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Patent Searching and Data


Title:
METHOD AND DEVICE FOR TRANSPORTING AN OBJECT TO AN INCOMPLETE DESTINATION ADDRESS
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2010/057820
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method and to a device for transporting an object, particularly a mail item (Ps), to an incomplete destination address. The object (Ps) is provided with at least one indication of a destination address (ZA) to which the object (Ps) is to be transported. A quantity of address components is specified. A specified address database (10) is used that comprises one computer-available data record per destination address for a quantity of possible destination addresses. Each data record in the address database (10) comprises one entry for each specified address component. At least one destination address indication on the object (Ps) is recorded. For this purpose, a screen form (1) is used that comprises one entry field for each address component. The recorded destination address indications are compared with the data records of the address database (10). Then, if exactly one data record is consistent with all recorded target address indications, transport of the object (Ps) to the destination address (ZA) of said one data record is triggered.

Inventors:
FUNCKE, Gerhard (Gabelsbergerstr. 2, Konstanz, 78467, DE)
Application Number:
EP2009/065028
Publication Date:
May 27, 2010
Filing Date:
November 12, 2009
Export Citation:
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Assignee:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Wittelsbacherplatz 2, München, 80333, DE)
FUNCKE, Gerhard (Gabelsbergerstr. 2, Konstanz, 78467, DE)
International Classes:
B07C3/00; G06Q10/00
Attorney, Agent or Firm:
SIEMENS AKTIENGESELLSCHAFT (Postfach 22 16 34, München, 80506, DE)
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Claims:
Patentansprüche

1. Verfahren zum Steuern des Transportierens eines Gegenstands (Ps) , wobei

der Gegenstand (Ps) mit mindestens einer Angabe zu einer Zieladresse (ZA) versehen ist, an die der Gegenstand zu transportieren ist,

eine Menge von Adress-Bestandteilen vorgegeben wird,

eine vorgegebene Adress-Datenbank (10) verwendet wird, die für eine Menge von möglichen Zieladressen jeweils einen rechnerverfügbaren Datensatz pro Zieladresse umfasst,

wobei jeder Datensatz in der Adress-Datenbank (10) für jeden vorgegebenen Adress-Bestandteil jeweils einen Eintrag umfasst und

das Verfahren die Schritte umfasst, dass

— mindestens eine Zieladress-Angabe auf dem Gegenstand

(Ps) erfasst wird,

— die erfassten Zieladress-Angaben mit den Datensätzen der Adress-Datenbank (10) verglichen werden und

— dann, wenn genau ein Datensatz mit allen erfassten

Zieladress-Angaben vereinbar ist, ein Transport des Gegenstands (Ps) zur Zieladresse (ZA) dieses einen Datensatzes ausgelöst wird,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Erfassung der Zieladress-Angaben die automatisch durchgeführten Schritte umfasst, dass

auf einem Bildschirmgerät (2) eines Erfassungsrechners (6) ein Bildschirm-Formular (1) angezeigt wird,

wobei das Bildschirm-Formular (1) für jeden Adress- Bestandteil jeweils ein Eingabefeld (El, E2, ...) umfasst, mindestens einmal die Abfolge durchgeführt wird, dass

— nach einer Benutzereingabe in eines der Eingabefelder

(El, E2, ...) des Bildschirm-Formulars (1) die in dieses Eingabefeld eingegebene Zeichenfolge erfasst wird und ermittelt wird, in welches Eingabefeld (El, E2, ...) diese Zeichenfolge eingegeben wurde,

— ermittelt wird, ob kein, genau ein oder mehrere Datensätze der Adress-Datenbank (10) mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, und

- geprüft wird, ob ein vorgegebenes Abbruchkriterium erfüllt ist,

wobei ein Datensatz dann mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, wenn jede in ein Eingabefeld (El, E2, ...) eingegebene Zeichenfolge in demjenigen Eintrag enthal- ten ist, den der Datensatz für denjenigen Adress-

Bestandteil aufweist, dem das Eingabefeld (El, E2, ...) entspricht,

die Abfolge erneut durchgeführt wird, wenn das Abbruchkriterium nicht erfüllt ist,

wobei das Abbruchkriterium mindestens dann erfüllt ist, wenn genau ein Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, und

dann, wenn genau ein vereinbarer Datensatz gefunden wurde, der Transport des Gegenstands (Ps) zu der Zieladresse (ZA) dieses genau einen vereinbaren Datensatzes ausgelöst wird.

2. Verfahren nach Anspruch 1,

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens einmal nach der Ermittlung, in welches Eingabe- feld (El, E2, ...) die Zeichenfolge eingegeben wurde, von denjenigen Datensätzen, die mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, alle diejenigen Einträge für den Adress-Bestandteil, der dem ermittelten Eingabefeld (El, E2, ...) entspricht, ermittelt werden,

die ermittelten Einträge auf dem Bildschirmgerät (2) angezeigt werden und dann, wenn die Auswahl eines derjenigen Einträge, die auf dem Bildschirmgerät (2) angezeigt werden, festgestellt wird,

der ausgewählte Eintrag als Zeichenfolge, die in das ermittelte Eingabefeld (El, E2, ...) eingegeben wurde, verwendet wird.

3. Verfahren nach Anspruch 2,

dadurch gekennzeichnet, dass

gezählt wird, wie viele verschiedene Einträge für denjenigen Adress-Bestandteil, der dem ermittelten Eingabefeld (El, E2, ...) entspricht, diejenigen Datensätze in der Adress-Datenbank (10), die mit allen bisherigen Benutzer- eingaben vereinbar sind, insgesamt aufweisen, und

dann, wenn die Anzahl dieser Einträge kleiner als eine vorgegebene Anzeigen-Schranke ist,

die Anzeige der ermittelten Einträge auf dem Bildschirmgerät (2) durchgeführt wird.

4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,

dadurch gekennzeichnet, dass

für mindestens ein Adress-Bestandteil gezählt wird, wie viele Einträge für diesen Adress-Bestandteil diejenigen Datensätze, die mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, insgesamt aufweisen, und

die Anzahl der Einträge auf dem Bildschirmgerät (2) angezeigt wird.

5. Verfahren nach Anspruch 4,

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens ein Datensatz für eine mögliche Zieladresse als Eintrag für mindestens einen Adress-Bestandteil

eine Kennzeichnung dafür enthält, dass die Zieladresse keinen Eintrag für diesen Adress-Bestandteil umfasst, und

bei der Zählung für diesen Adress-Bestandteil nur diejenigen unterschiedlichen Einträge gezählt werden, die un- gleich dieser Kennzeichnung sind.

6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Abfolge nach jeder Eingabe eines Zeichens in eines der Eingabefelder (El, E2, ...) erneut durchgeführt wird.

7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,

dadurch gekennzeichnet, dass

mindestens ein Datensatz für eine mögliche Zieladresse als Eintrag für mindestens einen Adress-Bestandteil

eine Kennzeichnung dafür enthält, dass die Zieladresse keinen Eintrag für diesen Adress-Bestandteil umfasst, und dieser Datensatz dann, wenn die Eingabe einer Zeichenfolge in das Eingabefeld (El, E2, ...) für diesen Adress- Bestandteil festgestellt wurde,

als nicht vereinbar mit den bisherigen Benutzereingaben gewertet wird.

8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,

dadurch gekennzeichnet, dass

jede in der Adress-Datenbank (10) enthaltene Zieladresse genau einem Sortiercode zugeordnet ist,

jeder Datensatz in der Adress-Datenbank (10) denjenigen Sortiercode umfasst, dem die Zieladresse dieses Datensatzes zugeordnet ist,

das Abbruchkriterium dann erfüllt ist, wenn alle Datensät- ze, die mit den bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, den gleichen Sortiercode umfassen und

der Transport des Gegenstands (Ps) zur Zieladresse (ZA) den Schritt umfasst, dass dieser übereinstimmende Sortiercode für den weiteren Transport des Gegenstands (Ps) zur Zieladresse (ZA) verwendet wird.

9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8,

dadurch gekennzeichnet, dass

eine Leseeinheit (LE) versucht, automatisch die Zie- ladress-Angaben zu entziffern, mit denen der Gegenstand (Ps) versehen ist, und

dann, wenn die Leseeinheit (LE) eine Zeichenfolge entziffert hat und festgestellt hat, zu welchem Adress- Bestandteil diese Zeichenfolge gehört, vor der ersten Durchführung der Abfolge die entzifferte Zeichenfolge automatisch in das Eingabefeld (El) für diesen Adress-Bestandteil eingefügt wird.

10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,

dadurch gekennzeichnet, dass

ein Abbild (Abb) des Gegenstands (Ps) erzeugt wird, welches ein Abbild der Zielpunkt-Angaben umfasst, und

das Abbild auf dem Bildschirmgerät (2) oder auf einem an- deren Bildschirmgerät (3) dargestellt wird.

11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,

dadurch gekennzeichnet, dass

dann, wenn genau ein vereinbarer Datensatz gefunden wird,

— ein Adressaufkleber mit der Zieladresse des genau einen vereinbaren Datensatzes erzeugt wird und

- der Gegenstand (Ps) mit diesem Adressaufkleber versehen wird.

12. Vorrichtung zum Steuern des Transportierens eines Gegenstands, wobei

der Gegenstand (Ps) mit mindestens einer Angabe zu einer Zieladresse (ZA) versehen ist, an die der Gegenstand (Ps) zu transportieren ist,

die Vorrichtung eine Adress-Datenbank (10) umfasst,

die Adress-Datenbank (10) für eine Menge von möglichen Zieladressen jeweils einen rechnerverfügbaren Datensatz pro Zieladresse umfasst, wobei jeder Datensatz in der Adress-Datenbank (10) für jeden vorgegebenen Adress-Bestandteil jeweils einen Eintrag umfasst, und

die Vorrichtung dazu ausgestaltet ist,

— mindestens eine Zieladress-Angabe auf dem Gegenstand (Ps) zu erfassen,

— die erfassten Zieladress-Angaben mit den Datensätzen der Adress-Datenbank (10) zu vergleichen und

— dann, wenn genau ein Datensatz mit allen erfassten Zieladress-Angaben vereinbar ist, ein Transport des Gegenstands (Ps) zur Zieladresse (ZA) dieses einen Datensatzes auszulösen,

dadurch gekennzeichnet, dass

die Vorrichtung

- einen Erfassungsrechner (6) mit einem Bildschirmgerät (2) und

— eine Auswerteeinheit (4)

umfasst,

der Erfassungsrechner (6) dazu ausgestaltet ist, — die Erfassung der Zieladress-Angaben automatisch durchzuführen und hierbei

— auf dem Bildschirmgerät (2) ein Bildschirm-Formular (1) anzuzeigen,

wobei das Bildschirm-Formular (1) für jeden Adress- Bestandteil jeweils ein Eingabefeld (El, E2, ...) umfasst, und

die Vorrichtung dazu ausgestaltet ist, mindestens einmal die Abfolge durchzuführen, dass — der Erfassungsrechner (6) nach einer Benutzereingabe in eines der Eingabefelder (El, E2, ...) des Bildschirm- Formulars (1) die eingegebene Zeichenfolge erfasst und ermittelt, in welches Eingabefeld (El, E2, ...) diese Zeichenfolge eingegeben wurde,

— die Auswerteeinheit (4) ermittelt, ob kein, genau ein oder mehrere Datensätze Adress-Datenbank (10) mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, und

— die Auswerteeinheit (4) prüft, ob ein vorgegebenes Ab- bruchkriterium erfüllt ist,

wobei ein Datensatz dann mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, wenn jede in ein Eingabefeld (El, E2, ...) eingegebene Zeichenfolge in demjenigen Eintrag enthalten ist, den der Datensatz für denjenigen Adress-Bestandteil aufweist, dem das Eingabefeld (El, E2, ...) entspricht,

die Vorrichtung dazu ausgestaltet ist, die Abfolge erneut durchzuführen, wenn das Abbruchkriterium nicht erfüllt ist,

wobei das Abbruchkriterium mindestens dann erfüllt ist, wenn genau ein Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, und

die Vorrichtung weiterhin dazu ausgestaltet ist, dann, wenn genau ein vereinbarer Datensatz gefunden wurde, den Transport des Gegenstands (Ps) zu der Zieladresse (ZA) dieses genau einen vereinbaren Datensatzes auszulösen.

Description:
Beschreibung

Verfahren und Vorrichtung zum Transportieren eines Gegenstands an eine unvollständig angegebene Zieladresse

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Transportieren eines Gegenstands, insbesondere einer Postsendung, an eine unvollständig angegebene Zieladresse.

Manchmal soll eine Postsendung transportiert werden, die mit unvollständigen Angaben zu der jeweiligen Zieladresse versehen ist. Beispielsweise kennt der Absender nicht alle Be- standteile der Zieladresse, oder ein Adress-Bestandteil lässt sich weder automatisch noch manuell entziffern, z. B. weil der Adress-Bestandteil verschmutzt ist oder von einem Briefumschlag verdeckt wird.

Eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des An- spruchs 1 und ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 12 sind aus US 2005/0137991 Al bekannt.

In US 2005/0137991 Al wird das Problem gelöst, dass eine Postsendung an eine Zustelladresse zu transportieren ist, obwohl die Zustelladresse nur teilweise zu lesen ist. Bei- spielsweise ist die Zustelladresse nur teilweise durch ein Klarsichtfenster zu lesen. Die lesbaren Adress-Bestandteile werden mit den Datensätzen in mehreren Datenbanken verglichen, nämlich mit einer Datenbank mit US-Städtenamen („USPS City/State database" - USPS bedeutet United States Postal Services"), eine Datenbank mit ZIP codes („USPS ZIP+4 databa- se") und eine Datenbank mit Zustellpunkten in den USA („USPS Delivery Point File (DPF)") . Falls genau ein übereinstimmender Datensatz gefunden wird, wird die Postsendung an die entsprechende Zustelladresse transportiert.

Das dort beschriebene Verfahren setzt „stillschweigend" voraus, dass die Adress-Bestandteile in der richtigen Reihenfolge auf der Postsendung angebracht sind.

In WO 02/41186 Al wird ein Verfahren beschrieben, um eine Adresse einer Postsendung mit Adress-Datensätzen einer Daten- bank mit gültigen Adressen zu vergleichen. Diese Adress- Datenbank umfasst eine „delivery point database 505" und eine „enhanced delivery point database 705", in denen Informationen über gültige Zustelladressen („delivery points") abge- speichert sind. Die Datenbank 705 enthält zusätzlich „delivery point identification keys" mit zusätzlichen Zustellinformationen für den „US Postal Service". Falls ein Adressat umzieht und unter einer neuen Adresse zu erreichen ist, so verknüpft ein „delivery point identification key" die abgespei- cherten Informationen über die alte Adresse mit denen über die neue Adresse, so dass ein nachsenden („forwarding" erleichtert wird.

In WO 2004/107219 Al wird ein Verfahren beschriebne, um nach einer Adresse zu suchen, z. B. nach einer E-Mail-Adresse. Hierfür wird eine Anfrage an mindestens eine Adress-Datenbank gerichtet. Welche Informationen über die gesuchte Adresse eingegeben werden, hängt davor ab, was über die gesuchte Person bekannt ist, z. B. Nachname, ZIP Code, Wohnort, Steueroder Versicherungsnummer oder auch Geburtstag und Alter. Die- se Suchkriterien werden unterschiedlich gewichtet. Die Suchergebnisse werden auf einem Bildschirmgerät angezeigt, so dass ein Benutzer diese Suchergebnisse sichten und überprüfen kann. Für die Darstellung werden Suchergebnisse gewichtet, z. B. nach Übereinstimmung mit den vorgegebenen Suchfeldern. Ein Benutzer wählt angebotene Suchergebnisse aus. Ein ausgewähltes Suchergebnis wird mit Hilfe einer weiteren Datenbank, einer „high-confidence database", verifiziert.

In EP 0890913 Al werden ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, um unter Verwendung von öffentlich zugänglichen Datenbanken eine eigene lokale Datenbank aufzubauen und mit Hilfe dieser eigenen Datenbank z. B. einen bestimmten Personenkreis mit Postsendungen zu beschicken. Einem Benutzer wird ein Bildschirmformular mit Eingabefeldern für mögliche Adress-Bestandteile angeboten. Der Benutzer wählt aus, für welche Adress-Bestandteile er Vorgaben machen möchte, und nimmt Eingaben in den entsprechenden Eingabefeldern vor. Außerdem wählt der Benutzer aus, welche Adress-Datenbanken an- gefragt werden sollen. Aus den Vorgaben des Benutzers wird jeweils eine Anfrage an jede ausgewählte öffentliche Datenbank erzeugt und übermittelt. Die Suchergebnisse werden in die lokale Datenbank importiert, um Zustellinformationen über die Postsendungen generieren zu können.

In DE 19644163 Al werden ein Verfahren und eine Vorrichtung beschrieben, um die Zustelladresse einer Postsendung zu entziffern. Zunächst wird versucht, die Zustelladresse automatisch zu entziffern, wofür eine Adress-Datenbank verwendet wird. Gelingt dies nicht, so wird ein Abbild der Postsendung auf einem Bildschirmgerät dargstellt, und ein Videocodierer gibt einen kurzen Adress-Bestandteil ein, z. B. die Postleitzahl. Versucht wird, mit dieser zusätzlichen Information die Adresse nunmehr automatisch zu entziffern (OCR retry, also ein weiterer automatischer Lesevorgang) . Führt auch der zweite Versuch nicht zu einem eindeutigen Ergebnis, so werden die dann noch möglichen Adressen auf dem Bildschirmgerät angezeigt, und ein Benutzer nimmt eine manuelle Auswahl vor.

In DE 10 2004 017 042 Al wird ein Verfahren beschrieben, um eine Postsendung trotz einer fehlerhaften Zustelladresse an den Empfänger zu liefern und hierbei Vorausverfügungen zu berücksichtigen, z. B. einen Nachsendeauftrag.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 und eine Vor- richtung mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 12 bereitzustellen, die auch dann das Erkennen der Zieladresse ermöglichen, wenn der Gegenstand mit unvollständigen Angaben zur Zieladresse versehen ist und nicht automatisch erkennbar ist, welche Adress-Bestandteile vorhanden sind.

Die Aufgabe wird durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und eine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 12 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Lösungsgemäß wird das Transportieren eines Gegenstands ge- steuert. Dieser Gegenstand ist mit mindestens einer Angabe zu einer Zieladresse versehen, an die der Gegenstand zu transportieren ist.

Eine Menge von Adress-Bestandteilen wird vorgegeben. Weiterhin wird eine vorgegebene Adress-Datenbank verwendet. Diese Adress-Datenbank umfasst für eine Menge von möglichen Zieladressen jeweils einen rechnerverfügbaren Datensatz pro Zieladresse. Jeder Datensatz in der Adress-Datenbank umfasst für jeden vorgegebenen Adress-Bestandteil jeweils einen Eintrag.

Auf einem Bildschirmgerät eines Erfassungsrechners wird ein Bildschirm-Formular angezeigt. Dieses Bildschirm-Formular umfasst für jeden Adress-Bestandteil jeweils ein Eingabefeld.

Mindestens einmal wird eine Abfolge durchgeführt, die folgende Schritte umfasst:

- Nach einer Benutzereingabe in eines der Eingabefelder des Formulars wird die in dieses Eingabefeld eingegebene Zeichenfolge erfasst. Außerdem wird ermittelt, in welches Eingabefeld diese Zeichenfolge eingegeben wurde.

- Ermittelt wird, ob kein Datensatz, genau ein Datensatz oder mehrere Datensätze mit allen bisherigen Benutzerein- gaben vereinbar sind.

- Geprüft wird, ob ein vorgegebenes Abbruchkriterium erfüllt ist.

Ein Datensatz ist dann mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar, wenn jede in ein Eingabefeld eingegebene Zeichen- folge in demjenigen Eintrag enthalten ist, den der Datensatz für denjenigen Adress-Bestandteil aufweist, dem das Eingabefeld entspricht. Das Abbruchkriterium ist mindestens dann erfüllt, wenn genau ein Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist.

Die Abfolge wird erneut durchgeführt, wenn das Abbruchkriterium nicht erfüllt ist.

In dem Fall, dass genau ein Datensatz gefunden wird, der mit allen erfassten Zieladress-Angaben vereinbar ist, wird ein Transport des Gegenstands zur Zieladresse dieses einen Datensatzes ausgelöst.

Die Erfindung spart die Notwendigkeit ein, dass bei der Dateneingabe zuerst bestimmte Adress-Bestandteile eingegeben und vervollständigt werden müssen, bevor weitere Adress- Bestandteile eingegeben und berücksichtigt werden können. Vielmehr wird es ermöglicht, diejenigen Adress-Bestandteile einzugeben, die auf der Postsendung vorhanden und entzifferbar sind. Beliebige Zeichenfolgen von Adress-Bestandteilen lassen sich in beliebiger Reihenfolge eingeben. Nach jeder

Eingabe wird geprüft, wie viele Kandidaten (vereinbare Datensätze) noch übrig bleiben. Dadurch spart die Erfindung Eingabeaufwand ein und ermöglicht es in vielen Fällen, auch bei wenigen lesbaren Adress-Bestandteilen noch die Zieladresse zu ermitteln.

Besonders flexibel lassen sich das Verfahren und die Vorrichtung verwenden, wenn die gerade spezifizierte Abfolge nach jeder Eingabe eines Zeichens in ein Eingabefeld erneut durchgeführt wird.

Das Verfahren und die Vorrichtung lassen sich beispielsweise dafür anwenden, den Transport von Postsendungen, von Gepäckstücken oder von Frachtstücken zu steuern.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbei- spiels gezeigt. Dabei zeigen:

Fig. 1 schematisch den Aufbau einer Sortieranlage mit einer Videocodierstation;

Fig. 2 eine beispielhafte Ausgestaltung des Bildschirm- Formulars auf dem Erfassungs-Bildschirmgerät;

Fig. 3 das Bildschirm-Formular von Fig. 2 nach der Eingabe der ersten beiden Buchstaben des Vornamens; Fig. 4 das Bildschirm-Formular von Fig. 3 nach der Eingabe eines weiteren Buchstabens des Vornamens;

Fig. 5 das Bildschirm-Formular von Fig. 4 nach Auswahl des Vornamens;

Fig. 6 das Bildschirm-Formular von Fig. 5 nach der Eingabe der ersten drei Buchstaben des Zielortnamens;

Fig. 7 das Bildschirm-Formular von Fig. 6 nach der Eingabe des ersten Buchstabens des Nachnamens.

Im Ausführungsbeispiel wird die Erfindung eingesetzt, um den Transport von Postsendungen zu steuern. Jede Postsendung ist mit Angaben zur Zieladresse versehen, an die die Postsendung zu transportieren ist.

Die lösungsgemäße Vorrichtung gehört zu einer Videocodierstation VCS, die mit einer Sortieranlage 9 verbunden ist. Die Postsendungen durchlaufen nacheinander die Sortieranlage. Ein Bildaufnahmegerät in Form einer Kamera 5 erzeugt ein rechner- verfügbares Abbild Abb von derjenigen Oberfläche der Postsendung Ps, welche die Angaben zur Zieladresse aufweist. Eine Leseeinheit versucht, per „Optical Character Recognition" (OCR) diese Angaben automatisch zu entziffern. Hierfür wertet die Leseeinheit das Abbild Abb aus.

Gelingt dies der Leseeinheit nicht, so wird das Abbild an der Videocodierstation VCS übermittelt. Fig. 1 zeigt schematisch den Aufbau dieser Videocodierstation VCS. Diese Videocodierstation VCS umfasst

- einen Anzeigerechner 8 mit einem ersten Bildschirmgerät 3,

— einem Erfassungsrechner 6 mit einem zweiten Bildschirmgerät 2 und einem Eingabegerät 7, z. B. einer Tastatur, und

— einer Auswerteeinheit 4. Das Abbild der Postsendung wird auf dem ersten Bildschirmgerät 3 dargestellt, wodurch auf dem Bildschirmgerät 3 des Anzeigerechners 8 eine Darstellung Dar erscheint. Ein Bearbeiter entziffert die Angaben zur Zieladresse in der Darstellung Dar des Abbilds Abb und nimmt über das Eingabegerät 7 Eingaben vor. Anhand dieser Eingaben wird die Zieladresse ermittelt.

Die Sortieranlage 9 weist eine Vielzahl von Ausgabeeinrichtungen AEl, AE2, ... auf. Die Sortieranlage 9 schleust jede Postsendung in jeweils eine dieser Ausgabeeinrichtungen AEl, AE2, ... aus. Hierfür wendet die Sortieranlage 9 einen rechnerverfügbaren Sortierplan aus, der jeder möglichen Zieladresse jeweils eine Ausgabeeinrichtung zuordnet. In welche Ausgabeeinrichtung die Sortieranlage 9 die Postsendung ausschleust, hängt also von der entzifferten Zieladresse ab.

Sowohl die Leseeinheit LE als auch die Auswerteeinheit 4 des Erfassungsrechners 6 sind mit einer zentralen Adress-Daten- bank 10 verbunden. In dieser Datenbank 10 ist für eine Menge von möglichen Zieladressen jeweils einen rechnerverfügbaren Datensatz pro Zieladresse abgespeichert. Beispielsweise sind alle möglichen Zieladressen eines Landes oder eines sonstigen Gebiets, in das ein bestimmter Transporteur Postsendungen transportiert, in der Datenbank 10 durch jeweils einen Datensatz berücksichtigt.

Vorgegeben sind verschiedene mögliche Adress-Bestandteile . Beispielsweise werden folgende Adress-Bestandteile unterschieden :

- Vorname („First Name") einer natürlichen Person als Empfänger,

— Nachname („Last Name") der natürlichen Person,

- Organisations-Name („Organization") einer juristischen Person als Empfänger,

- Straße („Street"), - Hausnummer („House Number") ,

- Flur („Floor") oder Etage oder Gebäude (z. B. „Hinterhaus") ,

- Postfach („Post Box Number"),

- Postleitzahl („Post Code") oder ZIP Code,

- Zielort („City") und

- Land („Country ID") .

Auch eine vollständige Zieladresse enthält nur einige dieser Adress-Bestandteile . Ist eine natürliche Person der Empfänger der Postsendung, so ist in der Regel der Adress-Bestandteil „Organisations-Name" nicht vorhanden. Umgekehrt weist eine juristische Person nur einen Organisations-Namen auf, aber keinen Vornamen und keinen Nachnamen. Ein großes Unternehmen ist u. U. eindeutig durch seinen Organisations-Namen und sei- ne Postleitzahl gekennzeichnet. Möglich ist aber, dass eine Postsendung an eine bestimmte natürliche Person in einer Organisation adressiert ist.

Eine Postsendung kann mit nur unvollständigen Angaben zur Zieladresse versehen sein. Beispielsweise ist eine Postkarte an „Johann K??, auf der Reichenau" adressiert. Offenbar kannte der Absender keine weiteren Adress-Bestandteile. Ein Mensch entnimmt dieser Angabe, dass der Empfänger mit Vornamen Johann heißt, sein Nachname mit K beginnt und der Empfänger auf der Insel (oder Burg) Reichenau wohnt. Jeder Datensatz in der Datenbank beschreibt eine mögliche Zieladresse. Der Datensatz enthält für jeden vorgegebenen Adress-Bestandteil jeweils einen Eintrag. In der Regel enthält jeder Datensatz für mindestens einen Adress-Bestandteil eine Kennzeichnung dafür, dass die Zieladresse keinen Eintrag für diesen Adress-Bestandteil umfasst. Beispielsweise enthält ein Datensatz für eine natürliche Person als Empfänger und somit eine Zieladresse eine Kennzeichnung dafür, dass die Zieladresse keinen Eintrag für den Adress-Bestandteil „Orga- nisations-Name" enthält. Umgekehrt enthält ein Datensatz für eine juristische Person als Empfänger und somit Zieladresse eine Kennzeichnung dafür, dass die Zieladresse keinen Eintrag für den Vornamen und keinen Eintrag für den Nachnamen ent- hält.

Jede untersuchte Postsendung durchläuft im Ausführungsbeispiel die Sortieranlage 9. In der Regel durchläuft die Postsendung danach erneut die Sortieranlage 9 oder eine andere Sortieranlage 9. Die Sortieranlage 9 sowie jede weitere Sor- tieranlage, durch welche die Postsendung läuft, verwendet einen internen Sortiercode, um die Postsendung in das richtige Ausgabefach auszuschleusen. Jedem Sortiercode ist jeweils ein Ausgabefach zugeordnet. Der Sortiercode legt den Zielpunkt fest, an den eine Postsendung zuzustellen ist, also z. B. ei- nen bestimmten Briefkasten oder ein bestimmtes Postfach. Der Sortiercode kann auch festlegen, auf welcher Route ein Briefträger diese Zieladresse erreicht und an welcher Position seiner Gangfolge diese Zieladresse liegt.

Möglich ist, dass verschiedenen Zieladressen derselbe Sor- tiercode zugeordnet ist, z. B. weil mehrere Personen eines

Haushalts sich einen Briefkasten teilen oder eine Person zusätzlich zum „bürgerlichen" Namen einen Künstlernamen verwendet. Die verschiedenen Namen gehören zu unterschiedlichen Zieladressen, aber ihnen ist derselbe Sortiercode zugeordnet. Der jeweilige Sortiercode wird in einer Ausgestaltung auf die Postsendung aufgedruckt, z. B. in Form eines Strichmusters (bar code) oder in einer für einen Briefträger lesbaren Form.

Jeder Datensatz in der Adress-Datenbank umfasst - zusätzlich zu den Adress-Bestandteilen - ein Datenfeld mit dem Sortier- code. Verschiedenen Datensätzen kann der gleiche Sortiercode zugeordnet sein.

Im Ausführungsbeispiel weist die Videocodierstation zwei Bildschirmgeräte auf. Auf dem einen Bildschirmgerät 3 wird das Abbild Abb der Postsendung Ps dargestellt. Das andere Bildschirmgerät 2 gehört zum Erfassungsrechner 6. Auf diesem Erfassungs-Bildschirmgerät 2 werden ein Bildschirm-Formular 1 sowie eine Kandidaten-Auswahlliste dargestellt. Das Bildschirm-Formular weist eine Zeile pro Adress-Bestandteil und drei Spalten auf:

- Die erste Spalte benennt den jeweiligen Adress-Bestand- teil.

- Die zweite Spalte enthält ein Eingabefeld El, E2, ... für eine Benutzereingabe zum jeweiligen Adress-Bestandteil.

- In der dritten Spalte werden Anzahlen mit den jeweils unterschiedlichen Einträgen der noch vereinbaren Datensätzen angezeigt.

Im Ausführungsbeispiel ist ein Datensatz dann bezüglich eines Adress-Bestandteils mit den bisherigen Benutzereingaben vereinbar, wenn die Zeichenfolge, die der Benutzer in das Eingabefeld für diesen Adress-Bestandteil eingegeben hat, vom Ein- trag im Datensatz für diesen Adress-Bestandteil umfasst wird oder wenn der Benutzer in dieses Eingabefeld noch gar keine Eingabe vorgenommen hat. In einer Abwandlung ist der Datensatz dann bezüglich des Adress-Bestandteils mit den bisherigen Benutzereingaben vereinbar, wenn der Eintrag mit der ein- gegebenen Zeichenfolge beginnt. Ein Datensatz ist mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar, wenn der Datensatz bezüglich aller Adress-Bestandteile mit den bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist.

Jedes Eingabefeld gehört also zu genau einem Adress-Bestand- teil. Das Bildschirm-Formular 1 wird zu jedem Zeitpunkt dazu verwendet, die Zieladress-Angaben auf jeweils einer einzigen Postsendung einzugeben.

Fig. 2 zeigt eine beispielhafte Ausgestaltung dieses Bildschirm-Formulars 1 auf dem Bildschirmgerät 2 des Erfassungs- rechners 6. In der ersten Spalte SpI („Tag Name") des Bildschirm-Formulars 1 werden die oben genannten zehn Adress- Bestandteile gezeigt. In der zweiten Spalte Sp2 („Input") wird pro Adress-Bestandteil jeweils ein Eingabefeld El, E2, ... gezeigt, insgesamt also zehn Eingabefelder. In der dritten Spalte Sp3 („Nos. of Matches") werden die Anzahlen mit den jeweils noch passenden unterschiedlichen Einträgen gezeigt.

Im Beispiel der Fig. 2 wurde noch keine Eingabe getätigt. Die Datensätze in der Adress-Datenbank 10 enthalten 2.089.135 verschiedene Vornamen, 345.123 verschiedene Nachnamen,

761.361 verschiedene Organisationsnamen und so fort. Außerdem wird in einem Kandidaten-Anzahl-Feld CL angezeigt, wie viele Datensätze Kandidaten sind, also mit allen bisherigen Eingaben vereinbar sind. Im Beispiel der Fig. 2 wurden noch keine Eingaben gemacht, daher wird im Feld CL als Anzahl die gesamte Anzahl der Datensätze angezeigt, hier also 45.286.066.

Außerdem wird in einem Sortiercodes-Anzahl-Feld SC angezeigt, wie viele unterschiedliche Sortiercodes die noch vereinbaren Datensätze aufweisen. Wie oben dargelegt, können verschiedene Datensätze denselben Sortiercode aufweisen, weswegen es mehr vereinbare Datensätze als Sortiercodes dieser vereinbaren Datensätze geben kann. Im Feld CL wird im Beispiel der Fig. 2 die Anzahl 39.186.153 angezeigt.

Außerdem enthält das Bildschirm-Formular 1 ein Kandidaten- Auswahl-Feld KAF. Nachdem ein Eingabefeld für einen Adress- Bestandteil ausgewählt wurde, werden im Kandidaten-Auswahl- Feld KAF die unterschiedlichen Einträge für diesen Adress- Bestandteil, die die vereinbaren Datensätze besitzt, angezeigt. Weil dies sehr viele verschiedene Einträge sein kön- nen, werden bevorzugt die unterschiedlichen Einträge nur dann angezeigt, wenn ihre Anzahl kleiner oder gleich einer vorgegebenen Anzahl-Schranke ist, z. B. die Anzahl maximal 11 ist.

Wiederholt wird folgende Abfolge durchgeführt:

- Ein Bearbeiter gibt mindestens ein Zeichen in eines der Eingabefelder El, E2, E3, ... ein.

- Die Auswerteeinheit 4 ermittelt alle Datensätze in der Adress-Datenbank 10, die mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind. Ein Datensatz dann mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar, wenn jede in ein Einga- befeld eingegebene Zeichenfolge in demjenigen Eintrag enthalten ist, den der Datensatz für denjenigen Adress- Bestandteil aufweist, dem das Eingabefeld entspricht.

— Falls der Benutzer eine Eingabe in ein Eingabefeld El ge- macht hat, so schließt die Auswerteeinheit 4 insbesondere alle Datensätze von der weiteren Ermittlung aus, die eine Kennzeichnung dafür enthalten, dass die Zieladresse keinen Wert für den Adress-Bestandteil El umfasst.

— Im Kandidaten-Anzahl-Feld CL wird angezeigt, wie viele vereinbare Datensätze insgesamt ermittelt wurden. Im Sortiercodes-Anzahl-Feld SC wird angezeigt, wie viele verschiedene Sortiercodes diese vereinbaren Datensätze aufweisen .

— Die Auswerteeinheit 4 zählt für jeden Adress-Bestandteil, wie viele unterschiedliche Einträge die ermittelten Datensätze, die mit den bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, für diesen Adress-Bestandteil insgesamt aufweisen. Diese Anzahlen stellt der Eingaberechner 6 in der dritten Spalte Sp3 des Bildschirm-Formulars 1 dar.

In einer Ausführungsform wird diese Abfolge jedes Mal durchgeführt, nachdem der Benutzer ein einziges Zeichen in ein Eingabefeld eingegeben hat. Diese Ausgestaltung reduziert den Eingabeaufwand, weil nach jeder Eingabe eines Zeichens angezeigt wird, welche Datensätze nunmehr noch vereinbar sind. In einer alternativen Ausführungsform gibt der Benutzer zunächst ein oder mehrere Zeichen in ein Eingabefeld ein und anschließend ein Eingabe-Abschluss-Signal (z. B. die Taste „Enter"). Danach wird die Abfolge durchgeführt.

Im Beispiel der Fig. 3 wird die Zieladresse für eine Urlaubs- Postkarte gesucht. Offenbar kannte der Absender nicht die vollständige Zieladresse des Adressaten. Daher steht auf der Postkarte nur die Angabe

Johann K??

auf der Reixxenau Die beiden „xx" deuten an, dass an dieser Stelle die Postkarte verschmutzt ist und daher mehrere Buchstaben nicht lesbar sind.

Eine Darstellung Dar des Abbilds der Postkarte wird auf dem Bildschirmgerät 3 des Anzeigerechners 8 dargestellt. Der Benutzer entscheidet sich, mit der Eingabe des Vornamens zu beginnen. Daher gibt der Benutzer zunächst die ersten beiden Buchstaben ,,Jo" des Vornamens ein, und zwar in das Eingabefeld El für den Adress-Bestandteil „Vorname" in der zweiten Spalte Sp2. Die Datensätze in der Adress-Datenbank 10 enthalten noch insgesamt 35 verschiedene Vornamen, die mit „Jo" beginnen. Die vereinbaren Datensätze weisen also 35 verschiedene Einträge im Adress-Bestandteil „Vorname" auf. Kein einziger Datensatz für eine juristische Person enthält einen mit „Jo" beginnenden Eintrag im Datenfeld für Vornamen, so dass in der dritten Spalte Sp3 die Anzahl 0 angezeigt wird. Auch weitere Anzahlen in Sp3 sind nach der Eingabe geringer. Insgesamt enthalten noch 1.286.066 Datensätze einen Eintrag im Datenfeld für den Vornamen, die mit "Jo" beginnen, und sind daher Kandidaten. Diese Anzahl wird im Kandidaten-Anzahl-Feld CL angezeigt. Die vereinbaren Datensätze umfassen im Beispiel insgesamt 1.167.848 verschiedene Sortiercodes.

Der Benutzer gibt einen weiteren Buchstaben in das Eingabefeld El ein, nämlich den Buchstaben „h" . Somit hat er die ersten drei Buchstaben „Joh" des Vornamens eingegeben. Im

Ausführungsbeispiel haben die nunmehr noch vereinbaren Datensätze (also diejenigen, bei denen der Vornahme mit „Joh" beginnt) folgende fünf unterschiedlichen Einträge für den Vornamen :

„Johannes",

„Johanna", „Johannes-Karl",

„Johanna Gisela" und

"John". Vorgegeben wird eine Anzahl-Schranke von 11. Die Anzahl der verschiedenen Einträge im Datenfeld „Vorname" der noch vereinbaren Datensätze ist jetzt kleiner als diese Anzahl- Schranke, nämlich gleich 5. Daher werden die fünf unter- schiedlichen Einträge im Kandidaten-Auswahl-Feld KAF angezeigt. Dies wird in Fig. 4 veranschaulicht. Das Kandidaten- Auswahl-Feld KAF besitzt einen Schieberegler SR, um den gezeigten Ausschnitt in horizontaler Richtung zu verschieben.

Kein vereinbarer Datensatz enthält den Vornamen „Johann". Der Benutzer wählt daher im Kandidaten-Auswahl-Feld KAF die Alternative „Johannes" aus. Diese Auswahl wird als Eingabe in das Eingabefeld El für den Vornamen verwendet. Die ausgewählte Zeichenfolge wird als vollständige Eingabe verwendet, d. h. nur noch diejenigen Datensätze sind vereinbar, die als Eintrag für den Vornamen genau die Zeichenfolge „Johannes" aufweisen und keine zusätzlichen Zeichen. Die Anzahlen der noch passenden Einträge verringern sich weiter. Dies zeigt Fig. 5. Nach dieser Eingabe verbleiben noch 26.066 Kandidaten (Zieladressen) mit insgesamt 23.934 verschiedenen Sortierco- des.

Die Anzahlen in der dritten Spalte Sp3 helfen dem Benutzer dabei, ein Eingabefeld für die nächste Eingabe auszuwählen. Durch eine Eingabe in ein Eingabefeld mit einer großen Anzahl verschiedener Einträge wird oft schnell die richtige Zielad- resse gefunden, weil nach einer Eingabe in dieses Eingabefeld die Anzahl der Kandidaten sich drastisch verkleinert. In ein Eingabefeld, neben dem als Anzahl die 0 steht, sollte er keine Eingabe vornehmen.

Der Benutzer kann aber unabhängig von diesen Anzahlen jeder- zeit in jedem Eingabefeld eine Eingabe vornehmen. Der Benutzer ist völlig frei bei der Auswahl, in welches Eingabefeld er etwas eingeben möchte. Insbesondere ist es nicht erforderlich, zunächst den Zielort, dann die Straße und dann den Namen oder die Hausnummer einzugeben.

Fig. 6 zeigt die Situation, nachdem der Benutzer zusätzlich die ersten drei Buchstaben „Rei" eingegeben hat, und zwar in das Eingabefeld E3 für den Zielort. Die weiteren Buchstaben des Zielort-Namens sind nicht lesbar. Im Ausführungsbeispiel haben die vereinbaren Datensätze (also die Datensätze für Zieladressen mit dem Vornamen „Johannes") insgesamt fünf ver- schiedene Einträge für den Zielort. Diese fünf Einträge werden im Kandidaten-Auswahl-Feld KAF angezeigt.

Der Benutzer wählt den Ortsnamen Namen „Reichenau" aus. Diese Auswahl wird als Eingabe des Zielorts verwendet und in das Eingabefeld E3 eingetragen. Nunmehr verbleiben noch sechs Kandidaten, also sechs vereinbare Datensätze. Diese Anzahl 6 wird im Kandidaten-Anzahl-Feld CL angezeigt.

Der Benutzer gibt im Eingabefeld E2 für den Adress-Bestand- teil „Nachname" den Buchstaben „K" ein. Im Ausführungsbeispiel gibt es nur einen Datensatz, der auch noch mit dieser Eingabe vereinbar ist. Dieser Datensatz enthält als Nachnamen den Eintrag „Kluge". Dieser Eintrag wird im Kandidaten- Auswahl-Feld KAF zur Auswahl angeboten. Fig. 7 zeigt das Bildschirm-Formular 1 nach der Eingabe dieses Buchstabens. Der Benutzer wählt diesen Eintrag aus, der daraufhin in das Eingabefeld E3 für den Nachnamen eingetragen wird. Dadurch bestätigt der Benutzer, dass dieser Nachname mit den Angaben auf der Postsendung Ps vereinbar ist.

In einer Ausführungsform enthält das Bildschirm-Formular 1 einen Menüpunkt „Ausfüllen". Falls ein einziger Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, so werden automatisch die Eingabefelder mit den Einträgen dieses Datensatzes ausgefüllt.

Die Zieladresse dieses einen vereinbaren Datensatzes wird als die richtige Zieladresse, an welche die Postsendung zu trans- portieren ist, verwendet. Wie in Fig. 1 zu sehen ist, übermittelt die Auswerteeinheit 4 die richtige Zieladresse ZA an die Sortieranlage 9. Die Sortieranlage 9 schleust die Postsendung Ps in diejenige Ausgabeeinrichtung AEl, AE2, ... aus, die dieser Zieladresse zugeordnet ist. In einer Ausführungsform ist das Abbruchkriterium erfüllt, wenn der Benutzer so wie gerade dargelegt bestätigt hat, dass der eine vereinbare Datensatz tatsächlich die richtige Zieladresse zeigt.

In einer alternativen Ausführungsform ist das Abbruchkriterium bereits dann erfüllt, wenn nur ein einziger Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist, ohne dass der Benutzer eine Bestätigung eingeben muss. Wird diese alternative Ausführungsform verwendet, so ist das Abbruchkrite- rium in der Situation von Fig. 7 bereits erfüllt, nachdem der Benutzer „K" in das Eingabefeld für „Nachnamen" eingegeben hat, also ohne dass der Benutzer „Kluge" auszuwählen braucht.

Wie oben dargelegt, gibt es in der Regel mehr vereinbare Datensätze als verschiedene Sortiercodes dieser vereinbaren Da- tensätze. Daher kann es passieren, dass zwar noch mehrere verschiedene Datensätze mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, jedoch alle diese vereinbaren Datensätze denselben Sortiercode aufweisen. In einer Ausführungsform ist in diesem Fall ebenfalls das Abbruchkriterium erfüllt. Die Post- sendung wird unter Verwendung des Sortiercodes zur Zieladresse transportiert.

Der Benutzer kann auch eine Benutzereingabe wieder rückgängig machen, um Eingabefehler zu korrigieren. Die Anzahl der Datensätze, die mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar sind, steigt dann wieder oder bleibt zumindest gleich.

Möglich ist, dass kein Datensatz mit allen bisherigen Benutzereingaben vereinbar ist. Dies kann an einem Eingabefehler liegen oder auch daran, dass die Angaben zur Zieladresse auf der Postsendung fehlerhaft sind. Um diese Möglichkeit zu be- rücksichtigen, weist der Erfassungsrechner 6 die Möglichkeit auf, eine Fehlermeldung einzugeben, beispielsweise durch Drücken einer bestimmten Taste („reject") oder Klick auf eine bestimmte Eingabefläche des Bildschirm-Formulars 1. Auch in diesem Fall ist das Abbruchkriterium erfüllt. In diesem Fall wird die Postsendung ausgeschleust und manuell per Handsortierung weiterverarbeitet. Häufig wird gewünscht, dass die Postsendung mit einer vollständigen Zieladresse versehen ist, die von einem Menschen, z. B. einem Briefträger, lesbar ist. Der Sortiercode ist in der Regel nur schwer lesbar. Daher wird in einer Ausführungs- form dann, wenn so wie oben bestimmt ein einziger vereinbarer Datensatz gefunden wurde und die Zieladresse ermittelt wurde, auf Knopfdruck ein Adressaufkleber generiert. Hierfür wird ein Etikett mit der ermittelten Zieladresse bedruckt. Dieser Adressaufkleber wird auf die Postsendung Ps aufgeklebt, z. B. über die Angaben zur Zieladresse, mit der die Postsendung vom Absender versehen wurde. Möglich ist, zusätzlich einen Sortiercode in einer von einem Menschen lesbaren Form aufzudrucken, beispielsweise als Hinweis an den Briefträger, der diese Postsendung austrägt.

Im Folgenden wird eine Abwandlung des obigen Beispiels erläutert. Auf der Postkarte steht im abgewandelten Beispiel

Johann K??

75?? Reixxenau

Der Benutzer gibt zunächst in das Eingabefeld für die Post- leitzahl die Zeichenfolge „75" und anschließend in das Eingabefeld für den Zielort die Zeichenfolge „Rei" ein. Daraufhin wird im Kandidaten-Anzahl-Feld CL die Anzahl 0 angegeben. Auch in der dritten Spalte Sp3 erscheinen die Werte „0". Dies bedeutet, dass kein Datensatz mit allen bisherigen Benutzer- eingaben vereinbar ist. Der Benutzer löscht daraufhin das letzte Zeichen im Eingabefeld für den Zielort, so dass dort nur die Zeichenfolge „7" steht. Nunmehr erscheint in dem Kandidaten-Auswahl-Feld KAF wiederum ein Auswahlmenü, das die Alternative „Reichenau" umfasst. Der Benutzer wählt diese Al- ternative aus. Die richtige Postleitzahl ist 78479. Der Absender hat sich also in der Postleitzahl geirrt.

Im bislang beschriebenen Ausführungsbeispiel sind die Eingabefelder El, E2, ... des Bildschirm-Formulars 1 leer, was in Fig. 2 veranschaulicht wird. In der Regel versucht aber zu- nächst eine Leseeinheit LE, automatisch per OCR die Adresse zu entziffern. Oft gelingt es der Leseeinheit LE auch dann, einzelne Zeichen zu entziffern und festzustellen, zu welchem Adress-Bestandteil diese entzifferten Zeichen gehören, wenn die komplette Zieladresse sich nicht entziffern lässt. In ei- ner Abwandlung werden diese entzifferten Zeichen in das jeweilige Eingabefeld für den Adress-Bestandteil eingetragen. Beispielsweise entziffert die Leseeinheit LE im obigen Beispiel automatisch die Zeichenfolge „Joh" und stellt fest, dass diese Zeichenfolge zum Vornamen des Adressaten gehört. Dann wird diese Zeichenfolge in das Eingabefeld El für den

Vornamen eingetragen. Der Benutzer beginnt die manuelle Eingabe dann in der Situation, die in Fig. 4 gezeigt wird. Der Benutzer kann eine eingefügte Zeichenfolge ganz oder teilweise löschen, wenn er feststellt, dass die Leseeinheit LE die Zeichenfolge falsch entziffert hat.

Vorzugsweise lässt sich das Bildschirm-Formular 1 konfigurieren. Folgende Parameter lassen sich verändern:

— für welche Adress-Bestandteile Eingabefelder im Bildschirm-Formular 1 gezeigt werden - damit lässt sich die Eingabevorrichtung an unterschiedliche Adress-Datenbanken und somit an unterschiedliche Adresssysteme in verschiedenen Ländern anpassen.

— die Anzahl-Schranke: Falls genauso viele oder weniger Einträge als diese Anzahl-Schranke zu den bisherigen Benut- zereinträgen passen, so wird in dem Kandidaten-Auswahl- Feld KAF eine Auswahlliste angezeigt,

— welche Anzeigefelder und Schaltknöpfe das Bildschirm- Formular 1 weiterhin aufweisen soll.

Im Ausführungsbeispiel wird ein Abbild Abb von derjenigen Oberfläche der Postsendung Ps erzeugt, welche die Zieladresse ZA zeigt. Möglich ist auch, dass der Benutzer stattdessen die Postsendung selber und nicht das Abbild nach der Zieladresse absucht. Diese alternative Ausführungsform wird beispielsweise dann angewendet, wenn die Postsendung zu groß ist, um von einer Sortieranlage so wie oben beschrieben verarbeitet zu werden, beispielsweise ein Paket oder eine Rolle ist oder aber die Postendung beschädigt ist.

In dieser alternativen Ausführungsform wird kein Anzeigerechner 8 mit dem Bildschirmgerät 3 benötigt. Wiederum wird zunächst versucht, die Zieladresse automatisch zu entziffern. Gelingt diese Entzifferung nicht, so liest ein Bearbeiter die Angaben zur Zieladresse auf der Postsendung und füllt so wie oben beschrieben Eingabefelder des Bildschirm-Formulars 1 aus .

Bezugszeichenliste