| Ansprüche Verfahren zur thermischen Überwachung für insbesondere große Lagerhallen, Müllverbrennungsanlagen, anderen Lager¬ stätten, Produktionseinrichtungen und dergleichen mittels eines Löschsystems zum Löschen eines Brandes, dadurch gekennzeichnet, dass das Löschsystem aus einer Kombination einer oder mehreren Infrarotkameras und eines oder mehre¬ ren steuerbaren Löschmonitoren in einem überwachten Raum besteht, wobei die wenigstens eine Infrarotkamera einen Brand frühzeitig detektiert und der Brandherd mittels ei¬ ner intelligenten Auswertungssoftware bereits in der Ent¬ stehungsphase lokalisiert und der Brand auf der Basis der von der wenigstens einen Infrarotkamera ermittelten Tempe¬ raturerhöhung in der Entstehungsphase gezielt mit wenigs¬ tens einem intelligent gesteuerten Löschmonitor automa¬ tisch gelöscht wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Brand durch die wenigstens eine Infrarotkamera punktu¬ ell sehr früh im Entstehungsstadium erkannt und bei einer Temperaturerhöhung des überwachten Raumes ein Löschmittel in einer definierten Menge mit dem wenigstens einen Lösch¬ monitor direkt an den Brandherd eingebracht wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerdaten für die Löschmonitore derart gewandelt werden, dass verschiedene Positionen der Infrarotkameras und der Löschmonitore durch Koordinatentransformation vom Löschsystem berücksichtigt werden, so dass dieses den ent¬ stehenden Brand auch von mehreren Seiten und verschiedenen Positionen aus löschen kann. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Löschsystem mit einer automatischen Nachführung arbei¬ tet, wobei die Infrarotkamera ein Brandnest detektiert und den Löschstrahl eines Löschmonitors in einen theoretisch errechneten Bereich in dem ein Brand erkannt wird, steuert und dieser entweder durch einen kurzen Löschmittelstoß oder einem kontinuierlichen Löschmittelstrahl den Brand löscht . 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Löschmittelstrahl des wenigstens einen Löschmonitors in Form, Menge, Wurfweite und/oder Druck verändert werden kann . 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Brand vorzugsweise durch Einkreisen von außen nach in¬ nen mit Löschmittel kontrolliert und gelöscht wird. 7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung einer Infrarotkamera, die eine sogenannte Panoramathermografie durch abscannen eines größeren Über¬ wachungsbereich erzeugt, mehrere Brände zeitgleich erfasst und gelöscht werden. 8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass beim Vorhandensein von mehreren Brand¬ herden im Überwachungsbereich das Löschsystem durch Über¬ wachungsfeldanalyse und Prioritätenvergabe entscheidet, welcher Brandherd vorrangig gelöscht wird. 9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass heiße, nicht mit dem Brand in Zusammenhang stehende Ein¬ richtungen, Gegenstände oder Personen insbesondere durch thermische Formenerkennung, Auswertung der Temperaturver¬ änderung, Temperaturgrenzen oder Ortsveränderung oder durch Differentialbilder von der Branddetektion und Brand- löschung ausgeschlossen werden. Einrichtung zur thermischen Überwachung für insbesondere große Lagerhallen, Müllverbrennungsanlagen, anderen Lager Stätten, Produkt ionseinrichtungen und dergleichen mittels eines Löschsystems zum Löschen eines Brandes, dadurch gekennzeichnet, dass das Löschsystem aus einer Kombination einer oder mehreren Infrarotkameras und eines oder mehre¬ ren steuerbaren Löschmonitoren in einem überwachten Raum besteht . |
Beschreibung
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Einrichtung zur thermischen Überwachung für insbesondere große Lagerhallen, Müllverbrennungsanlagen, anderen La ¬ gerstätten, Produktionseinrichtungen und dergleichen mit ¬ tels eines Löschsystems zum Löschen eines Brandes.
Es sind unterschiedliche Sensorsysteme bekannt, die einen Brand detektieren können. Weiterhin gibt es verschiedene Löschsysteme, mit denen Brände in Industrieanlagen oder größeren Räumen gelöscht werden. Üblicherweise wird ein Brand detektiert und eine Löschanlage eingeschaltet, die eine große Menge Löschmittel, z.B. Wasser, in den Brand- bereich hinein sprüht bzw. flutet und damit den Brand löscht. Von größter Bedeutung ist die Detektion eines Brandes. Diese erfolgt insbesondere mittels Thermodiffe- renzialmelder, Rauchgasbrandmelder, Rauchansaugsysteme, Flammenmelder, Infrarotdetektoren (Pyrometer) oder Infra- rotkameras .
Einrichtungen zur Erfassung von Wärmestrahlung, wie Pyro ¬ meter, Infrarot zeilenkameras und Infrarotkameras, die auf Grund einer Rotations- oder Translationsbewegung ein mehrfaches ihrer strahlungsempfindlichen Sensorfläche er ¬ fassen können, werden als thermische Sensoren in zahlrei- chen Industriezweigen eingesetzt, um kontinuierlich ther ¬ mische Prozesse zu überwachen. Mit der Infrarottechnolo ¬ gie lassen sich auf einfache Weise thermische Informatio ¬ nen zu Produktqualität oder Effizienz der Produktion er- fassen, die mit herkömmlichen Methoden, wie Thermoelemen ¬ ten oder Kameras, nicht oder nur unzureichend erfasst werden können.
Zur thermischen Überwachung im Rahmen des vorbeugenden Brandschutzes z.B. eines Müllbunkers mit geometrischen Abmaßen bis zu 80 m Länge, 30 m Breite und 30 m Tiefe, liefert eine feststehende Thermokamera, deren Optik so ausgelegt ist, dass mit dieser der ganze Müllbunker zeit ¬ gleich erfasst werden kann, eine geometrisch so geringe Auflösung, dass beispielsweise Brände am Rand des Bunkers eine Mindestgröße von 3 m x 3 m haben müsste, um als Brand detektiert werden zu können. Die Vorschriften des Brandschutzes setzen jedoch eine Auflösungsgröße von 0,4 m x 0,4 m voraus. Daher wäre eine starr auf den Müllbun- ker ausgerichtete Infrarotkamera für die Branddetektion nicht verwendbar.
Als Löschsysteme kommen insbesondere Sprinkleranlagen, erheblich leistungsfähigere Sprühflutanlagen und handge- steuert Löschmonitore zum Einsatz. Letztere werden auch als Löschkanonen bezeichnet. Diese arbeiten mit extrem hohem Druck und werden immer manuell mit Joystick zum Brandbereich gesteuert. Generell erfolgt eine Ausrichtung der Löschsysteme, also insbesondere der Infrarotkameras und der Löschmonitore im Brandfall immer von Hand, so dass der Brand nicht effektiv bekämpft werden kann und unnötige Löschmittelmengen verbraucht werden.
Bis auf Infrarotkameras und Infrarot-Pyrometer haben alle verwendeten Branddetektionssysteme den Nachteil, dass ein Brand bereits entstanden sein muss, bis er detektiert wird. So reagieren Flammenwächter auf Flammen, Rauchwäch ¬ ter auf sich bereits im Raum ausbreitenden Rauch und Sprinkleranlagen auf Hitze, da der Sprinkler geöffnet wird, indem eine Flüssigkeit in einem Behältnis auf eine Temperatur über z.B. 70°C ansteigen muss. Die Kombination aus Infrarotkamera und Sprinkler-/Sprühflutanlagen ist derzeit der aktuellste Stand der Technik, der eingesetzt wird. Die Funktionsweise ist bei diesen Anlagen wie folgt:
Mittels einer Infrarotkamera wird im Falle eines Brandes sektorweise ein Teilbereich einer Sprinkleranlage oder Sprühflutanlage eingeschaltet, um brennende Bereiche zu löschen. Das sektorweise Zuführen von Wasser hat den
Nachteil, dass anlagenbedingt immer größere Bereiche mit Löschmittel in Berührung kommen, als eigentlich notwen ¬ dig. In vielen Fällen wird durch des Sprinklersystems ein vorher festgelegter Bereich abgelöscht, auch wenn das ei- gentliche Feuer viel kleiner ist. Dadurch entsteht in vielen Fällen ein größerer Sachschaden durch das Löschen. Darüber hinaus erfasst eine einzelne Infrarot-Kameras we ¬ der die Tiefe noch die Entfernung eines zu detektierenden Bereiches . Ein weiterer Nachteil dieser Art der Löschung ist, dass dort, wo der eigentliche Brandherd entsteht, nicht genü ¬ gend Löschmittel eingebracht wird. Je nach Materialbe ¬ schaffenheit des Löschguts kann dies dazu führen, dass der Brand nicht im Frühstadium, sondern eigentlich zu spät gelöscht - bzw. überhaupt nicht gelöscht wird. Da ¬ durch entstehen weltweit Sachschäden in Milliardenhöhe.
Von der Kostenseite her sind Sprinkler- oder Sprühflutan- lagen sehr teuer, vor allem bei größeren Überwachungsbe ¬ reichen. Besonders die Kosten für eine Sprühflutanlage in einer großen Lagerhalle sind enorm hoch und die Anlage sehr aufwändig, da ein großer Druck und große Vorratsbe ¬ hälter für das Löschmittel benötigt werden.
Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, mit dem eine kontinuierliche Darstellung eines Infrarotbildes in Echtzeit erfolgen kann, wodurch thermische Veränderungen in einem überwach- ten Raum, wie Brandherde, besser erkannt und interpre ¬ tiert werden können, wodurch der Brand frühzeitig in der Entstehungsphase erkannt und automatisch gelöscht werden kann . Erfindungsgemäß wird die Aufgabe mittels eines Verfahrens dadurch gelöst, dass das Löschsystem aus einer Kombinati ¬ on einer oder mehreren automatisch geführten Infrarotka ¬ meras und eines oder mehreren steuerbaren Löschmonitoren in einem überwachten Raum besteht, wobei die wenigstens eine Infrarotkamera einen Brand frühzeitig detektiert und der Brandherd mittels einer intelligenten Auswertungs- Software bereits in der Entstehungsphase lokalisiert und der Brand auf der Basis der von der wenigstens einen Inf ¬ rarotkamera ermittelten Temperaturerhöhung in der Entste ¬ hungsphase gezielt mit wenigstens einem intelligent ge- steuerten Löschmonitor automatisch gelöscht wird.
Demgemäß wird der Brand durch die wenigstens eine Infra ¬ rotkamera punktuell sehr früh im Entstehungsstadium er ¬ kannt und bei einer Temperaturerhöhung des überwachten Raumes ein Löschmittel in einer definierten Menge mit dem wenigstens einen Löschmonitor direkt an den Brandherd eingebracht .
Mit der mindestens einen Infrarotkamera kann der Brand ¬ herd mittels einer intelligenten Auswertung, beispiels ¬ weise auf Softwarebasis, bereits in der Entstehungsphase lokalisiert werden, da es sich bei diesem Verfahren um eine reine Wärmedetektion handelt. Gelöscht wird der Brand in der Entstehungsphase gezielt mit einem intelli- gent gesteuerten Löschmonitor auf der Basis der von der wenigstens einen Infrarotkamera ermittelten Temperaturer ¬ höhung .
Dies hat den Vorteil, dass dieses Löschsystem mit einer geringen Menge Löschmittel den Brandherd gezielt löscht und somit ein Folgesachschaden durch das Löschen selbst sehr viel geringer ist.
Durch eine direkte Überprüfung des Löscherfolgs mittels der Infrarotkamera, kann die Löschmittelmenge des Lösch ¬ mittelstrahls automatisch an die Löschsituation angepasst werden. So kann bei einem starken Wärmeanstieg eine grö ¬ ßere Löschmittelmenge eingesetzt werden als bei einem ge ¬ ringen Wärmeanstieg.
Bei einem Löschmonitor mit der Möglichkeit einer Sprüh- feldangleichung kann die Größe des Sprühfelds abhängig von der Wärmeanstiegsgeschwindigkeit des erkannten Brand ¬ herdes konzentrierter oder großflächiger erfolgen.
Gleichzeitig kann auch die Löschmittelmenge, abhängig von dem Temperaturanstieg und der Größe des Brandfeldes gere ¬ gelt werden. Beispielsweise wird ein kleiner konzentrier ¬ ter Brandherd demnach mit einem kleinen Löschstrahl, aber einer großen Wassermenge gelöscht. Das Löschsystem, bestehend aus Infrarotkamera, steuerba ¬ rem Löschmonitor und intelligenter Auswertung kann einen wachsenden Brandherd gezielt ablöschen, indem es den Brandherd mit kleinen räumlichen Durchmesser durch Steu ¬ ern des Sprühstrahls derart löscht, dass der Sprühstrahl erst größer als der eigentliche Brandherd erfolgt, um noch nicht brennende Bereiche bereits mit Sprühmittel zu benetzen. Dadurch soll eine Ausbreitung des Brandes ver ¬ hindert werden. Eine anschließende Verkleinerung des Löschstrahldurchmessers löscht dann den eigentlichen Brand. Vorraussetzung ist hierfür die Verwendung eines geeigneten optischen Branderkennungssystems, wie eine Infrarotkamera. Alternativ kann der zu überwachende Be ¬ reich auch mit scannenden Pyrometern oder einem anderen Wärmestrahlung auswertendem System erfasst werden. Statt einen Brandherd mit einem Löschmonitor zu löschen können mehrere Löschmonitore auf den gleichen Brandherd ausgerichtet werden, um die Löschmittelmenge für die Lö ¬ schung zu erhöhen. Ebenso können mehrere Löschmonitore einen Brandherd löschen, jedoch mit sehr großen Löschmit ¬ telmengen. Darüber hinaus kann die Überwachung eines Brandherdes kann auch mit mehreren Infrarot-Systemen er ¬ folgen .
Da es bei der Überwachung von Lagerflächen in Müll ¬ verbrennungsanlagen, Bunkern, Recyclinganlagen oder ande ¬ ren Lagerstätten im täglichen Betrieb zu Verdeckungen des Sichtfeldes der Infrarotkamera kommen kann, kann die Überwachung auch durch mehrere Kameras erfolgen. Durch Auswertung der Thermobilder können verschiedene Löschmo ¬ nitore in einem Verbund derart angesteuert werden, dass diese den entstehenden Brand auch von mehreren Seiten und verschiedenen Positionen aus löschen können. Nach einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden, bei Anbringung von Löschmonitor und Infrarotkamera an verschiedenen Positionen, die Steuerdaten für die Lösch ¬ monitore derart gewandelt, dass verschiedene Positionen der Infrarotkameras und der Löschmonitore durch Koordina ¬ tentransformation vom Löschsystem berücksichtigt werden, so dass dieses den entstehenden Brand auch von mehreren Seiten und verschiedenen Positionen aus löschen kann.
Da es sich bei dem automatischen Löschsystem um einen zu überwachenden 3-dimensionalen Raum handelt, die Infrarot- kamera aber nur 2-dimensionale Thermobilder liefert, kann die dritte Dimension durch Verwendung von zwei Infrarot ¬ kameras erzeugt werden.
Des Weiteren ist vorgesehen, dass das Löschsystem mit ei- ner automatischen Nachführung arbeitet, wobei die Infra ¬ rotkamera ein Brandnest detektiert und den Löschstrahl eines Löschmonitors in einen theoretisch errechneten Be ¬ reich in dem ein Brand erkannt wird, steuert und dort entweder durch einen kurzen Löschmittelstoß oder einem kontinuierlichen Löschmittelstrahl eine Abkühlung er ¬ zeugt, die mittels Infrarotkamera lokalisiert wird und den Löschmonitor solange auf den Brandherd nachführt, bis die errechnete Loschmittelzielvorgabe erreicht ist und der Brand gelöscht wird. Statt einer 3-dimensionalen Beo- bachtung des zu überwachenden Raumes mittels zwei Kameras kann verfahrensgemäß demnach auch mit einer automatischen Nachführung gearbeitet werden. Auf diese Weise ist eine Zielnachführung mit möglichst wenig Löschmitteleinsatz möglich. Ferner kann durch das automatische Nachführen des Löschmonitors auf den Brandherd auch eine automati ¬ sche Nachlöschung erfolgen, da der Brandherd fortwährend überwacht wird.
Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens kann der Löschmittelstrahl des wenigstens einen Löschmonitors in Form, Menge, Wurfweite und/oder Druck verändert wer ¬ den .
Weiterhin kann der Brand vorzugsweise durch Einkreisen von außen nach innen mit Löschmittel kontrolliert und ge ¬ löscht werden. Statt des Einkreisens des Sprühfeldes, beispielsweise mit einer verstellbaren Löschdüse, kann der Löschmonitor auch elektronisch kreisförmig oder als Polygon um dem entstehenden Brand eingesetzt werden, um den Brand von außen nach innen zu löschen und noch nicht in Brand geratene Zonen durch Löschmittel derart beein ¬ flussen, dass diese durch den entstehenden Brandherd schwerer zu entzünden sind. Bei bestimmten schwierigen Brandarten, z.B. bei KunstStoffbränden etwa in Müll ¬ verbrennungsanlagen, bewirkt das Löschmittel, z.B. Was- ser, dass die Oberfläche sofort erstarrt, aber im Innern weiter brennt. Wenn dann kein Löschmittel mehr zugeführt wird, wird der Kunststoff wieder flüssig und brennt wei ¬ ter. Durch das Einkreisen des Brandherdes mit Löschmittel kann dies verhindert oder zumindest kontrolliert werden.
Nach einer weiteren Ausbildung der erfindungsgemäßen Lö ¬ sung werden bei Verwendung einer Infrarotkamera, die eine sogenannte Panoramathermografie durch abscannen eines größeren Überwachungsbereich erzeugt, mehrere Brände zeitgleich erfasst und gelöscht.
Beim Vorhandensein von mehreren Brandherden im Überwa ¬ chungsbereich entscheidet das Löschsystem durch Überwa ¬ chungsfeldanalyse und Prioritätenvergabe, welcher Brand- herd vorrangig gelöscht wird. Werden mehrere Löschmonito ¬ re gleichzeitig eingesetzt, können diese unabhängig von ¬ einander den zugewiesenen Bereich ablöschen.
Ein wesentliches Problem beim automatischen Löschen, ins- besondere dann, wenn ein Brand in der Entstehungsphase gelöscht werden soll, ist die eindeutige Unterscheidung ob es sich um einen entstehenden Brand oder um eine unbe ¬ denkliche Störquelle handelt.
Beispielsweise muss ein Brand eines Gegenstandes, der sich in einer tieferen Schicht eines Müllberges in einem Anlieferbereich einer Recyclinganlage befindet und daher in der Frühphase die Oberfläche des Mülls nur gering er ¬ wärmt, von einem Auspuff eines Mülllieferfahrzeugs, der schnell 200°C erreichen kann, eindeutig unterschieden werden, um Fehllöschungen und die damit verbundenen Schä ¬ den zu vermeiden.
Somit werden nach einer weiteren Ausgestaltung des erfin ¬ dungsgemäßen Verfahrens heiße, nicht mit dem Brand in Zu- sammenhang stehende Einrichtungen, Gegenstände oder Per ¬ sonen insbesondere durch thermische Formenerkennung, Aus ¬ wertung der Temperaturveränderung, Temperaturgrenzen oder Ortsveränderung oder durch Differentialbilder von der Branddetektion und Brandlöschung ausgeschlossen. Das tem- peraturorientierte System erkennt heiße, an sich nicht brennende Teile, denn ein Brand ist nie in seiner Form scharf abgegrenzt, sondern hat immer ein vulkanartiges oder flaches, aber nie ein senkrechtes Temperaturprofil. Daher löst das System bei einem solchen scharf durch Kon- turen abgrenzten Teil, wie eine Abgasanlage, nicht aus.
Nachfolgend wird auf die wesentlichen Möglichkeiten des Ausschaltens solcher Störgrößen eingegangen: 1. Thermische Formenerkennung Ein entstehender Brand hat keine klaren thermische Form ¬ grenze. Fig. 1 zeigt eine Thermografie eines entstehenden Brandes in einem Müllberg. Er verändert seine Form. Meist wächst die Größe eines entstehenden Brandes und er schwelt, d.h. die Thermografie eines Brandes verändert ständig die Temperaturhöhe, Temperaturverteilung und Form. Eine unbedenkliche Störquelle, wie z.B. ein Auspuff eines Mülllieferfahrzeugs, hat als Thermografie eine kla ¬ re Formgebung. Fig. 2 zeigt als Beispiel ein Wärmebild befüllter Flaschen mit klarer Formgebung. Eine Analyse mittels thermischer Formerkennung kann diese Art von Störquellen somit erkennen.
2. Temperaturveränderung
Die Temperatur eines Brandes in der Entstehungsphase ver ¬ ändert sich abhängig von dem brennenden Material, der Ma ¬ terialmenge und anderen Randbedingungen wie Feuchte, Sau ¬ erstoffzufuhr usw.. So kann auch bei eine geringen Tempe- ratur, aber einer schnellen Temperaturänderung eines brandgefährdeten Objekts, z.B. ein Müllberg, auf einen entstehenden Brand in einer tieferen Schicht hinweisen.
Wird ein Objekt ständig mit einer Wärmebildkamera über- wacht, kann eine Rauchentwicklung hervorgerufen durch ei ¬ nen entstehenden Brand dadurch detektiert werden, weil das überwachte Objekt, im Wärmebild ständig Temperatur ¬ veränderungen aufweist, da die Wärmestrahlung des über ¬ wachten Objekts durch ständig variierende Rauchdichten verändert wird. Das gleiche Verhalten besteht auch bei einem bereits ausgebrochenen Brand. Fig. 3 zeigt die Thermografie eines Brandes. Eine kontinuierliche Auswer ¬ tung der Thermografie hinsichtlich Zeit-
/Temperaturveränderung fallend/steigend kann hiermit ei ¬ nen Brand erkennen.
3. Ortsveränderung
Eine unbedenkliche Störquelle, z.B. Auspuff eines Liefer ¬ fahrzeugs, eine durch eine Halle laufende Person, ein heißer Antriebsmotor eines Ladekrans usw., verändert sich bei Bewegung örtlich innerhalb des mit einer Wärmebildka ¬ mera überwachten Bereichs. Die Form des Störobjekts hin ¬ gegen wird sich dabei nicht gravierend verändern. Ein Brand breitet sich ausgehend von einem oder mehreren Brandherden aus. Er wächst solange brennbares Material zur Verfügung steht. Die meisten unbedenklichen Störquel ¬ len hinterlassen mit der Ortsveränderung keine heißen Temperaturstellen und sind daher bereits durch intelli ¬ gente Bildsubtraktion zu lokalisieren. Die Auswertung der Ortsveränderung wird somit zum Separieren der Störquellen von Bränden genutzt.
4. Temperaturgrenzen Abhängig von den zu überwachenden Objekten und der örtli ¬ chen Situation muss die Temperaturschwelle ausgewertet werden. Beispielsweise wird gelagerter Hausmüll durch Gärprozesse nicht wärmer als ca. 60°. Eine Temperatur von 80° ist daher ein sicheres Zeichen für einen entstehenden Brand oder ein bestehender Brand in einer tieferen
Schicht des Müllbergs. 5. Reduzierung von Fehllöschungen durch Löschankündi ¬ gung mit Eingreifmöglichkeit Auch bei einer Kombination der Verfahren einer Störgrö ¬ ßenreduzierung kann es möglich sein, dass eine Fehllö ¬ schung ausgelöst wird. Zur Verhinderung eines Sach- oder Personenschadens wird ein erkannter Brand gemeldet, etwa durch Alarmschaltsignale, optische Meldegräte wie Blitzer und andere Meldesysteme wie Lautsprechersignalisierung . Personal im Löschbereich hat somit die Möglichkeit bei einer bevorstehenden Fehllöschung einzugreifen. Bei ¬ spielsweise kann durch einen Notausschalter das Löschmit ¬ telventil gesperrt werden.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe auch durch eine Einrich ¬ tung zur thermischen Überwachung für insbesondere große Lagerhallen, Müllverbrennungsanlagen, anderen Lagerstät ¬ ten, Produktionseinrichtungen und dergleichen mittels ei- nes Löschsystems zum Löschen eines Brandes gelöst, wobei das Löschsystem aus einer Kombination einer oder mehreren Infrarotkameras und eines oder mehreren steuerbaren
Löschmonitoren in einem überwachten Raum besteht.
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