Patentansprüche
1. Verfahren zur Herstellung eines Beton-Deckenelements, bei dem eine Beton-Schalungsplatte (3a) mit biegesteifen Tra- gerelementen (3b) versehenen ist, mit folgenden Schritten:
Bereitstellen einer zur Herstellung der Beton-Schalungsplatte (3a) geeigneten Unterlage (1),
Auflegen von Armierungsgerusten (2) für die Tragerelemente
(3b) auf die Unterlage (1), so dass die Armierungsgeruste (2) parallel zueinander in einer ersten horizontalen Richtung ausgerichtet und darin vorgesehene Durchgriffsflachen in einer Flucht angeordnet sind,
Einfahren von Formkernen (4a, 4b) in eine quer zur ersten horizontalen Richtung verlaufenden zweiten horizontalen Richtung durch die Durchgriffsflachen,
Anordnen von Formelementen (8) in zwischen den Armierungsgerusten (2) gebildeten Zwischenräumen und
Eingießen von Beton in zwischen den Formelementen (8) gebildeten lang gestreckten Formhohlraumen .
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei vor dem Auflegen der Armierungsgeruste (2) eine Armierung für die Beton-Schalungsplatte (3a) in die Unterlage (1) eingelegt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei vor dem Anordnen der Formelemente (8) die Beton-Schalungsplatte (3a) gegossen wird. 2
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Formkerne (4a, 4b) von zwei einander gegenüberliegenden Seiten der Unterlage (1) durch die Durchgriffsflachen eingefahren werden.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei erste Formkerne (4a) in Lucken zwischen zweiten Formkernen
(4b) bewegt werden.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Formelemente (8) auf die eingefahrenen Formkerne (4a, 4b) aufgesetzt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Formelemente (8) so auf die Formkerne (4a, 4b) aufgesetzt werden, dass zum Profil der Formkerne (4a, 4b) korrespondierende Ausnehmungen (12) an deren der Unterlage (1) zugewandten Unterseiten (U) formschlussig auf den Formkernen (4a, 4b) aufliegen .
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei überschüssiger Beton auf einer durch eine Oberseite (O) der Formelemente (8) gebildeten Abziehflache abgezogen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Abziehflache in regelmäßigen Abstanden angeordnete Eintiefungen (13) aufweist.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei zum Entformen die Formkerne (4a, 4b) gezogen und gleichzeitig gerüttelt werden. 3
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei im eingefahrenen Zustand benachbarte erste (4a) und zweite Formkerne (4b) in entgegengesetzte Richtungen gezogen werden.
12. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei wahrend des Ziehens der Formkerne (4a, 4b) die Formelemente (8) von der Unterlage (1) entfernt, vorzugsweise gehoben, werden .
13. Vorrichtung zur Herstellung eines Beton-Deckenelements, bei dem eine Beton-Schalungsplatte (3a) mit biegesteifen Tragerelementen (3b) versehen ist, mit
einer zur Herstellung der Beton-Schalungsplatte (3a) geeigne- ten Unterlage (1),
bei der an mindestens einer Seite eine Einrichtung zum Bewegen parallel ausgerichteter Formkerne (4a, 4b) in einer parallel zur Unterlage (1) verlaufenden Ebene vorgesehen ist und
wobei eine Einrichtung zum Anordnen parallel ausgerichteter Formelemente (8) quer zu den Formkernen (4a, 4b) vorgesehen ist .
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei an der einen Seite der Unterlage (1) eine erste (5a) und an der gegenüberliegenden anderen Seite der Unterlage (1) eine zweite Einrichtung
(5b) zum Bewegen von Formkernen (4a, 4b) vorgesehen ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 13 oder 14, wobei die Formkerne (4a, 4b) in einer horizontalen Ebene angebracht sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 15, wobei die Formelemente (8) balkenartig ausgebildet sind.
17. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 16, wobei die Formelemente (8) an einer der Unterlage (1) zugewandten Unterseite (U) zum Profil der Formkerne (4a, 4b) korrespondierende Ausnehmungen (12) zum Eingriff in die Formkerne (4a, 4b) aufweisen.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 17, wobei die Formelemente (8) an einer der Unterlage (1) abgewandten Oberseite (O) in regelmäßigen Abstanden vorgesehene Eintiefungen (13) aufweisen.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 18, wobei die Formelemente (8) an ihren Enden von der Unterseite (U) sich erstreckende Fortsatze (15) aufweisen, so dass damit hergestellte Tragerelemente (3b) sich über eine Seitenwand der Beton-Schalungsplatte (3a) hinaus erstrecken.
20. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, wobei eine Einrichtung (6) zum Rütteln der Formkerne (4a, 4b) vorgesehen ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 20, wobei eine Einrichtung zur automatischen Durchfuhrung einer Ziehbewegung der Formkerne (4a, 4b) und einer gleichzeitigen Bewegung, vorzugsweise Abhebebewegung, der Formelemente (8) vorgesehen ist.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 21, wobei eine Einrichtung (11) zum Befullen der zwischen den Formelementen (8) gebildeten langgestreckten Zwischenräume mit Beton vorgesehen ist.
23. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 22, wobei eine Einrichtung zum Abziehen überschüssigen Betons auf einer durch die Oberseiten (O) der Formelemente (8) gebildeten Ab- ziehflache vorgesehen ist. |
Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung eines Beton-Decken- elements
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Herstellung eines Beton-Deckenelements.
Aus der EP 1 146 180 Al ist ein Verfahren zur Herstellung eines Beton-Deckenelements mit biegesteifen Trägerelementen be- kannt . Dabei werden zunächst die biegesteifen Trägerelemente durch Umgießen eines Armierungsgerüsts mit Beton hergestellt. Durchbrüche im Trägerelement werden durch das Einfahren und anschließende Herausziehen von Formkernen gebildet. An so hergestellte Trägerelemente wird anschließend eine Beton- Schalungsplatte angegossen. - Das bekannte Verfahren ist relativ aufwändig. Zur Herstellung des Beton-Deckenelements müssen die vorgefertigten Trägerelemente in paralleler Ausrichtung in eine Schalung eingesetzt werden. Beim Angießen der Beton-Schalungsplatte kann es zu einer Dejustierung der Trägerelemente kommen.
Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung anzugeben, mit denen die Nachteile nach dem Stand der Technik beseitigt werden. Es soll insbesondere ein Verfahren zur möglichst raschen und effizienten Herstellung von biegesteifen Beton-Deckenelementen angegeben werden, mit denen eine unterjochungsfreie Herstellung von Betondecken möglich ist .
Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 13 gelöst. Zweckmäßige Ausgestaltungen ergeben sich aus den Merkmalen der Ansprüche 2 bis 12 und 14 bis 23.
Nach Maßgabe der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Beton-Deckenelements vorgesehen, bei dem eine Beton- Schalungsplatte mit biegesteifen Trägerelementen versehen ist, mit folgenden Schritten:
Bereitstellen einer zur Herstellung der Beton-Schalungsplatte geeigneten Unterlage,
Auflegen von Armierungsgerüsten für die Trägerelemente auf die Unterlage, so dass die Armierungsgerüste parallel zueinander in einer ersten horizontalen Richtung ausgerichtet und darin vorgesehene Durchgriffsflächen in einer Flucht angeordneten sind,
Einfahren von Formkernen in eine quer zur ersten horizontalen Richtung verlaufenden zweiten horizontalen Richtung durch die Durchgriffsflächen,
Anordnen von Formelementen in zwischen den Armierungsgerüsten gebildeten Zwischenräumen und
Eingießen von Beton in zwischen den Formelementen gebildeten lang gestreckten Formhohlräumen.
Das vorgeschlagene Verfahren lässt sich einfach und kostengünstig durchführen. Es kann von einer herkömmlichen Unterlage bzw. einem Schalungstisch zur Herstellung einer Beton- Schalungsplatte ausgegangen werden. Auf die Unterlage werden in Abweichung vom Stand der Technik Armierungsgerüste für die Trägerelemente aufgelegt, und zwar derart, dass darin gebildete Durchgriffsflächen in einer Flucht angeordnet sind, so dass Formkerne durch die Durchgriffsflächen hindurch gefahren werden können. Zwischen den Armierungsgerüsten werden außerdem Formelemente angeordnet. Anschließend wird zur Herstel-
lung des Beton-Deckenelements Beton in die zwischen den Formelementen gebildeten lang gestreckten Formhohlräume gegossen. Der eingegossene Beton verteilt sich über die Unterlage und bildet die Beton-Schalungsplatte sowie die Trägerelemente. Das Verfahren erfordert keinen hohen Zeitaufwand. Es kann relativ kostengünstig durchgeführt werden.
Vorteilhafterweise wird vor dem Auflegen der Armierungsgerüste eine Armierung für die Beton-Schalungsplatte auf die Un- terlage gelegt. Damit ist es möglich, in einem Schritt ein vollständig armiertes Beton-Deckenelement herzustellen.
Nach einer weiteren Ausgestaltung wird vor dem Anordnen der Formelemente die Beton-Schalungsplatte gegossen. Insbesondere beim Vorsehen einer Armierung ermöglicht das eine besonders schnelle und gleichmäßige Verteilung des Betons auf der Unterlage. Die Herstellung des Beton-Deckenelements kann so nochmals beschleunigt werden.
Nach einer weiteren Ausgestaltung werden die Formkerne von zwei einander gegenüberliegenden Seiten der Form durch die Durchgriffsflächen eingefahren. Das ermöglicht insbesondere ein Ziehen der Formkerne in entgegengesetzte Richtungen. Das erleichtert das Entformen. Das gilt insbesondere dann, wenn die von einander gegenüberliegenden Seiten eingefahrenen
Formkerne versetzt angeordnet sind, so dass zwei benachbarte Formkerne jeweils in die entgegengesetzte Richtung gezogen werden können.
Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, dass die Formelemente auf die eingefahrenen Formkerne aufgesetzt werden. Die Formelemente können beispielsweise mit einem Kran auf die Formkerne herabgelassen werden. Vorteilhafterweise werden die Formelemente so auf die Formkerne aufgesetzt, dass zum Profil
der Formkerne korrespondierende Ausnehmungen an deren der Unterlage zugewandten Unterseiten formschlüssig auf den Formkernen aufliegen. Damit werden sowohl die Formelemente als auch die Formkerne in eine ordnungsgemäße Anordnung gezwun- gen. Damit wird auf einfache Weise eine besonders genaue Herstellung der Beton-Deckenelemente ermöglicht.
Nach einer weiteren Ausgestaltung wird überschüssiger Beton auf einer durch eine Oberseite der Formelemente gebildeten Abziehfläche abgezogen. Damit kann der Oberseite der Trägerelemente eine gewünschte Kontur verliehen werden. Insbesondere kann die Abziehfläche in regelmäßigen Abständen angeordnete Eintiefungen aufweisen. Solche Eintiefungen können zum Einlegen eines Bewehrungsgitters dienen.
Zum Entformen werden Formkerne zweckmäßigerweise gezogen und gleichzeitig gerüttelt. Sofern die Formkerne an zwei einander gegenüberliegenden Seiten der Unterlage angeordnet sind, erfolgt ein Ziehen der Formkerne in entgegengesetzte Richtungen unter gleichzeitigem Rütteln.
Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, dass während des Ziehens der Formkerne auch die Formelemente von der Unterlage entfernt, vorzugsweise gehoben, werden. Dabei wird der Umstand genutzt, dass die Rüttelbewegung der Formkerne auf den gegossenen Beton einwirkt und somit auch ein Entfernen der Formelemente erleichtert. Auf ein gesondertes Rütteln der Formelemente kann in diesem Fall verzichtet werden.
Nach weitere Maßgabe der Erfindung ist eine Vorrichtung zur Herstellung eines Beton-Deckenelements vorgesehen, bei dem eine Beton-Schalungsplatte mit biegesteifen Trägerelementen versehen ist, mit
einer zur Herstellung der Beton-Schalungsplatte geeigneten Unterlage,
bei der an mindestens einer Seite eine Einrichtung zum Ein- fahren parallel ausgerichteter Formkerne in einer parallel zur Unterlage verlaufenden Ebene vorgesehen ist und
wobei eine Einrichtung zum Anordnen parallel ausgerichteter Formelemente quer zu den Formkernen vorgesehen ist.
Die vorgeschlagene Vorrichtung ermöglicht eine vereinfachte und effiziente Herstellung biegesteifer Beton-Deckenelemente. Die vorgeschlagene Vorrichtung ist einfach aufgebaut. Sie lässt sich durch einfache Erweiterungen herkömmlicher Scha- lungstische zur Herstellung von Beton-Schalungsplatten realisieren .
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung ist an einer Seite der Unterlage eine erste und an der gegenüberliegenden anderen Seite der Unterlage eine zweite Einrichtung zum Bewegen von Formkernen vorgesehen. Dabei sind die Formkerne vorteilhafterweise so angeordnet, dass im eingefahrenen Zustand jeweils ein Formkern der ersten Einrichtung benachbart zu einem Formkern der zweiten Einrichtung angeordnet ist. Infolgedessen werden jeweils benachbarte Formkerne in entgegengesetzter
Richtung über die Unterlage bewegt. Vorteile ergeben sich insbesondere beim Ziehen der Formkerne. Es kommt dabei nicht zu einer Verformung der Trägerelemente.
Zweckmäßigerweise sind die Formkerne in einer horizontalen Ebene angebracht. D.h. sie befinden sich in derselben Höhe über der Unterlage.
Nach einer weiteren zweckmäßigen Ausgestaltung sind die Formelemente balkenartig ausgebildet. Sie erstrecken sich über die gesamte Länge der Armierungsgerüste. Die Formelemente können an einer der Unterlage zugewandten Unterseite zum Pro- fil der Formkerne korrespondierende Ausnehmungen zum Eingriff in die Formkerne aufweisen. Die Ausnehmungen können beispielsweise V-förmig ausgebildet sein. Ferner können die Formelemente an einer der Form abgewandten Oberseite in regelmäßigen Abständen vorgesehene Eintiefungen aufweisen. SoI- che Eintiefungen dienen der Herstellung von Eintiefungen in den Trägerelementen, die zum Einlegen von Bewehrungsgittern dienen .
Nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung weisen die Formelemente an ihren Enden von der Unterseite sich erstreckende Fortsätze auf, so dass damit ein Beton-Deckenelement herstellbar ist, bei dem die Trägerelemente sich über eine Seitenwand der Beton-Schalungsplatte hinaus erstrecken. Der überstand der Trägerelemente beträgt zweckmäßigerweise 2 bis 10 cm, vorzugsweise 3 bis 8 cm.
Nach einer weiteren Ausgestaltung ist eine Einrichtung zum Rütteln der Formkerne vorgesehen. Das ermöglicht ein erleichtertes Entformen. Des Weiteren kann eine Einrichtung zur au- tomatischen Durchführung einer Ziehbewegung der Formkerne und einer gleichzeitigen Bewegung, vorzugsweise Abhebebewegung, der Formelemente vorgesehen werden. Eine gleichzeitige und automatisch koordinierte Bewegung der Formkerne und der Formelemente ermöglicht ein besonders schonendes Entformen. Eine unerwünschte Verformung, insbesondere der Trägerelemente, wird vermieden.
Nach einer weiteren Ausgestaltung ist eine Einrichtung zum Befüllen der zwischen den Formelementen gebildeten langge-
streckten Zwischenräume mit Beton vorgesehen. Mit einer solchen Einrichtung kann der gesamte zur Herstellung des Beton- Deckenelements erforderliche Beton vergossen werden. Es ist aber auch möglich, mit dieser Vorrichtung zunächst die Beton- Schalungsplatte zu gießen und anschließend zur Herstellung der Trägerelemente die Zwischenräume mit Beton zu vergießen.
Des Weiteren kann eine Einrichtung zum Abziehen überschüssigen Betons auf einer durch die Oberseiten der Formelemente gebildeten Abziehfläche vorgesehen sein. Eine solche Einrichtung ermöglicht das Einbringen vorgegebener Konturen in die Oberseite der Trägerelemente.
Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine erste Seitenansicht der Vorrichtung,
Fig. 2 eine zweite Seitenansicht gemäß Fig. 1,
Fig. 3 eine Draufsicht auf die Vorrichtung, wobei die Armierung weggelassen worden ist und
Fig. 4 eine Seitenansicht eines Formelements.
Bei der in den Fig. 1 bis 3 gezeigten Vorrichtung ist mit 1 eine Unterlage bzw. ein Schalungstisch zur Herstellung einer Beton-Schalungsplatte 3a mit daran angegossenen Trägerelementen 3b bezeichnet. In den Fig. 1 und 2 sind auf der Unterlage 1 Armierungsgerüste 2 für die Trägerelemente 3b abgestützt.
Lanzenartig ausgebildete Formkerne 4, welche vorzugsweise ein dreieckiges Profil aufweisen, sind auf horizontal verfahrbaren Schlitten 5 abgebracht. Jeder der Formkerne 4 ist mit einer Rüttelvorrichtung 6 verbunden.
Bei der in Fig. 1 bis 3 gezeigten Vorrichtung sind auf der einen Seite der Unterlage 1 nebeneinander eine Vielzahl erster Formkerne 4a und auf einer gegenüberliegenden anderen Seite der Unterlage 1 eine Vielzahl zweiter Formkerne 4b vorgesehen. Die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b sind etwa gleich lang ausgebildet. Ihre Länge entspricht etwa einer Breite B der Unterlage 1. Die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b sind versetzt angeordnet, so dass die ersten Form- kerne 4a in die zwischen den zweiten Formkernen 4b gebildeten Lücken einfahrbar sind. Der Versatz entspricht jeweils dem halben Abstand A zwischen den ersten 4a oder den zweiten Formkernen 4b.
Wie insbesondere aus Fig. 1 ersichtlich ist, sind die die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b aufnehmenden Schlitten 5 über eine umlaufend geführte Kette oder dgl . 7 kinematisch miteinander so verbunden, dass die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b jeweils in entgegengesetzter Richtung bewegbar sind. Dazu sind die die ersten Formkerne 4a aufnehmenden ersten Schlitten 5a an einem Obertrum der Kette 7 und die die zweiten Formkerne 4b aufnehmenden zweiten Schlitten 5b an einem Untertrum der Kette 7 befestigt.
Mit dem Bezugszeichen 8 sind balkenartig ausgebildete Formelemente bezeichnet, welche an einem Trägergerüst 9 angebracht sind. Das Trägergerüst 9 ist mittels eines Krans 10 vertikal bewegbar. Mit 11 ist eine bezüglich der Unterlage 1 horizontal verfahrbare Beton-Zuführvorrichtung bezeichnet. Dabei kann es sich um eine herkömmliche Beton-Zuführvorrichtung 11 zur Herstellung von Beton-Schalungsplatten (3a) handeln .
In Fig. 4 ist ein Formelement 8 im Detail dargestellt. Das Formelement 8 weist an einer der Unterlage 1 zugewandten Unterseite U V-förmige Ausnehmungen 12 auf, welche zur Form der Formkerne 4a und 4b korrespondieren. An einer der Unterseite U gegenüberliegenden Oberseite O sind Eintiefungen 13 vorgesehen, welche zur Herstellung korrespondierender Eintiefungen 13 in den Trägerelementen 3b dienen. Derartige Eintiefungen 13 dienen in den Trägerelementen 3b zur Aufnahme von Bewehrungsgittern. Ferner weisen die Formelemente 8 an ihren Sei- tenwänden sowie an der Oberseite O eine Wellung 14 auf, die einer innigen Verbindung mit einer auf das Beton-Deckenelement aufzugießenden Ortbeton-Schicht dient. An den Enden sich von der Unterseite U erstreckende Fortsätze 15 dienen dazu, einen überstand der herzustellenden Trägerelemente 3b über eine Seitenwand der Beton-Schalungsplatte 3a hinaus zu realisieren. Zur Herstellung der in Fig. 4 gezeigten weiteren Ausnehmungen 16 können in ähnlicher Weise wie die Formkerne 4a und 4b weitere Formkerne vorgesehen sein.
Die Funktion der Vorrichtung ist folgende:
Zunächst wird auf die Unterlage 1 in herkömmlicher Weise eine Armierung für die Beton-Schalungsplatte 3a aufgelegt. Auf die Armierung werden dann in paralleler Anordnung und parallel zu einer Längsseite der Unterlage 1 Armierungsgerüste 2 für die Trägerelemente 3b aufgelegt. Die Armierungsgerüste 2 sind beispielsweise aus einem Ober- und zwei Untergurten gebildet, die durch V-förmige Diagonalen miteinander verbunden sind. Durch die Untergurte und die Diagonalen werden dreieckige Durchgriffsflächen gebildet. Die Armierungsgerüste 2 werden so auf der Unterlage 1 angeordnet, dass die Durchgriffsflächen sich in einer Flucht mit der Bewegungsrichtung der Formkerne 4a und 4b befinden.
Nach einer ersten Verfahrensvariante wird nach dem Auflegen der Armierung und der Armierungsgerüste 2 auf die Unterlage 1 mittels der Beton-Zuführvorrichtung 11 zunächst die Beton- Schalungsplatte 3a gegossen. Anschließend werden dann durch eine gegenläufige Bewegung der ersten 5a und zweiten Schlitten 5b die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b in einer Ebene parallel zur Unterlage 1 eingefahren. Dabei durchgreifen die Formkerne 4a und 4b die Durchgriffsflächen sämtlicher parallel nebeneinander angeordneter Armierungsgerüste 2. An- schließend werden mittels des Krans 10 die Formelemente 8 in die zwischen die Armierungsgerüste 2 verbliebenen Zwischenräume abgesenkt. Dabei greifen die Ausnehmungen 12 in die Formkerne 4a und 4b ein. Infolge des Formschlusses zwischen den Ausnehmungen 12 und dem Profil der Formkerne 4a und 4b richten sich die Formkerne 4a und 4b und die Formelemente 8 rechtwinklig zueinander aus. Anschließend wird mittels der Beton-Zuführvorrichtung 11 Beton in die zwischen die Formelemente 8 gebildeten langgestreckten Zwischenräume gefüllt. überschüssiger Beton wird mittels einer (hier nicht gezeig- ten) Abziehvorrichtung auf den Oberseiten O Formelemente 8 abgezogen. Infolgedessen wird die auf der Oberseite O der Formelemente 8 gebildete Oberflächenkontur auf die Oberfläche O der Trägerelemente 3b übertragen.
Nach einer zweiten Verfahrensvariante ist es auch möglich, nach dem Abstützen der Armierung und der Armierungsgerüste 2 zunächst die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b über die Unterlage 1 einzufahren und anschließend darauf die Formelemente 8 abzusenken. Anschließend kann dann mittels der Beton- Zuführvorrichtung 11 Beton in die zwischen den Formelementen 8 gebildeten Zwischenräume gefüllt werden. In diesem Fall ist die Konsistenz des Betons geeignet einzustellen, damit sichergestellt ist, dass sämtliche Formhohlräume verfüllt werden .
Nach dem Vergießen und einer teilweisen Verfestigung des Betons werden die Rüttelvorrichtungen 6 in Betrieb gesetzt und die ersten 4a und die zweiten Formkerne 4b gleichzeitig in entgegengesetzte Richtungen von der Unterlage 1 horizontal weggezogen. Die in das teilweise verfestigte Beton-Deckenelement eingekoppelte Vibration wird vorteilhafterweise gleichzeitig dazu verwendet, auch die Formelemente 8 abzuheben. Auf diese Weise kann ohne eine Verformung des Beton-Deckenele- ments schnell und einfach ein Entfernen der Formkerne 4a und 4b sowie der Formelemente 8 erfolgen.
Das vorgeschlagene Verfahren ermöglicht auf schnelle und einfache Weise die Herstellung biegesteifer Beton-Deckenelemen- te . Die vorgeschlagenen Beton-Deckenelemente können ohne das Vorsehen einer Unterjochung zur Herstellung von Betondecken verwendet werden. Dabei können Spannweiten von bis zu 8,50 m überbrückt werden.
Be zugs ze i chenl i s te
1 Unterlage
2 Armierungsgerüst
3a Beton-Schalungsplatte
3b Trägerelement
4, 4a, 4b Formkern, erster Formkern, zweiter Formkern
5, 5a, 5b Schlitten, erster Schlitten, zweiter Schlitten
6 RüttelVorrichtung
7 Kette
8 Formelement
9 Trägergerüst
10 Kran
11 Beton-Zuführvorrichtung
12 Ausnehmung
13 Eintiefung
14 Wellung
15 Fortsatz
16 weitere Ausnehmung
U Unterseite
O Oberseite
A Abstand
B Breite
