RICHTER, Ulrich (Sperlingweg 10, Forst, 76694, DE)
| Ansprüche 1. Verfahren zur maschinellen Herstellung von vorkonfektionierten Verpackungen wie beispielsweise Faltschachteln, wobei ein flüssiger Schmelzklebstoff auf die vorgesehenen Klebestellen des Substrats aufgetragen wird, dessen Klebewirkung nach dem Abtrocknen mit geeigneten Reaktivierungsquellen, wie beispielsweise Hochfrequenz, Ultraschall, Heißluft, Infrarot oder Laser wieder wie ein fester Schmelzklebstoff reaktiviert werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass der aus einer wässrigen Emulsion eines Ethylen-Vinylacetat-Polymers mit enthaltenden kristallinen Ethylensegmenten bestehende flüssige Schmelzklebstoff mit einem Festkörpergehalt bis 70 %, vorzugsweise zwischen 35 und 55 %, inline in einem Flexodruckwerk direkt auf den Bedruckstoff aufgetragen wird. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die auf Trockengewicht bezogene Auftragsmenge an flüssigem Schmelzklebstoff auf dem Substrat im Bereich zwischen 2 g/m2 und 90 g/m2, vorzugsweise zwischen 15 g/m2 und 35 g/m2 eingestellt ist. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Viskosität des flüssigen Schmelzklebstoffs, die im Bereich von 50 - 10 000 mPas Brookfield RVT/23°C, vorzugsweise zwischen 250 - 1300 mPas Brookfield RVT/23°C liegt, so eingestellt ist, dass ein günstiges Übertragungsverhalten des flüssigen Schmelzklebstoffs auf den Bedruckstoff vorhanden ist und kein Spritzen bzw. Verlaufen auf dem Bedruckstoff stattfindet. 4. Verfahren nach Anspruch , 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem flüssigen Schmelzklebstoff Zusätze eines Feuchthaltemittels, wie beispielsweise Glycerin, zugemischt sind, um ein Eintrocknen des flüssigen Schmelzkleb- Stoffs bei Stillständen im Flexodruckwerk und ein Zusetzen der Raster bzw. Druckklischeestruktur zu verhindern. 5. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung der Viskosität des flüssigen Schmelzklebstoffs und die Zumischung von Zusätzen so durchgeführt ist, dass keine Schaumbildung im Kammerrakelwerk des Flexodruckwerks erfolgen kann. 6. Flexodruckwerk zur Auftragung eines aus einer wässrigen Emulsion eines Ethylen-Vinylacetat-Polymers mit enthaltenden kristallinen Ethylensegmenten mit einem Festkörpergehalt bis 70 %, vorzugsweise zwischen 35 und 55 % bestehenden flüssigen Schmelzklebstoffs auf die vorgesehenen Klebestellen eines Substrats, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5, gekennzeichnet durch eine an den Feststoffgehalt und an die Viskosität des Klebstoffs angepasste Geometrie und Gravur (4) der Rasterwalze (1 ) und Rasterstruktur (Bitmap) (17) des Druckklischees(IO). 7. Flexodruckwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rasterwalze (1) mit einem konstanten Walzendurchmesser (2, 3) von ca. 207 mm und mit einem hohen Walzenrundlauf ausgebildet ist, wobei über ihre gesamte Ballenbreite von 786 mm Abweichungen des Walzendurchmessers (2, 3) von max. 0,002 mm und Abweichungen vom Walzenrundlauf von max. 0,005 mm tolerierbar sind. 8. Flexodruckwerk nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravur (4) der Rasterwalze (1 ) eine Liniengravur mit einer Gegengravur (5) ist. 9. Flexodruckwerk nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gravur (4) durch folgende Parameter gekennzeichnet ist: • Lineatur 18 Linien pro cm • Winkel des Linienrasters 45° • Gravurtiefe 130 pm • Gravurfreier Walzenrand 18 mm • Stegverhältnis 1 :20 10. Flexodruckwerk nach Anspruch 6, 7, 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Druckklischee (10) mit einer Rasterstruktur (Bitmap) mit Vertiefungen in Form von eng gesetzten Näpfchen (12) ausgebildet ist 1 . Flexodruckwerk nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Näpfchen (12) als 4-seitige Pyramiden mit nach unten ausgerichteter Spitze mit folgenden Referenzwerten der Näpfchengeometrie und der Rasterstruktur (17) ausgebildet sind: • die rechteckige Grundfläche des Näpfchens (12) liegt vorzugsweise im 45° Winkel zur Rotationsrichtung im Druck, • der tiefste Punkt des Näpfchens (12) beträgt zur Druckklischeeoberfläche ca. 535 pm, • die Länge der Grundflächenkante (13) des Näpfchens (12) beträgt ca. 1 ,5 mm, • die Länge der seitlichen Kante (16) des Näpfchens (12) beträgt ca. 1 ,0 mm, • der Abstand der Näpfchen (12) zueinander von Diagonale (15) zu Diagonale (15) beträgt ca. 3,53 mm, • der Abstand der Näpfchen (12) zueinander von Kante zu Kante beträgt ca. 2 mm, • die Diagonale (15) der Näpfchen beträgt 3,5 mm. 12. Flüssiger Schmelzklebstoff zur Verwendung als Druckauftrag mittels eines Flexodruckwerks, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 5 mit einem Flexodruckwerk nach den Ansprüchen 6 bis 11 , gekennzeichnet durch folgende Grenzwerte der möglichen Zusammensetzungen und Eigenschaften: 0 - 100 % semicrystalline Ethylen Vinyl Acetat Dispersion (entsprechend der US 2004/0175589 A1) 0 - 40 % Vinyl-Acetat-Ethylen Dispersion, Polyvinylacetat-Dispersion, Sty- rol-Acrylat-Dispersion, Acrylat-Dispersion, terpolymere wässrige Dispersion, maleinathaltige wässrige Dispersion, Polyvinyl- alkohollösungen unterschiedlicher Hydrolysierungsgrade und Viskositäten, carboxiiierte Harzlösungen, Polyester 0 - 1 % Entschäumer (auf Basis Silikonöil oder Mineralöl) 0 - 2 % Netzmittel (nicht ionische Netzmittel, anionische Netzmittel sowie kationische und amphotere Netzmittel) 0 - 10 % Feuchthaltemittel (wie z.B.: Glycerin, Harnstoff, Polyethylenoxid, Magnesiumchlorid, Polydextrose) Viskositätsbereich 1 - 10 000 mPas Brookfield RVT/23°C Festkörpergehalt bis 70 % Reaktivierungstemperatur > 60 °C 13. Flüssiger Schmelzklebstoff nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Festkörpergehalt vorzugsweise zwischen 35 und 55 % und die Viskosität zwischen 250 und 1300 mPas Brookfield RVT/23°C eingestellt ist. 14. Flüssiger Schmelzklebstoff nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch folgende beispielhafte Zusammensetzung: • 94 % Polymer • 0,2 % Entschäumer • 3 % Glycerin • 3 % Wasser. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung von vorkonfektionierten Verpackungen, wie beispielsweise Faltschachteln, wobei ein flüssiger Klebstoff auf die vorgesehenen Klebestellen des Substrats aufgetragen wird, dessen Klebewirkung nach dem Abtrocknen mit geeigneten Reak- tivierungsquellen, wie beispielsweise Hochfrequenz, Ultraschall, Heißluft, Infrarot oder Laser, wieder reaktiviert werden kann.
Für den Bereich der Lebensmittelverpackungen existiert eine Vielzahl von gesetzlichen Regelungen, wobei durch die Globalisierung der Märkte die lebensmittelrechtlichen Anforderungen für Verpackungsmaterialien, die mit Lebensmitteln in Kontakt gelangen können, immer unüberschaubarer werden. Als Grundlage der Europäischen Regelungen für Materialien und Gegenstände, die dazu bestimmt sind, mit Lebensmitteln in Berührung zu kommen, gilt beispielsweise die Verordnung (EG) 1935/2004. Unter anderem ist darin geregelt, dass diese Materialien oder Gegenstände ausreichend inert sein müssen, um auszuschließen, dass hieraus Stoffe in solchen Mengen in die Lebensmittel übergehen können, die ausreichen, um die menschliche Gesundheit zu gefährden oder die eine unvertretbare Veränderung der Zusammensetzung von Lebensmitteln oder eine Beeinträchtigung ihrer organoleptischen Eigenschaften herbeizuführen. Bei der Verpackung von Waren in Kartons, Faltschachteln, Säcken, Tüten, Beuteln und dergleichen - insbesondere zum Zweck des Transports, der Lagerung und der Zulieferung - werden heute zum Verschließen der Behältnisse in der Regel Schmelzklebstoffe eingesetzt, da sie aufgrund der schnellen Abbindemechanismen hohe Takt-Zahlen zulassen.
In der US 2004/0163754 A1 werden entsprechende Versuche mit einem Schmelzklebstoff beschrieben, wobei dieser im aufgeschmolzen Zustand mit unterschiedlichen Verfahren, wie beispielsweise Siebdruck, Aufspritzen, Aufrollen, auf das Substrat aufgebracht wird. Nach der Abkühlung kann dieser Klebstoff dann mit Zufuhr von thermischer Energie oder Ultraschall wieder in den klebenden Zustand zurück reaktiviert werden.
Ein Nachteil der heute üblicherweise eingesetzten konventionellen EVA und Klebstoffe wie z. B. Polyolefin- oder PE-Schmelzklebstoffe besteht darin, dass die Wärmestandfestigkeit dieser Systeme relativ gering ist und den hohen Anforderungen häufig nicht standhält. Die Verklebung erweicht und verliert ihre feste Klebkraft bereits im Temperaturbereich von etwa 60 bis 70 °C mit der Folge von aufgesprungenen und offenen Verpackungen. Dieser Temperaturbereich wird aber bei Lagerung und Warentransport in solchen Verpackungen, beispielsweise in den heißen Sommerwochen, nicht nur erreicht, sondern kann auch deutlich überschritten werden. Weiterhin können Schmelzklebstoffrezepturen bis zu 70 % migrierfähige Inhaltsstoffe beinhalten. Auch der Einsatz solcher Verpackungen ist nicht für Mikrowellen geeignet.
Um den Nachteil der mangelhaften Wärmestandfestigkeit der genannten Schmelzklebstoffsysteme zu umgehen, werden heute unter anderem Schmelzklebstoffe auf Polyamidbasis eingesetzt. Zwar ist ihre Wärmestandfestigkeit mit Temperaturen bis in den Bereich von 110 bis 130 °C höher, ihre Verarbeitung ist aber deutlich aufwendiger, da höhere Verarbeitungsviskositäten vorliegen und Auftragstemperaturen bis 230 °C notwendig sind.
Eine mögliche Alternative zu den vorgenannten Klebstoffen ist der Einsatz so genannter flüssiger Schmelzklebstoffe („flüssige Hotmelts"). Diese Produkte werden wie normale Dispersionsklebstoffe bei Raumtemperatur appliziert und anschließend getrocknet. Die Weiterverarbeitung des aufgetragenen Klebstoffs erfolgt wie bei einem Standard-Hotmelt, d. h. auch hier wird der Klebstoff durch Wärmezufuhr reaktiviert.
Eine mögliche Zusammensetzung sowie ein Verfahren zur Herstellung eines derartigen flüssigen Schmelzklebstoffs wird in der US 2004/0175589 A1 beschrieben. Danach besteht dieser Klebstoff aus einer wässrigen Emulsion eines Ethylen-Vinylacetat-Polymers, die für die Verwendung bei Heißsiegelzwecken geeignet ist, wobei das Ethylen-Vinylacetat-Polymer kristalline Ethylenseg- mente aufweist, die durch Emulsionspolymerisation von Ethylen und Vinylacetat in Gegenwart eines stabilisierenden Systems erzeugt wurden, das im Wesentlichen aus einem oberflächenaktiven Mittel oder einem Celluloseschutzcolloid in Kombination mit einem oberflächenaktiven Mittel besteht, wobei das Ethylen- Vinylacetat-Polymer folgendes aufweist:
(a) einen Kristallschmelzpunkt im Bereich von 35 bis 110 °C, und zwar bei einer Erwärmungsrate von 20 °C/Minute gemessen, und
(b) einen Zugspeichermodul von mindestens 1 x 10 5 dyne/cm 2 bei einer Temperatur von 115 °C und gemessen bei 6,28 rad/s.
Ausführliche Anwendungsversuche, die mit diesem in der US 2004/0175589 A1 beschriebenen flüssigen Schmelzklebstoff durchgeführt wurden, sind in der EP 1 679 353 A2 offenbart. Bei diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung darin, mit einem entsprechenden Verfahren und einer darauf beruhenden Vorrichtung das Auftragen eines derartigen flüssigen Schmelzklebstoffs wesentlich zu vereinfachen und an die Taktung der maschinellen Herstellung von vorkonfektionierten Verpackungen anzupassen.
Die gestellte Aufgabe wird verfahrensgemäß mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 dadurch gelöst, dass der aus einer wässrigen Emulsion eines Ethylen-Vinylacetat-Polymers mit enthaltenden kristallinen Ethylenseg- menten bestehende flüssige Schmelzklebstoff mit einem Festkörpergehalt bis 70 %, vorzugsweise zwischen 35 und 55 %, inline in einem Flexodruckwerk direkt auf den Bedruckstoff aufgetragen wird. Ein Flexodruckwerk zur Durchführung des Verfahrens wird im Anspruch 6 angegeben.
In Lackwerken mit modernen Offsetdruckmaschinen werden in der Regel Flexodrucklackwerke mit oder ohne Kammerrakelsysteme zur Veredelung des Druckbildes eingesetzt. Durch das erfindungsgemäße Inline-Aufbringen des flüssigen Schmelzklebstoffs bereits im Lackwerk entfällt in abpackenden Unternehmen und hier vorzugsweise denen, die Lebensmittel abpacken, mit Vorteil der sonst übliche Umgang mit Klebstoffen in Form von flüssiger Dispersion oder von festem Schmelzklebstoff während des Abfüll- und Verpackungsprozesses. Das System kann auch bei der Schachtelaufrichtung als Teil der Verpackungslinie eingesetzt werden, wobei der mit Klebstoff beschichtete Zuschnitt im Schachtelaufhchter aufgerichtet und die Seitenlaschen durch entsprechende Reaktivierungseinheiten verklebt werden. Anschließend kann die so hergestellte Schachtel von oben oder von der Seite befüllt, danach verschlossen und pa- lettiert werden. Es wird lediglich in der Abpackstraße eine entsprechende Reak- tivierung des bereits auf der Verpackung vorhandenen Klebstoffes vorgenommen.
Damit der Klebstoffauftrag in einem Flexodruckwerk durchgeführt werden kann, müssen gewisse maschinelle Parameter eingehalten und der flüssige Schmelzklebstoff in seinen Verarbeitungseigenschaften an das Flexodruckwerk ange- passt werden.
Um ein günstiges Übertragungsverhalten des flüssigen Schmelzklebstoffs auf den Bedruckstoff zu erreichen und kein Spritzen bzw. Verlaufen auf dem Bedruckstoff stattfindet, ist die Viskosität des flüssigen Schmelzklebstoffs im Bereich von 50 - 10 000 mPas Brookfield RVT/23°C, vorzugsweise zwischen 250 - 1300 mPas Brookfield RVT/23°C eingestellt.
Weiterhin sind Zusätze eines Feuchthaltemittels, wie beispielsweise Glycerin zum flüssigen Schmelzklebstoff erforderlich, um ein Zusetzen der Raster- bzw. Druckklischee- Struktur und ein Eintrocknen im Flexodruckwerk zu verhindern, so dass nach Stillständen sofort wieder mit der Produktion begonnen werden kann.
Die Einstellung der Viskosität des flüssigen Schmelzklebstoffs und die Zumischung von Zusätzen muss dabei so durchgeführt werden, dass keine Schaumbildung im Klebstoffbecken bzw. im Kammerrakelwerk des Flexodruckwerks erfolgen kann, da sonst ein ungleichmäßiger Auftrag des flüssigen Schmelzklebstoffs auf dem Substrat erfolgt. Als Entschäumer werden Produkte auf Basis von Silikon- oder Mineralöl verwendet.
Mögliche Zusammensetzungen der erfindungsgemäß verwendeten Klebstoffkombination, wobei unterschiedliche Rezepturen auch unterschiedliche Eigen- schatten bezüglich der Film- und Adhäsionseigenschaften ergeben, weisen folgende Grenzwerte auf:
0 - 100 % semicrystalline Ethylen Vinyl Acetat Dispersion (entsprechend der
US 2004/0175589 A1 )
0 - 40 % Vinyl-Acetat-Ethylen Dispersion, Polyvinylacetat-Dispersion, Sty- rol-Acrylat-Dispersion, Acrylat-Dispersion, terpolymere wässrige Dispersion, maleinathaltige wässrige Dispersion, Polyvinyl- alkohollösungen unterschiedlicher Hydrolysierungsgrade und Viskositäten, carboxilierte Harzlösungen, Polyester
0 - 1 % Entschäumer (auf Basis Silikonöil oder Mineralöl)
0 - 2 % Netzmittel (nicht ionische Netzmittel, anionische Netzmittel sowie kationische und amphotere Netzmittel)
0 - 10 % Feuchthaltemittel (wie z.B.: Glycerin, Harnstoff, Polyethylenoxid,
Magnesiumchlorid, Polydextrose)
Viskositätsbereich 1 - 10 000 mPas Brookfield RVT/23°C
Festkörpergehalt bis 70 %
Reaktivierungstemperatur > 60 °C
Eine beispielhafte Rezeptur besitzt folgende Zusammensetzung:
94 % Polymer
0,2 % Entschäumer
3 % Glycerin
3 % Wasser Erfindungsgemäß erfolgt dieser Auftrag auf dem Substrat mit einer auf Trockengewicht bezogenen Auftragsmenge an flüssigem Schmelzklebstoff von zwischen 2 g/m 2 und 90 g/m 2 , vorzugsweise von 15 g/m 2 und 35 g/m 2 .
Zu der erfindungsgemäß verwendeten Klebstoffkombination aus Dispersion und Schmelzklebstoff in einem Produkt sind im Vergleich zu üblichen Schmelzklebstoffen zusammenfassend folgende Vorteile zu nennen:
• mögliche Verarbeitung wie eine normale Dispersion und Auftrag bei Raumtemperatur z. B. während des Druckvorganges, wobei die Klebstoffkombination auch mit normalen Klebstoffapplikationssystemen, die in einigen Anlagen auch separat eingebaut werden können, beispielsweise als Punkt-, Strich-, Flächenauftrag im Kontakt- oder kontaktlosen Verfahren appliziert werden kann,
• Auftrag mittels Druck auf allen gängigen Materialien wie. z. B.: Vollpappe und Wellpappe, wobei auch auf nicht ausgesparten Flächen eine Bedruckung bzw. ein Klebstoffauftrag erfolgen kann,
• Verklebungseigenschaften wie ein Schmelzklebstoff mit schnellem Abbinden nach Abkühlung, aber mit Endeigenschaften wie eine Dispersion,
• höhere Wärmestandfestigkeit im Vergleich zu EVA und polyolefinbasierten Schmelzklebstoffen,
• Verklebung beständig und dauerhaft und somit für den Einsatz in Mikrowellen, beispielsweise bei Verpackungen für Fertiggerichte geeignet,
• geringeres Migrationspotential im Vergleich zu Schmelzklebstoffen,
• neben dem Einsatz in der klassischen Verpackungsindustrie mit Faltschachteln und Verpackungskartons aus Vollpappe und Wellpappe sind auch Anwendungen im Bereich ein- und mehrlagige Tüten-, Beutel- und Sackherstellung aus Papier/Kraftpapier, der Papierbeschichtung sowie allgemeinen Heißsiegelanwendungen möglich, • die aufgetragene Klebstoffkombination lässt sich einfach und leicht mit warmem Wasser entfernen, so dass eine einfache Reinigung möglich ist.
Die für die Verwendung dieser Klebstoffkombination erforderlichen maschinellen Veränderungen eines üblichen Flexodruckwerks, so dass mit diesem erfindungsgemäß die Klebstoffkombination direkt auf den Bedruckstoff aufgetragen werden kann, sind eine an den Feststoffgehalt und die Viskosität des Klebstoffs angepasste Geometrie und Gravur der Rasterwalze und eine angepasste Rasterstruktur (Bitmap) des Druckklischees.
Eine entsprechend geänderte Rasterwalze ist mit einem konstanten Walzendurchmesser von ca. 207 mm und mit einem hohen Walzenrundlauf ausgebildet, wobei über ihre gesamte Ballenbreite von 786 mm Abweichungen des Walzendurchmessers von max. 0,002 mm und Abweichungen des Walzenrundlaufs von max. 0,005 mm tolerierbar sind.
Die obigen Maßangaben für die Rasterwalze beziehen sich auf das zu Grunde liegende Flexodruckwerk„Speedmaster CD74" eines bestimmten Herstellers. Bei der Verwendung anderer Druckmaschinen sind möglicherweise entsprechende andere Dimensionen der Rasterwalze erforderlich.
Abgesehen von einem gravurfreien Rand von jeweils 18 mm ist die Rasterwalze mit einer Liniengravur ausgebildet, die von einer Gegengravur gekreuzt wird. Die Liniengravur ist durch folgende Parameter gekennzeichnet:
• Lineatur 18 Linien pro cm
• Winkel des Linienrasters 45°
• Gravurtiefe 130 pm
• Grafurfreier Walzenrand 18 mm • Steg 1 :20
Um einen möglichst hohen Mengenübertrag durch das hohe Schöpfvolumen der Liniengravur der Rasterwalze zu erhalten, ist das Druckklischee mit einer Rasterstruktur ausgebildet. Als besonders günstig auf ihr Entleerungsverhalten und die mögliche Übertragungsmenge sind hier Vertiefungen in Form von eng gesetzten Näpfchen in Pyramidenform (als 4-seitige Pyramiden mit nach unten ausgerichteter Spitze) in einer definierten Näpfchengeometrie des Druckklischees angeordnet.
Da auch das Verhältnis Näpfchen/Vollton einen wichtigen Einfluss auf das gewünschte Übertragungsverhalten hat, ist das Druckklischee mit folgenden Referenzwerten der Näpfchengeometrie und der Rasterstruktur ausgebildet:
• die rechteckige Grundfläche des Näpfchens liegt im 45°-Winkel zur Rotationsrichtung im Druck,
• der tiefste Punkt der Näpfchen beträgt zur Druckklischeeoberfläche ca.
535 μητι,
• die Kantenlänge der rechteckigen Grundfläche des Näpfchens beträgt ca. 1 ,0 mm,
• die Kantenlänge der seitlichen Pyramidenfläche des Näpfchens beträgt ca. 1 ,5 mm,
• der Abstand der Näpfchen zueinander von Diagonale zu Diagonale beträgt ca. 3,53 mm,
• der Abstand der Näpfchen zueinander von Kantenlänge zu Kantenlänge beträgt ca. 2 mm. Weitere Einzelheiten zur Rasterwalze und zum Druckklischee, werden nachfolgend an Hand von schematischen Zeichnungsfiguren an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Rasterwalze in perspektivischer Ansicht,
Fig. 2, 3 Gravur der Rasterwalze in unterschiedlicher Vergrößerung, Fig. 4 die Oberfläche eines Druckklischees in perspektivischer
Ansicht,
Fig. 5, 6 das Bitmap des Druckklischees in unterschiedlicher Vergrößerung,
Fig. 7 Grundfläche des Näpfchens,
Fig. 8 Querschnitt des Näpfchens.
In der Figur 1 ist in einer perspektivischen Ansicht die Rasterwalze 1 eines für den Druck des flüssigen Schmelzklebstoffs verwendeten Flexodruckwerks dargestellt. Der Walzendurchmesser 2 bzw 2', 2", 3 dieser Rasterwalze 1 wurde für die durch senkrechte Pfeile gekennzeichneten Bereiche mit hoher Genauigkeit gemessen. Hierbei wurden folgende Messwerte erhalten:
Walzendurchmesser 2' (linker Walzenrand) = 206,928 mm
Walzendurchmesser 3 (Walzenmitte) = 206,927 mm
Walzendurchmesser 2" (rechter Walzenrand) = 206,926 mm
Wie den aufgeführten Zahlenwerten zu entnehmen ist, verringert sich der Walzendurchmesser 2', 2", 3 von links nach rechts insgesamt um 0,002 mm, d. h. die Rasterwalze 1 ist mit diesem im μ-Bereich liegenden geringen Betrag leicht konisch ausgebildet. Der parallel hierzu mit hoher Genauigkeit gemessene Walzenrundlauf dieser Rasterwalze 1 ergab über die gesamte Ballenbreite eine konstante Abweichung von nur 0,005 mm.
In den Figuren 2 und 3 ist mit zwei unterschiedlichen Vergrößerungen die Gravur 4 der Rasterwalze 1 abgebildet. Die Gravur 4 ist hier eine Liniengravur, die durch eine Gegengravur 5 gekreuzt wird, kenntlich gemacht durch dunkle Unterbrechungen im diagonal verlaufenden Linienraster.
Die Figur 4 zeigt ein Foto eines Bereichs der Oberfläche 10 des Druckklischees mit einer Rasterstruktur 17, die bezüglich zur Rotationsrichtung 11 einen Winkel von 45° aufweist. Die Rasterstruktur 17 ist durch Vertiefungen in Form von Näpfchen 12 gebildet, die als 4-seitige Pyramiden mit nach unten ausgerichteter Spitze in das Druckklischee eingebracht wurden. Die Länge der Grundflächenkante 13 dieser pyramidenförmigen Näpfchen 12 beträgt ca. 1 ,5 mm und ihr Abstand voneinander beträgt von Kante 13 zu Kante 3 ca. 2,0 mm, wie in der Figur 4 eingezeichnet ist.
Diese Rasterstruktur 17 der Fig. 4 ergibt dann das in den Figuren 5 und in einem vergrößerten Teilausschnitt in der Figur 6 dargestellte Bitmap - Druckformat.
In den Figuren 7 und 8 ist ein einzelnes Näpfchen 12 in einer Draufsicht (Fig. 7) und im Querschnitt (Fig. 8) dargestellt. Folgende durchschnittlichen Längenmaße wurden für die den Zeichnungsfiguren entsprechenden Näpfchen 12 gemessen:
Figur 7 Länge der Grundflächenkante 13 = 1 ,543 mm Länge der seitlichen Kante 16 1,0 mm ± 30 m Diagonale 15 des Näpfchens 12 1,92 mm ± 155 pm Tiefe des Näpfchens 12 535,5 pm
Bezugszeichenliste
1 Rasterwalze
2 Walzendurchmesser (2' linker Walzenrand; 2" rechter Walzenrand)
3 Walzendurchmesser (Walzenmitte)
4 Gravur
5 Gegengravur
10 Oberfläche des Druckklischees
11 Rotationsrichtung im Druck
12 Näpfchen
13 Grundflächenkante des Näpfchens
14 Tiefe des Näpfchens
15 Diagonale des Näpfchens
16 seitliche Kante des Näpfchens
17 Rasterstruktur (Bitmap) des Druckklischees
