BENFER, Frank (Am Aberg 4, Bad Laasphe, 57334, DE)
WINDHAUS, Ernst (Luisenstraße 114, Duisburg, 47198, DE)
KLEIN, Christoph (Kirbergstraße 28, Kreuztal-Eichen, 57223, DE)
BENFER, Frank (Am Aberg 4, Bad Laasphe, 57334, DE)
WINDHAUS, Ernst (Luisenstraße 114, Duisburg, 47198, DE)
| Ansprüche 1 . Verfahren zum fliegenden Arbeitswalzenwechsel in Gießwalzanlagen und Warmbandstraßen, insbesondere kontinuierlichen Warmbandstraßen, wobei zum Austausch der Arbeitswalzen durch Öffnen des Walzge- rüstes diese außer Eingriff mit dem zu walzenden Warmband bringbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass auf das zu walzende Warmband vor und/oder nach dem Eintritt in das geöffnete Walzgerüst über mindestens eine in die Walzlinie einführ- bare Niederhalterolle ein regelbarer, den Bandzug des geöffneten Walzgerüstes ersetzender Bandzug aufbringbar ist. 2. Verfahren nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass während des Walzens eine Bandverfolgung zur Identifizierung des Bandbereiches, welcher während des Walzenwechsels gewalzt wurde, durchgeführt wird. 3. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass beim Walzenwechsel die Temperaturführung durch Regulierung der Kühlung oder der Heizung innerhalb der Walzstraße aufrechterhalten wird. 4. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zu walzende Warmband gemeinsam von der Niederhalterolle und einem zwischen den Walzgerüsten angeordneten Schiingenheber geführt wird. |
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum fliegenden Arbeitswalzenwechsel in Gießwalzanlagen und Warmbandstraßen , insbesondere kontinuierl ichen Warmbandstraßen .
Die Arbeitswalzen eines Walzwerkes unterliegen einem natürlichen Verschleiß, der zu Qualitätsverlusten an der Oberfläche des gewalzten Bandes führen kann.
Um dies zu vermeiden, ist von Zeit zu Zeit ein Wechsel der Arbeitswalzen notwendig. Beim Warmwalzen muss das zu walzende Band vor dem Walzen auf die notwendige Temperatur erhitzt werden, es sei den es wird unmittelbar aus der Gießhitze gewalzt.
Bei Verwendung eines kürzeren Ofens ohne Puffer oder bei Wegfall des Ofens aufgrund des vollkontinuierlichen Gießwalzens muss bei vollkontinuierlichem Walzbetrieb der Gießbetrieb für einen Wechsel der Arbeitswalzen angehalten werden. Damit ist ein Produktionsausfall nicht zu vermeiden.
Der vollkontinuierliche Gießwalzbetrieb mit langen Gießsequenzen ist nicht möglich ohne Qualitätsverlust an der Oberfläche des Bandes.
Im Kaltwalzbetrieb ergeben sich diese Probleme nicht, d. h. hier wird das Band angehalten und dann der Walzenwechsel durchgeführt.
Im CSP Endlosbetrieb ist dies nicht möglich, da der Gießprozess mit dem Walzprozess direkt gekoppelt ist und nicht angehalten werden kann. Würde der Gießprozess angehalten, würde dies sofort zum Gießabbruch führen und der Produktionsprozess würde unterbrochen. Daher ist es notwendig, falls ein Arbeitswalzenwechsel während des Gießens durchgeführt werden muss, diesen während des Walzens, d.h. also bei laufendem Band durchzuführen. Ein Walzenwechsel kann aber nur bei geöffnetem Walzgerüst erfolgen.
Würde das betroffene Walzgerüst geöffnet werden, so würde in diesem Walzgerüst nicht mehr gewalzt werden und damit keine Dickenabnahme mehr vorgenommen werden. Um dies zu kompensieren, müsste die Abnahme des ge- öffneten Walzgerüstes auf die umliegenden Walzgerüste verteilt werden, d.h. die im verbleibenden im Eingriff befindlichen Walzgerüste müssten während des Walzenwechsels zusätzlich die Walzarbeit des geöffneten Walzgerüstes übernehmen. Fehlen würde die Möglichkeit der Bandzugregelung, welche in einer kontinuierlichen Warmbandstraße von einem zwischen zwei aufeinander folgenden Walzgerüsten angeordneten Schiingenheber normalerweise übernommen wird. Dies wäre aufgrund des geöffneten Walzgerüstes nicht mehr möglich. Würde einer der vor oder hinter dem geöffneten Walzgerüst angeordneten Schiingenheber trotzdem aktiv, würde das Band gegebenenfalls an die obere Arbeitswalze des geöffneten Walzgerüstes gedrückt werden. In dem Fall wäre ein Arbeitswalzenwechsel nicht möglich.
Aufgabe der Erfindung ist es, in einer Gießwalzanlage oder einer kontinuierlich arbeitenden Warmbandstraße einen fliegenden Arbeitswalzenwechsel zu ermöglichen, um dadurch zu einer Verkürzung/Eliminierung der Pufferzeiten im Ofen, einer Kürzung des Ofens, einer Reduzierung der Investitionskosten, sowie geringerem Energieverbrauch und damit einem kostengünstigeren Produk- tionsprozess zu kommen.
Gelöst wird diese Aufgabe erfindungsgemäß mit einem Verfahren zum fliegen- den Arbeitswalzenwechsel in Gießwalzanlagen und Warmbandstraßen, insbesondere kontinuierlichen Warmbandstraßen, wobei zum Austausch der Ar- beitswalzen durch Öffnen des Walzgerüstes diese außer Eingriff mit dem zu walzenden Warmband bringbar sind, dadurch, dass auf das zu walzende Warmband vor und/oder nach dem Eintritt in das geöffnete Walzgerüst über mindestens eine in die Walzlinie einführbare Niederhalterolle ein regelbare, den Bandzug des geöffneten Walzgerüstes ersetzender Bandzug aufbringbar ist.
Wird ein Walzgerüst zum Walzenwechsel geöffnet, muss die obere Arbeitswalze des geöffneten Walzgerüstes frei sein und kann das Band nicht mehr unten halten. Dieser Effekt könnte noch verstärkt werden, wenn der üblicherweise zwischen den Walzgerüsten angeordnete Schiingenheber das Warmband nach oben drücken würde.
Um den Bandzug aufrecht zu erhalten, wird die Niederhaltefunktion von einer Niederhalterolle, die mit dem Schiingenheber zusammenwirkt, übernommen. Da die Platzverhältnisse zwischen den Walzgerüsten sehr eingeschränkt sind, ist diese Niederhalterolle in besonders schmaler Ausführung auszuführen.
Es ist sinnvoll, während des Walzens eine Bandverfolgung durchzuführen. Diese dient der Identifizierung des Bandbereiches, welcher während des Walzenwechsels gewalzt wurde. Diese Information wird benötigt, wenn während des Walzenwechsels z.B. die Temperatur- oder Dickenregelung aus prozesstechni- sehen Gründen (Grenzen) oder z.B. aufgrund von Walzgerüstsetzfehlern nicht aufrecht erhalten werden konnte. Hierbei entsteht ein abzuwertendes bzw. zu verwerfendes Stück gewalzten Bandes, welches bei der Weiterverarbeitung von dem fehlerfreien Band zu trennen ist. Dies ist leichter möglich, wenn der Anfang und das Ende dieses fehlerbehafteten Bandbereiches bereits bekannt sind.
Beim Walzenwechsel ist im Übrigen zu berücksichtigen, dass die Temperaturführung während des Walzprozess bestehen bleibt. Um dies zu gewährleisten, sind ggf. Regulierung der Kühlung oder der Heizung innerhalb der Walzstraße während des Walzenwechselvorganges vorzunehmen. Das erfindungsgemäße Verfahren soll mit Bezug auf die Zeichnungen nachstehend erläutert werden.
Dabei zeigt:
Figur 1 den normalen Walzvorgang bei geschlossenen Walzgerüst,
Figur 2 den Walzvorgang bei einem für den Walzenwechsel geöffneten Walzgerüst und aktiver Niederhalterolle und in
Figur 3 ist eine weitere Niederhalterolle im Auslaufbereich des Walzgerüstes aktiv, um einen Kontakt des Bandes zur oberen Arbeitswalze des geöffneten Walzgerüstes sicher zu vermeiden.
Zwischen den Walzgerüsten 1 , 2 und 3 befinden sich die üblichen Schlingenhe- ber 4, über die der Bandzug zwischen den Walzgerüsten einstellbar ist. Beim normalen Walzvorgang, wie er in der Figur 1 dargestellt worden ist, ist weder die vor dem Walzgerüst 2 angeordnete Niederhalterolle 5 noch - falls vorhanden - die nach dem Walzgerüst angeordnete Niederhalterolle 5' im Eingriff mit dem Warmband 6. Um nun beispielsweise die Arbeitswalzen im mittleren Walzgerüst 2 zu wechseln, müssen die Walzen aufgefahren werden, wie dies die Figur 2 zeigt.
Da das Warmband dann mit den Arbeitswalzen keinen Kontakt mehr hat, bzw. haben darf, wird zumindest die vor dem Walzgerüst 2 vorgesehene Niederhalte- rolle 5 aktiv, und zwar zusammen mit dem dieser Niederhalterolle zugeordneten Schiingenheber 4, so dass das Warmband - ohne Berührung der Arbeitswalzen - durch das offene Walzgerüst mit dem entsprechenden Bandzug geführt werden kann. Der fliegende Wechsel der Arbeitswalzen selbst kann mit herkömmlichen Einrichtungen durchgeführt werden. So wird beispielsweise das Arbeitswalzenpaar mittels speziell ausgeformter Schienen im Walzgerüst während des Ausziehens bzw. Einschiebens in das Walzgerüst so geführt, dass sich die Oberwalze anhebt und beide Walzen das in der Straße befindliche Band nicht berühren.
Vor dem Walzenwechsel erfolgt eine Walzprogrammänderung.
Die Bandzugregelung zwischen den Walzgerüsten erfolgt durch die erfindungsgemäßen Niederhalterollen.
Es kann alternativ auch eine Wechselvorrichtung vor das zu wechselnde Walzgerüst gefahren werden. Auf der Vorrichtung sind die neuen Walzen abgelegt. Die alten Walzen werden aufgenommen und nach Querverschieben werden die neuen Walzen in das Walzgerüst geschoben.
