WEDEKIND, Werner (Eichenkamp 9, Salzhausen, 21376, DE)
| P a t e n t a n s p r ü c h e 1. Verfahren zur Herstellung von Reifenrohlingen, bei dem mindestens ein streifenförmiges Material mindestens einer Reifenaufbautrommel zugeführt wird, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Reifenaufbautrommeln (1, 2) miteinander verbunden und relativ zu einer Drehachse (4) verschwenkbar angeordnet werden und daß für den Aufbau eines Reifens zunächst im Bereich der ersten Reifenaufbautrommel (1} mindestens ein erstes streifenförmiges Material und dann nach der Durchführung einer Drehbewegung und einer hieraus resultierenden Vertauschung der Positionen der Reifenaufbautrommeln mindestens ein zweites streifenförmiges Material zugeführt wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Reifenaufbautrommeln (l, 2) um eine horizontal verlaufende Drehachse (4) verschwenkt werden. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2 , dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (4) im Wesentlichen mittig zwischen zwei Zuführeinrichtungen (5, 6) für die streifenförmigen Materialien positioniert wird. 4. verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (4) im Wesentlichen in einer Materialzuführrichtung der Zuführeinrichtungen (5, 6) ausgerichtet wird. 5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Reifenaufbautrommeln (1, 2) zyklisch um die Drehachse (4) herum hin und her geschwenkt werden. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein Gürtelpaketaufbau räumlich getrennt von den Reifenaufbautrommeln (1, 2) im Bereich einer Bombiertrommel (10) durchgeführt wird. 7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Reifenrohling zur Herstellung von LKW-Reifen verwendet wird. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche l bis 7 , dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich jeder der Aufbautrommeln (1, 2) etwa 50% der zum Aufbau einer Karkasse erforderlichen Prozeßzeit durchlaufen werden. 9. Vorrichtung zur Herstellung von Reifenrohlingen, die mindestens eine Reifenaufbautrommel und mindestens eine Zuführeinrichtung für ein streifenförmiges Material aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Reifenaufbautrommeln (l, 2) miteinander verbunden und relativ zu einer Drehachse (4) verschwenkbar angeordnet sind und daß die erste Reifenaufbautrommel (1) mit einer ersten Zuführeinrichtung (5) für ein erstes streifenförmiges Material und die zweite Reifenaufbautrommel (2) mit einer zweiten Zuführeinrichtung (6) für ein zweites streifenförmiges Material gekoppelt ist. 10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (4) im Wesentlichen in einer horizontalen Richtung ausgerichtet ist. 11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, daß sich die Drehachse (4) im Wesentlichen mittig zwischen den Zuführeinrichtungen (5, 6) erstreckt. 12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachse (4) im Wesentlichen in einer Materialzuführrichtung der Zuführeinrichtungen (5, 6) ausgerichtet ist. 13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Reifenaufbautrommeln (1, 2) mit einem Antrieb zur zyklischen Durchführung von Hin- und Herbewegungen um die Drehachse (4) herum gekoppelt sind. 14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13 , dadurch gekennzeichnet, daß räumlich getrennt zu den Reifenaufbautrommeln (1, 2) eine Bombiertrommel (10) für ein Gürtelpaketaufbau angeordnet ist. |
Reifenrohlingen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Reifenrohlingen, bei dem mindestens ein streifenförmiges Material mindestens einer Reifenaufbautrommel zugeführt wird.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Herstellung von Reifenrohlingen, die mindestens eine Reifenaufbautrommel und mindestens eine Zuführeinrichtung für ein streifenförmiges Material aufweist.
Bei bekannten Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung von Reifenrohlingen müssen diese häufig in einem labilen und instabilen Zustand übergeben werden, um sequentiell den Reifenaufbau durchzuführen.
Die entsprechende Übergabe der weichen Reifenrohlinge bzw. von teilgefertigten Karkassen kann zu Verformungen der Karkassen und hierdurch zu Schäden führen. Ebenfalls werden die Obergabevorgänge durch derartige Verformungen beeinträchtigt, so daß eine zuverlässige Übergabe nicht immer gewährleistet ist.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein verfahren der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß die Handhabung von Reifenrohlingen erleichtert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwei Reifenaufbautrommeln miteinander verbunden und relativ zu einer Drehachse verschwenkbar angeordnet werden und daß für den Aufbau eines Reifens zunächst im Bereich der ersten Reifenaufbautrommel mindestens ein erstes streifenförmiges Material und dann nach der Durchführung einer Drehbewegung und einer hieraus resultierenden Vertauschung der Positionen der Reifenaufbautrommeln mindestens ein zweites streifenförmiges Material zugeführt wird.
Weitere Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung der einleitend genannten Art derart zu verbessern, daß die Handhabung von Reifenrohlingen erleichtert wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zwei Reifenaufbautrommeln miteinander verbunden und relativ zu einer Drehachse verschwenkbar angeordnet sind und daß die erste Reifenaufbautrommel mit einer ersten Zuführeinrichtung für ein erstes streifenförmiges Material und die zweite Reifenaufbautrommel mit einer zweiten Zuführeinrichtung für ein zweites streifenförmiges Material gekoppelt ist.
Durch die Aufteilung des Produktionsprozesses der Karkassen auf zwei Reifenaufbautrommeln und die verschwenkbare Anordnung dieser Reifenaufbautrommeln ist es möglich, Übergabevorgänge für teilgefertigte und/oder noch weiche Karkassen zu vermeiden bzw. die Anzahl entsprechender Übergaben zu verringern. im Bereich der ersten Reifenaufbautrommel werden erste Prozeßschritte durchgeführt, die vorzugsweise etwa 50% der erforderlichen Prozeßzeit beanspruchen. Nach der Durchführung dieser ersten Prozeßschritte werden die beiden Reifenaufbautrommeln um die Drehachse herum um 180° verschwenkt und vertauschen hierdurch ihre Positionen. Im Bereich der ersten Reifenaufbautrommel werden dann die noch fehlenden Prozeßschritte durchgeführt. Die fertige Karkasse wurde von der zweiten Reifenaufbautrommel vor dem Verschwenken entfernt, so daß nunmehr diese Reifenaufbautrommel zur Durchführung der ersten Prozeßschritte frei ist.
Bin einfacher konstruktiver Aufbau bei einer horizontalen Materialzufuhr wird dadurch erreicht, daß die Reifenaufbautrommeln um eine horizontal verlaufende Drehachse verschwenkt werden.
Zu einer kompakten Konstruktion trägt es bei, daß die Drehachse im Wesentlichen mittig zwischen zwei Zuführeinrichtungen für die streifenförmigen Materialien positioniert wird.
Ebenfalls wird eine zweckmäßige Bewegungskoordinierung dadurch unterstützt, daß die Drehachse im Wesentlich in einer Materialzuführrichtung der Zuführeinrichtungen ausgerichtet wird.
Eine Zuführung von Medien zu den Reifenaufbautrommeln wird dadurch erleichtert, daß die Reifenaufbautrommeln zyklisch um die Drehachse herum hin und her geschwenkt werden.
Ein .nodularer Anlagenaufbau kann dadurch erreicht werden, daß ein Gürtelpaketaufbau räumlich getrennt von den Reifenaufbautrommeln im Bereich einer Bombiertrommel durchgeführt wird.
Gemäß einer typischen Ausführungsform ist vorgesehen, daß der Reifenrohling zur Herstellung von LKW-Reifen verwendet wird.
Eine kurze resultierende Gesamtprozeßzeit wird dadurch erreicht, daß im Bereich jeder der Aufbautrommeln etwa 50% der zum Aufbau einer Karkasse erforderlichen Prozeßzeit durchlaufen werden.
In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch dargestellt. Bs zeigen:
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine Anlage zur Herstellung von Reifenrohlingen mit zwei Zuführstrecken sowie zwei positionsveränderlich angeordneten Reifenaufbautrommeln und
Fig. 2 eine schematische teilweise Darstellung der
Vorrichtung gemäß Blickrichtung II in Fig. 1
Fig. 1 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Einrichtung zur Herstellung von Reifenrohlingen. Zwei Reifenaufbautrommeln (1, 2) sind auf einem Querträger (3) angeordnet, vorzugsweise im Bereich einander abgewandter Enden des Querträgers (3) . Der Querträger (3) ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel um eine Drehachse (4) herum verschwenkbar. Gemäß der Ausführungsform in Fig. 1 verläuft die Drehachse (4) in einer im Wesentlichen horizontalen Richtung.
Auf den Reifenaufbautrommeln (1, 2) wird das zur Herstellung einer Karkasse erforderliche Material aufgewickelt. Für die Zuführung des Materials werden Zuführeinrichtungen (5, 6) verwendet, die typischerweise als Gürtelserver ausgebildet sind.
Die erste Zuführeinrichtung (5) führt das Material zu, das dafür erforderlich ist, die Karkasse hinsichtlich der benötigten Prozeßzeit etwa halb fertigzustellen. Die zweite Zuführeinrichtung (6) dient zur Zuführung des restlichen Materials, um die Karkasse zu vervollständigen.
Gemäß der in Fig. l dargestellten Positionierung der beiden Reifenaufbautrommel (1, 2) werden von der ersten Zuführeinrichtung (5) zur ersten Reifenaufbautrommel (1) die Materialien zugeführt, die für den Aufbau der Innenlagen (IL, inner Liner) , der Seitenwände (SW f Side Wall) sowie für den Aufbau des Kerns erforderlich sind. Für den Aufbau des Kerns werden gummierte Stahllitzen (Shaver Steel) sowie gummierte Textilgewebe (Shaver Textile) zugeführt.
Nach einem Abschluß dieser ersten Prozeßschritte im Bereich der ersten Reifenaufbautrommel (l) wird die Einrichtung mit den beiden Reifenaufbautrommeln (1, 2) um die Drehachse (40) herum um 180° verschwenkt und die erste Reifenaufbautrommel (1) befindet sich dann in der Position, die in Fig. 1 die zweite Reifenaufbautrommel (2) einnimmt. In dieser Positionierung erfolgt über die zweite Zuführeinrichtung (€) die Zufuhr der noch fehlenden Materialien, insbesondere für den Schulterbereich der Karkasse (SC, Shoulder cushion) sowie den Körperbereich (BP, Body Ply) .
Unter Verwendung einer Andruckeinrichtung (7) , beispielsweise eines Anrollers, werden die einzelnen Lagen auf der Reifenaufbautrommel (1, 2) gegeneinander gedrückt und hierdurch miteinander verbunden. Nach einem Abschluß dieser Prozeßschritte zur Fertigstellung der Karkasse fahren Transferringe (8, 9) über die von der Reifenaufbautrommel (1, 2) gehalterte Karkasse. Die Transferringe (8, 9) haltern Kerne, die vorzugsweise eingehängt sind. Nach einer Positionierung der Transferringe (8, 9) um die Karkasse sowie die Reifenaufbautrommel (1, 2) herum erfolgt vorzugsweise eine Beaufschlagung der Karkasse aus der Reifenaufbautrommel (1, 2) heraus mit einem Druckgas, um ein Lösen der Karkasse von der Reifenaufbautrommel (1, 2) zu unterstützen und eine Übergabe an die Transferringe (8, 9) durchzuführen.
Nach einer Übergabe der Karkasse von der Reifenaufbautrommel (1, 2} an die Transferringe (8, 9) werden die Transferringe (8, 9) in eine der Reifenaufbautrommel (1, 2) abgewandte Richtung verfahren und es erfolgt eine Übergabe der Karkasse an eine Bombiertrommel (10) . Im Bereich der Bombiertrommel (10) wird die Karkasse mit Stahlgürteln versehen, um die erforderliche Bndfestigkeit zu erreichen.
Zur weiteren Veranschaulichung des konstruktiven Prinzips zeigt Fig. 2 eine Seitenansicht der beiden verschwenkbar angeordneten Reifenaufbautrommeln (1, 2) . Eine besonders hohe mechanische Festigkeit und Belastungsfähigkeit kann erreicht werden, wenn beide Reifenaufbautrommeln (1, 2) auf einem gemeinsamen durchgehenden Querträger (3) angeordnet sind.
Alternativ zu der in Fig. 1 und Fig. 2 dargestellten horizontal verlaufenden Drehachse (4) ist es grundsätzlich auch möglich, die Drehachse (4) mit einer vertikalen Längsausdehnung zu versehen. Die Durchführung der Drehbewegungen erfolgt vorzugsweise zyklisch mit abwechselnden Drehrichtungen, wobei jeweils eine Drehbewegung um 180° durchgeführt wird. Eine derartige Durchführung der Drehbewegungen ermöglicht eine einfache Zufuhr von Medien, beispielsweise von Druckluft, zu den Reifenaufbautrommeln (1, 2) , beispielsweise unter Verwendung von Schläuchen. insbesondere ist daran gedacht, für den linken und den rechten Kern getrennte Kern-und Karkasstransfereinheiten zu verwenden. Die Transfereinheit fährt vorzugsweise über die Karkasstrommel vor einem Auflegen der Schulterstreifen (SC) . Hierdurch wird ein ausreichender Bauraum zur Verfügung gestellt, um die Bombiertrommel (10) in Linie mit den Reifenaufbautrommein (1, 2) anzuordnen.
Die benötigten Bauteile zur Herstellung der Reifenrohlinge können einzeln den Reifenaufbautrommeln (1, 2) zugeführt werden. Die Anzahl der betreffenden Bauteile ist hierdurch beliebig an die herzustellenden Reifen anpaßbar. Die Zufuhr der Gürtelpakete im Bereich der Bombiertrommel (10) ermöglicht es, den BEF (Belt Edge Filier) auf oder unter den zweiten Gürtel zu dublieren. Da der BEF einzeln äußerst labil und klebrig ist, erleichtert dies wesentlich die Handhabung.
Bin Abtransport des Reifenrohlinge von der Bombiertrommel (10) kann unter Verwendung eines Wagens oder eines Krangreifers erfolgen.
Während der Durchführung des Reifenaufbaues rotieren die Reifenaufbautrommeln (l, 2) um eine Drehachse, die im Wesentlichen in einer Längsrichtung des Querträgers (3) verläuft. Die Drehachse (4) erstreckt sich im Wesentlichen rechtwinklig zu dieser Drehachse der Reifenaufbautrommeln (1, 2) während der Durchführung des Reifenaufbaus. Für diesen Aufbau führen die Reifenaufbautrommeln (l, 2) in der Regel eine vollständige Drehung um 360° durch.
