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Title:
METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING A SHAPED PART
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2017/198382
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a device for producing a shaped part from a circular blank, wherein the circular blank is rotated and at least one compression roller is radially applied to an outer edge of the circular blank, said compression roller having a circumferential shaping groove. The outer edge of the circular blank is compressed to form a thickened region, which is shaped according to the shaping groove of the compression roller to form a thickened edge contour. With the radial compression, at least two axial shaped rollers are applied to an outer region of the circular blank, which cooperate when shaping the edge contour. According to the invention, at least in a starting phase of the radial compression, the two axial shaped rollers are applied to the thickened region at an axial shaping distance to one another, which distance is smaller than an axial width of the shaping groove of the compression roller, wherein the thickened region is axially compressed back.

Inventors:
NILLIES, Benedikt (Mozartstr. 17, Ahlen, 59227, DE)
HARENKAMP, Peter (Placken 5, Sendenhorst, 48324, DE)
Application Number:
EP2017/057188
Publication Date:
November 23, 2017
Filing Date:
March 27, 2017
Export Citation:
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Assignee:
LEIFELD METAL SPINNING AG (Feldstr. 2- 20, Ahlen, 59229, DE)
International Classes:
B21D22/16; B21D53/28; B21H1/04
Attorney, Agent or Firm:
WUNDERLICH, Rainer et al. (Irmgardstr. 3, München, 81479, DE)
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Claims:
PATENTANSPRÜCHE

1. Verfahren zum Herstellen eines Umformteils (9) aus einer Ronde (1), bei dem die Ronde (1) in Rotation versetzt und an einen Außenrand der Ronde (1) mindestens eine Stauchrolle (50) radial zugestellt wird, welche eine umlaufende Formnut (56) aufweist,

der Außenrand der Ronde (1 ) zu einem verdickten Bereich gestaucht wird, welcher entsprechend der Formnut (56) der Stauchrolle (50) zu einer verdickten Randkontur (3) geformt wird, und

beim radialen Stauchen an einen Außenbereich der Ronde (1) seitlich mindestens zwei axiale Umformrollen (41 , 42) an- oder zugestellt werden, welche beim Formen der gegenüberliegenden Randkontur (3) mitwirken, dadurch gekennzeichnet,

dass die zwei axialen Umformrollen (41, 42) zumindest in einer Anfangsphase des radialen Stauchens an den verdickten Bereich mit einem axialen Formgebungsabstand zueinander zugestellt werden, welcher kleiner ist als eine axiale Breite der Formnut (56) der Stauchrolle (50), wobei der verdickte Bereich axial rückgestaucht wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet,

dass die mindestens zwei axialen Umformrollen (41, 42) unmittelbar hinter und/oder vor der Stauchrolle (50) an- oder zugestellt werden.

3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,

dadurch gekennzeichnet, dass die zwei axialen Umformrollen (41, 42) während des Stauchens axial zueinander verstellt werden.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet,

dass die zwei axialen Umformrollen (41, 42) während des Stauchens radial verstellt werden.

5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,

dadurch gekennzeichnet,

dass in einer Endphase des radialen Stauchens die axialen Umformrollen (41, 42) von dem verdickten Bereich beabstandet werden und der verdickte Bereich durch die mindestens eine Stauchrolle (50) zu der Randkontur (3) endgeformt wird.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet,

dass in derselben Einspannung der Ronde (1) ein Außenrand mit der angeformten verdickten Randkontur (3) auf ein Drückfutter (12) umgelegt und ein Um- fangswandbereich (8) geformt wird.

7. Verfahren nach Anspruch 6,

dadurch gekennzeichnet,

dass das Umlegen mittels der mindestens einen Stauchrolle (50) durchgeführt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7,

dadurch gekennzeichnet,

dass beim Umlegen die verdickte Randkontur (3) in eine Außenprofilierung (14), insbesondere ein Keilnutprofil oder eine Verzahnung eingeformt wird, welche an dem Drückfutter (12) ausgebildet ist.

9. Vorrichtung zum Herstellen eines Umformteils aus einer Ronde (1), nach einem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

mit einer Antriebseinrichtung zum rotierenden Antreiben einer Ronde (1) und mit mindestens einer Stauchrolle (50) mit einer Formnut (56) , welche an die Ronde (1) zum Stauchen des Außenrandes der Ronde (1) zu einem verdickten Bereich radial zustellbar ist, und

mit mindestens zwei axialen Umformrollen (41, 42), welche seitlich an die Ronde

(1) zustellbar sind,

dadurch gekennzeichnet,

dass beim Stauchen die zwei axialen Umformrollen (41, 42) an den verdickten Bereich der Ronde (1) mit einem axialen Formgebungsabstand zueinander zugestellt sind, welcher kleiner ist als eine axiale Breite der Formnut (56) der Stauchrolle (50).

Vorrichtung nach Anspruch 9,

dadurch gekennzeichnet,

dass zum Einspannen der Ronde (1) ein Drückfutter (12) vorgesehen ist, an welchem eine Außenprofilierung (14) ausgebildet ist, aufweiche ein Randabschnitt der Ronde (1) zum Bilden eines Umformteiles (9) mit Innenprofilierung umlegbar ist.

Description:
Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen eines Umformteils

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Umformteils aus einer Ronde, bei dem die Ronde in Rotation versetzt und an einen Außenrand der Ronde mindestens eine Stauchrolle radial zugestellt wird, welche eine umlaufende Formnut aufweist, der Außenrand der Ronde zu einem verdickten Bereich gestaucht wird, welcher entsprechend der Formnut der Stauchrolle zu einer verdickten Randkontur geformt wird, und beim radialen Stauchen an einen Außenbereich der Ronde seitlich mindestens zwei axiale Umformrollen an- oder zugestellt werden, welche beim Formen der Randkontur mitwirken, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .

Weiterhin betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zum Herstellen eines Umformteils aus einer Ronde, mit einer Antriebseinrichtung zum rotierenden Antreiben einer Ronde und mit mindestens einer Stauchrolle, welche an die Ronde zum Stauchen des Außenrandes der Ronde radial zustellbar ist, gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 9.

Es ist bekannt, eine Ronde, also ein rotationssymmetrisches Blechwerkstück, durch radiales Zustellen einer Stauchrolle mit einer umlaufenden Stauch- oder Formnut zum Bilden einer Materialansammlung zu stauchen. In die Materialansammlung kann dann beispielsweise eine Verzahnung zum Bilden eines Zahnrades oder eines Starterkranzes spanlos eingeformt oder spannabhebend eingeschnitten werden.

Aufgrund der radialen Zustellung der Stauchrolle werden erhebliche radiale Kräfte auf die Ronde ausgeübt. Um ein Abknicken des Rondenrandes beim Stauchen zu vermeiden, ist es aus der DE 102 1 1 135 B4 bekannt, die Ronde durch seitliche Stützrollen unmittelbar unterhalb des Stauchbereiches abzustützen. Aus der DE 196 02 298 C2 ist es zudem bekannt, die seitlichen Stützrollen als eine Art seitliches Widerlager einzusetzen, das zur radialen Ausformung des Randwulstes der Ronde beiträgt. Dabei können die Umformrollen einen radial innenliegenden unteren Rand der Randkontur mitausformen.

Beim radialen Stauchen eines Rondenrandes mittels einer Stauchrolle mit umlaufender Formnut treten erhebliche Belastungen an der Stauchrolle auf. Sobald der Nutgrund der Formnut mit dem Rondenaußenrand in Kontakt steht, wird durch die radiale Zustellung der Stauchrolle Material der Ronde zunächst axial zu beiden Seiten verdrängt. Das verdrängte Material wird mit zunehmender radialer Zustellung dann entlang den Flanken der Stauchrolle in radialer Richtung nach innen geleitet und weiter verdickt, wobei der Rondendurchmesser allmählich verkleinert wird. Dabei tritt entlang den Flanken der Formnut eine erhebliche Reibung aufgrund der unterschiedlichen Bewegung zwischen Ronde und Stauchrolle in Umfangsrichtung auf. Es kann sich eine entsprechend starke Reibungserwärmung ergeben, durch welche die Gefügestruktur des Werkstücks beeinträchtigt werden kann.

Zur Minderung der Belastungen ist aus der WO 96/22847 A1 oder der US 5,878,493 A bekannt, das Stauchen stufenweise mit mehreren verschiedenen Stauchrollen durchzuführen, welche unterschiedliche Flankenwinkel in den Formnuten aufweisen. Die Verwendung einer Vielzahl unterschiedlicher Stauchrollen ist kosten- und zeit- aufwändig.

Ähnliche Verfahren zum Anstauchen einer Blechronde mittels einer Stauchrolle gehen aus der DE 196 35 152 A1 und der EP 0 764 482 A1 hervor.

Der Erfindung liegt A u f g a b e zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit welchen ein Umformteil aus einer Ronde besonders effizient unter Verdickung des Rondenrandes bearbeitet werden kann.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit dem Merkmal des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 9 gelöst. Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind in den jeweils abhängigen Ansprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die zwei axialen Umformrollen zumindest in einer Anfangsphase des radialen Stauchens an den ver- dickten Bereich mit einem axialen Frontgebungsabstand zueinander zugestellt werden, welcher kleiner ist als eine axiale Breite der Formnut der Stauchrolle, wobei der verdickte Bereich axial rückgestaucht wird.

Eine Grundidee der Erfindung besteht darin, zumindest in einer Anfangsphase des radialen Stauchens einer Ronde die mindestens eine Stauchrolle dadurch zu entlasten, dass diese Seitenflanken des verdickten Bereiches unmittelbar durch zwei axiale Umformrollen beaufschlagt werden. Der axiale Abstand der beiden gegenüberliegenden Umformrollen ist dabei so eingestellt, dass dieser zumindest bereichsweise kleiner ist als eine axiale Breite der Formnut der Stauchrolle. Durch die zwei axialen Umformrollen wird also der verdickte Bereich nach Austritt aus der Formnut der Stauchrolle axial zu einer Dicke rückgestaucht, welche kleiner ist als eine Breite der Formnut. Durch dieses Rückstauchen des verdickten Bereiches in axialer Richtung reduziert sich bei Wiedereintritt des rückgestauchten Bereiches in die Stauchrolle die Kontaktfläche und damit die Reibung zwischen den Flanken der Formnut und den Flanken des verdickten Bereiches. Hierdurch reduzieren sich entsprechend die Belastung der Stauchrolle, der Reibungsverschleiß sowie die Reibungserwärmung in der Umformzone. Damit lässt sich ein insgesamt schonenderes Umformen sowohl für das Gefüge des Werkstücks als auch für die Stauchrolle selbst erreichen.

Eine besonders gute Reibungsreduktion lässt sich nach einer Weiterbildung der Erfindung dadurch erreichen, dass die mindestens zwei axialen Umformrollen unmittelbar hinter und/oder vor der Stauchrolle an- oder zugestellt werden. Dabei können die paarweise angeordneten Umformrollen nur wenige cm hinter oder vor der Stauchrolle angeordnet sein.

Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform der Erfindung besteht darin, dass die zwei axialen Umformrollen während des Stauchens axial zueinander verstellt werden. Die axialen Umformrollen weisen jeweils eine Drehachse auf, welche radial gerichtet zur Drehachse der Ronde ist. Der axiale Abstand der zwei axialen Umformrollen zueinander ist eine Strecke, welche vorzugsweise parallel zur Drehachse der Ronde ist. Die Drehachsen der axialen Umformrollen können gegenüber der Radialrichtung auch angewinkelt sein, so dass ein Rückstauchen auch an schräggerichteten Flanken des verdickten Randbereiches der Ronde ermöglicht wird. Durch ein axiales Verstellen der Umformrollen zueinander kann die Kontaktfläche zwischen Ronde und Umformrollen eingestellt werden, wobei sich entsprechend die Reibung verändert. Insbesondere zum Ende des radialen Stauchens kann ein axialer Abstand der axialen Umformrollen zueinander vergrößert werden, so dass ein Endformen im Wesentlichen durch die Formnut der Stauchrolle erfolgt. Die Umformrollen können radial vorspringende Absätze aufweisen, welche als eine Anschlag- oder Stopkante dienen, um etwa eine radiale Innen- oder Unterseite der Randkontur zu formen.

Weiterhin ist es nach einer Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Verfahrens vorteilhaft, dass die zwei axialen Umformrollen während des Stauchens radial verstellt werden. Hierdurch kann insbesondere eine Anpassung an eine allmähliche Verringerung des Rondendurchmessers beim Stauchen erfolgen.

Für eine präzise Formung der verdickten Randkontur ist es nach einer Ausführungsvariante der Erfindung vorteilhaft, dass in einer Endphase des radialen Stauchens die axialen Umformrollen von dem verdickten Bereich beabstandet werden und der verdickte Bereich durch die mindestens eine Stauchrolle zu der Randkontur endgeformt wird. Dabei ist die Formnut in der Stauchrolle entsprechend der zu bildenden Randkontur der Ronde ausgebildet.

Eine besonders effiziente Verfahrensvariante besteht nach einer Weiterbildung der Erfindung darin, dass in derselben Einspannung der Ronde ein Außenrand mit der angeformten verdickten Randkontur auf ein Drückwerkzeug umgelegt und ein Um- fangswandbereich geformt wird. Die Ronde wird dabei zwischen dem Drückwerkzeug und einem Gegenhalter eingespannt. In einem ersten Schritt wird eine Randverdickung durchgeführt, wobei dann anschließend in derselben Einspannung der verdickte Bereich der Ronde auf das Drückfutter umgelegt wird. Hierdurch kann ein zylindrisches oder topfförmiges Werkstück mit einer Innenkontur vorzugsweise entsprechend der Außenkontur des Drückwerkzeugs spanlos hergestellt werden.

Dabei ist es besonders vorteilhaft, dass das Umlegen mittels mindestens einer Stauchrolle durchgeführt werden. Die Stauchrolle hat dabei eine mehrfache Funktion. Durch diese Multifunktions-Stauchrolle kann die Anzahl notwendiger Drückrollen und der Werkzeuge reduziert werden.

Zum effizienten Formen nach einer erfindungsgemäßen Verfahrensvariante ist es vorteilhaft, dass beim Umlegen die verdickte Randkontur in eine Außenprofilierung, insbesondere ein Keilnutprofil oder eine Verzahnung eingeformt wird, welche an dem Drückfutter ausgebildet ist. Es bildet sich an der Umfangswand ein entsprechendes Innenprofil aus. Grundsätzlich können auch andere Profile und Konturen eingeformt werden.

Eine mögliche Stauchrolle ist dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich ein radial vorspringender Drückbereich vorgesehen ist, welcher zum Drücken und/oder zum Drückwalzen ausgebildet ist.

Die Stauchrolle kann somit eine doppelte Funktion erfüllen. Sie dient zum radialen Stauchen mit radialer Kraftaufbringung sowie zum Umlegen des radialen Randbereiches der Ronde axial auf das Drückfutter, wobei im Wesentlichen axiale Kräfte aufgebracht werden. Die Stauchrolle ist somit mit einem Drehlager ausgebildet, welches sowohl radiale als auch axiale Kräfte aufnimmt.

Eine bevorzugte Ausführungsvariante der Stauchrolle besteht darin, dass der Stauchbereich in einem axialen Mittenabschnitt und der Drückbereich in einem seitlichen Randabschnitt des Rollenkörpers angeordnet sind. Der Drückbereich ist dabei radial vorspringend und weist einen Drückradius auf.

Besonders vorteilhaft ist es nach einer Ausführungsvariante, dass der Drückbereich im Querschnitt eine radial vorspringende Nase mit einem Drückradius und einer Ein- lauf- und/oder Auslaufschräge aufweist. Die Einlaufschräge kann dabei insbesondere so ausgebildet sein, dass ein Umlegen des radial gerichteten Rondenabschnitts durch eine Axialbewegung der Stauchrolle erfolgt.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Herstellen eines Umformteils aus einer Ronde ist dadurch gekennzeichnet, dass eine Stauchrolle vorgesehen ist.

Dabei ist es nach einer Ausführungsform der Erfindung besonders bevorzugt, dass zum Einspannen der Ronde ein Drückfutter vorgesehen ist, an welchem eine Außen profilierung ausgebildet ist, auf weiche ein Randabschnitt der Ronde zum Bilden eines Umformteils mit Innenprofilierung umlegbar ist. Das Drückfutter ist dabei Teil einer Spanneinrichtung, wobei die Ronde zwischen Drückfutter und einem Gegenhalter axial eingespannt wird. Durch die vorausgehende Verdickung steht ausreichend Material zur Verfügung, um die Außenprofilierung zuverlässig auszufüllen. Die Erfindung wird nachfolgend anhand von bevorzugten Ausführungsbeispielen weiter beschrieben, welche schematisch in den beigefügten Zeichnungen dargestellt sind. In den Zeichnungen zeigen:

Fig. 1 eine Teilquerschnittsansicht durch eine erfindungsgemäße Vorrichtung beim Beginn eines radialen Stauchens einer Ronde;

Fig. 2 eine Darstellung gemäß Fig. 1 zum Ende des radialen Stauchens der

Ronde;

Fig. 3 eine Teilquerschnittsansicht der Ronde vor dem Stauchen;

Fig. 4 eine Teilquerschnittsansicht der Ronde nach dem Stauchen;

Fig. 5 eine schematische Seitenansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung entsprechend Fig. 2;

Fig. 6 eine Teilquerschnittsansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung beim

Umlegen eines Rondenrandes auf ein profiliertes Drückfutter; und

Fig. 7 eine Teilquerschnittsansicht entsprechend Fig. 6 beim Endformen eines

Umformteiles.

Gemäß Fig. 1 wird bei einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 10 zum Herstellen eines Umformteiles eine rotationssymmetrische Ronde 1 aus einem Blechmaterial zentrisch zwischen einem Drückfutter 12 und einem Gegenhalter 20 axial eingespannt. Über einen nicht dargestellten Drehantrieb wird die eingespannte Ronde 1 in Rotation versetzt.

Radial von außen wird eine Stauchrolle 50 mit einem Rollengrundkörper 52 an einen Außenrand der Ronde 1 zugestellt. An dem Rollengrundkörper 52 ist in einem Mittenabschnitt ein Stauchbereich 54 mit einer umlaufenden Formnut 56 ausgebildet. Der Außenrand der Ronde 1 wird in der Formnut 56 aufgenommen, welche eine Außenkontur des zu stauchenden Rondenbereiches vorgibt.

Der Rollengrundkörper 52 ist an einer Stauchrollenwelle 74 angebracht, welche über ein Radiallager 76 und eine Axiallageranordnung 78 in einem Halter 80 drehbar ge- lagert ist. Über die Lagerung mittels Radiallager 76 und Axiallager 78 können sowohl Umformkräfte in radialer Richtung und in axialer Richtung aufgenommen werden.

Radial gegenüberliegend zur Stauchrolle 50 sind eine erste axiale Umformrolle 41 und eine zweite axiale Umformrolle 42 vorgesehen, welche gegenüberliegend axial an die umzuformende Ronde 1 angestellt werden. In dem Umformbereich weisen die erste axiale Umformrolle 41 und die zweite axiale Umformrolle 42 einen axialen Formgebungsabstand auf, welcher kleiner ist als eine axiale Breite der Formnut 56 der Stauchrolle 50. Die beiden Umformrollen 41 , 42 sind jeweils an einer Rollenwelle 43 angebracht, welche drehbar in einem ersten Rollenhalter 45 beziehungsweise einem zweiten Rollenhalter 46 gelagert sind. Der erste Rollenhalter 45 und der zweite Rollenhalter 46 sind verstellbar an einem Führungsträger 48 gelagert. Die Verstellung kann über eine nicht dargestellte Versteileinrichtung, insbesondere Stellzylinder oder einen Spindelantrieb erfolgen.

Durch radiales Zustellen der Stauchrolle 50 an die rotierende Ronde 1 wird der Außenrand der Ronde 1 gestaucht. Dabei legt sich das gestauchte Material zunächst an einen Nutgrund 59 und anschließend an Flanken 58 der Formnut 56 an. Anders als am Nutgrund 59 weisen die Flanken 58 der Umformrolle 50 und das anliegende Material der Ronde 1 eine unterschiedliche Bewegungsrichtung auf. Zur Reduzierung der Reibung werden an dem sich verdickenden Rondenrand die beiden axialen Umformrollen 41 , 42 axial zugestellt, wobei ein gewisses axiales Rückstauchen, beispielsweise von etwa 10 % der Wanddicke, des verdickten Bereiches der Ronde 1 erfolgt. Hierdurch wird beim Wiedereintritt des verdickten Bereiches in die Stauchrolle 50 ein Reibungskontakt zumindest vermindert. Hierdurch reduzieren sich der Reibungsverschleiß, eine gefügeschädigende Reibungserwärmung sowie eine Belastung der Stauchrolle 50 erheblich.

Zum Ende der Formung der verdickten Randkontur 3 der Ronde 1 können die axialen Umformrollen 41 , 42 zumindest auf einen axialen Abstand entsprechend der Breite der Formnut 56 weiter beabstandet werden, so dass die verdickte Randkontur 3 an der Ronde 1 maßgeblich durch die Kontur der Formnut 56 der Stauchrolle 50 geformt wird. In den Figuren 3 und 4 ist verdeutlicht, dass beim radialen Stauchen ein Außendurchmesser der Ronde 1 abnimmt, wobei gleichzeitig eine verdickte Randkontur 3 entlang des Außenrandes gebildet wird.

Eine Endphase der Formung der verdickten Randkontur 3 mit der Stauchrolle 50 und den beiden axialen Umformrollen 41 , 42, ist schematisch in Fig. 5 gezeigt. Fig. 5 ist ebenfalls zu entnehmen, dass an einer Außenseite des Drückfutters 12 eine Außen- profilierung 14 vorgesehen ist. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die Außenprofil ierung 14 als ein axiales Keilnutprofil ausgeführt.

Mittels einer oder mehrerer Stauchrollen 50 kann der Außenrand der Ronde 1 mit der verdickten Randkontur 3 auf die Außenprofilierung 14 des Drückfutters 12 axial umgelegt werden, wie schematisch in Fig. 6 dargestellt ist. Hierzu ist die erfindungsgemäße Stauchrolle 50 neben dem mittigen Stauchbereich 54 mit der Formnut 56 mit einem randseitigen Drückbereich 60 versehen. Am Drückbereich 60 ist eine radial vorspringende Nase 62 mit einem Drückradius vorgesehen, welcher einerseits in eine Einlaufschräge 64 und andererseits in eine Auslaufschräge 66 übergeht. Weiterhin kann die erfindungsgemäße Stauchrolle 50 noch einen gegenüberliegenden Stirn-Drückbereich 70 aufweisen, mit welchem eine Vorderseite des umzuformenden Werkstücks bearbeitet werden kann. Alternativ oder ergänzend kann zum Umlegen eine weitere Drückwalzrolle 30 an dem Umfang des Werkstücks zugestellt werden.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel kann zum Endformen des Umformteiles 9 abschließend gemäß der Darstellung von Fig. 7 noch ein Stirnprofil 16 eingeformt werden. Hierzu kann an eine Vorderseite des Umformteiles 9 die Stauchrolle 50 mit einem Stirn-Drückbereich 70 zugestellt werden. Die nur schematisch angedeutete Stauchrolle 50 weist in dem Stirn-Drückbereich 70 eine vorspringende, etwa rechtwinklige Drückkante auf.

Nach Abschluss des letzten Formgebungsschritts wird das Umformteil 9 vom Drückfutter 12 mittels einer verschiebbaren, ringförmigen Auswerfereinrichtung 90 ausgestoßen und abgenommen. Das Umformteil 9 kann ein Kupplungslamellenträger für ein Automatikgetriebe sein. Sodann kann zum Formen eines weiteren Werkstücks eine neue Ronde 1 in die Vorrichtung 10 zugestellt und zwischen dem Drückfutter 12 und dem Gegenhalter 20 eingespannt werden.