend zugestellten Backenwerkzeuges 21 (zweites Werkzeug) problemlos geschlossen werden können, ohne mit der Mantelfläche des Abschnittes 19a in Berührungskontakt zu gelangen. Nach Beendigung der Kaltumformstufe I wird die nachfolgende Kaltumformstufe Il (Verfahrensschritte C und D) auf der nächsten Station der Mehrstufenpresse durchgeführt. Hier kommt ein Bak- kenwerkzeug 21 zum Einsatz, dessen Werkzeuginnenkontur 7 so gestaltet ist, dass ein wendeiförmiger Nut- bzw. Spiralabschnitt 8a und ein flachgedrückter (wendello- ser) Abschnitt 20 entstehen (Verfahrensschritt D). Die zentrale Öffnung des Backenwerkzeuges 21 ist von unten durch einen Gegenstempel 22 geschlossen. Gemäß dem nächsten Verfahrensschritt D drückt der Pressstempe! 13 mit der erforderliche Presskraft auf den Rohling 1. Dadurch wird das untere Teilstück 19a des Rohlings 1 so verformt, dass ein kurzer wendeiförmiger Nut- bzw. Spiralabschnitt 8a und ein flachgedrückter Abschnitt 20 gebildet werden. Während der Verformung wird der Rohling aufgestaucht, bis der Werkzeughohlraum vollständig gefüllt ist. Durch den Gegenstempel 22 wird ein Durchdrücken des Rohlings 1 verhindert.

Nach dem Öffnen des zweiten Backenwerkzeuges 21 wird der vorgeformte Rohling aus der Führungsmatrize 9 mittels eines Greifers entnommen, zur nächsten Station, der Kaltumformstufe III, transportiert und in die zu dieser Station gehörende Füh- rungsmatrize 9 eingeschoben.

In dieser Kaltumformstufe III erfolgt die Ausbildung der wendeiförmigen Nuten 8 (Verfahrensschritte E bis G).

Das in der Kaltumformstufe III zum Einsatz kommende dritte Backenwerkzeug 3 entspricht in seinem Aufbau dem in Fig. 1 gezeigten Backenwerkzeug 3. Die Backen des dritten Backenwerkzeuges 3 sind in ihrer Länge bzw. Höhe so bemessen, dass diese im geschlossenen Zustand nur den wendeiförmigen Nutabschnitt 8a umschließen (Verfahrensschritt E). Der Kopf 20 des Rohlings 1 ragt aus dem Werkzeug 3 her- aus. Die Backen besitzen eine wendeiförmige Innenkontur 7 analog wie das in Fig. 1 gezeigte Backen Werkzeug 3.

Gemäß dem Verfahrensschritt F wird nunmehr der Rohling 1 mittels des Pressstempels 13 durch die Werkzeugöffnung gepresst und dabei auf dem noch verbleibenden Teilstück des Abschnittes 19 wendeiförmige Nuten 8 erzeugt. Nach Beendigung des Pressvorganges wird das Backenwerkzeug 3 geöffnet und der Spiralbohrer 2 durch weitere Bewegung des Pressstempels 13 in Pressrichtung ausgeworfen (Verfahrensschritt G).

Die Durchführung der einzelnen Kaltumformstufen I, Il und III erfolgt jeweils in einer separaten Kaltumformeinheit, die aus einer Führungsmatrize 9 und dem jeweiligen Werkzeug 18, 21 , 3 besteht. Gemäß einer weiteren Verfahrensweise (Fig. 6) wird als Rohling 1 ein zylindrischer Metallstab eingesetzt. Dieser wird mittels des Pressstempels 13 in ein Backenwerkzeug 21 gedrückt, das analog wie das Backenwerkzeug 21 mit Gegenstempel 22 gemäß Fig. 5 ausgebildet ist. Die Verfahrensschritte A und B bilden die Kaltumformstufe Il und die Verfahrensschritte C bis E die Kaltumformstufe III. Die Verfahrensschritte B bis E entsprechen den in Fig. 5 gezeigten Verfahrensschritten D bis G. Der Kopf des hergestellten Spiralbohrers 2 besitzt ebenfalls einen abgeflachten Abschnitt 20.

Die Backenwerkzeuge 21 und 3 sind analog ausgelegt wie die in Fig. 5. Nach der in Fig. 7 gezeigten Verfahrensweise wird in einer vorgelagerten Pressstufe (Kaltumformstufe I) mittels eines Werkzeuges 18 der zylindrische Rohling 1 derart verformt, dass der mit Bohrmehlnuten auszurüstende Abschnitt 19 flachgedrückt ist, also eine langlochartige Querschnittsform besitzt, wie in Fig. 8 gezeigt. Gemäß Verfahrensschritt B wird der vorzugsweise zylindrische Rohling mittels des Stempels 13 durch Fließpressen in die gewünschte Form, wie in Fig. 8 gezeigt, gebracht. Nach dem Öffnen des Werkzeuges 18 wird der vorgeformte Rohling 1 aus der Führungsmatrize 9 der Kaltumformstufe I entnommen und der Führungsmatrize 9 der nach- folgenden Station (Kaltumformstufe III) zugeführt. In dieser wird gemäß dem Verfahrensschritt D der vorgeformte Rohling 1 mittels des Pressstempels 13 durch ein Bak- kenwerkzeuges 3 gedrückt, das analog ausgeführt ist, wie das in Fig. 1 gezeigte Bak- kenwerkzeug. Aufgrund der bereits erfolgten Querschnittsverringerung des kaltumzuformenden Abschnittes 19 sind geringere Umformkräfte erforderlich, um die Bohrmehlnuten auszubilden. Der hergestellte Spiralbohrer 2 besitzt einen konstanten Außendurchmesser, vom Schaft bis zum Kopf. Die Entformung des Bohrers 2 erfolgt dann analog wie vorstehend bereits erläutert.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird die Quer- schnittsform im Bereich 19, wie in Figur 9 gezeigt, vorprofiliert. Eine derartige Vor- profilierung weist einen polygonen Querschnitt auf, insbesondere kann dieser beispielsweise ein Dreieck, Quadrat (siehe Schnitt AA und BB), Hexagon (siehe Schnitt CC) oder Oktogon (nicht dargestellt) sein. Ebenso können polygone Querschnitte in Sternform vorteilhaft sein. Durch dieses Vorprofil im Bereich 19 wird unter anderem der Vorteil erzielt, dass bei der Herstellung der Spirale die aufzuwendenden Kräfte geringer sein können als bei kreisrunden Querschnitten eines zylindrischen Roh- lings. Die Vorprofi I ierung reduziert hierbei die Kräfte im Pressstempel 13 durch eine Volumenvorverteilung des Materials und somit auch die auf die Backen und Matrizen wirkenden Umfangskräfte. Bei der Wahl der Profilierung kann es vorteilhaft sein, die Anzahl der Polygone auf die Anzahl der Schneiden und Nuten abzustimmen. So ist es erfindungsgemäß sinnvoll, bei einem Spiralbohrer mit drei Schneiden einen dreieckigen Querschnitt als Rohling zu wählen.

Nach erfolgter Herstellung der Spirale in den Verfahrensschritten AA und BB wird im Verfahrensschritt CC der Bereich, der nicht zu einer Spirale umgeformt worden ist, mittels Kaltverformung umgeformt, bspw. in einen Abschnitt, der zur Bohreraufnah- me in einem Bohrfutter geeignet ist.

Bei einer weiteren Verfahrensvariante der vorliegenden Erfindung wird der gesamte Rohling in einer Kaltumformvorstufe verformt und beispielsweise auf einen hexago- nalen Querschnitt kaltverformt. Die hexagonale Vorverformung des gesamten Roh- lings weist insbesondere den Vorteil auf, dass aufgrund der bereits erfolgten Volumenvorverteilung des hexagonalen Abschnitts, die Umfangskräfte im Bereich, der zur Spirale verformt wird, geringer sein können als bei zylindrischen Querschnitten. Der Bereich, der nicht zur Spirale kaltverformt wird, kann als Einspannbereich für die spätere Bohreraufnahme im Bohrfutter verwendet werden.

Diese Kaltverformung, wie in Figur 9, CC dargestellt, kann mittels Backen erfolgen. Ebenso ist es auch möglich, dass das Stangen- oder drahtförmige Ausgangsmaterial bereits einen polygonen Querschnitt aufweist und die Rohlinge keine weitere Kaltverformung unterzogen werden. Bezugszeichen

1 Rohling

2 Spiralbohrer

3 Backenwerkzeug

4 Backe

5 Backe

6 Backe

7 Werkzeugi n nen kontu r

8 wendelförmige Nut

8a Nutabschnitt

9 Führungsmatrize

10 zentrale Öffnung von 9

1 1 Schaft bzw. Aufnahme

1 1 a oberes Ende von 11

12 Trennfläche

13 Pressstempel

14 Ring

15 Mantelfläche

16 Innenfläche

17 zentrale Öffnung bzw. Hohlraum von 3

18 zweiteiliges Werkzeug (erstes)

18a Hohlraum

19 kaltumzuformender Abschnitt von 1

19a unteres Teilstück

20 abgeflachter Abschnitt am Kopf

21 Backenwerkzeug (zweites)

22 Gegenstempel

23 Auswerfer

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