WIENAND, Jörg (Willingsweide 1, Bocholt, 46399, DE)
MÖSKER, Volker (Usambaraweg 13a, Isselburg, 46419, DE)
WIENAND, Jörg (Willingsweide 1, Bocholt, 46399, DE)
Patentansprüche
1. Verfahren zum Behandeln eines Verbindungsabbruchs mit den Schritten: Aushandeln (Sl) von Sitzungsdaten für eine hergestellte Kommunikationsverbindung vor dem Verbindungsabbruch; Erfassen (S4) eines Endes des Verbindungsabbruchs; und Wiederherstellen (S5) der Kommunikationsverbindung unter Verwendung der ausgehandelten Sitzungsdaten.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Sitzungsdaten zumindest eines Sitzungs-Identifikation zum eindeutigen Identifizieren einer hergestellten Kommunikations- Verbindung aufweisen.
3. Verfahren nach Patentanspruch 2, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Sitzungsdaten ferner einen Sitzungskontext zur Beschreibung der hergestellten Kommunikationsverbindung aufweisen.
4. Verfahren nach Patentanspruch 2 oder 3, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Sitzungsdaten ferner einen Sitzungs-Timeout aufweisen, der eine maximale Zeit für einen Verbindungsabbruch angibt.
5. Verfahren nach einem der Patentansprüche 2 bis 4, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Sitzungsdaten ferner ein Sitzungs-Kennzeichen aufweisen, das an- gibt, ob bereits laufende Applikationen gehalten werden sollen oder nicht.
6. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 5, g e k e n n z e i c h n e t d u r c h die Schritte: Erfassen (S2) eines Beginns des Verbindungsabbruchs; und
Ausführen (S3) einer Verbindungsabbruch-Applikation bis zum Ende des Verbindungsabbruchs.
7. Verfahren nach Patentanspruch 6, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Verbindungsabbruch-Applikation eine Wiedergabe einer Wartenachricht realisiert.
8. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis I 1 g e k e n n z e i c h n e t d u r c h den weiteren Schritt:
Erneutes Aushandeln (S6) von Sitzungsdaten für die wiederher- gestellte Kommunikationsverbindung.
9. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 8, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Kommunikationsverbindung eine VoIP-Verbindung darstellt, die über eine DSL-Verbindung realisiert wird.
10. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Kommunikationsverbindung zwischen zwei Telekommunikationsendgerä- ten (TEl, TE2) hergestellt wird.
11. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 9, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass die Kommunikationsverbindung zwischen einem Telekommunikationsendgerät (TEl) und einem Server (SV2) hergestellt wird.
12. Verfahren nach einem der Patentansprüche 1 bis 11, d a d u r c h g e k e n n z e i c h n e t, dass der Verbindungsabbruch endgeräteseitig unter Verwendung der Sit- zungsdaten initiiert wird. |
Beschreibung
Verfahren zum Behandeln eines Verbindungsabbruchs
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Behandeln eines Verbindungsabbruchs und insbesondere auf ein Verfahren zum Behandeln einer DSL-Zwangstrennung für Telekommunikationsendgeräte .
Figur 1 zeigt ein vereinfachtes Blockdiagramm eines Telekommunikationssystems, wobei ein internes Netzwerk HNl, wie beispielsweise ein erstes Heimnetzwerk, über ein externes Netzwerk N, wie beispielsweise das Internet, mit einem zweiten internen Netzwerk HN2 bzw. zweiten Heimnetzwerk verbunden ist. Gemäß Figur 1 kann hierbei z.B. ein erstes Telekommunikationsendgerät TEl mit einer sogenannten VoIP-Funktionalität (Voice over IP) an einen ersten Netzwerkknoten bzw. ersten Router Rl angeschaltet und dieser beispielsweise über eine DSL-Leitung (Digital Subscriber Line) mit dem externen Netz- werk N verbunden sein, das vorzugsweise ein paketvermittelndes Netz darstellt. In gleicher Weise ist das zweite Telekommunikationsendgerät TE2 über einen zweiten Netzwerkknoten bzw. zweiten Router R2 an das Netzwerk N angeschaltet und realisiert ebenfalls über eine DSL-Leitung (Digital Subscriber Line) eine entsprechende VoIP-Funktionalität.
Zur Realisierung der physikalischen Kommunikationsverbindung, wie beispielsweise der DSL-Leitung, steht im Netzwerk N beispielsweise ein Netzwerk-Anbieter SVl zur Verfügung. Ferner steht zur Bereitstellung des Netzwerkdienstes, wie beispielsweise der VoIP-Funktionalität (Voice over IP) , der Dienstanbieter SV2 zur Verfügung. Die Netzwerk- und Dienstanbieter SVl und SV2 werden üblicherweise durch entsprechende Server im Netzwerk N realisiert.
üblicherweise sind derartige interne Netzwerke bzw. Heimnetzwerke HNl und HN2 über sogenannte NAT-Netzwerkknoten (Network Address Translation) bzw. Router Rl und R2 an das Netzwerk N
angebunden, wobei ein derartiger Netzwerkknoten Rl und R2 eine Netzwerk-Adress/Port-Umwandlung (NA(P)T, Network Address (Port) Translation) von einer externen IP-Adresse zu einer internen IP-Adresse durchführt.
Insbesondere bei privaten DSL-Anschlüssen (Digital Subscriber Line) ist jedoch in regelmäßigen Abständen (z.B. alle 12 oder 24 Stunden) eine Zwangstrennung der physikalischen Kommunikationsverbindung üblich, was unweigerlich zum Verbindungsab- bruch einer bereits aufgebauten z.B. VoIP-Verbindung, eines Downloads usw. führt. Nach Wiederherstellung der physikalischen Kommunikationsverbindung, bzw. der DSL-Leitung bekommt der Benutzer hierbei eine neue, andere IP-Adresse zugewiesen, so dass eine Verbindung zu seinem unmittelbar vorhergehenden Kommunikationspartner im Netzwerk N zurückgesetzt wird. Dieses ist bei der Nutzung einer Vielzahl von Diensten, wie z.B. VoIP-Telefongesprächen, Onlinegame-Sitzungen, Downloads, P2P- queues (Peer to Peer) störend, da diese unweigerlich zurückgesetzt werden.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde ein Verfahren zum Behandeln eines derartigen Verbindungsabbruchs zu schaffen.
Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Maßnahmen des Patentanspruchs 1 gelöst.
Demzufolge werden für eine hergestellte Kommunikationsverbindung zunächst Sitzungsdaten ausgehandelt, wobei nach dem Er- fassen eines Endes eines Verbindungsabbruchs die Kommunikationsverbindung unter Verwendung der ausgehandelten Sitzungsdaten wiederhergestellt wird. Durch das Aushandeln von Sitzungsdaten während einer Kommunikationsverbindung kann demzufolge eine zusätzliche Signalisierung für eine jeweils reali- sierte Verbindung ermöglicht werden, die nach Wiederherstellung der physikalischen Verbindung eine automatische Wiederherstellung der übergeordneten Kommunikationsverbindung auf einfache Art und Weise ermöglicht.
Beispielsweise werden als Sitzungsdaten zumindest eine Sitzungs-Identifikation zum eindeutigen Identifizieren einer hergestellten Kommunikationsverbindung ausgehandelt. Ferner können in den Sitzungsdaten auch ein Sitzungskontext zur Beschreibung der hergestellten Kommunikationsverbindung enthalten sein. Die Sitzungsdaten können ferner einen Sitzungs- Timeout aufweisen, der eine maximale Zeit für einen Verbindungsabbruch angibt. Ferner können die Sitzungsdaten ein Kennzeichen aufweisen, das angibt, ob bereits laufende Applikationen gehalten werden sollen oder nicht.
Vorzugsweise wird ein Erfassen eines Beginns eines Verbindungsabbruchs erfasst und eine Verbindungsabbruch-Applikation bis zum Ende des Verbindungsabbruchs ausgeführt, wobei die
Verbindungsabbruch-Applikation beispielsweise eine Wiedergabe einer Wartenachricht darstellt. Auf diese Weise kann insbesondere bei einer VoIP-Verbindung einem jeweiligen Teilnehmer für die Zeitdauer des Verbindungsabbruchs eine Wartenachricht in Form einer gesprochenen Information oder einer Melodie wiedergegeben werden. Der Benutzerkomfort wird dadurch wesentlich erhöht.
Beispielsweise kann der Verbindungsabbruch auch endgerätesei- tig unter Verwendung der Sitzungsdaten initiiert werden. Insbesondere bei Kenntnis einer jeweiligen Zwangstrennung kann dadurch ein jeweiliger Wiederaufbau einer physikalischen Kommunikationsverbindung wesentlich beschleunigt werden.
In den weiteren Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung gekennzeichnet.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnung näher beschrieben.
Es zeigen:
Figur 1 ein vereinfachtes Blockdiagramm zur Veranschaulichung eines Telekommunikationssystems;
Figur 2 ein Zustandsdiagramm zur Veranschaulichung wesentli- eher Verfahrenszustände gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel;
Figur 3 ein Zustandsdiagramm zur Veranschaulichung wesentlicher Verfahrenszustände gemäß einem zweiten Ausführungsbei- spiel; und
Figur 4 ein vereinfachtes Flussdiagramm zur Veranschaulichung wesentlicher Verfahrensschritte des erfindungsgemäßen Verfahrens .
Figur 2 zeigt ein vereinfachtes Zustandsdiagramm zur Veranschaulichung wesentlicher Verfahrenszustände zum Behandeln eines Verbindungsabbruchs, wie er beispielsweise in einem Telekommunikationssystem gemäß Figur 1 vorliegen kann. Gemäß Zustand 1. liegt beispielsweise eine vollständig hergestellte VoIP-Verbindung vor, die über eine physikalische Kommunikationsverbindung wie beispielsweise eine DSL-Verbindung (Digital Subscriber Line) getragen wird. Der Netzwerkknoten bzw. der Router/DSL-Modem Rl weist hierbei zunächst eine erste externe IP-Adresse auf, über die eine entsprechende IP-Verbindung (Internet Protocol) realisiert werden kann.
In diesem Zustand tauschen die beiden Endgeräte TEl und TE2, welche beispielsweise VoIP-Telefone darstellen, sogenannte Sitzungsdaten bzw. Session-ID-data aus, die eine zusätzliche Signalisierung für eine jeweilige übergeordnete Verbindung ermöglichen.
Derartige Sitzungsdaten beinhalten zumindest eine Sitzungs- Identifikation bzw. Session-ID, welche die bereits hergestellte übergeordnete Kommunikationsverbindung eindeutig identifiziert. Dies kann beispielsweise eine eindeutige Zeichen- und/oder Nummernfolge sein, die einer z.B. gerade vor-
liegenden VoIP-Verbindung zwischen den Endgeräten TEl und TE2 zugeordnet wird.
Optional können in den Sitzungsdaten auch ein sogenannter Sitzungskontext, ein sogenannter Sitzungs-Timeout und/oder ein Sitzungs-Kennzeichen vorliegen. Der Sitzungskontext beschreibt hierbei eine jeweilige Verbindung hinsichtlich seiner charakterisierenden Parameter. Derartige Parameter können beispielsweise die Art der Verbindung sein, wie beispielswei- se eine VoIP-Verbindung (Voice over IP) , die jeweils verwendeten Portnummer (z.B. 5060) und jeweils verwendete Audioko- decs . Der Sitzungs-Timeout bzw. Session-Timeout kann insbesondere eine maximale Zeit angeben, für die ein Verbindungsabbruch sinnvoll überbrückt werden kann. Das Sitzungs-Kenn- zeichen bzw. Keep-alive-flag gibt an, ob bereits laufende Applikationen gehalten werden sollen oder nicht. Insbesondere kann durch dieses Sitzungs-Kennzeichen signalisiert werden, ob eine jeweilige VoIP-, Download-, Onlinegame- oder P2P- Applikation aufrechterhalten werden soll oder abgeschaltet werden kann.
Gemäß Figur 2 erfolgt im Zustand 2. nunmehr eine sogenannte reguläre DSL-Zwangstrennung, die heute üblicherweise alle 12 oder 24 Stunden durchgeführt wird, um die DSL-Leitungen in einem vordefinierten Zustand zu halten. Eine derartige
Zwangstrennung der physikalischen Kommunikationsverbindung, wie beispielsweise einer DSL-Leitung, wird üblicherweise vom Netzwerkbetreiber bzw. dessen Server SVl initiiert und verursacht einen Verbindungsabbruch auch in den höher gelegenen Kommunikationsverbindungen wie beispielsweise einer jeweiligen VoIP-Verbindung.
Gemäß Figur 2 erfolgt ein derartiger Verbindungsabbruch bzw. eine derartige reguläre DSL-Zwangstrennung beispielsweise zwischen dem Netzwerk N und dem ersten Netzwerkknoten Rl bzw. dessen Endgerät TEl.
Gemäß Figur 2 kann z.B. nach Erfassen des Verbindungsabbruchs bzw. der Zwangstrennung im Zustand 3. - angestoßen vom Netzwerkknoten Rl und R2 - nunmehr im jeweiligen Telekommunikationsendgerät TE2 und TEl die VoIP-Verbindung gehalten werden. Optional kann zu diesem Zeitpunkt eine Wartenachricht in Form einer Sprachnachricht oder einer Wartemelodie am jeweiligen Telekommunikationsendgerät TEl und/oder TE2 wiedergegeben werden. Das Erkennen des Verbindungsabbruchs kann hierbei durch unterschiedliche Mechanismen geschehen, wie z.B. UPnP_IDG_WANIPConnection 1.0, Polling, usw..
Nach einer vorbestimmten Zeitdauer erfolgt der erneute Aufbau der physikalischen Kommunikationsverbindung bzw. der DSL- Verbindung (Digital Subscriber Line) , wobei eine neue externe zweite IP-Adresse dem Netzwerkknoten Rl zugewiesen wird. Dieser Sachverhalt wird vom ersten Netzwerkknoten Rl an das erste Telekommunikationsendgerät TEl weitergeleitet, wodurch dieses seine neue externe IP-Adresse erfährt und darüber hinaus in Kenntnis gesetzt ist, dass wiederum eine physikalische Kommunikationsverbindung zum Netzwerk N existiert. Sobald die physikalische Kommunikationsverbindung bzw. die DSL-Leitung zwischen dem ersten Netzwerkknoten Rl und dem Netzwerk N bzw. dem Netzwerkanbieter SVl wieder existiert, kann im Zustand 4. das erste Telekommunikationsendgerät TEl nunmehr automatisch eine VoIP-Verbindung unter Verwendung seiner vorher ausgehandelten Sitzungsdaten und insbesondere der Session-ID wiederherstellen.
Genauer gesagt werden nunmehr unter den im Zustand 1. bereits ausgehandelten „alten" Sitzungsdaten, wie beispielsweise der Sitzungs-Identifikation, dem Sitzungs-Kontext, dem Sitzungs- Timeout, dem Sitzungs-Kennzeichen usw. eine neue VoIP-Verbindung unter Verwendung der neuen externen IP-Adresse wiederhergestellt. Somit kann unter Verwendung der früheren Daten eine neue VoIP-Verbindung wiederhergestellt werden, wodurch sich ein Benutzerkomfort wesentlich erhöht.
Beide Endgeräte TEl und TE2 stellen nun den Kommunikations- Kontext von vor der Zwangstrennung bzw. vor dem Verbindungsabbruch wieder her und bilden ihn auf die neue externe IP- Adresse des ersten Netzwerkknotens Rl und somit des ersten Endgerätes TEl wieder ab. Das Gespräch kann somit in einem Zustand 6. fortgesetzt werden.
Gemäß Figur 2 kann optional in einem Zustand 5. auch ein Erneuern von Sitzungsdaten bzw. Session-ID-Daten durchgeführt werden, wobei für die VoIP-Verbindung unter der neuen IP- Adresse wieder neue Sitzungsdaten zwischen dem ersten und zweiten Telekommunikationsendgerät TEl und TE2 ausgehandelt werden.
Somit kann auf Netzwerk- oder Applikationsebene durch eine zusätzliche Signalisierung ein Datenaustausch realisiert werden, der bei einem Verbindungsabbruch eine schnelle und einfache Wiederherstellung der ursprünglichen Verbindung insbesondere in einer IP-basierten Kommunikation ermöglicht.
Die Umsetzung des Verfahrens kann im Netzwerkknoten bzw. Router Rl oder R2 realisiert werden und erfolgt somit transparent für alle Geräte hinter dem Netzwerkknoten bzw. Router. Als Netzwerkknoten sind ebenfalls sogenannte (nicht darge- stellte) Gateways denkbar. Das Verfahren müsste dann auf Basis von portbasierten Verbindungen arbeiten. Alternativ ist eine Umsetzung des Verfahrens aber auch unmittelbar im Endgerät wie beispielsweise einem PC, einem VoIP-Stand-alone- Telefon usw. möglich. Ebenfalls sind auch kombinierte Endge- rate denkbar, in denen die Funktionalität des Netzwerkknotens und des Endgeräts in einem Gerät zusammengefasst sind.
Falls der Zeitpunkt der Zwangstrennung bzw. des Verbindungsabbruchs bekannt ist, so kann dieses dem gegenüberliegenden Telekommunikationsendgerät TE2 vorab mitgeteilt werden, was eine koordinierte Stilllegung und Wiederaufnahme der Kommunikation ermöglichen würde. Eventuell macht es hierbei Sinn, die Verbindung auch kurz vor der Zwangstrennung bzw. dem Ver-
bindungsabbruch manuell zu trennen. In diesem Fall kann der Verbindungsabbruch auch endgeräteseitig unter Verwendung der Sitzungsdaten initiiert werden. Eine Wiederherstellung der ursprünglichen übergeordneten Kommunikationsverbindung kann dadurch unter Umständen beschleunigt werden.
Figur 3 zeigt ein vereinfachtes Zustandsdiagramm gemäß einem zweiten Ausführungsbeispiel, wobei gleiche Bezugszeichen gleiche oder entsprechende Zustände wie in Figur 2 bezeich- nen, weshalb auf eine wiederholte Beschreibung nachfolgend verzichtet wird.
Gemäß Figur 3 kann nicht nur eine Verbindung zwischen einem ersten und einem zweiten Telekommunikationsendgerät TEl und TE2 realisiert werden, sondern auch nur zwischen einem Telekommunikationsendgerät TEl bzw. seinem zugehörigen Netzwerkknoten Rl und einem zugehörigen Dienstanbieter bzw. dessen Server SV2. Der Dienstanbieter bzw. Server SV2 dient hierbei der Realisierung beispielsweise eines VoIP-Dienstes bzw. ei- ner VoIP-Verbindung. Wiederum kann auch bei einer derartigen VoIP-Verbindung durch den Austausch bzw. das Aushandeln von Sitzungsdaten im Zustand 1. nach einer Zwangstrennung bzw. einem Verbindungsabbruch im Zustand 2. eine sehr schnelle Wiederherstellung einer VoIP-Verbindung unter Verwendung der ausgehandelten „alten" Sitzungsdaten realisiert werden, wodurch sich ein Benutzerkomfort wesentlich erhöht.
Insbesondere für sogenannte Download-Sessions muss demzufolge nicht wieder beim Anfang begonnen werden, sondern es kann ein durch eine Zwangstrennung unterbrochener Download nach Wiederherstellung der physikalischen Kommunikationsverbindung bzw. der DSL-Leitung fortgesetzt werden.
Figur 4 zeigt ein vereinfachtes Flussdiagramm zur Veranschau- lichung wesentlicher Schritte des erfindungsgemäßen Verfahrens .
Nach einem Start in Schritt SO werden in einem Schritt Sl zunächst bei einer bereits hergestellten übergeordneten Kommunikationsverbindung Sitzungsdaten und insbesondere eine Sitzungs-Identifikation zwischen einem ersten und zweiten TeIe- kommunikationsendgerät oder zwischen einem Telekommunikationsendgerät und einem Server ausgehandelt. Hierbei können auch weitere Informationen wie beispielsweise ein Sitzungs- Kontext zur Beschreibung der hergestellten Kommunikationsverbindung, ein Sitzungs-Timeout zum Angeben einer maximalen Zeit für einen Verbindungsabbruch und ein Sitzungs-Kennzeichen zum Angeben einer Information, ob eine bereits laufende Applikation gehalten werden soll oder nicht, ausgehandelt werden.
In einem optionalen Schritt S2 kann überprüft werden, ob eine Zwangstrennung der Verbindung bzw. ein Verbindungsabbruch stattgefunden hat oder nicht. Genauer gesagt kann ein Beginn eines Verbindungsabbruchs erfasst werden, wobei in einem optionalen Schritt S3 eine Wartenachricht wiedergegeben werden kann, sobald ein derartiger Beginn eines Verbindungsabbruchs erfasst wurde. Als Wartenachricht kann hierbei eine entsprechende Sprachnachricht („please hold the line") oder eine geeignete Wartemelodie endgeräteseitig an einen jeweiligen Teilnehmer ausgegeben werden, wie sie insbesondere von priva- ten Vermittlungsanlagen bekannt sind. Liegt kein derartiger Beginn eines Verbindungsabbruchs vor, so wird zu einem Schritt S4 weiter verzweigt.
Im Schritt S4 wird nunmehr überprüft, ob eine neue externe IP-Adresse zugewiesen wurde. Diese neue externe IP-Adresse kann hierbei dem Netzwerkknoten Rl zugewiesen werden, sobald eine physikalische Kommunikationsverbindung zwischen dem Netzwerkknoten Rl und dem Netzwerkanbieter bzw. dessen Server SVl wiederhergestellt ist. Genauer gesagt wird im Schritt S4 überprüft, ob eine Ende eines Verbindungsabbruchs für die physikalische Kommunikationsverbindung vorliegt.
Ist dies der Fall, so wird nach Schritt S5 weiter verzweigt, wobei unter Verwendung der vorher ausgehandelten Sitzungsdaten bzw. Session-ID-Daten eine Wiederaufbau der getrennten übergeordneten Kommunikationsverbindung stattfindet. Ist das überprüfungsergebnis im Schritt S4 hingegen negativ, so wird wieder zum Eingang des Schrittes S4 zurück verzweigt und somit auf die Zuteilung einer neuen IP-Adresse gewartet.
Im Schritt S5 werden demzufolge die bereits ausgehandelten Sitzungsdaten wie insbesondere die Sitzungs-Identifikation, optional aber auch der Sitzungs-Kontext, das Sitzungs-Timeout und das Sitzungs-Kennzeichen dem gegenüberliegenden Kommunikationspartner mitgeteilt, wodurch die abgebrochene Kommunikationsverbindung auf sehr einfache und schnelle Weise wie- derhergestellt werden kann. Ein VoIP-Gespräch, ein Daten- Download, eine Onlinegame-Sitzung oder eine P2P-queue kann demzufolge an der Stelle des Verbindungsabbruchs nahtlos fortgesetzt werden.
Optional können nach Wiederherstellung der DSL-Verbindung und der übergeordneten Kommunikationsverbindung in einem Schritt S6 neue Sitzungsdaten ausgehandelt werden, die an die Stelle der bisherigen Sitzungsdaten treten. Das Verfahren endet in einem Schritt S7.
Die Erfindung wurde vorstehend anhand einer VoIP-Verbindung beschrieben. Sie ist jedoch nicht darauf beschränkt und um- fasst in gleicher Weise auch alternative Kommunikationsverbindungen wie beispielsweise Onlinegame-Sitzungen, Daten- Downloads, P2P-queues (Peer to Peer) usw.. Ferner wurde die Erfindung anhand einer DSL-Verbindung als physikalischer Kommunikationsverbindung beschrieben. Sie ist jedoch nicht darauf beschränkt und umfasst in gleicher Weise auch beliebige alternative physikalische Kommunikationsverbindungen.
Ferner wurde die Erfindung anhand eines Heimnetzwerks beschrieben, das aus einem Telekommunikationsendgerät und einen Netzwerkknoten besteht. Die Erfindung ist jedoch nicht darauf
beschränkt und umfasst in gleicher Weise auch alternative private Netzwerke und insbesondere Endgeräte, in denen der Netzwerkknoten im Endgerät integriert ist.
Bezugszeichenliste
TEl, TE2 Telekommunikationsendgeräte
Rl, R2 Netzwerkknoten N Telekommunikationsnetzwerk
SVl Netzwerkanbieter
SV2 Dienstanbieter
HNl, HN2 Heimnetzwerk
SO bis S7 Verfahrensschritte
Next Patent: ELECTRIC MOTOR ACTUATING DRIVE
