GROH, Jens (Oberhofer Platz 4, München, D-80807, DE)
| PATENT ANSPRÜCHE 1. Verfahren zum Abmischen von Mikrofonsignalen einer Tonaufnahme mit mehreren Mikrofonen (Multimikrofon-Tonaufnahmen), wobei eine Mehrwegeausbreitung von Schallanteilen gegeben ist, bei dem ein erstes Mikrofonsignal (100) und ein zweites Mikrofonsignal (101) jeweils einer Bildung von Blöcken von Abtastwerten und einer Fourier-Transformation unterzogen werden, wobei die Spektralwerte (300, 301) des jeweiligen Mikrofonsignals (100, 101) gebildet werden, die Spektralwerte (300) des ersten Mikrofonsignals (100) auf die Spektralwerte (301) des zweiten Mikrofonsignals (101) in einer ersten Summierungsstufe (310) unter Bildung von Spektralwerten (311) eines ersten Summensignals verteilt werden, wobei eine dynamische Korrektur der Spektralwerte (300, 301) eines der beiden Mikrofonsignale (100, 101) erfolgt, aus den Spektralwerten (311) des ersten Summensignals Spektralwerte (399) eines Ergebnissignals gebildet werden, und - die Spektralwerte (399) des Ergebnissignals einer inversen Fourier-Transformation und einer Zusammenführung von Blöcken von Abtastwerten unterzogen werden, wobei das Ergebnissignal (199) gebildet wird, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der Spektralwerte (311) des ersten Summensignals von den Spektralwerten (300) des ersten Mikrofonsignals (100) und den Spektralwerten (301) des zweiten Mikrofonsignals (101) die Spektralwerte (300, 301) eines der beiden Signale ausgewählt werden, werden, welches gegenüber dem anderen Signal zu priorisieren ist, dass die Spektralwerte (A(k)) des zu priorisierenden Signals mit jeweils zugehörigen Korrekturfaktoren m(k) multipliziert werden, und dass die Spektralwerte (B(k)) des nicht zu priorisierenden Signals und die korrigierten Spektralwerte m(k) · A(k) des zu priorisierenden Signals unter Bildung von Spektralwerten eines Ergebnissignals (399) addiert werden. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrekturfaktoren m(k) folgendermaßen berechnet werden: eA(k) = Real(A(k)) · Real(A(k)) + Imag(A(k)) · Imag(A(k)) x(k) = Real(A(k)) · Real(B(k)) + Imag(A(k)) · Imag(B(k)) w(k) = D · x(k)/eA(k) m(k) = (w(k) 2 + l) iV2) - w(k) oder folgendermaßen berechnet werden: eA(k) = Real(A(k)) · Real(A(k)) + Imag(A(k)) · Imag(A(k)) eB(k) = Real(B(k)) · Real(B(k)) + Imag(B(k)) · Imag(B(k)) x(k) = Real(A(k)) · Real(B(k)) + Imag(A(k)) · Imag(B(k)) w(k) = D · x(k)/(eA(k) + L · eB(k)) m(k) = (w(k) 2 + l) iV2) - w(k) und m(k) der k -te Korrekturfaktor und A(k) der k -te Spektralwert des zu priorisierenden Signals und B(k) der k -te Spektralwert des nicht zu priorisierenden Signals und D der Grad der Kompensation und L der Grad der Begrenzung der Kompensation bedeuten. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Summierungsstufe (310) um eine Anzahl N von weiteren Summierungsstufen (410) erweitert wird, dass jeweils in der n+1 -ten Summierungsstufe (410) ein n+2 -tes Mikrofonsignal (201) einer Bildung von Blöcken von Abtastwerten und einer Fourier-Transformation unterzogen wird, wobei die Spektralwerte (401) des n+2 -ten Mikrofonsignals (201) gebildet werden, dass jeweils in der n+1 -ten Summierungsstufe (410) die Spektralwerte (400) des n -ten Summensignals auf die Spektralwerte (401) des n+2 -ten Mikrofonsignals (201) unter Bildung der Spektralwerte (411) eines n+1 -ten Summensignals verteilt werden, wobei eine dynamische Korrektur entweder der Spektralwerte (400) des n -ten Summensignals oder der Spektralwerte (401) des n+2 - ten Mikrofonsignals (201) erfolgt, dass jeweils in der n+1 -ten Summierungsstufe (410) von den Spektralwerten (400) des n-ten Summensignals und den Spektralwerten (401) - Il des n+2 -ten Mikrofonsignals (201) die Spektralwerte (400, 401) eines der beiden Signale ausgewählt werden, welches gegenüber dem anderen der beiden Signale zu priorisieren ist, wobei n = [1 ... N] die laufende Nummer der Summierungsstufe und N die Anzahl der erweiternden Summierungsstufen bedeuten. 4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Grad D der Kompensation ein Zahlenwert ist, der bestimmt, in welchem Maße die durch Kammfiltereffekte verursachten Klangveränderungen ausgeglichen werden, wobei der Wert von D je nach den gestalterischen Anforderungen und der gewünschten klanglichen Wirkung gewählt wird. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Wert für den Grad D im Bereich von 0 bis 1 liegt, wobei für D=0 der Klang genau dem der konventionellen Abmischung entspricht und für D=l sich eine vollständige Entfernung der Kammfilterwirkung ergibt. 6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Grad L der Begrenzung der Kompensation ein Zahlenwert ist, der bestimmt, in welchem Maße die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von störend wahrnehmbaren Nebengeräuschen verringert wird, wobei diese Wahrscheinlichkeit gegeben ist, wenn die Amplitude des zu priorisierenden Mikrofonsignals gegenüber der des nicht zu priorisierenden Mikrofonsignals gering ist. 7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Grad L der Begrenzung der Kompensation größer oder gleich Null ist, wobei für L=0 sich keine Verringerung der Wahrscheinlichkeit der störenden Nebengeräusche ergibt und der Grad L so gewählt wird, dass erfahrungsgemäß gerade keine Nebengeräusche mehr wahrgenommen werden. 8. Verfahren nach Anspruch 2, 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Grad L der Begrenzung der Kompensation in der Größenordnung von 0,5 liegt. |
BESCHREIBUNG
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Ein derartiges Verfahren ist aus der WO 2004/084 185 AI bekannt. Um bei der Herstellung von Tonaufnahmen für Musikkonserven, Filme, Rundfunksendungen, Schallarchive, Computerspiele, Multimedia-Präsentationen oder Internet-Präsenzen eine ausgedehnte akustische Szenerie zu erfassen, ist es bekannt ("Handbuch der Tonstudiotechnik" von Michael Dickreiter et al, ISBN 978- 3598117657, Seiten 211-212, 230-235, 265-266, 439, 479), mehrere Mikrofone anstelle nur eines einzelnen Mikrofons zu verwenden. Hierfür wird allgemein der Ausdruck "Multimikrofon-Tonaufnahme" gebraucht. Eine ausgedehnte akustische Szenerie kann zum Beispiel ein Konzertsaal mit einem Orchester aus einer Vielzahl von Musikinstrumenten sein. Für die Erfassung der klanglichen Details nimmt man hier jedes einzelne Musikinstrument mit jeweils einem einzelnen, nahe positionierten Mikrofon auf und positioniert zusätzlich für die Erfassung des akustischen Gesamtbildes einschließlich des Nachhalls im Konzertsaal und der Publikumsgeräusche (insbesondere Beifall) weitere Mikrofone in größerer Entfernung.
Ein anderes Beispiel für eine ausgedehnte akustische Szenerie ist ein aus mehreren Schlaginstrumenten bestehendes Schlagzeug, das im Tonstudio aufgenommen wird. Bei der "Multimikrofon-Tonaufnahme" wird in diesem Falle vor den einzelnen Schlaginstrumenten jeweils ein Mikrofon nahe positioniert und es wird ein zusätzliches Mikrofon oberhalb des Schlagzeugers angebracht.
Derartige Multimikrofon-Tonaufnahmen ermöglichen es, dass möglichst viele akustische und klangliche Eigenschaften sowohl der Details als auch des Gesamtbildes der Szenerie in hoher Qualität erfasst und ästhetisch befriedigend gestaltbar gemacht werden. Jedes Mikrofonsignal der Vielzahl von Mikrofonen wird in der Regel als Vielspuraufnahme aufgezeichnet. Bei der nachfolgenden Abmischung der Mikrofonsignale erfolgt die weitere gestalterische Arbeit. In Sonderfällen kann auch unmittelbar "live" abgemischt und nur das Ergebnis der Abmischung aufgezeichnet werden. Die gestalterischen Ziele der Abmischung sind in der Regel ein ausgewogenes Verhältnis der Lautstärken aller Schallquellen, ein natürlicher Klang und ein wirklichkeitsnaher räumlicher Eindruck des akustischen Gesamtbildes.
Bei der herkömmliche Abmischungstechnik in einem Tonmischpult oder in der Mischfunktion von digitalen Tonschnittsystemen erfolgt eine Summierung der zugeführten Mikrofonsignale, ausgeführt von einem Summierer ("Bus"), der eine technische Realisierung einer gewöhnlichen mathematischen Addition ist. In Figur 1 ist beispielhaft eine einzelne Summation im Signalweg eines herkömmlichen Tonmischpults oder digitalen Tonschnittsystems dargestellt. Eine Hintereinanderschaltung von Summationen im Summierer ("Bus") im Signalweg eines herkömmlichen Tonmischpults oder digitalen Tonschnittsystems ist in Figur 2 beispielhaft veranschaulicht. In den Figuren 1 und 2 bedeuten die Bezugszeichen
100 ein erstes Mikrofonsignal
101 ein zweites Mikro fonsignal
110 eine auf Addition basierende Summierungsstufe
111 ein Summensignal
199 ein Ergebnissignal
200 ein n -tes Summensignal
201 ein n+2 -tes Mikrofonsignal
210 eine n+1 -te, auf Addition basierende Summierungsstufe
211 ein n+1 -tes Summensignal
Bei Multimikrofon-Tonaufnahmen enthalten infolge der unvermeidlichen Mehrwegeausbreitung des Schalls mindestens zwei Mikrofonsignale Schallanteile, die vom Schall ein und derselben Schallquelle herrühren. Da diese Schallanteile infolge der unterschiedlichen Schallwege mit unterschiedlicher Laufzeit an den Mikrofonen eintreffen, entstehen bei herkömmlicher Abmischungstechnik im Summierer Kammfiltereffekte, die als Klangveränderungen hörbar sind und der angestrebten Natürlichkeit des Klanges zuwiderlaufen. Bei herkömmlicher Abmischungstechnik können derartige Klangveränderungen infolge von Kammfiltereffekten durch eine einstellbare Verstärkung und gegebenenfalls eine einstellbare Verzögerung der aufgezeichneten Mikrofonsignale verringert werden. Eine solche Verringerung ist indessen nur in eingeschränktem Maße möglich, wenn eine Mehrwege- Schallausbreitung von mehr als nur einer einzigen Schallquelle vorliegt. In jedem Falle ist aber ein erheblicher Einstellaufwand am Mischpult bzw. digitalen Tonschnittsystem für das Auffinden des besten Kompromisses erforderlich.
In der älteren DE 10 2008 056 704 ist eine Abwärtsmischung (sogenanntes "Downmixing") für die Erzeugung eines zweikanaligen Tonformates aus einem mehrkanaligen (z.B. fünfkanaligen) Tonformat beschrieben, mit dem Phantomschallquellen abgebildet werden. Hierbei werden jeweils zwei Eingangssignale summiert, wobei eine Gewichtung der spektralen Koeffizienten eines der beiden zu summierenden Eingangssignale mit einem Korrekturfaktor erfolgt; dasjenige Eingangssignal, welches mit dem Korrekturfaktor gewichtet wird, ist gegenüber dem anderen Eingangssignal priorisiert. Die in der DE 10 2008 056 704 beschriebene Bestimmung des Korrekturfaktors führt jedoch dazu, dass in Fällen, wo die Amplitude des priorisierten Signals gegenüber der des nicht-priorisierten Signals gering ist, störende Nebengeräusche hörbar werden können. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von solchen Störungen ist zwar gering, aber nicht beeinflussbar.
Aus der WO 2004/084 185 AI ist es bei einem Verfahren zum Abmischen von Mikrofonsignalen einer Tonaufnahme mit mehren Mikrofonen bekannt, von einem ersten Mikrofonsignal und einem zweiten Mikrofonsignal jeweils die Spektralwerte überlappender Zeitfenster von Abtastwerten zu bilden. Die Spektralwerte des ersten Mikrofonsignals werden auf die Spektralwerte des zweiten Mikrofonsignals in einer ersten Summierungsstufe unter Bildung von Spektralwerten eines ersten Summensignals verteilt, wobei eine dynamische Korrektur der Spektralwerte eines der beiden Mikrofonsignale erfolgt. Aus den Spektralwerten des ersten Summensignals werden Spektralwerte eines Ergebnissignals gebildet, die einer inversen Fourier- Transformation und Blockzusammenführung unterworfen werden. Für jeden Block von Abtastwerten können auf diese Weise individuelle Korrekturfaktoren bestimmt werden. Die dynamische Korrektur durch eine signalabhängige Gewichtung spektraler Koeffizienten anstelle einer gewöhnlichen Addition vermindert unerwünschte Kammfiltereffekte bei der Multimikrofon-Tonabmischung, die in den Summiergliedern des Tonmischpultes oder Tonschnittsystems durch gewöhnliche Additionen entstehen. Indessen sind auch bei diesem Verfahren störende Nebengeräusche hörbar, falls die Amplitude des priorisierten Signals gegenüber der des nicht-priorisierten Signals gering ist.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die beim Abmischen von Multimikrofon- Tonaufnahmen infolge einer Mehrwegeausbreitung von Schallanteilen entstehenden Klangveränderungen weitgehend zu kompensieren.
Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den Merkmalen des Patentanspruchs 1.
Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind in den Unteransprüchen angegeben.
Die Erfindung wird anhand der in den Figuren 3 bis 6 gezeigten Ausführungsbeispiele erläutert. Es zeigt
Figur 3 ein generelles Blockschaltbild einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens;
Figur 4 ein ähnliches Blockschaltbild wie in Fig. 3, jedoch mit dem Unterschied, dass die erste Summierungsstufe um eine Anzahl von weiteren Summierungsstufen erweitert ist;
Figur 5 ein Blockschaltbild einer in den Figuren 3 und 4 vorgesehenen ersten Summierungsstufe, und
Figur 6 ein Blockschaltbild einer in Figur 4 vorgesehenen weiteren Summierungsstufe. In den Figuren 3 bis 6 haben die Bezugszeichen folgende Bedeutungen:
100 ein erstes Mikrofonsignal
101 ein zweites Mikrofonsignal
199 ein Ergebnissignal
201 ein n+2 -tes Mikrofonsignal
300 Spektralwerte des ersten Mikrofonsignals
301 Spektralwerte des zweiten Mikrofonsignals
310 eine erste Summierungsstufe
311 Spektralwerte eines ersten Summensignals
320 eine Blockbildungs- und Spektraltransformationseinheit
330 eine inverse Spektraltransformations- und Blockzusammen-führungseinheit 399 Spektralwerte eines Ergebnissignals
400 Spektralwerte eines n -ten Summensignals
401 Spektralwerte eines n+2 -ten Mikrofonsignals
410 eine n+1 -te Summierungsstufe 411 Spektralwerte eines n+1 -ten Summensignals
500 Zuordnungseinheit
501 Spektralwerte A(k) des zu priorisierenden Signals
502 Spektralwerte B(k) des nicht zu priorisierenden Signals
510 Berechnungseinheit für Korrekturfaktorwerte
511 Korrekturfaktorwerte m(k)
520 Multiplizierer- Addierer-Einheit
700 eine n -te Baugruppe bestehend aus der Einheit 320 und der n+1 -ten Summierungsstufe 410.
Figur 3 zeigt ein generelles Blockschaltbild einer Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens. Ein erstes Mikrofonsignal 100 und ein zweites Mikrofonsignal 101 werden je einer zugeordneten Blockbildungs- und Spektraltransformationseinheit 320 zugeführt. In den Einheiten 320 werden die zugeführten Mikrofonsignale 100 und 101 zunächst in Blöcke von zeitlich überlappenden Signalabschnitten unterteilt, worauf die gebildeten Blöcke einer Fourier- Transformation unterzogen werden. Hieraus ergeben sich die Spektralwerte 300 des ersten Mikrofonsignals 100 beziehungsweise die Spektralwerte 301 des zweiten Mikrofonsignals 101 an den Ausgängen der Blöcke 320. Die Spektralwerte 300 und 301 werden anschließend einer ersten Summierungsstufe 310 zugeführt, welche aus den Spektralwerten 300 und 301 die Spektralwerte 311 eines ersten Summensignals erzeugt. Die Spektralwerte 311 bilden zugleich die Spektralwerte 399 eines Ergebnissignals, welche in einer Einheit 330 zuerst einer inversen Fourier-Transformation unterzogen werden. Die so gebildeten inversen Spektralwerte werden anschließend zu Blöcken zusammengeführt werden. Die daraus entstandenen Blöcke von zeitlich überlappenden Signalabschnitten werden zu dem Ergebnissignal 199 akkumuliert.
Das in Figur 4 veranschaulichte Blockschaltbild ist ähnlich aufgebaut wie das Blockschaltbild in Figur 3, jedoch mit dem wesentlichen Unterschied, dass die Spektralwerte 399 nicht zugleich die Spektralwerte 311 darstellen. Vielmehr ist in Fig. 4 zwischen den Spektralwerten 311 und den Spektralwerten 399 eine Hintereinanderschaltung von einer oder mehreren gleichen Baugruppen 700 aus je einer Blockbildungs- und Spektraltransformationseinheit 320 und einer n+1 -ten Summierungsstufe 410 eingefügt. Von der Baugruppe 700 ist in Fig. 4 zur Vereinfachung nur eine einzige Baugruppe 700 im Blockschaltbild dargestellt, die nachfolgend beschrieben wird, wobei der Zählindex n der fortlaufenden Nummerierung dient. Die erwähnte Hintereinanderschaltung von Baugruppen 700 ist so zu verstehen, dass am Anfang der Hintereinanderschaltung die Spektralwerte 400 zugleich die Spektralwerte des ersten Summensignals 311 bilden und am Ende der Hintereinanderschaltung die Spektralwerte 411 zugleich die Spektralwerte des Ergebnissignals 399 bilden. Bei allen anderen Abschnitten der Hintereinanderschaltung bilden die Spektralwerte 411 einer Summierungsstufe 410 zugleich die Spektralwerte 400 der nachfolgenden Summierungsstufe 410. Jeder Blockbildungs- und Spektraltransformationseinheit 320 einer Baugruppe 700 der Hintereinanderschaltung wird ein n+2 -tes Mikrofonsignal 201 zugeführt, in der es in Blöcke von zeitlich überlappenden Signalabschnitten unterteilt wird. Die gebildeten Blöcke von zeitlich überlappenden Signalabschnitten werden Fourier-transformiert, woraus sich die Spektralwerte 401 des n+2 -ten Mikrofonsignals ergeben. Die Spektralwerte 400 des n - ten Summensignals und die Spektralwerte 401 des n+2 -ten Mikrofonsignals werden dann der n+1 -ten Summierungsstufe 410 zugeführt, welche aus ihnen die Spektralwerte 411 des n+1 -ten Summensignals erzeugt.
Figur 5 stellt die Details der ersten Summierungsstufe 310 dar. In der Summierungsstufe 310 werden die Spektralwerte 300 des ersten Mikrofonsignals 100 und die Spektralwerte 301 des zweiten Mikrofonsignals 101 einer Zuordnungseinheit
500 zugeführt, in der je nach getroffener Wahl des Herstellers oder eines Benutzers eine Priorisierung der Ausgangssignale 501, 502 der Einheit 500 erfolgt. Zwei alternative Zuordnungen sind möglich: Bei Priorisierung des Ausgangssignals 501 werden die Spektralwerte A(k) des zu priorisierenden Signals 501 den Spektralwerten 301 und die Spektralwerte B(k) des nicht zu priorisierenden Signals 502 den Spektralwerten 300 zugeordnet. Alternativ werden die Spektralwerte A(k) des zu priorisierenden Signals
501 den Spektralwerten 300 und die Spektralwerte B(k) des nicht zu priorisierenden Signals 502 den Spektralwerten 301 zugeordnet. Die Wahl der Priorisierungszuordnung bestimmt den räumlichen Eindruck des akustischen Gesamtbildes und wird entsprechend den gestalterischen Anforderungen getroffen. Eine typische Möglichkeit ist, die Signale derjenigen Mikrofone, die zur Erfassung des akustischen Gesamtbildes bestimmt sind (so genannte Hauptmikrofone) beziehungsweise die erfindungsgemäß gebildeten Summensignale dem priorisierten Signalweg zuzuordnen und die Signale derjenigen Mikrofone, die nahe an den Schallquellen positioniert sind (so genannte Stützmikrofone) dem nicht priorisierten Signalweg zuzuordnen. Die zugeordneten Spektralwerte A(k) des zu priorisierenden Signals 501 und Spektralwerte B(k) des nicht zu priorisierenden Signals 502 werden dann einer Berechnungseinheit 510 für Korrekturfaktorwerte m(k) zugeführt, welche aus den Spektralwerten A(k) und B(k) die Korrekturfaktorwerte m(k) als Ausgangssignal 51 1 wie folgt berechnet: Entweder wird der Korrekturfaktor m(k) wie folgt berechnet:
eA(k) = Real(A(k)) · Real(A(k)) + Imag(A(k)) · Imag(A(k))
x(k) = Real(A(k)) · Real(B(k)) + Imag(A(k)) · Imag(B(k))
w(k) = D · x(k)/eA(k)
m(k) = (w(k) 2 + l) iV2) - w(k)
oder der Korrekturfaktor m(k) wird wie folgt berechnet:
eA(k) = Real(A(k)) · Real(A(k)) + Imag(A(k)) · Imag(A(k))
eB(k) = Real(B(k)) · Real(B(k)) + Imag(B(k)) · Imag(B(k))
x(k) = Real(A(k)) · Real(B(k)) + Imag(A(k)) · Imag(B(k))
w(k) = D · x(k)/(eA(k) + L · eB(k))
m(k) = (w(k) 2 + l) iV2) - w(k)
wobei
m(k) der k -te Korrekturfaktor
A(k) der k -te Spektralwert des zu priorisierenden Signals
B(k) der k -te Spektralwert des nicht zu priorisierenden Signals
D der Grad der Kompensation
L der Grad der Begrenzung der Kompensation
bedeuten.
Der Grad D der Kompensation ist ein Zahlenwert, der bestimmt, in welchem Maße die durch Kammfiltereffekte verursachten Klangveränderungen ausgeglichen werden. Er wird je nach den gestalterischen Anforderungen und der gewünschten klanglichen Wirkung gewählt und liegt vorteilhafterweise im Bereich von 0 bis 1. Ist D=0, so entspricht der Klang genau dem der konventionellen Abmischung. Ist D=l , so ergibt sich eine vollständige Entfernung der Kammfilterwirkung. Werte für D zwischen 0 und 1 ergeben entsprechend eine klangliche Wirkung zwischen derjenigen bei D=0 und derjenigen bei D=l .
Der Grad L der Begrenzung der Kompensation ist ein Zahlenwert, der bestimmt, in welchem Maße die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von störend wahrnehmbaren Nebengeräuschen verringert wird. Diese Wahrscheinlichkeit ist gegeben, wenn die Amplitude des zu priorisierenden Mikrofonsignals gegenüber der des nicht zu priorisierenden Mikrofonsignals gering ist. Es gilt L>=0. Ist L=0, so ergibt sich keine Verringerung der Wahrscheinlichkeit der störenden Nebengeräusche. Der Grad L wird so gewählt, dass erfahrungsgemäß gerade keine Nebengeräusche mehr wahrgenommen werden. Typischerweise liegt der Grad L in der Größenordnung von 0,5. Je größer der Grad L ist, umso geringer wird die Wahrscheinlichkeit der Störungen, jedoch verringert sich damit auch teilweise der durch die Einstellung von D bestimmte Ausgleich von Klangveränderungen.
Die Spektralwerte A(k) des zu priorisierenden Signals 501 werden zusätzlich einem Multiplizierer 520 zugeführt, während die Spektralwerte B(k) des nicht zu priorisierenden Signals 502 zusätzlich einem Addierer 530 zugeführt werden. Außerdem werden dem Multiplizierer 520 die Korrekturfaktorwerte m(k) des Ausgangssignals 511 der Berechnungseinheit 510 zugeführt, wo sie mit den Spektralwerten A(k) 501 komplex (nach Realteil und Imaginärteil) multipliziert werden. Die Ergebniswerte des Multiplizierers 520 werden dem Addierer 530 zugeführt, wo sie mit den Spektralwerten B(k) des nicht zu priorisierenden Signals 502 komplex (nach Realteil und Imaginärteil) addiert werden. Hieraus ergeben sich die Spektralwerte 311 des ersten Summensignals der ersten Summierungsstufe 310.
Das Entscheidende für die Priorisierung ist somit die Multiplikation des Korrekturfaktors m(k) mit genau einem der beiden Summanden der im Addierer 530 durchgeführten Addition. Damit wird der gesamte Signalpfad dieses Summanden vom Mikrofonsignaleingang bis zum Addierer 530 "priorisiert".
Figur 6 stellt die Details der n+1 -ten Summierungsstufe 410 dar. Die n+1 -te Summierungsstufe 410 gleicht in ihrem Aufbau der ersten Summierungsstufe 310, jedoch mit dem Unterschied, dass hier der Zuordnungseinheit 500 die Spektralwerte 400 des n-ten Summensignals und die Spektralwerte 401 des n+2 -ten Mikrofonsignals zugeführt werden, ferner, dass die Ergebniswerte des Addierers 530 die Spektralwerte 411 des n+1 -ten Summensignals bilden.
