KRAL, Vincent (Sielwall 3, Bremen, 28203, DE)
DRÜCKE, Dirk (Herzbergerstraße 39, Bremen, 28205, DE)
CZARNOTTA, Michael (Christian Seebade-Straße 59, Bremen, 28279, DE)
KRAL, Vincent (Sielwall 3, Bremen, 28203, DE)
DRÜCKE, Dirk (Herzbergerstraße 39, Bremen, 28205, DE)
| Patentansprüche
1. Verfahren zum Prüfen von vorzugsweise bewegten Produkten (11) mit mindestens zwei Lagen, insbesondere von mit Folie umwickelten Verpackungen, vorzugsweise Zigarettenpackungen (13), wobei mindestens eine weiter innen angeordnete Lage (14) des Produkts (11) - innere Lage - wenigstens bereichsweise mit mindestens einer, wenigstens teilweise transparenten, weiter außen angeordneten Produktlage (16) - äußere Lage - überdeckt ist, gekennzeichnet durch folgende Schritte:
a) die äußere Lage (16) des Produktes (11) wird unter einem Einfallswinkel, vorzugsweise annähernd 35°, mit vorzugsweise unpolarisiertem Licht beleuchtet, bei dem das an dieser Lage (16) reflektierte Licht mindestens zu 70%, vorzugsweise zu mindestens 90%, besonders bevorzugt zu mindestens 95 % aus linear s-polarisiertem Licht besteht,
b) der s-polarisierte Anteil des von der äußeren Lage (16) und/oder des von der inneren Lage (14) reflektierten Lichtes und/oder der p-polarisierte Anteil des von der äußeren Lage (16) und/oder der inneren Lage (14) reflektierten Lichtes werden jeweils separat mittels mindestens eines geeigneten elektrooptischen Erfassungsorgans (28, 35) - Kamera - als Bild oder Teilbild des Produkts (11 ) erfasst,
c) der erfasste s-polarisierte und/oder der erfasste p-polarisierte Lichtanteil werden ausgewertet, um Rückschlüsse auf Merkmale der äußeren Lage (16) und/oder der inneren Lage (14) ziehen zu können.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Untersuchung der inneren Lage (14) der p-polarisierte Lichtanteil des reflektierten Lichts, nämlich das p-polarisierte Bild/Teilbild des Produkts (11) ausgewertet wird.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass zur Untersuchung der äußeren Lage (16) des Produkts (11) die Auswertung das Subtrahieren eines Bildes/Teilbildes des p-polarisierten Lichtanteils von einem Bild/Teilbild des s-polarisierten Lichtanteils umfasst.
4. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erkennung von Fehlern einer oder beider Lagen (14, 16) des
Produktes (11) die p-polarisierten und/oder s-polarisierten Bilder/Teilbilder des Produktes (11) mittels geeigneter Bildbearbeitungsverfahren ausgewertet werden, insbesondere indem die Fehler durch einen Vergleich von gespeicherten Sollbildern/Sollteilbildern mit den von der Kamera (28, 35) aufgenommenen Bildern/Teilbildern des Produkts (11) erkannt werden oder indem die Fehler innerhalb der von der Kamera (28, 35) aufgenommenen Bilder/Teilbilder mittels geeigneter Mustererkennungsverfahren erkannt werden.
5. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der s- und/oder der p-polarisierte Lichtanteil aus dem reflektierten
Licht jeweils mittels geeigneter Polarisationsfilter (27, 29, 31 , 32) herausgefiltert wird.
6. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Produkte (11 ) während des Prüfvorgangs mittels eines Förderers (18) an der Kamera (28, 35) vorbei bewegt werden.
7. Verfahren gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Lage (16) Teil der Folienumhüllung (12) einer Zigarettenpackung (13) ist und die innere Lage (14) ein Teil der Zigarettenpackung (13), insbesondere eine Banderole, ein Coupon, eine Packungswandung oder dergleichen, wobei der Einfallswinkel, unter dem die äußere Lage (16) beleuchtet wird, größer ist als 85% des Brewster-Winkels der äußeren Lage (16) und kleiner als 115% des Brewster- Winkels der äußeren Lage (16), insbesondere dem Brewster-Winkel der äußeren Lage (16) annähernd entspricht.
8. Vorrichtung zur Prüfung von vorzugsweise bewegten Produkten mit mindestens zwei Lagen (14, 16), insbesondere von mit Folie umwickelten Verpackungen, vorzugsweise Zigarettenpackungen (13), wobei mindestens eine weiter innen angeordnete Lage (14) des Produkts (11) - innere Lage - wenigstens bereichsweise mit mindestens einer, wenigstens teilweise transparenten, weiter außen angeordneten Produktlage (16) - äußere Lage - überdeckt ist, wobei die Vorrichtung mindestens ein Beleuchtungsorgan (20) aufweist sowie wenigstens ein elektrooptisches Erfassungsorgan (28, 35) - Kamera -, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) das Beleuchtungsorgan (20) ist derart auf mindestens eine Seite des Produktes (1 1 ) zugerichtet, dass das von dem Beleuchtungsorgan (20) ausgesandte, vorzugsweise unpolarisierte Licht die äußere Lage (16) des Produktes (1 1 ) unter einem Einfallswinkel, vorzugsweise annähernd 35°, mit Licht beleuchtet, bei dem das an dieser Lage reflektierte Licht mindestens zu 70%, vorzugsweise zu mindestens 90%, besonders bevorzugt zu mindestens 95 % aus linear s-polari- siertem Licht besteht,
b) im Strahlweg des an der äußeren Lage (16) und/oder der inneren Lage (14) reflektierten Lichtes ist ein Polarisationsfilter (27) zum Filtern des p-polarisierten
Lichtes und/oder ein Polarisationsfilter (29) zum Filtern des s-polarisierten Lichts angeordnet,
c) die wenigstens eine Kamera (28, 35) ist derart positioniert, dass sie das s-polarisierte Licht und/oder das p-polarisierte Licht nach Durchtritt durch den oder die Polarisationsfilter (27, 29) jeweils separat als Bild oder Teilbild des Produkts erfasst.
9. Vorrichtung zur Prüfung von Produkten gemäß Anspruch 8, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Vorrichtung eine Auswerteeinheit aufweist, die die von der Kamera
(28, 35) übermittelten Bilder auswertet, insbesondere zur Erkennung von Fehlern der äußeren und/oder inneren Lage (14, 16) des Produkts (1 1 ).
10. Vorrichtung gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung mindestens zwei Kameras (28, 35) aufweist, nämlich eine erste Kamera (35) zur Erfassung des s-polarisierten Lichtanteils des reflektierten Lichts und eine zweite Kamera (28) zur Erfassung des p-polarisierten Lichtanteils des reflektierten Lichts.
11. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das von dem Produkt reflektierte Licht mittels eines Strahlteilers (26) in zwei Teilstrahlen geteilt wird, wobei die erste Kamera (35) zur Erfassung des ersten Teilstrahls in dessen Strahlgang und die zweite Kamera (28) in dem Strahlgang des zweiten Teilstrahls positioniert ist, wobei im Strahlgang des ersten Teilstrahls vor der ersten Kamera (35) ein für p-polarisiertes Licht undurchlässiger, für s-polarisiertes Licht durchlässiger Polarisationsfilter und im Strahlgang des zweiten Teilstrahls vor der zweiten Kamera ein für s-polari- siertes Licht undurchlässiger, für p-polarisiertes Licht durchlässiger Polarisationsfilter angeordnet ist.
12. Vorrichtung gemäß Anspruch 11 , dadurch gekennzeichnet, dass die Polarisationsfilter (31, 32) Teil des Strahlteilers (30) sind.
13. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 8 - 12, dadurch gekenn- zeichnet, dass die Kamera (28, 35) als Zeilenkamera ausgebildet ist mit einer einzelnen
Sensorzeile.
14. Vorrichtung gemäß einem oder mehreren der Ansprüche 8 - 13, dadurch gekennzeichnet, dass das Beleuchtungsorgan (20) derart ausgebildet und positioniert ist, dass es auf dem Produkt (11) eine streifenförmige, möglichst gleichmäßig ausgeleuchtete Beleuchtungsfläche erzeugt. |
Verfahren und Vorrichtung zum Prüfen von mit Folie umwickelten Zigarettenpackungen
Beschreibung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Prüfen von vorzugsweise bewegten Produkten mit mindestens zwei Lagen, insbesondere von mit Folie umwickelten Verpackungen, vorzugsweise Zigarettenpackungen, wobei mindestens eine weiter innen angeordnete Lage des Produkts - innere Lage - wenigstens bereichsweise mit mindestens einer, wenigstens teilweise transparenten, weiter außen angeordneten Produktlage - äußere Lage - überdeckt ist. Des Weiteren betrifft die Erfindung eine Vorrichtung zur Prüfung von derartigen Produkten.
Zigarettenpackungen werden in der Regel zum Abschluss der Herstellung mit Banderolen, Coupons oder anderen Zuschnitten versehen. Im Anschluss daran werden sie mit einer transparenten Folie umwickelt. Eine automatisierte optische Prüfung der Zigarettenpackung, insbesondere der genannten Zuschnitte, auf Fehler ist nach der Umwicklung der Packung mit Folie äußerst schwierig. Denn die optische Prüfung, etwa mittels einer Kamera, wird von Reflexionen der Folie gestört.
Auch eine automatisierte optische Prüfung der Folie selbst ist nur schwierig durchzuführen. Denn beispielsweise von Kameras aufgenommene Abbilder der Folie werden durch Abbilder der unter der Folie angeordneten Zigarettenpackung überlagert.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein automatisiertes, optisches Prüfverfahren für Produkte der eingangs genannten Art anzugeben, insbesondere von mit Folie umwickelten Zigarettenpackungen, bei dem beide Lagen der Produkte in möglichst zuverlässiger Weise geprüft werden können. Der Erfindung liegt weiterhin die Aufgabe zugrunde, eine Prüfvorrichtung anzugeben, mit der ein derartiges Verfahren durchgeführt werden kann.
Diese Aufgabe wird gelöst durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruches 1. Weiter wird die Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruches 8.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist demnach dadurch gekennzeichnet, dass die weiter außen angeordnete, für Licht mindestens teilweise transparente Lage des Produkts unter einem Einfallswinkel, vorzugsweise annähernd 35°, mit Licht beleuchtet wird, bei dem das an dieser Lage reflektierte Licht mindestens zu 70%, vorzugsweise zu mindestens 90%, besonders bevorzugt zu mindestens 95%, aus linear s-polarisiertem Licht besteht.
Dabei wird der s-polarisierte Anteil des von der weiter außen angeordneten Lage und/oder des von der weiter innen angeordneten Lage reflektierten Lichtes und/oder der p-polarisierte Anteil des von der weiter außen angeordneten Lage und/oder der weiter innen angeordneten Lage reflektierten Lichts jeweils mittels mindestens eines geeigneten elektrooptischen Erfassungsorgans bzw. eines Lichtdetektors - Kamera - als Bild oder Teilbild des Produkts erfasst.
Der erfasste s-polarisierte und/oder der erfasste p-polarisierte Lichtanteil werden dann ausgewertet, um Rückschlüsse auf Merkmale der weiter außen angeordneten Lage und/oder der weiter innen angeordneten Lage ziehen zu können, insbesondere hinsichtlich der Unversehrtheit und/oder hinsichtlich einer korrekten Positionierung der weiter außen angeordneten Lage und/oder der weiter innen angeordneten Lage.
Was die weiter innen angeordnete und die weiter außen angeordnete Lage betrifft, so können diese miteinander verbunden sein, aber auch unverbunden sein. Sie können insbesondere neben- oder aneinanderliegend mit oder ohne Abstand zueinander angeordnet sein. Wichtig ist, dass die weiter außen angeordnete Lage mindestens teilweise für sichtbares Licht transparent ist. Das Material, aus dem die weiter innen angeordnete Lage besteht, unterscheidet sich bevorzugt von dem der weiter außen angeordneten Lage. Im Folgenden wird die weiter außen angeordnete Lage kurz als äußere Lage bezeichnet, die weiter innen angeordnete Lage als innere Lage. Die äußere Lage kann dabei naturgemäß zugleich auch die äußerste Lage des Produktes sein, muss dies aber nicht.
Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, dass transparente bzw. mindestens teilweise transparente äußere Lagen von Produkten, wie in Folie eingewickelte Zigarettenpackungen, Licht, das unter dem sogenannten Brewster-Winkel eingestrahlt wird, linear polarisiert. Mit anderen Worten ist in diesem Fall das von der zu prüfenden äußeren Lage
- beispielsweise der Folie - reflektierte Licht s-polarisiert, d.h. senkrecht zur Einfallsebene des Lichtes polarisiert.
Was das Licht betrifft, mit der das Produkt beleuchtet wird, so ist dies vorzugsweise unpolarisiert. Theoretisch denkbar ist aber auch, anstelle unpolarisierten Lichtes beispielsweise zirkulär polarisiertes Licht einzustrahlen.
Wenn das Licht exakt im Brewster-Winkel - bei gängigen Folien ca. 35° - eingestrahlt wird, ist annähernd oder exakt 100% des von der äußeren Lage reflektierten Lichtes s-polarisiert. Der Teil des Lichtes dagegen, der durch die Folie hindurchtritt und entsprechend den bekannten Brechungsgesetzen gebrochen wird, trifft auf die zu prüfende innere Lage des Produktes, beispielsweise eine entsprechende Fläche der Zigarettenpackung. Dies kann die Oberfläche einer Packungswandung sein, die Banderole, ein Coupon oder dergleichen. Dort wird das Licht teilweise absorbiert, teilweise reflektiert. Das von der inneren Lage reflektierte Licht ist wenigstens überwiegend p-polarisiert, d.h. parallel zur Einfallsebene des Lichtes polarisiert.
Erfindungsgemäß werden die genannten Zusammenhänge ausgenutzt, um die äußere Lage und die innere Lage optisch voneinander zu trennen. Denn der p-polarisierte Lichtanteil aus dem gesamten, von der inneren Lage und von der äußeren Lage reflektierten Lichts, stammt wenigstens überwiegend, vorzugsweise vollständig, von der inneren Lage. Durch die Erfassung des p-polarisierten Lichtanteils aus dem gesamten reflektierten Licht können daher störende, von der mindestens teilweise transparenten äußeren Lage stammende Lichtanteile, die mindestens überwiegend, vorzugsweise voll- ständig, s-polarisiert sind, ausgeblendet werden.
Anders herum können durch die Erfassung ausschließlich s-polarisierter Lichtanteile des reflektieren Lichtes Reflexionen der inneren Lage, also der Zigarettenpackung, mindestens teilweise ausgeblendet werden. Denn die von der inneren Lage stammenden Lichtanteile sind wenigstens überwiegend p-polarisiert.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, in der die äußere Lage Teil der Folienumhüllung einer Zigarettenpackung ist und die innere Lage Teil der Zigarettenpackung, insbesondere eine Banderole, ein Coupon, eine Packungswandung oder
dergleichen, ist der Einfallswinkel, unter dem die äußere Lage beleuchtet wird, größer als 85% des Brewster-Winkels der äußeren Lage und kleiner als 115% des Brewster-Winkels der äußeren Lage.
Eine Prüfvorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens weist neben dem wenigstens einen elektrooptischen Erfassungsdrgan - Kamera - ein Beleuchtungsorgan auf. Dabei ist das Beleuchtungsorgan derart auf mindestens eine Seite des Produktes zugerichtet, dass das von dem Beleuchtungsorgan ausgesandte Licht die äußere Lage des Produktes unter einem Einfallswinkel, vorzugsweise annähernd 35°, mit Licht beleuchtet, bei dem das an dieser Lage reflektierte Licht mindestens zu 70%, vorzugsweise zu mindestens 90%, besonders bevorzugt zu mindestens 95 % aus linear s-polarisiertem Licht besteht. Im Strahlweg des an der äußeren Lage und/oder der inneren Lage reflektierten Lichtes ist ein Polarisationsfilter zum Filtern des p-polarisierten Lichtes und/oder ein Polarisationsfilter zum Filtern des s-polarisierten Lichts angeordnet. Die wenigstens eine Kamera ist derart positioniert, dass sie das s-polarisierte Licht und/oder das p-polarisierte Licht nach Durchtritt durch den oder die Polarisationsfilter jeweils separat als Bild oder Teilbild des Produkts erfasst. Vorzugsweise sind mindestens zwei Kamera vorhanden.
Weitere Besonderheiten der Erfindung ergeben sich aus den beigefügten Unteransprüchen, der nachfolgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsbeispiele sowie den beigefügten Zeichnungen. Darin zeigen:
Fig. 1 eine schematische Schnittansicht einer erfindungsgemäßen Prüfvorrichtung,
Fig. 2 eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Prüfvorrichtung in schematischer Schnittansicht, und
Fig. 3 die Prüfvorrichtung aus Fig. 2 in teilweise geschnittener Perspektivansicht.
Fig. 1 zeigt eine Prüfvorrichtung 10, mit der Produkte 11 im Rahmen eines automatisierten, im Wesentlichen optischen Verfahrens geprüft werden können. Das Produkt 11 ist eine mit einer Folie 12 umwickelte Zigarettenpackung 13. Die Folie 12 ist für sichtbares Licht im Wesentlichen transparent.
Während des Prüfvorgangs prüft die Prüfvorrichtung 10 zum einen eine weiter außen angeordnete Lage des Produktes 11 - äußere Lage -, nämlich die oberhalb der Vorderwand 15 der Zigarettenpackung 13 angeordnete Folienvorderseite 16.
Zum anderen prüft die Prüfvorrichtung 10 eine weiter innen angeordnete Lage - innere Lage - des Produktes 11 , nämlich eine an der Vorderwand 15 angeordnete Banderole 14, die naturgemäß ebenfalls von der Folie 12, nämlich von der Folienvorderseite 16, überdeckt ist.
Während des Prüfvorgangs wird das Produkt 11 , also die mit der Folie 12 umwickelte Zigarettenpackung 13, unterhalb der Prüfvorrichtung 10 an dieser vorbei bewegt. Zu diesem Zweck liegt die mit der Folie 12 umwickelte Zigarettenpackung 13 auf einem Fördertrum 17 eines nicht näher dargestellten Förderers 18 einer ebenfalls nicht darge- stellten Zigarettenverpackungsmaschine auf. Ein Mitnehmer 19 des Fördertrums 17 liegt an der Unterseite der mit der Folie 12 umwickelten Zigarettenpackung 13 an, wodurch die Packung 13 bei Bewegung des Fördertrums 17 nach links mitgeführt wird.
Die Prüfvorrichtung 10 weist ein Beleuchtungsorgan 20 auf, mit dem die Folienvorderseite 16 sowie die darunter angeordnete Banderole 14 streifenförmig mit unpolarisiertem Licht
23 beleuchtet wird. Zu diesem Zweck verfügt das Beleuchtungsorgan 20 über eine nicht näher dargestellte Lichtquelle aus einer Mehrzahl von LEDs. Naturgemäß kann auch jede andere geeignete Lichtquelle eingesetzt werden. Das von den LEDs ausgehende Licht wird durch einen Beleuchtungskörper 21 geleitet, der als optischer Diffusor für eine gleichmäßige Ausleuchtung eines beleuchteten, streifenförmigen Abschnitts 22 auf der
Folienvorderseite 16 bzw. der darunter angeordneten Banderole 14 sorgt. Dabei weist das
Austrittsende des Diffusors 21 , durch das das Licht in Richtung der Folienvorderseite 16 bzw. der Banderole 14 austritt, eine gewölbte, nämlich konkav ausgebildete Oberfläche
36 auf. Mit dieser konkaven Oberfläche 36 wird eine produktionsbedingte Krümmung bzw. Wölbung der Packung 13 um deren Längsmittelachse ausgeglichen. Mit anderen Worten werden Verzerrungen des beleuchteten Abschnittes 22 verhindert, die sich ansonsten durch die produktionsbedingte Wölbung der jeweiligen Packung 13 ergeben würden.
Das Beleuchtungsorgan 20 ist dabei derart oberhalb der Zigarettenpackung 13 angeordnet, dass der von dem Beleuchtungsorgan 20 ausgesandte Lichtstrahl 23 in einem Einfallswinkel auf die Folienvorderseite 16 trifft, bei dem das an dieser Folienvorderseite 16 reflektierte Licht 24 mindestens zu 70%, vorzugsweise zu mindestens 90%, besonders bevorzugt zu mindestens 95%, aus linear s-polarisiertem Licht besteht. Der Einfallswinkel ist dabei definiert als der Winkel zwischen einfallendem Strahl und dem Lot auf die Grenzfläche bzw. die Folienvorderseite 16. In den Fig. 1 und 2 beträgt der Einfallswinkel daher 90° - α, wobei α der Winkel zwischen einfallendem Strahl und Grenzfläche bzw. Folienvorderseite 16 ist.
Wenn das Licht 23 idealerweise exakt im bekannten Brewster-Winkel auf die Folienvorderseite 16 trifft, ist sogar das gesamte an der Folienvorderseite 16 reflektierte Licht 24 linear polarisiert, nämlich senkrecht zur Licht-Einfallsebene. Der Brewster-Winkel beträgt für gängige Folienarten, die zum Umwickeln von Zigarettenpackungen verwendet werden, ca. 35°, sodass der Winkel α in diesem Fall entsprechend 55° beträgt.
In den nachfolgenden Erläuterungen der Erfindung wird von den beschriebenen, idealen Bedingungen ausgegangen, d.h., von einer exakten Einhaltung des Brewster-Winkels, sodass das gesamte, an der Folienvorderseite 16 reflektierte Licht s-polarisiert ist. Allerdings liegt es auch im Rahmen der Erfindung von dem exakten Brewster-Winkel abzuweichen, sodass das an der Folienvorderseite 16 reflektierte Licht nur noch überwiegend s-polarisiert ist.
Der überwiegende Teil des von dem Beleuchtungsorgan 20 ausgehenden Lichtes 23 wird in der Regel nicht an der Folienvorderseite 16 reflektiert, sondern durchtritt diese, wird gegebenenfalls dabei leicht gebrochen und trifft anschließend auf die Banderole 14.
Wiederum ein Teil des auf die Banderole 14 treffenden Lichtes 23 wird dann an dieser reflektiert und verläuft anschließend als reflektierter Lichtstrahl 25 annähernd parallel zu dem an der Folienvorderseite 16 reflektierten, s-polarisierten Lichtstrahl 24. Der an der Banderole reflektierte Lichtstrahl 25 ist dabei überwiegend, aber in der Regel nicht vollständig p-polarisiert, also parallel zur Einfallsebene.
Im weiteren Strahlengang der reflektierten Lichtstrahlen 24, 25 befindet sich ein als Prisma ausgebildeter Strahlteiler 26. Dieser Strahlteiler 26 teilt jeweils die reflektierten Lichtstrahlen 24, 25 in Teilstrahlen auf.
Der reflektierte Lichtstrahl 24 wird dabei in zwei Teilstrahlen 24a und 24b aufgeteilt, wobei der Teilstrahl 24a senkrecht zu dem reflektierten Lichtstrahl 24 abgelenkt wird bzw. verläuft. Der Teilstrahl 24b durchtritt den Stahlteiler 26 dagegen unabgelenkt und geradlinig. In analoger Weise wird der reflektierte Lichtstrahl 25 in zwei Teilstrahlen 25a, 25b mit entsprechenden Verläufen aufgeteilt.
Im Strahlengang der den Strahlteiler 26 unabgelenkt und geradlinig durchlaufenden Teilstrahlen 24b, 25b findet sich im weiteren Verlauf ein Polarisationsfilter 27, der ausschließlich p-polarisiertes Licht durchlässt, s-polarisiertes Licht dagegen blockiert.
Aus diesem Grund wird ausschließlich der Lichtanteil des Teilstrahls 25b, der p-polarisiert ist, durch den Polarisationsfilter 27 durchgelassen und trifft auf eine nachgeordnet positionierte Kamera 28. Der Teilstrahl 24b dagegen, der vollständig s-polarisiert ist, wird blockiert.
In ähnlicher Weise ist im Strahlengang der beiden Teilstrahlen 24a, 25a ein Polarisationsfilter 29 angeordnet, der ausschließlich s-polarisiertes Licht durchlässt. Entsprechend durchtritt der vollständig s-polarisierte Teilstrahl 24a den Polarisationsfilter 29 zu 100% und trifft auf eine nachgeordnet positionierte Kamera 35. Der Teilstrahl 25a dagegen ist überwiegend p-polarisiert und wird daher wenigstens überwiegend blockiert.
Im Ergebnis gelingt es mit der Prüfvorrichtung 10, aus dem von der Folienvorderseite 16 und der Banderole 14 reflektierten Gesamtstrahl die einzelnen Lichtanteile 24, 25 mindestens weitestgehend voneinander zu separieren. Mit anderen Worten werden die von der Folienvorderseite 16 stammenden Lichtanteile des reflektierten Lichts getrennt von den von der Banderole 14 stammenden Lichtanteilen.
Demnach nimmt die Kamera 35 ein Bild auf, das wenigstens überwiegend ein Abbild der Folienvorderseite 16 ist, die Kamera 28 dagegen ein Bild, das wenigstens überwiegend
ein Abbild der Banderole 14 ist. Es ist auf diese Weise möglich, Folie 12 und Zigarettenpackung 13 optisch voneinander zu trennen.
Was die Kameras 28, 35 betrifft, so sind dies bevorzugt Zeilenkameras. Die hohe Arbeitsgeschwindigkeit derartiger Kameras ermöglicht die Erfassung der jeweiligen Bilder/Teilbilder auch bei hohen Geschwindigkeiten der an der Prüfvorrichtung vorbeigeförderten Zigarettenpackungen 13.
Grundsätzlich ist es aber natürlich auch denkbar, die Zigarettenpackungen 13 während des Prüfvorgangs für eine kurze Zeitdauer abzustoppen, sodass die Bilder von unbewegten Zigarettenpackungen erfasst werden.
Unabhängig davon sind die erfindungsgemäß erfassten Bilder von hervorragender Qualität und erlauben eine besonders präzise Auswertung. Insbesondere ist es möglich, Merkmale der Banderole 14 und Merkmale der Folienvorderseite 16 zeitgleich zu messen. Beispielsweise können die Banderole 14 und die Folienvorderseite 16 auf Unversehrtheit überprüft werden, auf das Vorhandensein von kleineren oder größeren Fehlstellen, von Farbabweichungen, von Lageabweichungen oder dergleichen.
Zu diesem Zweck können die aufgenommenen Bilder mit an sich bekannten, automatisierten Bearbeitungsverfahren ausgewertet werden. Dazu werden die Bilder einer geeigneten Auswerteeinrichtung übertragen, etwa einer Rechnereinrichtung mit geeigneter Bildbearbeitungssoftware. Die Software kann durch Vergleich der aufgenommenen Bilder mit Soll-Bildern und/oder durch Mustererkennungsverfahren die genannten Merkmale erfassen.
Sollte im Rahmen der Auswertung beispielsweise erkannt werden, dass die Folienvorderseite 16 und/oder die Banderole 14 schadhaft ist, wird die entsprechende Zigarettenpackung 13 im weiteren Verlauf aus dem Produktionsprozess ausgeschleust.
Insbesondere können im Rahmen der Auswertung zur Untersuchung der äußeren Lage, nämlich der Folienvorderseite 16, jeweils das von der Kamera 28 erfasste Bild/Teilbild des p-polarisierten Lichtanteils des reflektierten Lichts von dem entsprechenden, von der Kamera 35 erfassten Bild/Teilbild des s-polarisierten Lichtanteils subtrahiert werden. Auf
diese Weise ist es möglich, bei der Untersuchung der Folie störende Bildbestandteile, die von der Banderole 14 stammen, zu reduzieren. Denn wie weiter oben erwähnt, weist der von der Banderole 14 stammende Teilstrahl 25a wenigstens in geringerem Anteil s-polarisierte Lichtanteile auf, die dementsprechend den Polarisationsfilter 29 durch- strahlen können und von der Kamera 35 erfasst werden.
Mittels der geeigneten Bearbeitungssoftware können dabei beispielsweise die jeweils von der Kamera 28 bzw. von der Kamera 35 aufgenommen Bilder zunächst in überdeckung gebracht und die zu jedem Bildpixel gehörenden Parameter, insbesondere Helligkeits- werte, in der beschriebenen Weise voneinander subtrahiert werden.
Fig. 2 und Fig. 3 zeigen eine alternative Ausführungsform der Prüfvorrichtung 10.
Die Kameras 28, 35 sowie ein nachfolgend genauer beschriebener Strahlteiler 30 mit integrierten Polarisationsfiltern 31 , 32 sind innerhalb eines Gehäuses 33 angeordnet. Die reflektierten Lichtstrahlen 24, 25 treten in das Gehäuse 33 ein, indem sie zunächst ein Schutzglas 34 des Gehäuses durchtreten.
Im Strahlgang der reflektierten Strahlen 24, 25 ist im weiteren Verlauf der Strahlteiler 30 mit den Polarisationsfiltern 31 , 32 angeordnet. Der s-polarisierte Strahl 24 tritt in den
Strahlteiler 30 ein und wird dort vollständig um 90° abgelenkt. Der Strahlteiler 30 wirkt zu diesem Zweck mit den Polarisationsfiltern 31, 32 so zusammen, dass ausschließlich s-polarisiertes Licht um 90° abgelenkt wird, so dass die Kamera 35 dieses aufnehmen kann. Ausschließlich p-polarisiertes Licht 25 kann den Strahlteiler 30 unabgelenkt durchlaufen und von der Kamera 28 erfasst werden.
Es wird darauf hingewiesen, dass natürlich nicht nur die Banderole 14 der Zigarettenpackung 13 auf diese Weise zusammen mit der Folienvorderseite 16 untersucht werden kann. Vielmehr kann jegliche Seite der Folie 12 sowie jegliche Seite der Zigarettenpackung 13 mit der Prüfvorrichtung 10 untersucht werden.
Bezugszeichenliste
10 Prüfvorrichtung 35 Kamera
11 Produkt 36 konkave Oberfläche
12 Folie
13 Zigarettenpackung
14 Banderole
15 Vorderwand
16 Folienvorderseite
17 Fördertrum
18 Förderer
19 Mitnehmer
20 Beleuchtungsorgan
21 Beleuchtungskörper
22 Abschnitt
23 Lichtstrahl
24 Lichtstrahl 4a Teilstrahl
24b Teilstrahl
25 Lichtstrahl 5a Teilstrahl 5b Teilstrahl 6 Strahlteiler 7 Polarisationsfilter
28 Kamera
29 Polarisationsfilter 0 Strahlteiler
31 Polarisationsfilter
32 Polarisationsfilter 3 Gehäuse 4 Schutzglas
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