Login| Sign Up| Help| Contact|

Patent Searching and Data


Title:
METHOD FOR EXTENDING THE RESIDENCE TIME OF A GAS FLOW IN BULK MATERIAL
Document Type and Number:
WIPO Patent Application WO/2006/018252
Kind Code:
A1
Abstract:
The invention relates to a method for extending the residence time of a gas flow (G) in bulk material (2, 5, 14), particularly in order to improve heat exchange. The method is characterized in that the gas flow (G) is diverted inside the bulk material at guiding surfaces (16,17) provided therein.

Inventors:
KLINGBEIL LOTHAR (DE)
Application Number:
PCT/EP2005/008818
Publication Date:
February 23, 2006
Filing Date:
August 12, 2005
Export Citation:
Click for automatic bibliography generation   Help
Assignee:
RHEINKALK GMBH (DE)
KLINGBEIL LOTHAR (DE)
International Classes:
F27D3/10; C04B2/10; F27D13/00; F27D15/02
Foreign References:
DE9406035U11994-06-16
EP1439360A12004-07-21
Attorney, Agent or Firm:
COHAUSZ & FLORACK (24) (Düsseldorf, DE)
Download PDF:
Claims:
P A T E N T A N S P R Ü C H E
1. Verfahren zur Verlängerung der Verweilzeit einer Gasströmung (G) in einem Schüttgut (2, 5, 14), insbesondere zur Verbesserung des Wärmeaustausches, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Gasströmung (G) im Schüttgut (2, 5, 14) an dort vorgesehenen Leitflächen (16, 17) umgeleitet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Schüttgut (2, 5, 14) unterschiedliche, zumindest teilweise räumlich voneinander getrennte Kornfraktionen (3, 4, 6, 7) umfasst und die Leitflächen durch die Grenzflächen (4a) zwischen den Kornfraktionen (3, 4, 6, 7) gebildet werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die unterschiedlichen Kornfraktionen (3, 4, 6, 7) unterschiedliche MaterialZusammensetzungen oder unterschiedliche Qualitätsstufen eines Materials aufweisen.
4. Verfahren nach Anspruch 3 , d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s eine Kornfraktion (3, 4, 6, 7) nach erfolgtem Wärmeaustausch mit der Gasströmung von dem Schüttgut (2, 5, 14) abgetrennt und wiederverwendet wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die abgetrennte Kornfraktion aus Basalt oder Keramik besteht.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Abtrennen durch Absieben erfolgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Leitflächen (16, 17) jeweils durch einen Körper, welcher nicht Bestandteil des Schüttgutes ist, gebildet werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der eine Leitfläche (16, 17) bildende Körper plattenförmig ausgebildet ist.
9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Körper mit dem Schüttgut (2, 5, 14) mitbewegt wird.
10. Verfahren nach Anspruch 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Körper nach erfolgtem Wärmeaustausch mit der Gasströmung von dem Schüttgut (2, 5, 14) abgetrennt und wiederverwendet wird.
11. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Körper gegenüber dem sich bewegenden Schüttgut ortsfest in einer Anlage installiert ist.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s der Körper zumindest teilweise aus Feuerfestmaterial besteht.
13. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12 , d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Schüttgut (2, 5, 14) auf einem Wanderrost (1, 13) transportiert wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13 , d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Schüttgut (14) durch einen LepolrostVorwärmer (10) transportiertwird.
15. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 14, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Leitflächen im Schüttgut (2, 5) parallel zueinander, insbesondere jalousieartig, angeordnet sind.
16. 16: Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 12, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s das Schüttgut durch einen SchachtVorwärmer oder durch einen Schachtofen, insbesondere einen Ringschachtofen (15) , transportiert wird.
17. Verfahren nach Anspruch 16, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Leitflächen (16) in einzelnen Axialebenen radial nach Art eines Propellers angeordnet sind, wobei die Leitflächen (16) jeweils benachbarter Ebenen zueinander versetzt angeordnet sind.
18. Verfahren nach Anspruch 16, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Leitflächen (17) radial in einer Spirale angeordnet sind.
19. Verfahren nach Anspruch 9 und einem der Ansprüche 16 bis 18, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, d a s s die Körper aus einem Kunststoff bestehen, welcher in der Brennzone des Schachtofens verbrennt.
Description:
Verfahren zur Verlängerung der Verweilzeit einer GasStrömung in einem Schüttgut

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Verlängerung der Verweilzeit einer Gasströmung in einem Schüttgut, insbesondere zur Verbesserung des Wärmeaustausches.

In den verschiedensten Industriezweigen, beispielsweise in der Kalk-, Zement- und Stahlindustrie, besteht die Aufgabe, Rohstoffe, welche als Kornschüttungen vorliegen, mittels Durchleitung eines GasStromes in verschiedener Weise zu behandeln, beispielsweise zu erhitzen, zu brennen oder zu kühlen. Eine bekannte Applikation der Gasdurchleitung durch ein Schüttgut besteht in der Erhitzung von Kalkstein (CaCO3) auf einem Wanderrost in •einem Lepol-Vorwärmer vor Eintritt in einen üblicherweise als Drehrohrofen ausgebildeten Brennofen, in welchem der Kalkstein zu Branntkalk (CaO) gebrannt wird. Problematisch im Hinblick auf die Prozesseffizienz ist hierbei, wie auch bei entsprechenden Brenn- .oder Kühlapplikationen, dass der Gasstrom stets die kürzest mögliche Wegstrecke im Schüttgut nimmt, so dass die Wechselwirkungs- bzw. Verweilzeit zwischen dem Gasstrom und dem Schüttgut ebenfalls minimal ist. Somit gibt ein Heißgasstrom an das zu erhitzende Schüttgut nur eine vergleichsweise geringe Wärmemenge ab, so dass die Vorwärmeinrichtung entsprechend groß ausgelegt sein muss, um die gewünschte Temperaturerhöhung im Schüttgut zu erreichen. Entsprechendes gilt für Brenn- oder Kühlvorrichtungen.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Verlängerung der Verweilzeit einer Gasströmung in einem Schüttgut zu entwickeln, welches mit nur geringem technischen Aufwand insbesondere in Vorwärm-, Brenn-, Trocknungs- oder Kühlanlagen eingesetzt werden kann, so dass mit diesem Verfahren betriebene Anlagen mit hoher Effizienz arbeiten und entsprechend kompakt ausgelegt sein können.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst', dass die Gasströmung im Schüttgut an dort vorgesehenen Leitflächen umgeleitet wird.

Durch die erfindungsgemäß im Schüttgut vorgesehenen Leitflächen kann der Weg des Gasstroms durch das Schüttgut gezielt beeinflusst werden. Mittels einer entsprechend gewählten Dimensionierung und Anordnung der Leitflächen kann somit die Wechselwirkungszeit zwischen dem Gasstrom und dem Schüttgut erheblich verlängert und sogar vervielfacht werden, so dass im Gegensatz zum Stand der Technik die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren betriebenen Anlagen, beispielsweise solche zum Erhitzen, Brennen oder Kühlen des Schüttgutes, sich durch eine besonders hohe Prozesseffizienz auszeichnen. Entsprechend nimmt das Schüttgut eine größere Wärmemenge von einem Heißgasstrom auf bzw. gibt eine größere Wärmemenge an einen Kühlluftstrom ab. Im Vergleich zu den aus dem Stand der Technik bekannten Anlagen, können die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren betriebenen Anlagen folglich effizienter betrieben werden und kompakter ausgelegt sein, wodurch sich die Anlagenkosten erheblich senken lassen. Große Anlagen lassen sich mit entsprechend erhöhter Durchsatzleistung betreiben.

Die Leitflächen können im Schüttgut beispielsweise als schräge geradlinige oder gekrümmte Flächen, als Zickzackflächen o.a. ausgebildet sein.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass das Schüttgut unterschiedliche, zumindest teilweise räumlich voneinander getrennte Kornfraktionen umfasst und die Leitflächen durch die Grenzflächen zwischen den Kornfraktionen gebildet werden. Die Kornfraktionen können von identischer Materialzusammensetzung und lediglich unterschiedlicher Korngröße sein. Möglich ist jedoch ebenso, dass die verschiedenen Kornfraktionen unterschiedliche Materialzusammensetzungen oder verschiedene Qualitätsstufen eines Materials, wie z.B. Kalkstein, mit voneinander abweichenden chemischen und/oder physikalischen Eigenschaften aufweisen. Im Falle eines aus zwei oder mehr Kornfraktionen bestehenden Schüttgutes wird durch die getrennte Aufgabe der einzelnen Kornfraktionen ausgenutzt, dass die zwischen den Kornfraktionen gebildeten Grenzflächen jeweils ein Hindernis für den durch das Schüttgut geleiteten Gasstrom darstellen, durch welche seine Ausbreitungsrichtung im Schüttgut gezielt gesteuert werden kann.

Die unterschiedlichen Kornfraktionen können in der weiteren Verarbeitung des Schüttgutes wieder gemischt und somit gemeinsam weiter behandelt werden. Ebenso ist nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung möglich, dass eine Kornfraktion nach erfolgtem Wärmeaustausch mit der Gasströmung von dem Schüttgut abgetrennt und wiederverwendet wird. In diesem Fall wird somit vor dem Wärmeaustauschn im Rahmen eines Vorwärm-, Brenn-, Trocknungs- oder Kühlprozesses ein recyclefähiges Fremdmaterial zur Ausbildung der Leitflächen in einer Aufgabestation in das Schüttgut eingeleitet, nach diesem Prozess vollständig aus dem Schüttgut, welches seinerseits weiteren Bearbeitungsschritten unterzogen wird, wieder entfernt und zur Aufgabestation zurückgeführt. Durch diese Wiederverwendung können in beträchtlichem Maße Material- sowie Entsorgungskosten eingespart werden. Entscheidend' ist hierbei, dass das Fremdmaterial während des Prozesses nicht verändert wird, folglich ausreichend temperaturbeständig sein muss, und somit problemlos wiederverwendet werden kann. Hierbei kommen sowohl natürliche, beispielsweise Basaltschüttungen, als auch nicht natürliche Materialien, z.B. Keramikschüttungen, zum Einsatz. Da sich das Fremdmaterial von dem restlichen Schüttgut durch seine Korngröße unterscheidet, kann das Abtrennen zweckmäßigerweise durch ein Absieben erfolgen.

Nach einer weiteren, zu dem Vorstehenden alternativen Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Leitflächen jeweils durch einen Körper, welcher nicht Bestandteil des Schüttgutes ist, gebildet werden. Hierbei kommt es folglich nicht auf die Ausbildung von • Grenzflächen im Schüttgut durch getrennt aufgegebene Kornfraktionen an. Aus unterschiedlichen Kornfraktionen gebildete Schüttgüter können somit beliebig vermengt' sein und somit sehr gleichmäßig mit dem Gasström beaufschlagt werden. Vorzugsweise ist jeder eine Leitfläche bildende Körper plattenförmig ausgebildet. Dabei sollte es nicht zu einer Kontaktverbindung der Körper zum Schüttgut („Anbacken") kommen. Die erfindungsgemäß vorgesehenen Leitflächen, welche nicht an dem in der Anlage ablaufenden Prozess (z.B. Vorwärmen, Brennen, Trocknung oder Kühlung) beteiligt sind, werden im Schüttgut mit bewegt und nach erfolgtem Wärmeaustausch mit der Gasströmung von dem Schüttgut abgetrennt, zurückgewonnen und wiederverwendet. Alternativ dazu können die Körper auch ortsfest gegenüber dem sich bewegenden Schüttgut in der Anlage installiert sein. Weiterhin können die Körper aus verschiedenen Materialien bestehen. Entscheidend ist eine hohe Temperaturbeständigkeit. Vorzugsweise bestehen die Körper daher zumindest teilweise aus Feuerfestmaterial.

Das erfindungsgemäße Verfahren kann in den verschiedensten Anlagen zum Einsatz kommen. Prinzipiell lässt sich das erfindungsgemäße Verfahren bei allen stationären und beweglichen perforierten Böden, die von einem Gas durchströmt werden, einsetzen, unabhängig von der Richtung des die Schüttungen durchströmenden Gases . Besonders zweckmäßig ist der Einsatz in einer Anlage, in der das Schüttgut auf einem Wanderrost transportiert wird. Dabei handelt es sich vorzugsweise um einen Lepolrost-Vorwärmer, in welchem, wie eingangs erwähnt, bei der Kalkproduktion das Brenngut vor Eintritt in den Ofen durch dessen Verbrennungsgase vorgewärmt wird.

Auf derartigen Wanderrosten können die Leitflächen, unabhängig davon, ob es sich um Grenzflächen der Kornfraktionen im Schüttgut, d.h. um autogene Leitflächen, oder um Körper, welche nicht Bestandteil des Schüttgutes sind, handelt, in unterschiedlicher Weise angeordnet sein. Entsprechend der jeweils gewählten Anordnung wird der Gasström auf eine gegenüber der freien, ungehinderten Durchströmung mehr oder weniger stark abweichende Strecke gezwungen. Gemäß einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Leitflächen im Schüttgut parallel zueinander, insbesondere jalousieartig, angeordnet.

Eine weitere besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass das Schüttgut durch einen Schachtvorwärmer oder durch einen Schachtofen, insbesondere einen Ringschachtofen, transportiert wird. Im Gegensatz zu einem Wanderrost bewegt sich das Schüttgut durch einen solchen Vorwärmer oder Ofen im wesentlichen in vertikaler Richtung. Entsprechend kann die Anordnung der Leitflächen optimiert werden. Beispielsweise können die Leitflächen in dem Schacht¬ bzw. Ringschachtofen in einzelnen Axialebenen radial nach Art eines Propellers angeordnet sein, wobei die Leitflächen jeweils benachbarter Ebenen zueinander versetzt angeordnet sind. Durch diese Winkelversetzungen wird dem im Schacht des Schacht- bzw. Ringschachtofens aufsteigenden oder fallenden Gasstrom eine Drallbewegung aufgezwungen. Die Leitflächen sind dabei geneigt zur Strömungsrichtung ausgerichtet. Eine besonders ausgeprägte Drallbewegung kann durch eine weitere vorteilhafte Konfiguration der Leitflächen erreicht werden. Hierbei sind die Leitflächen radial in einer Spirale nach Art einer Wendeltreppe angeordnet, wobei es sich versteht, dass die Spirale zumindest einen vollen Kreisumfang des zylindrischen Ringschachtofens abdeckt, um ein vertikales Auf- oder Abströmen des Gasstroms zu verhindern. In diesem Fall sind die Leitflächen im wesentlichen horizontal ausgerichtet. Zur Begrenzung des Dralls und damit des Druckverlustes im Ofen können auch mehrere parallel durch den Schachtofen verlaufende Spiralen vorgesehen sein , die selbst jeweils nur einen Teil des Kreisumfangs abdecken. Die Leitflächen können auch im Falle des Schacht- bzw. Ringschachtofens durch eine spezielle Kornfraktion oder durch Körper, welche nicht Bestandteil des Schüttgutes sind, gebildet werden, wobei die Körper ortsfest im Ofen angeordnet sein oder auch mit dem Schüttgut mitbewegt werden können. In letzterem Falle ist nach einer besonders vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die mitbewegten Körper aus einem Kunststoff bestehen, welcher in der Brennzone des Schachtofens verbrennt. Besonders bevorzugt wird dabei ein Kunststoff, welcher praktisch rückstandsfrei verbrennt. Hierdurch kann das Herauslösen des Körpers aus dem gebrannten Schüttgut entfallen.

Im folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich Ausführungsbeispiele darstellenden Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

Fig. la-c eine schematische Darstellung der Gasströmung durch ein zwei Kornfraktionen umfassendes Schüttgut,

Fig. 2a-f eine schematische Darstellung der Aufgabe eines zwei Kornfraktionen umfassenden Schüttgutes auf einen Wanderrost,

Fig. 3 einen Lepol-Vorwärmer in Seitenansicht,

Fig. 4a-c ein Längssegment eines Ringschachtofens mit spiralförmig angeordneten und mit in Axialebenen angeordneten Leitflächen im Axialschnitt und Fig. 5 eine schematische Darstellung der GasStrömung durch ein Schüttgut nach dem Stand der Technik.

In den Fig. Ia bis c ist in schematisierter Ansicht der Verlauf einer HeißgasStrömung durch ein zwei Kornfraktionen umfassendes Schüttgut 2 dargestellt. Die beiden Kornfraktionen 3, 4 des Schüttgutes 2 sind räumlich voneinander getrennt derart auf einen Wanderrost 1 aufgegeben, dass sich eine um ca. 45° zur Horizontalen geneigte streifige Verteilung (Fig. Ia,b) und entsprechend periodische Grenzflächen 4a zwischen den Kornfraktionen 3, 4 ausbilden. Die Grenzflächen 4a fungieren hierbei als Leitflächen für den das Schüttgut 2 von oben nach unten durchströmenden Gasstrom G. Mittels dieser Schüttgutleitflächen wird der überwiegende Teil des Heißgasstroms G von der sich normalerweise einstellenden annähernd vertikalen Strömungsrichtung (s. Stand der Technik in Fig. 5) auf eine der Neigung der Grenzflächen 4a entsprechende und deutlich verlängerte Strömungsbahn gezwungen, während lediglich ein kleiner Teilgasstrom (nicht dargestellt) entsprechend den jeweils herrschenden Druckverhältnissen und der Porosität der Grenzflächen durch diese hindurchdringt. Erfindungsgemäß wird dadurch die Verweilzeit der HeißgasStrömung und damit die Wechselwirkungszeit zwischen dem zu erhitzenden Schüttgut verlängert, was zu einem signifikant verbesserten Wärmeaustausch und damit zu einer verbesserten Durchsatzleistung führt. Das durch die getrennte Aufgabe der Kornfraktionen 3 , 4 in der groben Kornfraktion 3 vergrößerte Porenvolumen führt zudem eine Reduzierung des Druckverlustes im Heißgasström G und zu einer verbesserte Passage von Feinstäuben durch die Materialbettschüttung 2. Es versteht sich, dass der Gasstrom G auch in umgekehrter Richtung, d. h. aufsteigend strömen kann.

Gemäß Fig. Ic ist anstatt einer geradlinigen streifigen Verteilung der feinen Kornfraktion 3 eine Winkelform gewählt. Durch die Winkelform wird die durch den Heißgasstrom G durch das Schüttgut zurückzulegende Stecke weiter erhöht. Weitere Geometrien, wie z.B. Zickzack¬ oder Schlangenlinien, sind ebenso möglich.

In Fig. 2 ist die getrennte Aufgabe zweier verschiedener Kornfraktionen 6, 7 eines Schüttgutes 5 auf einen Wanderrost 1 zur Ausbildung einer streifigen Verteilung gemäß Fig. Ia schematisch dargestellt. Das Schüttgut 5 wird dabei über einen Aufgäbetrichter 8 auf den sich unterhalb der Öffnung des Aufgabetrichters 8 horizontal in Richtung des Pfeiles 9 bewegenden Wanderrost 1 geschüttet. Dabei ist der Aufgabetrichter 8 sowohl in horizontaler wie in vertikaler Richtung verfahrbar, wobei durch eine entsprechende Einstellung der horizontalen und vertikalen Verfahrgeschwindigkeit des Aufgäbetrichters 8 die Neigung und Dicke der jeweiligen Streifen eingestellt werden kann. Ferner weist der Trichter zwecks Anpassung an die Korngröße der jeweils aufzugebenden Kornfraktion und an den gewünschten Massenfluss eine bezüglich Ihrer Querschnittsfläche verstellbare Schüttöffnung auf.

Zur Erzeugung eines aus der feinen Kornfraktion 7 gebildeten Streifens (Fig. 2a,b), dessen Grenzflächen zur groben Kornfraktion 6, wie oben beschrieben, die Leitflächen für den das Schüttgut 5 durchströmenden Gasstrom bilden, wird der Aufgabetrichter 8 während der kontinuierlichen Abgabe der feinen Kornfraktion 7 in Richtung des Pfeiles also vergleichsweise rasch nach links und gleichzeitig nach, unten bewegt. In prinzipiell gleicher Weise wird sodann der breite Streifen grober Körnung 6 erzeugt (Fig. 2c bis e) , wobei hier entsprechend eine wesentlich langsamere Verfahrgeschwindigkeit des Aufgabetrichters 8 in horizontaler Richtung gewählt wird. Eine umgekehrte Verfahrstrategie, bei der der Trichter nach rechts und gleichzeitig nach oben bewegt wird, ist ebenso möglich. Insbesondere bei dieser Verfahrstrategie kann eine Kornstreuung weitgehend vermieden werden.

Der in den Fig. 2a bis e dargestellte Schichtaufbau ist nur bis zu einem bestimmten von der jeweiligen Korngröße und -form und weiteren Parametern abhängigen Böschungswinkel präzise möglich. Oberhalb dieses Winkels, d. h. bei steiler angeordneten Schichtstreifen, kommt es zu einem Abböschen bzw. Abgleiten des Schichtmaterials. Sollen, wie beispielsweise in den Fig. 2a bis e gezeigt, schmale Streifen einer feinkörnigen Fraktion in eine grobkörnige Fraktion eingebracht werden, so kann oberhalb des Böschungswinkels und insbesondere bei kompliziert geformten Streifengeometrien eine hohe Präzision durch Verwendung eines mehrzelligen Schichtaufbautrichters erreicht werden. Ein solcher ist in Fig. 2f dargestellt. Der mehrzellige Schichtaufbautrichter 8* umfasst insgesamt drei Aufgabezellen 8a*, 8b* und 8c*, deren Schüttöffnungen sich jeweils ganz oder teilweise öffnen oder verschließen lassen. Die mittlere Aufgabezelle 8b* ist dabei für die feinkörnige Fraktion vorgesehen, während die umgebenden äußeren Zellen 8a* und 8c* mit der grobkörnigen Fraktion gefüllt sind. Durch eine simultane Aufgabe der feinkörnigen und der grobkörnigen Fraktion und eine entsprechende Regelung des Massenflusses durch die SchuttÖffnungen der einzelnen Trichterzellen können somit auch steil stehende Streifen und damit Grenzflächen, deren Winkel zur Horizontalen größer als der Böschungswinkel ist, mit hoher Präzision erzeugt werden, da die feinkörnige Fraktion durch die simultan aufgegebene grobkörnige Fraktion beidseitig stabilisiert wird. Ebenso sind vertikal stehende Streifen möglich. Der mehrzellige Schichtaufbautrichter 8* ist dabei ebenso in horizontaler und vertikaler Richtung verfahrbar. Mit einer entsprechenden Verfahrstrategie können auch komplizierte Strukturen wie Zickzack- oder Schlangenlinienförmige Streifen problemlos erzeugt werden. Rein exemplarisch ist in Fig. 2f die Erzeugung einer Zickzackstruktur, ähnlich wie in Fig. Ic, dargestellt.

Neben der gezeigten Trichterform mit drei nebeneinander angeordneten Zellen ist auch eine Trichter-in- Trichterform möglich (nicht dargestellt) , d. h. die eine Kornfraktion ist in einen inneren Kegeltrichter gefüllt, welcher seinerseits in einem äußeren Kegeltrichter, der mit der zweiten Kornfraktion gefüllt ist, angeordnet ist. Dabei sind die Kegel normalerweise koaxial ausgerichtet. Je nach gewünschter Geometrie der durch die unterschiedlichen Kornfraktionen gebildeten Grenzflächen ist es aber auch möglich, dass die Achse des inneren Kegels winklig zu der des äußeren Kegels steht und somit eine Art „Taumelposition" relativ zum äußeren Kegel einnimmt. Mit dieser Trichter-in-Trichteranordnung lassen sich die unterschiedlichsten dreidimensionalen Grenzflächengeometrien erzeugen.

Umfasst das Schüttgut mehr als zwei Kornfraktionen, so werden diese nach dem oben beschriebenen Verfahren nacheinander aufgegeben, wobei sich ebenfalls Grenzflächen zwischen den einzelnen Kornfraktionen ausbilden, welche als Leitflächen zur Steuerung der Gasströmung durch das Schüttgut fungieren. Bei stark unterschiedlicher Korngröße der verschiedenen Kornfraktionen besteht die Gefahr eines Eindringens der Körner der feinkörnigen Fraktion in die porige Oberfläche der grobkörnigen Fraktion, was die Leitflächenwirkung der sich zwischen den beiden Kornfraktionen bildenden Grenzfläche beeinträchtigen würde. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, in einem Zwischenaufgabeschritt an der Grenzfläche eine dünne Schicht einer weiteren Fraktion mittlerer Korngröße aufzubringen. Diese verschließt die porige Oberfläche der grobkörnigen Fraktion und minimiert somit das Eindringen der Körner der feinkörnigen Fraktion in diese.

In Fig. 3 ist ein Lepol-Vorwärmer 10 in Seitenansicht dargestellt. Dieser wird insbesondere in der Kalkproduktion zur Erwärmung des Brenngutes (Kalkstein) vor Eintritt in den Ofen eingesetzt. Als Heißgase dienen dabei die aus dem vorliegend als Drehrohrofen 12 ausgebildeten Ofen ausströmenden Verbrennungsgase G. Der Lepol-Vorwärmer 10 umfasst ein langgestrecktes Gehäuse 11, in welchem ein als Endlosförderband ausgebildeter Wanderrost 13 angeordnet ist. Das wiederum aus zwei unterschiedlichen Kornfraktionen bestehende Schüttgut ' 14 wird in der oben beschriebenen Weise über einen Aufgabetrichter (nicht dargestellt) auf den Wanderrost 13 aufgegeben, wobei sich eine streifige Verteilung der räumlich voneinander getrennten Kornfraktionen einstellt. Während des Transportes des Schüttguts 14 auf dem Wanderrost 12 durchströmen die aus dem Drehrohrofen ausströmende Heißgase das Schüttgut 14, wobei sie entsprechend dem erfindungsgemäßen Verfahren an den durch die Grenzflächen zwischen den Kornfraktionen gebildeten Leitflächen derart umgeleitet werden, dass sich eine längere Wechselwirkungszeit und damit ein verbesserter Wärmeaustausch zwischen den Gasen G und dem Schüttgut 14 einstellt. An der in Förderrichtung hinteren Umlenkrolle 13a des Wanderrostes 13 fällt das erhitzte Schüttgut 14 entlang einer Schräge IIa in die Eintrittsöffnung des Drehrohrofens 12, wobei sich die beiden Kornfraktionen innig vermengen.

Das in den Fig. 4 a bis c dargestellte Längssegment eines Ringschachtofens 15 umfasst eine zylindrische äußere Mauerung 15a sowie eine ebenfalls zylindrische innere Mauerung 15b. Die in den Fig. 4a bis c dargestellten Leitflächen 16, 17, 16* werden durch eine spezielle Kornfraktion im durch den Ringschachtofen 15 transportierten Schüttgut gebildet und sind somit dessen Bestandteil. Diese spezielle Kornfraktion kann aus demselben Material wie das restliche Schüttgut bestehen. In einer gesonderten Anwendung kann jedoch auch eine aus einer Keramikschüttung bestehende Kornfraktion verwendet werden, welche nach Verlassen des Ofens zurückgewonnen und anschließend erneut zur Ausbildung von Leitflächen in den Ofen eingeleitet wird.

Gemäß Fig. 4a sind die Leitflächen 16 in einzelnen Axialebenen radial nach Art eines Propellers angeordnet, wobei die Leitflächen 16 jeweils benachbarter Ebenen zueinander versetzt angeordnet sind. Durch diese Winkelversetzungen wird dem das Schüttgut (nicht dargestellt) im Schacht des Schacht- bzw. Ringschachtofens 15 in aufsteigender Richtung durchströmenden Gasstrom G eine Drallbewegung aufgezwungen, mit welcher die Wechselwirkungszeit zwischen dem Schüttgut und dem Gasstrom verlängert wird. Weiterhin sind die Leitflächen 16 zur Ofenlängsachse leicht geneigt angeordnet, um eine wirksame Ablenkung des Gasstroms G aus der Vertikalen zur Erzeugung einer Drallbewegung zu gewährleisten. Dieser Neigungswinkel ist aus Gründen einer leichteren Darstellbarkeit in der Fig. 4a nicht erkennbar.

Durch eine Verlängerung der Dauer der Gaspassage wird wiederum ein verbesserter Wärmeaustausch zwischen dem Gasstrom G und dem Schüttgut erzielt, wobei damit zusammenhängend als weiterer Vorteil das Ausbrandverhalten des jeweiligen Brennstoffes verbessert sowie die Abgastemperatur reduziert wird. Infolge der verbesserten Prozesseffizienz kann die Bauhöhe des Ringschachtofens 15 und anderer Schachtofentypen, wie auch von Schüttgutvorwärmern, in denen das erfindungsgemäße Prinzip verwirklicht ist, reduziert werden.

In dem Ringschachtofen gemäß Fig. 4b sind die Leitflächen radial in einer Spirale nach Art einer Wendeltreppe angeordnet.' In diesem Fall sind die Leitflächen im wesentlichen horizontal ausgerichtet. Hierdurch kann besonders ausgeprägte Drallbewegung des Gasstromes G und damit eine besonders lange Wechselwirkungszeit zwischen dem Schüttgut und dem Gasstrom G erreicht werden.

Nach einer alternativen Ausgestaltung der Erfindung, sind die Leitflächen ortsfest mit der äußeren und der inneren Mauerung des Ofens verbunden. Dabei wird ebenfalls ein Anordnung der Leitflächen gemäß den Ausführungsbeispielen der Fig. 4a und 4b angestrebt. In diesem Falle sind die Leitflächen vorzugsweise plattenförmig ausgebildet und bestehen jeweils aus einem mit einem Feuerfestmaterial ummantelten Metallhohlkörper.

Wie in Fig. 4c gezeigt, können die entlang der Gasströmung G angeordneten Leitflächen 16 des Ringschachtofens 15 der Fig. 4a jeweils durch eine dreidimensionale Fläche 16* ersetzt sein.

In Fig. 5 ist schließlich die Gasströmung durch ein zwei Kornfraktionen umfassendes Schüttgut auf einem Rost gemäß dem Stand der Technik dargestellt. Deutlich zu erkennen ist, dass der Gasstrom nahezu senkrecht zur Oberfläche des Schüttgutes in dasselbe eintritt und praktisch auf kürzestem Wege durch die Schüttgutschicht strömt. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Kornfraktionen gleichmäßig miteinander vermengt sind (Fig. 5a) oder ' schichtweise auf den Rost aufgegeben wurden (Fig. 5b) .

Das erfindungsgemäße Verfahren ist nicht auf die genannten Anlagen beschränkt, sondern kann in einer Reihe weiterer Anlagen beispielsweise in der Kalk-, Zement- und Stahlindustrie zum Einsatz kommt. Ein mögliches Einsatzgebiet liegt beispielsweise in der Hochofentechnik. Hierbei kann im Hochofen z.B. über eine speziell ausgebildete Drehschurre ein entsprechendes Schichtsystem mit Grenzflächen aufgebaut werden. Die unterschiedlichen Kornfraktionen werden dabei durch Koks einerseits und „Möller" (Gemisch aus Erzen und Zuschlägen) andererseits gebildet. Weitere Anwendungsmöglichkeiten liegen in der Erzeugung von Pellets aus Feinsterzen in der Stahlindustrie oder in der Erzeugung von Sinter auf einem Sinterband beispielsweise aus Feinerzen, Koksgrus und weiteren Zuschlägen. Hierbei kann beispielsweise das Trocknen, Brennen und Kühlen nach dem erfindungsgemäßen Prinzip in hintereinander liegenden Zonen auf einem Wanderrost erfolgen.

Generell kann das erfindungsgemäße Verfahren bei allen gasduranströmten Schüttungen für Trocknungs-, Vorwärm-, Brenn- sowie Kühlapplikationen zum Einsatz kommen, und zwar unabhängig davon, ob die jeweilige Schüttung stationär ist oder sich in horizontaler, schräger oder vertikaler Richtung bewegt.

Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsbeispiele beschränkt, vielmehr ergeben sich für den Fachmann im Rahmen der Erfindung vielfältige Abwandlungs- und Modifikationsmöglichkeiten. Insbesondere wird der Schutzumfang der Erfindung durch die Ansprüche festgelegt.