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Title:
METHOD AND DEVICE FOR PRODUCING WEB MATERIAL HAVING A FLUFFY SURFACE, AND WEB MATERIAL PRODUCED ACCORDINGLY
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2008/064637
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and a device for producing web material for tufting carpets, pile carpets and/or plush material having a fluffy surface (16), by means of a napping unit (20), wherein the web material (10) is formed by at least one carrier layer, or by a carrier layer (12) and a further non-woven material, which is punctiformly (6) connected to the carrier layer (12) and forms a composite layer (5), on the back (12.1) of which only loosely held gassed cotton yarns are incorporated in the form of pile loops (13.1). The object of the invention is to achieve improved incorporation of the yarns, or of the individual filaments of the yarns, into the carrier layer. For this purpose, according to the invention the pile loops (13.1) incorporated into the composite layer (5) are treated by means of hydrodynamic needle-punching, or a mechanical napping unit, such that pile loops (13.2) that are prominent and/or at least partially close-fitting on the back of the web material (10) are at least partially napped, opened, or split into their individual filaments, and that an adhesive (17) is applied to the at least partially napped back of the pile loops.

Inventors:
MÜNSTERMANN, Ullrich (Leipziger Str. 33, Egelsbach, 63329, DE)
GLAWION, Erwin (Anne-Frank-Strasse 21, Grossostheim, 63763, DE)
AULBACH, Manfred (Röhnstr. 8, Mömlingen, 63853, DE)
NIENHAUS, Markus (Am Speilplatz 1, Eppertshausen, 64859, DE)
Application Number:
DE2007/002025
Publication Date:
June 05, 2008
Filing Date:
November 09, 2007
Export Citation:
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Assignee:
FLEISSNER GMBH (Wolfsgartenstrasse 6, Egelsbach, 63329, DE)
MÜNSTERMANN, Ullrich (Leipziger Str. 33, Egelsbach, 63329, DE)
GLAWION, Erwin (Anne-Frank-Strasse 21, Grossostheim, 63763, DE)
AULBACH, Manfred (Röhnstr. 8, Mömlingen, 63853, DE)
NIENHAUS, Markus (Am Speilplatz 1, Eppertshausen, 64859, DE)
International Classes:
D05C17/02; B32B5/26; D06C11/00; D06N7/00
Domestic Patent References:
WO2005047585A1
WO2004024438A1
Foreign References:
DE102006027744A1
DE20203064U1
EP0839608A1
US5943745A
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Claims:
Patentansprüche:

1 Verfahren zum Herstellen einer Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite (16) mit Hilfe einer Aufraueinrichtung (20), wobei die Bahnware (10) zumindest aus einer Trägerschicht oder einem aus einer Trägerschicht (12) und einem weiteren Vlies gebildet wird, das punktuell (6) mit der Trägerschicht (12) verbunden wird und eine Kompositschicht (5) bildet, auf deren Rückseite (12.1) nur lose gehaltene Florgarne in Form von Polschlingen (13.1) eingebracht sind, gekennzeichnet durch folgende Merkmale,

a) dass die in die Kompositschicht (5) eingebrachten Polschlingen (13.1) mit Hilfe einer hydrodynamischen Vernadelung oder mechanischen

Auf-raueinrichtung derart behandelt werden, dass auf der Rückseite der Bahnware (10) hervorstehende und/oder zumindest teilweise anliegende Polschlingen (13.2) zumindest teilweise aufgeraut, geöffnet oder in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet sind,

b) dass auf die zumindest teilweise aufgeraute Rückseite der Polschlingen ein Kleber (17) aufgebracht ist.

2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der KIe- ber (17) in erwärmtem und flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht wird und in die Filamente der Polschlingen eindringt.

3. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass die Rückseite (12.1) der Bahnware (10) mittels hydrodynamischer oder einer Wasserdampf- oder Druckluft-Vernadelung behandelt wird, wobei die auf der Rückseite der Bahnware herausragenden Polschlingen (13.2) der Florgame mit den Fasern mindestens eines Vlieses vernadelt und der Kleber (17) in flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht wird.

4. Verfahren zum Herstellen einer Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite, wobei die Bahnware (10) zumindest aus der Trägerschicht (12) und auf ihrer Rückseite dem Schmelzfasern umfassenden Vlies gebildet wird, das zumindest an einigen Stellen mit der Trägerschicht (12) verbunden ist und die Kompositschicht (5) bildet, auf deren Rückseite (12.1) Florgarne in Form von Polschlingen (13.1) eingebracht wurden, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Rückseite der eine Trägerschicht (12) und eine Schmelzfaserschicht (12.3) aufwei- senden Kompositschicht (5) mindestens ein zweites Schmelzfasern umfassendes Vlies (14) und/oder der Kleber (17) in flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht und mit diesen geöffneten und/oder aufgerauten Polschlingen (13.2) verbunden wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass nach Aufbringen des Klebers (17) auf der Rückseite der Polschlinge (13.2) ein weiteres Vlies (19) aufgebracht wird.

6 Verfahren zur Herstellung einer Bahnware (10) für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite (16), wobei die Bahnware (10) zumindest aus einer Trägerschicht oder einem aus einer Trägerschicht (12) und einem weiteren Vlies gebildet wird, das punktuell (6) mit der Trägerschicht (12) verbunden wird und eine Kompositschicht (5) bildet, auf deren Rückseite (12.1) nur lose gehaltene Florgarne in Form von PoI- schlingen (13.1) eingebracht werden, gekennzeichnet durch folgende Merkmale,

a) dass die in die Kompositschicht (5) eingebrachten Polschlingen (13.1) mit Hilfe einer mechanischen Aufraueinrichtung (20) und/oder eines Aquajetverfahrens bzw. einer hydrodynamischen Vernadelung oder mechanischen Aufraueinrichtung derart behandelt werden, dass auf der Rückseite der Bahnware (10) hervorstehende und/oder zumindest

teilweise anliegende Polschlingen (13.2) zumindest teilweise aufge- raut, geöffnet oder in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet werden,

b) dass auf die zumindest teilweise aufgeraute Rückseite der Polschlin- gen ein Kleber (17) aufgebracht werden.

7. Verfahren nach Anspruch 1 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vernadelung mit Hilfe mindestens eines oszillierenden Düsenbalkens durchgeführt wird.

8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorschubbewegung (Y) der Bahnware(10) bzw. der Trägerschicht (12) zur oszillierenden Bewegung (X) des Düsenbalkens X : Y <1 oder X : Y ≤ 2 oder X : Y < 10 beträgt.

9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in einem weiteren Schritt nach dem Aufrauen der Polschlingen (13.2) in die Kompositschicht (5) und nach Auflegen der weiteren Schmelzfaserschicht (14 ) und der Vernadelung eine Wärmebehandlung der Bahnware (10) erfolgen kann.

10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:

a) die Trägerschicht (12) kann einseitig oder beidseitig mit einer Schmelzfaserschicht (12.3, 15) versehen sein und mit Hilfe eines beheizbaren Kalanders oder mit Hilfe einer Vernadelung bzw. mechanischen Vernadelung zumindest punktuell (6) mit der Trägerschicht (12) zu der Kompositschicht (5) verbunden werden,

b) auf die Rückseite (12.1) des Trägers oder der so vorbereiteten Kompositschicht (5) werden die Polschlingen (13.1) eingetuftet,

c) die in die Rückseite (12.1) des Trägers oder der Kompositschicht (5) eingebrachten Polschlingen (13.1) werden mit Hilfe mindestens eines oszillierenden Düsenbalkens hydrodynamisch oder mit Druckluft oder mit Wasserdampf behandelt, d) danach wird auf die Rückseite des Trägers oder der Kompositschicht (5) bzw. der Bahnware (10) mit den geöffneten Polschlingen (13.2) der Schmelzkleber (17) in flüssigem Zustand aufgebracht, e) abschließend wird die Bahnware (10) einer Trocknung und/oder Wärmebehandlung und/oder einer Abkühlung unterzogen.

11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägerschicht (12) ein Spinnvlies, ein Stapelfaservlies, ein Gewebe, ein Bändchengewebe oder ein Komposit aus den vorgenannten Materialien verwendet wird.

12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Schmelzfasern (12.3) von 100 0 C bis 150 0 C vorzugsweise 120 0 C bis 130 0 C schmelzbare Chemiefasern oder auch Biokomponentenfasern verwendet werden.

13. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber (17) in schmelzflüssigem Zustand auf den Träger (12) aufgebracht wird.

14. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Kleber (17) in einem Temperaturbereich von 100° bis 150°C oder von 120° bis 130 0 C auf den Träger (12) aufgebracht wird.

15. Vorrichtung zum Herstellen einer Bahnware (10) für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite (16) mit Hilfe einer Aufraueinrichtung (20), zur Durchführung der Verfahren nach einem der vorhergehenden Verfahrensansprüche, gekennzeichnet durch folgende Merkmale :

- die Aufraueinrichtung (20), weist zumindest auf ihrer Außenseite oder Oberfläche (20.2) in einem Bereich ein oder mehrere Aufrauelemente (20.1) auf,

- die Vorrichtung zum Aufrauen einer Bahnware und/oder das Aufrauelement (20.1) kann mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung gegenüber einer Bahnware eine Aufraubewegung ausführen.

16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Aufrauelement (20.1) aus zumindest einer Noppe, einem Dorn, Stift oder einer aufgerauten Oberfläche besteht.

17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Noppe, der Dorn oder der Stift aus einem elastischen Kunststoff- oder Metall- körper besteht.

18. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrauelemente (20.1) auf der Außenseite eines zylindrischen Körpers, einer oder mehrerer Scheiben oder an einem Baiken oder einer horizontal verlau- fenden Halterung (25) befestigt sind.

19. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufrauelemente (20.1) an der mechanischen Aufraueinrichtung (20) lösbar angeschlossen sind.

20. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufraueinrichtung (20) eine mit Bezug auf die zu behandelnde Bahnware (10) vertikal und/oder horizontal verlaufende Achse bzw. Welle (21, 24.1, 24.2) aufweist, die mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung in eine Rotationsbewegung, Schwenkbewegung und/oder oszillierende Bewegung versetzbar ist.

21. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufraueinrichtung (20) mindestens eine mit Bezug auf die zu behandelnde

Bahnware (10) horizontal verlaufende Halterung (25) aufweist, die mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung in eine oszillierende Bewegung und/oder Schwenkbewegung versetzbar ist.

22. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufraueinrichtung (20) aus mehreren um die vertikale Achse drehbar angeordneten Bürsten (23) besteht.

23. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kippbewegung (30), Rotationsbewegung (27) und/oder oszillierende Bewegung (28) der Aufraueinrichtung (20) gleich, kleiner oder größer als die Vorschubbewegung (26) der Bahnware (10) ist.

24. Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite, dadurch gekennzeichnet, dass diese nach einem oder mehreren der Verfahrensansprüche 1 - 14 hergestellt ist und die in diesen Ansprüchen angegebenen Bestandteile aufweist.

Description:

Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung einer Bahnware mit einer flauschigen Oberseite sowie entsprechend hergestellte Bahnware

Die Erfindung betrifft ein Verfahren nebst Vorrichtung zur Herstellung einer Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite, wobei die Bahnware zumindest aus einer Träger- schicht oder einer Trägerschicht und einem weiteren Vlies gebildet wird, das punktuell mit der Trägerschicht verbunden wird und eine Kompositschicht bildet, auf deren Rückseite nur lose gehaltene Florgarne in Form von Polschlingen eingebracht sind.

Es ist bereits bekannt, Teppichboden oder Auslegeware herzustellen (DE 19506845 A1), wobei der Teppichboden mit einer Filamente aufweisenden Nutzschicht bzw. einem Pol (Faserbüschel) und einer hiermit insbesondere durch Tuften verbundenen Tragschicht versehen ist, wobei die Tragschicht durch einen Schmelz- und Abkühlvorgang zur Polfixierung und zur Filamen- teinbindung mit der Nutzschicht verbunden ist und hierzu ursprünglich schmelzbare und ausgehärtete Bestandteile im Bereich der Trageschicht vorhanden sind.

Ferner ist es bekannt (EP 1081263), ein Verfahren zur kontinuierlichen Stabi- lisierung einer Florware wie Florteppich, Tuftingteppich, Plüschware einzusetzen, wobei die Vorder- bzw. Sichtseite der bahnförmigen Ware in ihrer Struktur und Qualität nicht verändert werden darf und eine Rückseite aufweist, die zunächst noch instabil ist. In dieser Rückseite müssen also die florbildenden Fasern noch verankert werden, in diesem Primärträger aus einem Spinnvlies aus Synthesefasern (vornehmlich Polyesterfasern), einem Gewebe oder Gewirke die Florfasern befestigt z. B. eingetuftet werden und dann zur Veranke-

rung der im Primärträger nur lose gehaltenen Florfasern der Rücken der Bahnware mit einer die Florfasern sichernden Rückenschicht (Schmelzfaservlies) versehen wird. Inhalt prüfen

Damit die Teppiche die erforderliche mechanische Strapazierfähigkeit erhalten, ist es notwendig, das Polmaterial so einzubinden, dass die technologischen Festigkeitswerte und Dauergebrauchseigenschaften erzielt werden. Dies kann beispielsweise durch einen Latexvorstrich (die derzeit allgemein übliche Weise) erfolgen, mit dem zunächst eine ausreichende Bindung der Polschicht im Erstrücken erreicht wird. Anschließend wird zum Erzielen der gewünschten Gebrauchseigenschaften, insbesondere zur Verbesserung des Begehkomforts, meist ein Zweitrücken, beispielsweise ein Vlies, ein Gewebe oder ein Schaum-Rücken aufgebracht. Der Latexvorstrich erweist sich aller- dings sowohl bei der Herstellung als auch bei der Entsorgung der Teppiche als äußerst umweltbelastend. Weiterhin kann der Teppichrücken mit einem textilen Zweitrücken durch mechanisches Vernadeln verbunden werden, wobei es hier zur Beeinträchtigung der Oberseite kommen kann, so dass der fertige Teppich nicht mehr den Qualitätsanforderungen entspricht. Eine weite- re Möglichkeit besteht darin, den Zweitrücken zusammen mit dem Latexvorstrich „aufzukleben".

Nach wie vor ist es ein Problem, unter Verzicht auf einen Latexvorstrich eine intensive Verbindung der Fasern eines Zweitrückens mit der Trägerschicht zu erzielen.

Ausgehend von der eingangs genannten Art liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Verbesserung der Einbindung der Garne bzw. der einzelnen Filamente der Game in die Trägerschicht zu erzielen.

Das wird dadurch erreicht, dass die in die Kompositschicht eingebrachten Pol-schlingen mit Hilfe einer hydrodynamischen Vernadelung derart behandelt werden, dass die auf der Rückseite der Bahnware hervorstehenden

und/oder zumindest teilweise anliegenden Polschlingen zumindest teilweise aufgeraut, geöffnet oder in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet sind, und dass auf die zumindest teilweise aufgeraute Rückseite der Polschlingen ein Kleber aufgebracht ist.

Durch den vorteilhaften Kompositaufbau der Bahnware und durch die Fixierung der Polschlingen mit Hilfe eines flüssigen oder bei Erhitzung flüssig werdenden Klebers wird gewährleistet, dass diese bei strapaziöser Nutzung der Bahnware in der Trägerschicht nicht verrutschen oder aus dem Träger he- rausgezogen werden .

Hierzu ist es vorteilhaft, dass der Kleber in erwärmtem und flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht und in die Filamente der Polschlingen eingedrungen ist.

Eine zusätzliche Möglichkeit ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung, dass die Rückseite der Bahnware mittels hydrodynamischer oder einer Was- ser-dampf- oder Druckluft-Vemadelung behandelt ist, wobei die auf der Rückseite der Bahnware herausragenden Polschlingen der Florgarne mit den Fa- sern mindestens eines Vlieses vernadelt und der Kleber in flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht wird oder aufgebracht ist.

Ferner ist es vorteilhaft, dass auf der Rückseite der eine Trägerschicht und eine Schmelzfaserschicht aufweisenden Kompositschicht mindestens ein zweites Schmelzfasern umfassendes Vlies und/oder der Kleber in flüssigem Zustand auf die Rückseite der Polschlingen aufgebracht und mit diesen geöffneten und/oder aufgerauten Polschlingen verbunden ist.

Vorteilhaft ist es hierzu auch, dass nach Aufbringen des Klebers auf der Rückseite der Polschlinge ein weiteres Vlies aufgebracht wird oder ist.

Gemäß einem bevorzugten Verfahren ist somit vorgesehen, dass die in die Kompositschicht eingebrachten Polschlingen mit Hilfe eines Aquajetverfah-

rens bzw. einer hydrodynamischen Vernadelung derart behandelt werden, dass auf der Rückseite der Bahnware hervorstehende und/oder zumindest teilweise anliegende Polschlingen zumindest teilweise aufgeraut, geöffnet oder in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet werden, und dass auf die zu- mindest teilweise aufgeraute Rückseite der Polschlingen ein Kleber aufgebracht wird.

Von besonderer Bedeutung ist für die vorliegende Erfindung, dass die Vernadelung mit Hilfe mindestens eines oszillierenden Düsenbalkens durchgeführt wird.

Im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung ist es von Vorteil, dass das die Vorschubbewegung der Bahnware bzw. der Trägerschicht zur oszillierenden Bewegung des Düsenbalkens X : Y <1 oder X : Y ≤ 2 oder X : Y < 10 beträgt.

Vorteilhaft ist es ferner, dass in einem weiteren Schritt nach dem Aufrauen der Polschlingen in die Kompositschicht und nach Auflegen der weiteren Schmelzfaserschicht und der Vernadelung eine Wärmebehandlung der Bahnware erfolgen kann.

Vorteilhaft ist folgendes Verfahren:

a) die Trägerschicht kann einseitig oder beidseitig mit einer Schmelzfaserschicht versehen sein und mit Hilfe eines beheizbaren Kalanders oder mit Hilfe einer Vernadelung bzw. mechanischen Vernadelung zumindest punktuell mit der Trägerschicht zu der Kompositschicht verbunden werden,

b) auf die Rückseite des Trägers oder der so vorbereiteten Komposit- schicht werden die Polschlingen eingetuftet,

c) die in die Rückseite des Trägers oder der Kompositschicht eingebrachten Polschlingen werden mit Hilfe mindestens eines oszillierenden Du-

senbaikens hydrodynamisch oder mit Druckluft oder mit Wasserdampf behandelt,

d) danach wird auf die Rückseite des Trägers oder der Kompositschicht bzw. der Bahnware mit den geöffneten Polschlingen der Schmelzkleber in flüssigem Zustand aufgebracht,

e) abschließend wird die Bahnware einer Trocknung und/oder Wärmebehandlung und/oder einer Abkühlung unterzogen.

Ferner ist es vorteilhaft, dass als Trägerschicht ein Spinnvlies, ein Stapelfaservlies, ein Gewebe, ein Bändchengewebe oder ein Komposit aus den vorgenannten Materialien verwendet wird.

Von Vorteil ist es auch, dass als Schmelzfasern von 100 0 C bis 150 0 C vorzugsweise 120 0 C bis 13O 0 C schmelzbare Chemiefasern oder auch Biokomponentenfasern verwendet werden.

Es ist auch vorteilhaft, dass der Kleber in schmelzflüssigem Zustand auf den Träger aufgebracht wird.

Auch ist es vorteilhaft, dass der Kleber in einem Temperaturbereich von 100° bis 15O 0 C oder von 120° bis 130°C auf den Träger aufgebracht wird.

Das erfindungsgemäße Verfahren dient der Verfestigung der Bahnware mit einer flauschigen Oberseite für Florteppiche, Tuftingteppiche oder Plüschware. Trotz des Aquajetverfahrens soll die Struktur und Qualität der Bahnware nicht oder nicht wesentlich verändert werden. Da kein Latex bei der erfindungsgemäßen Bahnware eingesetzt wird, lässt sich ein derart hergestellter Teppich recyceln.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel ist es vorteilhaft, eine Vorrichtung zum Aufrauen einer Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder

Plüschware mit einer flauschigen Oberseite mit Hilfe einer Aufraueinrichtung für das Aufrauen einer Bahnware mit folgenden Merkmalen einzusetzen:

Die Aufraueinrichtung weist zumindest auf ihrer Außenseite oder Oberfläche in einem Bereich ein oder mehrere Aufrauelemente auf.

Die Vorrichtung zum Aufrauen einer Bahnware und/oder das Aufrauelement kann mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung gegenüber einer Bahnware eine Auf- raubewegung ausführen.

Hierdurch wird erreicht, dass neben der Wasservernadelung auch sehr erfolgreich ein mechanisches Aufrauelement eingesetzt werden kann, falls das wegen bestimmter Materialeigenschaften gewünscht wird oder wenn dadurch Kosten eingespart werden können.

Hierzu ist es vorteilhaft, dass das Aufrauelement aus zumindest einer Noppe, einem Dorn, Stift oder einer aufgerauten Oberfläche besteht. Derartige Aufrauelemente lassen sich kostengünstig herstellen und unproblematisch auch nachträglich in vorhandene Anlagen einbauen.

Eine zusätzliche Möglichkeit ist gemäß einer Weiterbildung der Erfindung, dass die Noppe, der Dorn oder der Stift aus einem elastischen Kunststoffoder Metallkörper besteht. Auf diese Weise erfolgt keine zu starke Beeinträchtigung der Bahnware.

Ferner ist es vorteilhaft, dass die Aufrauelemente auf der Außenseite eines zylindrischen Körpers, einer oder mehrerer Scheiben oder an einem Balken oder einer horizontal verlaufenden Halterung befestigt sind. Hierdurch erhält man eine kostengünstig herstellbare Vorrichtung.

Vorteilhaft ist es hierzu auch, dass die Aufrauelemente an der mechanischen Aufraueinrichtung lösbar angeschlossen sind. Bei Beschädigungen lassen

sich die Aufrauelemente leicht ersetzen, ohne dass die gesamte Vorrichtung ausgetauscht werden muss.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Lösung ist schließlich vorgesehen, dass die Aufraueinrichtung eine mit Bezug auf die zu behandelnde Bahnware vertikal und/oder horizontal verlaufende Achse bzw. Welle aufweist, die mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung in eine Rotationsbewegung, Schwenkbewegung und/oder oszillierende Bewegung versetzbar ist. Je nach Art und Beschaffenheit können unterschiedliche Aufrauwerkzeu- ge eingesetzt werden, die aufgrund lösbarer Einrichtungen schnell gegen vorhandene Werkzeuge ausgetauscht werden können.

Von besonderer Bedeutung ist für die vorliegende Erfindung, dass die Aufraueinrichtung mindestens eine mit Bezug auf die zu behandelnde Bahnware horizontal verlaufende Halterung aufweist, die mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung in eine oszillierende Bewegung und/oder Schwenkbewegung versetzbar ist. Mit Hilfe der oszillierenden Bewegung und/oder Schwenkbewegung erhält man auf optimale Weise eine sehr gute Oberflächen-Beschaffenheit.

Im Zusammenhang mit der erfindungsgemäßen Ausbildung und Anordnung ist es von Vorteil, dass die Aufraueinrichtung aus mehreren um die vertikale Achse drehbar angeordneten Bürsten besteht und die Kippbewegung, Rotationsbewegung und/oder oszillierende Bewegung der Aufraueinrichtung gleich, kleiner oder größer als die Vorschubbewegung der Bahnware ist.

Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung sind in den Patentansprüchen und in der Beschreibung erläutert und in den Figuren dargestellt. Dabei zeigen:

Fig. 1 eine schematische Schnittdarstellung einer aus einer Kompositschicht gebildeten Trägerschicht,

Fig. 2 die in die Kompositschicht eingebrachten Polschlingen,

Fig. 3a die Bahnware mit einer weiteren Schmelzfaserschicht und je nach Ausführungsform mit einer dritten Schmelzfaserschicht,

Fig. 4a bis

Fig. 4c schematische Darstellungen der einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung einer aus einer Kompositschicht gebildeten Trägerschicht,

Fig. 5 grafische Darstellung der Bewegung des Düsenbalkens und der

Vorschubbewegung der Bahnware,

Fig. 6 ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Bahnware mit eingebrachten Polschlingen im Querschnitt schematisch veranschau- licht,

Fig. 7 das Aufbringen einer schmelzflüssigen Schicht auf die Bahnware gemäß Pfeil,

Fig. 8 die Bahnware nach der Diffusion der Schmelze in die Bahnware,

Fig. 9 die Bahnware gemäß Fig. 6 mit aufgerauten Polschlingen,

Fig. 10 die Bahnware mit aufgerauten Polschlingen nach der Diffusion der Schmelze in die Bahnware,

Fig. 11 die Bahnware gemäß Fig. 10 mit zusätzlichen Vliesschichten,

Fig. 12 bis Fig. 14 drei verschiedene Ausführungsbeispiele einer Vorrichtung zum

Aufrauen einer Bahnware für Tufting-Teppiche, Florteppiche und/oder Plüschware mit einer flauschigen Oberseite mit Hilfe einer Aufraueinrichtung.

In Fig. 1 bis 4c ist mit 5 eine Kompositschicht bezeichnet, die aus einer Trägerschicht 12 und aus einem Spinnvlies, PA-Bändchengewebe bzw. einem Schmelzfasern 12.3 umfassenden Vlies besteht.

Die Kompositschicht 5 wird dadurch gebildet, dass auf der Rückseite bzw. Unterseite der Trägerschicht 12 das Schmelzfasern 12.3 umfassende Vlies, zumindest an einigen Stellen des Vlieses mit Hilfe eines in der Zeichnung nicht dargestellten beheizbaren Kalanders punktuell 6 (Fig. 1) mit der Trägerschicht 12 fest verbunden wird. Der hierzu eingesetzte Kalander, der mit den Schmelzfasern 12.3 in Kontakt kommt, weist nur an einigen Stellen entsprechende Kontaktpunkte auf, die eine punktuelle Verbindung zwischen den Schmelzfasern 12.3 und der Trägerschicht 12 bewirken.

Auf bzw. in die Kompositschicht 5 wird dann eine Florfaser bzw. Florschlinge 13.1 getuftet. Dabei werden auf der Rückseite der Trägerschicht 12 die Florschlingen 13.1 eingebracht bzw. eingetuftet, die dann relativ dicht an einer Unterseite oder auch Rückseite 12.1 der Schmelzfaserschicht 12.3 bzw. der Trägerschicht 12 anliegen.

Die heraus ragenden, jedoch sehr dicht auf der Rückseite 12.1 der Trägerschicht 12 anliegenden Polschlingen 13.1 (Fig. 4b) werden mittels eines A- quajetverfahrens bzw. einer hydrodynamischen Vernadelung mit Druckluft oder mit Wasserdampf behandelt, so dass die relativ fest auf der Rückseite bzw. Nutzseite der Trägerschicht 12 anliegenden Polschlingen 13.1 aufgeraut bzw. zumindest teilweise geöffnet bzw. in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet werden und dadurch eine flauschige Oberflächenstruktur entsteht, so dass die Schmelzfasern 12.3 nach dem Anschmelzen mit den Polschlingen 13.1 eine sehr gute und haltbare Verbindung eingehen können.

Die hydrodynamische Vernadelung wird mit Hilfe mindestens eines oszillierenden Düsenbalkens durchgeführt, so dass wesentlich besser aufgeraute Polschlingen 13.1 (Fig. 4b) erreicht werden. Eine Vorschubbewegung Y einer Bahnware 10, 10.1 bzw. der Trägerschicht 12 zur oszillierenden Bewegung X

des Düsenbalkens kann X : Y <1 oder X : Y ≤ 2 oder X : Y < 10 betragen. Je nachdem welche Oberflächenstruktur man erhalten möchte, kann die Vorschubbewegung Y der Bahnware 10.1 bzw. der Trägerschicht 12 zur oszillierenden Bewegung X des Düsenbalkens verändert werden. Hier bedeutet Y die Vorschubbewegung der Bahnware und X die oszillierende Bewegung des Düsenbalkens (vergleiche hierzu die grafische Darstellung gemäß Fig. 5). Die Polschlingen werden bei der Vernadelung nicht getrennt sondern lediglich aufgeraut.

Nach einem ersten in Fig. 3a dargestellten Ausführungsbeispiel werden hervorstehende und/oder zumindest teilweise anliegende Polschlingen 13.2 zumindest teilweise aufgeraut, geöffnet oder in ihre einzelnen Filamente aufgespaltet. Abweichend von dem zweiten in Fig. 4c dargestellten, nachstehend näher beschriebenen Ausführungsbeispiel, wird auf die aufgerauten PoI- schlingen 13.2 ein Kleber 17 derart aufgebracht, dass dieser die aufgeraute Schicht der Polschlingen 13.2 vollständig und ganzflächig durchdringt und dabei die einzelnen Filamente umgibt.

Der Teppichrücken kann aus einem Vlies bestehen, das aus Stapelfasern oder Endlosfilamenten hergestellt ist, die in einem Arbeitsprozess wasserver- nadelt werden.

Eine Schmelzfaserschicht 14 kann gemäß den Ausführungsbeispielen Fig. 1 bis 3a entfallen, da sie durch den Kleber 17 ersetzt wird, der in geschmolze- nem Zustand auf die gelösten Faserbündel der Polschlingen 13.2 aufgebracht wird, damit er schneller zwischen die Leerräume der Filamente eindringen kann. Das Eindringen der Schmelze kann durch Ansaugen oder durch Blasen von heißer Luft auf den z. B. vorgewärmten Teppichrücken unterstützt werden, je nachdem wie die Bahnware auf eine Trockner-Trommel der Anlage zur Herstellung der Bahnware aufgebracht wird.

Nach einem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4b führt der Wasserstrahl auf der Bahnware 10 bzw. auf der Rückseite der Trägerschicht 12 eine sinusför-

mige Bewegung aus, so dass eine sehr gut aufgeraute, flauschige Florschicht entsteht, mit der die Schmelzfasern 12.3 die gewünschte feste Verbindung eingehen können.

Nach dem Verfahrensschritt (Fig. 4c) wird die nächste bzw. zweite Lage in Form der Schmelzfaserschicht 14 auf die Oberfläche der Rückseite 12.1 der Trägerschicht 12 der Bahnware 10 aufgebracht. Danach wird mit Hilfe der Vernadelung bzw. Wasserstrahlvemadelung die Schmelzfaserschicht 14 mit der geöffneten Polschlinge 13.2 hydrodynamisch, durch Druckluft oder durch Wasserdampf verbunden. Durch das zuvor beschriebene öffnen der Polschlingen 13.1 können die Schmelzfasern der Schmelzfaserschicht tief in die Filamente der geöffneten Polschlingen 13.2 eindringen.

Die Trägerschicht 12 kann einseitig oder beidseitig mit einer Schmelzfaser- schicht 15 versehen sein und mit Hilfe eines beheizbaren Kalanders oder mit Hilfe einer Vernadelung bzw. mechanischen Vernadelung zumindest punktu- ell 6 mit der Trägerschicht 12 zu der Kompositschicht 5 verbunden werden.

Anschließend erfolgt eine Trocknung und/oder eine Wärmebehandlung der Bahnware 10. Die Wärmebehandlung kann mit Hilfe eines Thermobondero- fens erfolgen, wobei zuerst getrocknet und dann bei einer Temperatur von ca. 100° bis 15O 0 C vorzugsweise 120 0 C bis 13O 0 C wärmebehandelt wird. Hierdurch wird eine einwandfreie Verbindung zwischen den einzelnen Filamenten der geöffneten Polschlingen 13.2, der Schmelzfaserschicht 14 und den Schmelzfasern 12.3 geschaffen (4c).

Durch die an die Filamente der Polschlingen 13.2 bzw. an die Rückseite 12.1 des Teppichrückens angeschmolzenen Schmelzfaserkomponenten in Verbindung mit den anderen Verfahrensschritten erhält man einen sehr strapa- zierfähigen Teppichboden.

Als Trägerschicht 12 wird bevorzugt ein Spinnvlies oder ein Bändchengewebe verwendet. Als Schmelzfasern kann man bis ca. 12O 0 C schmelzbare Chemiefasern oder auch Biokomponentenfasern verwenden.

Die Erwärmung der Schmelzfasern soll so gewählt werden, dass die Aufwärmung nur sehr kurze Zeit in Anspruch nimmt und die Schmelzfaser ausreichend tief zwischen die Filamente der Polschlingen 13.2 eindringt, so dass die Polschlingen 13.2 sicher und fest in der Trägerschicht 12 verankert werden.

Unter Bahnware 10, 10.1 ist im Sinne der Anmeldung die Kompositschicht 5 mit der aufgerauten bzw. geöffneten Polschlinge 13.2 zu verstehen.

In die Kompositschicht 5 wird die Florfaser 13.1 eingetuftet. Auf die Rückseite 12.1 der Trägerschicht 12 mit dem aufgerauten Flor bzw. den geöffneten Polschlingen 13.2 wird die zweite Schmelzfaserschicht 14 aufgebracht, um zu gewährleisten, dass diese mit den geöffneten Polschlingen 13.2 eine enge Verbindung eingeht.

Der besondere Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht in der Kombination von Wasserstrahlbehandlung und Wärmebehandlung sowie dem Einsatz von zwei Schmelzfaserschichten 12.3, 14 auf der Rückseite 12.1 der Bahnware 10.

Die erfindungsgemäße Schmelzfaserschicht bzw. das Schmelzfaservlies 12.3 besteht aus 100% niedrig schmelzenden Fasern. Sie kann auch aus Polyä- thy-len (PE) oder Polypropylen (PP) oder aus einer Mischung aus verschiedenen Schmelzfasern bestehen. Das Schmelzfaservlies kann auch eine Beimischung von nichtschmelzenden Fasern aufweisen.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 bzw. 4c besteht die erfindungsgemäße Bahnware 10 aus der aus zwei Lagen gebildeten Kompositschicht 5, dem Flor bzw. den geöffneten Polschlingen 13.2 und dem zwei-

ten Schmelzfaser-Vlies 14. Eine weitere bzw. dritte Schmelzfaserschicht 15 kann auf die Oberseite des Trägers 12 aufgebracht werden (vgl. gestrichelte Darstellung des Schmelzfaser-Vlieses 15 in Fig.1 und 4c).

Die Schmelzfaserschicht 14 wird, wie bereits erwähnt, mit Hilfe einer Vema- delungseinrichtung bzw. Wasserstrahl-Vernadelungseinrichtung oder eines anderen Mediums, beispielsweise eines Wasserdampfstrahls oder eines Gasmediums bzw. Heißluftstrahls, auf die Tuftware bzw. die Bahnware 10 aufgebracht.

Hierdurch wird erreicht, dass mit Hilfe der Vernadelungseinrichtung, beispielsweise dem oszillierenden Wasserbalken, mehr Einzelfasern in die Rückseite 12.1 der Tuftware und zwischen die einzelnen Filamente der geöffneten Polschlingen 13.2 eindringen.

Besonders vorteilhaft ist es bei niedrigen Temperaturen, beispielsweise bei einer Schmelztemperatur von 100° bis 150° C vorzugsweise zwischen 11O 0 C und 130 0 C, zu arbeiten, damit die Schmelzfasern schnell in den flüssigen Zustand übergehen. Ferner ist es vorteilhaft, dünne Schmelzfasern einzusetzen, damit diese schneller aufschmelzen. Auf diese Weise erhält man auch eine größere und aktivere Oberfläche bzw. Kontaktfläche.

Die Schmelzfaser kann, wie bereits erwähnt, aus PE bzw. PP bestehen.

Je dünnflüssiger die geschmolzene Schmelzfaserschicht ist, desto besser dringt sie in die einzelnen Filamente des Flors 13.1 ein.

Als Schmelzfasern verwendet man vorzugsweise bis zu 120°C schmelzbare Chemiefasern oder auch Biokomponentenfasern.

Statt des Schmelzfaservlieses 14 können lose Fasern durch eine Airlay- Vorrichtung (Luftlegevorrichtung, Vorrichtung zum Ablegen von Fasern nach

dem Luftlegeverfahren) auf der Rückseite 12.1 mit geöffneten Polschlingen 13.2 aufgebracht werden.

Insgesamt wird, wie bereits erwähnt, mit Hilfe einer Vernadelungseinrichtung bzw. der Wasserstrahlvemadelung oder anderer Medien das Schmelzfaservlies 12.3, 14 mit den Polschlingen 13.2 vernadelt d. h. verbunden. Aufgrund der Vernadelung dringt die Schmelzfaserschicht 14 in die einzelnen Polschlingen 13.2 ein.

Da die geöffneten Polschlingen 13.2 und die beiden bzw. drei Schmelzfaserschichten 12.3, 14, 15 auf der Bahnware 10 (Fig. 1 und 4c) bereits stark ineinander vernadelt sind und wesentlich mehr Oberfläche zum Anschmelzen zur Verfügung steht, erhält man einen robusten Teppich, aus dem die Polschlingen 13.2 bzw. die Filamente der Polschlingen 13.2 nicht herausgezo- gen werden können.

Besonders geeignet als Trägerschicht ist ein Spinnvlies oder ein Bändchengewebe.

Eine Alternative hierzu wäre aber auch, dass die erwähnte Vliesschicht 15 aus Schmelzfasern besteht, die aber eine höhere Viskosität als der Kleber besitzen müssen. Beim Aufwärmen dieser aus Schmelzfasern bestehenden Vliesschicht kann durch eine entsprechende Luftströmung während der Wärmebehandlung ein Einsaugen der entstehenden Schmelze in das Trägervlies 12 erreicht werden.

Nach einem weiteren Ausführungsbeispiel besteht die in Fig. 6 bis 11 gezeigte Bahnware 10 (Schnitt in Maschinenlaufrichtung) hier aus einem mit Hilfe der Vernadelung verfestigten, aus nur einer Lage gebildeten Trägervlies 12, in das Multifilamentgarn schlingenförmig eingetuftet ist, das nachstehend als Polschlingen 13.1 bezeichnet ist. In Querrichtung gesehen sind zwischen den eingenadelten Multifilamentgamen kleine Zwischenräume bzw. Gassen mit wenigen Millimetern Abstand auf der Bahnware 10 vorgesehen. Das Vlies

kann gemäß Fig. 6, wie in 3a oder 4c veranschaulicht, auch aus mehreren Lagen gebildet sein.

Auf der Bahnware 10 wird gemäß Fig. 7 der schmelzflüssige Kleber 17 mittels einer keilförmigen Austragdüse 18 einer in der Zeichnung nicht dargestellten Vorrichtung aufgetragen. Die Düse 18 hat beim Kleberauftrag einen direkten Kontakt mit der Bahnware. Der Auftrag kann aber auch dann erfolgen, wenn die Austragdüse 18 einen kleinen Abstand zur Oberfläche der Bahnware aufweist.

Der schmelzförmige bzw. schmelzflüssige Kleber 17 ist zur besseren Darstellung in der Zeichnung grießförmig abgebildet. Er ist jedoch eine gleichförmig homogene Masse.

Als Kleber werden in vorteilhafter Weise thermoplastische Kunststoffe aus den Familien der Polyolefine, Polyester, Polyamide oder Polyurethane mit niedrigen Schmelzpunkten verwendet. Der Schmelzpunkt des Klebers sollte deutlich unter dem Schmelzpunkt des Trägervlieses oder der Multifilament- garne liegen, und zwar zwischen 100° und 150 0 C oder zwischen 120° und 13O 0 C, um die molekulare Orientierung dieser Fäden nicht zu beeinflussen, da sonst ein zu großer Abfall der Zugfestigkeit oder ein Schrumpfen der Fäden im Garn oder im Vlies auftreten würde, dies wäre für das Endprodukt nicht akzeptabel.

Der Viskositätsbereich des Klebers kann von weniger als 1 Pas bis über 100 Pas liegen. Niedrigviskose-Kleber haben bessere Benetzungs- oder Kriecheigenschaften, aber auch geringere Festigkeiten. Grundsätzlich ist es auch möglich, gelöste Kleber aufzutragen, was aber im Normalfall, da selten Wasser als Lösungsmittel verwendet werden kann, zu erhöhtem Aufwand der Rückgewinnung dieser Lösungsmittel führt. Ebenso ist das Auftragen von reaktiven Klebern auf Polyurethanbasis möglich. Diese Kleber sind jedoch nicht mehr schmelzbar und verhindern ein Recycling.

Vorteilhaft ist es, wenn die Viskosität des Klebers 17 unter 10 Pas liegt, da sonst der Kleber nicht vollständig in die gebündelten Multifilamentgame eindringen könnte. Die Größe der Viskosität hängt von der Temperatur ab. Mit höherer Temperatur verringert sich der Viskositätswert. Vorteilhaft ist es da- her, dass eine Vorwärmung der Bahnware stattfindet, um ein zu schnelles Abkühlen des Klebers zu verhindern und hierdurch eine bessere Penetration in die Multifilamengarne zu ermöglichen. Der Kleber bekommt durch diese Vorwärmung mehr Zeit, den Penetrationsweg durch das gebündelte Multifi- lamentgam zurückzulegen.

Versuche haben gezeigt, dass die Schmelze, wie in Fig. 3 dargestellt, bevorzugt nur durch das Vlies penetriert, nicht aber in die gebündelten Multifilamentgame eindringt. Dies führt dazu, dass einzelne Fäden aus dem Inneren dieses Bündels nicht adhäsiv sondern nur kohäsiv gebunden sind. Diese Fä- den werden im Alltagsgebrauch eines Teppichs, vor allem bei der Reinigung mit schnell laufenden Bürsten, herausgezupft und lassen den Teppich ungepflegt und verschlissen aussehen. Eine Erhöhung der Klebermenge könnte zwar diesen Mangel beseitigen, führt aber dazu, dass der Kleber auf der Gegenseite des Auftrags aus dem Vlies wieder austritt und daher der aus Multifi- lamentgamen gebildete Flor nach Gebrauch schnell verschmutzt.

Daher ist es vorteilhaft, wenn die Multifilamentgame an der Oberfläche durch energiereiche Wasserstrahlen gemäß Fig. 4 aufgeraut werden, hierdurch dringt der Kleber wesentlich leichter in das Bündelinnere der Filamente ein. Mit Hilfe des Aufrauens werden gleichzeitig die Gassen zwischen den getufte- ten Multifilamentgamen überwiegend geschlossen und somit ein weiteres Eindringen des Klebers in diese normalerweise leicht benetzbaren Bereiche erschwert.

Besonders vorteilhaft ist es, dass der in der Zeichnung nicht dargestellte Wasserbalken der Vernadelungseinrichtung quer zur Maschinenlaufrichtung in Schwingung versetzt wird und dadurch jeder einzelne dünne, aus dem Wasserbalken austretende Wasserstrahl einen größeren Durchmesser auf-

weist als einer aus dem nicht in Schwingung versetzten Wasserbalken. Das Schwingungsverhalten des Wasserbalkens verstärkt ein gleichmäßiges Eindringen des Klebers in das Trägervlies und in die Multifilamentgarne der Polschlingen gemäß Fig. 5.

Wie aus Fig. 11 hervorgeht, kann noch ein weiteres Vlies 19, bevorzugt aus Recyclingware, auf die Kleberauftragseite gelegt und angepresst werden, da hierdurch eine höhere Steifigkeit und ein größeres Gewicht der Bahnware erzielt und dadurch die Verlegung des Teppichs verbessert wird.

An der Oberfläche der Bahnware oder des Teppichs soll ausreichend viel Kleber 17 verbleiben, um eine einwandfreie Verklebung der Filamente im Vlies zu erzielen. Penetriert ein Teil des Klebers 17 durch das Vlies hindurch, kann der Flor schneller verschmutzen. Aus diesem Grund ist es vorteilhaft, wenn vor dem Eintuften des Multifilamentgarns auf das Trägervlies 12 eine weitere dünne Vliesschicht 19 als Abdichtung mit der Oberseite der Bahnware 10 verbunden wird. Diese Vliesschicht 19 sollte aus sehr feinen Fäden bestehen, da hierdurch dieses Vliesgewebe insgesamt dichter wird, obwohl das Flächengewicht mit ca. 10 - 50 g/m 2 deutlich niedriger als das Flächengewicht des Trägervlieses ist.

In Fig. 13 ist die Vorrichtung zum Aufrauen der Bahnware 10 für Tufting- Teppiche, mit einer Aufraueinrichtung 20 dargestellt, die zumindest auf ihrer Außenseite oder Oberfläche (20.2) in einem Bereich ein oder mehrere Auf- rauelemente (20.1) aufweist.

Die Vorrichtung zum Aufrauen einer Bahnware und/oder das Aufrauelement 20.1 kann mit Hilfe einer in der Zeichnung nicht dargestellten Antriebsvorrichtung gegenüber einer Bahnware eine Aufraubewegung ausführen.

Das Aufrauelement 20.1 besteht aus zumindest einer Noppe, einem Dorn, Stift oder einer aufgerauten Oberfläche. Anstelle nur einer Noppe, eines

BERBCHTIGTES BLATT (REGEL 91)

Doms oder Stifts kann auch eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten Noppen, Dornen oder Stiften verwendet werden.

Die Noppen, Dorne oder Stifte 20.1 können aus einem elastischen Kunststoff- oder Metallkörper bestehen. Ferner ist es möglich, einen oder mehrere Noppen zu ersetzen oder, wenn diese auf einer Unterlage angeordnet sind, kann auch die Unterlage mit allen Noppen gegen eine neue ausgetauscht werden. Die Unterlage, die in der Zeichnung nicht besonders hervorgehoben ist, kann mit Hilfe eines Klebers auf der Oberfläche der Walze oder der Scheibe befes- tigt werden.

Die Aufrauelemente 20.1 sind auf der Außenseite eines zylindrischen Körpers, einer oder mehrerer Scheiben 22 oder an einem Balken oder einer horizontal verlaufenden Halterung oder Balken 25 befestigt. In vorteilhafter Wei- se sind die Aufrauelemente 20.1 an der mechanischen Aufraueinrichtung 20 lösbar angeschlossen.

Die Aufraueinrichtung 20 weist eine mit Bezug auf die zu behandelnde Bahnware 10 vertikal und/oder horizontal verlaufende Achse bzw. Welle 21 , 24.1, 24.2 auf, die mit Hilfe der nicht dargestellten Antriebsvorrichtung in eine Rotationsbewegung, Schwenkbewegung und/oder oszillierende Bewegung versetzbar ist. Die Aufraueinrichtung 20 kann auch mindestens mittels der mit Bezug auf die zu behandelnde Bahnware 10 horizontal verlaufenden Halterung 25 und einer nicht dargestellten Antriebsvorrichtung in eine oszillierende Bewegung und/oder Schwenkbewegung oder auch Kippbewegung gemäß den Pfeilen 26 bis 31 in Fig. 14 versetzt werden.

Die Aufraueinrichtung 20 besteht aus einem oder mehreren um die vertikale Achse drehbar angeordneten Scheiben, an denen je eine Bürste 23 angeord- net ist. Wie aus Fig. 14 hervorgeht, kann die Aufraueinrichtung 20 eine Kippbewegung 30, Rotationsbewegung 27 und/oder oszillierende Bewegung 28 ausführen, die kleiner oder größer als die Vorschubbewegung (26) der Bahnware (10) ist.

Bezugszeichenliste:

5 Kompositschicht

6 Punktierung 10, 10.1 Bahnware

12 Trägerschicht, Träger

12.1 Rückseite, Unterseite

12.3 1. Schmelzfaser, Schmelzfaserschicht, Schmelzfaservlies

13.1 Polschlinge, Flor, Florfaser 13.2 Polschlinge, geöffnet und aufgeraut

14 2. Schmelzfaser, Schmelzfaserschicht, Vlies

15 3. Schmelzfaser, Schmelzfaserschicht, Vlies

16 Oberseite der Bahnware

17 Kleber, Heißkleber 18 Düse, Austragdüse

19 Vliesschicht, Vlies

20 mechanische Aufraueinrichtung

20.1 Aufrauelement, Noppe, Dorn, Stift

20.2 Außenseite oder Oberfläche der Aufraueinrichtung 21 horizontale Welle für Bürstenwalze oder zylindrischen Körper

22 Scheibe mit Bürsten oder Bürstenwalze,

23 Bürste, quer und in Richtung der Bahnware bewegbar,

24.1 Achse, vertikal

24.2 Achse, horizontal 25 horizontal verlaufende Halterung, Balken

26 Pfeil, Vorschubbewegung

27 Pfeil, Rotationsbewegung

28 Pfeil, oszillierende Bewegung

30 Pfeil, Schwenkbewegung oder Kippbewegung 31 Pfeil, Schwenkbewegung oder Kippbewegung

X Bewegung Düsenbalken bei oszillierender Bewegung

Y Vorschubbewegung der Bahnware 10.