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Title:
METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING A SACK OR A BAG HAVING PLASTIC NON-WOVEN MATERIAL, AND SACK OR BAG COMPRISING PLASTIC NON-WOVEN MATERIAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2011/018318
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for producing a sack or a bag, wherein the sack or the bag material at least partially comprises a plastic non-woven material. The method is characterized by the method steps: providing a flat web material (2) at least partially comprising a plastic non-woven material, forming a hose (13) of the flat web material, wherein the side regions of the flat web material are placed on each other, forming an overlap, such that the hose comprises two layers of material. The invention further relates to separating the hose into hose pieces (18) and forming a floor at at least one end of the hose piece.

Inventors:
KÖHN, Uwe (Heidkamp 17, Osnabrück, 49078, DE)
Application Number:
EP2010/060637
Publication Date:
February 17, 2011
Filing Date:
July 22, 2010
Export Citation:
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Assignee:
WINDMÖLLER & HÖLSCHER KG (Münsterstraße 50, Lengerich, 49525, DE)
KÖHN, Uwe (Heidkamp 17, Osnabrück, 49078, DE)
International Classes:
B31B37/00
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Claims:
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Sacks oder eines Beutels mit Kunststoffvliesmatehal sowie Sack oder Beutel, welcher Kunststoffvliesmatehal um- fasst

Patentansprüche

1. Verfahren zur Herstellung eines Sacks oder eines Beutels, wobei das Sackoder das Beutelmatehal zumindest zum Teil ein Kunststoffvliesmaterial umfasst, gekennzeichnet durch

die folgenden Verfahrensschritte:

- Bereitstellen eines Flachbahnmaterials, welches zumindest zum Teil ein Kunststoffvliesmaterial umfasst,

- Bilden eines Schlauches aus dem Flachbahnmaterial, wobei die Seitenbereiche des Flachbahnmaterials unter Ausbildung einer Überlappung aufeinander gelegt und miteinander verbunden werden, so dass der Schlauch zwei Materiallagen umfasst,

- Vereinzeln des Schlauches zu Schlauchstücken und

- Anformen eines Bodens an zumindest einem Ende eines Schlauchstücks.

2. Verfahren nach Anspruch 1 ,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Flachbahnmaterial als Wickel bereitgestellt wird.

3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass ein Flachbahnmaterial mit zumindest zwei Schichten verwendet wird, wobei eine erste Schicht ein Vliesmaterial umfasst und eine zweite Schicht eine Kunststoffbeschichtung ist.

4. Verfahren nach dem vorstehenden Anspruch,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Schlauchbildung so durchgeführt wird, dass nach dem Bilden des Schlauches die Kunststoffbeschichtung nach außen und die Schicht, welche Vliesmaterial umfasst, nach innen gerichtet ist.

5. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die sich überlappenden Seitenbereiche des Flachbahnmaterials mit zumindest einem der folgenden Verfahren miteinander verbunden werden:

- Aufbringen eines Extrudats,

- Siegeln durch Heißlufteinwirkung,

- Aufbringen eines Klebstoffes,

- Beaufschlagung von Ultraschall und

- Einwirkung von elektromagnetischer Strahlung.

6. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Überlappung der Seitenbereich nach dessen Verbindung gekühlt wird.

7. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Flachbahnmaterial und/oder der Schlauch perforiert werden.

8. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Transportrichtung (z) der vereinzelten Schlauchstücke gegenüber der Transportrichtung (y) des Schlauches, von welchem die Schlauchstücke vereinzelt werden, um 90 Grad geändert wird, so dass anschließend die Schlauchstü- cke quer zu ihrer Erstreckungsrichtung transportiert werden.

9. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet,

dass zur Anformung eines Bodens an einem Ende des Schlauchstücks zunächst zumindest eine Materiallage um eine erste Linie umgeklappt wird, so dass ein offenes Ende entsteht, welches zwei Dreieckstaschen und ein Bodenrechteck mit zwei Laschen umfasst,

dass anschließend die Laschen um Linien, welche parallel zur ersten Linie liegen, zurückgeklappt werden und

dass dann die Laschen miteinander und/oder mit den Dreieckstaschen verbunden werden.

10. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

bei dem Anformen des Bodens weitere Werkstücke wie ein Innenriegel, ein Ventil, ein Ventilblatt oder ein Bodendeckblatt an zumindest einem der Bestandteile des Bodens befestigt wird.

11. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Schlauch vor der Vereinzelung zu Schlauchstücken zu einem Wickel aufgewickelt und von diesem Wickel wieder abgewickelt wird.

12. Vorrichtung zur Herstellung eines Sackes oder eines Beutels, wobei das Sackoder das Beutelmaterial zumindest zum Teil ein Kunststoffvliesmaterial umfasst, gekennzeichnet durch

- Abwickeleinrichtung, mit welcher Flachbahnmaterial von einem Wickel abwickelbar ist,

- Schlauchbildungseinrichtung, mit welcher die Seitenbereiche des Flachbahnmaterials unter Ausbildung einer Überlappung aufeinander legbar und miteinander verbindbar sind, so dass der Schlauch zwei Materiallagen umfasst, - Vereinzelungsvorrichtung zur Vereinzelung des Schlauches zu Schlauchstücken,

- Bodenbildungseinrichtung, mit welcher an zumindest einem Ende eines Schlauchstücks ein Boden anformbar ist.

13. Vorrichtung nach dem vorstehenden Anspruch,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Schlauchbildungseinrichtung zumindest eine der folgenden Einrichtungen umfasst:

- Extrudiereinrichtung, mit welcher ein Extrudat auf einen Seitenbereich des Flachbahnmaterials aufbringbar ist,

- Heißlufteinrichtung, mit welcher zumindest ein Seitenbereich mit Heißluft beaufschlagbar ist,

- Klebstoffappliziereinrichtung, mit welcher auf zumindest einen Seitenbereich ein Klebstoff auftragbar ist,

- eine Ultraschallerzeugungseinrichtung und

- eine Quelle für elektromagnetische Strahlung.

14. Vorrichtung nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

eine Kühlvorrichtung vorgesehen ist, mit welcher die Überlappung der Seitenbereiche kühlbar ist.

15. Vorrichtung nach einem der drei vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

zumindest eine Perforiereinrichtung vorgesehen ist, mit welcher sich das Flachbahnmaterial und/oder der Schlauch vor der Vereinzelung zu Schlauchstücken perforierbar ist.

16. Vorrichtung nach einem der vier vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Bodenbildungseinrichtung die folgenden Einrichtungen umfasst:

eine Bodenöffnungsstation, mit welcher zumindest eine Materiallage um eine erste Linie umklappbar, so dass ein offenes Ende entsteht, welches zwei Dreieckstaschen und ein Bodenrechteck mit zwei Laschen umfasst,

eine Bodenschließeinrichtung, welcher die Laschen um Linien, welche parallel zur ersten Linie liegen, zurückklappbar sind und

eine Verbindungseinrichtung, mit welcher die Laschen miteinander und/oder mit den Dreieckstaschen verbindbar sind.

17. Sack oder Beutel, dessen Material zumindest zum Teil ein Kunststoffvliesmate- rial umfasst,

dadurch gekennzeichnet, dass

das Material zumindest zwei Schichten umfasst, wobei eine erste Schicht eine Kunststoffbeschichtung und eine zweite Schicht ein Kunststoffvlies umfasst.

18. Sack oder Beutel nach dem vorstehenden Anspruch,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Kunststoffbeschichtung an der Außenseite und das Kunststoffvlies auf der Innenseite angeordnet ist.

19. Sack oder Beutel nach einem der beiden vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

jeder Sack oder jeder Beutel eine Längsnaht mit einer Überlappung umfasst, wobei die Lagen der Überlappung durch ein Befestigungsverfahren wie Aufbringen eines Extrudats, Beaufschlagen mit Heißluft, Auftragen eines Klebstoffs oder Bestrahlen mit elektromagnetischer Strahlung miteinander verbunden sind.

20. Sack oder Beutel nach einem der drei vorstehenden Ansprüche,

gekennzeichnet durch

einen Boden an zumindest einem seiner Enden.

21. Sack oder Beutel nach dem vorstehenden Anspruch,

dadurch gekennzeichnet, dass

der Boden thermisch gefügt ist.

22. Sack oder Beutel nach einem der fünf vorstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch

Entlüftungsöffnungen.

23. Sack oder Beutel nach einem der sechs vorstehenden Ansprüche,

dadurch gekennzeichnet, dass

zumindest ein Boden ein Bodendeckblatt und/oder ein Ventil umfasst, die dreischichtig aufgebaut sind, wobei die Außenschichten eine Kunststoffbeschich- tung und eine innere Schicht ein Kunststoffvlies umfasst.

Description:
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Sacks oder eines Beutels mit Kunststoffvliesmatehal sowie Sack oder Beutel, welcher Kunststoffvliesmaterial umfasst

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Sacks oder eines Beutels, welcher zumindest zum Teil Kunststoffvliesmaterial umfasst, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 , und eine Vorrichtung zur Herstellung eines solchen Sacks oder Beutels nach dem Oberbegriff des Anspruchs 12. Weiterhin betrifft die Erfindung einen Sack oder einen Beutel nach dem Oberbegriff des Anspruchs 17.

Säcke und Beutel, welche Kunststoffvliesmaterial umfassen, sind bereits bekannt. Die DE 10 2007 018 579 A1 beschreibt Baumaterialsäcke, die Kunststoffvlies umfassen. Dieses Kunststoffvlies bildet eine Schicht einer Sackwand. Die zweite Schicht wird von einem Film gebildet. Dabei bildet das Vlies die Außenschicht der Sackwand. Es wird in dieser Anmeldung ein Herstellungsverfahren für die Sackwände angegeben. Ein Verfahren für die Herstellung von Säcken oder Beuteln ist der genannten Druckschrift allerdings nicht zu entnehmen. Ein Kunststoffvlies ist eine Anordnung von Kunststofffasern, welche, teilweise unter Einwirkung von Wärme, miteinander verpresst werden.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung vorzuschlagen, mit welchen Säcke oder Beutel herstellbar sind, welche Kuststoffvlies umfassen. Die Aufgabe wird durch ein Verfahren nach dem Anspruch 1 und einer Vorrichtung nach Anspruch 12 gelöst.

Demnach sind die folgenden Verfahrenschritte vorgesehen:

- Bereitstellen eines Flachbahnmaterials, welches zumindest zum Teil ein Kunststoffvliesmaterial umfasst,

- Bilden eines Schlauches aus dem Flachbahnmaterial, wobei die Seitenbereiche des Flachbahnmaterials unter Ausbildung einer Überlappung aufeinander gelegt und miteinander verbunden werden, so dass der Schlauch zwei Materiallagen umfasst,

- Vereinzeln des Schlauches zu Schlauchstücken, und

- Anformen eines Bodens an zumindest einem Ende eines Schlauchstücks.

Das Flachbahnmaterial enthält dabei Kunststoffvliesmaterial, ist einlagig und kann ein- oder mehrschichtig sein. In dieser Patentanmeldung werden Schichten des Materials und Lagen der Halbzeuge und fertigen Produkte unterschieden. Die Schichten bestehen dabei aus Materialien unterschiedlicher Eigenschaften, wobei bei mehrschichtigem Flachbahnmaterial diese Schichten in der Regel flächig miteinander verbunden sind.

Das Flachbahnmaterial wird dabei vorteilhafterweise als Flachbahnwickel zur Verfügung gestellt. Ein solcher Wickel ist eine vorteilhafte Lagerform, da sie kompakt ist, und ist bei der Entnahme des Materials einfach handzuhaben. Das Abwickeln des Materials erfolgt in einer Abwickeleinrichtung.

Das Flachmaterial wird nun einer Schlauchbildungseinrichtung zugeführt, in welcher aus dem Flachmaterial ein Schlauch gebildet wird, in dem die Seitenkanten so umgeschlagen werden, dass sie sich anschließend in einem Überlappungsbereich überlappen. Dazu wird das Flachbahnmaterial mittels geeigneter Transportelemente, wie beispielsweise Transportwalzenpaare, vorgezogen und/oder vorgeschoben. Passend platzierte Leitelemente, zum Beispiel Leitbleche, können nun einen Teilbereich der Bahn auf der Transportebene halten, während weitere Leitelemente die Seitenbereiche umschlagen. Dabei wird der erste Seitenbereich vorteilhafterweise vor dem zweiten Seitenbereich umgeschlagen, so dass die Seitenkante des zweiten Seitenbereiches auf der Kante des ersten, bereits vollständig umgeschlagenen Seitenbereichs aufliegt. Während des Aufeinanderlegens werden die sich überlappenden Bereiche miteinander verbunden. Auf diese Weise wird ein Schlauch mit einer Längsnaht erzeugt.

Der so erzeugte Schlauch wird in einem weiteren Produktionsschritt zu Schlauchstücken vereinzelt. Dieser Vorgang erfolgt in einer dazu geeigneten Vereinzelungsvorrichtung. Das kann ein mechanisches Schneidwerkzeug genauso wie eine berührungslose Schneideinrichtung

(Laserstrahlschneideinrichtung, Wasserstrahlschneideinrichtung) sein. Viele andere Trenneinrichtungen sind hier denkbar.

Jedes einzelne Schlauchstück wird nun mittels einer Transporteinrichtung transportiert, um das Anformen eines Bodens an zumindest einem Ende des

Schlauchstücks zu ermöglichen. Hierzu steht eine Bodenbildungsvorrichtung zur Verfügung. Soll an beiden Enden ein Boden gebildet werden, so bietet sich eine Bodenbildungseinrichtung an, in welcher die Schlauchstücke quer zu ihrer

Erstreckungsrichtung transportiert werden. Soll jedoch nur an einem Ende ein Boden angeformt werden, so kann dies auf gleiche Weise erfolgen, wobei dann ein Teil der Bodenbildungseinrichtung inaktiv bleibt. Es können in diesem Fall aber auch Vorrichtungen vorgesehen werden, die das Schlauchstück entlang ihrer Erstreckungsrichtung transportieren. Die zur Bodenformung erforderlichen

Arbeitsschritte sind jedoch unabhängig von der Ausrichtung der Schlauchstücke relativ zur Transportrichtung.

Zur Verbindung der beiden sich nach dem Einschlagen überlappenden Bereiche bei der Schlauchbildung müssen diese in einer geeigneten Vorrichtung und mit einem geeigneten Verfahren miteinander verbunden werden. Es sind verschiedene Fügeverfahren denkbar. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nun die Abfolge der Schichten der beiden Lagen gleich ist, so dass beispielsweise eine Vliesinnenschicht und eine Kunststoffaußenschicht aufeinander liegen. Besonders vorteilhaft ist es daher, zu diesem Zweck eine Extrusionseinrichtung vorzusehen, mit welcher flüssiger Kunststoff auf die spätere Verbindungsfläche aufextrudiert wird. Dieses Verfahren bietet sich zur Verbindung verschiedenartiger Schichten, wie das Vlies und das Kunststoffmaterial, an. Dabei ist die Extrusionseinrichtung möglichst an einer Stelle anzuordnen, an der bereits der erste Seitenbereich umgeschlagen ist. Nun kann das Exdrudat aufgetragen und anschließend der zweite Seitenbereich auf den ersten Seitenbereich aufgelegt werden. Vorteilhafterweise ist eine darauf folgende Verpresseinrichtung vorgesehen, mit welcher die Extrudatverbindung nochmals verpresst wird. Erforderlichenfalls kann weiterhin eine Kühleinrichtung zur Kühlung des Extrudats und damit der Verbindung vorgesehen werden.

Es kann aber auch, je nach Inhaltsstoffen der Schichten, die Anwendung anderer Fügeverfahren vorteilhaft sein. Beispielsweise kann das Vlies Kunststofffasern umfassen. In diesem Fall kann das Heißluftsiegeln ein einfach anzuwendendes Verfahren sein, bei dem eine zumindest hinsichtlich der Heißlufttemperatur regelbare Heißluftdüse vorzusehen ist. Diese Heißluftdüse ist an einer Stelle anzuordnen, hinter der sich die zu verbindenden Seitenbereiche berühren. Die Heißluftdüse bewirkt ein Anschmelzen des Kunststoffes des Vlieses und der Kunststoffschicht, so dass ein unmittelbar anschließendes Zusammenpressen der Fügenaht eine dauerhafte Verbindung hervorruft. Sollte jedoch die Vlieslage nicht ein hierzu geeignetes Material umfassen, so ist denkbar, eine Seitenkante beidseitig der Materiallage mit einer Kunststoffschicht zu versehen, wobei die Kunststoffschicht auf der zweiten Seite nur die Breite des Überlappungsbereiches aufweist.

Weitere Fügeverfahren sind denkbar. So kann anstelle eines Extrudats ein Klebstoff aufgebracht werden. Auch an sich bekannte Ultraschallschweißverfahren sind einsetzbar. Denkbar ist weiterhin der Einsatz von elektromagnetischer Strahlung, also von Licht.

In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, die entstandene Längsnaht, also die Überlappung der Seitenbereich zu kühlen. Dies erfolgt mit einer geeigneten Kühlvorrichtung. So kann beispielsweise eine Anpresswalze, welche für das Verpressen der Naht sorgt, gekühlt sein, so dass gleichzeitig eine Kühlung erfolgt. Die Anpresswalze kann dazu von einem Kühlmedium durchströmt werden. Das Kunststoffvliesmaterial ist durchlässig für viele Gase. Diese Materialeigenschaft ist besonders wichtig beim Befüllen der später entstehenden Säcke, wo die vorhandene Luft entweichen können muss. Die beschriebene Kunststoffbeschichtung verhindert jedoch das Entweichen der Luft. Daher ist in einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, das Flachbahnmaterial und/oder den Schlauch zu perforieren, was mit einer geeigneten Perforationseinrichtung, wie etwa einer Nadelwalze, erfolgen kann. Wichtig ist jedoch, dass die Perforation vor dem Vereinzeln des Schlauches zu Schlauchstücken erfolgt, da nach der Vereinzelung die Handhabung der Schlauchstück für die Perforation komplizierter ist.

Nach der Vereinzelung des Schlauches zu Schlauchstücken schließt sich die Bodenbildung an. Dazu wird ein Schlauchstück durch die Bodenbildungseinrichtung transportiert, die verschiedene

Bearbeitungsstationen umfasst. In einer ersten solchen Station wird zunächst ein Ende oder beide Enden des Schlauchstücks aufgezogen. Dabei kann eine Lage aufgezogen und auf sich selbst um 180 Grad zurückgefaltet werden, wobei eine Falzlinie entsteht, die bereits zuvor mit einem geeigneten Prägewerkzeug eingeprägt sein kann. Es können aber auch beide Lagen um 90 Grad aufgezogen werden. Dabei kann das gesamte Ende zuvor bereits einmal um 90 Grad umgefaltet worden sein. In beiden genannten Arten liegen die so erzeugten Laschen und Dreieckstaschen in der Ebene des Schlauchstücks. Der offene Boden ist nun von oben sehr gut erreichbar. In einer Alternative können beide Lagen um jeweils 90 Grad umgeklappt sein, ohne dass das Ende zuvor umgeklappt wurde. Die Ebene des geöffneten Bodens liegt nun orthogonal zur Ebene des Schlauchstücks. Diese Vorgehensweise bietet sich bei bestimmten Sackformaten an, bei denen der spätere Schlauchkörper nur eine kleine Erstreckung aufweist. Nach der Bodenöffnung erfolgt die Bodenschließung, bei der die äußeren Bereiche der Laschen wieder zurückgefaltet werden. Hierzu können - ähnlich wie bei der bereits weiter oben beschriebenen Schlauchbildung - Leitelemente vorgesehen werden. Die Falzkanten können auch hier von geeigneten Prägewerkzeugen vorgeprägt sein. Die beiden Laschen überlappen sich mit ihren Seitenkanten und werden miteinander und/oder mit Bereichen der Dreieckstaschen miteinander verbunden. Dazu können gleichartige Fügeverfahren und Fügevorrichtungen genutzt werden, wie sie im Zusammenhang mit der Schlauchbildung bereits beschrieben wurden.

Während der Bodenbildung können in oder an dem entstehenden Boden weitere Werkstücke befestigt werden. Insbesondere ist dies ein Schlauchstück oder ein Ventilblatt. Beide Elemente stellen im fertigen Sack ein Ventil dar. Nach der Bodenschließung ist es möglich, ein Bodendeckblatt aufzubringen, welches einerseits den Boden verstärkt, aber auch andererseits die Dreieckstaschen und die eingeschlagenen Laschen nochmals miteinander verbindet.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung sind die Bahnen oder Werkstücke, aus denen Ventile und/oder Bodendeckblätter entstehen, im

Gegensatz zu dem Flachbahnmaterial mehrschichtig und jeweils außenseitig mit einer Kunststoffbeschichtung versehen. Nur eine oder mehrere Innenlagen umfassen ein Kunststoffvlies. Diese Maßnahme hat zur Folge, dass der Boden eine im Vergleich zum übrigen Sack eine höhere Steifigkeit aufweist, so dass sich der Sack in Sackbefülleinrichtungen einfacher greifen, öffnen und/oder befüllen lässt.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird ein Flachbahnmaterial verwendet, welches aus zumindest zwei Schichten aufgebaut ist. Eine erste Schicht umfasst dabei das Kunststoffvliesmatehal, während eine zweite Schicht eine Kunststoffbeschichtung ist. Vorteilhafterweise ist diese Kunststoffschicht eine Außenschicht. Sie kann beispielsweise auf ein Vliesmaterial auflaminiert oder aufextrudiert sein. Zur Herstellung der Bodendeckblätter und/oder der Ventilmaterials kann ein Teil des so erzeugten Flachbahnmaterial nochmals von der zweiten Seite beschichtet werden, so dass eine zweiseitige Beschichtung entsteht.

In weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung wird der Schlauch nun so gebildet, dass die Kunststoffschicht nach der Schlauchbildung außen liegt. Ist das Material zweischichtig, liegt folglich die Vliesschicht innen. Diese Vorgehensweise bietet Vorteile bei der Anformung eines Bodens. So weisen die späteren Dreieckstaschen auf ihren Außenseiten ebenfalls die Kunststoffbeschichtung auf, so dass nach dem Zurückfalten der Bodenlaschen die Kunststoffschichten der Dreieckstaschen auf sich selbst gefaltet sind. Dieses ermöglicht ein Fügen mittels eines Heißluftschweißverfahrens, bei dem die Kunststoffschichten angeschmolzen werden und nach dem Verpressen und Erkalten eine feste Verbindung bilden. Auch die Kunststoffschichten der zurück gefalteten Laschen weisen nun nach außen. Hierauf können nun Bodendeckblätter aufgebracht, vorzugsweise aufgeschweißt, werden, bei denen die Kunststoffschicht den Laschen zugewandt ist. Insgesamt kann auf diese Weise ein sehr haltbarer Sackboden ausgebildet werden, da im Wesentlichen Kunststoffschichten der Bestandteile miteinander verbunden werden.

Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung und den Ansprüchen hervor.

Die einzelnen Figuren zeigen:

Fig. 1 Prinzipskizze einer Schlauchbildung aus vlieshaltigem Material Fig. 2 Prinzipskizze zur Sackbildung aus einem Schlauch mit vlieshaltigem Material

Fig. 3 Prinzipskizze einer Sackbildung aus Flachbahnmaterial

Fig. 1 zeigt eine Prinzipskizze zur Schlauchbildung aus einem vlieshaltigen

Material. Diese Schlauchbildung erfolgt in einer Schlauchbildungsstation 1. Der

Schlauchbildungsstation 1 wird ein Flachbahnmaterial 2 zugeführt, welches in Form eines Wickels 3 bereitgestellt wird. Dieser Wickel 3 kann auf oder mit einem Wickelträger 4 rotieren, welcher beispielsweise im Maschinengestell der Schlauchbildungsstation oder im Gestell einer Abwickelstation gelagert ist.

Das Flachbahnmaterial 2 umfasst in der dargestellten Ausführungsform, auf die die vorliegende Erfindung jedoch nicht beschränkt ist, zwei Schichten. Die erste

Schicht umfasst ein Kunststoffmaterial und wird, da diese Schicht nach der

Schlauchbildung nach außen gerichtet ist, mit dem Buchstaben A gekennzeichnet. Die zweite Schicht, die nach der Schlauchbildung nach innen gerichtet ist, wird mit dem Buchstaben I gekennzeichnet. Die Schicht I besteht dabei aus einem Vliesmaterial. Dieses wird in der Figur durch unregelmäßige und ungleichmäßige Striche verdeutlicht.

Das Flachbahnmaterial 2 wird von einer oder mehreren Vorzug- und/oder Vorschubeinrichtungen in Transportrichtung z transportiert. Vorzug- oder Vorschubeinrichtungen, die Transportwalzenpaaren umfassen können, sind in der Figur 1 nicht dargestellt. Nach dem Abwickeln wird zunächst eine Seite des Flachbahnmaterials 2 mittels eines Leitblechs 5 auf sich selbst umgeschlagen. Es können auch weitere Leitelemente zur zeitgleichen Bildung von Seitenfalten vorgesehen sein, welche allerdings nicht dargestellt sind.

Kurz nach dem Beginn des Umschlagens der ersten Seite des Flachbahnmaterials 2 wird auch dessen zweite Seite umgeschlagen. Beide Seiten werden soweit eingeschlagen, dass die Seitenränder anschließend aufeinander liegen. Das Umschlagen der zweiten Seite erfolgt wiederum mit einem Leitelement, das wie das Leitblech 5 ausgestaltet sein kann. Dieses Leitelement ist der Übersichtlichkeit halber nicht eingezeichnet.

Bevor sich die beiden Seitenränder berühren, wird der erste Seitenrand auf der Außenseite, die mit dem zweiten Seitenrand in Kontakt kommt, eine Behandlung vorgenommen, die dem Verbinden der beiden Seitenränder dient. In der Figur 1 ist eine Extrusionseinrichtung 6 dargestellt, mit welcher eine Kunststoffschmelze auf den Rand der ersten Seite aufgetragen wird. Direkt anschließend wird die zweite Seite mit ihrer Innenseite auf die erste Seite aufgebracht. Hierbei wird eine Vliesschicht mit einer Kunststoffschicht verbunden, wobei die Kunststoffschmelze eine sehr feste Verbindung bewirkt. Das aufgetragene Extrudat 7 ist in der Figur 1 als dicke Linie dargestellt.

Die Extrusionseinrichtung 6 umfasst einen Extrusionskopf 8, dem über nicht gezeigte Zuführleitungen die Kunststoffschmelze zugeführt wird. Der Extrusionskopf 8 kann in Richtung des Doppelpfeils B quer zur Transportrichtung des Flachbahnmaterials 2 verschiebbar gelagert sein. Hierzu dient eine Traverse 9, die im Maschinengestell der Schlauchbildungsstation 1 befestigt sein kann.

Nach dem Auftragen des Extrudats und dem Aufbringen der zweiten Seite kann die Fügenaht mit einer Anspressvorrichtung 10 zusätzlich verpresst werden. Diese Anpressvorrichtung umfasst vorteilhafterweise eine Anpresswalze 11 , welche Bestandteil eines Presswalzenpaares sein kann. Die Anpresswalze 11 ist über eine Achse oder Welle 12 relativ zum Maschinengestell rotierbar. Die Anpresswalze kann auch zur Kühlung der Fügenaht verwendet werden. Die Walze kann dazu so ausgestaltet sein, dass sie von einem Kühlmedium durchströmt werden kann. Bei Kontakt der Walze kann diese dann von der Fügenaht Wärme abführen, so dass die Fügenaht schneller eine ausreichende Haltbarkeit aufweist. Es sind jedoch auch weitere Kühlverfahren und - Vorrichtungen denkbar, wie zum Beispiel eine Einrichtung zum Aufblasen von Kühlluft.

Nach dem Verpressen der Fügenaht kann der so entstandene Schlauch 13 auf einen neuen Wickel 14 einer Wickelstation 15 aufgewickelt werden.

Zur Sicherstellung der späteren Entlüftung des Sacks während oder nach dessen Befüllung müssen Entlüftungsöffnungen vorgesehen sein. Hierzu ist eine Perforiereinrichtung 28 vorgesehen, welche eine Perforierwalze 29 umfassen kann, welche relativ zum Maschinengestell rotiert und auf ihrem Außenumfang Nadeln 30 tragen kann, welche in das Schlauchmaterial eindringen und so Entlüftungslöcher herstellen kann. Auch auf andere Arten, beispielsweise berührungslos, arbeitenden Perforiereinrichtung sind denkbar. Auch die Anordnung der Perforiereinrichtung ist nicht auf die gezeigte Anordnung beschränkt. Die Perforiereinrichtung kann auch vor der eigentlichen Schlauchbildungseinrichtung angeordnet sein. Auch eine Anordnung direkt vor der Trenneinrichtung ist denkbar. In jedem Fall muss die Perforation jedoch vor der Vereinzelung des Schlauches zu Schlauchstücken erfolgt sein.

In der Figur 2 sind nun die Verarbeitungsschritte zur Bildung von einzelnen Säcken aus dem Schlauch 13 dargestellt. Dieser Schlauch, der als Wickel 14 aus der Schlauchbildungsstation 1 in die Abwickelvorrichtung 16 transportiert wurde, wird mittels einer Trenneinrichtung 17, welche beispielsweise eine quer zur anfänglichen Transportrichtung y verschiebbare Schneidklinge umfasst, in einzelne Schlauchstücke 18 vereinzelt.

Anschließend wird die Transportrichtung der Schlauchstücke 18 verändert, so dass diese nun quer zu ihrer Erstreckungsrichtung, die in Richtung y zeigt, in Richtung z weiter transportiert werden. Hierzu ist eine Transportvorrichtung 19 vorgesehen, welche beispielsweise als Doppelriemenförderer ausgestaltet sein kann.

Im ersten Bearbeitungsschritt a zur Ausbildung der Sackböden, der in der Bodenaufziehstation erfolgt, werden die Schlauchstückenden zunächst aufgezogen. Dieser Schritt kann mithilfe von Saugern erfolgen, welche an den

Enden die beiden Lagen etwas auseinander ziehen. Mit Spreizern können nun die Lagen in eine Ebene gebracht und ausgestrichen werden, wobei der Boden entlang der so genannten Bodenmittenlinie 20 umgeklappt wird. Die derart aufgezogenen Enden bilden nun ein Bodenrechteck 21 mit seitlichen

Dreieckstaschen 22. In der Figur 2 sind nur die entsprechenden Elemente des unteren Endes des Schlauchstücks 18 mit Bezugszeichen versehen. Diese gelten sinngemäß jedoch auch für das andere Ende des Schlauchstücks. In der

Figur ist erkennbar, dass bei den Dreieckstaschen die Kunststoffschicht nach außen zeigt, wogegen bei dem Bodenrechteck die Vliesschicht sichtbar ist.

Im Bearbeitungsschritt b kann nun ein Ventilzettel 23 auf ein offenes Ende des Schlauchstücks 18 aufgebracht und dort befestigt werden. Das Befestigen erfolgt vorteilhafterweise mittels Heißluftschweißen, wobei der Ventilzettel 23 zumindest an der Dreieckstasche 22 befestigt wird.

Im Bearbeitungsschritt c werden nun die äußeren Laschen 24 des Bodenrechts 21 soweit zurückgefaltet, dass die äußere Kante einer Lasche 24 über die

Bodenmittenlinie 20 hinweg bewegt wird. Das Zurückfalten erfolgt dabei beispielsweise mit Leitelementen, wie beispielsweise mit Leitblechen. Die

Bereiche der Dreieckstaschen, die bei diesem Vorgang ebenfalls mit zurück gefaltet werden, können miteinander verbunden werden. Anstelle der äußeren Laschen 24 können auch die inneren Laschen 25 zurück gefaltet werden.

Das Zurückfalten der inneren Laschen 25 erfolgt jedoch vorzugsweise im Verfahrensschritt d, wobei nun die innere Lasche 25 die äußere Lasche 24 in einem Überdeckungsbereich überdeckt. In diesem Überdeckungsbereich können beide Laschen miteinander verbunden werden, so dass bereits jetzt ein brauchbarer Sackboden entstanden ist. Da auch der Ventilzettel 23 eingeschlagen wurde, ist auf diese Weise ein Ventilschlauch entstanden, der die Befüllung des Sackes ermöglicht, aber einen Austritt des Befüllgutes nach dem Befüllen vermeidet.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung erfolgt noch ein weiterer Bearbeitungsschritt e, bei dem auf die bereits geschlossenen Böden jeweils ein Bodendeckblatt 26 aufgetragen und vorzugsweise mit einem Heißluftschweißverfahren befestigt wird. Das Bodendeckblatt 26 ist dabei vorzugsweise so dimensioniert, dass es Bereiche der Laschen 24 und 25 sowie Bereiche der Dreieckstaschen 22 überdeckt. Es wird zudem mit seiner Kunststoffschicht auf den Boden gelegt, so dass die Kunststoffschichten einander zugewandt sind. Dies ermöglicht eine sehr haltbare Verbindung, welche durch Heißluftschweißen herstellbar ist. Im Bereich der Überdeckung der Laschen 24 und 25 kann die Lasche 25 mit Ausstanzungen versehen sein, so dass das Bodendeckblatt 25 auch im Bereich dieser Überdeckung einen direkten Kontakt zu der Lasche 24 hat. Auf ähnliche Weise kann ein direkter Kontakt des Bodendeckblatts 26 mit dem Ventilzettel 23 hergestellt werden. Die Figur 3 zeigt in einer schematischen Darstellung nochmals die einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung von Säcken aus einem Flachbahnmaterial. Bei diesem Ausführungsbeispiel wird jedoch auf das Aufwickeln des Schlauches, das Transportieren des Wickels und das erneute Abwickeln des Schlauches verzichtet. Anstelle dieser Einrichtungen ist eine Umlenkeinrichtung 27 vorgesehen, welche den fertigen Schlauch 13 aus der Transportrichtung z in die Transportrichtung y umlenkt. Diese Umlenkeinrichtung ist entlang des Doppelpfeils C in oder entgegen der Richtung z verschiebbar, so dass die Lage der Seitenkante nach der Umlenkung in oder entgegen der Richtung z veränderbar ist.

In der Figur 3 ist zusätzlich noch ein Verfahrensschritt f dargestellt, bei dem mehrerer Säcke gestapelt werden, bevor sie beispielsweise in einem Transportbehälter verpackt werden.